donaubad 7 – zwischenapplaus für dj simon

sprach ich gerade von existenziellen geschichten? bei den ersten beiden stücken des konzerts von radio hilversum habe ich zu keiner sekunde einen eindruck gewonnen, warum die adretten jungen herren komponieren. dass sie was können, steht außer frage, doch warum man sich das anhören muss, weiß ich nicht. christian dierstein geht es anders, aber der ist auch heute erst angekommen. man muss bei festivalplanung wirklich den ermattungsfaktor beim publikum einbeziehen…

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oder einfach glück haben, dass ausreichend stücke, wie jenes gerade von simon steen-andersen auf dem programm stehen. der aktuelle shooting-star der szene fackelt gerade eine sampleorgie ab, die auf extrem intelligente weise das orchester als supersampler einsetzt, der die aufgenommen sounds stellenweise doubelt und vestärkt, dann rhythmisch kontrapunktiert oder in etwas ganz wahnsinniges überführt. es sind, wenn man so will, plunderphonics, die – jetzt musste ich kurz mal aufstehen und bravo rufen, weil das stück vorbei ist, von wegen neutralität des kritikers, wo war ich stehen geblieben? ach ja – also das ist einfach mal musik, die nach anderen kriterien funktioniert als diese gut gemachte, die man so andauernd präsentiert bekommt. ja, sie hat etwas mit der erfahrung von popmusik zu tun, sie hat überhaupt etwas mit erfahrung von musik zu tun und damit, wie sie in einem vorhanden ist und sich verändert, ja, auch einen selbst verändert.

peter eötvös ist absolut der richtige dirigent dafür. ihm schwebten, als er jung war, ähnlich wilde dinge vor, die technik war noch nicht ganz so weit. jetzt sorgt er dafür, dass diese musik gut abgeht. das ist einen ZWISCHENAPPLAUS wert!

Musikjournalist, Dramaturg

5 Antworten

  1. Leopold Hurt sagt:

    Für alle, die jetzt schon wissen wollen, wie das Abschlusskonzert, dass in ca. einer Stunde beginnt, gewesen sein wird: die dpa hat bereits eine Pressekritik herausgegeben. Die SZ und die Mittelbayerische Zeitung aus Regensburg haben den Artikel netterweise frühzeitig online veröffentlicht. Nur so viel sei verraten: Haas wird nicht jeden begeistern… Grüße an alle Astro-Fans!

    http://www.mittelbayerische.de/index.cfm?pid=10028&pk=598049&p=1

  2. peh sagt:

    das ist ein skandal! auf den zitaten stand eine sperrfrist, 18 uhr. okay, muss man nicht wahren. aber kritiken vorher zu schreiben ist herb. soeben ist james saunders zu ende gegangen. von haas noch kein ton im konzert erklungen.

  3. zoellner sagt:

    So funktioniert Journalismus! Oder was glaubt ihr wann sich die leute kurz nach dem Konzert den Artikel aus den Fingern saugen sollen!? Bläd nur wenn man es vorab veröffentlicht und die gemeine Welt das mitbekommt! ;)

  4. peh sagt:

    Naja, ist ja auch nichts dagegn zu sagen, wenn man schon in der GP war, bereits vorher etwas über die Werke zu schreiben. Aber vorab über die Rezeption eines Stückes durch das Publikum zu schreiben – das ist wirklich dumm und unrichtig.

  5. zoellner sagt:

    Ich sage auch nicht, dass es nicht dumm oder unrichtig ist. Ich sag nur, dass es gemacht wird! Und das nicht zu knapp!