Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 20.01. bis 26.01.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 04. Themen: Kochen und Komponieren | Phylogenetik der Volksmusiken | Forum neuer Musik 2010 | Alma Rosés Mädchenorchester von Auschwitz | Hier ruht in, pardon, ein Gott | Donaueschinger Musiktage 2019 | Oboe in der neuen Musik ||| Reynaldo Hahn | Joanna Bailie | Edition Juliane Klein | Stimm-Performerin Anna Clementi | Komponist und Dirigent Friedrich Goldmann.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

62 – Interview mit Lars Werdenberg. Seit gestern im Podcast: Das Interview mit dem Komponisten Lars Werdenberg. Er erzählt unter anderem von seinen spannenden Reisen zu Christian Wolff, dem Ehepaar Kurtag …  [Zum Podcast]

 Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


20.01.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist und Dirigent Friedrich Goldmann

Mit Margarete Zander. Er war eine Doppelbegabung. Als Komponist zählte Friedrich Goldmann zu den wichtigsten und eigenständigsten Vertretern in der DDR. Als Dirigent leitete er unter anderem die Berliner Philharmoniker und die Staatskapelle Berlin und war darüber hinaus in der ganzen Welt gefragt.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: „Das Festival“ ist Festival im Festival

Von Lutz Neitzert. Bernhard Herbordt und Melanie Mohren haben bei den Donaueschinger Musiktagen einmal versucht, die Gegebenheiten, Möglichkeiten, Grenzen, Restriktionen und Utopien der Institution „Musik-Festival“ auszuloten – in einer Installation und Performance zwischen Neuer Musik, Theater und Architektur. Lutz Neitzert stellt das ungewöhnliche Projekt vor.


21.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Notenständer auf der Bühne mag ich nicht“ – Die Stimm-Performerin Anna Clementi

Von Rilo Chmielorz. Für Anna Clementi muss das Stück im Körper sein: Nicht nur die Stimme, sondern jede Geste und sei sie noch so klein – bis zum vermeintlichen Stillstand.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Carl Mansker: Danza y Fuga Nr. 7, op. 35 (Suzanne Bradbury, Klavier); Dorothee Eberhardt: „Sträuße“ (Birgit Götz, Klarinette; Sreten Krstic, Violine; Peter Wöpke, Violoncello; Micaela Gelius, Klavier); Wilfried Hiller: Aus „Katalog IV“ (Percussion Ensemble des Richard-Strauss-Konservatoriums); Roland Leistner-Mayer: Divertimento, op. 59 (Gerald Kraxberger, Christian Ausserhuber, Bernhard Parkfrieder, Christian Gaisböck, Klarinette); Max Beckschäfer: „Meeresgespräche“, Fünf Lieder (Franz Vitzthum, Countertenor); Capriccio, variazioni e fantasia (Elisabeth Weinzierl, Edmund Wächter, Flöte; Marlis Neumann, Harfe); Dorothea Hofmann: „Schritte im Grasland“ (Carmen Amrein, Johanna Höbel, Tobias Vogel, Komale Akakpo, Hackbrett); Herbert Baumann: Bläserquintett (Residenz-Quintett)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Edition Juliane Klein – David gegen Goliath – eine Bilanz zum 20-jährigen Geburtstag

Von Margarete Zander. Als die Komponistin Juliane Klein den Verlag 1999 gründete, ging es zunächst nur um ihre eigenen Werke und die ihres Lehrers Hermann Keller. Doch schnell erweitert sie ihr Programm und holte sich einen Geschäftsführer, der sich ganz auf die verlegerische Tätigkeit konzentrieren kann. Wir sprechen mit dem Hamburger Musikwissenschaftler Dr. Mathias Lehmann darüber, was „Erfolg“ für Komponistinnen und Komponisten und für den Verlag bedeutet.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „Gesang ist Dasein“ – Rainer Maria Rilke und die Musik

Von Klaus Konjetzky. Musik spielte in Rainer Maria Rilkes Leben keine besonders große Rolle. Er beherrschte selbst kein Instrument und besuchte nie Konzerte. 1912 schrieb er in einem Brief: „Ich kenne fast keine Musik.“ Autor Klaus Konjetzky fand aber: „Seine Poesie ist Musik. Rilkes Sprache […] klingt bereits wie eine Vertonung.“ Umso schwerer, sie tatsächlich in Musik zu übersetzen. Doch einige Komponistinnen und Komponisten wagten sich an einzelne Gedichte Rilkes, beispielsweise Alma Mahler oder Anton Webern. Eine ganze Reihe solcher entstandenen Neutönungen, wie Konjetzky sie nannte, stellte er vor achtzehn Jahren in den Horizonten vor. Klaus Konjetzky verstarb am 31. Oktober 2019 im Alter von 76 Jahren in München. Wir wiederholen seine Sendung aus dem Jahr 2002.


22.01.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Hans-Günther Allers: Variationen mit Fuge über ein Thema von Niccolò Paganini, op. 82 (Cassiopeia Quintett); Horntrio, op. 96 – „Ruppiner Trio“ (Ensemble Kontraste); Divertimento, op. 15 (Philharmonische Cellisten Köln); Rhapsodie, op. 63 (Bettina Kunig, Klarinette; Bernhard Schmitz, Violoncello; Dorota Beres-Stasiewicz, Klavier); Zsolt Gárdonyi: Divertimento über Tanzweisen aus Siebenbürgen (Elisabeth Fuchs, Flöte; Angelika Ruhland, Oboe; Iwan Linnenbank, Klarinette; Sabine Müller, Fagott; Stefan Würger, Horn); Eberhard Klemmstein: Streichquintett (Holger Grohs, Sylvia Reichardt, Violine; Urs Stiehler, Eberhard Klemmstein, Viola; Helmar Stiehler, Violoncello); Hans Fleischer: Klavierkonzert Nr. 1, op. 44 (Oliver Triendl, Klavier; Nürnberger Symphoniker: Peter Kuhn)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Musikjahr 2019 – Der Rest vom Fest

Musik von großen Stars und solchen, die es noch werden können, ergreifende Opernarien, coole Jazznummern, neue Kammer- und Orchesterwerke und Knackiges aus Rock und Pop:

Vieles bleibt im Laufe eines Jahres in den Ohren eines Musikredakteurs hängen, manchmal aber leider auch auf seinem Schreibtisch liegen. Den übersehenen und noch nicht gesendeten musikalischen Perlen des letzten Jahres lauschen Kaisers Klänge heute nach.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Oboe in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. Seit langem ist die Oboe für zahlreiche Komponist*innen der Gegenwart ein faszinierendes Instrument für klangliche Forschungen und Neuentdeckungen. Herausragende furchtlose Oboist*innen wie Heinz Holliger, Burkhard Glaetzner oder Peter Veale haben diese Entwicklung maßgeblich beeinflusst.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2019

SWR Symphonieorchester. Eva Reiter, Susanne Fröhlich, Mike Schmidt (Flöte). Leitung: Tito Ceccherini. Eva Reiter: Wächter für Bassflöten und Rohrorchester | Lidia Zieliñska: Klangor für Orchester

(Konzert vom 20. Oktober in der Donaueschinger Baar-Sporthalle). Neue Musik kann ein Ort des Rückzugs und der Einkehr sein. Die Uraufführungen des Abschlusskonzerts in Donaueschingen suchten und behaupten je einen eigenen Ort. In Eva Reiters Klangexperiment, bei dem sich die Musiker ihrer Instrumente entledigten, war es die Suche nach einer ursprünglichen, „poveren“ Musik. Bei Lidia Zieliñska wiederum wird das Orchester zu einem düsteren Echoraum, der einen Naturklang aufgreift und auffächert.


23.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Joanna Bailie

„Symphony – Street – Souvenir“ für Ensemble | „Trains“ für Violoncello und Tonband | „Artificial Environments“: No. 1 für verstärktes Ensemble und Zuspielung | „Artificial Environments“: No. 8 für Klavier und Zuspielung. Plus Minus Ensemble

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Max Seidenspinner: Trio (Wolfgang Meyer, Bruno Lenz, Violine; Victor Bickel, Tenorvioline); Helmut Bieler: „Miserere Domine“ (Uwe Hoppe, Sprecher; Ute Döring, Alt; Wilhelm Hofmann, Bariton; Chor und Streichorchester der Universität Bayreuth: Helmut Bieler); Carl Englert: „Stimmungen“, op. 54 (Paul Sanders, Klavier); Paul Graener: „Comedietta“, op. 82 (NDR Radiophilharmonie: Werner Andreas Albert)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Reynaldo Hahn – Komponist der Belle Époque

Er war der Liebling der mondänen Pariser Salons des fin de siècle: An diesen Orten der Eleganz und Extravaganz, wo Fürsten, Diplomaten, Mäzene, Literaten und Musiker sich austauschten, herrschte das perfekte Klima zur Entfaltung einer Künstlernatur wie der Reynaldo Hahns, die Eigenschaften des Dandys und des Denkers in sich vereinte. Das „Schwere und Langweilige“ suchte er „um jeden Preis zu vermeiden“, denn „die Musen tragen keine Brille“; dennoch loten Hahns weit über 200 Lieder die anspruchsvollste Lyrik seiner Zeit mit einer Suggestivkraft aus, die sich auch auf heutige Hörer überträgt. Leider sind seine „mélodies“ – jene schwerelosen Kunstlieder der Belle Époque -, seine Kammermusik, Klavierzyklen und Bühnenwerke heute weitgehend aus dem Repertoire verschwunden. Im Sonntagskonzert am 26. Januar stellt das Münchner Rundfunkorchester Reynaldo Hahn durch die konzertante Aufführung seiner Oper „L’île du rêve“ zur Diskussion. Alexandra Maria Dielitz stellt den Massenet-Schüler und Proust-Freund in „KlassikPlus“ schon einmal vor.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Mein blaues Klavier – Vertonungen von Texten der Dichterin Else Lasker-Schüler

(75. Todestag am 22. Januar). Werke von Georg Friedrich Haas, Alexander Haim, Luca Lombardi und Paul Hindemith

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Hier ruht in, pardon, ein Gott – Über das Ende und Nachleben von Berio, Boulez & Co. (Teil 1 von 3)

Der Tod: Wie der eine noch kurz vorm Koma übers Honorar verhandelt, der andere nach dem Pedal einer imaginären Harfe sucht und ein Dritter spricht „Jetzt fängt eine neue Zeit an“.

Das Grab: unterm Hauptwerk, in der Luft, neben Udo Jürgens. Die Kompositionen: welche sich halten und welche nicht. Posthume Spuren: von der Brezel bis zum Kleinplaneten. All das in einer dreiteiligen Sendung über Luciano Berio, Pierre Boulez, Hans Werner Henze, Mauricio Kagel, György Ligeti, Karlheinz Stockhausen; zum Totengedenken in den trüben Monaten Januar und Februar (doch nicht ohne Heiterkeit).

Eine dreiteilige Sendung von Werner Klüppelholz. Eine Gemeinschaftsproduktion von SWR 2 und hr2-kultur. Redaktion: Stefan Fricke und Bernd Künzig

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Fünf Flure, eine Stunde – Hörspiel in einem Take von Luise Voigt

Mit: Lisa Charlotte Friedrich, Nele Niedermeyer, Anna Sonnenschein, Philippe Ledun und Pirmin Sedlmeir. Komposition: Milena Kipfmuller/Klaus Janek. Regie: Luise Voigt. (Produktion: hr/SWR/Dlf Kultur 2020)

Das Altenheim ist Ort unweigerlicher Ambivalenzen. Während den Bewohnern nur noch wenig Zeit in ihrem Leben bleibt, stehen die Pfleger unter hohem Zeitdruck. Helfende und Hilfebedürftige begegnen sich in der Taktung des Betriebs; es ist eine Ausweglosigkeit des Seins in der Zeit, ohne die Möglichkeit nachträglicher Korrektur. Luise Voigt hat über das Mittel des Re-Enactment und eine O-Ton-Klangcollage sich mit dem Lebensraum Altenheim auseinandergesetzt.


24.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Art’s Birthday 2020 – Heya

Von Nour Sokhon, Jilliene Sellner, Yara Mekawei und Zeynep Ayþe Hatipoðlu. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / ORF 2020. Länge: ca. 54’30. (Ursendung)

Die Fluxusikone Robert Filliou erfand 1963 den Geburtstag der Kunst. Beim 1.000.057. Art’s Birthday spielt das Kollektiv HEYA: Frauen aus dem Nahen Osten und Europa vernetzen sich live für eine Performance über den Sound von Widerstandsbewegungen.

Die Kunst hat Geburtstag und das verdankt sie dem Fluxuskünstler Robert Filliou. Er gratulierte im Jahr 1963 zum 1.000.000. „Art’s Birthday“. Seither feiern am 17. Januar Menschen und Institutionen weltweit mit Performances, Konzerten und Ausstellungen.

An der globalen Party beteiligen sich Deutschlandfunk Kultur und der ORF mit einem Netzwerk-Konzert aus Berlin, Wien, Kairo und Istanbul. Vier Performerinnen beschäftigen sich an diesen Orten mit dem Sound von Protestbewegungen. Das Wort „Heya“ bedeutet im Arabischen „sie“, im Englischen ist es ein freundlicher Gruß.

Jilliene Sellner ist eine kanadische Klangkünstlerin und Wissenschaftlerin. Derzeit lebt sie in Großbritannien. Sie arbeitet mit Field Recordings, Sound und Podcasts, komponiert Soundtracks für künstlerische Videoarbeiten und gibt Podcast-Unterricht in gemeinnützigen Organisationen. Sie studierte an der Simon Fraser University in Kanada und an der University for the Creative Arts in England. „Heya“ ist Teil ihrer Doktorarbeit an der University of Sussex.

Nour Sokhon arbeitet an Klangperformances, Installationen und Bewegtbildern. Sie studierte Kunst an der American University in Dubai und der Glasgow School of Art. 2019 erhielt sie den Emerging Artist Prize des Sursock Museum. Sie ist Mitglied der Kollektive Tse Tse Fly Middle East und Glitch Artists und Teil des Duos NSTANT mit Stephanie Merchak.

Yara Mekawai lebt als Elektronikmusikerin und Klangkünstlerin in Kairo. Ihre Arbeiten sind inspiriert von Architekturtheorie, Urbanismus, Geschichte und Literatur. Dabei verwendet sie Sound also ein Werkzeug des Sehens. Derzeit arbeitet sie an dem Online-Radioprojekt Radio Submarine, in dem sie wöchentlich die Musikkultur eines weiteren afrikanischen Landes vorstellt.

Zeynep Ayþe Hatipoðlu ist Cellistin und Doktorandin am Centre for Advanced Studies in Music der Istanbul Technical University. Sie komponiert nicht-traditionelle Musik. Als Mitglied verschiedener Experimentalensembles hat sie Auftritte in ganz Europa.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Stefan Poetzsch: „Verzögerungen, Klangbeeinflussung und Zuspielungen“, Teil 1-6 (Stefan Poetzsch Ensemble); Matthias Schmitt: „Amir“ (Lukas Paetzold, Marimbaphon); Christoph Wünsch: „Partita in Blue“ (Kolja Lessing, Violine); Roland Schmidt: „B-A-C-H“ (Cabaza Percussion Quartet)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Ohne sie hätte niemand von uns überlebt“ – Alma Rosés Mädchenorchester von Auschwitz

Von Arne Reul. Anschließend: Pavel Haas: Suite, op. 17 (Christian Schmitt, Oboe; Alessandra Gentile, Klavier); Viktor Ullmann: „Hölderlin-Lieder“ (Christiane Oelze, Sopran; Eric Schneider, Klavier)

Alma Rosé entstammt einer österreichischen Musikerfamilie. Ihr Onkel ist Gustav Mahler, ihr Vater Arnold Rosé, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Und auch Alma tritt in die musikalischen Fußstapfen des Vaters und wird Geigerin, aber sie geht ganz eigene Wege. So gründet sie in den 1920er Jahren ein Unterhaltungsorchester, das nur aus Frauen besteht und mit dem sie in ganz Europa konzertiert. Doch als sich das faschistische Deutschland 1938 Österreich einverleibt, ändern sich die Dinge schlagartig. Zwar gelingen Alma und ihr Vater die Flucht nach England, doch konzertiert Alma auch in Holland. Hier wird ihr mit dem Einmarsch der Nazis der Rückweg nach England versperrt und sie wird nach Ausschwitz verschleppt. Dort leitet sie bis zu ihrem Tod im April 1944 das „Mädchenorchester von Auschwitz“. Aber die meisten anderen Musikerinnen überleben den Holocaust. „Ohne sie“, so die Cellistin Anita Lasker-Wallfisch, „hätte niemand von uns überlebt“.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Traumnovelle“ von Arthur Schnitzler

Mit Katja Bürkle, Shenja Lacher, Steven Scharf, Anna Drexler und anderen. Komposition: Roderik Vanderstraeten. Bearbeitung und Regie: Katja Langenbach. BR 2018. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

„Glaubst du an die Treue? Glaubst du, dass du deinen Partner wirklich kennst? Ist es legitim, in einer Beziehung Geheimnisse vor dem anderen zu haben?“ Die Beziehung von Fridolin und Albertine wird unerwartet von Fragen, Ängsten und Zweifeln erschüttert. Ein Maskenball ist der Auslöser. Ein Fest, bei dem beide ein heftiges erotisches Verlangen in sich entdecken, das in ihrem Ehe-Alltag nicht befriedigt wird. Für beide beginnt eine (alp-)traumhafte Reise durch die Nacht auf der Suche nach dem Kern der Liebe. Im Verlauf von zwei rauschhaften Tagen entfernen sie sich maximal voneinander, um sich am Ende wiederzufinden. Arthur Schnitzler untersucht mit seiner 1926 erschienenen Traumnovelle die Gewalt, mit der zurückgehaltene sexuelle Wünsche unvermittelt ans Tageslicht drängen, analysiert den Druck der schwindenden körperlichen Leidenschaft in Langzeitbeziehungen und zeigt die existentielle Krise in der Lebensmitte zweier Menschen, in der die gewonnenen Sicherheiten ihres gemeinsamen Lebens plötzlich brüchig werden. Im Hörspiel kommen sowohl psychologische, soziologische und philosophische Stimmen zu Wort als auch die persönlichen Antworten von Paaren, die über ihren Beziehungsalltag befragt wurden.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Hoftheater in der Kuranlage – Das Goethe-Theater in Bad Lauchstädt

Von Kirsten Liese. Es war Herzog Carl August von Sachsen-Weimar, der das kleine Hoftheater in dem Kurort Bad Lauchstädt bei Halle an der Saale 1791 mit Johann Wolfgang von Goethe als Direktor gründete. Dem Dichter kam das gelegen, konnte er dort doch seine eigenen Theaterstücke ausprobieren. Gespielt wurde im 1779 erbauten Komödienhaus, das jedoch 1825 abbrannte. Heute bietet das Theater ein Gastspielprogramm aus Oper, Schauspiel und Literatur. Im vergangenen Jahr standen Händels Oper „Alcina“ und Mozarts „Zauberflöte“ auf dem Programm.


25.01.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Ohne sie hätte niemand von uns überlebt

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Stromlinie Reloaded [2]

Christian Fennesz: sz, Elektronische Komposition / blok m, Elektronische Komposition / Don’t talk (Put your hand on my shoulder), Elektronische Komposition / Made In Hongkong, Elektronische Komposition / Caecilia, Elektronische Komposition; Christian Fennesz , Laptop | Otomo Yoshihide: Solo – Live in Wels, Live-elektronische Improvisation / Ausschnitt aus Otomo Yoshihide, Live-Elektronik / Ausschnitt aus Modulation 1 für Shô und Sinuston-Generator; Ishikawa Ko, Shô; Sachiko M, Sinustongenerator / Ausschnitt aus Cathode 2, Tonbandstück für gesampelte Instrumentalklänge; Otomo Yoshihide, Sampling; Ishikawa Ko, Shô; Sachiko M, Sinustongenerator; Imahori Tsuneo, akustische Gitarre; Uta Kawasaki, Synthesizer; Eto Naoko, Klavier; Tanaka Yumiko, Futozao-shamisen; Kudo Miho; Violine; Yoshida Ami, Stimme; Kondo Yoshiaki, Tonband; Mochizuki Naoya, Violoncello; Kikuchi Masaaki, Kontrabass; Yamashita Toru, Pfeifen / Ausschnitt aus Anode 3; Live-elektronische Improvisation; Yoshigaki Yasuhiro, Perkussion & Schlagzeug; Sugimoto Taku; Elektrische Gitarre; Takara Kumiko, Perkussion, Vibraphon & Pauke; Akiyama Tetsuji, Schallplattenspieler; Annette Krebs, Elektroakustische Gitarre; Uemura Masahiro, Perkussion & Schlagzeug; Otomo Yoshihide, Elektrische Gitarre; Itoken, Perkussion, Crotales & Schlagzeug; Sachiko M, Sinuswellen und Kontaktmikrophone; Furua Mari, Perkussion & Crotales; Ichiraku Yoshimitsu, Perkussion, Schlagzeug / Solo, Live in Wels; Live-elektronische Improvisation; Otomo Yoshihide, Live-Elektronik | Radian: SPEKTR / COTHERM ; Martin Brandlmayr, Schlagzeug, Vibraphon & Elektronik; Stefan Németh, Synthesizer & Computer; John Norman, Bass

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Revisited Forum neuer Musik 2010 – Weapon of Choice – In neuen Wirklichkeiten

Daj Fujikura – Fluid Calligraphy: Barbara Lüneburg, Violine | Péter Köszeghy – Quadro Hungarico; Sonar Quartett | Alexander Schubert – Weapon of Choice: Barbara Lüneburg, Violine, Bewegungssensor

Am Mikrofon: Frank Kämpfer. Die Waffe der Wahl ist der Bogen des Streichinstruments. In traditioneller Weise geführt, erzeugt er musikalischen Klang, gespeist von Bewegung und Energie. Gekoppelt mit einem Bewegungssensor erlaubt er der Spielerin, die Live-Elektronik und das interaktive Video zu steuern. Zwei Streicher-Projekte standen beim Forum neuer Musik 2010 für höchst gegenläufige Auseinandersetzungen mit neuen gesellschaftlichen Realitäten. In ihrem multimedialen Soloprojekt ,Flux’ demonstrierte Geigerin Barbara Lüneburg Formen des Zusammenwirkens von Instrumentalspiel, Licht, Bewegtbild und Elektroakustik samt deren Möglichkeit, Wirklichkeit neu zu definieren. Das Berliner Sonar Quartett versammelte vier junge Komponisten mit migrantischer Biografie und verzichtete dabei weitgehend auf technische Mittel.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: „Alles kann passieren“ von Doron Rabinovici & Florian Klenk

„Das, was gesagt wird, kann doch nicht wahr sein, denken wir, doch wen kümmert’s schon, denn es wird wahr, indem es gesagt wird. Was nicht stimmt, stimmt ein, um die anderen niederzustimmen. Das Unsagbare ist wieder ausgesprochen beredt“ setzt Doron Rabinovici seinem zusammen mit Florian Klenk geschriebenen Stück Alles kann passieren! voran. Matteo Salvini

Und das, was die hier versammelten Politiker rechtsnationaler bis rechtsradikaler Gesinnung in ihren Originalzitaten von sich geben, ist tatsächlich unsäglich und wurde doch genauso zu Protokoll gegeben.

„An ihrer Sprache könnt ihr sie erkennen!“ Rabinovici und Klenk montieren Reden von Europas neuen starken Männern – Matteo Salvini, Viktor Orbán, Herbert Kickl, JarosIaw Kaczynski und Heinz-Christian Strache – zu einem Mosaik, das die Wende hin zu einer illiberalen Politik bis in die Wurzeln ihrer Sprache hörbar macht. Ernüchtert machen die vier Schauspielerinnen Edda Fischer, Susanne Schäfer, Anke Sevenich und Patrycia ZióIkowska das Unsägliche hinter den Worten in seiner ganzen hässlichen Gewalt begreifbar. Regie: Leonhard Koppelmann. hr 2020

Doron Rabinovici, geboren 1961, lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien. 2013 zeichnete er gemeinsam mit Matthias Hartmann (Regie) am Burgtheater für das Projekt „Die letzten Zeugen“ verantwortlich. Für das „Bibelprojekt“ schrieb er das Hörspiel „Abrahams Stunde“ (hr/ORF 2014)

Florian Klenk, geboren 1973, ist Jurist und Journalist und seit 2012 Chefredakteur der Wiener Wochenzeitung „Falter“.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Von Beats und Bäumen – Die Phylogenetik der Volksmusiken

Es ist wie ein Tatort: Überall verstreut liegen verschiedene Puzzleteile, die bei genauer Analyse erstaunliche Geschichten und Zusammenhänge erzählen können! Der wesentliche Tatort von Charles Darwin war das Expeditionsschiff „Beagle“, seine Puzzlestücke die verschiedenen Arten. Dann die Entdeckung: der evolutionäre Stammbaum der Tierwelt. Aber heute gibt noch aussagekräftigere Indizien. Die moderne Genetik und Molekularbiologie hat das Erbgut entschlüsselt und viele der Zusammenhänge aus Darwins Zeit teils bestätigt, teils aber auch ganz neue Puzzlesteine entdeckt. Phylogenetik nennt es sich, wenn die stammesgeschichtliche Entfaltung untersucht wird. Was aber, wenn der „Tatort“ traditionelle Melodien sind? Wenn wir phylogenetische Betrachtungen auf Volksmusiken übertragen? Conrad Dorer spricht mit einem polnischen Genetiker und lokalem „Hobby-Musikethnologen“ und nimmt kriminalistische Fahrt auf durch allerlei musikalische Gewässer und Verwandtschaftsverhältnisse.


26.01.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Jackie und ihr Cello – Liebe auf den ersten Ton

Am 26.1.2020 wäre die Ausnahme-Cellistin Jacqueline du Pré 75 Jahre alt geworden. Von Freunden wurde sie nur „Jackie“ genannt. Ihr Spiel galt als leidenschaftlich und natürlich, vor allem als abgrundtief melancholisch. Zusammen mit ihrem Mann, dem Pianisten Daniel Barenboim, bildete sie ein Traumpaar, das von einem Konzerthöhepunkt zum nächsten eilte. Ihre kurze Karriere und der frühe Tod machten sie endgültig zu einer Legende. Jackies schönste Aufnahmen erklingen heute noch einmal in „Kaisers Klänge“.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Klavierabend mit Artem Yasynskyy

Als erster Absolvent der Bremer Hochschule für Künste war Artem Yasynskyy im Januar 2018 zu Gast beim renommierten Festival „Auf schwarzen und weißen Tasten“ im Sendesaal Bremen. Er spielte Werke von Scarlatti, Mozart, van Beethoven, Hofmann und Prokofiev. Es war ein eindrucksvoller Klavierabend mit brillanter Technik, umwerfender Musikalität und sympathischer Bühnenpräsenz. Der jetzt 32-jährige Virtuose ist mittlerweile einer der international erfolgreichsten Musiker aus der Hansestadt.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Kochen und Komponieren

Lucia Ronchetti: Anatra al sal, Comedia armonica zu 6 Stimmen; Neue Vokalsolisten | Vito Žuraj: Hors d’oeuvre für Koch-Performer und Kammerorchester; Daniel Gottschlich; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Peter Rundel | Matthias Kaul: listen and taste, Eine kulinarische Horchsituation für einige Feuerstellen, einen Koch, Bratendes, Siedendes, horchendes und essendes Publikum; Matthias Kaul, Timer | Nicolaus A Huber: Ach, das Erhabene … betäubte Fragmente für 2 verschränkte Chöre, mit „Fresscoda“; WDR Rundfunkchor; SWR Vokalensemble, Leitung: Rupert Huber

Kochen und Komponieren habe vieles gemein: es wird viel gerührt und abgeschmeckt, im Bedarfsfall auch mal improvisiert. Das alles folgt Rezepten – bewährten ebenso wie selbstgemachten oder – je nach Gusto – abgeänderten.

Schon die „Spielpraktiken“ der Alltags- und Esskultur bieten mancherlei Anregungen. Nicolaus A Huber beschließt seinen „erhabenen“ Doppelchor mit einer profanen „Fresscoda“, in der lautstarkes Schmatzen und Schlürfen zu hören ist.

Matthias Kaul kombiniert in seiner „kulinarischen Horchsituation“ das Brutzeln von Gegrilltem mit dem Gesang kochender Teekessel. Ein ganzes Rezept vertont Lucia Ronchetti in ihrem Madrigal. Hier zeigt sich, dass in der Küche nicht nur gesungen, sondern auch handfest komponiert werden kann.

Um die Haute Cuisine geht’s in Hors d’oeuvre von Vito Žuraj. Ein Koch-Konzert, in dem die Rituale der Küche, in all ihrer rhythmisch-klanglichen Vielfalt – zwischen Reiben, Hacken und Schnipseln – zum Klingen gebracht werden. Der Kölner Zwei-Sterne-Koch Daniel Gottschlich, de rin seiner knappen Freizeit auch als Rockschlagzeuger unterwegs ist, ist hier der Solist.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Weniger ist mehr – Reduktion als interkulturelles Phänomen

Reduktion, damit ist eine Minimierung des künstlerischen Materials gemeint. Eine Konzentration auf Weniges, auf das Wesentliche. Komplexität und Einfachheit, Vielfalt und Reduktion müssen sich dabei aber nicht gegenseitig ausschließen. Das zeigt etwa die indische Musik mit ihrem klanglichen „Rückzug“ auf einen einzigen Ton, den Bordun, einerseits, und der extrem nuancierten melodischen Ausarbeitung eines Ragas auf der anderen Seite. Das Element der Reduktion findet man ebenso in traditioneller westafrikanischer Musik wie auch in der indonesischen Gamelanmusik. In der europäischen Folklore wird die Einfachheit bei der Tanzmusik zur maßgeblichen Qualität. Eine funktionsbedingte Simplizität, die bisweilen auch die populäre Musik prägt. Ansätze einer sehr starken Reduzierung zeigen sich gleich mehrfach im Verlauf der europäischen Musikgeschichte: in der Frühklassik oder im Werk Erik Saties. Aber erst die amerikanischen Minimalisten der 1960er Jahre haben Reduktion zu einem ästhetischen Dogma gemacht. Eine Sendung von Ulli Götte

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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