One night in Darmstadt – Hanau HBF

Im Zug. Ein Kind mit einem Aufzieh-Spielzeug. Ein sich immer und immer wieder entladendes Rasseln, einer Ratsche ähnlich. Völlig falsch verstandene Toleranz der Eltern. Keiner sagt was. Schön auch das Metall-Mülleimer-Zufall-Geräusch, gerne von Kindern lustvoll repetiert, in den Regionalbahnen dieses merkwürdigen Landes, das wir „Deutschland“ nennen (also: das Geräusch). Aber das erwartet mich erst nach dem Umsteigen vom ICE in Frankfurt Hauptbahnhof.

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Meine Playlist während der Hinfahrt: Beethovens Siebte (mit Anima Eterna unter Jos van Immerseel), einige Sachen von Samy Deluxe, der Rundfunk-Vortrag „Anweisung zum Hören Neuer Musik“ von Theodor W. Adorno, ein paar Beethoven-Ouvertüren, ein aufgezeichnetes Gespräch über Gustav Mahler (mit Daniel Barenboim, Jens-Malte Fischer und Helmut Lachenmann) – und aktuell Brahms‘ Vierte mit den Wiener Philharmonikern unter Carlos Kleiber.

Sprich: Ich bin schlecht gelaunt.

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitete für das Konzerthaus Berlin, das Brucknerhaus Linz und viele andere, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.