Stimme aus dem Off 02

Bad Blog zu den Donaueschinger Musiktagen 2009

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Probe zu Mathias Spahlingers vierstündigen „Etüden für Orchester ohne Dirigent“ mit dem Titel „Doppelt bejaht“. Die Musiker sind in Gruppen im Raum verteilt und bekommen Zeichen vom Bildschirm. Paradox (und eine häufige Beobachtung von mir): trotz anschließender Neuer Musik spielen sich die Musiker mit Passagen aus rein tonalen Werken ein (oder auch mit Kinderliedern, wie soeben der Fagottist mit dem „Bi-Ba-Butzemann“).

Morgen gibt es für die Teilnehmer des Off-Programms Workshops in der Musikhochschule Trossingen. Ich rufe die Leser des Blogs auf, abzustimmen, welchen Workshop ich besuchen soll. Schließlich kann ich nur aus einem berichten.

1.) Prof. Dieter Mack (Lübeck)
Komponieren für Orchester

2.) PD Dr. Marion Saxer (Frankfurt am Main)
Salvatore Sciarrino

3.) Bernhard König (Köln)
Vermittlung Neuer Musik

4.) Dr. Rainer Nonnenmann (Köln)
Mathias Spahlinger

5.) Prof. Dr. Jörn Peter Hiekel (Dresden)
Das Musiktheater von Manos Tsangaris

6.) Dr. Marie Luise Maintz, Stefan Conradi, Dr. Frank Reinisch, Michael Zwenzner
Komponist/in und Verlag

7.) Prof. Reinhard Flender (Hamburg)
Der Komponist als Unternehmer.
Die ökonomischen Grundlagen für das Komponieren heute (Verwertungsgesellschaften in Europa, GEMA, GVL)

Arno Lücker wurde in Braunschweig geboren, studierte in Hannover, Freiburg - und Berlin, wo er seit 2003 lebt und als "Opernwelt"-Redakteur, Moderator, Dramaturg, Pianist, Komponist und Musik-Satiriker arbeitet. Seit 2004 erscheinen regelmäßig Beiträge von ihm in der TITANIC. Arno Lücker ist Bad-Blog-Autor der ersten Stunde, Fan von Hannover 96 und den Toronto Blue Jays (Baseball).

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7 Antworten

  1. eggy sagt:

    Aus einer Perspektive, die sich nach Diskussionsfutter sehnt (denn ob Spahlinger nun gut ist oder nicht verläuft immer im Sande – Spahlinger gehört zu der ganz seltsamen Gattung von Komponisten, die man weder gut finden noch nicht gut finden kann, er ist so eine Art schwarzes Loch, ein Tor zu einer anderen Dimension, in der es jederzeit unglaublich spannend wie auch grauenhaft öde sein kann):
    Nimm den Flender! Nicht weil der so komisch ist, sondern weil ich mir vorstellen kann, dass da Sachen gesagt werden, über die es sich zu schreiben lohnt…

  2. uea sagt:

    Frag doch mal bei den Verlegern nach, wie Sie gedenken, dass sich Verlage auf das 21. Jahrhundert einstellen, warum Sie noch ME verlangen, wenn Komponisten die Stimmen ohnehin selbst am Computer machen, warum Sie überhaupt noch neue Musik im Programm haben und warum sie so wenig neue Namen bringen.

  3. Arno sagt:

    Danke für eure Votes. Genauso dachte ich es mir auch: Ein Teil Flender, ein anderer Teil Verlag… Grüße aus der Baar-Sporthalle, A.

  4. Arno sagt:

    @Moritz: Damit triffst du einen wesentlichen Punkt bzgl. Spahlinger. Auch hier gibt es bereits die verschiedenen Meinungen… (deren Argumente ich jeweils exakt nachvollziehen kann). Ich werde versuchen, diese Meinungen einzufangen und eine Sammlung einiger Stimmen hier zu veröffentlichen.

  5. Donautaucher sagt:

    Spahlinger hat heute übrigens seinen 65. Geburtstag. Und Nietzsche seinen 165.

  6. …spielen Zahlen noch eine Rolle? Frag ich als deutscher verlegerischer Jung-Unternehmer frevlerisch…
    Theo
    geissler@nmz.de