Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 13.01. bis 19.01.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 03. Schwerpunkte: Carolin Widmann | Eivind Buene | Das Ensemble l’art pour l’art im NDR | Johannes Kalitzke | Nikolai Medtner | Pavel Zemek-Novák ||| Die neue Musik erobert den Raum | Donaueschinger Musiktage 2019 | Splitter Music Festival II | Saarbrücker Tage für elektroakustische und visuelle Musik | Instrumentenbauermesse „Klanggestalten“ | Baby! Pop auf dem Geschlechterkarussell | Smart Phones: Der kluge Klang?.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

62 – Interview mit Lars Werdenberg. Seit gestern im Podcast: Das Interview mit dem Komponisten Lars Werdenberg. Er erzählt unter anderem von seinen spannenden Reisen zu Christian Wolff, dem Ehepaar Kurtag …  [Zum Podcast]

 Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


13.01.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Geigerin Carolin Widmann

Mit Andreas Göbel. Sie ist eine der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart, meidet allzu viel Mainstream und ist derzeit eine der wichtigsten Interpretinnen (nicht nur) der zeitgenössischen Musik. Am 15. Januar ist Carolin Widmann als Solistin im 2. Violinkonzert ihres Bruders Jörg Widmann im Rahmen des Eröffnungskonzerts von Ultraschall Berlin im Großen Sendesaal des rbb zu erleben.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Klang-Archäologie – Der norwegische Komponist Eivind Buene

Von Torsten Möller. Rückblicke sind in der Musik nicht ungewöhnlich. Manche Komponistinnen und Komponisten beziehen sich bewusst auf ein Vorbild, andere befinden sich in eher unbewusster Tradition. Eivind Buenes Verhältnis zu Älterem ist distanzierter: Für den Norweger sind Klänge nicht nur bloße Klänge. Sie sind eingebunden in Kontexte, auch in besondere Konstellationen, die einer kritisch-objektiven Sichtung bedürfen. Einen „melancholischen Konzeptualismus“ könnte man das nennen; Eivind Buene zieht dagegen den Begriff „Klang-Archäologie“ vor. Torsten Möller stellt den norwegischen Komponisten vor.


14.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Und wer bist du? Die Rolle der Interpreten aus der Sicht der Komponisten

Von Rei Nakamura. (Wdh. v. 21.06.2016). Im Verhältnis von Komponist und Interpret gibt es immer wieder Musiker, die zu bestimmten Stücken inspirieren.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Alexander Strauch: „So what? – putin & tchaikovsky“ (Johannes Gutfleisch, Violoncello; Andreas Skouras, Klavier); Fredrik Schwenk: „Et incarnatus est“ (Ensemble für Neue Musik der Hochschule für Musik und Theater); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Adler, Viola; Arno Waschk, Klavier); Christoph Reiserer: „Vier Streichquartette – eins“ (Xsemble München); Moritz Eggert: Aus „Neu Dichter Lieben“ (Peter Schöne, Bariton; Moritz Eggert, Klavier); Nikolaus Brass: „Dialoghi d’amore VII“ (Doris Kreusch-Orsan, Violine; Johannes Tonio Kreusch, Gitarre); Nicolaus Richter de Vroe: Fünf Stücke (Korbinian Altenberger, Susanna Pietsch, Violine; Wen Xiao Zheng, Giovanni Menna, Viola; Jaka Stadler, Samuel Lutzker, Violoncello); Volker Nickel: Drei kurze Szenen (Xsemble München)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Innehalten! 70. Weiter! Das Ensemble l’art pour l’art im NDR

Von Margarete Zander. Zum 70. Geburtstag des Schlagzeugers und Komponisten Mathias Kaul präsentiert das von ihm mit gegründete Ensemble ausschließlich Kompositionen des international renommierten Musikers. Wir senden Auszüge aus dem Programm und blicken mit ihm zurück auf die Anfänge des Musikers.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Es geht nicht darum, was man hört … oder doch? – Die neue Musik erobert den Raum

Als „Zeitkunst“ hat die Musik mit dem Raum nicht viel am Hut, möchte man meinen. Geredet wird jedoch ständig über ihn, zumal über seine akustischen Eigenschaften. Konzertsaaldebatten machen eines klar: Zeitkunst hin oder her – Musik und Raum sind so leicht nicht voneinander zu trennen. Zugleich aber sind solche Debatten irreführend. Denn sie erzeugen den Eindruck, es wäre allein die Akustik, die Raum und Musik verbindet. Doch jeder Raum ist auch ein soziales Terrain, mit seinen eigenen, ungeschriebenen Gesetzen. Im Konzertsaal verhalten wir uns nicht in gleicher Weise wie im Museum: Wir sehen anders hin, hören anders zu. Was also geschieht, wenn die Musik den „Ort“ wechselt – wie beispielsweise in den Arbeiten von Ari Benjamin Meyers, dessen Kompositionen vornehmlich in Galerien oder Museen erklingen. Die Sendung von Tobias Stosiek porträtiert Komponisten, die dem Konzertsaal den Rücken gekehrt haben.


15.01.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Gerhard Deutschmann: Concertino (Hans-Dieter Bauer, Siegfried Schubert-Weber, Klavier); Rainer Brunn: „Sellanraa“ (Duo Stringendo); Siegfried Fink: Konzert (Dmitriy Nedelev, Perkussion; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Rolf Rudin: „Der Spinnerin Nachtlied“ (musica-viva-chor bamberg: Fritz Braun); Gunter Dornheim: Concerto Nr. 1 (Mitglieder der Nürnberger Symphoniker: Max Loy); Andreas Dohmen: „frottages“ (Ensemble Modern: Kasper de Roo); Stefan David Hummel: „In one’s heart of hearts“ (Stefan Teschner, Violine; Klaus Jäckle, Gitarre; Sven Forker, Schlagzeug); Volker Blumenthaler: „Blumen und Steine“ (Ensemble Phorminx)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Musikjahr 2019 – Die besten CDs

Viel Musik wandert im Laufe eines Jahres durch die Gehörgänge eines Musikredakteurs. Musik für CD-Tipps, Musik für Themensendungen, Musik, die zum einen Ohr hinein- und zum anderen wieder hinausgeht und Musik, die einfach im Kopf drinnen bleibt.

Aus Letzterer setzen sich heute „Kaisers Klänge“ zusammen, aus den schönsten Aufnahmen des vergangenen Jahres. Ein „Best of 2019“, ganz subjektiv gehört.

21:02 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Chormusik aus Japan – Werke von Hosokawa, Takemitsu, Mamiya & Kondo

SWR Vokalensemble. Ltg.: Marcus Creed. Von Marcus Stäbler

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist und Dirigent Johannes Kalitzke

Mit Andreas Göbel. Mit seiner Doppelbegabung als Dirigent und Komponist ist Johannes Kalitzke derzeit einer der gefragtesten Künstler im Bereich der zeitgenössischen Musik. Am 19. Januar leitet er das Abschlusskonzert von Ultraschall Berlin im Großen Sendesaal des rbb.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2019

Ensemble Resonanz. Leitung: Bas Wiegers. Gordon Kampe: Remember Me für Streichorchester und Elektronik | Mark Andre: rwh1 für Streichorchester und Live-Elektronik

Der Klang der Streicher lässt sich denkbar vielfältig verwandeln: von einer ätherischen, fast metaphysischen Qualität bis hin zu ausladenden Geräuschklängen. Gordon Kampe und Mark Andre stellten diesen wandlungsfähigen Apparat in je unterschiedliche Kontexte. Bei Andre stand die Erforschung von Räumen und Resonanzen im Mittelpunkt, während Gordon Kampe seine Arbeit an mündlich überlieferten Archiven fortsetzte.


16.01.2020

00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Splitter Music Festival II

silent green, Berlin – Aufzeichnung vom 23.11.2019: Splitter Orchester. „Vortex“ (Uraufführung)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Karl Höller: Symphonie cis-Moll, op. 40 (Bamberger Symphoniker: Hermann Bäumer); Konrad Lechner: „Facettes“ (Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Joachim Ludwig: Constellationes I-V (Joachim Ludwig, Klavier); Anton Ruppert: „Augenmerke“ (Eduard Brunner, Klarinette; Edith Salmen, Schlagzeug); Peter Sadlo: Cadenza (Peter Sadlo, Pauken)

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: eviMus 2019 – 6. Saarbrücker Tage für elektroakustische und visuelle Musik

Percussion under construction: Martin Hennecke und Johannes Walter, Schlagzeug und Elektronik. Konzert vom 3. November aus dem KuBa-Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Mein Herz – Zum 75. Todestag von Else Lasker-Schuler

Nach dem gleichnamigen Briefroman mit lebenden Menschen von Else Lasker-Schuler. Mit: Cathlen Gawlich, Peter Matic u. a. Musik: Michael Rodach. Hörspielbearbeitung und Regie: Regine Ahrem. (Produktion: rbb 2015)

Berlin 1911: Das deutsche Kaiserreich des wirtschaftlich erstarkten Deutschland läuft auf untertanenhörigen Hochtouren. Aber es gibt einen Ort, dessen expressionistische Bewohner Widerstand leisten: das legendäre „Café des Westens“. Der Briefroman „Mein Herz“, 1912 erschienen, wurde vielfach als Schlüsselroman der Berliner Moderne gelesen, ist aber ein virtuoses Vexierspiel zwischen Realität und Fantasie über männlichen wie weiblichen Lebens- und Liebeshunger.


17.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Cut Up the Border – Von Nicolas Humbert und Marc Parisotto

Mit: Fred Frith, Tom Cora, Haco, Iva Bittová, Pavel Fajt, John Zorn, Robert Frank, Jonas Mekas

Originalaufnahmen: Jean Vapeur. Musikaufnahmen: Gerd Baumann. Mischung: Michael Hinreiner. Realisation: Nicolas Humbert und Marc Parisotto. Produktion: BR/Deutschlandfunk Kultur 2019. Länge: 52’30

Der Dokumentarfilm „Step Across the Border“ begeisterte eine ganze Generation für die Improvisationen des Gitarristen Fred Frith. 30 Jahre nach der Entstehung lässt der Filmemacher Nicolas Humbert das akustische Rohmaterial Revue passieren.

Dieser Film hat Musikgeschichte geschrieben: ‚Step Across the Border’ begeisterte 1990 eine ganze Generation für die improvisierte Musik. Zwei Jahre begleiteten die Filmemacher Nicolas Humbert und Werner Penzel Musiker wie Fred Frith, Tom Cora, John Zorn und Iva Bittòva durch die Welt, filmten bei Konzerten, Proben, in Hotelzimmern und unter freiem Himmel. Dabei improvisierten sie genauso virtuos wie die Musiker. Nur ein Bruchteil der Tonaufnahmen ist tatsächlich in den Film eingeflossen. Die Magnetbänder lagerten in einer Blechkiste. 30 Jahre später hat sich Nicolas Humbert erneut an das Material gewagt.

Nicolas Humbert, geboren 1958 in München, ist Filmemacher und Autor. Ende der 1970er Jahre erste Texte und Super-8-Filme unter dem Einfluss des Französischen Surrealismus. „Step Across the Border“ wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Europäischen Filmpreis, dem Hessischen Filmpreis, dem Uppsala Filmkaja, dem Golden Gate Award. Im Jahr 2000 reihte ihn das Magazin „Cahiers du cinéma“ unter die hundert wichtigsten Filme der Filmgeschichte.

Marc Parisotto, geboren 1957 in Marseille, ist Komponist und Sounddesigner im Bereich Film. Studium der Elektroakustischen Musik am Konservatorium in Marseille. Zusammenarbeit u. a. mit den Regisseuren Michael Haneke, Hans-Christian Schmidt, Heiner Stadler, Benjamin Heisenberg, Rainer Kaufmann, Philip Gröning. 2006 erhielt er den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Ton für „Requiem“, 2010 den Österreichischen Filmpreis für „Der Räuber“.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Ludwig Hahn: „Zungenbrecher“ (Mimi Gnedel-Hahn, Klavier; Kinderchor der Musikschule Straubing: Ludi Schignitz-Hahn); Taras Yachshenko: „Suite nostalgique“ (Markus Schön, Klarinette; Taras Yachshenko, Klavier); Werner Thomas-Mifune: „Vergnügliche Etüden“ (Münchner Celloquartett); Stefan Schulzki: „Der Sommer meines Lebens“ (Jane Berger, Agnes Malich, Violine; Verena Würtele, Viola; Johannes Gutfleisch, Violoncello; Andreas Kirpal, Klavier; Stefan Schulzki, Tonband); Hans Altmann: Sonate A-Dur, op. 25 (Hans Altmann, Klavier); Helmut Bernert: Violinkonzert (Wilhelm F. Walz, Violine; Nürnberger Symphoniker: Horst Neumann)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Nikolai Medtner: Der letzte russische Romantiker

Ein Porträt von Julia Smilga. „Ich wurde mit einer Jahrhundertverspätung geboren, was ich daraus schließe, dass mich keine Umstände dazu bringen können, mit den gegenwärtigen Strömungen der Musik zu schwimmen.“ Das schrieb Nikolai Medtner über seinen Kompositionsstil. Geboren 1880 in Moskau, wuchs der Sohn eines deutschen Fabrikanten im Wohlstand auf, studierte am Moskauer Konservatorium und bildete mit Sergej Rachmaninow und Alexander Skrjabin ein Dreigestirn russischer Komponisten in Moskau. Die Ideen der Avantgarde seiner Zeit lehnte er vehement ab, stellte sich bewusst in eine Traditionslinie mit den Klassikern und Romantikern deutscher Prägung. Trotz des Konservatismus sind seine Kompositionen, größtenteils Klavierwerke, voller kühner Experimente. Allerdings war Medtners Oeuvre lange Zeit in Vergessenheit geraten, sowohl in Russland als auch in Europa. Ein Grund dafür ist sicher seine Emigration 1920 aus seiner mittlerweile kommunistisch regierten Heimat. In Stalins Russland war Nikolai Medtner als Verräter verpönt, seine Werke wurden nicht aufgeführt. Doch auch im Westen erlangte Medtner nie den großen Ruhm. Weshalb unterstützte Sergej Rachmaninow ihn heimlich sein Leben lang, welche Rolle spielte in seiner Karriere ein indischer Maharadscha und warum war Nikolai Medtner die Rückkehr nach Russland trotz mehrmaliger Versuche nie erlaubt? Julia Smilga ist in Russland und Deutschland auf die Suche nach Antworten gegangen.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Art’s Birthday 2020“ – Livestream

Various Artists. Art’s Birthday 2020. Livestream. EBU EURORADIO Ars Acustica 2020

„Alles begann an einem 17. Januar vor 1.000.000 Jahren. Ein Mann nahm einen trockenen Schwamm und ließ ihn in einen Eimer Wasser fallen. Wer dieser Mann war, ist nicht wichtig. Er ist tot, aber die Kunst ist lebendig.“ (Robert Filliou)

Der französische Fluxus-Künstler Robert Filliou legte im Jahr 1963 den 17. Januar als Geburtstag der Kunst fest. Seine Idee: der Kunst im Sinn einer „Fête permanente“ (ständigen Feier) über ein „Eternal Network“ (ewiges Netzwerk) auf jede erdenkliche Art Geschenke darzubringen. Filliou begründet damit eine Tradition, die nach seinem Tod 1987 weltweit fortgeführt wird, zunächst mit Kunstaktionen per Post, Fax und Amateurfunk, später per E-Mail und Internet. Die EURORADIO Ars Acustica Gruppe der Europäischen Rundfunkunion (EBU) vernetzt seit 15 Jahren über ihre zwei Satelliten Klangkünstler und Radiosender zu einer internationalen Geburtstagsparty. Der Bayerische Rundfunk überträgt 2020 erstmals 90 Minuten live in der Sendung hör!spiel!art.mix auf Bayern 2.

Robert Filliou, geb. am 17. Januar 1926, französischer Künstler und Hauptvertreter des Fluxus. 1943 in der Résistance Widerstand gegen die NS-Besatzung, 1946 Emigration in die USA, 1951 Umsiedelung nach Südkorea, über Ägypten, Spanien, Dänemark zurück nach Frankreich. Proklamation des 17. Januars 1963 als 1.000.000ten Geburtstag der Kunst. 1972 Teilnahme an der Documenta 5 zusammen mit Joachim Pfeufer mit dem Projekt POIPOIDROM. 1984 Rückzug in das buddhistische Kloster Chanteloube. 1987 Tod ebenda.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Fichte, Ahorn, Fernambuk – Die Instrumentenbauermesse „Klanggestalten“

Von Christine Anderson. ‚Anspielen, Hören, Entdecken’, unter diesem Motto stand im November 2019 in Berlin ein Treffen europäischer Streichinstrumentenbauer. Die mehrtägige Veranstaltung ‚Klanggestalten’ dient dem Austausch unter den Instrumentenbauern, die sonst den Großteil des Jahres allein in ihrer Werkstatt arbeiten und tüfteln. Es werden neue Meisterinstrumente und -bögen ausgestellt und von Berliner Musikern in vergleichenden Klangproben und Konzerten präsentiert.


18.01.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Nikolai Medtner: Der letzte russische Romantiker

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Let´s talk about gender, Baby! Pop auf dem Geschlechterkarussell

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Unisono mit Pietà – Der Brünner Komponist Pavel Zemek-Novák

Von Robert Nemecek. Mit weit über 100 Kompositionen für verschiedenste Besetzungen zählt Pavel Zemek-Novák zu den produktivsten, aber auch zu den eigenwilligsten Komponistenpersönlichkeiten Tschechiens. 1957 in Brno geboren, studierte er zunächst am Städtischen Konservatorium Komposition und Oboe. Im Anschluss folgte ein Kompositionsstudium an der Janácek Musikakademie bei Miloslav Istvan. Anfang der 90er-Jahre nutzte Zemek-Novák die Möglichkeit, sich in London bei George Benjamin und in Paris bei Gérard Grisey umfassend über Kompositionstechniken der westlichen Avantgarde zu informieren. Die vielgestaltige akademische Bildung hielt den Komponisten allerdings nie davon ab, die alten Vokaltraditionen seiner mährischen Heimat hochzuhalten. In letzter Konsequenz führte dies zu einer radikalen Reduktion in Harmonik und Tonsatz, deren Fluchtpunkt die unisono fließende Linie darstellt. Mit den Jahren hat Zemek-Novák seine Unisonotechnik so ausdifferenziert, dass die einstimmigen Melodien auch in großformatigen Orchesterstücken tragen. Sie sind zugleich Träger von Botschaften, die der gläubige Christ häufig aber nur andeutet, so dass immer genug Spielraum für die Fantasie des Publikums bleibt.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Wolfgang Liebhart – Ludwigs Ohren

1798 – Beethoven ist 28 Jahre alt – zeigen sich bei dem Komponisten erste Symptome einer beginnenden Schwerhörigkeit. Seine letzten Lebensjahre verbringt er in völliger Taubheit.. hr 2020 | ca. 50 Min. | Erstsendung

Wenig später beschreibt Ludwig den Zustand seines Leidens: „mein Gehör ist seit drei Jahren immer schwächer geworden – meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort. Die hohen Töne von Instrumenten und Singstimmen höre ich nicht, wenn ich etwas weit weg bin, auch die Bläser im Orchester nicht. Manchmal auch hör ich den Redner, der leise spricht, wohl, aber die Worte nicht, und doch, sobald jemand schreit, ist es mir unausstehlich.“ Von Suizidgedanken geplagt, zieht sich Beethoven mehr und mehr zurück; nur die Kunst hilft ihm zu überleben. Auch in seinem 1802 verfassten „Heiligenstädter Testament“ thematisiert er sein Leiden und bittet den Arzt J. Adam Schmidt, er möge der Nachwelt die Krankheit beschreiben, „damit wenigstens soviel als möglich die Welt nach meinem Tode mit mir versöhnt werde“. Der Wiener Komponist Wolfgang Liebhart (*1958) zeichnet in seinem radiophonen Stück „Ludwigs Ohren“ – mithilfe ausgewählter Beethoven’scher Werke und aktueller elektroakustischer Technik – einen möglichen Stationenweg der zunehmenden Ertaubung, eine spekulative Studie über das innere Hören, das zudem nach außen gekehrt eine eigenständige ästhetische Rezeptionskomposition konstituiert.


19.01.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Musikjahr 2019 – Der Rest vom Fest

Musik von großen Stars und solchen, die es noch werden können, ergreifende Opernarien, coole Jazznummern, neue Kammer- und Orchesterwerke und Knackiges aus Rock und Pop:

Vieles bleibt im Laufe eines Jahres in den Ohren eines Musikredakteurs hängen, manchmal aber leider auch auf seinem Schreibtisch liegen. Den übersehenen und noch nicht gesendeten musikalischen Perlen des letzten Jahres lauschen Kaisers Klänge heute nach.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Musicadia I: Bach und andere Thüringer

Die Musicadia 2019 startete mit der Geigerin Midori Seiler und dem Cembalisten Christian Rieger. Die beiden Musiker stellten Werke von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Bach, Johann Jakob Walther und Johann Paul Westhoff im Sendesaal Bremen vor.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Smart Phones: Der kluge Klang?

Huihui Cheng: Your Smartest Choice for Four Musicians, Electronic and Audience’s Smartphone | Maja Bosnic: Menuet4phoneS | Karel Stulens: iPhone Ensemble | Sibylle Hauert: H.E.I. Guide | Salvatore Sciarrno: Archeologia del telefono, concertante für 12 Ausführende

Klangforum Wien, Leitung: Emilio Pomárico. Der Begriff „Telephon“ bedeutet wörtlich übersetzt Fernklang. Dem entsprechend wäre das Smart Phone der kluge Klang. Klingt darin nicht eine Aufgabe an, zu der die zeitgenössische Musik berufen scheint: das teils nützliche, teils lästige Kommunikationsmittel seinem wörtlichen Sinn als Musikinstrument zuzuführen?

Das Orchester haben wir alle in der Hosentasche, und wir wissen nie, wer am anderen Ende der Leitung sitzt. Ob Smartphones als Klangproduzenten, Abspielgeräte oder interaktive Schnittstellen zwischen Instrumenten, Publikum und Außenwelt auftreten, ob Apps konzeptuelle Settings generieren oder für und mit uns komponieren – zeitgenössische Komponist*innen wie Huihui Cheng, Maja Bosnic, Karel Stulens, Sibylle Hauert oder Salvatore Sciarrino nehmen sich dieser Möglichkeiten der vernetzten Klangintelligenz auf verschiedene Weise an.

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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