Im Radio – Wochenende, 18. + 19.09.2021

Wer hat an dem Blog geschraubt? Foto: Hufner
Wer hat an dem Blog geschraubt? Foto: Hufner

Jazz – Amerikas Albtraum +++ Die Sopranistin Edda Moser +++ Luigi Nono – „Intolleranza 1960“ +++ Eberhard Webers Band Colours +++ Kakadu für Frühaufsteher: Wie wird man Politiker? +++ Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit +++

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sa – 18.09.2021


01:05 Uhr | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht: Jazz – Amerikas Albtraum

Jazzmusiker und der 11. September 2001. Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Am 11. September 2001 erschütterte der Terroranschlag auf das New Yorker World Trade Center die Welt. Vier Tage nach dem Angriff gastiert der Saxofonist Sonny Rollins in Boston, ein Auftritt, der unter dem Titel „Without A Song (The 9/11 Concert)“ veröffentlicht wird. In jenen Septembertagen versuchen viele Musiker wie er, die Schockstarre und Sprachlosigkeit zu überwinden, indem sie auf die Bühne gehen, um mit ihren Mitteln Trost zu spenden. Immer wieder fällt der Begriff von Musik als einer „heilenden Kraft“. Später entstehen Arbeiten, die sich dezidiert mit diesem Trauma Amerikas auseinandersetzen, darunter „September Suite“ der Pianistin Amina Figarova.

10:05 Uhr | Deutschlandfunk
Klassik-Pop-et cetera: Am Mikrofon: Die Sopranistin Edda Moser

Edda Moser kochte vor Wut, als ihre Rolle der „Königin der Nacht“ in Mozarts „Zauberflöte“ unter Wolfgang Sawallisch neu besetzt werden sollte. Heute segelt ihre legendäre Interpretation der berühmten Rachearie an Bord der Raumkapsel „Voyager 2“ durchs Weltall. Geboren wurde Edda Moser 1938 in Berlin. Dort gab sie ihr Operndebüt als Kate Linkerton in Puccinis „Madame Butterfly“. Später sang die Mozart-Interpretin an der Seite großer Tenöre wie Nicolai Gedda und Peter Schreier. Unter Herbert von Karajan debütierte Edda Moser an der MET in New York. Glanzvolle Auftritte folgten an allen großen Opernhäusern von Mailand bis Dresden. Die Musiktradition im Hause Moser reicht bis ins 19. Jahrhundert. Edda Mosers Vater saß als Kind noch auf dem Schoß von Johannes Brahms, Pate war der Geiger Joseph Joachim. In „Klassik-Pop-et cetera” spricht die heute 83-Jährige über Glück, Disziplin und Einsamkeit eines Lebens als Primadonna.

14.00 Uhr | Ö1
Das Ö1 Hörspiel : „Madonnenterror“. Von Andreas Jungwirth.

Mit Erwin Steinhauer, Rupert Henning und Peter Huemer. Ton: Günther Reihs. Musik: Sepp Mitterbauer. Regie: Nikolaus Scholz (ORF 1997)

In mehr als 50 Hörspielen hat er mitgewirkt und 2007 wurde er zum „Hörspiel-Schauspieler des Jahres“ gewählt: Erwin Steinhauer, der am 19. September 70 wird. Zu seinen Lieblingshörspielen zählt Erwin Steinhauer eine Produktion, die sich mit unterschiedlichen Wahrnehmungen, Verehrungskulten und religiösem Fanatismus beschäftigt: „Madonnenterror“ von Andreas Jungwirth. Erwin Steinhauer und Rupert Henning, mit dem Steinhauer zehn Jahre später im Film „Freundschaft“ als sozialdemokratischer Vater und dessen politikferner Sohn vor der Kamera stehen wird, sind in diesem Hörspiel von Marienerscheinungen überzeugte Männer. Sie pilgern zu Wallfahrtsorten und stellen in ihrer Stadt auf öffentlichen Plätzen Gipsmadonnen auf. Ein Journalist (im Hörspiel: Peter Huemer) trifft sich regelmäßig mit dem so frommen Männerpaar, das in seinen Äußerungen über Wunder, Erscheinungen und Marienverehrung faszinierend schrullig ist. Im Verlauf der Gespräche werden allerdings andere Seiten deutlich …

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Internationale Musikwettbewerb der ARD 2021

Die BR-KLASSIK-Reporterinnen und -Reporter Svenja Wieser, Ulrich Möller-Arnsberg, Denise Maurer und Manuela Promberger zeigen ihren Blick auf einen der weltweit bekanntesten und renommiertesten Musikwettbewerbe. Zwei Wochen lang begleiten sie die jungen Musikerinnen und Musiker auf und hinter der Bühne – in den Fächern Gesang, Violine, Klavierduo und Horn.

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

Moderation: Lukas Hammerstein. Musikauswahl: Roland Spiegel

18:05 bis 19:00 | BR-KLASSIK
Jazz und mehr: Die Werthaltigen

Mit Musik von Abdullah Ibrahim, Eva Klesse, Kristjan Järvi, Daniel Schnyder, Chet Baker und anderen. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

19:04 | hr2-kultur
Live Jazz Woody Black 4 & Schmid Hofmeir HochTief GmbH | Outreach Festival 2020, Österreich, August 2020

Woody Black 4 | Daniel Moser, bcl | Leonhard Skorupa, bcl | Stephan Dickbauer, bcl | Òscar Antolí, bcl | Schmid Hofmeir HochTief GmbH | Benjamin Schmid, v | Andreas Martin Hofmeir, tb | Outreach Festival 2020, Schwaz, Tirol, Österreich, August 2020

19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Oper: Luigi Nono – „Intolleranza 1960“

Libretto vom Komponisten auf Texte von Henri Alleg, Bertolt Brecht, Paul Éluard, Wladimir Majakowski, Angelo Maria Ripellino und Jean-Paul Sartre. Salzburger Festspiele. Felsenreitschule. Aufzeichnung vom 07.08.2021. Friedrich Cerha: Spiegel I-VII – kompletter Zyklus für großes Orchester und Tonband. ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Leitung: Ingo Metzmacher

22:00 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Die besondere Aufnahme: Berliner Festwochen. Philharmonie Berlin. Aufzeichnung vom 21.09.1985

Luigi Nono: „Variazioni canoniche sulla serie dell’ op. 41 di Arnold Schönberg“ für Kammerorchester / „Varianti“, Musik für Violine solo, Holzbläser und Streicher / „Per Bastiana-Tai-Yang Cheng“ für Tonband und drei Orchestergruppen. Georg Mönch, Violine; Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden; Leitung: Michael Gielen

22:03 – 23:00 Uhr | SWR2
SWR2 Jazztime: Farben und Räume – Eberhard Webers Band Colours (1975-1981)

Von Hans-Jürgen Schaal. Colours war „eine der populärsten Bands ihrer Zeit“, schreibt der amerikanische Jazzkritiker Michael Tucker. Anders als viele Jazz-Rock- und Fusion-Formationen, in denen Lautstärke und Tempo eine große Rolle spielten, betonte die Musik von Colours die Klangfarbe, den atmenden Raum, den hypnotischen Flow. Auch klassische und minimalistische Anklänge spielen hinein – diese besondere Mischung aus akustischen und elektrischen Elementen übt noch heute einen ganz eigenen Zauber aus. Die Band des aus Esslingen stammenden Bassisten Eberhard Weber wurde ein Schlüsselensemble für die europäische Jazz-Ästhetik.

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal – Rohrblätter, Metallzungen

Nikolaus Brass: „Songs and Melodies“ | Georg Katzer: „drängend, zögernd, entschwindend“ | Younghi Pagh-Paan: „Ta-Ryong V”. Beate Zelinsky, Klarinetten; David Smeyers, Klarinetten; Krisztián Palágyi, Akkordeon

Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller. Seit 1980 treten Beate Zelinsky und David Smeyers zusammen als Das Klarinettenduo auf. Ihr Repertoire enthält zwar auch einschlägige ältere Werke, etwa von Mozart und Mendelssohn Bartholdy, der Schwerpunkt liegt aber zweifellos bei der Neuen Musik. Zahlreiche Werke wurden eigens für sie geschrieben. Das verlangte neue Spieltechniken, virtuose Effekte, ungewöhnliche Besetzungen – es gab kaum eine Herausforderung, der sie sich nicht gestellt hätten. Das Programm für seine neue CD zum 40-jährigen Duo-Bestehen hat das Klarinettenduo mit dem jungen Akkordeonisten Krisztián Palágyi erarbeitet. Das ist eine Kombination von besonderem Reiz. Denn der Klang des Akkordeons lässt sich – ähnlich wie bei der Orgel – durch Registrierung verändern. So kann es mit den Klarinetten zu fast vollkommener Einheit verschmelzen, aber aus diesem Klangverbund auch wieder deutlich wahrnehmbar heraustreten. Neben Stücken, die für diese Produktion im Deutschlandfunk Kammermusiksaal komponiert oder bearbeitet wurden, finden sich auch Inventionen von Johann Sebastian Bach in dreistimmigen Fassungen von Max Reger und Helmut Lachenmann.

23:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Symphonie Magnétophonique Die elektroakustische Musik von Else Marie Pade (1924-2016)

Die dänische Komponistin Else Marie Pade hat ab Mitte der 1950er Jahre eine Vielzahl signifikanter elektroakustischer Werke im dänischen Rundfunk, dem „Danmarks Radio“, realisiert.

23.03-06.00 | Ö1
Kennerinnen und Komplizen: Christoph Prisching und Ognjen „Ogi“ MomiÄ� – Das Wiener Jazzlokal Miles Smiles im Fokus. Martin Philadelphy im Wiener RadioCafe.

In der Jazznacht-Serie „Kennerinnen und Komplizen – Jazzmenschen im Porträt“ sind heute Christoph Prisching und Ognjen „Ogi“ MomiÄ� im Studio zu Gast und sprechen mit Christian Bakonyi über das Wiener Jazzlokal Miles Smiles, das heuer sein 40-jähriges Bestehensjubiläum feiert. Nach einem Kunstgeschichtestudium war der 1961 in Graz geborene Christoph Prisching als Ausstellungskurator, Grafiker und Bühnenbildner tätig. Ab 1991 betreute er als Wirt, Veranstalter und Produzent das traditionsreiche Miles Smiles in der Langen Gasse in Wien-Josefstadt, wo sich nationale und internationale Jazzgrößen wie Hans Koller, Harry Pepl, Werner Pirchner, Jim Pepper, Kate und Mike Westbrook und viele, viele andere ein Stelldichein gaben. Vor kurzem hat Prisching die Verantwortung für das Lokal an seinen Nachfolger Ognjen „Ogi“ MomiÄ� übergeben, dessen Weg von Banja Luka über ein Grazer Kunstgymnasium zum Architekturstudium an die Technische Universität Wien und schließlich Ende 2018 ins Miles Smiles führte. Christoph Prisching wird Aufnahmen aus dem Archiv des Clubs mitbringen und über musikalische Höhepunkte in dessen Geschichte erzählen, während Ogi MomiÄ� über die zukünftige Ausrichtung des Miles Smiles spricht.

Der Konzertmitschnitt stammt aus dem Wiener RadioCafe. Dort fand sich am 19. September 2016 der zwischen New York und Wien pendelnde Gitarrist Martin Philadelphy ein. Gemeinsam mit dem Bassisten Stefan Thaler und dem Schlagzeuger Niki Dolp bot der aus Tirol stammende Workaholic Martin Philadelphy Songs aus seinem „Retrograde“-Album, das dem Motto der den Blues fokussierenden Konzertserie „Stormy Monday“ mehr als gerecht wurde.

Ein weiterer Programmpunkt ist dem 2013 verstorbenen US-Schlagzeuger Chico Hamilton gewidmet, dessen Geburtstag sich am 21. September 2021 zum 100. Mal jährt.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Gesänge der Ebene und des Meeres – Venezuela und seine Musik zwischen Folklore und Klassik

Mit dem Komponisten Reynaldo Hahn und der Pianistin und Komponistin Teresa Carreño hat Venezuela bereits im 19. Jahrhundert einige bedeutende Künstler der klassischen Musik hervorgebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts bildete sich dann, wie in vielen lateinamerikanischen Ländern, eine nationale Schule heraus. Komponisten wie Vicente Emilio Sojo, Antonio Estévez oder Modesta Bor griffen in ihren Werken Melodien, Rhythmen und Themen aus Volksmusik und Folklore auf. Insbesondere die Figur des „Llanero“, des Mannes aus den weiten Ebenen Venezuelas, des einfachen Viehhirten und Arbeiters vom Land, wurde zu einer nationalen Symbolfigur. Die „cultura llanera“ mit ihren Gesängen, ihren Tänzen und ihrem Brauchtum gilt immer noch als Inbegriff des ländlichen Venezuela. BR-KLASSIK hat sich mit dem Dirigenten Gustavo Dudamel unterhalten und geht den Spuren der venezolanischen Volksmusik in der Klassik nach. Eine Sendung von Florian Heurich


so – 19.09.2021


07:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Kakadu für Frühaufsteher: Wie wird man Politiker?

Von und mit Patricia Pantel. Moderation: Fabian Schmitz. Angenommen dein bester Freund oder deine beste Freundin würde sagen: „Wenn ich groß bin, dann werde ich Bundeskanzlerin oder Umweltminister und sorge dann dafür, dass alle Menschen glücklich sind, der Klimawandel gestoppt wird und alle Schulen mit Lüftern ausgerüstet werden.” Glaubst du, das wäre möglich? Kann jeder einfach so in die Politik gehen? Ist das ein Beruf, für den es eine besondere Ausbildung oder ein Studium braucht? Muss man als Politikerin in einer Partei sein? Kakadu hat die Antworten.

13:04 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen Auf der Suche nach dem Sinn vom Sein – Philosophierende Musik

Moderation: Niels Kaiser. Unentwegt sind sie auf der Suche nach dem letzten Sinn: die Meister der philosophischen Zunft. Damit haben sie auch viele Werke der musikalischen Kunst inspiriert.

14:04 | hr2-kultur
Zwei bis Vier – Menschen und ihre Musik Zu Gast: Emil Mangelsdorff, Jazz-Musiker

Moderation: Daniella Baumeister. Er ist einer der wichtigsten Musiker im deutschen Jazz. Und er ist ein wichtiger Zeitzeuge und Gesprächspartner, wenn es um das Leben und den Jazz im Dritten Reich geht.

15:05 Uhr | Deutschlandfunk
Rock et cetera: Hinter dem Schmelz lauert die Düsternis – Der US-amerikanische Musiker John Grant

Von Fabian Elsäßer. John Grant blickt mit Anfang 50 auf einen wilden Werdegang zurück, an dem er auch hätte zerbrechen können: Seit seiner Jugend haderte der Sohn erzfrommer Eltern aus Colorado, der später im Bundesstaat Michigan aufwuchs, mit seiner Homosexualität, später wurde er von diversen Substanzen abhängig. Er studierte in Deutschland Übersetzung und spricht gut ein Dutzend Sprachen, lebte an verschiedenen Orten und ist inzwischen in Island ansässig. Als Musiker fand er nach erfolglosen Bandprojekten erst spät Anerkennung, mit seinen Soloarbeiten ab Anfang 40. Früher waren sie eher vom Klavier geprägt, inzwischen prallt sein einschmeichelnder Bariton häufiger auf kühlen Elektropop. Seine Texte enthalten Abgründe, Verzweiflung und Sarkasmus: „I wanted to change the world, but I couldn’t even change my underwear.“ Eine Begegnung mit einem polyglotten Pop-Philosophen.

16:30 Uhr | Deutschlandfunk
Forschung aktuell: Wissenschaft im Brennpunkt – Deep Science – Der Wissenschaftspodcast

Extreme Experimente (1/5). Mit Schimpansen sprechen. Von Sophie Stigler und Lennart Pyritz. (Folge 2 am 26.9.2021)

Was denkt ein naher Verwandter, mit dem wir nicht sprechen können, wirklich? In den 1960er-Jahren begann der Psychologe Roger Fouts ein Experiment: Er zog die Schimpansin Washoe im Garten seines Doktorvaters auf wie ein menschliches Kind und brachte ihr Gebärdensprache bei. Die Erkenntnisse über das Denken und Fühlen von Menschenaffen waren bahnbrechend – und verwischten die Grenze zwischen Mensch und Tier. Später bereute Roger Fouts sein Experiment zutiefst. Bis ins hohe Alter setzte er sich für den Schutz und die Rechte von Menschenaffen ein und plädierte für ihre Erforschung im Freiland.

„Mit Schimpansen sprechen“ ist die erste Folge unseres Wissenschaftspodcasts Deep Science mit Sophie Stigler. Die ganze Staffel „Extreme Experimente“ finden Sie ungekürzt ab dem 9. September unter Deutschlandfunk.de/deepscience

19:04 | hr2-kultur
hr-Bigband Konzerte und Produktionen u.a. mit: A Night at the Village Vanguard, Teil 2

Konzerte und Produktionen u.a. mit: A Night at the Village Vanguard | hr-Bigband cond. by Jim McNeely, Livestream aus dem hr-Sendesaal, Frankfurt, April 2021, Teil 2

20:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Musikfest Berlin – Live aus der Philharmonie Berlin

Klaus Lang: „Ionisches Licht“ für Orchester | Arvo Pärt: „Pro et Contra“, Konzert für Violoncello und Orchester | Igor Strawinsky: „Requiem Canticles“ für Soli, Chor und Orchester | Gustav Mahler: Adagio aus der Sinfonie Nr. 10. Catriona Morison, Alt; Matthias Winckhler, Bass; Valentin Radutiu, Violoncello; Rundfunkchor Berlin; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin; Leitung: Robin Ticciati

20.04 | WDR 3
Oper: Lear – Oper von Aribert Reimann

König Lear: Christian Gerhaher, Bariton; König von Frankreich: Christian Rieger, Bassbariton; Herzog von Albany: Ivan Ludlow, Bariton; Herzog von Cornwall: Jamez McCorkle, Tenor; Graf von Kent: Brenden Gunnell, Tenor; Graf von Gloster: Georg Nigl, Bassbariton; Edgar: Andrew Watts, Countertenor; Edmund: Matthias Klink, Tenor; Goneril, Tochter von König Lear: Angela Denoke, Sopran; Regan, Tochter von König Lear: Ausrine Stundyte, Sopran; Cordelia, Tochter von König Lear: Hanna-Elisabeth Müller, Sopran; Diener: Dean Power, Tenor; Narr: Graham Valentine, Sprecher. Ritter: Marc Bodnar, Sprecher. Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper, Leitung: Jukka-Pekka Saraste

22:00 | hr2-kultur
Hörspiel | türken, feuer von Özlem Özgül Dündar Der Brandanschlag von Solingen 1993 – eine literarische Auseinandersetzung

Am 29. Mai 1993 kommen in Solingen fünf Menschen türkischer Abstammung bei einem Brandanschlag ums Leben. Eine von ihnen ist Gürsün Inçe, die sich für ihre dreijährige Tochter opfert, als sie mit ihr aus dem Fenster springt. Das Hörspiel gibt ihr eine Stimme.

22:08 – 23:00 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit

Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags. Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23.00 Uhr | Ö1
Radiokunst-Kunstradio: „ARGOT Revisited“ von Concha Jerez und Jose Iges

„ARGOT“ basiert auf einem Text, der sich mit der Beziehung des Künstlers mit der Welt, seinem Produkt, der Idee, sowie dem „Konsumenten“ seiner Produkte auseinandersetzt. Der Text über diese INTERFERENZEN, um die es hier geht, wird in vier Sprachen vorgetragen: englisch, spanisch, deutsch und französisch.

Der spanische Komponist Jose Iges und die Bildende Künstlerin Concha Jerez verwendeten für „ARGOT“ den Klang der Sprache, Konsonanten und Vokale nur als akustische Elemente: sie bezogen auch die Akustik des Aufführungsortes mit ein, in dem „ARGOT“ 1991 erstmals präsentiert wurde, nämlich im Palais Liechtenstein in Wien.

„ARGOT“ fordert das Publikum auf, den akustischen Raum zwischen den vier verschiedenen Sprachen auszuloten, ihre Beziehungen untereinander wahrzunehmen. Er wird damit – so die Künstler/innen – zum „Inter-Linguisten“. INTERFERENZEN auf zwei Ebenen: KUNST und SPRACHE.

23.03 | WDR 3
Studio Neue Musik. Mit Barbara Eckle – Nine Eleven

9. September 2001. Zwei Flugzeuge rauschen ins New Yorker World Trade Center, das vor den Augen der Welt einstürzt. Tausende Menschen verlieren ihr Leben. Echos dieses traumatischen Tages hallen seither auch durch die Musikwelt.

Für Steve Reich war „9/11“ kein mediales Ereignis. Stundenlang bangte er um das Leben seiner Familie, die sich in der Nähe des Unglücksortes aufhielt. Jahre später verarbeitet er diese Stunden in WTC 9/11. Aufnahmen von Flugüberwachungspersonal, Feuerwehrleuten und verzweifelten Nachbarn erinnern daran, wie real diese unbegreifliche Tragödie war.

Angesichts der Tragödie erschien es John Adams fast zynisch, Musik zu schreiben. Dafür baute er mit den Namen und Stimmen der Opfer in On the Transmigration of Souls zum ersten Jahrestag eine Art klingenden Gedenkort. John Corigliano sah sich zu einer Verarbeitung erst zehn Jahre später in der Lage. Die zeitliche Distanz öffnete ihm die ernüchternde Perspektive, dass das Ereignis doch nur Teil einer von Gewaltexzessen geprägten Menschheitsgeschichte ist. In Peter Eötvös’ Oratorium Halleluja wiederum steht 9/11 für eine Katastrophe biblischer Dimension – die mit der TV-Fernbedienung aus dem Bewusstsein geknipst wird.

Steve Reich: WTC 9/11 für Streichquartett und Tonband; Kronos Quartet | Michael Gordon: The Sad Park für Streichquartett, Audio Playback und Tonband; Kronos Quartet | John Adams: On the Transmigration of Souls für Orchester, Chor, Kinderchor und Tonband; New York Philharmonic and Chorus, Leitung: Lorin Maazel | John Corigliano: One Sweet Morning für Orchester; New York Philharmonic, Leitung: Alan Gilbert | Peter Eötvös: Halleluja für Mezzosopran, Tenor, Sprecher, Chor und Orchester; WDR Rundfunkchor; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Peter Eötvös

 

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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