Œuvre for Otto

In den Jahren ihrer runden Geburtstage oder Todestage wollen wir gerne an verstorbene Komponisten denken – auch an die, die es gar nicht gab. 

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Der Komponist Otto Jägermeier soll am 29.10.1870 in München geboren worden sein. Also feiern wir 2020 seinen 150. Geburtstag. Zu Ottos Werken sollen zählen: „Psychosen“ aus dem Jahr 1900, der „physiologische Schwachsinn des Weibes“, um 1910 entstanden, sowie sein berühmtes Steinlausstück von 1930. Weil es Otto Jägermeier nie gegeben hat und er deswegen keine Zeit zum Komponieren hatte, müssen andere das für ihn übernehmen. 

Aus dem Grund habe ich mir das Projekt „Œuvre for Otto“ ausgedacht. Ausschließlich fiktive Komponisten dürfen daran teilnehmen. Es kann nicht bei dem einen Steinlaus-Hit von Jägermeier bleiben – und es wäre auch nicht besonders schade, wenn andere Stücke den Fokus der Aufmerksamkeit von seinem peinlichen „physiologischen Schwachsinn des Weibes“ wegrücken würden. 

Fiktive Komponistinnen dürfen leider nicht teilnehmen – Prof. Dr. Dr. Peter W. Postel hat das so entschieden. Der Musikwissenschaftler und Musikneurologe fand heraus, dass Frauen aufgrund naturgegebener kognitiver Defizite nicht komponieren können (https://www.youtube.com/watch?v=W5uf1YwV0Mg). Er meint, dass das auch für fiktive Frauen gilt, weil man Frauen grundsätzlich unabhängig von den Attributen beurteilen sollte. 

Der Ausschluss von der Teilnahme sei nicht frauenfeindlich, sondern zum Schutz von Frauen, davon ist er fest überzeugt. „Man lässt ja auch niemanden an einem Schwimmwettkampf teilnehmen, der noch nicht mal das Seepferdchen hat!“

Der Männlichkeit eures Komponisten sind allerdings keine Grenzen gesetzt. Je männlicher euer Komponist ausfällt, desto preisverdächtiger ist er! So könnte der Komponist Manfred Herrmann aus Mannheim es sich sogar zur Lebensaufgabe gemacht haben, Aspekte des rinnenden Schweißes beim Holzhacken und Eindrücke des rituellen Erlegens von Grillgut musikalisch umzusetzen. 

Schirmherr des Wettbewerbs ist dankenswerterweise Dieter Bohlen. Auch, wenn es eigentlich um neue Stücke für Otto Jägermeier geht, müsst ihr eine Einverständniserklärung mitschicken, in der ihr schreibt, dass der Schirmherr euer Stück als sein eigenes verkaufen darf! 

Dass „Dieter Bohlen hat gestohlen alle Hits aus Polen“ (Pawel Popolski), ist ja nun gemeinhin bekannt. Er braucht neue Quellen – und ihr braucht seinen Ruhm! Eine Win-Win-Situation! Die Stücke, die er doof findet, bleiben dann für die Erweiterung von Jägermeiers Œuvre übrig. 

Bitte die Stücke bis zum 29.10.2019 an folgende Mailadresse schicken: oeuvreforotto@gmail.com

Besetzung und Dauer könnt ihr euch aussuchen. Alles andere auch. Ihr könnt auch Werke von euch einsenden, die missraten und peinlich sind und bisher ein Schubladendasein gefristet haben. Ist ja anonym – solange ihr nicht eure eigene Mailadresse benutzt. Ihr könnt euch auch mehrere fiktive Komponisten ausdenken. 

Beizufügen sind (alles bitte in Form von PDF- oder Bilddateien):

  • Eine erfundene Biografie
  • Ein Portraitfoto eures fiktiven Komponisten 
  • Ein Motivationsschreiben eures fiktiven Komponisten: Was schätzt er an Jägermeier?
  • Die Einverständniserklärung mit einem freundlichen Gruß an Dieter Bohlen. Bitte macht ihm zusätzlich ein paar Komplimente oder malt ihm ein schönes Bild!

Die Jury, bestehend aus dem komponierenden Dackel Herbert (https://blogs.nmz.de/badblog/2018/04/20/sensation-dieser-dackel-komponiert-besser-als-einaudi/), Prof. Dr. Dr. Peter W. Postel und Sarah Kleinschmidt, wird die besten Werke auswählen. Keine Angst: Sarahs Stimme zählt nicht, weil Frauen ja nicht komponieren können. Sarah trägt mit (Hunde-)Kuchen und einem netten Lächeln dennoch wesentlich zu einer wohlwollenden Atmosphäre bei. 

Es wird drei Preise und einen Trostpreis geben, nachdem Bohlen sich „seine“ Stücke herausgepickt hat.

  • Für den ersten Preis gibt es ein Sockenshoppingwochenende mit Peter Postel.
  • Für den zweiten Preis gibt es ein Gurkenmaskenwochenende mit Peter Postel.
  • Für den dritten Preis gibt es ein Augenbrauenzupfwochenende mit Peter Postel.
  • Der Trostpreis für das allerschlechteste Stück oder falls versehentlich eine fiktive Frau ein Stück einsendet: Eine Unterrichtsstunde bei Sarah Kleinschmidt!

Los, fangt an! Übrigens soll es Dieter Bohlen nicht besonders gut gehen. Er braucht dringend neue Hits. Also seid doch bitte so nett… Er soll sogar Postkarten an Komponisten schreiben, in denen er sie gegen Geld um neues Material anbettelt. Zuletzt wurde so ein Exemplar in Weimar gesichtet.

„Schmier dir die  Postkarte in die Haare!“ wird von Psychologen als Hilferuf innerhalb einer kreativen Krise gewertet, nicht als Aufforderung an den Komponisten, sich die Postkarte tatsächlich in die Haare einzuarbeiten.

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