Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 25.11. bis 01.12.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 48. Avantgarde am Ende der DDR, Donaueschinger Musiktage 2019, Iranische Komponistinnen und Komponisten in Deutschland, Hör-Abenteuer Elektroakustik, Henri Dutilleux, Cornelius Schwehr, Werkzeuge der Neuen Musik – Das Schlagzeug, Ensemble Mécanique, Musizieren im Alter, Der Iran und die Musik heute – ein neuer Frühling?, Dada-Noise-Punk, Oxana Omelchuk, Mirela IviÄeviÄ empfiehlt, His Master’s Choice: Beat Furrer, Neue Musik mit dem Symphonieorchester Vorarlberg.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

57 – Interview mit Dr.Kerstin Gernig übers Scheitern

Kerstin Gernig spricht offen über die Höhen und Tiefen ihrer Selbständigkeit und darüber, welche Bedeutung das Scheitern für sie hat. Sie ist von einer top dotierten Chefposition in die Selbständigkeit gegangen und hat alle Herausforderungen der Selbstständigkeit er- und durchlebt. Musik ist für sie ein Lebenselixier. Sie liebt Musik und spielt Akkordeon. In ihrem Buch „Werde, was du kannst! Wie man ein ungewöhnlicher Unternehmer wird“, das von Murmann Publishers für den deutschen Wirtschaftsbuchpreis nominiert war, hat sie ein Kapitel einem Musiker gewidmet und kann sich gut in die Situation selbstständiger Musiker hineinversetzen. Als Coach gibt sie in diesem Podcast ihr Wissen zur Positionierung und Sichtbarkeit weiter. 2014 wurde sie als Vorbildunternehmerin Deutschlands vom Bundeswirtschaftsministerium ausgezeichnet. Hören Sie selbst, was sie zu sagen hat. [Zum Podcast]

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


25.11.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Die Donaueschinger Musiktage 2019

Mit Andreas Göbel. Im Zentrum der diesjährigen Donaueschinger Musiktage standen diesmal Werke, die außerhalb des traditionellen Konzertsaals stattfanden, darunter in Computerspielformat, als virtuelles Festival oder sogar unter Wasser im Schwimmbad.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Hier ruht (e)in Gott: Über das Ende und Nachleben von Berio, Boulez & Co. (3/3)

Von Werner Klüppelholz. Der Tod: Wie der eine noch kurz vorm Koma übers Honorar verhandelt, der andere nach dem Pedal einer imaginären Harfe sucht und ein Dritter spricht „Jetzt fängt eine neue Zeit an.“ Das Grab: unterm Hauptwerk, in der Luft, neben Udo Jürgens. Die Kompositionen: welche sich halten und welche nicht. Posthume Spuren: von der Brezel bis zum Kleinplaneten.

All das in einer 3-teiligen Sendereihe über Berio, Boulez, Henze, Kagel, Ligeti, Stockhausen; zum Totengedenken im traurigen Monat November (doch nicht ohne Heiterkeit).

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Musik mit dem Symphonieorchester Vorarlberg – Texte und Töne aus Vorarlberg (1)

Jedes Jahr Anfang November wird das ORF Landesstudio Vorarlberg in neue Klänge gehüllt. Beim Festival Texte und Töne kommen zeitgenössische Werke aus den Bereichen Literatur und Musik zur Aufführung. Beide Kunstsparten sollen hierbei nicht nebeneinander und voneinander unabhängig präsentiert werden – vielmehr geht es um die gegenseitige Beeinflussung und Inspiration. Das Symphonieorchester Vorarlberg präsentierte, unter der Leitung von Daniel Linton-France, Werke von Richard Dünser, Nikolaus Brass und Viktor Ullmann. (Mitschnitt vom 9. November 2019) Gestaltung: Stefan Höfel


26.11.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Unterwegs in zwei Kulturen – Iranische Komponistinnen und Komponisten in Deutschland

Von Egbert Hiller. Kulturell trennen den Iran und Deutschland Welten. Dennoch suchen etliche Komponistinnen und Komponisten das Verbindende. Die Erfahrungen, die sie machen, befruchten ihre Musik maßgeblich.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Paul Engel: Klaviertrio Nr. 5 – „Calliopes descent from Olympus“ (Alfons Kontarsky, Klavier; Christos Kanettis, Violine; Reinhard Latzko, Violoncello); Peter Kiesewetter: „Spur“; „Niggun gimel“ (Monika Drasch, Gesang, Violine, Dudelsack; Georg Glasl, Zither); „Alba“, op. 35 (Eduard Brunner, Klarinette); Ulrich Stranz: „Conjunctio“ (Yaara Tal, Andreas Groethuysen, Klavier); Heinz Winbeck: Symphonie Nr. 1 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Muhai Tang)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Hör-Abenteuer Elektroakustik

Von Helmut Peters. Die Klänge in Clemens von Reusners elektroakustischen Werken sind ein wahres Hör-Abenteuer. Von links nach rechts und umgekehrt rauschen Klanggestalten vorüber, sie beschleunigen sich, verharren und breiten sich in akustisch verwandelten Räumen aus. Die Möglichkeiten elektroakustischer Musik sind schier unbegrenzt. Wir sprechen über das Genre in der „neuen musik“ und stellen von Reusners neuere Werke, aber auch andere elektronische Neue Musik vor.

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Musik aus dem Landesstudio Vorarlberg – Texte und Töne aus Vorarlberg (2)

Jedes Jahr Anfang November wird das ORF Landesstudio Vorarlberg in neue Klänge gehüllt. Beim Festival Texte und Töne kommen zeitgenössische Werke aus den Bereichen Literatur und Musik zur Aufführung. Beide Kunstsparten sollen hierbei nicht nebeneinander und voneinander unabhängig präsentiert werden – vielmehr geht es um die gegenseitige Beeinflussung und Inspiration. Das Vorarlberger ensemble plus präsentierte unter anderem Werke von Dietmar Kirchner und David Soyza. (Mitschnitt vom 9. November 2019). Gestaltung: Stefan Höfel


27.11.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten – Zum 95. Geburtstag des Komponisten Waldram Hollfelder

Waldram Hollfelder: Variationen über ein Thema von H. L. Haßler (Nürnberger Symphoniker: Günter Neidlinger); Kapriolen Trio (Denner-Trio); „Vater unser“ (Vocanta: Joachim Adamczewski); Quartett für vier Saxofone (Akademie-Quartett); Flötenkonzert (Karl Schicker, Flöte; Fränkisches Landesorchester: Erich Kloss); Franz Möckl: Klarinettenquintett (Edgar Eichstädter, Klarinette; Detleff Messerschmidt, Catherine Weitzdörfer, Violine; Martin Peetz, Viola; Burkhard Sauber, Violoncello); Hans Ludwig Schilling: „Super Aria Sebaldina“ (Helmut Scheller, Helmut Walz, Orgel); Kerstin Thieme: „Rapsodia Festiva“, Konzert (Norbert Nagel, Altsaxofon; Dorian Keilhack, Klavier; Nürnberger Symphoniker: Thomas Gabrisch)

Am 23. November wäre der 2017 verstorbene Komponist Waldram Hollfelder 95 Jahre alt geworden. Geboren 1924 in der mittelfränkischen Ortschaft Markt Erlbach, studierte Waldram Hollfelder nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1948 zunächst privat Klavier- und Kompositionsunterricht bei Willy Spilling in Nürnberg – dem damaligen Leiter der Musikredaktion im Studio Franken des Bayerischen Rundfunks. Außerdem begann er in Erlangen mit der Ausbildung zum Kirchenmusiker, die er 1952 in Heidelberg abschloss. Großen Einfluss auf sein Komponieren hatte Wolfgang Fortner, damals Professor für Musiktheorie in Heidelberg und einer der führenden Komponisten der Nachkriegszeit.

Die berufliche Laufbahn führte Waldram Hollfelder wieder zurück nach Franken, zunächst als Stadtkantor in Neustadt an der Aisch, anschließend bis 1987 als Musiklehrer an der städtischen Wirtschaftsschule in Nürnberg. „Für mich sind zwei Dinge wichtig“, sagte Waldram Hollfelder: „Klang und Rhythmus“. Obwohl er sich auch mit seriellen Techniken bei den Darmstädter Ferienkursen beschäftigte, orientierte sich sein Stil eher an Paul Hindemith und Wolfgang Fortner. „Der Klang muss durchsichtig sein“, hat Hollfelder als sein kompositorisches Credo ausgegeben.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mit Gekrächz und Gekreisch – Rabenmusik

Im Herbst und Winter säumen sie Äcker und Felder und dominieren mit ihrem Krächzen und Kreischen die Klänge der Vogelwelt: Die Raben und Krähenvögel.

Den Menschen gilt der Rabe als Räuber und Totenvogel. Er verspeist die Leichen Gefallener und raubt Müttern ihre Kinder. All das findet seinen Ausdruck in dunkel stimmungsvollen Musikwerken. Die Rabenmusik begleitet uns durch die dunklen Tage des Novembers.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
Der Komponist Henri Dutilleux

Mit Andreas Göbel. Er galt zeitlebens als ein stiller Tüftler, der sein quantativ extrem geringes Oeuvre mit hoher Selbstkritik begleitete. Henri Dutilleux war ein Einzelgänger. Schulen, Richtungen oder Trends haben ihn zwar interessiert, aber nie beeinflusst. Trotzdem war er erfolgreich, v. a. mit seinem Cellokonzert, das er für Mstislaw Rostropowitsch geschrieben hat.

21:29 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik

Will Todd – „Lux et veritas“. Music for Peace and Reflection. Tenebrae / Ltg.: Nigel Short

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Donaueschinger Musiktage 2019: Alberto Posadas (2/2)

Klangforum Wien. Leitung: Sylvain Cambreling. Alberto Posadas: „Poética des espacio“ für Ensemble; Kompositionsauftrag des SWR. (Konzert vom 19. Oktober in den Donauhallen, Donaueschingen)

Die Poesie des Raumes nennt Alberto Posadas seinen neuen abendfüllenden Zyklus für Ensemble. Mit Blick auf das gleichnamige Buch des französischen Philosophen Gaston Bachelard fragt Posadas, wie wir Raum erleben und erfahren, wenn wir Musik hören, wenn wir den Raum gemeinsam mit dem Klang bewohnen. Um dieses Verhältnis zu erkunden, nutzt Posadas die Akustik der Instrumente und die Bewegungsmöglichkeiten des Klangs. Der Raum wird hier zu einem eigenen, poetischen Wesen, das wir durch die Musik erschließen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Astrid Schwarz


28.11.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Cornelius Schwehr

„schlafen, träumen, singen“ für fünf Stimmen nach Versen von Joseph von Eichendorff | „ohne Ufer, eine Einladung“ für acht Stimmen und Akkordeon | „dort, draußen“ – Sprachmusik. Cornelius Schwehr, Stimme; Schola Heidelberg; Leitung: Walter Nußbaum

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

August Peter Waldenmaier: „Bayerische Rhapsodie“ (Münchner Rundfunkorchester: Jirí Hudec); Hans-Herbert Winkel: „Der Käfer und die Blume“ (Artvento Quintet & friends); Ludwig Stiel: Fantasie (Münchner Rundfunkorchester: Ulrich Weder); Alfred Goodman: Streichquartett C-Dur (Sonnleitner-Quartett); Joseph Suder: „Kleine Suite nach alter Art“ (Münchner Rundfunkorchester: Willy Mattes); Hans Posegga: Klavierkonzert (Hans Posegga, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rudolf Alberth)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Stress im Graben – Wenn Proben zur Zerreißprobe werden

Über technische Details beim Musizieren wird gerne stundenlang diskutiert. Dass das Musizieren aber auch oft mit einem innerlichen Kraftaufwand und mit Lampenfieber verbunden ist, darüber wird nicht offen diskutiert. An Schweißausbrüchen, Fingerzittern und Herzrasen leiden manche Musiker. Die Betroffenen machen diesen Leidensdruck meistens mit sich alleine aus, greifen zu Medikamenten, die den Stress reduzieren. Christian Obermaier, selbst Musiker im Münchner Rundfunkorchester, hat sich eingearbeitet in den Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Stress, zwischen Wachsamkeit und künstlerischer Leistung. Als Mentaltrainer arbeitet er in Seminaren mit Musikern, Musiklehrern und dem musikalischen Nachwuchs. Unsere Autorin Sylvia Schreiber hat bei Christian Obermaier einen Stresscheck gemacht und sich die „Schräublein“ erklären lassen, an denen man drehen muss, wenn der Druck steigt.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Das Schlagzeug, Teil 4 von 4 – von Barbara Eckle

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Verwirrungen des Zöglings Törless (1/3)

Nach dem gleichnamigen Roman von Robert Musil; Mit: Michael Rotschopf, Stefan Konarske, Manuel Rubey u. a.; Komposition: Michael Riessler; Hörspielbearbeitung: Manfred Hess; Regie: Iris Drögekamp. (Produktion: SWR/ORF 2014)

Um das Jahr 1900. Irgendwo in der Provinz der österreichisch-ungarischen k. u. k. Monarchie. Im »Konvikt zu W.«, einem Militärinternat zur Aufzucht künftiger Eliten, gerät der Zögling Törleß in einen Zustand der Verwirrung, der seinen künstlerischen wie analytisch-intellektuellen Charakter zum Erwachen bringt. Der Mit-Zögling Basini, aus vermögendem Hause, bestiehlt seine Mitschüler, um seine Schulden durch Prasserei und Hurenbesuche zu begleichen. Er wird von Törleß’ Freunden, Reiting und Beineberg, entlarvt. Wie ist darauf zu reagieren?

(Teil 2, Donnerstag, 5. Dezember; Teil 3, Donnerstag, 12. Dezember, jeweils 22.03 Uhr)

23:03 – 24:00 | Ö1
Ensemble Mécanique. Maschinen machen Musik. musikprotokoll 2019

Ausgehend von George Antheils „Ballet Mécanique“, präsentierten die Grazer Künstler Winfried Ritsch und Helmut Kaplan in einem Konzertabend im Kunsthaus Graz drei Premierenwerke für automatisierte Musikmaschinen. Eine Klangreise von den 1920er Jahren zu algorithmischen Kompositionen der Jetztzeit.

Das filmische und musikalische Stück „Ballet Mécanique“ prägte die Kunstwelt nachhaltig. 1924 in einer Zusammenarbeit der Filmemacher Dudley Murphey und Man Ray, des Malers Fernand Léger und des Komponisten George Antheil entwickelt, war es einer der ersten surrealistischen Filme und die Musik wurde wegbereitend für automatisierte Kompositionen. Antheil hatte für „Ballet pour Instruments Mécaniques et Percussion“ mechanische Klaviere – sogenannte Pianolas – verwendet, die v.a. als Perkussionsapparate dienten. Erst durch Digitaltechnologien lassen sich Film, Musik und die dafür notwendigen Instrumente miteinander synchronisieren.

Winfried Ritsch ist Medienkünstler mit Fokus auf Computermusik, unterrichtet an der Musik-Universität Graz, ist Gründer des Klangateliers Algorhythmics und seit 20 Jahren Teil der Grazer KünstlerInnen-Plattform Tonto. Helmut Kaplan ist einer der Gründer von Tonto, Comics-Herausgeber und spielt Schlagzeug in Bands wie Fleischpost. Als Solo-Musiker spezialisierte er sich auf klangliche Übertragungen von medialen Systemen.

Für das Konzert Anfang Oktober im Rahmen des ORF musikprotokoll im steirischen herbst erarbeitete Ritsch von „Ballet Mécanique“ eine Fassung, bei der das Werk in der Originalversion mit allen angedachten Instrumenten und im ursprünglichen Tempo zu erleben war. Diese „Graz Version“ fand als österreichische Erstaufführung statt. Anschließend gab es zwei Uraufführungen: Ritschs „Kanon für Maschinenorchester“ und „Percussion Piece“ von Ritsch und Kaplan. Es sind um algorithmische Verfahren erweiterte Stücke, bei denen Klangflächen und Rhythmusmuster von automatisierten Prozessen gesteuert werden. Gestaltung: Heinrich Deisl


29.11.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Meerschallschwamm und Schweigefang – Von Ulrike Janssen und Marc Matter

Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: 45’27. (Wdh. v. 16.11.2018). In den Ruinen eines Museums für fantastische Tonapparate findet sich ein historischer Audioguide. Stotternd und ruckelnd berichtet er von einzigartigen Ausstellungsstücken wie Meerschallschwamm und Schweigefang.

„Es handelt um: Aufzeichnungen aus Vergangenzeit: terrestrisch Wissen, haltet fest Schall. Und Ton und Kling und Sprech …“ So beginnt ein Audioguide, der aus den Trümmern eines zerstörten Museums gerettet werden konnte. Dort wurden Apparate zur Tonaufzeichnung ausgestellt, die bisher unbekannt waren oder nur in der Literatur oder der Mythologie vorkamen: Ein Meerschallschwamm, ein Schweigefang. Nun ist es gelungen, Teile dieses Audioguides zu restaurieren und wieder hörbar zu machen.

Ausgezeichnet mit dem Karl-Sczuka-Preis 2019.

Ulrike Janssen, geboren 1967 in Leverkusen, Autorin und Regisseurin für Hörfunk und Theater, lebt und arbeitet in Köln. 2011 erhielt sie den Karl-Sczuka-Förderpreis für „vogelherdrecherche“ (Deutschlandfunk/HR 2011).

Marc Matter, geboren 1974 in in Basel, arbeitet als Autor, Klangkünstler und Dozent, lebt zur Zeit in Bad Säckingen im Schwarzwald. 2015 erhielt er den Karl-Sczuka-Förderpreis (zusammen mit Dagmara Kraus) für „Entstehung dunkel“ (WDR/SWR 2015). Mitbegründer des Instituts für Feinmotorik.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Katrin Klose: „Accord – Hommage à Grisey“ (Tiroler Kammerorchester InnStrumenti: Gerhard Sammer); Jürgen Schmitt: „Exequien für Mignon“ (Susanne Pfitschler-Schmitt, Sopran; Jürgen Schmitt, Klavier); Volker Blumenthaler: „et homo factus est – hommage à Josquin Desprez“ (Ensemble Phorminx); Werner Heider: Varianten einer Variante von Mozart (Nürnberger Akkordeon Ensemble: Marco Röttig); Horst Lohse: „Phoenix“, Hommage à Scrjabine (ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Bertold Hummel: „In memoriam Anton Bruckner“ (Wolfgang Hörlin, Orgel); András Hamary: „Hommage à Janácek“ (Ensemble Kontraste)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Es ist nie zu spät … Musizieren im Alter

Von Susanna Felix. „Ich hätte als Kind gerne ein Instrument gelernt, aber das ging damals nicht.“ Oder: „Ich hab früher mal ein bisschen Klavier gespielt, aber dann kam der Beruf, die Familie, Kinder … Da hatte ich einfach keine Zeit mehr dafür.“ Davon erzählen viele ältere Menschen. Chance verpasst – für immer vorbei? Von wegen! Es ist nie zu spät, ein Instrument zu lernen – das sagt auch die Hirnforschung, selbst bei körperlichen Einschränkungen. Immer mehr Senioren erfüllen sich ihren Kindheitstraum und greifen (wieder) zum Instrument. Oder sie finden Freude am Singen. Ensembles und Chöre 60 + richten sich ganz gezielt an ältere Menschen. Denn gemeinsam zu musizieren macht nicht nur mehr Spaß, man knüpft auch schnell neue Kontakte. Außerdem hält aktives Musizieren körperlich und geistig fit. Es kann das Leben ungemein bereichern – auch für Menschen, die an Demenz leiden. Selbst in den tiefsten Stadien dieser Krankheit kann Musik sie noch erreichen, Freude und Erinnerungen wecken, die scheinbar längst vergessen waren. Im Gegensatz zur Musikpädagogik ist die sogenannte Musikgeragogik, die sich mit der musikalischen Bildung im Alter beschäftigt, eine recht junge Fachdisziplin. Angesichts des demographischen Wandels aber wird sie in den nächsten Jahrzehnten immer wichtiger werden. Und das Angebot wächst.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Das Projekt „Berlin-Teheran-Travellers“ – Der Iran und die Musik heute – ein neuer Frühling?

Von Julia Kaiser. Einblicke in die Musikszene im Iran.

23:03 – 24:00 | Ö1
Dada-Noise-Punk von Joke Lanz & Sudden Infant – Joke Lanz & Sudden Infant beim Festival Bezau Beatz

Seit 2013 spielen der Bassist Christian Weber, der Schlagzeuger Alexandre Babel und der Elektroniker und Vokalist Joke Lanz als Trio Sudden Infant zusammen. Erfahrene Improvisatoren in den Bereichen Free Jazz, freie Geräuschimprovisation, Elektronik, Noise – hier leben sie ihre Vorliebe fürs Punkige, Rhythmische aus. Wie nicht anders zu erwarten mit feinem Humor, subtiler Komplexität und drängender Energie. Gestaltung: Nina Polaschegg


30.11.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Es ist nie zu spät … Musizieren im Alter

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: profil [67]: Oxana Omelchuk

Ab 23:00 Uhr: point of view [76]: Oxana Omelchuk. Mit Leonie Reineke. Johannes Fritsch: Nachthelle | DJ Sniff: EP | Naked City: Grand Guignol – Speedfreaks | Bernd Alois Zimmermann: Musique pour les soupers du Roi Ubu | Charles Ives: Three Places in New England, Orchestral Set No. 1 | Daft Punk: Harder Better Faster Stronger

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Leben und Kunstkurzgeschlossen – Avantgarde am Ende der DDR

Von Gisela Nauck. In den letzten Jahren der DDR entwickelten sich in größeren Städten sogenannte andere Bands. Ihren radikalsten Ausdruck fanden sie in Formen wie Punk, tape-music, Intermedia und Avantgarde-Rock. Alle einte ein ähnliches Verständnis des Kunstmachens – sich grenzüberschreitend zu bewegen auf der Basis eines grundsätzlich systemkritischen kulturellen Verhaltens. Leben und Musik waren kurzgeschlossen. Aus dieser Perspektive ergibt sich eine überraschend neue Sicht darauf, was musikalische Avantgarde, made in GDR, ganz zuletzt war. Auch Komponisten Ernster Musik orientierten sich materialästhetisch grenzüberschreitend. Im Vordergrund aber stand der Wille zu Mitteilung, Ausdruck und Diskurs. Welche Konsequenzen das hatte, zeigt Autorin Gisela Nauck anhand unbekannter Werke von Hermann Keller, Jakob Ullmann, Thomas Hertel und Robert Linke.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Die Sprache der Gewalt – Deutsche Bank/Herrhausen/RAF von Leonhard Koppelmann

„Die revolutionären Prozesse sind die Erfahrungen, die aus der Agonie zwischen Leben und Tod heraus, hin zu einem entschlossenen Kampf für das Leben geführt werden. – Am 30.11.1989 haben wir mit dem Kommando Wolfgang Heer den Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, hingerichtet, mit einer selbstgebauten Hohlladungsmine haben wir seinen gepanzerten Mercedes gesprengt.“ – so lautet die Erklärung der RAF vom 2. Dezember 1989.

In unserem Hörstück stellen wir Alfred Herrhausens letztes, sehr persönliches und ausführliches Fernsehinterview, das er nur wenige Tage vor seiner Ermordung mit Gero von Boehm führte, Ausschnitten aus Bekennerschreiben und Theoriepamphleten der Roten Armee Fraktion (RAF) gegenüber. Wir gehen der Frage nach, wie eine Gruppe sich sukzessive die Sprache eines Systems aneignete, gegen das sie eigentlich vorgab zu kämpfen – die Sprache des Faschismus. Realisation: Leonhard Koppelmann. hr 2019


01.12.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Mit süßem Schmelz – Musikalische Träume vom Adventstellerchen

Am 1. Advent beginnt auch wieder die Zeit von Lebkuchen, Marzipan & Co. Kaisers Klänge servieren heute vorweihnachtliche Leckerbissen mit viel musikalischem Süßstoff.

Vom kulinarischen Tanz der Zuckerfee bis zum mehrstimmigen Lobgesang auf die italienische Eiscreme. Von zart tönenden Schilderungen des Schlaraffenlands bis zum kalorienschweren Hochzeitstorten-Walzer. Dazu gibt’s zuckersüße Koloraturen und zum Schluss natürlich noch ein Tässchen Kaffee. Mit Sahne.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: 68. Internationaler Musikwettbewerb der ARD

Violoncello, Klarinette, Fagott und Schlagzeug – das waren die Instrumente, die beim diesjährigen ARD Musikwettbewerb im Vordergrund standen. Innerhalb von knapp drei Wochen stellten sich 212 Musikerinnen und Musiker aus 37 Ländern dem Urteil der Jury, und im traditionellen Abschlusskonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks konnten sich vier Preisträger (im Alter von 21 bis 27 Jahren) einem großen Publikum präsentieren.

22:08 – 22:55 | Ö1
Mirela IviÄeviÄ empfiehlt – Die Lieblingskompositionen von Mirela IviÄeviÄ

Die Wahlwienerin Mirela IviÄeviÄ wurde heuer bei Wien Modern mit dem Erste Bank Kompositionspreis ausgezeichnet. Sie liebt „radikale und kompromisslose Musik unserer Zeit“ und scheut keine Extreme. In „Zeit-Ton extended“ stellt sie Musik vor, die von der sie geprägt worden ist. Gestaltung: Rainer Elstner

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: His Master’s Choice: Beat Furrer

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Georges Aperghis: La nuit en tête für Sopran und Ensemble; Donatienne Michel-Dansac; dissonART Ensemble, Leitung: Beat Furrer | Roman Haubenstock-Ramati: Streichquartett Nr. 1; Leipziger Streichquartett | Helmut Lachenmann: Gran Torso, Musik für Streichquartett; Arditti String Quartet | Iannis Xenakis: Jalons für Ensemble; Ensemble Intercontemporain, Leitung: Pierre Boulez | Morton Feldman: For Samuel Beckett für 23 Spieler; Klangforum Wien, Leitung: Sylvain Cambreling | Rebecca Saunders: blaauw für Doppeltrichter-Trompete; Marco Blaauw | Alberto Posadas: liturgia fractal für Streichquartett; Quatuor Diotima.

Seit seinem Studium in Wien belebt Beat Furrer, der gebürtige Schweizer, das Musikleben der österreichischen Nachbarn. 1985 war er Mitgründer des Klangforum Wien, dessen künstlerischer Leiter er bis 1992 blieb. Er war Kompositionsstudent von Roman Haubenstock-Ramati und belegte zugleich das Fach Dirigieren bei Otmar Suitner. Heute hat er selbst eine Professur für Komposition an der Kunstuniversität Graz inne.

In der Sendereihe His Masters Choice stellt Beat Furrer eine eigene Auswahl zeitgenössischer Kompositionen vor: Wegbegleiter wie das Streichquartett seines ehemaligen Lehrers, aber auch jüngere Entdeckungen wie die Musik von Alberto Posadas.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Kunqu – Schönheit bis in die Fingerspitzen: Die lyrische Oper aus Shanghai

Im Kunqu gibt es kein Detail der künstlerischen Gestaltung, das nicht auf jahrhundertealter Erfahrung und sorgfältiger Überlieferung beruht. Jede Geste, jeder Blick, jede zierliche Handhaltung und natürlich jede stimmliche und musikalische Äußerung scheinen aufgeladen mit tiefsinniger Ikonographie. Das mag den westlichen Zuschauer befremden, aber bald bemerkt er, dass dieser Strom von nonverbalen Zeichen zutiefst anmutige und eng an die Darstellung der Handlung angebrachte Ornamente sind, die in ihrer Künstlichkeit ein vielschichtiges Gefühl von Schönheit vermitteln. Anläßlich eines Gastspiels der Shanghai Kunqu Opera Company im Dezember 2018 im Haus der Berliner Festspiele gab es Gelegenheit, die Hintergründe dieser vielschichtigen Kunstform, ihre ästhetischen Mittel und ihre heutigen, gegenüber der langen Tradition stark veränderten Bedingungen kennenzulernen. Eine Sendung von Matthias Richard Entreß.

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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