Bad Blog Of Musick

25. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 41

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

Die bisherigen Folgen:
Takt 1 Takt 2 Takt 3 Takt 4 Takt 5 Takt 6 Takt 7 Takt 8 Takt 9 Takt 10 Takt 11 Takt 12 Takt 13 Takt 14 Takt 15 Takt 16 Takt 17 Takt 18 Takt 19 Takt 20 Takt 21 Takt 22 Takt 23 Takt 24 Takt 25 Takt 26 Takt 27 Takt 28 Takt 29 Takt 30 Takt 31 Takt 32 Takt 33 Takt 34 Takt 35 Takt 36 Takt 37 Takt 38 Takt 39 Takt 40

Beethoven-op.-111-Seite-01Beethoven-op.-111-Seite-02Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 41

Unser heutiger Takt ist eine Variation, eine Weiterentwicklung des vorigen Taktes. Bumms, aus, Micky Maus!

Wobei Interessantes festzustellen ist: Gehen wir zurück auf die erste Formulierung des Hauptthemas (oberster Takt in der Grafik unten), so erinnern wir uns an das besondere Intervall der verminderten Quarte es – h.

In den Takten 39 und 40 (siehe mittlerer Takt und erster Takt der untersten Grafik) wird dann aus der verminderten Quarte jeweils eine reine Quarte (g – d / c – g).

Und in unserem heutigen Takt (siehe unterster Takt) erscheint die Abspringung (ja, das Wort gibt es nicht, na und?!?) dann gar als übermäßige Quarte, also als Tritonus (es – a).

Verzerrungen des Themas

Das Thema wird hier also sukzessive aufgespreizt, gedehnt, be- und hinterfragt. Ein kleines strukturelles Moment, das Beachtung verdient hat. Diese Streckung, diese infrage-Stellung des Themas: Zweifel, Wut, Selbstzerfleischung… Und doch alles ganz „trocken“ zu Papier gebracht; doch gleichsam auch „nur“ Musik, nicht Biographie. Und daher umso aufregender.

24. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 40

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Beethoven-op.-111-Seite-01Beethoven-op.-111-Seite-02Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 40

Nun übernimmt die linke Hand also die rollenden-grollenden 16tel – während es rechts mit Oktaven, die das Hauptthema variieren, in der nun bereits eingeführten Abfolge „Legato + Staccato“ weitergeht.

Bei dem Wort „Legato“ muss ich an den einstmaligen Werder-Bremen-Spieler Thorsten Legat denken – und daran, wie sehr ich mich schon jetzt, in diesem vermutlich „kältesten August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (wobei freilich keine Sau weiß, wann man genau eigentlich begonnen hat, Wetter, äh: „aufzuzeichnen“…), auf das nächste Dschungelcamp freue.

Wir freuen uns jetzt aber erst einmal auf die nächste Folge, sprich: auf morgen – und beschließen diesen Beitrag mit einem herzhaften und glutenhaltigen: „Kasalla!“

23. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 39

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Beethoven-op.-111-Seite-01

Beethoven-op.-111-Seite-02

Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 39

Fein, fein! Jetzt taucht also das Hauptthema in verwandelter Gestalt im oktavierten Bass auf. Aus den thematischen Tönen c – es – h ist hier es – g – d geworden. Eine Art Transposition in Es-Dur.

Doch der Fortführungscharakter unserer aktuellen Takte bleibt durch die 16telkettenhaftigkeit bestehen. Außerdem bleibt es nicht einfach bei drei plumpen thematischen Vierteloktaven; nein, die dritte Oktave wird zur Achtel hin verkürzt. Der untere Ton der d-Oktave wird sogleich wiederholt und – typisch Beethoven – mit einem Sforzato versehen. Anschließend geht es auch in der linken Hand 16telmäßig weiter.

22. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 38

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 38

Halten wir doch mal fest: In Takt 35 sind wir unserer thematischen kleinen Terz (c und es) wiederbegegnet, die wir aus Takt 20 schon kennen. Zu Beginn von Takt 36 erklingt dann – rhythmisch ist das Ganze um zwei Viertel verschoben – der dritte thematisch wichtige Ton (h). Auf der zweiten Zählzeit von Takt 37 schließlich kam die kleine Terz im Bass schon wieder.

Und heute also weiterhin Gewusel in der rechten Hand und Oktavketten – zu Beginn wieder in der Abfolge: überbunden + Staccato – in der linken Hand.

Jetzt können wir spätestens ganz klar sagen: das Hauptthema wird im Folgenden wohl ausgeführt.

Fragt sich nur wohin. Vielleicht in ein nettes französisches Restaurant?

(Sie, bildhübsch, blond: zahlt!)

21. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 37

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Beethoven-op.-111-1.-Satz-Takt-37

Okay, also: in der rechten Hand (als „oben“) eine 16tel-Kette, in der linken Hand Oktaven; dort auch wieder mit der kleinen es-c-Terz, die ja einen Teil des Kern des Hauptthemenmotivs bildet.

Beide thematischen Töne (es und c – auf Zählzeit zwei, unteres System) werden hier nicht weiter gebunden, sondern sollen im Staccato abgesetzt erscheinen. Na klar, denn das Hauptthemenmotiv erklang ja dereinst im trockenen Staccato.

Im Grunde könnte das, was die rechte Hand spielt, auch aus einem Bach-Präludium stammen. Wieder also eine Bach-Assoziation.

Fehlt nur noch die Tonkonstellation B-A-C-H, aber, hey, das wär‘ jetzt echt too much.

20. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 36

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Beethoven op. 111 - 1. Satz - Takt 36

Die kleine-Terz-Vorahnung bestätigt sich. Die Töne c und es des Vortaktes: es sind die thematischen Töne vom Beginn der Seite.

Denn heute kommt das h – natürlich wieder mit lecker Sforzato dabei – ins Spiel; dieses Mal als Viertel mit 16tel-Überbindung, damit es von da aus auch in der rechten Hand 16tel-mäßig weiterrollen kann. Denn während das h in der rechten Hand erklingt, geht es in der linken Hand – wie schon im Vortakt angedeutet – mit einer 16tel-Kette weiter.

Diese Kette wird allerdings zu Beginn der dritten Zählzeit im Bass schon unterbrochen. Wie schon in den Takten 32 und 33 kommt es zu einer Oktavkonstellation, auch wieder tonlich an den Beginn des Hauptthemenkomplexes erinnernd…

19. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 35

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Beethoven-op.-111-1.-Satz-Takt-35

Und zack, da ist er wieder, der Triller! Natürlich nicht „der“ Triller, aber immerhin „ein“ Triller… Schließlich hatten Triller die ersten Takte der Sonate geprägt. Also schon ganz klar eine kurze Erinnerung an das, was war…

Gleichzeitig aber auch ein Takt des Übergangs, des Umbruchs, des erneut sich abzeichnenden Dramas… Denn das „poco ritenente“, also das leichte Verzögern hat auf der dritten Zählzeit unseres heutigen Taktes dann auch schon wieder sein End‘! (Wie der Sommer neulich, der sich dann aber entschied, ab heute zurückzukommen – und mir fürderhin heut‘ die Freud‘ bescherte, mir einen Fahrradhelm zugelegt zu haben. Ich muss dazu sagen, dass ich absolut kein „Hutgesicht“ habe. Dementsprechend stelle man sich das Grauen vor!)

Auf der Oberstimme des c-Moll-Quartsextakkords wird auf Zählzeit eins gerade noch getrillert, da wendet sich das Ganze dann auf der zweiten Zählzeit einem G-Dur-Septakkord mit stimmungsführungsbedingtem Sext-Quint-Übergang in der Oberstimme zu.

Dann steht da plötzlich „a tempo“ – und wupp geht das wieder ab wie die Katze von Herrn… Mist, ich komm‘ jetzt nicht drauf.

In der linken Hand läuft es 16tel-mäßig los. Die Oberstimme der rechten Pianist*Innen-Hand spielt noch die Wendung zu Ende, wobei gleichzeitig in der darunter liegenden Stimme ebenfalls ein c zu spielen ist.

C und es in der Mittelstimme: Das erinnert uns dann doch sehr an Takt 20, wo diese beiden Töne erstmals äußerst prominent in Erscheinung getreten waren…

Schmidt!

18. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 34

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Beethoven-op.-111-1.-Satz-Takt-34

Ja, auf diesen Takt lief so Einiges in der letzten Zeit zu. Eine kleine, stille Kulmination.

Das im vorigen Takt eingeleitete f-Moll wird hier nur bedingt bestätigt, nämlich nur vorübergehend mit einem Sixte-ajoutée-Vorhalt auf der ersten Achtel, zu der Quinte des f-Moll-Sextakkords hinsteuernd. Dann folgt – das Ganze ist laut Spielanweisung ausdrucksvoll und noch irgendwie zu spielen, nämlich: „poco riten…“? Tja, das können können wir noch nicht erkennen, denn wir arbeiten uns ja wirklich Takt für Takt vor. Ein verminderter Septakkord wird anschließend mittels Sekundüberführung in der Mittel- und Unterstimme kurzfristig (nämlich auf Zählzeit drei) zu einem c-Moll-Quartsextakkord, um sich anschließend – quasi entmännlicht, geschunden, bespuckt (okay, ich übertreibe!) – erneut in Form eines verminderten Septakkordes wiederzufinden.

Eine bedeutende Stelle, weil hier erstmals auf der zweiten Seite eine wirkliche, ruhige Viertelwert-Akkordfolge auftaucht.

Außerdem ein stimmungsmäßiger Kontrapunkt gegen die harschen 16tel-Dramen der vorigen Takte.

17. August 2016
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op. 111 – Eine Analyse in 335 Teilen – Takt 33

Jeder einzelne Takt von Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier c-Moll op. 111 aus dem Jahr 1822 wird an dieser Stelle von Bad-Blogger Arno Lücker unter die Lupe genommen. Ein Versuch, dieser Musik irgendwie „gerecht“ zu werden, was natürlich, dafür aber fröhlich, scheitern muss.

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Takt 1 Takt 2 Takt 3 Takt 4 Takt 5 Takt 6 Takt 7 Takt 8 Takt 9 Takt 10 Takt 11 Takt 12 Takt 13 Takt 14 Takt 15 Takt 16 Takt 17 Takt 18 Takt 19 Takt 20 Takt 21 Takt 22 Takt 23 Takt 24 Takt 25 Takt 26 Takt 27 Takt 28 Takt 29 Takt 30 Takt 31 Takt 32

Beethoven-op.-111-Seite-01

Beethoven-op.-111-1.-Satz-Takt-33

Angesichts von Takt 32 stellten wir bereits innere Bezüglichkeiten fest.

Alle Töne der Oberstimme von Takt 32 sind quasi schon einmal vorgekommen (siehe rote Markierungen in der Grafik unten). Auch die Art der Begleitung in der Unterstimme der rechten Hand kennen wir schon aus Takt 26 (siehe bordeauxrote Markierung). Die thematischen Oktaven (siehe grüne, orangene und violette Markierungen) greifen sogar auf unseren heutigen Takt 33 über.

Markierung in Takt 32 und 33

Aber die Töne in der Oberstimme von Takt 33 sind in der Abfolge noch nicht dagewesen. Gleichzeitig zeigt uns die e-Oktave auf der zweiten Achtel in der linken Hand eine Modulation an. Und tatsächlich geht hier Beethoven nach der Abfolge G-Dur-Dominantseptakkord (Takt 32 auf der vierten Achtel) + c-Moll-Tonika (Takt 32 auf der fünften Achtel) nun vom C-Dur-Dominantseptakkord (Takt 33 auf der zweiten Achtel) zur (vorübergehenden) f-Moll-Tonika über (Takt 33 auf der dritten Achtel).

(Warte, huch! Ein Aerodactyl! Gesehen gestern Nacht um 3 Uhr am Stuttgarter Platz am S-Bahnhof Charlottenburg, by the way.)

Ein synkopierter f-Moll-Sextakkord im unteren System kündigt dann auch tatsächlich Bedeutendes an – im bedeutungsschwangeren Zusammenwirken mit der Spielanweisung „rinforzando“ – also: „verstärkend“; im Sinne von intensivierend, bewusstmachend, verdeutlichend…

16. August 2016
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Der Musikgeschichtserklärbär – Folge 1 – Der Tristan-Akkord

Der Musikgeschichtserklärbär erklärt erstaunliche Phänomene der klassischen Musik! Mehr über die Musikgeschichte lernen: Mit dem freundlichen Musikgeschichtserklärbär!

Heute: Der Tristan-Akkord von Robert Wegner.

Musikgeschichtserklärbär – Folge 1 – Der Tristan-Akkord