Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Der Radio-Restmonat vom 14.12. bis 31.12.2020

Neue Musik im Radio. Foto: Hufner
Neue Musik im Radio. Foto: Hufner

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 50. Leider funktioniert seit 7.12.2020 die ARD-Radio-Suchmaschine nicht mehr. Die ARD bittet um Verständnis, das wir ihr leider nicht bieten können. Es ist zum Jammern. Wer das entschieden hat? Weiß man nicht. Beschwerden bitte auf allen bekannten und unbekannten Wegen an die Redakteure und Wellen Ihrer Wahl. Mahlzeit und alles Gute bis Neujahr.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben



14.12.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
„Earth Day“ mit der Company of Music im Wiener Konzerthaus

Im ersten Konzert seines Zyklus im Wiener Konzerthaus präsentierte das Vokalensemble „Company of Music“ überwiegend Werke von Komponierenden aus nordischen Ländern, darunter Kompositionen des Schweden Sven David Sandström oder der Finnin Kaija Saariaho. An diesem Abend mit dem Titel „Earth Day“ spielte die Natur mitunter eine zentrale Rolle – etwa in Kaija Saariahos Werk „Tag des Jahrs“ auf Texte von Friedrich Hölderlin, in dem die Komponistin Vogelgesang und Windesrauschen erklingen lässt. „Eisrequiem“ lautet wiederum der Titel eines neuen Werks der aus Südtirol stammenden Komponistin Manuela Kerer – ein Auftragswerk der Company of Music, das bei diesem Konzert unter der Leitung von Johannes Hiemetsberger seine Uraufführung erlebte. Ein Ö1 Mitschnitt aus dem Wiener Konzerthaus vom Dienstag, 20. Oktober 2020. Gestaltung: Philipp Weismann


15.12.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
Komponieren (nicht nur) für die Jugend – Spurensuche. Horst Ebenhöh und Heinrich Gattermeyer

Horst Ebenhöh vermochte als Musikerzieher und Komponist Generationen von jungen Menschen mit „Neuer Musik“ in Verbindung zu bringen, sie für die Beschäftigung mit neuen Klängen zu begeistern. Daneben war er als Pianist und Konzert-Organisator tätig, setzte sich in den einschlägigen Verbänden aber auch beständig für die Anliegen der Komponierenden ein. Im Mai 2020 konnte er seinen 90. Geburtstag feiern. Wir werden in „Zeit-Ton“ einen Blick auf das umfangreiche Lebenswerk des Jubilars. Im zweiten Teil der Sendung wird Heinrich Gattermayer im Zentrum stehen, auch er war als Komponist, Dirigent, Pianist, Organisator, Funktionär und Hochschullehrer vielseitig tätig. Vor zwei Jahren wenige Tage vor seinem 95. Geburtstag verstorben, wollen wir nun wieder an ihn und seine mitreißende Musik erinnern. Gestaltung: Hannes Heher


16.12.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Nina Polaschegg


17.12.2020


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Das vergessene Genie – Saverio Mercadante zum 150. Todestag

Von seinem Komponistenruhm in der europäischen Musikwelt kündet heute nur noch sein apartes Flötenkonzert e-Moll. Dabei galt er Mitte des 19. Jahrhunderts als Nachfolger Rossinis auf dem italienischen Opernthron: Saverio Mercadante kam in ärmlichen Verhältnissen im süditalienischen Altamura zur Welt. Dennoch erhielt er eine vorzügliche Musikausbildung am Konservatorium von Neapel und landete am legendären Teatro San Carlo 23-jährig seinen ersten Opernerfolg, der ihm die Bühnen von Mailand, Turin, Venedig, Madrid und Lissabon öffnete. 1835 reiste er auf Einladung Rossinis nach Paris, lernte dort die „grand opéras“ des Kollegen Meyerbeer kennen und ließ diese Erfahrung in sein Meisterwerk „Il Giuramento“ einfließen. Mercadantes erklärtes Ziel war fortan, den reinen Belcanto zu einem „canto drammatico“ sowie die Handlung vom Ariengerüst zum schlüssigen Drama zu emanzipieren. Seine Ansätze griffen weit über Donizetti und Bellini hinaus und wurden zum Vorbild für den jungen Verdi. Trotzdem ging die „Belcanto-Renaissance“ Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst an Mercadante vorbei. Erst in den 1970er Jahren wurden seine Opern von spezialisierten Festivals wie Wexford oder Martina Franca wieder ausgegraben. Mittlerweile liegen viele Operngesamtaufnahmen und Orchesterwerke auf CD vor – Zeit für eine Bestandsaufnahme! Eine Sendung von Alexandra Maria Dielitz

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Klänge im Musikverein – Vier Uraufführungen mit dem Ensemble Kontrapunkte

Das Ensemble Kontrapunkte gestaltet seit vielen Jahren einen Zyklus im Wiener Musikverein. Peter Keuschnig, Dirigent und künstlerischer Leiter der Formation, hat im Dezember vier Uraufführungen auf das Programm gesetzt, die mit assoziationsreichen Titeln neugierig machen: „Olfactospheres“ der jungen bildenden Künstlerin und Komponistin Annamaria Kowalsky und „Schattenbilder“ von Martin Bjelik, der im Sommer seinen 80. Geburtstag begangen hat. Der Komponist und Dirigent Roland Freisitzer hat ein neues Konzert für eine ungewöhnliche, aber umso reizvollere Besetzung geschrieben: Tuba und Ensemble. Die vierte Uraufführung des Abends stammt von Wolfgang Florey und trägt den Titel „Hilferufe“. Der Salzburger Komponist war viele Jahre in der Improvisationsszene aktiv, komponierte u.a. zahlreiche Bühnenmusiken und gestaltete Hörspiele. Eine Teilwiedergabe des Konzerts vom 14. Dezember im Musikverein Wien. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


18.12.2020


19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Beethovens Welt – Wie wird man ein Genie?

Denkmäler für Beethoven gibt es heute nicht nur in seiner Geburtsstadt Bonn und an seinem Lebensort Wien, sondern in vielen Städten: der Meister in Kolonialherrenpose oder in heroischen Arrangements mit Musen und Engelchen. Im Grunde aber ist er immer allein ‒ der Genius, das sich angeblich selbst erschuf, seine Musik voraussetzungslos komponierte und den bestürzten Zeitgenossen vor die Füße warf. Dieses Bild eines „deutschen Genies“ entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die politisch zersplitterte Nation nach kulturellen Leitfiguren suchte. Auch die Wiener Zeitgenossen erkannten durchaus, dass Beethoven etwas Besonderes war ‒ eine Individualität allerdings, die nicht unangefochten war und sich gegen zahlreiche begabte Konkurrenten durchsetzen musste ‒ etwa gegen den Mozart-Schüler Johann Nepomuk Hummel, den jung verstorbenen Anton Eberl, den Böhmen Jan Ladislav Dussek oder den Geigenvirtuosen Franz Clement. Sie alle fanden in Wien ein Kennerpublikum, das wusste, was gute, moderne Musik war. Beethovens „neuer Weg“, den er als Dreißigjähriger einschlug, war von solchen Zeitgenossen beeinflusst. Der Geiger und Dirigent Reinhard Goebel hat einige ihrer Werke in seiner CD-Reihe „Beethovens Welt“ erschlossen und mit deutschen Rundfunkorchestern ‒ darunter dem Münchner Rundfunkorchester ‒ aufgenommen: eine Reise durch das Koordinatensystem eines Genies. Eine Sendung von Michael Struck-Schloen

23:03 – 24:00 | Ö1
Dave Brubeck zum 100.Geburtstag

Sieht man Bilder des meist freundlich lächelnden, sehr professoral wirkenden Mannes aus Concord in Kalifornien, dann ist es kaum zu glauben: Aber Anfang der 60-er Jahre war der am 6.Dezember geborene David Warren Brubeck ein richtiger Star des Jazz und so bekannt wie Louis Armstrong Duke Ellington oder Miles Davis. Dave Brubeck hat sicherlich nicht denselben musikalischen Einfluss wie die drei genannten afroamerikanischen Musiker gehabt, ist aber auf jeden Fall einer der wichtigsten weißen Cool Jazz Musiker. Sein kantiges, manches Mal ein wenig steif wirkendes Klavierspiel hat er besonders effektvoll in seinen eigenen Kompositionen eingesetzt, die nicht selten in ungeraden Taktarten geschrieben worden sind. Am 5.Dezember 2012, einen Tag vor seinem 92.Geburtstag ist Brubeck, der bis ins hohe Alter Konzerte gespielt hat, verstorben. Die Spielräume – Nachtausgabe würdigt einen musikalischen Individualisten, der ähnlich wie sein Tastenkollege Thelonious Monk keinen echten musikalischen Nachfolger hat. Gestaltung: Klaus Wienerroither


19.12.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Beethovens Welt – Wie wird man ein Genie?

Denkmäler für Beethoven gibt es heute nicht nur in seiner Geburtsstadt Bonn und an seinem Lebensort Wien, sondern in vielen Städten: der Meister in Kolonialherrenpose oder in heroischen Arrangements mit Musen und Engelchen. Im Grunde aber ist er immer allein ‒ der Genius, das sich angeblich selbst erschuf, seine Musik voraussetzungslos komponierte und den bestürzten Zeitgenossen vor die Füße warf. Dieses Bild eines „deutschen Genies“ entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die politisch zersplitterte Nation nach kulturellen Leitfiguren suchte. Auch die Wiener Zeitgenossen erkannten durchaus, dass Beethoven etwas Besonderes war ‒ eine Individualität allerdings, die nicht unangefochten war und sich gegen zahlreiche begabte Konkurrenten durchsetzen musste ‒ etwa gegen den Mozart-Schüler Johann Nepomuk Hummel, den jung verstorbenen Anton Eberl, den Böhmen Jan Ladislav Dussek oder den Geigenvirtuosen Franz Clement. Sie alle fanden in Wien ein Kennerpublikum, das wusste, was gute, moderne Musik war. Beethovens „neuer Weg“, den er als Dreißigjähriger einschlug, war von solchen Zeitgenossen beeinflusst. Der Geiger und Dirigent Reinhard Goebel hat einige ihrer Werke in seiner CD-Reihe „Beethovens Welt“ erschlossen und mit deutschen Rundfunkorchestern ‒ darunter dem Münchner Rundfunkorchester ‒ aufgenommen: eine Reise durch das Koordinatensystem eines Genies. Eine Sendung von Michael Struck-Schloen


20.12.2020


22:08 – 22:55 | Ö1
Avantgardist und Bürgerschreck. Musik von Frank Zappa beim Festival Dialoge

Beim Festival Dialoge 2019 ließ Konzertchef Andreas Fladvad-Geier, ein ausgewiesener Frank Zappa-Kenner, das österreichische ensemble für neue musik (oenm) auf die erfrischende Salzburger Rockband Blank Manuskript treffen. Herausgekommen ist ein „Abend für Frank Zappa“ mit originellen, eigenen Arrangements, die das altehrwürdige Gemäuer der Stiftung Mozarteum zum Beben brachten. Zappa hätte am 21. Dezember seinen 80. Geburtstag gefeiert. „Zeit-Ton“ bringt aus diesem Anlass diesen Live-Mitschnitt vom 25. November 2020, aufgenommen im Großen Saal der Stiftung Mozarteum in Salzburg. Gestaltung: Gerti Mittermeyer


21.12.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
Das Black Page Orchestra im Wiener Musikverein

Im Oktober hat das 2014 in Wien gegründete Ensemble für „radikale und kompromisslose Musik unserer Zeit“, so die Eigendefinition des Black Page Orchestra, sein allererstes Zykluskonzert im Musikverein Wien. Es findet unter dem Motto „mystified / demystified“ statt und bringt unter der Leitung des Dirigenten Ajtony Csaba Kompositionen abseits des Avantgarde-Mainstreams auf ein gemeinsames Programm.

Die Schlagzeugerin Katharina Ernst ist als Gastmusikerin mit einem neuen Werk eingeladen, in dem sie die ihr eigenen komplexen Rhythmen in eindringlich dargebotene Muster packt. Alexander Schubert ist in seiner Musiksprache ebenfalls der Clubkultur verbunden. Er greift zu klanglicher Unterstützung aus der virtuellen Welt: Die Musikerinnen und Musiker sowie der Dirigent sind mit Sensoren auf ihrem Körper ausgestattet, und lösen mit ihren Bewegungen und Gesten ein „Klanggewitter“ aus. Matthias Kranebitter stellt mit viel Ironie die Entscheidungswelten von selbstbestimmten Menschen denen von gesteuerten Systemen gegenüber. Die Uraufführung von „Plans for Future Ensemble Pieces“ des Norwegers Øyvind Torvund gibt überraschende Vorschläge für zukünftige Musikstücke, begleitet von einem Video, in dem die skurrilen Settings cartoonhaft skizziert sind.

Der Name des Ensembles bezieht sich auf ein Stück von Frank Zappa (1940-1993), der am heutigen Tag seinen 80. Geburtstag begangen hätte.

Eine Teil-Wiedergabe des Konzerts aus dem Musikverein Wien vom 22. Oktober 2020. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


22.12.2020


22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Akustische Intimität – Wie Klänge Nähe schaffen

Audioporn, Sexpodcasts, Telefonerotik: die Spielarten akustischer Intimität sind zahlreich. Denn Stimmen, Klänge und Töne sind Meister des Intimen. Das Ohr ist offen, ohne Lid wie das Auge. Geräusche, Töne, Lärm nimmt es auf, lässt sich im besten Falle darauf ein. Dann dringen Töne ein, berührt Klang, kommen Stimmen nahe. Penetration, die in Stimmung versetzt, Schwingungen erzeugt, auf- oder erregt. Stephanie Metzger folgt ihrem hörenden Begehren und fragt danach, welche Freiheit wir gewinnen, wenn wir zur Stimulation auf Bilder verzichten. Und liegt vielleicht auch ein politisches Versprechen in der Erotik des Ohrs? Eine Sendung von Stephanie Metzger

23:03 – 24:00 | Ö1
Die Kirchen-Filmoper Jeanne d’Arc von Johannes Kalitzke – eine „Überwältigung“

Der Carinthische Sommer ist in diesem Jahr immer wieder neue Wege gegangen, unter anderem wurde der Auftrag für eine Kirchen-Filmoper an Johannes Kalitzke vergeben, die am 20. August 2020 konzertant uraufgeführt wurde. Als filmischer Ausgangspunkt diente der legendäre Stummfilm „La passion de Jeanne d’Arc“ des Dänen Carl Theodor Dreyer aus dem Jahr 1928, der die letzten Stunden des lothringischen Bauernmädchens in beeindruckenden Bildern darstellt.

Kalitzke komponierte eine neue Filmmusik, die er allerdings eher als Unterstreichung der seelischen Zustände der handelnden Figuren versteht denn als Filmmusik, auch die Charakteristik der Situations-Dynamik sollte herausgearbeitet werden. Das Ergebnis beeindruckte: „Emotional aufwühlend“ befand „Opera Online“ das Werk, „komplexe Klänge, die unter die Haut gehen“ hörte die „Kleine Zeitung“ und die „Salzburger Nachrichten“ schrieben von einer „Überwältigung“.

Angelika Benke präsentiert einen Ausschnitt aus diesem Werk, das von Orchester, Chor, Solisten, Orgel und Elektronik unter der Leitung des Komponisten in der Villacher Stadthalle uraufgeführt wurde. Gestaltung: Angelika Benke


23.12.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Am Ende des Jahres präsentieren die Zeit-Ton Magazin-Gestalter/innen auch heuer wieder ausgewählte Favorites aus den vergangenen zwölf Monaten. Gestaltung: Heinrich Deisl


24.12.—26.12.2020


Keine Sendung


27.12.2020


22:08 – 22:55 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither


28.12.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
2020 revisited. Zeitgenössische Klavierliteratur für den Klavierunterricht

Konzertmitschnitte und KomponistInnen-Porträts sind im Rahmen dieser Sendung an der Tagesordnung. Diesmal wird aber der Fokus auf den Anfang der Reise gelegt: Fünf PädagogInnen und KomponistInnen spielen zeitgenössische Literatur für Klavier-AnfängerInnen und erklären die technischen Besonderheiten dabei. Schon jetzt kann verraten werden: Diese Literatur wird auch hohen künstlerischen Ansprüchen gerecht. Gestaltung: Andreas Maurer


29.12.2020


22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Die Zerbrechlichkeit der Gegenwart – Zum 75. Geburtstag des griechisch-französischen Komponisten Georges Aperghis

Der Sohn des Bildhauers Achille Aperghis und der Malerin Irène Aperghis bildete sich weitgehend autodidaktisch als Maler und Komponist aus. Seit 1963 lebt er in Paris. Aperghis studierte autodidaktisch Musik und Malerei. Begegnungen mit dem Dirigenten Konstantin Simonovitch, dem Ensemble Instrumental Paris und der Schauspielerin Edith Scob brachten ihn mit musikalischen Kreisen und der Theaterwelt in Kontakt; zudem beeindruckten ihn Kompositionen von John Cage und Mauricio Kagel. 1976 gründete er die multimediale Theatergruppe Atelier Théâtre et Musique (ATEM) in Paris, deren oft mit absurden Elementen arbeitenden Aufführungen vom gesellschaftlichen Alltag inspiriert sind und erst während der Proben entstehen. Aperghis hat mehr als einhundert sehr persönliche und nicht klassifizierbare Werke – frei von allen institutionellen Zwängen – komponiert. Der griechische Komponist Georges Aperghis feierte am 23. Dezember seinen 75. Geburtstag. Zu diesem Anlass wiederholen wir ein Porträt aus dem Jahr 2015. Eine Sendung von Susann Krieger

23:03 – 24:00 | Ö1
Thomas Wally, ein melancholischer Perfektionist – 2020 revisited. Komponist Thomas Wally, auf CD porträtiert vom Mondrian Ensemble

Komponist, Geiger, Lehrer: Der 1981 in Wien geborene Thomas Wally bezieht seine kreativen Anregungen nicht nur, aber auch aus seinen unterschiedlichen musikalischen Tätigkeitsfeldern, die ihn regelmäßig zwischen dem Orchestergraben der Wiener Staatsoper oder Salzburger Festspiele und den maßgeblichen Bühnen Neuer Musik wechseln lassen – sowie aus geradezu lexikalisch gründlicher Kunstbegegnung. Eine Art Werkschau und Überblick über die letzten zehn Jahre bietet die neue CD „Jusqu’à l’aurore“ des famosen Schweizer Mondrian Ensembles: durchwegs gestische, spannungsreiche, oft geradezu herausfordernde Musik, die durch Intensität ebenso fesselt wie durch Sinnlichkeit. Dass Wally hier nicht nur als Schöpfer im Hintergrund, sondern in vier von neun hier eingespielten Kompositionen auch als Violine spielender Gast des Ensembles präsent ist, untermauert sein Selbstverständnis, seine Werke sollten „so schwer wie nötig, aber so leicht wie möglich“ sein – ein Satz, der für die Ausführenden ebenso wie für das Publikum gilt.

„Unter der oftmals plastisch, mit kräftigen Gesten gestalteten Oberfläche, also der Schicht primärer (Hör)Information, verbirgt sich ein sorgfältig ausgearbeiteter Detailreichtum. Es ist eine kunstvolle, aber nie künstliche Musik. Sie lässt vieles zu, ohne auch nur einen Moment in Beliebigkeit zu verfallen. Wally selber spricht vom Komponieren als ‚harte Arbeit‘, erwähnt aber auch die ‚fast kindliche Freude am Spiel (mit dem Material), einem unter dem Strich stark positiven Grundgefühl‘. Seine Musik lässt uns beides erleben, und, abhängig von Ihrem subjektiven Empfinden, werte Hörerin und Hörer, vermutlich noch viel mehr. Leihen Sie Ihr Ohr diesen Aufnahmen daher ruhig mehrmals – Sie werden es nicht bereuen!“ (Dieter Ammann) Gestaltung: Walter Weidringer


30.12.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
Zavoloka im Zeit-Ton Porträt – 2020 revisited. Zavoloka. Die Welt im Innen.

In den Werken von Zavoloka verbinden sich experimentelle Elektronik mit Verweisen auf ukrainische Folklore und Club-Musik mit analogen Instrumenten. Auf ihrem Label Kvitnu erscheinen Alben ukrainischer wie internationaler Musikschaffender und als Grafikdesignerin gestaltet sie die Covers ihres Labels.

In der Ukraine hat sich in den letzten 20 Jahren eine äußerst vielseitige Elektronikmusik-Szene entwickelt. Eine Künstlerin, die daran einflussreich beteiligt war, ist Zavoloka. 1981 in Kiew geboren, hatte Kateryna Zavoloka 2003 ihr Debüt-Album „Suspenzia“ auf Nexsound herausgebracht, dem Label des ukrainischen Elektroakustik-Musikers Andrey Kiritchenko. Zwei Jahre später veröffentlichte sie „Plavyna“ auf dem Wiener Label Laton, das ihr den Anerkennungspreis der Ars Electronica in der Kategorie „Digital Music & Sound Art“ einbrachte. Und „Promeni“ war 2019 für den Aprize nominiert, den ukrainischen Musikpreis für Independent-Produktionen.

Das zweite Arbeitsfeld von Zavoloka ist das Label Kvitnu, das sie 2006 mit dem ukrainischen Elektronikmusiker Dmytro Fedorenko aka Kotra gegründet hat und auf dem bisher an die 70 Veröffentlichungen erschienen sind. Zavoloka hat auch praktisch sämtliche Kvitnu-Covers gestaltet, schließlich ist sie – als drittes Arbeitsfeld – Grafikdesignerin.

Zavolokas Musik ist oft eine Gratwanderung zwischen international orientierter Experimentalelektronik und Bestandsaufnahmen folkloristischer Weisen aus der Ukraine und den angrenzenden Karpaten. Und „Promeni“ war der abschließende Teil einer Serie, in der jedem der vier Elemente ein Album gewidmet ist. Zudem fließen gesellschaftspolitische Themen ein: so ist etwa „Slavlennya“ eine 2014 mit Kotra realisierte audiovisuelle Bestandsaufnahme der Euromaidan-Proteste.

Zavoloka war einige Jahre in Wien, wo sie an der Akademie der bildenden Künste studierte. Mittlerweile pendelt sie zwischen Kiew und Berlin. Aktuell stellt sie ihr neues Album fertig. Gestaltung: Heinrich Deisl


31.12.2020


Keine Sendung. Wir wünschen Ihnen auch angesichts der aktuellen Lage einen guten Rutsch ins Neue Jahr.


ENDE 2020



 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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