Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 24.02. bis 01.03.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 09. Themen: Interview mit Kerstin Petersen | Carin Levine | Etüden in der Neuen Musik | Synthesizer-Trio Berweck/Lange/Lorenz | Das Instrument Campanula | Mike Svoboda | Annette Schlünz | Der Klang der Gärten | Giuseppe Tartini | „La France Underground“ | Musik für Anne Frank | Studenten-Music | Paradoxe Ikonen | Die tschechische Zymbalistin Zuzana Lapciková.

Werbung


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

66 – Interview mit Kerstin Petersen (Konzertorganistin).

Kerstin Petersen spricht darüber, was es heißt, als Organistin in Kirche und Konzertsaal aktiv zu sein. Sie hat für dich viele Tipps und Insights auf Lager. Ferner initiiert sie spannende Projekte & Neukompositionen rund um die Orgel-Kammermusik und hatte das große Glück, eine Orgel ganz nach ihren Wünschen bauen lassen zu dürfen. Zum Podcast.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


24.02.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Flötistin Carin Levine

Mit Margarete Zander. Sie ist eine der umtriebigsten und erfolgreichsten Musikerinnen im Bereich der zeitgenössischen Musik. Über 900 Werke hat sie ur- oder erstaufgeführt. Neben ihrer Unterrichtstätigkeit hat Carin Levine auch ein zweibändiges Standardwerk über Flötentechniken veröffentlicht.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Zwischen Übezelle und Konzertpodium – Etüden in der Neuen Musik

Von Jan Kopp. Obwohl Chopin, Liszt und Debussy ihr schon vor langem den Weg in den Konzertsaal geebnet haben, gilt die Etüde immer noch als ästhetisch ephemere Übeliteratur. Diese Vorstellung trennt sauber zwischen dem privaten Üben und dem öffentlichen Aufführen. Die Neue Musik bietet durch ihre Vielfalt an neuen Klang- und Spieltechniken nicht nur reichlich Anlass für Etüden und Studien; Etüden machen auch den Werkstattcharakter Neuer Musik sichtbar und erweitern den Horizont der Gattung von der Solo- zur Chor- oder Orchesteretüde.


25.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Auf Null gesetzt – Ausklammern als kompositorische Strategie – Von Maximilian Marcoll

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Aus München – nicht ganz spaßfrei

Wilhelm Killmayer: Kammermusik für Jazz-Instrumente (Ensemble Modern: Pablo Druker); Moritz Eggert: Zwei Killmayer-Lieder (Julia Rutigliano, Sopran; Moritz Eggert, Klavier); Wilfried Hiller: „Notenbüchlein für Tamino“ (Münchner Flötenensemble); Jörg Widmann: „Dubairische Tänze“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Rundel); Wilfried Hiller: Aus „Bestiarium“ (Kölner Cellisten); Moritz Eggert: „Hump and Circumstances“ (MGNM Festivalensemble: Peter Hirsch); Roland Leistner-Mayer: „Fantaisie Bizzare“, op. 107 (Gerald Kraxberger, Klarinette); Wilfried Hiller: Capriccio (Münchner Rundfunkorchester: Bert Grund); Moritz Eggert: „Ohrwurm“ (Irene Kurka, Sopran; Martin Tchiba, Klavier); Wilfried Hiller: „Pas de deux“ (Begoña Uriarte, Karl-Hermann Mrongovius, Klavier)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Minimal Dreamhouse

Erik Satie: Prélude du Premier Acte – La Vocation, aus „Le Fils des Étoiles“ | John Cage: Experiences Nr. 1 | Arvo Pärt: Hymn to a Great City | Philip Glass: Four Movements | Terry Riley: In C | Richard David James / Aphex Twin: April 14 | Brian Eno: In Dark Trees | Radiohead: Pyramid Song | Raphael Séguinier: Free to X | Thurston Moore: Sonic Youth | David Chalmin: Gameland | Howard Skempton: Ausschnitte aus „Images“ | La Monte Young: The Tortoise, His Dreams and Journeys

Katia und Marielle Labèque, Klavier; David Chalmin, E-Gitarre und Gesang; Raphael Séguinier, Percussion; Alexandre Maillard, Soundeffekte. Aufnahme aus dem Konzerthaus Dortmund. Traumhaus für Minimalmusic-Fans: das Duo Labèque zeichnet lustvoll die Geschichte einer der erfolgreichsten Musikrichtungen des 20. Jahrhunderts nach.

„In C“ von Terry Riley aus dem Jahr 1964 gilt als erstes Werk der sogenannten Minimalmusic, und so steht diese legendäre Komposition im Zentrum des Projektes von Katia und Marielle Labèque. An den Anfang haben sie die Protominimalisten Eric Satie und John Cage gestellt. Und sie gelangen schließlich zu so unterschiedlichen Postminimalisten wie Komponist Howard Skempton und Rockband „Radiohead“. In ihrem Dreamhouse-Projekt verfolgen die Schwestern Labèque in großen Bögen die Spuren der Minimalisten: in der klassischen Klaviermusik für ein und zwei Klaviere, in der Rock-Pop-Szene, in der zeitgenössischen und auch experimentellen Musik. Sie runden ihr Projekt mit Klängen des US-amerikanischen Minimalmusic Gurus La Monte Young ab. Er hat in den 60er Jahren das Loft von Yoko Ono in New York in ein Minimal Dreamhouse verwandelt. Das Duo Labèque sieht sein Projekt in der Tradition solcher Konzerthappenings.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Polystilismus im NDR Kammerkonzert

Von Helmut Peters. Speziell für den Kleinen Saal der Elbphilharmonie hat die NDR-Redaktion „das neue werk“ eine Reihe von Kammermusikkonzerten entworfen, aus der wir in der „neuen musik“ Auszüge des Konzerts „Poly-Style: Ives & Schnittke“ mit dem Signum Quartett und dem Pianisten Alexander Lonquich senden. Sowohl Ives als auch Schnittke haben Elemente unterschiedlichster musikalischer Stile in ihren Werken adaptiert.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: mitderstadtreden.at – Die freie Wiener Musikszene wendet sich an die Politik

Von Nina Polaschegg. Angefangen hatte alles damit, einen Veranstaltungsort zu retten: den Wiener Echoraum, in dem die freie Improvisationsszene national wie international Geschichte geschrieben hat. Es gibt kaum Veranstaltungsorte für die freie Musikszene Wiens, von Proberäumen ganz zu schweigen. Vor rund zwei Jahren haben sich deshalb VertreterInnen der freien Szene basisdemokratisch zusammen getan, um mit der Stadt zu reden. Einmal im Monat an einem Jour fixe arbeiten sie an einem Entwicklungsplan, um die Kreativität Wiens zu erhalten.


26.02.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Roland Schmidt: „La sombra de mi alma“ (Júlia Farrés-Llongueras, Sopran; Percussionquartett Esclats); Gerald Eckert: „Offen – fin des terres“ (Ensemble Aventure: James Avery)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Räume, Kapellen und farbige Felder – Musik zu den Bildern von Mark Rothko

Die Tate Gallery widmete ihm einen eigenen Raum, und in Houston wurde sogar eine ganze Kapelle für ihn errichtet. Er selbst beeindruckte die Welt mit seinen Bildern, die aus großformatigen Farbflächen bestanden.

Vor 50 Jahren starb der Maler Mark Rothko, einer der bedeutendsten Vertreter der Farbfeldmalerei. Kaum ein bildender Künstler des 20. Jahrhunderts inspirierte so viele und so unterschiedliche Musikwerke wie Rothko: von Jazz und Pop bis hin zur Neuen Musik.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin 2020. Junge Journalist/innen berichten über das Festival für neue Musik

Mit Julia Kaiser. Unter dem Titel „UltraschallReporter“ haben Jugendliche im Alter von 15 bis 22 Jahren das Festival begleitet, Interpreten und Komponisten interviewt und Berichte verfasst. Ihre Eindrücke von den Festivaltagen, aber auch ihren ganz individuellen Blick auf die neue Musik stellen sie in dieser Sendung vor.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT (2): Reviving the Tradition – Synthesizer-Trio Berweck/Lange/Lorenz

Karen Power: … where foreigners meet für 3 Synthesizer (2019/20) | Bernhard Lang: DW30, Loops for Klaus Schulze für 3 Synthesizer (2017) | Bernhard Lang: Cheap Opera #1: Répétitions für 3 Vocoder-Stimmen, 3 Synthesizer, 1 Sequencer/Drumcomputer (2019)

(Konzert vom 7. Februar 2020 im Theaterhaus Stuttgart). Ihre Leidenschaft für elektronisch generierte Musik teilen Berweck/Lang/Lorenz mit dem Komponisten Bernhard Lang. Synthesizer, sagt Lang, zeigen eine spezielle Affinität für Loops, und dementsprechend setzt er in seiner Komposition DW30 die Synthies als Loopmaschinen ein. Dieses spielerische Moment weicht in Langs Cheap Opera #1 einem bitteren Ernst: Das Stück reagiert „auf die zeitgenössischen Entwicklungen Europas in Richtung eines Kriegszustandes.“ Karen Power wiederum thematisiert die Begegnung von Mensch und Natur und lässt im Verschmelzen von natürlichen und elektronischen Klängen eine einzigartige Klanglandschaft entstehen.


27.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik

Ackerstadtpalast Berlin. Aufzeichnung vom 08.12.2019. Joanna Bailie: „Analogue“ für Camera obscura, Streichtrio und Zuspielung | Harald Muenz: „devil’s triangle“ (Uraufführung). Harald Muenz, Oboe, Saxofon | Karen Power: „ ….can you hear me now???“ (Uraufführung). Ute Wassermann, Synthesizer, Violoncello, Elektronik | Martin Schüttler: „unechtes Sprechen“ (Uraufführung). Jakob Diehl, Klarinette, Saxofon, Elektronik

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Hans Mielenz: „Boulevard“, Ouvertüre, op. 118 (Akademisches Blasorchester München; Michael Kummer); Charles Kálmán: „Pan Americana“ (Julius Bassler, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Werner Schmidt-Boelcke); Bernd Scholz: Japanisches Konzert (Siegfried Behrend, Gitarre; Curt Cremer); Heinz Störrle: Blechbläserkonzert F-Dur (Rennquintett; Sinfonieorchester des Südwestfunks Baden-Baden: Christoph Eberle); Herbert Baumann: Tanzvariationen (Quartetto Tedesco)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Ein Klang wie in einer Kathedrale – Das Instrument Campanula

Den Instrumentenbauer Helmut Bleffert aus Rheinland-Pfalz ließ eine Frage nicht mehr los: Was wäre, wenn man den Nachhall eines Cello- oder Geigenklangs durch Resonanzsaiten verstärken könnte? Nach viel Experimentieren in Blefferts Werkstatt in Winterscheid war ein neues Instrument geboren: die Campanula. Auf den ersten Blick ähnelt sie den Streichinstrumenten Cello, Bratsche und Geige, doch die zusätzlichen 16 Resonanzsaiten und dadurch mitklingenden Obertöne schaffen einen Nachhall wie in einer Kathedrale. Unter Musikern ist die Campanula längst ein Geheimtipp, da sie sich perfekt zum Improvisieren eignet. Sogar ein Campanula-Festival gibt es mittlerweile. Eine KlassikPlus-Sendung rund um ein neuartiges Instrument, das – im wahrsten Sinne des Wortes – aufhorchen lässt. Eine Sendung von Antonia Morin

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Ein Multitalent – Dem Posaunisten, Komponisten und Jazzer Mike Svoboda zum 60. Geburtstag

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Wogegen schreibe ich an? Die Komponistin Annette Schlünz

Eine Sendung von Teresa Roelcke. In die Musik von Annette Schlünz mischen sich viele Einflüsse: Eine intensive Auseinandersetzung mit Instrumentalklang und mit Gedichten von zeitgenössischen Lyrikerinnen. Für die 1964 in der DDR geborene Komponistin schwingt aber immer auch die gesellschaftspolitische Situation als Voraussetzung für ihr Komponieren mit.

Die Komponistin Annette Schlünz diskutiert mit ihrem Schüler Louis Victor Wipf und den Musikern Adam Starkie und Emiliano Gavito.

Musik für Laienstreichensemble oder für Schalmei, Akkordeon und Gesang, eine Oper mit Bruchstücken von Monteverdi: Die Komponistin Annette Schlünz reizt die Herausforderung und das Poetische in ungewöhnlichen Besetzungen und Konstellationen. Poesie und Lyrik spielen ohnehin eine große Rolle für ihre Musik: Eng arbeitet sie kompositorisch an Gedichtvorlagen und kooperiert mit Lyrikerinnen ihrer Generation. 1964 in Dessau geboren, spielt seit je her auch ein politischer Subtext mit in ihre Musik hinein – viel mehr und wohl auch anders als bei ihren Kolleginnen und Kollegen in Westdeutschland.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Theoretiker im Exil – Hörstück von Albrecht Kunze

Mit: Nikola Duric, Nina Kronjäger u. a. Musik und Regie: Albrecht Kunze. (Produktion: SWR/hr 2011). In diesem Stück geht es um die Frage, wie und was nationale Grenzen eigentlich begrenzen. Und darum: dass Grenzen letztlich nur vorläufig und vorübergehend sind – weswegen ein Vorlaufen und Vorübergehen im Grunde reicht, um sie zu überwinden. Im Zentrum dieses dystopischen Electro-Pop Hörspiels steht die Gruppe der »Theoretiker im Exil«, eine Analyseeinheit innerhalb des halb-geheimen »Pilotprojekts für Gefahrenabwehr und Horizontschutz«.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Karlheinz Stockhausen: „Stimmung“. Aufnahme vom 5. Februar 2020 im Rahmen der Reihe „unerHÖRT!“


28.02.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Der Klang der Gärten

Komposition und Realisation: Bettina Oppermann und Sam Auinger. Produktion: Deutschlandradio Kultur 2013. Länge: 53’41. Vogelzwitschern, Laubbläser, Brunnen, Kieswege. Radiophoner Essay über Geschichte und Gegenwart der Gartenakustik.

Frühling und Vogelzwitschern, Sommer und Freibad, Herbst und Laubbläser: Wir wissen genau, wie sich ein Park zu verschiedenen Jahreszeiten anhört und können uns seinem Klang nicht entziehen. Neben typischen Geräuschmustern sind künstlerisch komponierte Klänge ein wichtiger Teil der Gartengestaltung. Das Ensemble aus Pflanzen und Tieren, Brunnen und Kieswegen, Musik und Stimmen klingt immer anders: von Epoche zu Epoche, im Sommer und im Winter, tagsüber oder nachts. Bettina Oppermann und Sam Auinger durchstreifen Geschichte und Gegenwart der Gartenakustik in einem radiophonen Essay.

Bettina Oppermann, geboren 1960 in Limburg an der Lahn, ist Professorin für Freiraumpolitik und Planungskommunikation an der Universität Hannover. Einer ihrer Themenschwerpunkte ist Klangkunst und Hörkultur in Garten und Landschaft.

Sam Auinger, geboren 1956 in Linz, Klangkünstler und „Klangdenker“. Künstlerische Auseinandersetzung mit den Themen Stadtplanung, Architektur, Sinneswahrnehmung und Sound. Von 2008-2012 Professor für experimentelle Klangkunst an der Universität der Künste, Berlin. 2010 war er Stadtklangkünstler in Bonn. 2012 erhielt er zusammen mit Bruce Odland (O+A) eine lobende Erwähnung beim Prix Ars Electronica. 2013-2015 war er Associate am Harvard Graduate College of Design, 2017 war er Gastdozent am MIT.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Robert Rehan: „Aphoristische Suite“, op. 19 (Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Anton Würz: Sextett h-Moll, op. 80 (Ulrike Stickroth, Flöte; Daniela Langanki, Oboe; Andreas Zenke, Fagott; Martin Klepper, Violine; Esa Kamu, Viola; Oliver Göske, Violoncello); Kay Westermann: „Wuthering Heights“ (Barbara Kink, Violine; Sebastian Hess, Violoncello; Moritz Eggert, Klavier); Walter von Forster: Quartett (Karl Schicker, Flöte; Willi Horváth, Violine; Kurt Weiß, Violoncello; Rudolf Zartner, Cembalo); Dorothee Eberhardt: „Orion“ (Satori Ensemble)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Göttliche Klänge, teuflische Triller – Auf den Spuren von Giuseppe Tartini

Zum 250. Todestag des Komponisten und Geigers. Von Eva Blaskewitz. Komponist, Geiger, Dichter, Musiktheoretiker, Pädagoge: Giuseppe Tartini war vielseitig begabt – und er wusste sich zu vermarkten. Die Geschichte, wie ihm der Teufel eine überirdisch schöne Musik vorgespielt habe, deren schwacher Abglanz die so genannte „Teufelstrillersonate“ sei, hat er selbst in die Welt gesetzt. Und schon früh rankten sich Legenden um das wilde Leben des Sohnes aus gutem Hause. Die geistliche Laufbahn, die seine Eltern für ihn vorgesehen hatten, schlug Tartini in den Wind, um sich stattdessen der Juristerei und dem Fechten zu widmen. Eine unstandesgemäße Heirat zwang ihn, sich auf Jahre hinaus in einem Kloster zu verstecken, wo er seine geigerischen Fähigkeiten in ungeahnte Höhen trieb. Der Violine widmete er fortan sein ganzes Leben; rund 150 Konzerte und mindestens ebenso viele Sonaten hat er für sein Instrument komponiert, viele davon so aberwitzig schwer, dass sie bis heute gestandenen Musikern den Schweiß auf die Stirn treiben. Generationen von Schülern hat er ausgebildet, mit vielen Gelehrten über Musik korrespondiert und in zähem Ringen versucht, das „Gesetz der ewigen Harmonie“ zu ergründen. 1770, im Geburtsjahr Beethovens, ist Tartini, 77 Jahre alt, gestorben.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Hörspiel „How dare you – Echo einer Rede“ von Norbert Lang

Originaltonhörspiel, Realisation: Norbert Lang. BR 2020. Ursendung. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

„How dare you!“, „Wie könnt ihr es wagen!“ – diese Worte werden am 23. September 2019 zum unauslöschlichen Teil des kollektiven Gedächtnisses. Es ist der wohl bekannteste Ausschnitt aus der Rede der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg vor dem UN-Klimagipfel in New York, einer Rede mit einer deutlichen Botschaft an alle anwesenden UN-Vertreter: Wie können es diese wagen, zu glauben, dass man den drohenden Klimawandel und die Gefahr einer Massenauslöschung abwenden könne, indem man einfach weitermache, wie bisher? Ihre Wutrede, wie manche sie nennen, provoziert zahllose mediale Reaktionen von Aktivisten, Politikern, Schülern, Wissenschaftlern, digitalen und analogen Medienmachern. Neben dem Inhalt polarisiert dabei vor allem der emotionale Vortragsstil Greta Thunbergs, rückt sie hier doch von ihrem bislang sachlichen Tonfall bei Reden ab. Wut und Enttäuschung ist ganz deutlich in ihrer Stimme zu hören. Für viele ist diese Emotionalität in notwendiger Weckruf für mehr Klimaschutz, anderen geht sie zu weit, auch wenn sie in der Sache zustimmen. Einige Journalisten, Youtuber oder Netznutzer provoziert dieser emotionale Auftritt zu abfälligen und hasserfüllten Kommentaren über das „behinderte Mädchen“ – Thunberg wurde das Asperger-Syndrom, eine Form von Autismus, diagnostiziert – andere spinnen Verschwörungstheorien darüber, welcher mächtige Akteur Greta Thunberg im Hintergrund steuere. Doch ganz unabhängig vom Inhalt dieser vielfältigen Reaktionen lässt die Rede der schwedischen Aktivistin eine Momentaufnahme entstehen, welche die Ängste, aber auch Hoffnungen und Wünsche von Menschen auf der ganzen Welt sichtbar macht. Diese Zeit-Dokumente, Greta Thunbergs Rede und ihr Medienecho, bilden das ausschließliche Ausgangsmaterial des Hörspiels „How dare you“. Gesampelte Ausschnitte aus Reden, Interviews, Talk-Formaten und Kommentaren zu Greta Thunbergs UN-Rede werden dabei einer akustisch-musikalischen Befragung unterzogen: sie werden gesampelt, moduliert, geschichtet, isoliert, wiederholt, kontrastiert und dabei nach ihrer kollektiven und individuellen Bedeutung untersucht. Aus kleinsten akustischen Splittern entsteht dabei ein vielstimmiges Gegenwartspanorama über den Kampf um die Deutungshoheit der Zukunft auf unserem Planeten.

Norbert Lang, geb. 1984, Hörspielmacher, Musiker, Moderator. Studium der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis in Hildesheim. Weitere BR-Hörspiele: ANNA (2018, zusammen mit Sebastian Kunas); Aus den Archiven akustischer Feldforschung (2013, zusammen mit Annegret Arnold).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Integration durch Musik – Wie Bubenreuth zur Hochburg des Instrumentenbaus wurde

Von Simon Schomäcker. Angefangen hat alles 1949. Ab diesem Jahr bekam das mittelfränkische 600-Seelen-Dorf Bubenreuth mehrere tausend neue Mitbürgerinnen und Mitbürger. Es waren Instrumentenbauer samt Familien aus Schönbach im Sudetenland. Seit 2016 pflegen Bubenreuth und Luby (Schönbach) eine Städtepartnerschaft. Ein Besuch in den Instrumentenwerkstätten vor Ort.


29.02.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Göttliche Klänge, teuflische Triller – Auf den Spuren von Giuseppe Tartini

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Revisited Forum neuer Musik 2010 – Auftragswerke für den Warschauer Herbst

Aleksandra Gryka: Interialcell | Lubava Sidorenko: Metabola | PRASQUAL: YMORH. European Workshop for Contemporary Music; Musikalische Leitung: Cecilia Castagneto, Kaling Khouw, Rüdiger Bohn

Aufnahmen vom 11.4.2010 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Am Mikrofon: Frank Kämpfer. Seit Jahrzehnten ist der 1956 gegründete ,Warschauer Herbst’ ein zentraler Begegnungsort für Neue Musik aus Ost und West. Im Zuge der EU-Ost-Erweiterung begannen der Deutschlandfunk und der Deutsche Musikrat sich bei diesem Festival zu engagieren. Das vom Deutschen Musikrat geförderte polnisch-deutsche Nachwuchsensemble European Workshop for Contemporary Music fing an, regelmäßig in Warschau zu konzertieren. Der Deutschlandfunk wiederum vergab jedes Jahr einen Kompositionsauftrag – an junge Urheberinnen und Urheber aus der Ukraine und Polen. Im Laufe der Jahre entstanden so zahlreiche Aufnahmen und neue Werke. Das Forum neuer Musik 2010 unter dem Motto ,Amsterdam – Berlin – Warschau: Junge Positionen’ schien ein geeigneter Anlass, alle diese Aktivitäten zu bündeln und einem westdeutschen Publikum zu Gehör zu bringen. Unter dem Eindruck des Absturzes der polnischen Regierungsmaschine mit Polens Staatspräsident Lech Kaczyñski am Vorabend bei Smolensk geriet das Konzert im Deutschlandfunk zu einem besonderen Dokument ost-westlichen Miteinanders.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner – DRAMAjetzt! Kein Schafspelz, kein Wolf | von Julian Mahid Carly

Der Cum-Ex-Skandal wurde als größter Steuerraub in der Geschichte Europas bezeichnet. Allein in Deutschland wurden bis 2016 durch die geplanten Aktiengeschäfte über 30 Milliarden Euro an der Steuer vorbei geschleust.

Umso erstaunlicher ist, dass die Berichterstattung schnell wieder aus dem öffentlichen Diskurs verschwand.

„Kein Schafspelz kein Wolf“ widmet sich dem Gemisch aus journalistischem Aufklärungswillen, Verschwendungswahn und Männlichkeit aus den verschiedenen Perspektiven der Beteiligten und stellt erneut Fragen: Kann es der investigativen Journalistin gelingen, einen Bundestagsabgeordneten und einen Anwalt zu überführen, auch wenn diese Drahtzieher gar nicht gegen das Recht verstoßen haben? „Kein Schafspelz Kein Wolf“ ist eine Hörspieladaption des gleichnamigen Theaterstücks von Julian Mahid Carly, dass 2019 im Rahmen des „What a mess – it’s Cum-Ex“-Festivals am Studio Naxos in Frankfurt uraufgeführt wurde. Regisseurin des Theaterstücks war Malin Lamparter, die Einrichtung für das Hörspiel ist von Arne Köhler.

Mit: Sven Gey, Lisa Heinrici, Andreas Jahncke, Birgit Heuser. Regie: Arne Köhler. hr 2020

Julian Mahid Carly ist Theaterautor und studiert Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden Württemberg. Sein Drama „Verbindungsfehler“ gewann den ersten Preis beim Osnabrücker Dramatiker*innenwettbwerb 2019. Sendung: hr2-kultur, The Artist’s Corner, 29.02.2020, 23:00 Uhr.

23:15 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: „La France Underground“ – Die Zeit der Utopien


01.03.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Gefangen im Tagebuch – Musik für Anne Frank

Das deutsch-jüdische Mädchen Anne Frank, das vor 75 Jahren dem Holocaust zum Opfer fiel, ist heutzutage als Symbolfigur vielfach präsent.

Es gibt Filme, Theaterstücke und Romane über ihr kurzes Leben. Straßen, Plätze und Schulen sind nach ihr benannt. Die meisten der ihr gewidmeten musikalischen Werke beschäftigen sich mit ihrem Tagebuch und vertonen Auszüge daraus. Elegien, Chorstücke und Opern für Anne Frank erklingen heute in „Kaisers Klänge“.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Musicadia 2019 (III): Studenten-Music

Interpreten der Hochschule für Künste Bremen, die Barockviolin-Klasse trat unter der Leitung der Geigerin Veronika Skuplik im Sendesaal Bremen auf. Auf dem Programm standen Werke von dem Komponisten Johann Rosenmüller, dessen 400. Geburtstag im vergangenen Jahr gefeiert wurde.

22:08 – 22:55 | Ö1
Highlights aus 20 Jahren artacts: 20 Jahre artacts. Hans Oberlechner empfiehlt.

In St. Johann in Tirol, einem der hochtouristischen Ferienorte, in denen zu dieser Zeit vor allem Skiurlauber/innen anzutreffen sind, befindet sich die Alte Gerberei, ein schöner Holzbau. Er beherbergt u.a. den Verein MUKU – Musik und Kultur. Und dieser veranstaltet seit nunmehr 20 Jahren alljährlich im März, gegen Ende der Skisaison, die „Artacts – Festival für Jazz und Improvisierte Musik“. Drei Abende lang ist die Alte Gerberei prall gefüllt mit Musikliebenden, die sich an stilistisch unterschiedlichsten Varianten freien Spiels erfreuen – von ruhig, reduziertem Spiel über dicht gewobene Klangnetze bis hin zu hoch energetischen Bands. Und auch tagsüber gibt es so Einiges zu hören. Kurator Hans Oberlechner stellt Highlights der vergangenen zwei Jahrzehnte vor. Gestaltung: Nina Polaschegg

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Paradoxe Ikonen

Francesco Filidei: Sull’essere angeli für Flöte und Orchester; Mario Caroli; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Sylvain Cambreling | Gérard Grisey: L’Icône paradoxale, Hommage à Piero della Francesca für 2 Frauenstimmen und großes Orchester in 2 Gruppen; Katrien Baerts, Sopran; Kora Pavelic, Mezzosopran; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Sylvain Cambreling

Paradoxe Ikone: Der rätselhaft poetische Titel, den Gérard Grisey seinem großen Diptychon gab, scheint auch zu Francesco Filideis Reflektionen über die Bilder der frühverstorbenen amerikanischen Fotografin Francesca Woodman zu passen.

Der italienische Komponist bezieht sich in seinem Flötenkonzert Sull’essere angeli auf die Bildwelt der Francesca Woodman, erweitert behutsam den Klang der Flöte, konzentriert sich auf die einsame, gleichsam „nackte“ Linie, aus der die Musik ihre Kraft wie auch Zerbrechlichkeit gewinnt. Gérard Grisey spaltet für L’Icône paradoxale das Orchester in zwei Gruppen, denen er zwei Solosängerinnen zuordnet. Bezugspunkt für den französischen Komponisten ist ein Fresko von Piero della Francesca: Ein Bild voller Doppeldeutigkeiten und Korrespondenzen.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Grenzgänge auf 136 Saiten – Die tschechische Zymbalistin Zuzana Lapciková

 

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.