Neue Musik: Die Radio-Woche vom 27.2. bis 5.3.2017

Es folgt das Ergebnis der Websiten- und ARD-Suchmaschinen-Recherche in Sachen Neue Musik für die kommende Woche vom 27.2.2017 bis 5.3.2017. Alle Angaben ohne Gewähr und auf eigene Gefahr. Hoffe, es hilft dem einen oder anderen.

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Montag, 27.2.2017

21.04 Uhr | kulturradio-rbb
MUSIK DER GEGENWART mit Margarete Zander: Pierre Boulez und die Akustik

Am 4. März wird in Berlin der neue Pierre Boulez Saal eröffnet. Die Benennung nach dem bedeutenden Komponisten des 20. Jahrhunderts erfolgt nicht von ungefähr, hat sich Boulez doch intensiv mit akustischen Fragen auseinandergesetzt und mit dem IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique / Musique) eines der bis heute wichtigsten Forschungsinstitute für Musik und Akustik gegründet. Ein Einblick in das akustische Denken des Komponisten — und in die Akustik des neuen Saales.

23.03 Uhr | SWR2
Interpreten der neuen Musik (1/3): Mikael Rudolfsson und das Ensemble Schwerpunkt

In einer dreiteiligen Reihe stellt SWR2 JetztMusik Interpreten der neuen Musik vor. Den Anfang machen der schwedische Posaunist Mikael Rudolfsson und das Ensemble Schwerpunkt. (mehr)


Dienstag, 28.2.2017

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Music and/as Process: Ein britisches Projekt untersucht Musik als „System von Bewegungen“ – Von Carolin Naujocks

Eine Gruppe um die englische Komponistin Lauren Redhead begreift Komponieren als Umgang mit musikalischen Prozessen.

00:12 bis 02:00 Uhr | Bayern 2
Concerto bavarese Bayerische Komponisten

Isabel Mundry: „Balancen“ (Peter Sheppard Skaerved, Violine); Hans-Jürgen von Bose: „Salut für Billy Pilgrim“ (Siegfried Mauser, Klavier; Christian Heyne, Sound Design; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Eötvös); Jan Müller Wieland: „Sozusagen grundlos vergnügt“ (Christiane Iven, Mezzosopran; Axel Bauni, Klavier); Konstantia Gourzi/Ludwig van Beethoven: Gedichte zu Prometheus im Wechsel mit Auszügen aus „Die Geschöpfe des Prometheus“ (Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen); Markus Zahnhausen: „Lux aeterna“ (Susanna Laurin, Blockflöte); Moritz Eggert: „Number Nine VII: Masse“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Rundel)

22.05-23:00 Uhr | BR-KLASSIK
Horizonte: Mund aufmachen!

Horizonte – die Sendereihe für Neue Musik auf BR-KLASSIK.

Die Stimme nutzen, abgeben und erheben – das Berliner Ultraschallfestival bot viele Bühnen für politische Statements, die Komponisten und Interpreten bereitwillig nutzten. Das Ensemble Phönix16 provozierte mit einer musikalischen „Balkanroute“ und die Berliner Vokalsolisten folgen den Spuren deutscher Künstler im Exil. Doch auch umgekehrt brach das politische Tagesgeschehen über den Festivalbetrieb herein. Der türkische Komponist Turgut Erçetin konnte eine Auftragskomposition wegen Visaschwierigkeiten nicht rechtzeitig fertigstellen. Und während das Kuss-Quartett ein Stundengebet von György Kurtág spielte, wurde in den USA ein neuer Präsident vereidigt, unter dem die persönliche Freiheit bereits jetzt erheblich gelitten hat.
Große Namen wie Mojca Erdmann, Christoph Prégardien und der schwedische Folk-Sängerin Lena Willemark, sorgten für Glamour; der Skandal kam allein von einem der Gewürdigten: Dieter Schnebel, Pionier der Stimmtechnik, attestierte den Komponisten der letzten 40 Jahre „fehlende Fantasie“.


Mittwoch, 1.3.2017

00:12 bis 02:00 Uhr | Bayern 2
Concerto bavarese Fränkische Komponisten

Hans Sternberg: Bläserquintett (Residenz-Quintett München); „Sieben Aphorismen“ (Hans Kohlhase, Viola; Jutta Vornehm, Klavier); Trio (Gay Hardy, Oboe; Wolf-Dieter Vollmann, Violine; Leopold Schindler, Klavier); Gerhard Deutschmann: „Mein Herz singt im Kalenderwind“, op. 183 (Nele Gramß, Sopran; Gerhard Deutschmann, Klavier); Bertold Hummel: Symphonie Nr. 3 – „Jeremia“ (Philharmonisches Orchester Würzburg: Jonathan Seers)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR3 – Konzert Mit Kornelia Bittmann. Musik der Zeit [5]: Scanners

Bryce Dessner: Aheym für Streichquartett; Wolfgang Mitterer: rasch für String Drum Set, Streicher und Elektronik; Rebecca Saunders: Fletch für Streichquartett; Alexander Schubert: Scanners für 9 Streicher und Elektronik, Deutsche Erstaufführung. Dirk Rothbrust, Schlagzeug; Alexander Schubert, Elektronik; Ensemble Resonanz. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus

20.59-22:00 Uhr | ndr-kultur
Wie viel Volksmusik steckt in der neuen Musik heute? Zoltàn Kodály zum 50. Todestag – Von Margarete Zander

Angesichts des Todestages des ungarischen Komponisten, Geigers und Volksliedforschers fragen wir, wie ist die Volksmusik in seine Werke eingeflossen und wie arbeiten Komponisten heute mit den Einflüssen der Volksmusik ihres Landes? Eine Expedition in verschiedene Kulturen. Mit Vito Žuraj, Márton Illés, Chaya Czernowin und Samir Odeh-Tamimi.

23.03 Uhr | SWR2
ECLAT 2017 – Korsun, Pauset, Gander

Das SWR Vokalensemble und der Pianist Nicolas Hodges heben neue Werke von Anna Korsun, Brice Pauset und Bernhard Gander beim Festival eclat in Stuttgart aus der Taufe. (mehr)


Donnerstag, 2.3.2017

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Neue Musik: Wien Modern, Semperdepot, Aufzeichnung vom 06.11.2016

Klaus Lang: „weisse aepfel“ für Violine, Viola und Violoncello (2009); Mark Andre: „asche“ für Ensemble (2004-05); Klaus Lang: „weisse farben“ für Ensemble (2016) UA.  österreichisches ensemble für neue musik

00:12 bis 02:00 Uhr | Bayern 2
Concerto bavarese Bayerische Komponisten

Carlos Heinrich Veerhoff: Symphonie Nr. 4 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Leopold Hager); Stephan Wunderlich: „Strukturwandel“ (Stephan Wunderlich, Blockflöte, Klavier, Schlagzeug); Richard Würz: Sextett (Karl Bobzien, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Rudolf Gall, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Kurt Richter, Horn; Ursula Lentrodt, Harfe); Wolfgang Zoubek: „Dvořák-Fantasie“ (Bayerisches Ärzteorchester: Reinhard Steinberg)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Konzert aus der Hamburger Elbphilharmonie

Jörg Widmann: „Arche“, Oratorium für Soli, Chöre, Orgel und Orchester
Marlis Petersen, Sopran; Thomas E. Bauer, Bariton; Kinder (Sprecher): Jonna Plate, Antonius Hentzschel; Iveta Apkalna, Orgel; Chor der Hamburgischen Staatsoper; AUDI Jugendchorakademie; Hamburger Alsterspatzen; Philharmonisches Staatsorchester Hamburg; Leitung: Kent Nagano. (Aufnahme der Uraufführung vom 13. Januar 2017 in der Elbphilharmonie)

21.30 Uhr | hr2-kultur
Neue Musik: „Zeitgenössisch werden“ – Ausbildungswege Neue Musik
Teil 7: „Im Geschäft“ Neue Musik kaufen und verkaufen – Von Sven Ahnert

Wirtschaftlichkeit und zeitgenössische Musik scheinen sich nicht so sehr zu mögen. So war es bisher. Konzerte mit zeitgenössischer Musik erzielen kaum oder wenig Profit. Musikverlage suchen nach multikulturellen Synergieeffekten, um zeitgenössische Musik marktfähig zu machen. Zeitgenössische Musik oder Neue Musik fristet ein ökonomisches Nischendasein. Aber tut sie das noch? Was ist überhaupt zeitgenössische Musik, und wer weiß das? Diesen und verwandten Fragen geht das Feature von Sven Ahnert auf den Grund. Und es stellt sich heraus: Neue Musik scheint zu einer von vielen Spielarten zeitgenössischer Kunst im kulturellen Veranstaltungszyklus deutscher Metropolen zu werden und das erfolgreich.

22.05-23:00 Uhr | BR-KLASSIK
Horizonte: Asia reloaded (aus dem Studio Franken)

Horizonte – die Sendereihe für Neue Musik auf BR-KLASSIK.

Keine Angaben zum Inhalt


Freitag, 3.3.2017

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Klangkunst: Zhuangzi’s Cup of Tea. Von Arsenije Jovanovic (Ursendung)

Eines Nachts saß ein Klangkünstler in seinem Haus an der kroatischen Küste und klopfte gegen eine Teetasse. Als die Frau des chinesischen Philosphen Zhuangzi starb, trommelte er auf einem Bottich herum und sang. Denn der Tod war für ihn nur ein Übergang von vielen. Rund zweieinhalb Jahrtausende später saß Arsenije Jovanovic nachts in seinem Haus an der kroatischen Küste und klopfte gegen eine Teetasse.“Zhuangzi’s Cup of Tea“ besteht ausschließlich aus Klängen von Küchenutensilien – doch ist diese Information überhaupt relevant? Beschränkt sie nicht vielmehr die Vorstellungskraft der Hörer? „Möglich“, antwortet der Klangkünstler sich selbst, „doch dieses Wagnis gehe ich hiermit ein.“ Arsenije Jovanovic, 1932 in Belgrad geboren, ist Autor zahlreicher Audio-Art-Stücke, für die er internationale Auszeichnungen bekam, u.a. Prix Italia und Premios Ondas. Zuletzt für Deutschlandradio Kultur: „Archipelago Prospero“ (2006).
Komposition und Realisation: Arsenije Jovanovic; Produktion: Deutschlandradio Kultur 2017; Länge: ca. 54’30. (Ursendung)

00:12 bis 02:00 Uhr | Bayern 2
Concerto bavarese Bayerische Komponisten

Peter Schöbach: Scherzo (Robert Jobst, Klavier); Russell Smith: Schlagzeugkonzert (Arnold Riedhammer, Schlagzeug; Münchner Philharmoniker: Bernhard Lang); Karel Ricánek: Drei Stücke (Salvatore Lombardi, Flöte; Piero Viti, Gitarre); Elke Tober-Vogt: Orchestersuite Nr. 2 (Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Tobias PM Schneid: Bagatellen (Benjamin Engeli, Klavier); Kurt Strom: Suite (Ludwig Heibl, Horn; Paul Lachenmeir, Manfred Klette, Trompete, Lothar Zirkelbach, Posaune); Philippine Schick: Sonate, op. 43 (Franz Amann, Violoncello; Ingeborg Schneider, Klavier)


Samstag, 4.3.2017

18.00-22:00 Uhr | ndr-kultur – kulturradio-rbb / zeitversetzt ab 20:00: hr2-kultur
Eröffnungskonzert Pierre Boulez Saal Berlin
Live aus Berlin

22.04 – 00.00 Uhr | WDR 3
techné [72]: Das Fairlight CMI

Die Mutter aller digitalen Sampler kommt aus Australien. 1979 bauten Peter Vogel und Kim Ryrie die ersten Exemplare des Computer Music Instrument (CMI): Prozessor, Bildschirm mit Lichtgriffel, druckempfindliches Keyboard und Sounddateien auf Floppy Discs. Für den ersten CMI-Synthesizer mit Samplingfunktion mussten die Musiker noch 1 Million US-Dollar auf den Tisch legen. Seinen Siegeszug durch die Welt des Pop und der experimentellen elektroakustischen Musik hat der stolze Preis nicht verhindert. Im Gegenteil: das Fairlight CMI hat den Sound der Achtziger und Neunziger geprägt. Heute gehört es zu den historischen Instrumenten, aber einige Komponisten greifen dennoch wieder zum Lichtgriffel.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier Neue Musik: Topless Cellist. Charlotte Moorman, Fluxus und die sexuelle Revolution der Kunstmusik. Von Anna Schürmer

Am New Yorker Criminal Court stand im Mai 1967 ein Prozess auf der Tagesordnung, der Kunst und Recht vermengte und ästhetische wie juristische Konsequenzen nach sich zog: Mit Nam June Paiks ‚Opera Sextronique‘ hielt die sexuelle Revolution Einzug in die Kunstmusik und wurde Charlotte Moorman zur legendären ‚topless Cellist‘. Die ‚Jeanne d’Arc der Neuen Musik‘ (Edgard Varèse) wurde zur weiblichen Ikone der transnationalen Fluxus-Bewegung, die mit destruktiver Geste die Versprechen des Dada erneuerte und die Musik der surrealen Aktion öffnete. Das Feature von Anna Schürmer erzählt die wundersame Wandlung der Virtuosin Charlotte Moorman zur topless Cellist entlang klingender Exponate des Fluxus: von der musikaktionischen Vaterfigur John Cage über Phil Corners destruktiv-ästhetischen ‚Piano Activities‘ bis hin zu Nam June Paiks ‚Anti-Musik‘. Der Koreaner avancierte zum Pionier der Medienmusik, indem er die Grenzen der Musik sprengte und in der Verbindung von Licht, Geräusch, Bewegung und Material das multimediale Gesamtkunstwerk der Moderne schuf


Sonntag, 5.3.2017

23.04 – 00.00 Uhr | WDR 3
Nameless Cities

Großstädte bieten reiche Geräuschkulissen, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis einbrennen. Ein mitunter hektisches Gedränge und Geschubse, das am Ende oft auch zu Statik oder Stillstand tendiert. Die Großstadt hat viele Spuren in der Neuen Musik hinterlassen.  Eine Stadtklangübermalung gestaltet Malin Bång. Sie führt uns durch die Straßen ihrer Heimatstadt Göteburg. Dabei bezieht sie Stimmen mit ein, Verkehrsgeräusche, Schritte auf knirschendem Kies, Glissandi der Straßenbahnen oder auch Wasserklänge, gemischt mit den Bremsgeräuschen der Hafenfähre.
Fasziniert vom Großstadtleben war auch der früh verstorbene Fausto Romitelli, der das Erbe der Klassik mit den subversiven Kräften der Populärkultur von William S. Burroughs bis Aphex Twin konfrontiert. Der italienische Komponist imaginiert in seinem „Audiodrom“ eine Rundfunkübertragung aus einer toten Stadt, setzt dabei auf halluzinierende Klangwirkungen und lässt am Ende die Schlagzeuger durch Megaphone zischeln: „you are lost“. Eine tönende Zukunftsvision, deren schwarzer Geist sich unmittelbar mitteilt. 

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Chefmitarbeiter bei | Website

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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5 Antworten

  1. @Martin: Super, danke :-)

    Habe mittlerweile eine statische Website (also keinen Blogartikel, dessen Lage in einem Weblog sich ständig verschiebt) eingerichtet, die folgendes auflistet:

    * einen Link zur stets aktuellen Seite „Neue Musik im Radio“ auf programm.ard.de
    * alle Sendereihen im öffentlich-rechtlichen WebRadio, die sich ausschließlich oder teilweise mit Kunstmusik beschäftigen (16), inkl. deren RSS-Feeds (7)
    * die Streaming-Adressen aller Sender, die diese Sendereihen betreiben
    * eine Kurzanleitung, wie man diese Streams auf simpelste Art und Weise empfangen kann, nämlich in einem Webbrowser (gecheckt habe ich allerdings nur Google Chrome) ohne irgendwelche Zusatzprogramme

    Check it out:

    https://stefanhetzel.wordpress.com/kunstmusikoeffentlich-rechtlicher-rundfunk/

    oder

    http://wp.me/P1MYy1-6n0

  2. Mathias Richter sagt:

    Kleine Korrektur: das Atelier Neue Musik vom Deutschlandfunk ist am Samstag um 22.05 Uhr, nicht Freitag!

    Und ein Nachtrag: MDR Kultur hat eine wöchentliche Sendung am Donnerstag um 20.05 Uhr, genannt „Musik Modern“. Allerdings ist die Musikauswahl oft nur begrenzt modern zu nennen, es sei denn man weitet den Begriff auf die klassische Moderne aus.
    http://www.mdr.de/kultur/radio-tv/radio/ipg/sendung714014_date-2017-03-02_days-true_ipgctx-true_zc-c0dd0c51.html

    Concerto bavarese ist mir bislang entgangen. Herzlichen Dank!

    • Danke für die Korrektur. Die habe ich natürlich jetzt sofort eingearbeitet. Da bin ich einfach durcheinander gekommen. War keine Absicht.

      Den mdr habe ich jetzt mal draußen gelassen. Da war mir persönlich zu sehr „klassische Moderne“ drin.

  3. @Martin: Danke, cool :-)