Bad Blog Of Musick

weiße Hand

29. Juli 2015
von Moritz Eggert
1 Kommentar

Wie man eine Oper fertig schreibt. Jetzt aber wirklich.

Ich hätte es ja gestern schon tun können, aber dann war es mir dann doch zu hektisch und über’s Knie gebrochen. Also habe ich mir das letzte Stück des Stücks für heute aufgehoben. Es ist nicht mehr viel, vielleicht sind es 15, 20 Takte, und die habe ich eigentlich auch schon im Kopf. Aber zum prokrastinieren schreibe ich jetzt noch schnell diesen Blogartikel. Dann schreibe ich die letzten Takte und „Terra Nova“ ist fertig. Natürlich nicht wirklich. Vor mir liegen noch lange Monate der Korrekturen (vor allem der noch nicht fertigen Klavierauszüge), Partitureditieren, Arbeit im Tonstudio….aber das eigentliche, das Erfinden des Ganzen, ist dann getan. Der Rest ist Fleißarbeit.

Man stellt sich als Komponist ja immer alles mögliche vor, vor allem imaginäre Personen, die sich ganz detailliert mit dem auseinandersetzen, was man geschrieben hat. Die gibt es natürlich nie, oder vielleicht mal 300 Jahre später wenn man sehr viel Glück hat, aber dieses Glück bringt einem dann nichts mehr. Auf jeden Fall denkt man immer, dass einem jemand ganz kritisch über die Schulter schaut und dann die Nase rümpft und „na, na“ sagt, wenn man etwas zu schludrig macht. Das ist dann quasi die imaginäre Vaterfigur des Lehrers, zumindest bei mir (Da heute auch sehr viele hervorragende Komponistinnen unterrichten, sind diese dann imaginäre Mutterfiguren in der Zukunft ihrer ehemaligen Studenten?). Wie auch immer: schlampig will man nicht sein. Daher will man auch so einen Opernschluss nicht runterrotzen mit irgendeiner billigen Lösung. Man hat einfach Angst, dass dann jemand sagt: „hier hat der Eggert es sich zu einfach gemacht“.
Ein Kollege schrieb mal eine gar nicht schlechte Oper, in der ihn plötzlich gegen Ende ein solcher Zeitdruck überfiel, dass er einfach am Ende das Orchester wegließ und die Hauptfigur 15 Minuten a cappella singen ließ. Das wurde dann irgendwie psychologisch begründet, hat aber nicht funktioniert, da das dann einfach immer so klang wie: „ich hatte keine Zeit, daher habe ich jetzt einfach mal dieses nervige Orchester weggelassen“. So ein bisschen billig halt. Sparsame Schlüsse, so wie zum Beispiel der des Adagios aus Mahlers Neunter, sind etwas Tolles, aber es muss sich dann auch wirklich zwingend als Konsequenz des Vorherigen ergeben, nicht klingen wie eine eilige Notlösung.
Das ist die große Gefahr bei Opernschlüssen, dass man sich vormacht, noch gute Einfälle zu haben, wenn man in Wirklichkeit keine hat. Überhaupt ist die größte Gefahr beim Komponieren diejenige, dass man sich selbst anlügt.
All diese Dinge fallen aber vielleicht auch nur anderen Komponisten auf. Und Schlampigkeit ist nicht unbedingt immer katastrophal. Wäre Mozart ein fleißiges und ordentliches Genie gewesen, man hätte ihn vielleicht kaum ertragen. So ist es irgendwie sympathisch zu entdecken, wo er ein bisschen geschludert hat. Auch im Schludern zeigt sich, ob man inspiriert ist oder nicht. Ob mein Opernschluss perfekt ist? Keine Ahnung – Perfektion ist etwas für Warmduscher.

Am Schluss habe ich auf jeden Fall viel herumgewerkelt. Vielleicht auch deswegen, weil mich kürzlich eine Mail des Intendanten erreichte, in der mir mitgeteilt wurde, dass nach momentanen Plänen beim Schluss die ganze Hinterbühne geöffnet werden wird und Chor und Hauptdarsteller ca. 100 Meter vom Publikum entfernt sind, weil sie ganz hinten am Ende eines langen Korridors stehen. So hat sich Carlus Padrissa (Fura dels Baus) das ausgedacht, ist auch keine schlechte Idee. Hinzu kommt, dass am Ende der Oper quasi alle nur noch in einem (so steht’s im Libretto) „alien parlando“ singen, weil sie ja jetzt weiße Aliens ohne Gefühle sind. Wie man das in hundert Meter Entfernung noch hören soll, ist mir nicht ganz klar, auf jeden Fall denke ich mir, dass das Ganze schon verstärkt werden muss, und dass man die Alienstimme mittels eines Vocoder-Effekts realisieren sollte.
Nun stehen die ca. ca. 80 Darsteller (Chor, Kinderchor, 10 Solisten) nicht nur da hinten herum, sondern sollen auch laut Libretto eine Party veranstalten. Nun kommt in so einer Entfernung nicht wirklich Partystimmung auf, die sich zum Publikum überträgt. Und überhaupt: warum Party? Das sind doch jetzt alles unsterbliche Aliens ohne Gefühle? Warum wollen die plötzlich tanzen und abhotten?
Die Musik ist daher zwangsläufig eher monumental und monolithisch geworden. Monumental deswegen, weil die Entfernung überbrückt werden muss, monolithisch weil es hier um eine gefühllose Welt geht. Gleichzeitig muss aber der Hörer emotional einbezogen werden, es ist also die Darstellung einer Gefühllosigkeit mittels eines eher emotionalen Mediums (Musik). Das ist eine interessante Aufgabe.

Die monumentalen Stellen sind schon komponiert, und das ist natürlich immer sehr viel Schreibarbeit, bei der man immer viel Geduld braucht. Wenn man nämlich von der piccolo-Flöte zu den Kontrabässen scrollt sind dazwischen irgendwie 80 Notenzeilen. Ich weiß, man kann auch Computermonitore senkrecht aufstellen und damit mehr sehen, aber auch das reicht nicht bei dem perversen Format, dass mein Verlag und ich hier verwenden (für Kenner: 800 mm Höhe, 420 mm Breite, Rastralgröße 5.5). Dass die Partitur so riesig ist, hat nicht mit meinem Größenwahn zu tun, sondern mit der simplen Tatsache, dass sich meine Librettisten Franzobel und Rainer Mennicken entschlossen haben, ständig Chor und dutzende von Solisten in fast jeder Szene aufzufahren, und das braucht einfach Platz. Ich glaube ehrlich, dass ich die Hälfte der Kompositionszeit nur damit verbracht habe, zu scrollen. Rauf, runter, immer wieder. Alex in „Clockwork Orange“ würde sagen „Das alte Rauf-Runter-Spiel“. Es ist das Spiel der Komponisten unserer Zeit. Beethoven musste noch nicht scrollen, dafür brauchte er ein Hörrohr.

Nun aber zum Schluss der Oper: also, die Menschheit hat eine Rakete zu den Sternen geschickt, die Aliens sind aber schon längst bei uns und haben uns körperfressermäßig umgewandelt in weiße Unsterbliche. Einzig die Astronomin Pandura, die die ganze Reise überhaupt erst ins Rollen gebracht hat, ist noch nicht verwandelt. Nun soll die laut Libretto noch einmal auftreten und ihren Geliebten, Kolker, suchen, der aber schon längst ein weißer Alien-Zombie ist. Sie hat da noch einen Satz zu singen, mehr oder weniger „Kolker, wo bist du?“. Nicht direkt Arienmaterial.
Ich finde ja ganz gut, wenn man die Geduld der Hörer nicht überstrapaziert, und sich nicht in Sachen reinsteigert, die eigentlich nichts mehr Neues bringen. Daher liebe ich den Schluss von Tosca: Cavaradossi tot, Tosca springt vom Balkon, gut ist. Da wird nicht mehr lange rumgemacht oder endlos gestorben und dabei langweilig gesungen wie bei Wagner. Von Puccini kann man viel lernen, was Timing angeht, ganz ehrlich.
Deswegen habe ich mich entschlossen, dass Pandura nur ganz kurz hereinplatzt, so a la „nobody expects the Spanish inquisition“. Sie singt ihren Satz und schreit. Ich finde, dass Opern nur dann gut sind, wenn am Schluß eine Frau schreit, weil die das einfach so gut können. Bitte da jetzt nichts hinein interpretieren!

Danach tritt laut Libretto der „Kleine Prinz“ auf, der quasi als idee fixe durch die Oper geistert, direkt aus dem Buch von Saint-Exupery. Kitschgefahr hoch 10 natürlich, Alarmstufe Rot für den Komponisten! Aber wie ich schon neulich geschrieben habe, Kitsch ist nur schlimm, wenn man Angst davor hat. Wenn etwas potentiell kitschig ist muss man es zulassen und an genau der richtigen Stelle brechen, und dann ist es vielleicht doch kein Kitsch, denn Kitsch will ja immer gefallen und nicht weiter aufregen. Musik sollte aber schon aufregend sein. Kitsch der mich nicht kalt zurücklässt ist guter Kitsch.
Der kleine Prinz in meiner Oper wird tatsächlich von einem Knaben gesungen. Ich erinnere mich, dass ich bei „musica viva“ in München mal ein ganz langes und langweiliges Stück sah (vor Ewigkeiten), das Publikum war schon halb weggedämmert, aber dann trat – kurz vor Schluss – noch einmal schnell ein Knabensopran auf, und keiner traute sich zu buhen. Nein, stattdessen großer Applaus für den unschuldigen Knaben, der ja für das langweilige Stück vorher gar nichts konnte. Ich bin sicher, dass der Komponist das perfide geplant hat, so wie man ja auch automatisch gute Kritiken bekommt, wenn man Opern über die „weiße Rose“ oder die Nazizeit schreibt.
Dieses „Knabensopran-As“ spiele ich daher ungern in meiner Oper, denn solche niederen Methoden sind natürlich unter meiner Würde. Hoffe ich zumindest. Ich habe natürlich auch eine wunderbare Entschuldigung, denn es steht ja so im Libretto drin.
Also, der kleine Prinz singt, wenn es ihm die Gewerkschaft für Knabensoprane erlaubt, noch so spät (die Oper dauert ja mit Pause 3 Stunden) aufzutreten, und er singt ganz kurz und ich hoffe es wird sehr schön und subtil (ich muss es ja noch komponieren, nachdem ich diesen Artikel geschrieben habe).
Und dann….
dann steht im Libretto, dass Pandura noch einmal dramatisch ihre Hand ins Publikum strecken soll, und dass man sieht, dass die auch ganz weiß ist. Nun hat das Publikum ja eigentlich verstanden, dass nun alle weiße Aliens sind, bringt es jetzt was, dass man zeigt, dass sie es auch noch wird? Und vor allem, wie streckt sie ihre Hand zum Publikum….aus hundert Metern Entfernung???! Das sieht man doch gar nicht, außer es wird (bei Carlus Padrissa nicht unmöglich) auf eine Videoleinwand übertragen, aber das ist nicht dasselbe.
Lieber nicht – ich lasse das weg. Ich finde es viel schöner, das Schicksal von Pandura offen zu lassen, vor allem um die Amerikaner im Publikum zu ärgern, denn wie wir Europäer alle wissen halten Amerikaner offene Schlüsse nicht aus und es muss alles ganz sauber aufgelöst und bis ins kleinste Detail geklärt werden, und dann stehen alle da und halten sich die Händchen. Wir dekadenten Europäer mögen dagegen so richtig offene Schlüsse, wie zum Beispiel den von „2001“ (nicht vergessen, Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke waren keine Amerikaner, sondern, äh, Engländer, also zumindest fast Europäer).
Ich finde es ganz wichtig, dass Pandura ihr Händchen nicht streckt, denn sie ist eine meiner Lieblingsfiguren in der Oper, und auch die einzige wirklich liebende. Und die wahre Liebe rettet immer, nicht wahr?
Man könnte natürlich auch den anderen Weg gehen, und alles übertreiben. Pandura tritt auf, streckt ihre weiße Hand ins Publikum, verwandelt sich. Schlußakkord. Dann tritt die Souffleuse auf, streckt ihre weiße Hand ins Publikum, Schlußakkord. Dann tritt ein Bühnenarbeiter auf, streckt seine weiße Hand ins Publikum, Schlußakkord. Dann tritt….ich denke ihr versteht. Wäre zumindest ein guter Sketsch.

Man hat sich ja bei einer so langen Oper an die Figuren gewöhnt und hat sie lieb gewonnen. Am Schluss hat man dann zwei Möglichkeiten: die Figuren springen vom Balkon, oder sie leben weiter. Für den Komponisten heißt es aber auf jeden Fall: Abschied nehmen, und das ist nie ganz leicht.
Autoren sprechen ja davon, dass Figuren ihr Eigenleben entwickeln, oft auch gegen den Willen des Erfinders. Bei Musik ist es nicht anders. Ich spüre oft, wie die Musik die ich schreibe sich dagegen wehrt in die Richtung zu gehen, in die ich sie drücken will. Da muss man nachgeben, denn dort wo die Musik hin will ist es meistens viel interessanter als dort wo ich hin will, mit all meinen Komplexen und Versagensängsten (die jeder von uns hat). Man kommt nie ganz dort hin wo die Musik hin will, aber es ist ganz schön, immer wieder einen kleinen Ausschnitt dieses Ortes zu sehen (hören) zu bekommen.
Bei langen Stücken wie Opern gewinnt die Musik manchmal eine solche Eigendynamik, dass sich bestimmte Dinge von selbst schreiben. Das ist schwer zu beschreiben, und bedeutet auch nicht, dass das Komponieren an sich einfach wird, aber es entsteht eine Art Fluss der dem Komponisten bestimmte Konsequenzen fast aufzwingt. Und dieser Fluss müsste mit dem Taktstrich nicht aufhören. Würde mir der Postbote jetzt noch einmal 20 Seiten Libretto bringen, ich könnte wahrscheinlich gut weiter arbeiten, da ich in der Materie drin bin. Und das heißt wiederum, dass man mit dem Schlussstrich auch lauter unerzählte Geschichten zurücklässt, verwaist auf halber Strecke. Vielleicht kommt daher auch das Loch, in das man nach einer solchen Arbeit unweigerlich fällt, und in dass auch ganz sicher ich fallen werde. Michael Ende schrieb dann immer „Und das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden“ (in der „Unendlichen Geschichte“, ein heute durch unsägliche Verfilmungen unterschätztes Buch).
Strategien zur Überwindung dieses „Geschichtenlochs“ gäbe es. Die beste Strategie ist vermutlich, direkt nach dem Ziehen des Schlußstriches eine neue Oper anzufangen. Das nehme ich mir immer vor, und tatsächlich muss ich auch tatsächlich direkt danach eine neue Oper anfangen, nämlich eine Kinderoper für Bonn. Und die wird sogar VOR „Terra Nova“ uraufgeführt (schluck). Mache ich aber nicht, stattdessen fahre ich mit der Familie in den Urlaub. Wo ich dann natürlich als allererstes in ein Loch falle.

„Schlussstrich ziehen“ klingt immer so poetisch. Man stellt sich dann immer einen bleichen genialen Komponisten vor, der nach durchwachter und durchgearbeiteter Nacht mit zerzaustem Haar und mit einem fast nicht mehr existenten Bleistift zitternd einen Strich zieht und dann sinnend aus dem Fenster schaut, ergriffen von seiner eigenen Genialität.
Die Realität sieht anders aus. Der Komponist (ich) sitzt ausgeschlafen und mit Cappuccino versorgt in Unterhose und „Firefly“-T-Shirt vor seinem langweiligen Computer und markiert in Sibelius mit der linken Maustaste eine Linie, dann drückt er mit der rechten Maustaste auf den freien Platz daneben und wählt aus dem Menü „Taktstrich“ den Unterpunkt „Schlussstrich“ aus, was wegen der Rechtschreibreform dann auch noch ziemlich Scheiße beim Lesen aussieht. Nicht unbedingt ein Akt bei dem man gleich einem Maler Modell stehen möchte.
Ich finde es aber gut, wenn man beim Komponieren ganz nüchtern ist und keine Großmannsfantasien aufkommen lässt. Je nüchterner man ist, desto mehr kann man es innerlich kochen lassen. Ekstase zu komponieren heißt nicht, durch die Wohnung zu hüpfen und sich an seinem eigenen Mist zu berauschen. Ekstase komponieren ist harte, sorgfältige Arbeit, aber wenn die Ekstase dann komponiert ist, ist es das größte Glück. Keinen Stolz aufkommen lassen. Immer daran denken, dass das alles eh niemanden wirklich interessiert. Dann freut man sich, wenn das Gegenteil der Fall ist.
Aber dennoch: Vielleicht mache ich heute Abend eine gute Whiskyflasche auf.
Ja, das werde ich tun.

Moritz Eggert

weiße Hand

Der Komponist reckt die weiße Hand und starrt mit aufgerissenen Augen ins Publikum

27. Juli 2015
von Arno
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Das große Emoji-Dirigenten-Rätsel – Die große Auflösung!

Welcher Dirigent war gesucht?

Dirigent_1

Gesucht ist hier selbstverständlich der österreichische Dirigent Herbert von Karajan, der einst das Aufnahmegesuch in die braune Kack-NSDAP unterschrieben hatte, was manche aber auch – natürlich zu Unrecht – als Frage beziehungsweise – natürlich zu Recht – als Feststellung („?!“) formuliert zu sehen wünschen, derweil man von Karajan ganz sicher von einem „Pionier der Aufnahmekultur“ – Schallplatte, Benjamin-Blümchen-Kassette, CD – sprechen kann, der sich und sein Orchester gestern filmen und perfekt montieren ließ, einen Flugschein hatte, Wau-Waus liebte und am 16. Juli 1989, Wende also nicht mehr erlebt, an den Folgen eines Herzinfarkts starb.

Dirigent_2

Der coolste Dirigent dieser kleinen Aufzählung ist selbstredend einer meiner Lieblingsmusiker aller Zeiten, der Dirigent, Komponist und Pianist Leonard Bernstein, der Männer – später jedenfalls – mehr liebte als Frauen (also „untenrum“), gerne Zigaretten rauchte (auch „öffentlich“; ist ja heute in Amerika ziemlich pfui geworden), die großartige-großartige „West Side Story“ komponierte, in der ein hoffentlich immer von wunderschönen Mädchen dargestelltes wunderschönes Mädchen aus Puerto Rico in New York, wo es ja eine Vielzahl von, äh: Hochhäusern gibt, tanzend (!) die Vorzüge „America“(s) besingt, was schön zu Bernsteins Leben allgemein passt, denn er – unser „Bär(n)-Stein“ (dafür ein herzliches: sorry!), unser toller, geliebter Lennie – tanzte gerne auf dem Dirigerdingens wie ein Derwisch und hat das Leben – und isch gönne voll, Alda! – in vollen Zügen (Whisky, Wein) genossen.

Dirigent_3

Weniger toll fand ich immer schon Justus Frantz, der natürlich gar nicht in so eine Reihe fantastischer Dirigenten passt, aber hey, egal, dafür hat er wenigsten eine markante Brille, tritt als Pianist auf, hat früher alle Menschen durch die schlimme ZDF-Sendung „Achtung, Klassik!“ (gerne auch: „Vorsicht, Justus Frantz!“ genannt) vergrault (was wir Musikvermittler bis heute nicht wieder gutmachen konnten!), trinkt nach eigenen Angaben gerne mal ein kaltes Pils nach der Gala (Justus Frantz: „Ich trinke gerne mal ein kaltes Pils nach der Gala.“), wohlwissend, dass Wolken seine Karriere schon mehrfach trübten, man kann auch sagen: seine Aktienkurse fielen – er darf jedenfalls mehr oder weniger einzig und allein nur noch das von ihm höchstpersönlich gegründete und bis heute von ihm höchstpersönlich ausgebeutete Orchester, die „Philharmonie der Nationen“, dirigieren, wobei die emojierten Wolken auch selbstverständlich auf die, sagen wir es vorsichtig: „Streitigkeiten mit den Steuerbehörden“ zu beziehen wären, wo hernach ihm sicher einige Scheinchen flöten gegangen sind beziehungsweise „die Flatter gemacht“ (Justus Frantz in „Gala“: „Ich mache gerne mal die Flatter nach der Gala.“) haben, so dass Frantz seine Finca auf der Mallorcainsel, wie man hört, bis heute immer mal vermieten muss, tja.

Dirigent_4

Der deutsche (1) Dirigent Christian Thielemann besinnt sich als Kapellmeister alter Schule gerne auf die deutsche (2) Musiktradition und hat schon viele deutsche (3) Orchester geleitet, wobei er bei Proben stets Polo- oder so Streifenshirts von Tommy Hilfiger trägt und manchmal Sachen sagt, bei denen manch ein Zeitgenosse mit großer Vorsicht reagiert, ja, ins Schwitzen gerät ob dessen, was Herr Thielemann nicht nur äußert, sondern vermutlich auch denkt (aber „Die Gedanken sind frei“ und so), so dass manch ein anderer wiederum manchmal „Stopp, Herr Thielemann!“ sagt (oder denkt), was ihn natürlich nicht davon abhalten sollte, (Stichwort: Hase) weiterhin die Salzburger Osterfestspiele zu leiten – und immer wieder herrlich Wagners „Ring“ zu dirigieren, was er, zweifelsohne: kann.

Dirigent_5

Der schwedisch-amerikanische Dirigent Herbert Blomstedt ist ein bescheidener, sympathischer Gentleman, ein Familienmensch, ein Nichtraucher und Siebenten-Tags-Adventist, der sozusagen an sieben Tagen in der Woche – gewissermaßen von 0.00 bis 24.00 Uhr – Siebenten-Tags-Advent ist, mehr gibt es da einfach nicht zu sagen, damn it!

Arbeit

27. Juli 2015
von Moritz Eggert
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Wie man eine Oper fertig schreibt. Ein paar Gedanken eines Betroffenen.

Opernkomponieren ist und bleibt das große Mysterium. Zuerst einmal ist es ein Mysterium, warum man sich als vernünftiger Mensch überhaupt einem solchen Unternehmen widmet. Es will ja keiner neue Opern, weil es ja angeblich schon genug gibt seit 1900, und die werden die nächsten Jahre halt einfach immer neu aufgeführt. Und wenn alle tot sind, die sich daran erinnern, dass diese Opern aufgeführt wurden, führt man sie eben nochmal auf. Das nennt man dann „lebendiges Musiktheater“ und Eleonore Büning kann klug darüber schreiben, so wie heute in der FAZ über „Tristan“.
Nach Boulez‘ Meinung wiederum ist die Oper ja tot, und Boulez hat ja immer Recht, wie wir alle wissen. Der ist ja so wahnsinnig genial und schreibt immer so gescheite Dinge und überarbeitet immer ein und dasselbe Stück, bis es noch ein bisschen raffinierter klingt als vorher.
Auf jeden Fall ist wenig Platz für die neuen Opern, weil man ja nur 5% Platz in den Spielplänen für sie hat. Und manchmal noch nicht einmal den, denn den Platz braucht dann ein bisher unbekannter Barockkomponist, dem das dann auch nicht mehr viel nützt, da er zur Premierenfeier ja gar nicht mehr kommen kann. Es nützt aber irgendeinem jungen Regisseur oder einer jungen Regisseurin, die die Handlung der bisher unbekannten Barockoper dann dadurch aufwerten können, dass sie im KZ spielt und alle Rollen in jeweils einen Schauspieler, einen Sänger und einen Ausdruckstänzer aufgeteilt sind.
Uraufführungen von neuen Opern gehen aber immer im Opernbetrieb, weil das dann „Aufmerksamkeit“ gibt. Man schreibt als Komponist also Uraufführung nach Uraufführung, und die werden dann ein paar Mal gespielt, und es gibt dann eine Kritik in der erst einmal ganz viel darüber steht, was der Kritiker alles über das Stück gelesen hat, wer so alles mitgemacht hat, wie alle gesungen haben, wie die Regie war, ob das Libretto was getaugt hat, und am Ende steht dann ein kurzer Satz über die Musik, an der irgendeine arme Sau am längsten von allen gearbeitet hat. Aber diese Sau (ich) hat das natürlich nicht wegen den Kritikern gemacht, sondern weil es leider Spaß macht. Das meine ich ganz ernst.
(Oder es kommt Manuel Brug und schreibt darüber, wer in dieser Produktion mit wem wie und wann gepoppt hat, und gar nicht mehr über die Oper. Vielleicht wäre das dann noch schlimmer).

Opernkomponieren ist die Marathondisziplin des Komponierens. Im Sport gibt es Sportler denen liegt Mannschaftssport, oder Sprint, oder Leichtathletik. Anderen liegt der Marathonlauf. Sind die einen bessere, die anderen schlechtere Sportler? Hat der Marathonläufer mehr geleistet als der Stabspringer? Alles Quatsch, es geht ja nicht um Rekorde. Aber das Schreiben an einer (großen) Oper ist in etwa wie eine lange, lange Zeit einen sehr, sehr hohen Berg hochzurennen. Und dazu braucht man eine gewisse dümmliche Beharrlichkeit (waren nicht alle großen Opernkomponisten auch ein bisschen dumm?). Und natürlich auch eine gehörige Portion Wahnsinn, siehe oben. Und auch Glück. Manche Opern – großartig komponiert – scheiterten an widrigen Umständen. Manche wurden dennoch rehabilitiert (Carmen), andere zu Unrecht vergessen. Manchmal werden die Opern geschrieben aber gar nicht aufgeführt, was zumindest Olga Neuwirth und mir schon mindestens einmal passiert ist. Manchmal klappt aber auch alles, und es entsteht etwas, was man nur beschreiben kann, wenn man jemals die Magie einer gelungenen Bühnenaufführung erlebt hat. Was man leider nie wieder vergisst, so wie ein Junkie den ersten Schuss.

Zum zwölften Mal sitze ich also am Ende einer großen Oper. Quasi Endspurt, auf den letzten Seiten. Morgen, übermorgen wird das Ding fertig. Und obwohl man das ja schon mal ein paar Mal gemacht hat, ist es jedes Mal anders. Manche Opern überfordern einen, manche gehen leicht von der Hand. Manchmal will man es einfach nur noch irgendwie zum letzten Doppelstrich schaffen, manchmal will man lieber noch ein bisschen Ruhe haben, um den Klängen nachzulauschen, um mal den Neue Musik-Jargon zu benutzen. Zeitdruck gibt es aber letztlich immer. Ich hatte Opernaufträge, da rief zwei Jahre vorher der Chordirigent an und wollte die Noten haben (kein Witz). Manchmal schickt man wiederum die Noten brav und immer rechtzeitig in verschiedenen Lieferungen, aber keinen scheint es zu interessieren und es versauert alles irgendwo in der Notenbibliothek. Später beschweren sich dann die Sänger, dass sie die Noten ja so spät erhalten haben, obwohl man ein Jahr vor der Uraufführung fertig war. Ich beneide immer Kollegen, die diesen ganzen Zirkus gelassen nehmen, und die Noten unweigerlich erst am Tag vor der Premiere fertig schreiben. Das scheint ihnen den letzten entscheidenden Kick für die Komposition zu geben. Vielleicht brauchen sie auch das Adrenalin, um in den Rauschzustand zu kommen, der ihnen überhaupt erst die Ideen bringt.

Ich gestehe, dass ich im Gegensatz dazu versuche Opern sehr organisiert, fast preußisch anzugehen. Gerade weil ich um die Länge der Marathonstrecke weiß, mache ich mir monatliche Markierungen, die ich jeweils erreichen muss, um rechtzeitig fertig zu werden. Ich führe dann Buch darüber, ob ich hinter oder vor dem Zeitplan bin. Ist ersteres der Fall, werde ich nervös, ist letzteres der Fall (ja, es kommt vor) gehe ich es ruhig  an und mache auch mal ein bisschen Pause. Pausen sind nie das Schlechteste bei einem Marathonlauf. Ich finde es generell eher gut nicht mehr zu komponieren als man unbedingt muss, da ja ohnehin schon so viele meinen, dass sie unbedingt komponieren müssen.
Manch einer mag diese organisierte Vorgehensweise bürokratisch finden, ich aber ziehe daraus eine gewisse Beruhigung, die mir erst die Freiheit zum Arbeiten verschafft. Ruft ständig jemand an und fragt nach den Noten kann ich nicht komponieren. Ich arbeite auch immer chronologisch, und versuche auch jeden Tag ungefähr dasselbe zu schaffen. Die Arbeitstage sind bei mir immer sehr ähnlich: am liebsten morgens bis Nachmittags.
Frühmorgens stehe ich auf, bringe die Kinder zur Schule beziehungsweise zur Krippe. Dann wird gejoggt und geturnt, dann direkt an die Arbeit. Erst denke ich die Musik im Kopf durch und mache Notizen, dann schreibe ich die Gesangsstimmen zu einer Art Grob-Particell mit genauer klanglicher Vorstellung, dann arbeite ich dieses Particell zu einem detaillierteren Particell mit genauer Instrumentierung aus, das immer noch sehr krakelig ist und nur von mir gelesen werden kann. Hierzu bediene ich mich verschiedener Abkürzungen, da ich ja schon weiß, wie es klingen soll. Kommt mit ein wenig Erfahrung. Dann muss alles sehr schnell sauber ins Notenprogramm getippt werden (inklusive Dynamik, dazu zwinge ich mich immer), denn wenn ich es nicht sofort tue, habe ich am nächsten Tag all meine Stenographien vergessen und kann nichts mehr entziffern.
Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, dass man jeden Tag etwas hat. Das ist dann natürlich noch nicht sauber editiert, tatsächlich verbringe ich dann an den selben Seiten (viele Tage später) noch einmal einige Zeit, um die Partitur „ordentlich“ zu machen, das heißt die Enharmonik aufzuräumen, Fehler zu korrigieren, das Layout zu perfektionieren. Dabei höre ich gerne Hörbücher oder (selten) Musik. An guten Tagen schaffe ich anderthalb Minuten, vielleicht auch mal 2. Mehr ginge auch, wenn ich bis spät in die Nacht arbeiten würde, das will ich aber nicht, denn da will ich lieber die neueste Folge von „Game of Thrones“ schauen und einen Whisky trinken.
Das einzige Problem ist nur, dass man in jedem Monat nur wenige dieser guten Tage hat, da man ja auch noch andere Dinge machen muss außer Opern komponieren. Was manchmal nicht so schlecht für die Opern ist, wenn man sie ein bisschen liegen lässt.
Mir ist aufgefallen, dass es nichts besseres gibt, als während der Arbeit an einer Oper eine Pause für eine kurze Reise zu machen. Danach ist man immer viel besser und hat ganz neue Einfälle, besonders wenn man im Ausland war. Leider denkt man dann während dieser Reise nur daran, dass man ja eigentlich lieber an der Oper arbeiten müsste und kann sich gar nicht entspannen. Ein unlösbares Paradox.

Wenn man Opern schreibt, wird man unweigerlich etwas autistisch. Man hat ja nie genug Zeit für die Oper. Daher brauchen manche ja auch Jahrzehnte für ihre Opern, nicht, weil ihnen nichts einfällt, sondern weil sie so beschäftigt sind, dass sie nie Zeit für ihre Oper haben. Das Problem dabei ist, dass man Opern schreiben am besten lernt, wenn man Opern schreibt. Mozart hat damit früh angefangen, und das hört man ganz sicher auch. Er wäre immer besser geworden, hätte er noch länger gelebt. Wenn man also nie Zeit für seine Oper hat, wird man nie wirklich besser damit, denn man muss ja auch ein bisschen scheitern dürfen. Nur wenige schaffen es, allein eine einzige Oper zu schreiben und dabei so grandios zu scheitern wie Beethoven.
Als opernkomponierender Autist wird man immer unzuverlässiger, was die restlichen Dinge im Leben angeht. Man schreibt plötzlich immer weniger Bad-Blog-Artikel und alle wundern sich warum der Eggert jetzt schon so lange still ist und gar keine lustigen Artikel über Klassikpornostars mehr schreibt. Das Arbeitszimmer wird immer unaufgeräumter. Eines von meinen beiden Arbeitszimmern ist eigentlich schon nicht mehr betretbar, aber da sind ja vor allem Brettspiele drin. Auf meinem Hauptschreibtisch wiederum stapeln sich momentan unbezahlte Rechnungen, einzelne Librettoseiten in keiner erkennbaren Reihenfolge, unbeantwortete Briefe, unsortierte CDs und Visitenkarten sowie komplizierte Tabellen in denen ich versuche, die aktuellen Baseballergebnisse der amerikanischen Liga für meine Sportwetten zu berechnen. Wers nicht glaubt, siehe hier:
Arbeit

Natürlich ist man nie perfekt als Opernkomponist. Es gibt so viele Dinge, die schief gehen können beim Komponieren. Man schreibt z.B. eine Partie für einen Bariton, und plötzlich sagt einem dieser Bariton, dass er nicht tiefer als zum kleinen c kommt (ist mir schon passiert). Meistens macht man aber auch selber Fehler. Der häufigste bei mir ist der, dass ich das Orchester zu laut instrumentiere. Ich schreibe zuerst ein pp, dann denke ich mir „ach, wäre es nicht schön, wenn diese Oboenmelodie etwas besser zu hören wäre“, und dann mache ich das eben lauter. Dann hört man aber wieder etwas anderes nicht mehr, und dann muss auch das wieder lauter gemacht werden. Und dann geht es immer so weiter, bis zu dem Moment, wo alles eher „f“ ist. Man kann das mit dem globalen Wettrüsten vergleichen.
Man kann sich aber damit trösten, dass auch den größten Architekten, auch einem Frank Gehry, Fehler unterlaufen . Und was sind Partituren anders als eine Architektur der Töne? Der Gehry verrechnet sich sicherlich auch mal irgendwo. Der hat dann halt Assistenten, denen er die Schuld geben kann, das ist sein Vorteil. Als Komponist wiederum ist man bei einer Opernproduktion absolut an allem Schuld, inklusive des griechischen Staatsbankrottes.

Das besondere an meiner aktuell zu beendenden Oper („Terra Nova – oder das weiße Leben“ für Linz, UA 26.5.2016) für mich ist, dass ich mich diesmal mehr als sonst den emotionalen Zuständen der Figuren gewidmet habe. Oper ist natürlich eigentlich immer emotional, dazu muss man stehen, ansonsten funktioniert dieses „Kraftwerk der Gefühle“ (Alexander Kluge) nicht. Man kann es Musiktheater nennen, man kann alles ganz abstrakt machen, man kann kluge Programmhefttexte schreiben, den Raum negieren, die Klänge hinterfragen, man kann endlose schwarze Vierecke über die Bühne fahren…aber am Ende sind es doch Menschen um die es gehen sollte, und die haben nun mal Emotionen. Ich stehe dazu. Ich stehe auch zu Kitsch und Pathos. Ohne Kitsch und Pathos und Möpse ist das Leben sinnlos, so viel steht fest (frei nach Loriot).
Interessanterweise handelt meine Oper vom totalen Verlust der Emotionen, am Ende sind nämlich alle ganz weiß und außerirdisch und finden es eigentlich total dufte, keine Emotionen mehr zu haben. Um das darzustellen, muss es aber vorher Emotionen gegeben haben, sonst weiß man ja gar nicht, was nun fehlt.
Vielleicht sollte man stattdessen Opern über unbelebte Objekte schreiben? „Ringsum nur Nüsse“ war ja laut wikipedia mal ein Opernprojekt von Manfred Trojahn, das er leider aufgab. Also ich würde so eine Oper sofort schreiben, denn Nüsse müssen nicht schwitzen und hoch singen, sondern liegen einfach nur da und rollen herum.

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Wie man sieht, weiche ich dem eigentlichen Thema aus, nämlich wie es sich so anfühlt, wenn man die Oper fertig schreibt. Vielleicht schreibe ich morgen darüber. Mal schauen.

Moritz Eggert

17. Juli 2015
von Moritz Eggert
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Everything that is wrong with „Mozart in the Jungle“, Episode 3: „Silent Symphony“

SILENT SYMPHONY
1. Rodrigo’s assistant standing directly behind him during the orchestra rehearsal? This would be considered extremely rude and inappropriate in real life. Conductor’s assistants usually sit in the hall making notes.

2. Rodrigo’s conducting again is awful – he would be laughed off stage if he tried that in front of a real orchestra. The actor is great and very funny, but better give him a better conducting coach, please…and his talk about the “silence between the notes” is basically Cage misunderstood by a screen writer.

3. Orchestra rehearsal breaks are 15 minutes minimum (in Moldavia 20 minutes because they all have to smoke). Not 10 minutes. They wouldn’t bother.

4. Hailey’s only income is from a single private kid student? How does (did) she manage to live with an estimated 200,- USD income per month? In New York? No wonder she desperately needs a job!

5. Nice touch to have Malcolm McDowell sing Beethoven’s 9th during the podcast interview (as a nod to his performance as “Alex” in “Clockwork Orange”) – and in general a great and fantastic scene that is expertly written and performed by both actors (even though conducting competitions for 12 year olds don’t exist, but well) . But come on: the Silent Symphony rehearsal afterwards – that’s just utter bollocks. The orchestra musicians would beg to have Pembridge back after such a stint! Also interesting is the fact that some musicians have their instruments on their knees and others seem to miss them completely. Where have they put them? Perhaps they forgot them outside because of the 10-minute break…

6. Trying to chat up female orchestra members on the lady’s toilet after a rehearsal can cost a male conductor his job. How does he know she won’t file a complaint?

7. The chair of the orchestra committee cannot just appoint Cynthia as his successor, even in a sentimental mood in a hospital bed – this is usually a democratic vote. No wonder she seems uncomfortable.

8. The image of the hospital staff completely stopping work and coming to listen to somebody playing something not that really interesting on a violin to a patient is a nice idea….which would never happen in real life!

9. You all expect me to say that the timpani player dealing with drugs is unrealistic? Well…Let’s say I’ve heard of weirder stuff done by orchestra musicians during my career…

10. So they actually did go through with that “Hear the Hair” ad campaign after Rodrigo threw a fit about it in the second episode? He seems to get no respect from this orchestra, which might have to do with his silly rehearsal methods…

11. Nobody ever practices the oboe 5 hours a day for every day of the week. It’s a physical thing – your embouchure would go to pieces if you did that (and your brain would explode because of the constant pressure). But ok, Hailey is really desperate and she is probably exaggerating to sound more dramatic. But come on….”I have no social life”??? Everybody plus the cab driver is having the hots for cute Hailey and she seemed popular enough at the party. Is that “having no social life”? This is like Ashton Kutcher complaining about having too few Twitter followers…

To be continued…
Moritz Eggert

Episode 1 (Pilot)
Episode 2

badboy_gaelic

16. Juli 2015
von Alexander Strauch
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Boulez‘ Bubble-List

Auch schon drüber gestolpert? Im Netz kursiert gerade ein Artikel, der angeblich aktuell eine Liste von Pierre Boulez mit den seiner Meinung nach zehn grössten Werken des 20. Jahrhunderts präsentiert: „Pierre Boulez Picks 10 Great Works of the 20th Century“ vom Autor und Blogger John Schaefer der Sendung „Soundcheck“ des New Yorker Senders „WNYC“. Ganz neu ist die Sache allerdings nicht: erstens stammt der Text aus dem März anläßlich Boulez‘ 90. Geburtstag. Und zweitens stammt die Liste aus dem Jahr 2000. Sie ist stark vor-1945-lastig und fühlt sich gewissermassen ein wenig wie „Klassiker der Moderne“ an sowie springt sie wild chronologisch umher: Edgard Varèses „Ameriques“, Alban Bergs „Drei Stücke für Orchester op. 6“, Igor Stravinskys „Sacre du Printemps“, Béla Bartóks „Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta“, Anton Weberns „Sechs Stücke für Orchester“, Luciano Berios „Sinfonia“, Karlheinz Stockhausen „Gruppen“, Gustav Mahlers „Symphonie No. 6“, Arnold Schönbergs „Erwartung“ und zuletzt Pierre Boulez‘ eigene „Repons“.

Irgendwie scheint das manches Seelchen ziemlich zu beunruhigen, dass z.B. Ferneyhough, Lachenmann, Cage, Feldman, Grisey, ja, gar Rihm, Yung oder Leute wie Lucier oder Spahlinger fehlen. Hier und da grummelt es „zu wenig Amerikaner“ oder „gar keine Frauen“. Seid alle beruhigt! Denn wie gesagt, die Liste ist inhaltlich wie in ihrer Entstehung ein alter Hut der letzten Jahrhundertwende. John Schaefer wärmt mit ihr nur die guten alten Zeiten auf, als er Boulez selbst traf, dieser Gast in seiner Sendung war. Denn diese Liste ist nichts anderes als die Playlist einiger Folgen von „Soundcheck“ im Jahre 2000! Indirekt verneigt sie sich sogar mit Varèse vor Amerika. Sie akzentuiert natürlich die für Pierre Boulez eigene Entwicklung wichtigen Komponisten, vielleicht abgesehen von Berio und Stockhausen. Und als Referenz für den nicht ganz unbekannten Dirigenten und Komponisten endet sie eben mit Boulez selbst. Das ist weniger eine konkrete Aussage über die eigene Wichtigkeit als ein dramaturgischer Schlusspunkt solch einer Sendereihe, wie man es immer wieder erlebt, wenn jemand porträtiert wird, seine „Vorbilder“ gespielt werden und zum Abschluss erst selbst erklingt.

Klar, Boulez ist auch für seine Arroganz und überbordende Überzeugung von sich selbst bekannt. Aber bewahrt ruhige Nerven, wenn Ihr selbst oder Eure Vorbilder nicht auf dieser Liste erscheint. Boulez mag sich bis vor Kurzem noch mit jungen Komponisten befasst haben, sehr wohl deren Förderung angestossen haben. Letztlich ist er aber ästhetisch mit dieser Aufzählung soweit in den Anfängen der Neuen Musik verhaftet, dass die wesentlichen Entwicklungen des 21. Jahrhunderts zwar manchmal auf ihn fussen könnten, aber bei weitem andere Strömungen viel wichtiger sein dürften. Wenn es die Boulezschen Institutionen noch nicht interessieren sollte, dann bauen wir uns eben unsere eigenen. Und, bevor ich’s vergesse: was sind Eure wichtigsten Komponistinnen und Komponisten des 20. und 21. Jahrhunderts?

15. Juli 2015
von Arno
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Sonett an meinen alten Staubsauger

Sonett an meinen alten Staubsauger

Alt (vorne) und neu (hinten)

Alt (vorne) und neu (hinten)

Altes Gerät! Was hast du schön geblasen,
Nein: gesaugt, ja! – und lange mich beglückt!
An silbern’ Rohr von mir geführt; wir lasen
gemeinsam Staubmausheere auf, entrückt

der schmutz’gen Welt da draußen, wie auch drinnen,
warst du mir stets Garant für Sauberkeit,
Dreck, Krümel, tote Fliegen, Mücken, Spinnen
saugten wir weg – in froher Zweisamkeit.

Doch bist nun Schrott und ich echt nicht mehr gewillt,
gleich eines uralten Dackels Herren,
obschon dein grauer Schlauch herrlich schön gerillt,
dich auf maroden Rollen zu zerren.

Bei dem Gedanken tränen meine Augen,
denn du wirst nie mehr wieder für mich saugen!

14. Juli 2015
von Arno
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Träume vertonen II

Gestern machte ich mir in einem privaten Beitrag Gedanken über Träume. Angeblich ließ ein bedeutender deutscher Regisseur zu Beginn der Proben einer neuen Inszenierung durchaus mal den aktuell vornächtlichen Traum einer seiner Schauspieler nachstellen. Ich weiß nicht, wie das aussah, wie ausführlich man sich dieser Trauminszenierung gewidmet haben mag – aber: Ich wäre gerne dabei gewesen.

Vielleicht bilde ich mir das auch ein. Vielleicht habe ich da etwas falsch verstanden. Die Erinnerung liegt schon lange zurück. Ich würde das nur selbst gerne einmal ausprobieren. Muss natürlich zu dem aktuell zu probierenden Stück passen. Also, irgendetwas „Traumwandlerisches“ sollte das Stück, das geprobt werden muss, schon haben…

Jedenfalls träume ich in letzter Zeit vor allem von Architektur. Von erstaunlichen Räumen, von verschachtelten Wohnungen, in die ich zu ziehen gedenke, von merkwürdigen WG-Konstellationen.

Immer haben meine Wohnungen im Traum viele verschiedene Ebenen, aber alle in einem einzigen Zimmer. Es gibt da kleine Bühnen – wahrscheinlich für Kammermusik im eigenen Salon – und viele kleine Treppen… Neulich träumte ich, ich würde mit meiner großen Schwester in eine große WG ziehen. Der Hausmeister zeigte uns im Treppenhaus einen Seiteneingang, der zu einem staatlichen Schwimmbad führte, das riesengroß, aber kaum bevölkert war. Er erklärte das damit, dass der Bau des Schwimmbades so viel gekostet hätte, dass keinerlei Gelder mehr für Marketing übrig geblieben wären. Deshalb sei die Existenz dieses gigantischen Erlebnisbades in der Stadt gänzlich unbekannt. (Okay, das mit dem Hausmeister und dem mangelnden Marketing ist ausgedacht, aber das mit dem Traum von einem nicht frequentierten Schwimmbad, zu dem man direkt über eine Tür im eigenen Treppenhaus gelangt, stimmt.)

Ab und zu träume ich auch von Klängen. Heute Nacht beispielsweise von einer zerstückelten „Für Elise“ – was vielleicht daran liegen mag, dass ich gerade die siebte Staffel von „Dexter“ schaue. Musikalisch war das ganz interessant – gibt es aber leider schon. Von irgendeinem Fluxuskünstler. Habe vergessen, wer jetzt genau.

Irgendwann träumte ich von einem Stück für Streichorchester. Ich mochte diese Besetzung nie. Eine „Streichersinfonie“ – von Mendelssohn oder so – empfand ich immer als „unganz“. Ich brauche unbedingt Bläser. Egal. Träume kann man sich ja nicht aussuchen. In jedem Fall klang dieses Streichorchesterstück sehr gut, obwohl – oder weil – es ganz einfach aufgebaut war. Irgendwie verdammt chromatisch.

Musik klingt in meinen Träumen jedenfalls immer nach Musik, die ich noch nirgendwo so gehört habe. Nicht im Sinne einer Innovation, sondern vielmehr im Sinne von ungewöhnlichen, nie zuvor erlebten musikalischen Situationen. Und in der Tat versuche ich, das zu komponieren.

Und häufig denke ich: Jeder Komponist sollte dann und wann versuchen, die Klänge, die er in seinen Träumen gehört hat, zu Papier zu bringen. Dann würde – da bin ich sicher – das, was wir „Neue Musik“ nennen, nicht immer so klingen, wie es nun mal klingt. Und so klingt es nun mal. Seien wir ehrlich.

Schlaft gut – und vertont eure Träume.

12. Juli 2015
von Arno
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Träume vertonen I

„Na, heute schon gefickt?“

So begann angeblich – nach Überlieferung durch Harald Schmidt – ein bekannter deutscher Schauspielregisseur regelmäßig seine Proben. Um seine Schauspieler zu provozieren – und so „mehr“ aus ihnen herauszuholen.

Ein anderer Regisseur, auch sein Name fällt mir nicht mehr ein, es mag Heiner Müller gewesen sein, hatte wohl die Marotte, dass er die Schauspieler bei Probenbeginn fragte, was sie letzte Nacht geträumt hätten. Angeblich wurden dann Szenen aus den Träumen, möglicherweise gar mit Bühnenelementen, soweit verfügbar, nachgestellt. Als emotionale Öffnung, für den stream of consciousness, als Inspiration für die Intensität der Probensituation – oder einfach, um einen schönen, privaten Anlass zur Improvisation zu haben.

Als ich das – also das mit den „Träume auf der Bühne nachstellen“ – hörte, und das war bestimmt noch in den 90er Jahren, gefiel mir das sehr sehr. Ich weiß nicht, wie das dann vonstatten ging. Aber ich wese ich wäre gerne dabeigewünscht.

Ich träume in der letzten Zeit viel. Mag an „dem Wetter!“, irgendwelchen Luftdruckdingen, oder an „oder so“ liegen. In jedem Fall – und ich meine, ich hätte das hier bestimmt schon einmal erwähnt – schreibe ich seit 26 Jahren Tagebuch. Will heißen: Ich habe tatsächlich seit meinem zehnten Lebensjahr über jeden Tag etwas geschrieben. Früher gab es sogar jeden Tag Notizen – and jetzt hold on to your seat! – zum Wetter (!)! Gäbe es die ach ja schon ziemlich geile Digitalisierung nicht, wären diese analogen Niederschriften für die Meterologennachwelt bestimmt eine „wertvolle“ Quelle. Nach meinem kümmerlichen – gefühlt Mitte 30 jeder Zeit bevorstehendem – Ableben versteht sich.

Träume sind natürlich auch Thema in meinen Tagebüchern. Meist direkt nach Aufwachen notiere ich fast immer einzelne Spotlights.

Als Kind war mein häufigster Traum das Fliegen. Selbstredend ohne jedwedes Gerät. In einem Traum, es war zu Grundschulzeiten, musste ich mir, um zu fliegen, lediglich ein weißes, sehr dünnes und leicht netzartiges Tuch umbinden. Ich kann mich an die Struktur dieses Tuches – ich bitte dieses Detail zu verzeihen – sehr genau erinnern und wüsste gern, wozu wir das in der Familie damals verwendet haben. Es hatte wirklich eine ganz seltsame Struktur!

Mein zweithäufigster Traum: Zahnausfall. Und zwar in massiver Form. Gerne so, dass ganze Zahnreihen in einem hopps gehen. Schon als Bub ersuchte ich das Traumdeutungsbuch meiner werten Frau Mutter um eine Interpretation von „Zahnausfall“. Das Ergebnis: „Verlustangst“. Ach. Ich träume den Zahnausfalltraum bis heute hartnäckig regelmäßig. Und jedes Mal wache ich nach Zahnausfallträumereien auf – das ist jetzt ausgedacht, klingt aber lustig, wenn ich das so behaupte – und sage in mittellauter Zimmerstärke: „Verlustangst. Verlustangst! Vielleicht habe ich Verlustangst. Und zwar Angst um den Verlust meiner Zähne, verdammt!“

Entschuldigung. Ich unterbreche hier. Ich möchte morgen weiterschreiben. Okay?

11. Juli 2015
von Moritz Eggert
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Everything that is wrong with „Mozart in the Jungle“, Episode 2: FIFTH CHAIR

Of course there is nothing wrong with „Mozart in the Jungle“. It’s a great and funny series with fantastic actors, witty scripts and a theme that is not of your usual run-of-the-mill comedy soap. It is also based on a book which I recommended in the Neue Musikzeitung a while ago, even though readers will recognize little from the true life stories of New York oboist Blair Tindall in the TV version.
Nevertheless, watching the series as a classical musician makes you wonder how much exactly the producers actually know about the real world of classical music. And I don’t mean the sex and the drugs, because these certainly exist in classical music.
And because nitpicking is kind of fun, I present to you an ongoings series of in-depth analysis of the mistakes or at least idiosyncracies that crop up in…

FIFTH CHAIR
1. Rodrigo brings Hailey to a private PR meeting and introduces her to the orchestra manager, Gloria.
Not only does it not work like that (PR meetings are not the place to do this, and first Hailey has to negotiate a contract), he also proceeds to change the season programming and introduces – of all pieces possible – the 8th symphony of Mahler, one of the biggest ensemble pieces in the whole repertoire – on short notice, to give a reason why he suddenly needs a fifth oboe. Normally extra oboists for one piece are never hired permanently, but just one time, for the gig. There is no reason to present them personally to the orchestra manager in a PR meeting for god’s sake, even if one is hot for them like Rodrigo obviously is for Hailey. But let’s also look at what a quick programming of Mahler’s 8th would mean: the many contracts for the original concerts would have to be cancelled, which would mean a lot of money is lost. Then Rodrigo would need to find a choir, a children’s choir, an organ and a bloody mandolin orchestra and dozens of extra players to actually be able to perform Mahler 8th…on crazily short notice! No wonder the manager is quite distressed – a decision like this could actually bankrupt an orchestra in a day!

2. Pembridge surely is hated – dozens of classical music fans wait on the street for an autograph of Rodrigo, but not even one acknowledges Pembridge’s presence when he exits the car. What has the guy done to deserve such treatment? Even third-rate conductors get some recognition and give the odd autograph, and anybody who was the chief conductor of the “New York Symphony” is not a complete nobody who is suddenly treated like shit from one day to the next. Perhaps he raped children or ate his cat? Or vainly conducted in front of a mirror while his girlfriend watched on and had a drink? Now that really is despicable….

3. The orchestra who has just yesterday heard they’re playing Mahler 8th is assembling the next day in the presumably correct instrumentation, fully prepared to play the not-so-easy piece (looking at the size of the motley group gathered they surely haven’t read Mahler’s score who demands many more musicians). They must have practiced all night!

4. Rodrigo brings a parrot to his first ever rehearsal as a chief conductor. If he did that in real life the orchestra would immediately leave the stage out of fear that the animal shits on their instruments (in fact the parrot does crap on Rodrigo’s shoes moments later). The union would complain about possible contamination by an animal and the musicians would file a complaint against the conductor. In short: his career as a chief conductor would be off to a really bad start. But in the show the musicians go along with the joke, cheer and look happy. These orchestra musicians don’t only consume beta-blockers, they are positively pacified by drugs!

5. Rodrigo proceeds to go into a long-winded speech of boring common-place nonsense that normal orchestra musicians would hate to listen to. But that is actually realistic if one thinks twice about it. What is not realistic is the sucking-up comment “I feel you, brother”. The timpanist can sell drugs as much as he wants, but with this comment he would be considered a complete asshole by his colleagues – forever!

6. Rodrigo boasts to have learned to professionally play literally every orchestra instrument there is. Prodigy he may be, but this is really stretching it! Most conductors, even the really, really famous ones, play the piano and perhaps one more instrument, that’s it.

7. One doesn’t choose the oboist who gives the A – this is so preposterous that the orchestra would start to laugh if a conductor tried to give preference to a “5th oboe A”. No wonder everybody looks uncomfortable, especially as the conductor is not needed for the tuning process at all anyway, this is the concert master’s task…(who is strangely missing from the scene).

8. Rodrigo gives a cue without giving any bar number, and then the orchestra starts in the middle of the piece! How do they know where he wants to start? Telepathy?

9. Hailey letting her oboe fall awkwardly and scream “fucker” is a very funny scene, but consider this: any normal oboe (by all accounts an extremely delicate instrument) would simply be broken when falling like this. No wonder the union guy is calling a break immediately afterwards – Hailey should be in tears and complete despair about the destruction of her valuable instrument! And why does she suddenly play so bad when she has had a good night’s sleep? She was great the other day completely drunk and with only 3 hours sleep!

10. Rodrigo decides – after the 8th symphony has been scheduled with great aplomb – that it should be completely replaced on short notice (in the same rehearsal!) …. with the “Hungarian March” by Berlioz!!!! If ever there was a worse replacement for Mahler 8th it is the Hungarian March – a piece which lasts 5 minutes instead of Mahler’s evening filling 80 minutes! This would be the point where everybody would declare Rodrigo completely nuts instead of treating him like invincible whiz kid. Imagine replacing “Gone with the Wind” with a short Mickey Mouse cartoon.

 

(to be continued)

Moritz Eggert