unwidersprochen abgedruckt [1]

heute: julia lezhneva „die neue große hoffnung am sängerinnenhimmel“ (FAZ) im gespraech mit eleonore büning

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Frage: Haben Sie schon mal zeitgenössische Musik gesungen?

Antwort: Ja, zum Beispiel Prokofjef, als ich Studentin war in Moskau.

faz vom 27.09.2013, s. 36

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Musikjournalist, Dramaturg

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7 Antworten

  1. Eine tolle Realsatire, lieber Patrick. Kürzlich äußerte Anne-Sophie Mutter in einem Interview – immerhin bezogen auf Lutoslawski, Gubaidulina und Previn – etwas Ähnliches und ließ dabei durchblicken, dass sie eine Expertin für zeitgenössische Musik sei. Schön war dann noch der Nachsatz: Mit einem Komponisten verheiratet zu sein, sei nicht so spannend, wie mancher denke. Denn: Der Mann sitze am Schreibtisch, die Frau stünde am Herd und koche. Wohl bekomm’s!

  2. Oder im Wortlaut:

    Frederik Hanssen: Sie waren mit einem Komponisten verheiratet, mit André Previn. Da waren Sie also mittendrin im Schaffensprozess …

    Anne-Sophie Mutter: Das war viel unspektakulärer, als man es sich denkt: Ich koche, er komponiert. Jeder geht dem nach, was er kann.

    (http://www.tagesspiegel.de/kultur/anne-sophie-mutter-eroeffnet-das-musikfest-berlin-was-anne-sophie-mutters-an-lutoslawskis-musik-fasziniert-/8714182-2.html)

    Dem bleibt wenig hinzuzufügen…

  3. peh sagt:

    ja, lieber stefan, ich fürchte, das war nur der beginn zu einer GROOOSSEN serie …
    danke für die „Mutter“

  4. Bedeutet das also, dass Anne-Sophie Mutter eine beschissene Köchin ist? Ich meine nur, weil sie behauptet, Prévin könnte komponieren…. („jeder geht dem nach, was er kann“).
    Nun gut, die Filmmusik des alten „Rollerball“ lasse ich mir gefallen. Aber die besteht vor allem aus Bach….

  5. Wie auch immer, sie spielt allemal besser als Previn komponierte. Zwar sind sie nicht mehr zusammen, aber wer sagt, dass sie nicht auch eine ordentliche bis hervorragende Köchin sein könnte? Und wenn nicht, so spielt sie weniger ihren Ex als die Musik anderer sehr gut kochender oder über Essen Bescheid wissender komponierender Gourmets…

  6. Also ich würde das nicht so eng sehen. Wer so wunderschön in der Barockmusik tiriliert wie hier die Leshneva, braucht nicht auch noch in der neuen Musik ein As zu sein. Da bin ich für Arbeitsteilung. Und wir erwarten doch auch nicht von den Ardittis, dass sie Haydn spielen können.
    [youtube http://youtu.be/-0Rrl0_boW0%5D

  7. phahn sagt:

    @Max Nyffeler Einverstanden hinsichtlich der Arbeitsteilung! Aber da ist ein kleines Missverständnis. Mein Artikel war nicht als Kritik an der Sängerin zu verstehen. Soll sie singen was sie mag, so ohne Frage wunderschön wie nur sie es kann! Der Ball ging in Richtung Redaktion, die mit dem unwidersprochenen Abdruck jener Antwort ein so krudes Verständnis von „zeitgenössischer Musik“ wie man es gelegentlich immer noch antrifft, affirmiert. Aber alles andere widerspräche ja den Gesetzen der PR … Oder sollten wir die Besucher von Romeo und Julia und Peter und der Wolf einfach künftig dem „Neue Musik-Publikum“ zuschlagen? Dann hätten wir eine tolle Grundlage, auf der wir die Öffentlichkeit über das steigende Interesse an Neuer Musik informieren können. Für Interviews stehe ich gern zur Verfügung. Aber keine Rückfragen, bitte, ich liefere lediglich den Text ab, den mir mein Management beigebracht hat.