Solidarität mit Matthias Pintscher!

Schon seit einer gefühlten Ewigkeit entsteht in Hamburg ein Bau, der die Kulturwelt in Atem hält: Die Elbphilharmonie! Schon jetzt als die „klingende Perle der Elbe“ bezeichnet, soll sie Publikums- wie Musikmagnet, Kulturkontor wie Kulturkonto sein, kurzum eines der wichtigsten Pojekte in der Menschheitsgeschichte. Von ihrem zart und elfengleich geschwungenen Dach aus wird „das Wunder von Hamburg“ Klänge, Ideen und den Duft teurer Parfüms aus den VIP-Lounges in die weite Welt tragen. Ganze Generationen von Akustikern haben sich schon daran abgearbeitet, ideale Aufführungsmöglichkeiten in den darin verborgenen hypermodernen Konzertsälen zu erzeugen. Auch noch auf den hintersten Rängen wird daher das leise Brummen der Handys zu hören sein, die die Orchestermusiker in ihren Taschen abzuschalten vergessen haben – Wunder der Physik! Wunder der menschlichen Erfindungskraft!

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Leider hat die Elbphilharmonie ein Problem: sie wird irgendwie nie fertig. Wer genau Schuld daran hat, ist nicht ganz klar (Alexander Gérard und Jana Marko, die die Idee zur Elbphilharmonie als erste im Jahre 2001 hatten und dann Herzog & deMeuron ins Boot brachten, sind es jedenfalls nicht), auf jeden Fall fehlt immer wieder Geld und immer wieder gibt es undurchschaubare Probleme baulicher Natur. Momentan ist 2013 als Fertigstellungstermin genannt, aber da der Termin schon zweimal verschoben wurde, ist es auch möglich, dass es 2031 wird! Ein Skandal – denn die Mehrheit der Hamburger Bürger ist sich einig: Hamburg braucht einen Weltklasse-Konzertsaal!

Was wenige wissen: Durch diesen Missstand wird uns ein großes und gewichtiges Werk der Neuen Musik vorenthalten. Natürlich konnte es nur einen geben, der den Auftrag für die Eröffnungsuraufführung bekommen hat: Matthias Pintscher, einer unserer begabtesten und bestaussehendsten sowie international renommiertesten Komponisten. Wir wissen nicht, was unser geschätzter Kollege bei diesem Eröffnungsstück vorhat, welche magischen Welten des Klangs er erzeugen wird, aber eines ist sicher: es wird bedeutend und spektakulär sein!

Bei dem „Get together“ der sympathischen GNM (Gesellschaft für Neue Musik) in Frankfurt am Main (anlässlich der Musikmesse) wurde daher allen Gästen schnell klar: man muss etwas tun! Man muss verhindern, dass Matthias Pintscher weiter dazu verdammt ist, sein so heiß ersehntes Stück nicht schreiben zu dürfen, wo doch bestimmt schon Geld überwiesen, ein Auftrag erteilt wurde, etc. Daher hier der Aufruf: „Solidarität mit Matthias Pintscher! Solidarität mit Bärenreiter! Gegen Pfusch am Bau!

Spontan wurde die Aktion „Ich bin Matthias Pintscher, Du bist Matthias Pintscher -Wir alle sind Matthias Pintscher“ gestartet, bei der Persönlichkeiten des deutschen Musiklebens ihre Unterstützung zum Ausdruck brachten, was hier in Fotos dokumentiert ist. Die zunehmende Unschärfe der Fotos ist der zunehmenden Besoffenheit des Fotografen geschuldet.

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GNM - bald Nachfolge von Jens Cording und Stefan Fricke gesucht, mehr darüber  in Kürze!

GNM - bald Nachfolge von Jens Cording und Stefan Fricke gesucht, mehr darüber in Kürze!

Beschwerdebriefe sind hierhin zu richten.

Moritz Eggert

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9 Antworten

  1. Ich sehe da eine Berühungsreliquie. Und lauter Menschen unter Drogen. Rettet Pintscher vor seinen Fans.

  2. Lasst doch dem Matthias Pintscher seinen Auftrag
    und den Bau der Elbphilharmonie auch ruhig noch ein bissel währen…

    Nach diesem ersten “Ich bin Matthias Pintscher, Du bist Matthias Pintscher -Wir alle sind Matthias Pintscher”-Carsting weltweit(vielleicht brauchbar als Kriterium für die Vergabe eines zweiten Elbphilharmonie-Eröffnungs-Kompositionsauftrages via Kriterium Foto, lieber Kultursenat!) würde ich folgendes Ranking/Kandidaten vorschlagen:

    1. the winner is: Moritz Eggert
    2. Prize Johannes K. Hildebrandt
    und: weit abgeschlagen aber nicht ohne Humor:
    Theo Geißler

    ;-)
    Buona notte,
    Erik

  3. Früher waren wir Papst, jetzt sind wir Pintscher.

  4. Leider hat die Elbphilharmonie ein Problem: sie wird irgendwie nie fertig.

    hi all,

    in einer der Spiegelausgaben des letzten Jahres stand ein gut recherchierter Artikel über die Problematik:
    Es wurde deutlich, dass die einzelnen für den Bau zuständigen Bauträger und Konstrukteure (Akustiker, Architekt, Statiker etc. etc) die Projektkosten dadurch in die Höhe treiben (und daran gut verdienen) dass bspw. der Akustiker dickere Dämmmaßnahmen fordert, was das Konzept des Architekten durcheinander bringt und vice versa – Baupläne müssen neu gezeichnet werden – Einreich- und Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, der Statiker hat auch etwas mitzureden – neue geänderte Pläne, die wieder dem Akustiker nicht schmecken … … … … ….

    Ein super Trick um an einem solchen Bau über längere Zeit gut zu verdienen.

    Herr Pintscher hat das Glück hier mit von der Partie zu sein:
    (Ich werde grün vor Neid)
    Er könnte jetzt fordern, dass bei der Uraufführung seines Werkes bestimmte bautechnische Rahmenbedingungen erfüllt sein müssen, anderenfalls er seine Komposition umarbeiten muss, was natürlich mehr Honorar erfordert; natürlich sind bestimmte Bedingungen „sine qua non“ auch noch zu formulieren.
    Und das Radl dreht sich um eine weitere Wendung.
    Die anderen Beteiligten werden ihm die Füße küssen.

    Es ist gar nicht mehr so wichtig, dass etwas fertig wird und uraufgeführt wird – viel günstiger ist es, ein paar Baustellen zu ergattern, die einem eine längere Einnahmequelle in Aussicht stellen – so findet dann auch die Moderne Musik den Hafen, den andere Berufszweige bereits erfolgreich angelaufen sind.

    Es grüßt aus Wien

    – wechselstrom –

  5. eggy sagt:

    @wechselstrom: Das Erschreckende ist, das genau das was Du beschreibst (veränderte bautechnische Rahmenbedingungen erfordern neue Kompositionsarbeiten etc.) wahrscheinlich genauso auch möglich wäre („das Radl dreht sich um eine weitere Wendung“)…

  6. auf dem untersten Bild von Links, der zweiter Mensch – Jens Joneleit – mit gekreuzten Armen und Bart….wusste garnicht, dass der noch gibt…schreibt der noch Musik? Oder ist er aussschliesslich mit „Lobbyarbeit“ beschäftigt?

  7. …und natürlich über d. Bild von Herr Geissler :-) Ebenso….viele Grüße Jens :-)

  8. …weil, wie immer, die Pyramidenbastler den Neuton bestimmen. Ich nehm noch ein Pyramidon und sicherheitshalber ein Lexotanil vor dem Einschlafen…

  9. Lieber Herr NICHT-Foto-Carsting-Preisträger … ;-)

    „Es tut uns Leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass …
    Sehr gerne hätten wir Ihnen eine andere Nachricht überbracht.

    Etc. pepe [Stuttgartpreis lässt Grüßen und wirkt bei mir noch nach, sorry]

    Aber: was ist denn mit „Pyramidenbastler“
    und was mit „Lexotanil“ gemeint?

    Klingt lustig jedenfalls,

    Schönen lauen Frühlingsabend nach Bayern,
    Erik