Bad Blog Of Musick

Fura

27. Mai 2016
von Moritz Eggert
1 Kommentar

Nach der Premiere ist vor der Premiere

Nach der Premiere ist vor der Premiere

Premieren sind etwas Seltsames – man arbeitet jahrelang auf einen Moment hin, und dann ist alles in wenigen Stunden vorbei. Und man würde als Komponist lügen, wenn sich nicht eine gewisse Melancholie in einem breit machen würde.
Natürlich freut man sich, wenn es den Menschen gefallen hat. Aber genau wissen kann man das natürlich nie. Ist jedes Lob echt, ist jede Begeisterung eine richtige Begeisterung? Aber warum soll man sich überhaupt anmaßen, die „richtige“ Begeisterung zu verlangen? Ist es nicht der Menschen gutes Recht, etwas auch total grottig zu finden?
Jeder Komponist geht mit Lob anders um. Als ich einmal György Ligeti lobte, sog er es auf wie eine verhungerte Honigbiene in der Wüste von Nevada. Er wollte noch mehr Lob, noch mehr Bewunderung. Ich musste ihn einen ganzen Abend lang loben, damals in London, nach seinem Porträtkonzert. Danach stand er auf, schüttelte mir die Hand und ging. Ich kam mir – trotz aller berechtigter Bewunderung für diesen großen Komponisten – ein wenig benutzt vor.
Hans Werner Henze liebte auch – wie jeder von uns – das Lob, und litt wie ein Hund, wenn man ihn nicht lobte. Bei Henze gab es aber immer ein selbstironisches Eingeständnis der eigenen Eitelkeit, was ihn wieder sympathisch machte. Manchmal machte er sich dann auch rührend klein, a la „ich weiß eigentlich gar nicht, wie ich das alles komponiert habe“, dabei wie ein kleiner Junge lächelnd. Gleichzeitig sah man ihn aber innerlich über sich selbst schmunzeln. Aber wehe man erwies ihm die grundsätzliche Reverenz nicht!

Dann gibt es Komponisten, die kann man endlos loben, aber sie sind nie zufrieden, weil sie sich nicht für die richtigen Sachen gelobt fühlen. Sie wollen, dass man sie für genau das lobt, was ihnen am wichtigsten erscheint, wehe, es ist etwas Anderes! Solche Komponisten werden nie glücklich werden, denn sie sehen Lob lediglich als Selbstbestätigung, nicht aber als die warmherzige zwischenmenschliche Kommunikation, die er eigentlich sein sollte
All dies geht mir durch den Kopf, wenn mir nach einer Opernpremiere (wie gestern in Linz) verschiedene Menschen gratulieren. Die, die es hassten, kommen ja meistens nicht. Aber man kriegt es trotzdem mit! So durfte ich in der Pause beobachten, wie eine zornige Alte mit Rollator sich bei der Garderobiere darüber beschwerte, dass das Stück für sie komplett unverständlich sei und vor allem eines: viel zu laut! Ich frage mich dann immer, wie es sein kann, dass in Konzerten ältere Zuhörer immer zornig die Hand heben, wenn man vorne zu leise redet, sich aber dann gleichzeitig darüber aufregen, wenn die Musik zu laut ist. Es muss an der Einstellung der Hörgeräte liegen vermute ich. Oder an der inneren Einstellung?

Dann gibt es das Lob, das irgendeinen Satz beinhaltet, der einen endlos grübeln lässt. So sagte mir zum Beispiel gestern jemand, er fände „Terra Nova“ toll, aber es wäre „fast zu viel des Guten gewesen“. So ein unschuldiger, sicherlich gut gemeinter Satz, geht mir dann ewig nach, was natürlich dumm ist. Meine Frau sagt dann immer: Du willst dein „Schnäbelchen wetzen, sonst bist Du nicht glücklich“.

Natürlich will ich immer „zu viel des Guten“ – in Asien serviert man den Gästen ja auch immer viel mehr, als sie essen können, sonst ist es unhöflich. Und so möchte ich eigentlich auch immer ein Überangebot an Ideen schaffen, keinesfalls aber ein Unterangebot, denn das fände ich einfach nicht höflich dem Hörer gegenüber. So wie ich es auch nicht höflich finde, den Hörer zu langweilen. Aber nicht alle denken so, und servieren dann gerne auch Mal ganz edle nouvelle cuisine, die dann einsam auf einem riesigen Teller liegt. Kann ja auch schön sein! Oder auch nicht – wie oft habe ich begeisterte Kritiken über Stücke gelesen, die einen bis zur Unerträglichkeit gelangweilt und gelähmt haben. Langweilt es aber nicht, dann sind die Stücke natürlich automatisch „oberflächlich“, zumindest in der deutschen Kritik. Das hat eine fast schon unausweichliche Vorhersehbarkeit.

Vielleicht liegt es auch an mir und an meinen vielen Opernerfahrungen, dass man mit der Zeit vorsichtig wird. Bei meiner ersten Oper erwartete ich noch, dass sich danach alles ändern müsse, entweder zum Guten oder zum Schlechten. Danach schrieb ein Kritiker, ich solle auf keinen Fall mehr Opern schreiben, denn das wäre ja eine Zumutung für alle. Dieser Satz hat mich über viele Jahre natürlich wahnsinnig motiviert.

Ich habe Premieren erlebt, bei denen alle danach sagen, es wäre ein Riesenerfolg, und danach stehen lauter Verrisse in der Zeitung. Ich habe Premieren erlebt, bei denen es genau umgekehrt war. Und zwar nicht nur eigene!
Am meisten hat man Angst vor der Eifersucht. Hat der eine Kollege einen da gerade im Vorbeigehen etwas schräg angeschaut? Hat der andere gerade beim Händeschütteln leicht das Gesicht verzogen? Warum hat X einen vor der Premiere herzlich begrüßt, tauchte aber danach nicht mehr auf? Ich will dann immer rufen: bitte hasst mich nicht, heute durfte ich Mal, schon das nächste Mal dürft ihr wieder, und dann komme ich und applaudiere so laut ich kann! Aber niemand kann mich hören, denn ich rufe das natürlich nur ganz still, im Kopf.

Andere Menschen feiern ja auch Geburtstage und man gratuliert ihnen. Ist man da eifersüchtig? Nein, jeder darf Mal. Ich selber hasse das Gefühl auf jemanden eifersüchtig zu sein so sehr, dass ich alles tue, um es nie erleben zu müssen. Deswegen lobe ich andere Menschen wirklich gerne, denn ich finde, dass man das möglichst oft tun soll. Letztlich sind wir doch alle nur Gast auf diesem seltsamen Planeten, und man sollte deswegen möglichst nett zueinander sein, oder nicht?

Die Hauptgefühle an einem solchen Premierenabend sind aber Dankbarkeit, Demut und Angst.

Dankbarkeit, weil sich gerade knapp 200 Menschen damit abgemüht haben, etwas auf grandiose Weise auf die Bühne zu bringen, und gestern besonders war der Einsatz aller Beteiligten geradezu überwältigend. Egal, was die Kritiken schreiben werden, es gibt ja auch eine innere Wahrheit eines solchen Abends, und diese hat mich bei der gestrigen Aufführung zutiefst beeindruckt. Mal abgesehen davon, dass ich die Inszenierung und Realisierung wirklich mochte und toll fand! Dafür ist man erst einmal wahnsinnig dankbar, aber wird auch demütig. Es ist ein Geschenk, das erleben zu dürfen.

Die Angst wiederum ruht daher, dass sich nun wieder ein riesiges Loch vor einem auftut: Das Loch der nächsten Oper(n), von denen man noch keinen einzigen Ton geschrieben hat, weil man natürlich im Bann der aktuellen Premiere war. Man hat gerade alles gegeben, sein Herzblut in jeden Ton gesteckt, aber man weiß schon jetzt, dass man das alles wieder tun muss, sich keinesfalls auf irgendwelchen eingebildeten Lorbeeren ausruhen darf. Denn auch der größte Erfolg ist schnell vergessen, man muss sich immer neu beweisen.

Aber ist das ein Grund, eine Lamentation anzustimmen? Ganz sicher nicht – der Zauber des Theaters ist seine Vergänglichkeit, das Bestehen im Moment. Wenn dieser Moment bleiben würde, dann wäre er nicht ewig, das ist das Paradox des Theaters: des Theaters Ewigkeit ist eine Utopie ist und muss das auch bleiben. Wie ein Ritual den Glauben am Leben hält, so ist das Ritual des Theaters seine ewige Erneuerung im Angesicht der Vergänglichkeit.
Jeder Applaus ist eine Verpflichtung, dieses Ritual weiterzutragen. Hierbei ist es letztlich vollkommen unwichtig, wer mehr oder wer weniger Erfolg hat, wer wie viele Fleischbällchen bei der Premierenparty gegessen hat, wer zu viel gelobt wurde, wer zu wenig gelobt wurde, wer vergessen wurde. Es zählt alleine diese stille Abmachung mit der Ewigkeit, die ewig vergänglich sein muss.

Nach der Premiere ist vor der Premiere.

Moritz Eggert

Terra Nova (A Video Diary), Part 6

25. Mai 2016 von Moritz Eggert | Keine Kommentare

Main and General Rehearsals 23/24 May 2016.
Excerpts with friendly permission by the Bruckner Orchester Linz and the soloists.

Content: Chu arrives. Interviews. Costumes and Lighting are there! Final corrections. Nervosity mounts. Electric Sheep, Electric Sheep, Baah, Baah! A scene that looks like the 3 astronauts in „Alien“. Takeshi sings from the side.

Moritz Eggert
Terra Nova oder Das weiße Leben

Opera in three acts
Libretto by Franzobel and Rainer Mennicken

In German with captions

Work commissioned by the Landestheater Linz
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21. Mai 2016
von Moritz Eggert
Keine Kommentare

Terra Nova (A Video Diary), Part 5

The stage orchestra rehearsals are over and now is the last chance to correct things. Do alien sheep dream of electric composers? How many languages are spoken by the production team? Will the audience care? Will somebody get lost crossing the stage?
These questions are not answered by this video. But everything else will. Just trust me.
(Moritz Eggert)

(with friendly permission by the Bruckner-Orchester Linz and the soloists)

Moritz Eggert
Terra Nova oder Das weiße Leben

Opera in three acts
Libretto by Franzobel and Rainer Mennicken

In German with captions

Work commissioned by the Landestheater Linz

Operas
Uraufführung 26.05.2016
Location Großer Saal Musiktheater
Duration 02 hrs. 45 min. Weiterlesen →

20. Mai 2016
von Arno
1 Kommentar

Das große Emoji-Klassikstars-Rätsel – Die große Auflösung

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 1

1.) Das war nicht so schwer!
Die russische Sängerin Anna Netrebko, die inzwischen auch Staatsbürgerin des bergigen Österreichs ist, wurde vor allem durch die Verkörperung ihrer Rolle als Violetta Valéry in Verdis „La traviata“ (nach dem Roman „Die Kameliendame“ von Alexandre Dumas) bekannt, wohingegen viele Musikfreunde Netrebkos gute Bekanntheit und Freundschaft mit Wladimir Putin, mit dem sie sich schon häufiger hat ablichten lassen, nicht so mögen, weil sie den ziemlich kacke finden.

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 2

2.) Okay, das war hart…
Hinter der Nummer steckt natürlich unser chinesischer Freund: der am 14. Juni 1982 – also im chinesischen Sternzeichen des Wasser-Hundes und im europäischen Sternzeichen des Zwillings geborene – Lang Lang, der, warum auch immer, bei der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland 2006 Klavier spielte, gerne Pommes isst, den „Hummelflug“ auf dem iPad spielen kann und gerne sein Schweißtuch nach dem Konzert in das, warum auch immer, applaudierende Publikum wirft.

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 3

3.) Völlig easy, Diggah!
Die aus Baden stammende Tennisfreundin Anne-Sophie Mutter besitzt gleich zwei sündhafte teure Stradivari-Geigen und trat bereits als 13-jähriges Mädchen mit Herbert von Karajan auf.

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 4

4.) Läuft bei ihr!
Gesucht ist natürlich Cecilia Bartoli, die mit neun Jahren ihr Debüt als Hirtenknabe in Uschi Glas‘ Oper „Tosca“ gab, mit dem Gedanken spielte, professionelle Flamenco-Tänzerin zu werden, sich dann aber bekanntlich für die Laufbahn einer Mezzosopranistin entschied, auch Kastraten-Arien in ihrem Repertoire hat und Konzerte gibt, in denen sie mit gefühlt jeder Arie flugs in ein neues Kostüm schlüpft.

20. Mai 2016
von Moritz Eggert
Keine Kommentare

Terra Nova (A Video Diary), Part 4

Press conferences are a staple of any opera premiere. To lighten things up, Carlus opened a bottle of water and emptied it over his head, declaring that he was now an immortal alien. That certainly got the attention of the journalists, but unfortunately I wasn’t quick enough to catch it on film. (Moritz Eggert)

PS: Sorry for the wrong subtitle, the choreographer is called MEI HONG of course…

Terra Nova (A Video Diary), Part 3

20. Mai 2016 von Moritz Eggert

(with friendly permission by the Bruckner-Orchester Linz and the soloists)

Moritz Eggert
Terra Nova oder Das weiße Leben

Opera in three acts
Libretto by Franzobel and Rainer Mennicken

In German with captions

Work commissioned by the Landestheater Linz

Operas
Uraufführung 26.05.2016
Location Großer Saal Musiktheater
Duration 02 hrs. 45 min.
Musical director
Dennis Russell Davies
Takeshi Moriuchi
Director
Carlus Padrissa
Choreography
Mei Hong Lin
Stage design
Roland Olbeter
Co-Stage design
Esterina Zarrillo
Costume design
Chu Uroz
Visuals
Valentin Huber
Choir conductor
Georg Leopold
Conductor children and youth choir
Ursula Wincor
Choreographic cooperation
Constantin Georgescu
Dramaturgy
Wolfgang Haendeler
Ira Goldbecher
Ruler, Präsident
Jacques le Roux
Lara alias Chang’e, seine ehemalige Frau
Mari Moriya
Marylin, seine Geliebte
Daniela Dett
Anaïs Lueken
Pandura, Astronomin
Katerina Hebelkova
Kolker, Laras Bruder, ein Agent
Martin Achrainer
Armstrong, Raumfahrer
Sven Hjörleifsson
Titov, Raumfahrer
Michael Wagner
Dreier, Raumfahrer
Matthäus Schmidlechner
Ann, Armstrongs Frau
Elisabeth Breuer
Mira, Titovs Frau
Kerstin Eder
Yioti, Dreiers Frau
Gotho Griesmeier
Ein Freier
Lutz Zeidler
Der kleine Prinz
Nathan Mitterbauer
Ein Lautsprecher
Ulf Bunde
Moritz Eggert
Drei Moonwalker / Drei Rädelsführer / Drei Reporter / Drei Partygäste
Csaba Grünfelder
Ulf Bunde
Marius Mocan

Ballett des Landestheaters Linz
Chor des Landestheaters Linz
Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz
Statisterie des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz

19. Mai 2016
von Moritz Eggert
Keine Kommentare

Terra Nova (A Video Diary), Part 3

The most exciting but also nerve-wracking period of any opera production are the Stage/Orchestra rehearsals, where the singers try to cope with the situation on the stage while lighting and direction are usually frustrated about the many things they still have to work on. It is also the last opportunity to make final decisions about the presentation…(Moritz Eggert)

(with friendly permission by the Bruckner-Orchester Linz and the soloists)

Moritz Eggert
Terra Nova oder Das weiße Leben

Opera in three acts
Libretto by Franzobel and Rainer Mennicken

In German with captions

Work commissioned by the Landestheater Linz

Operas
Uraufführung 26.05.2016
Location Großer Saal Musiktheater
Duration 02 hrs. 45 min.
Musical director
Dennis Russell Davies
Takeshi Moriuchi
Director
Carlus Padrissa
Choreography
Mei Hong Lin
Stage design
Roland Olbeter
Co-Stage design
Esterina Zarrillo
Costume design
Chu Uroz
Visuals
Valentin Huber
Choir conductor
Georg Leopold
Conductor children and youth choir
Ursula Wincor
Choreographic cooperation
Constantin Georgescu
Dramaturgy
Wolfgang Haendeler
Ira Goldbecher
Ruler, Präsident
Jacques le Roux
Lara alias Chang’e, seine ehemalige Frau
Mari Moriya
Marylin, seine Geliebte
Daniela Dett
Anaïs Lueken
Pandura, Astronomin
Katerina Hebelkova
Kolker, Laras Bruder, ein Agent
Martin Achrainer
Armstrong, Raumfahrer
Sven Hjörleifsson
Titov, Raumfahrer
Michael Wagner
Dreier, Raumfahrer
Matthäus Schmidlechner
Ann, Armstrongs Frau
Elisabeth Breuer
Mira, Titovs Frau
Kerstin Eder
Yioti, Dreiers Frau
Gotho Griesmeier
Ein Freier
Lutz Zeidler
Der kleine Prinz
Nathan Mitterbauer
Ein Lautsprecher
Ulf Bunde
Moritz Eggert
Drei Moonwalker / Drei Rädelsführer / Drei Reporter / Drei Partygäste
Csaba Grünfelder
Ulf Bunde
Marius Mocan

Ballett des Landestheaters Linz
Chor des Landestheaters Linz
Kinder- und Jugendchor des Landestheaters Linz
Statisterie des Landestheaters Linz
Bruckner Orchester Linz

17. Mai 2016
von Moritz Eggert
Keine Kommentare

Everything that is wrong in Mozart in the Jungle Season 2 Episode 07, Can You Marry a Moon?

Can you marry a moon?

Everything that is wrong in „Mozart in the Jungle“. Season 2, Episode 1 „Stern Papa“

29. Februar 2016 von Moritz Eggert | Keine Kommentare

So we’re onto season 2 of “Mozart in the Jungle” now! MIJ is a great show – it has perfect casting, witty scripts, great actors…and screenwriters who try to unsuccessfully imagine how the classical music scene works. Actually it sometimes even adds to the fun that they don’t have a clue, as we become witnesses to scenes and dialogue that would never happen in real life. Isn’t that what TV is about?
But as it is fun to nitpick here is a rundown of all the mistakes in season 2, episode by episode….
(Moritz Eggert)

1) To answer the title question: I guess no.

2) “Johann Sebastian Cock?” Really? Really…

3) 0:54: the poster in the background (to the right) says HADYN: “String quartet and Farewell Symphony”. Not a combination you often see in concert halls, as one is a chamber music piece and one an orchestra piece. Did someone just invent this poster?

4) This is the fakest depiction of the composition process ever. If somebody goes about composing like Pembridge he is definitely a moron. And well, Pembridge is SUPPOSED to be a moron.

5) 19:00 And this is not how playing the stock market AND the drumkit works. For a start: one couldn’t understand a word he’s saying. Although: they actually DID use a dampened practicing kit. Still would be too loud.

6) 20:00 So what is this virtual reality game about? Several conductors are conducting one single cellist? Sounds like fun…

7) And the mystery of the title is still not resolved. Except if we assume that Hayley’s behind is beautiful like a moon (“made from marble”) and that it is not possible to marry it. Duh.

8) And this ends the “Mozart in the Jungle”- episode with the least necessary nit picking so far…

16. Mai 2016
von Arno
Keine Kommentare

Das große Emoji-Klassikstars-Rätsel

„Es wirth da aber eine Zeith cömmen / in der alle Welt fürderhin gar nur noch imstande sey / sich mit derer Emojis zu artikulieren !“ (Teresa von Ávila, 1515-1582)

Drum nehmet hin, o Freunde der Sonne, das große Emoji-Klassikstarks-Rätsel!

Hinter jeder Emoji-Reihe steht ein berühmter Klassikstar unserer Zeit.
Wer als Erster die richtige Lösung in der Kommentarposte spaltet, der gewinnt eine CD-Aufnahme mit den Nocturnes von Frédéric Chopin (falls denn wirklich gewünscht). Eingespielt von dem Klassikstar Yundi (früher: Yundi Lee, heute nur noch Yundi, ohne Lee, aber mit dem Yundi immer noch ganz dolle mit dabei!). Die CD ist bei EMI erschienen und garantiert unbenutzt! Die postalische Zustellung erfolgt nach Kontaktaufnahme per Email. Der Ausweg ist rechts geschlossen!

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 1

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 2

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 3

Klassikstar-Emoji-Rätsel - Rätsel 4

15. Mai 2016
von Arno
Keine Kommentare

op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 5

Heute also, nach den Takten 1, 2, 3 und 4, mal ganz schlicht: Takt 5.

Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 5

Wieder diese fiese verminderte 32stel-Vorschlags-Septime im Forte. Dieses Mal auf den Tönen des und e. Anschließend folgt jedoch erstmals kein verminderter Septakkord, sondern ein b-Moll-Quartsextakkord.

Jede Harmonie in Grundstellung erklang bisher im Piano; und zwar – und wir befinden uns immerhin schon im fünften Takt – lediglich im zweiten Takt (G-Dur und c-Moll). Bei allen anderen Akkorden, die Forte zu spielen sind, handelt es sich entweder um verminderte Septakkorde (Takte 1, 3 und 4) oder Sextakkorde (Takte 2 und 4).

Jetzt also dieser Quartsextakkord in b-Moll. Und wieder ein Sforzato-Triller mit Diminuendo – oder, wie wir Vogelfreunde sagen: ein Storchenschnabel, welcher nach rechts zu zeigen sich anschickt. Übrigens, wenn man ganz aufmerksam mit der ODEG, der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH, von Berlin nach Cottbus oder halt auch umgekehrt fährt, kann man immer Rehe, manchmal Kraniche und ganz manchmal sogar Störche sehen, so, wie ich neulich myself! Netzempfang gibt es auf der Strecke ab Königs Wusterhausen sowieso nicht mehr. Also: Endgeräte beiseite gelegt und verträumt in die Natur da draußen geguckt, liebe hektischen Freunde der digitalen Gesellschaft!

9. Mai 2016
von Moritz Eggert
Keine Kommentare

Everything that is wrong in „Mozart in the Jungle“, Season 2, Episode 6 „How to make God laugh“

How to make God laugh

So we’re onto season 2 of “Mozart in the Jungle” now! MIJ is a great show – it has perfect casting, witty scripts, great actors…and screenwriters who try to unsuccessfully imagine how the classical music scene works. Actually it sometimes even adds to the fun that they don’t have a clue, as we become witnesses to scenes and dialogue that would never happen in real life. Isn’t that what TV is about?
But as it is fun to nitpick here is a rundown of all the mistakes in season 2, episode by episode….
(Moritz Eggert)

  • 01:50 In typical Vaudeville fashion: if you want to hide the lover in your bed from the guy knocking at the door…FIRST HAVE A REALLY LOUD CONVERSATION WITH HIM BEFORE HIDING HIM! It will work, promised…
  • Thinking about it – given that Pembridge is just travelling along with the orchestra – why is there actually a journalist waiting for him at the airport? He isn’t actually doing anything in this tour! And again and again we are told that he is a has-been that nobody cares for anymore.
  • 6:44 In the window behind Mexican sponsor guy one can see the reflection of the green screen behind the window. You didn’t think they were actually flying in this scene, did you?
  • 8:40 the immediate reaction of overwhelming bliss when listening to less than a bar of “La Bohème” is…a bit exaggerated, don’t you think? It’s like the guy has an instant orgasm by Puccini.
  • …and in a bloody helicopter you couldn’t hear soft music played on an iphone, and also not much of the soft conversation that went before (although granted: one could probably always hear Gloria’s grating voice!)
  • So why didn’t Rodrigo tell his grandma that he was coming? Doesn’t he have a phone or something? And thinking about it: grandma – albeit friendly – doesn’t exactly keel over with surprise when her grandchild suddenly appears at the door…who hasn’t even told her that he is in the country! Her reaction is rather benign, even somewhat subdued…
  • 16:25 Bob must be really unique – I don’t know any flutist who starts his career out with…THE PICCOLO! And even weirder: the orchestra seems to hire him out only as…THE PICCOLO PLAYER! He even plays in pieces that…DON’T FEATURE THE PICCOLO! Reality check: even though flutists can specialize on being really good piccolo players they usually still play the normal flute. And the orchestra usually hires a third flutist that…sometimes…is obliged to also play the piccolo. A lot of classical repertoire doesn’t even feature piccolo flute and until today a lot of orchestra pieces are written that don’t have piccolo flute in them.
  • 21:00 everybody who has ever worked with a Mexican orchestra (and I have) knows that you don’t just enter a courtyard at a certain moment and everybody is there and immediately ready! Half of them would stand somewhere, smoking, others would fiddle around, others would talk.
  • They do this concert every week in the plaza? For whom? And why in the open? What happens when it rains? Oh, they do it because one day a camera team will come along and it will simply look gorgeous on TV.
  • And they play pretty clean for an orchestra of mostly young kids – and it sounds like in Carnegie Hall!
  • 21:20 and now we know where Rodrigo learned his bizarre conducting technique. From the bearded Maestro! The only actor so far who manages to look even less convincing than Rodrigo while conducting!
  • 21:25 So this is the 15 second piece that Rodrigo conducted as his first piece? Which orchestra piece starts like that and only lasts 15 seconds? Only in Mexico…I say this because he orchestra basically stops playing like the piece has come to an end, without any sign from the Maestro that they should stop! Or is the weird gesture he makes a “stop” gesture? It looks like he is conducting traffic.
  • 22:22 and those crazy Mexicans dragged a piano into the plaza! They probably do that every week as well…
  • And the Music sounds like American Film Music trying to sound Mexican. Why would they play a piece like that? Wouldn’t they rather play real Mexican Music?
  • 24:10 if in real life a successful conductor was offered to take over a youth orchestra in some tiny village – he would probably run away screaming (actually Rodrigo does, in a way)! Even though famous conductors often conduct youth orchestras and enjoy working with young talents they always do it on a short-term basis, never permanently.
  • And…what an old, pompous fart the “maestro” is! Why isn’t he proud of what Rodrigo achieved: international success and fame? Why does he want to cruelly take it away from him and force him to conduct young amateurs in the Mexican countryside? No good teacher would ever demand this from a successful pupil…Why doesn’t he simply ask Rodrigo to come by from time to time? I am sure he would say yes…and his grandma would be happy, too!
  • They force people from economy to vacate a seat in business class, but not the other way round. If the seat is free and Rodrigo would want to sit there, no airline hostess would prevent him!

Moritz Eggert