Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 24.09. bis 30.09.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 39. Schwerpunkte: International Rostrum of Composers 2018, Judith Unterpertingers Arbeit zwischen Komposition, Performance und bildender Kunst, Neue Klänge und Stimmen aus Estland, Filmmusik von Dmitri Schostakowitsch, Das Schlagzeug in der Neuen Musik, Adriana Hölszky zum 65., Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, Forum N mit dem hr-Sinfonieorchester, Digital Concert World – Neue Medien, Neues Hören, Neues Komponieren, Besuch beim Musik 21 Festival 2018 ,WERK/ZEUG‘ in Gifhorn, Dusslige Diven und hustende Helden, Julius Eastman: Composer/Performer.

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24.09.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: International Rostrum of Composers 2018, Teil 3

Mit Andreas Göbel. Organisiert vom International Music Council und mit finanzieller Unterstützung der teilnehmenden Rundfunkanstalten findet in jedem Jahr das Internationale Rostrum of Composers statt. Ziel ist der Austausch von zeitgenössischer Musik. Ein Überblick über die Gewinnerwerke und über neueste Trends in der zeitgenössischen Musik.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Magazin

Mit Michael Rebhahn. Berichte, Gespräche und Hintergrundinformationen zu den Darmstädter Ferienkursen, dem Festival Rümlingen, Music for Hotel Bars in Berlin u. a.


25.09.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „perception and communication“ – Judith Unterpertingers Arbeit zwischen Komposition, Performance und bildender Kunst.

Von Florian Neuner

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Robert Delanoff: „Birken im Herbst“ (trio songuina); Günter Bialas: „Herbstzeit“ (Christian Altenburger, Violine; Barbara Westphal, Viola; Julius Berger, Violoncello; Siegfried Mauser, Klavier); Rudolf Mors: Sechs Lieder nach Gedichten von Li Tai-pe (Dietrich Henschel, Bariton; Graham Cox, Klavier); Gloria Coates: Streichquartett Nr. 8 – „11. September 2001“ (Henschel Quartett); Markus Zahnhausen: „Jahreszeichen“, Blätter im Wind und Goldene Strahlen (Susanna Laurin, Blockflöte); Wilhelm Killmayer: „Schweigen und Kindheit“ (Markus Schäfer, Tenor; Siegfried Mauser, Klavier); Meinrad Schmitt: „Herbstmusik“ (Residenz-Quintett München); Carl Mansker: „Der Fächer im Herbst“ (trio songuina)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Neue Klänge und Stimmen aus Estland

Von Helmut Peters. Wenn von Neuer Musik aus Estland die Rede ist, fällt unweigerlich der Name Arvo Pärt. Dabei gibt es über die Musik des heute 82-jährigen Esten aber noch so viel mehr in diesem baltischen Land zu entdecken. Wir stellen in der „neuen musik“ den jungen Komponisten, Lyriker und Essayisten Jüri Reinvere vor, der in seinen Stücken oft eigene Texte verarbeitet. Reinvere lebt seit 2005 in Frankfurt am Main. Wir hören von ihm unter anderem die elektronische Komposition „Livonian Lament“ und geben einen Überblick über die estnische Musikszene.


26.09.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Roland Schmidt: „B-A-C-H“ (Cabaza Percussion Quartet); Paul Damjakob: „An Mozart“ (Paul Damjakob, Orgel); Hans-Günther Allers: Variationen mit Fuge über ein Thema von Niccolò Paganini, op. 82 (Cassiopeia Quintett); Bernhard Weidner: „Mit Brahms“ (Holger Berndsen, Klavier); Stefan David Hummel: „Behind the quietness“ (il capriccio: Friedemann Wezel); Volker Blumenthaler: „Glasnacht“ (Norma Enns, Sopran; Volker Blumenthaler, Violoncello; L’art pour l’art)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Propaganda und Experimente – Die Filmmusik von Dmitri Schostakowitsch

Die Musik zu fast 40 Spielfilmen schrieb Dmitri Schostakowitsch nicht immer freiwillig. Diktator Stalin erlaubte ihm zeitweilig nur noch die Arbeit fürs Kino.

Schostakowitsch komponierte für zahlreiche Propagandafilme, von denen man heute nur noch seine Musik kennt. Er schrieb aber auch die Soundtracks zu frühen Experimentalfilmen wie „Das neue Babylon“ und zu den Shakespeare-Klassikern von Grigori Kosinzew. Dass er damit bleibenden Eindruck hinterlassen hat, hört man sogar noch späterer Filmmusik an wie der „Star Wars“-Melodie.

20:56 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Klaas Stok im Porträt

Der neue Chefdirigent des NDR Chors beginnt seine Amtszeit am 30. September mit einer Aufführung von Bachs h-Moll-Messe in der Elbphilharmonie. NDR Kultur Autor Marcus Stäbler hat Klaas Stok bei den Proben besucht und stellt den niederländischen Musiker vor.

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Das Schlagzeug in der Neuen Musik

Mit Margarete Zander. Das nahezu unerschöpfliche Instrumentarium des Schlagzeugs ist für die zeitgenössische Musik seit langem Inspirationsquelle für klangliche Neuerungen und Forschungen und wird immer wieder erweitert. Ein Überblick mit Aufnahmen führender Vertrerinnen und Vertreter: Isao Nakamura, Dirk Rothbrust und Robyn Schulkowsky.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Adriana Hölszky zum 65.

Die rumänische Komponistin Adriana Hölszky ist seit langem in Baden-Württemberg zuhause, hat in Stuttgart bei Miko Kelemen studiert und später selbst an der Stuttgarter Hochschule unterrichtet. Als Komponistin ist sie mit ihrem ausdrucksvollen und immer hochoriginellen Werken zu einer der führenden Komponistinnen ihrer Generation geworden. Am 30. Juni ist Hölszky 65 Jahre alt geworden. Die Stuttgarter Hochschule hat ihr aus diesem Anlass ein Porträtkonzert gewidmet. Auf dem Programm stand unter anderem die Uraufführung eines neuen Konzerts für Violine und Streichorchester.


27.09.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik

Orangerie. Aufzeichnung vom 16.07.2018. Enno Poppe: „Fleisch“ für Saxofon, E-Gitarre und Drumset | Ann Cleare: „the square of yellow light that is your window“ für Altsaxofon, E-Gitarre, Klavier und Schlagzeug | Klaus Lang: „bright darkness“ für Saxofon, E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier. Ensemble Nikel: Yaron Deutsch, E-Gitarre; Patrick Stadler, Saxofon; Brian Archinal, Schlagzeug; Antoine Françoise, Klavier.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Charles Kálmán: „Ein Tag im Kurort“ (German Symphonic Pops Orchestra: Reto Parolari); Ulrich Sommerlatte: „Traumballett“ (Thüringen Philharmonie: Olaf Koch); Werner Thomas-Mifune: „Haydn’s südamerikanische Saitensprünge“ (Norbert Groh, Benedikt Köhlen, Klavier); „Zwei vergnügliche Etüden“ (Norbert Groh, Klavier); Bernd Scholz: „Japanisches Konzert“, 2. Satz (Siegfried Behrend, Gitarre; Münchner Rundfunkorchester: Curt Cremer); Mark Lothar: „Zwei Herren aus Verona“, Kleine Theater-Suite, op. 28 (Münchner Rundfunkorchester: Jan Koetsier); Hans Stadlmair: „Sinfonia serena“ (Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Wilhelm Killmayer: „Pas de deux classique“ (Münchner Rundfunkorchester: Wilhelm Killmayer)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Forum N mit dem hr-Sinfonieorchester

„Ich kann das Komponieren nicht von meinem Leben trennen.“ Was Isabel Mundry hier bekennt, gilt auch für die drei weiteren Forum-N-Komponistinnen am heutigen Tag.

Tamara Stefanovich, Klavier. Leitung: Jonathan Stockhammer. Lili Boulanger: D’un soir triste | Isabel Mundry: Motions // Der doppelte Blick – Teile I – IV (Uraufführung des Gesamtzyklus in zwei Teilen) | Zeynep GedizlioÄlu: Klavierkonzert „Blick des Abwesenden“ (Auftragswerk des hr – Uraufführung) | Lili Boulanger: D’un matin de printemps | Isabel Mundry: Motions // Der doppelte Blick – Teile V – VII | Clara Schumann: Klavierkonzert a-Moll op. 7. (Aufnahme vom 14. September 2018 aus dem hr-Sendesaal, Frankfurt).

Die hochbegabte Lili Boulanger aus Paris, die als erste Frau 1913 den wichtigen Rom-Preis gewann, starb im Alter von nur 24 Jahren. Kurz zuvor entstanden 1918 die anrührenden Orchesterwerke „D’un matin de printemps“ und „D’un soir triste“, die von Trauer künden, zugleich von Hoffnung in magisch düsterer Strahlkraft. „Selbstvergessen“ schrieb die 15-jährige Clara Schumann ihr viele Töne und Liebe atmendes Klavierkonzert op. 7. Begleitet vom Gewandhausorchester unter Mendelssohn war sie die Solistin bei der Uraufführung 1834 in Leipzig. Kontrastiv dazu „Blick des Abwesenden“, das andere, in diesem Forum N uraufgeführte Klavierkonzert. Die aus Izmir stammende, in Berlin lebende Zeynep GedizlioÄlu (*1977) denkt dabei an ein Pianoforte, das seinen Ort sucht, ihn findet, zugleich Gefahr läuft, seine Identität zu verlieren. Ein akutes Thema – hier rein instrumental diskutiert. In dem Orchesterstück „Motions // Der doppelte Blick“ geht es der 1963 in Schlüchtern geborenen Isabel Mundry um die Beziehungen zwischen Körper und Klang, gleich einer imaginären Choreografie für den sinfonischen Klang-Körper allein.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: CD-Neuheiten

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Digital Concert World – Neue Medien, Neues Hören, Neues Komponieren

Von Juana Zimmermann. Alles kann zu jeder Zeit an jeden anderen Ort gestreamt werden, und man braucht dafür gerade mal zwei Mobiltelefone. Durch die allstetige Verbindung ins Netz mit ihren unendlichen Inhalten und die Simplifizierung von Musik- und Videoproduktion verändert sich bekanntermaßen die Musikwelt und somit auch das Hören von Musik.

Parallel zur Rezeption verändert sich auch die Musik selbst. Man veröffentlicht nicht nur Aufnahmen der eigenen Aufführungen online, sondern schreibt und komponiert speziell für das Internet. Aber die Neuen Medien erzeugen mehr als nur eine geradlinige Entwicklung des technischen Fortschritts, sondern sie stehen selbst in Abhängigkeiten und verändern sich.

Es steht eine Angst vor der Abschaffung alles bislang Bekanntem im Raum. Gleichzeitig die Hoffnung auf einen zweiten Frühling für die Neue Musik.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Rebellion – SWR Klassiker online. Nach dem gleichnamigen Roman von Joseph Roth

Mit: Benno Sterzenbach, Maria Wiecke u. a.; Hörspielbearbeitung: Elmar Schulte; Komposition: Enno Dugend; Regie: Otto Kurth. (Produktion: SDR 1965)

Ein weiterer Klassiker des Hörspiels, den SWR2 erstmalig nach der Sendung online stellen darf. Wien 1918/19: Der einbeinige Kriegsinvalide Andreas Pum hat zwar einen Orden, aber eine Prothese schenkte man ihm für seine Dienste nicht. Über die Simulation einer Nervenkrankheit erhält er immerhin die Lizenz, als Leierkastenspieler zu arbeiten. Sein Traum: ein attraktives Weib. In Gestalt der Witwe Katharina Blumich wird Pums Glück im Unglück perfekt. Sie heiraten. Aber sein Abstieg ist eingeleitet: Katharina verlässt ihn kurzerhand für einen „zweibeinigen“ Polizisten, der Invalide wird in der Straßenbahn als „Simulant, Bolschewik, Russe, Spion, Jude!“ verunglimpft und schlägt darauf mit seiner Krücke einen Polizisten. Pum wandert ins Gefängnis, arbeitet nach seiner Entlassung als Toilettenwärter – und erkennt im Moment seines Todes die Gottverlassenheit seiner Existenz, die sich dem Angebot der barmherzigen Gnade radikal verweigert.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Gérard Grisey: „Talea“ (ensemble recherche); „Les chants de l’amour“ (Schola Heidelberg: Walter Nußbaum)


28.09.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: mikromusik – Von diversen Autorinnen und Autoren

Produktion: Deutschlandfunk Kultur/DAAD 2018. Länge: ca. 54’30. (Ursendung). Das Klangkunst-Festival in Berlin zeigt außergewöhnliche musikalische Praktiken im Mikrobereich.

Das Festival mikromusik des Berliner Künstlerprogramms zeigt musikalische Praktiken im Mikrobereich und spielt mit der Mehrdeutigkeit des Begriffs mikro. Kompositorische Erkundungen von Mikroräumen, Mikroresonanzen und Mikrotonalität erzeugen ein nuancenreiches Klangbild und thematisieren das Dazwischen. Das Mikrofon als zentrales Instrument in Elektronik und Sound Art wiederum bildet (Klang-) Realität ab und wirkt als Vergrößerungsglas und Ausgangspunkt für Transformation.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Meinrad Schmitt: Harfenquintett (Therese Reichling, Harfe; Endres-Quartett); „Siebenkäs-Musik“ (Babara Kink, Violine; Sebastian Hess, Violoncello; Moritz Eggert, Klavier); Dorothea Hofmann: Magnificat (Alice Oskera-Burghardt, Mezzosopran; Münchner Rundfunkorchester: Sian Edwards); Wilhelm Killmayer: „An John Field“ (Siegfried Mauser, Klavier); Alexander Strauch: „Menschen Schneiden“ (Martin Jaggi, Violoncello; Leopold Hurt, Zither); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ oder: Wenn die Oper aus dem Sommerschlaf erwacht

Von Sylvia Schreiber. Die Walküre Brünnhilde aus Richard Wagners Oper „Der Ring des Nibelungen“ wird aus ihrem langen Schlaf wach geküsst – vom furchtlosen Helden Siegfried.

Ganz so liebevoll geht es im Opernbetrieb nicht zu. Sechs Wochen dauert die Sommerpause, kaum ein Mucks ertönt während dieser Zeit im Haus. Aber dann, auf einen Schlag starten alle wieder mit vollen Kräften: In den Gängen ertönt das Hämmern und Rattern der Handwerker, die Sänger arbeiten mit den Korrepetitoren, die Tänzer machen sich an der Ballettstange fit, der Koch sorgt in der Kantine wieder für das leibliche Wohl, der Intendant hat einen Berg an Post zu lesen. Viel Pragmatisches zu erledigen gibt es, bevor sich das Publikum wieder vom Geschehen auf der Bühne davon tragen lassen kann. Zauberhafte 100 Jahre Bayerische Staatsoper und 200 Jahre Nationaltheater feiert das Haus in der Saison 2018/19 unter dem Motto „Alles was recht ist“. Und BR-Klassik ist von der ersten Minute an dabei, wenn die Oper aus dem Sommerschlaf erwacht.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Oliver Kluck: Der Hund des alten Mannes

Mit Andreas Grothgar, Sonja Anders, John von Düffel, Thomas Oberender, Ulf Schmidt und Christina Zintl. Regie: Leonhard Koppelmann. SWR 2016

40 Jahre Kunstkopf. Ein noch nicht abgeschlossenes Kapitel der Hörspielgeschichte. Von Annegret Arnold. BR 2013

Oliver Kluck rechnet mit allem ab, was er zu fassen bekommt – den Kapitalisten, den Schriftstellern, den Theatermachern, kurz: diesen Größenwahnsinnigen.

„Niemanden verachten wir so, wie wir diese Leute verachten. Diese Menschenschinder. Diese null und nichtigen Schwätzer. Diese Egoisten. Diese Opportunisten. Diese Applausklatscher. Diese Massenbespaßer. Diese Verkäufer vieler Karten. Diese Produzenten am laufenden Band. Diese Verräter der Jugend. Diese Verräter der Revolte. Diese Spitzenverdiener. Diese Frau und Kind Betrüger. Diese Konsenssucher. Diese Staatsdiener. Diese ganz gewöhnlichen Bürger. Diese anständig Verheirateten. Diese Nichtssager. Diese Ausgebrannten. Diese Diener der Kultur. Diese Bewahrer des Guten. Diese Alles-richtig-Macher. Diese Netzwerker. Diese Heimatlosen. Diese Untreuen. Diese Ängstlichen. Diese armen Menschen, die nichts anderes haben, als ihren lächerlichen Betrieb, ihre Fabriken, in denen unter der Aufbringung unvorstellbarer Opfer tatsächlich überhaupt nichts produziert wird.“

Oliver Kluck, geb. 1980 in Bergen auf Rügen, Schriftsteller. Werke u.a. „Über die Möglichkeiten der Punkbewegung“ (2011), „Leben und Erben“ (2012).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand

Jane Vignery: Sonate für Horn und Klavier op. 7 | Jörg Widmann: Air für Horn solo. Tillmann Höfs, Horn; Akiko Nakami, Klavier


29.09.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ oder: Wenn die Oper aus dem Sommerschlaf erwacht

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Welches Zeug eignet sich für welches Werk? Ein Besuch beim Musik 21 Festival 2018 ,WERK/ZEUG‘ in Gifhorn

Von Magdalene Melchers. Seit 2008 bietet das Netzwerk Musik 21 Niedersachsen zum jeweiligen Jahresthema ein Festival, das im Wechsel in Hannover und im niedersächsischen Umland stattfindet. Unter der künstlerischen Leitung des Komponisten und Performers Matthias Kaul folgte die diesjährige Ausgabe vom 7. bis 9. September 2018 dem Thema ,WERK/ZEUG‘. Im Städtchen Gifhorn erfüllten so ungewöhnliche Klänge die Stadthalle, den Marktplatz und das eindrucksvolle Areal des Gifhorner Mühlenmuseums. Laubsauger, Sperrmüll sowie Windmühlenflügel kamen dabei zum Einsatz. Das Eröffnungskonzert bestritt das finnische Defunenensemble, außerdem waren die norddeutsche Gruppe Klank zu erleben und Arbeiten der Kinderkomponistenklasse des Ensembles L’art pour l’art.

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Cristina Branco – eine magische Stimme des Fado

Schon längst ist Cristina Branco mehr als „nur ein Geheimtipp“. Die Fado-Sängerin trat in einer TV-Sendung in den Niederlanden auf, danach stand das Telefon nicht mehr still. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wollte man sie hören, der Durchbruch in der portugiesischen Heimat stellte sich nach Veröffentlichung des ersten Albums mit etwas Verzögerung ein. Die Sängerin und ihre Begleiter faszinieren mit Neo-Fado im Jazzgewand. Die Songs und Texte ihrer Lieder – auch ihres jüngsten Albums – stammen aus der Feder bekannter portugiesischer Künstler, aber an das Liveerlebnis des Quartetts kommt nichts heran! Cristina Branco bringt den Fado mit der Intensität und Tiefe ihrer ganzen Persönlichkeit auf die Bühne. Diese Lieder haben nichts mit rührseliger Urlaubsromantik zu tun; sie sind vielmehr als eine tief berührende Reise in die inneren Seelenwelten einer Sängerin zu verstehen, die mit ihrer magischen Stimme an ein so großes Fado-Idol wie Amália Rodrigues anknüpft. Cristina Branco weiß durchaus dem traditionellen Fado das „Neo…“ hinzuzufügen und erzählt, was es mit der „Wehmut“ jener Musik auf sich hat. Eine Sendung von Roland Kunz


30.09.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Dusslige Diven und hustende Helden – Eine Operngala vom Feinsten

Sie singen schön. Mehr Positives lässt sich von ihnen für gewöhnlich nicht sagen: den tragischen Opernfiguren, die zwar mit voll tönender Stimme, aber zumeist ohne Sinn und Verstand durch die Opernhandlung stolpern.

Auf der Suche nach dem großen Glück greifen sie mit beiden Händen voll daneben und singen sich dabei auch noch um Kopf und Kragen. Da weiß man gar nicht, bei wem’s am schiefsten läuft und wer am Schluss am totesten ist. Nur der Heldentenor brüllt tapfer sein „Nessun dorma“ in die Nacht hin „Keiner schlafe!“ Aber das kann bei dem Geschrei sowieso keiner.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Melange aus Kulturen – Musik in der Europäischen Kulturhauptstadt 2018, Valletta

Von Magdalene Melchers. Die Inselrepublik Malta wurde vor über 5.000 Jahren besiedelt. Die angrenzenden Länder sowie die ehemaligen Kolonien prägen bis heute die Kultur Maltas in vielfältiger Art. Besonders in diesem Jahr bemühen sich die Malteser, ihre musikalischen Konturen wieder deutlicher nachzuziehen. Zeitgenössische Musik erklingt im Mnajdra-Tempel, das Barockmusik-Festival betont architektonische Besonderheiten und die traditionellen Lieder Maltas – die Ghana – erzählen nuancenreich von der Mentalität der Malteser.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Julius Eastman: Composer/Performer

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Julius Eastman: Evil Nigger, für 4 Klaviere; Kukuruz-Quartett | Julius Eastman: The Zurich Concert, für Klavier solo; Julius Eastman | Peter Maxwell Davis: Eight Songs for a Mad King; Julius Eastman Fires of London, Leitung: Peter Maxwell Davis | Meredith Monk: Dolmen Musik; Monk Ensemble | Julius Eastman: Gay Guerilla, für 4 Klaviere; Julius Eastman, Frank Ferko, Janet Kattas und Patricia Martin | Julius Eastman: Femenine, für Ensemble; S.E.M. Ensemble

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Gesänge am Abgrund – Der Syrer Ahmad trifft Edgar Knecht

Aeham Ahmad – die erschütternden Bilder des Syrers gingen 2014 um die Welt: Da saß er mitten auf der Straße in den Trümmern von Damaskus am Klavier, spielte und sang sich die Seele aus dem Leib um den Menschen der zerbombten Heimat Hoffnung zu geben. Zuhörer wurden erschossen, das Klavier wurde verbrannt, er selbst schwer an der rechten Hand verletzt. Die Finger des Pianisten sollten amputiert werden, er schrie und wehrte sich. Der Arzt im provisorischen Lazarett war Zimmermann. Wie durch ein Wunder konnten Aeham Ahmads Finger und Hand erhalten bleiben; der Künstler floh zu Fuß nach Deutschland – die ganze Route, das ganze Programm. Er war einer von den vielen Menschen, die dem Tod entfliehen wollten und mussten. Und er war einer von denen, die es mit Fleiß, Disziplin und Integrationswillen geschafft haben, in Deutschland Fuß zu fassen, anerkannt zu werden und das Leben neu zu entdecken – auch die Musik. Über Kontakte konnte eine Begegnung zwischen Aeham Ahmad und dem Pianisten Edgar Knecht und seinem Trio arrangiert werden, und nun trafen syrischer Gesang auf deutsches Volkslied, Jazz und Latin verbanden sich mit arabischen Rhythmen zu mitreißenden Kompositionen. Hinter diesen Klängen, Melodien und Songs steckt das Schicksal einer ganzen Region und eines Musikers, der uns mit seiner Kunst bereichert. Eine Sendung von Roland Kunz

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Martin Hufner

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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