Habt mich bitte alle lieb

„[Er schreibt Musik] […]

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für ein Schläfchen

in einem kuscheligen Bett.

Augen zu, Musik an […].“

(arte über Daniel Smutny)

 

Jetzt mal so ganz ohne Drumherum, jeder will doch geliebt werden. Auch die böse böse Neue Musik. Die schaut so ganz süß hoch und sagt, hab mich lieb und was machen wir mit ihr, wir schlagen ihr in die Fresse, nein, das ist nur so ein Satz, das klingt so nach Klaus Kinski, wie er bei seiner Jesussache damals ausgeflippt ist, das war so toll, also, die Neue Musik will doch auch nur einmal in den Arm genommen werden und die schaut so ganz ganz süß hoch, macht so ein leises Geräusch durch die Nase, wie ein Kaninchen, haben Sie schon einmal Ihr Ohr, haha, egal, wie neuemusikgeschädigt es ist, schöner Witz, denn ich schaff sonst den Kontext nicht, Freunde, ich implodiere hier förmlich, Kuss, mein Schatz, an die Flauschistupsnase eines jungen Süßkaninchens gehalten und genau, und das ist jetzt wichtig so, haben Sie dann einmal ganz genau hingehört und wenn ja, was haben Sie gehört, nein, ich muss das gar nicht auflösen, für die Stupseingeweihten ist die Sache ja längst klar, für die sage ich es aber schon noch, damit Sie sich in dieses Lenormamahatfrischewäschegewaschengefühl so richtiggehend reinlegen können, also, ein weiteres Mal reinlegen können, also, so natürlich nur theoretisch, so unter theoretischen Bedingungen, anhand dieses Textes, der ja auch bloß auf Ihrem Bildschirm erscheint, Sie können ihn ja noch nicht einmal als Papier anfassen, das tut mir leid, ich möchte mich dafür entschuldigen, und bei M., M., es tut mir leid, verzeih mir, wir sind da ja unter uns, aber für unter uns sage ich es noch einmal, was wir, also nicht ihr, sondern wir hören, ist so ein ganz leises, es ist wirklich sehr leise, Geräusch, das einem ständigen, ganz schnellen Luftausstoßen durch zwei süße Beißerchen mit Lücke ähnelt, und so ist es natürlich. Es ist ja genau das, was ich geschrieben habe, Freunde. Das Kaninchen macht so ein ganz leises, fulminant fixes, luftnuckelndes Geräusch. Das ist mein Leben. Wenn Sie ein Kaninchen zur Hand haben und aus irgendeinem Grund fällt mir der Name Ernst Jünger ein, das hat aber mit der Sache nichts zu tun, ich stelle mir nur gerade Ernst Jünger vor, wie er ein Kaninchen auf dem Arm hat und mit seinem Ohr dann so, na, Sie wissen schon, also, wenn Ihnen ein Kaninchen in eine Zurhandenheit, ha, jetzt weiß ich, ich wollte gar nicht Ernst Jünger schreiben, ich wollte Martin Heidegger schreiben, der hatte mit Kaninchen ja auch nicht viel so am Hut, eine sehr laute und irgendwie mich anmachende Dozentin an der Humboldtuniversität hat in einem Husserlseminar mehrmals betont, wohlgemerkt, fast immer durchgehend schreiend, dass es ja kein Wunder sei, dass in Heideggers gesamten, unglaublich umfangreichen Oeuvre nicht ein einziges Mal das Wort Liebe vorkommt, M., wie steht es mit dem Neunzehnten Mai, ich möchte gerne in Schneewittchen an der Deutschen, lade Dich ein, also, wenn Ihnen ein Kaninchen in eine Zurhandenheit gerät, nehmen Sie es in eine Stupsnasenohrenzurhandenheit, also, nehmen Sie sich das Kaninchen zur Hand, ist schon ganz schön unwahrscheinlich, dass Sie gerade ein solches da haben, oder, ja, dann tut es mir leid, ich wollte Sie nicht verletzen, aber wenn, dann nehmen Sie es zur Hand und halten Ihr Ohr an das süße Stupsnäschen. Das Häschen wird es Ihnen danken. Auf seine Weise. Verstehen Sie. Hören Sie doch.

 

Sie müssen schon verstehen. Sie müssen schon hinhören. Jetzt öffnen Sie sich doch endlich einmal. Wissen Sie, so geht es doch nicht mehr weiter. Also, die Neue Musik muss schöner werden. Sie müssen ihr, wenn sie, die Neue Musik, nur endlich einmal sagen würde, hier bin ich, ich möchte geknufft werden, hab mich bitte ganz ganz dolle lieb, ich bin dein weißes Habmichliebkaninchen, also, Sie müssen ihr nur eine Chance geben, dann begleitet Sie die Musik überall hin, und im besten Falle werden Sie von den feinsten Gedanken erfasst, die Sie dann zu sich selbst führen. In Ihr jämmerliches, kleinliches Innen, das Sie folglich veranlasst, Ihren Hass, Sie haben ja sonst nichts, hier über andere auszuschütten. Also, lassen Sie sich fallen, sorgen Sie aber vorher für die Bereitstellung eines Verbandskasten, damit die durch den Aufprall möglicherweise entstehende Verletzung vorsorglich, bis Eintreffen des Notarztes versorgt werden kann und Sie nicht verbluten oder, und jetzt kommt mein Lieblingssatz, man kennt ihn aus Zeitungen oder Biographien berühmter Sänger hinter der Bühne, an Ihrem Erbrochenen ersticken, denn, stellt euch das jetzt vor, ihr müsst brechen, so hieß das bei mir immer früher, also, bei uns, und wenn jemand von uns Kindern brechen musste, dann war er der Held, und wurde lukullisch umsorgt, und mal ausnahmsweise nicht tagelang in seinem Zimmer heulend eingesperrt mit Essenvordietürstellen und so, also, wenn jemand gebrochen hatte, Arno hat gebrochen, Ausrufezeichen, dann hatte er so einen besonderes Status inne, als hätte er eine Großtat begangen und sei, zumindest stunden, im besten Falle tageweise, wie ein König zu behandeln, also, stellt euch vor, ihr müsst brechen, und keiner ist da, das ist dann so ein Gefühl und das mag man nicht, man kann es sich ja nicht immer aussuchen, in jedem Fall habt ihr dann ganz alleine gebrochen. Und zwar mir eurem Essen.

 

Also, nehmt die Klänge in euch auf. Lasst die Kuschelklänge euch bewegen, bis so ein komisches Gefühl in der Magengegend, das Wort, Magengegend, übrigens nicht leicht auf der Tastatur zu schreiben, ist ja wohl so großartig, hätte schon wieder so Lust, M. zu erwähnen, M.gegend, Maybachufer, sitzend, rauchend, und so, also, bis so ein Gefühl aufkommt und ihr wieder brechen müsst. Das tut mir jetzt leid. Das wollte ich nicht. Also, lasst euch fallen, ach, nein, nicht gut, und das mit der Magengegend vergessen wir auch wieder. Aber komponiert doch endlich mal etwas Schönes, nicht immer so mit Dissonanzen und so. Das ist doch nun wirklich nicht schön. Schaut, die Welt ist ja schon schrecklich genug, wozu dann noch so viele schreckliche Musik. Das ist doch pervers. Geht es uns denn zu gut. Ja, natürlich. Und hier sind deine Tabletten. Kinder, gebt der Welt schöne Neue Musik, bis alle dran verrecken, Entschuldigung, bis sich alle so ganz kuschelig und endlich einmal erholt fühlen, wenn Sie in einem Neuemusikkonzert waren und nicht immer so pseudo-intellektuell, haha, wenn ihr wüsstet, wie richtig ihr liegt, danach rumquatschen müssen, bei dem im Übrigen viel zu teuren Weizen, auf das man, jedenfalls da oben am Mehringdamm, auch immer ziemlich lange warten muss und Vordrängeln ist meine Sache natürlich nicht, das habe ich überhaupt nicht nötig, man bedient mich am Platz, alle Mädchen, Entschuldigung, ich soll ja besser Schl. schreiben, hat M. sozusagen gesagt, also, alle Schl. kommen zu mir, ja, auch die mit den Notizbüchern werden zu mir kommen, lasset sie zu mir kommen und ich werde sprechen weise Worte, die ihr werdet hinnehmen so irgendwie in Ewigkeit. Und auch darüber hinaus. Man möge das nur richtig verstehen, dass ich warte auf Dich, alle Zeit. Ah, M.

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitet von Berlin aus für das Brucknerhaus Linz, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.

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Arno Lücker

Arno Lücker wurde 1979 in Braunschweig geboren. Seit 2003 lebt er in Berlin. Dort arbeitet er als Moderator und Dramaturg. Er ist Künstlerischer Leiter der Astronomie-Musik-Reihe "Himmlische Partituren" im Zeiss-Großplanetarium Berlin, arbeitet von Berlin aus für das Brucknerhaus Linz, schreibt Programmtexte für zahlreiche Orchester (Wiener Philharmoniker, New York Philharmonic), macht Konzerteinführungen in der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie und anderswo. Außerdem ist er Bad-Blog-Autor der ersten Stunde und arbeitet als Kurator für die Musikstreaming-App IDAGIO.

13 Antworten

  1. Der Russe sagt:

    Dieses hilflose gestammel ist unmöglich zu lesen. Und wenn ich beim überfliegen die Quintessenz richtig erfasst habe, denke ich, das im Gegenteil genau dieses halbseidene gestammel mitschuld ist, das die Neue Musik (oder wie auch immer man es nennen mag) so ein Nieschendasein führt.

    Der Neue Musik-Szene fehlen (man verzeihe den Ausdruck) „Eier“ (und nein, nicht die zum werfen).

  2. Köszeghy Peter sagt:

    Lieber Russe,
    da kann ich nur zustimmen.
    P.

  3. …feiner, sensibler, nachdenklich stimmender Text. Danke, Herr Lücker.
    Meint: Theo Geißler

  4. Köszeghy Peter sagt:

    …wenn die Energie, die für den Text verwendet wurde, auf den Bahn gelenkt werden würde, wo der Geist mit Komponieren von Musik – (oder Klang oder wie auch immer)Stücke verwendet werden würde – rein technisch und motorisch (schon das für d. Nachdenken verbrauchte Energie) – beschäftigen würde, wäre daraus vielleicht das Eine, oder Andere – na ja, vielleicht bei Ihnen wirklich übertrieben – geniale „Musikwerk“ entstanden. In diesem Form bleibt es leider nur ein Text – abr vielleicht ist das auch besser so. Schreiben Sie weiter Herr Lücker – vielleicht bleiben Sie schön bei Texteschreiben – damit uns bewahrend von Wassereimern und sonstige Spielereien…(übrigens den text finde ich, ehrlich gesagt, wie der „Herr Russe“, eine hilflose „gestammel“…Sie sind wirklich eine „verkannte“ „“““Literat“““….

  5. mehrlicht sagt:

    „leider nur ein Text“ – aber ein sehr faszinierender, finde ich. Man kann auch Wörter komponieren, verbale Szenen, Situationen und Befindlichkeiten. Dieser kurze Essay ist eine hervorragende Etüde in dieser Richtung. Wobei ich die „Kuscheligkeit der Neuen Musik“ (gottlob?) nicht so flächendeckend feststellen kann, wie es der Text in stilisierter Übertreibung verheißt.

  6. Köszeghy Peter sagt:

    “[Er schreibt Musik] […]
    für ein Schläfchen
    in einem kuscheligen Bett.
    Augen zu, Musik an […].”
    (arte über Daniel Smutny)

    Smutny sollte sich bei „Germany next topmodel“ für Männer bewerben. http://www.prosieben.de/lifestyle_magazine/germanys_next_topmodel/
    Die Niveau ist ungefähr das gleiche Kalliber.

  7. Köszeghy Peter sagt:

    ….oder noch besser, Smutnys Musik im Darkroom von einem DJ auflegen lassen.

  8. Chamäleon sagt:

    Von wem wird Smutny denn so gepuscht?

  9. Betterboy sagt:

    Hallo Blogger,

    ich habe mich entschieden meinen Namen nicht zu nennen. Vielleicht wird der ein oder andere verstehen warum nicht. Die Idee zum Blog ist ja grundsätzlich mal gut und es wird abzuwarten sein, was sich daraus ergibt. Wünschen würde ich mir allerdings, dass sich die nmz dazu durchringen könnte, mehr kritische Stimmen in ihr Hauptportal einfliessen zu lassen. In wieweit ein Hinterzimmerblog wahrgenommen wird ist doch fraglich. Und eine Menge von dem, was hier so steht, überfliege ich nur noch. Einige haben ja ganz schön viel Zeit zu haben….
    Dem langen Eingangs-Text von Herrn Janson kann ich mich nur anschliessen. Das ist doch eine geballte Ladung von Frust über ein in Jahrzehnten gewachsenes Netzwerk der Neuen Musik. Und der Herr Köszeghy erscheint mir etwas streitsüchtig … Ich habe mir das hier seit ein paar Tagen angeschaut … nun denn ….
    Ich möchte mich von den inzwischen inflationär und häufig missbrauchten Begriffen „Vernetzung“ oder „Netzwerk“ distanzieren und sie zum Unwort des oder der letzten Jahre vorschlagen. Man sollte die Begriffe besser kurz in „Filz“ umbenennen. Und genau da stecken zu viele drin – Festivalmacher, Verbände, Redakteure, Förderinstitutionen, Journalisten und ihre Medien und auch einige wenige Politiker – meistens Hinterbänkler – die sich gerne als Kulturförderer profilieren und feiern lassen und plötzlich ganz wichtig sind. Die Wichtigkeit hat aber leider in vielen Fällen nichts gemeinsam mit Fachkompetenz. Connemann, Kampeter, Schneider, Otto und co. lassen grüßen. Letztlich geht es nur um eins – Geld, das alle haben wollen, aber nicht alle bekommen sollen.
    An ästhetischen Diskussionen möchte ich mich nicht beteiligen. Denn – ich bin Komponist und von daher naturgemäß davon überzeugt – der einzig wahre zu sein. Komponisten können und sollen dazu nicht objektiv sprechen. Was soll die Frage von Herrn Eggert, wo sich die Musik im 21. Jahrhundert hin entwickelt? So ein Unsinn. Ich weiß es nicht, Herr Eggert auch nicht, wir werden es nie erfahren. Musik ist eine sich permanent verändernde Kunstform. Und Kunst spricht immer das Du an, ist individuell zu betrachten und zu werten. Was von dem, was neu ist, von Bestand sein wird, werden erst die wissen, die nach uns kommen. Jeder hat da – wie Herr Keuk bezüglich des Feuilletons richtig bemerkt – eine andere subjektive Empfindung und Deutung. Leider wird aber genau die subjektive Meinung derer, die die Steuerinstrumente (Finanzen, Programme, Medien) in den Händen halten allzu oft dogmatisiert. Das Problem – das stille Wissen um die Dogmatisierung führt dazu, das zu viele sich diesen Strukturen unterwerfen, um am großen Kuchen (Geld und auf den Pogrammen stehen…) zu partizipieren. Anpassung ist also gefragt, für manchen mag das bis zur Selbstverleugnung gehen. So entstehen Schieflagen und Fehlentwicklungen. Um das zu verhindern braucht es weniger Vetternwirtschaft und Korruption (siehe Herr Janson, aber ich fürchte das ist zu utopisch) und vor allem mehr Kontrolle durch die, die diesen Spaß finanzieren. Schwierig wird es dann, wenn auch die Kontrollgremien in wenigen und gleichen Händen sind. Also – lassen wir diese Diskussion besser mit dem 21. Jahrhundert und wohin die Musik geht. Komponisten – lasst der Musik ihre Freiheit und labert sie nicht vorher in eine Richtung, in die sie vielleicht gar nicht will.
    „In der breiten Bevölkerung herrscht eine ganz allgemeine Skepsis gegenüber der Neuen Musik. Neue Musik gilt als „schwierig“, „intellektuell“ und „hermetisch“. Sie wird nur von einer kleinen Gruppe „Eingeweihter“ gehört und diskutiert. Der Zugang zur Neuen Musik wird dadurch erschwert, dass einem breiteren Publikum die notwendigen Kenntnisse und Erfahrungen fehlen, um sie genießen zu können.“ – steht in der Pressemitteilung der Bundeskulturstiftung zur Ausschreibung zum Netzwerk Neue Musik. Das ist eine richtige Feststellung. Dieses Image der Neuen Musik ist die Folge einer jahrzehnte langen Entwicklung. Aus dem Elfenbeinturm sollen nun die, die die Musik da hineingeführt haben, sie wieder befreien. Das wird nicht funktionieren und die Isolation, das Nischendasein der Neuen Musik eher noch bestärken.
    Die Neue Musik krankt nicht bei denen, die sie schaffen – also den Komponisten, sondern bei denen, die meinen zu wissen, was die wahre Neue Musik ist und diese mit ihrer Macht über Programmgestaltung, Finanzen und öffentliche Wahrnehmung einseitig ohne Rücksicht auf andere puschen und Entwicklungen manipulieren. Und – lieber Herr Geißler – bei allem Respekt – Haben Sie den Bezug zur Realität verloren oder wollen / können Sie es nicht sehen? Es sind einige wenige Festivalmacher und Redakteure, die die Macht über die Neue Musik in Deutschland haben. Sie machen eben nicht nur Programme, sondern sind zunehmend direkt mit der Verteilung der Fördermittel befasst. Kleiner Einblick gefällig? Bitteschön.
    Am 29. Mai findet in Bonn ein Konzert „Space Sounds“ der Reihe „Klingt gut“ des Deutschen Musikrates / Förderungsprojekte zeitgenössische Musik mit Musik von Marcus Schmickler statt. Herr Schmickler ist Mitglied der Jury „Konzert des Deutschen Musikrates“. Oh – da ist ja auch Stefan Fricke drin. Der ist beim HR, kuratiert verschiedenste Konzertreihen – hat der nicht auch was mit der Sache in Bonn …., ist ein gern gesehener Gast bei Podiumsdiskussionen (z.B. bei der Musikmesse, die nmz berichtete ausführlich… siehe letzte Ausgabe), ist auch im Bundesfachausschuss Neue Musik des Deutschen Musikrates, ist Vizepräsident der Gesellschaft für Neue Musik (GNM), ist Mitherausgeber der Positionen und – einfach mal googeln !!!!!!! – … oh, Gisela Nauck von den Positionen ist ja auch in der Jury beim Musikrat und natürlich auch Mitglied der Gesellschaft für Neue Musik (GNM). Und überhaupt – wen man da bei der Gesellschaft für Neue Musik (GNM) so alles findet … Meret Forster vom Bayrischen Rundfunk, auch bekannt von den Eröffnungsveranstaltungen in Donaueschingen und sie ist in der Jury der Bundeskulturstiftung !! Hallo, na wenn das nichts ist. Und Christine Fischer (Musik der Jahrhunderte/Eclat/Neue Vokalisten/Netzwerk Süd/Mitglied im Bundesfachausschuss Neue Musik des Deutschen Musikrates) ist natürlich auch ein geschätztes Mitglied der ehrenwerten Gesellschaft für Neue Musik (GNM) – vielleicht in ein paar Jahren im Vorstand ? – wetten dass ! Und wer ist der Mann an ihrer Seite? Na? Rainer Pöllmann – ja – vom Deutschlandradio und Ultraschall und natürlich auch Mitglied der Gesellschaft für Neue Musik (GNM). Sie haben sich vor ein paar Jahren in Donaueschingen kennengelernt – natürlich beim Empfang des Fürsten. Das ist doch toll – kann man super die Programme zwischen Stuttgart und Berlin jonglieren. Kürzlich wurde der Deutsch-Französische Fond für zeitgenössische Musik eröffnet. Und wer sitzt da gleich mal von deutscher Seite her im künstlerischen Beirat? Ja! Christine Fischer und Matthias Osterwold von der Maerz Musik und – wer hätte es nicht schon längst vermutet – der ist natürlich auch Mitglied der Gesellschaft für Neue Musik (GNM). Überhaupt – es ist schon interessant – diese Häufung von Regionalgesellschaften der Gesellschaft für Neue Musik (GNM) in den Listen der geförderten Projekte beim Konzert des Deutschen Musikrates oder beim Netzwerk Neue Musik (einfach mal googeln … lohnt sich). Aber ich will da wirklich niemandem nichts unterstellen. Es geht nur darum, wer die Macht über die Neue Musik in Deutschland hat. Aber jetzt kommen wir mal zu jemandem, der wirklich was zu sagen hat. Das waren ja bisher nur kleine Lichter. Jens Cording – Präsident der Gesellschaft für Neue Musik (GNM), Projektleiter des Bereichs Musik beim Siemens Arts Program, im Stiftungsbeirat der Bundeskulturstiftung, im Bundesfachausschuss Neue Musik des Deutschen Musikrates, im Projektbeirat Konzert des Deutschen Musikrates, Mitglied der Arbeitsgruppe Musikjournalismus und Neue Musik beim Deutschen Musikrat usw. Früher war er mal Bratscher beim oh-ton-ensemble. Stop – mir macht das Angst. Obwohl – da geht noch was. Dieses Jahr sind so viele Wahlen. Da kann man schon den Überblick verlieren. Und weil Herr Cording noch nicht genug Einfluss auf die Musik in Deutschland hat, möchte er doch bestimmt im Herbst in das Präsidium des Deutschen Musikrates gewählt werden. Er will. Aber das ist nicht so einfach. Man braucht dafür nämlich die Stimmen der großen mitgliederstarken Verbände – also Laienmusikverbände, Chorverbände, Kirchenmusikverbände, den VdM oder den DTKV usw. Und wie erreicht man die? Na durch eine Superpräsentation in Form einer ganzen Seite in der nmz – siehe letzte Ausgabe – natürlich selber geschriebener Artikel. Lieber Herr Geißler – ich bin sehr gespannt, ob auch andere Kandidaten eine solche Plattform in Ihrer Zeitung bekommen.
    Außerdem fällt mir seit langer Zeit auf – und Herr Geißler hat hier im Blog auch schon wieder in diese Richtung geschlagen – dass in fast jeder Ausgabe der nmz ein Artikel steht, in dem irgend jemand die GEMA attackiert und Dinge in die Welt setzt, die ein schlechtes Bild auf diese Gesellschaft werfen. Das finde ich sehr bedauerlich, weil ich ja selber Komponist bin, also ein Teil der GEMA. Dass z.B. die GEMA seit Jahrzehnten Projekte in Deutschland sehr umfangreich fördert und vieles ohne die GEMA schon längst den Bach runter gegangen wäre, gerät dabei leicht in Vergessenheit. Und dass sich die GEMA immer mehr hin zu einem „platten Distributions- und Marketing-Tool“ (so Geißler im Blog) entwickelt, liegt auch mit an den Komponisten der Neuen Musik / E-Musik selber. Denn die glänzen bei den jährlichen Mitgliederversammlungen meistens mit Abwesenheit. Wenige sind jedes Jahr da – also entscheiden andere – und das führt dazu, dass die Komponisten der Neuen Musik auch hier in der Verwertungsgesellschaft immer mehr an den Rand gedrängt werden. Den wenigen E-Komponisten, die bei der Versammlung anwesend sind geht es relativ gut – die kümmern sich und wissen worum es geht. Also – liebe Komponistenkollegen – im Juni ist Mitgliederversammlung in München, aber bitte Augen und Ohren offen halten. Oh – 2009 ist ja Superwahljahr und der GEMA-Aufsichtsrat wird gewählt. Ich gehe doch davon aus, dass Badboy Eggert für dieses hohe Gremium kandidiert. Mit der nmz im Rücken ist da schon mal eine tolle Werbeplattform ganz unauffällig geschaffen. Danke Herr Geißler.
    Ich glaube, das reicht jetzt erst mal für den Anfang. Es macht schon Angst, je tiefer man in diesen Morast eintaucht – wer da so alles drinne steckt…. Vielleicht später mehr ….
    Also es wird noch ein spannendes Jahr und die Neue Musik wird weiter bestehen. Es kommt nur darauf an, ob wir weiterhin nach Donaueschingen, Witten, Darmstadt, Ultraschall, Maerz, Eclat usw. pilgern, wo sich die Poppes, Andrés, Newskis, Smutnys usw. die Klinken in die Hände drücken und um ihre Verleger herumschleimen oder ob wir bereit sind auch andere Festivals, Konzertreihen und Projekte an uns heranzulassen, bzw. überhaupt versuchen, sie zu finden. Und es gibt davon viele. Herr Janson scheint ja eine besondere Vorliebe für die ex SBZ oder ex DDR zu haben. Ja da gibt es tatsächlich spannende Sachen – in Rostock, in Weimar, um Berlin herum und Herr Heyde lebt auch noch in Leipzig…. Aber bitte nicht vergessen. Auch im Ruhrgebiet oder Niedersachsen gibt’s was zu entdecken. Leider werden all diese Sachen häufig beharrlich von der nmz ignoriert. Schade eigentlich oder steckt da ein System dahinter? Erfreulich ist natürlich, dass Herr Eggert jetzt auch in Hoyerswerda bekannt wird. Leider war ich da noch nie, aber ich könnte mir vorstellen, dass in der nächsten nmz ein großer und vor allem positiver Artikel dazu steht …..

    Betterboy

  10. Hallo Herr Koeyzeghy,

    Smutnys Musik? Hm – für Darkrooms? Weiß nicht so recht.
    Denn: fraglich ob das genug groovt und ob in einer Disco nicht schon die Tomaten fliegen.
    Ich schlage noch besser vor: als Catwalk-Musik für
    Germanys Next Topmodel-Carstings, wenn die dann die neueste Nachthemden-Mode fürs „kuschelige Bett“ (arte) präsentieren. An Chamäleon: von WEM er gepuscht wird?
    Finden Sie es selber raus. Ich weiß nicht und mich interessiet es auch nicht, aber traurig genug.

    Man suche sich was aus, keine Ahnung.

    Aber die Jury, die die Werke prämierte, können Sie
    ja im Internet noch nachlesen bei denen.
    Viel Spaß dabei.

    viele Grüße,
    E.Janson

  11. Köszeghy Peter sagt:

    An Betterboy + Alle blogger , endlich ein substanzielle Beitrag. Danke. Ich würde mich persönlich sehr freuen, wenn mehrere mit solcher Niveau hier im blog sich Äussern würden. Ich glaube schon, dass, wenn mehrere substanzielle Meinungen hier geschrieben werden würden, wären Utopien mit einem etwas „gebündelterem“ Kraft nicht nur Utopien bleiben. Also, ich persönlich freue mich solche Beiträge zu lesen – und nicht! weil BetterboyHerr Janson zustimmte, sondern, weil in dem Schreiben einfach wieder Themen angesprochen wurden, worüber man wirklich nachdenken muss. Also, wie gesagt: hoffnung stirbt zuletzt: jetzt ist die wieder da.. An allen herzlichen Gruss,
    Pèter

  12. Hallo Betterboy,

    Deine Analyse passt exakt auf meinen „unerwünscht“
    eingesendeten Anfangsblog zu „Das Ende ist der Anfang“.

    Aber ich verstehe nicht ganz: warum schreibst Du Deine hervorragende Analyse der verfilzten Strukturen in der Neuen Musik nicht zum Thema „Das Ende ist der Anfang“
    Das gehört doch eigentlich nicht zu DIESEM Thema.

    viele Grüße,
    Erik Janson
    Erik Janson

  13. Betterboy sagt:

    Hallo Herr Janson,
    Sie haben recht. Da gehört es hin. Sorry. Ich kann es ja noch rüberkopieren.
    Betterboy