Die Radiowoche vom 10.01.22–16.01.2022

Im Radio. Foto: Hufner
Im Radio. Foto: Hufner

Die Radiowoche vom 10.01.22–16.01.2022

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 02. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr. Ein bisschen ausgedünnter jetzt.

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Inhalt


mo – 10.01.2022


19:30:00 | Ö1
Tolgahan Çogulu & Sinan Ayyildiz beim Jazzfestival Leibnitz 2021

Ein türkisches Saiten-Duo bescherte dem Jazzfestival Leibnitz am 30. September letzten Jahres im imposanten Weinkeller von Schloss Seggau gleich zur Eröffnung einen überraschenden Höhepunkt: Tolgahan Çogulu an der mikrotonalen Gitarre und Sinan Ayyildiz an der Doppelhals-Saz, der eine in Istanbul, der andere in Ankara lehrend, intonierten im Rahmen ihrer Österreich-Premiere traditionelle Lieder armenischer, kurdischer, aserbaidschanischer und türkischer Herkunft -und eröffneten dabei einen faszinierenden Kosmos mikrotonaler Intervallik, der zugleich traditionell und modern anmutete.

Virtuos bearbeitete Ayyildiz die Saz mittels Tapping-Technik, während Çogulu seiner „adjustable microtonal guitar“ zusätzliche Saiten hinzugefügt hatte, um das Instrument wechselnden Modi, abgeleitet von klassischer osmanischer wie auch von traditioneller anatolischer Musik, anzupassen. Auch Kompositionen der aserbaidschanischen Jazzpianistin Aziza Mustafa Zadeh und des jung verstorbenen irischen Fingerstyle-Gitarristen Eric Roche sowie Musik von Johann Sebastian Bach verleibten Tolgahan Çogulu und Sinan Ayyildiz ihrer originellen, verblüffenden Klangwelt ein.

20:03 bis 21:30 | Deutschlandfunk Kultur
In Concert: JazzBaltica

Maritim Stage, Timmerndorfer Strand. Aufzeichnung vom 27.06.2021. Keno Harriehausen Quartett: Karlis Auzins, Saxofon; Maya Fridman, Violoncello; Andris Meinig, Bass; Keno Harriehausen, Piano und Komposition

Moderation: Matthias Wegner. 2020 gewann Keno Harriehausen den Nachwuchspreis der Jazzbaltica. 2021 spielte er mit seinem Quartett auf der Hauptbühne des Festivals. Keno Harriehausen ist ein sehr intuitiver und geschmackvoller Pianist und Komponist. In seiner formidablen Band sorgt vor allem auch die Cellistin Maya Fridman für besondere Akzente.

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musik-Panorama: Grüße aus Nanjing – Neue Aufnahmen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal mit dem E-MEX Ensemble

Am Mikrofon: Egbert Hiller. Im Jahr 2019 besuchte das nordrhein-westfälische E-MEX Ensemble die chinesische Millionenstadt Nanjing. Einst kaiserliche Hauptstadt, zählt Nanjing heute zur Provinz, was der Neugier vieler Menschen auf Neues, Unbekanntes keinen Abbruch tut. E-Mex gab dort Konzerte, Meisterkurse und Workshops – und lernte eine Reihe vielversprechender Komponistinnen und Komponisten kennen. Den Extrakt bildet eine deutsch-chinesische CD-Koproduktion mit sieben sehr unterschiedlichen Werken. Sie dokumentiert eine junge, faszinierende lokale Komponierszene – so vielgestaltig wie zeitgenössisches Komponieren im ganzen Land.

23:03 – 24:00 | Ö1
Uraufführung von Chaya Czernowin: Wien Modern 2021. RSO Wien spielt „Atara“ von Chaya Czernowin

Zwei großformatige Werke standen am 9. November 2021 im Großen Saal des Wiener Musikvereins beim Festival Wien Modern auf dem Programm. Wir bringen sie in zwei „Zeit-Ton“ Sendungen. Zum einen die österreichische Erstaufführung von „The Gates“, einem Konzert für Streichquartett und Orchester des britischen Komponisten James Dillon. „Solist“ war das legendäre Arditti Quartett, mit dem Dillon seit längerem eng zusammenarbeitet. Der Titel „The Gates“ bezieht sich auf die beeindruckenden hölzernen Tore vor den japanischen Shintō-Tempeln. Das Werk reflektiert Veränderung und Transition, die Verzauberung beim Durchgang durch ein Tor und den Aufbruch in neues Territorium. Es steht im Zentrum der morgigen „Zeit-Ton“-Sendung.

Heute in „Zeit-Ton“: Ein neues Stück der israelischen Komponistin Chaya Czeronwin: „Atara“ für großes Orchester, Sopran und Bariton, geschrieben Anfang 2020 – vor der Corona-Pandemie. Das Stück, ein Lamento über die menschliche Hybris einer allumfassenden Kontrolle, erlangte durch die Ereignisse der Pandemie plötzliche Aktualität. Der junge schwedische Dirigent Christian Karlsen gab mit diesem Konzert sein Wiener Orchesterdebüt. (Aufgenommen am 9. November 2021) Gestaltung: Philipp Weismann

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazztoday

Neues von jungen deutschen Pianisten: Mit Henning Neidhardt, Max Arsava und Tobias Weindorf. Auswahl und Moderation: Henning Sieverts

23:30 bis 00:00 | NDR kultur
Jazz – Round Midnight: „Traumzeit“ – der brasilianische Musikmagier Egberto Gismonti

Round Midnight ist der Platz für Hintergrundgeschichten, ausführliche Portraits und Talks mit jungen Talenten und Jazz-Legenden.

In der Sendung erzählen Autorinnen und Autoren die Geschichten bekannter Jazz-Titel, gehen der Beziehung von Jazz und klassischer Musik nach und nehmen mit auf spannende Reisen in die Grenzgebiete von Jazz, Tango, Salsa oder Flamenco, in Jazz-Epochen wie Swing, Bebop und Fusion oder in die Geschichte berühmter Labels wie Blue Note und in die Aktualität kultureller und politischer Themen wie Black Lives Matter.


di – 11.01.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Das innere Prisma – Die amerikanische Komponistin Catherine Lamb

Von Matthias Richard Entreß. Die Klänge Indiens, das beharrliche Hineinhorchen in die Musik James Tenneys, die komplexe Reinstimmung – hieraus züchtet Catherine Lamb das Material für ihre gewaltigen Klangarchitekturen.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Jörg Widmann: Fünf Bruchstücke (Jörg Widmann, Klarinette; Oliver Triendl, Klavier); Konstantía Gourzí: „Anájikon“, op. 61 (Minguet Quartett); Rodion Schtschedrin: „Die Fresken des Dionysios“ (Ensemble Zeitsprung: Markus Elsner); Hans-Jürgen von Bose: „Befragung“ (piano possibile. Ensemble für neue Musik: Christian Günther); Viera JanárÄeková: Concerto (Ivan Buffa, Klavier; Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott); Minas Borboudakis: „constellation“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Johannes Kalitzke); Dorothee Eberhardt: „Xenon Phi“ (Münchner Flötentrio)

20:05 bis 21:00 | SWR 2
SWR2 Jazz Session: #zusammenspielen – Russudan Meipariani Solo

Von Julia Neupert. Flügel, Toy Piano und Synthesizer: Das waren die Arbeits-, oder vielleicht eher Spielgeräte von Russudan Meipariani für #zusammenpielen. 2021 stand diese Reihe zur Unterstützung der freien Musikszene in Corona-Zeiten unter dem Motto „Mut“. Die in Stuttgart lebende Pianistin, Sängerin und Komponistin ist eine mutige Klang- und Melodiefantastin, die für ihre Musik immer neue Quellen sucht: Die Gesänge ihrer georgischen Heimat spielen dabei genauso eine Rolle wie Gedichte und kompositorische Konzepte der Neuen Musik.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Master of Jazz-Ceremony: Der britische Saxofonist und Rapper Soweto Kinch

Soweto Kinch, Saxofon; Nick Jurd, Bass; Jason Brown, Schlagzeug; Aufnahme vom 30.8.2021 bei der Cologne Jazzweek aus dem Loft, Köln

Am Mikrofon: Anja Buchmann. Hip-Hop-Grooves, gerappte Passagen, kombiniert oder im Wechsel mit Walkin-Bass-Linien, swingendem Schlagzeug und hochenergetischen Saxofonimprovisationen: Das gefeierte Konzert von Soweto Kinch bei der Cologne Jazzweek bot ein Kontrastprogramm. Mit seiner Genre-Fusion setzt der britische Saxofonist eine Linie fort, die schon in den 80er-Jahren von Hip-Hoppern wie den Jungle Brothers, A tribe called quest oder Guru, aber auch von Jazzmusikern wie Miles Davis, Herbie Hancock oder Courtney Pine begonnen wurde. Kinch, der zudem ein Studium der Modernen Geschichte in Oxford absolviert hat, genießt seit seinem Debüt „Conversations With The Unseen“ in beiden musikalischen Welten große Anerkennung. Im Trio mit dem Bassisten Nick Jurd und dem Schlagzeuger Jason Brown – und gelegentlich ergänzt durch vorproduzierte Bläsertracks – präsentierte er in Köln u.a. Auszüge aus seinem letzten Album „The black peril“ und neue Texte über den Zustand der Welt in Corona-Zeiten.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: In die Nacht – Schlaf und Traum in der (Neuen) Musik

Von Raphael Smarzoch. Es gibt kaum einen Komponisten, der nicht die Themen Schlaf und Traum verarbeitet hätte. Für Kaija Saariaho sind Träume eine wichtige Inspiration, La Monte Young konstruierte „Dream Houses“, Sarah Nemtsov übersetzt Schlafprotokolle in musikalische Ereignisse und Max Richter sowie Robert Rich komponieren „Schlafkonzerte“. Eine Idee, die bereits in den „Sommeils“ – Schlafstücken – des Barock umgesetzt wurde. Auch das Internet bietet zahlreiche musikalische Einschlafhilfen: zwischen Schlummerplaylisten und experimentellen Geräuschsoundtracks finden sich Klänge zur Entspannung und gegen die Schlaflosigkeit. (SWR 2018)

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Feature: Mach es morgen – Geschichten vom Zaudern

Von Susanne Franzmeyer. Sprecherin und Regie: die Autorin. Co-Regie: Lisbeth Jessen. Musik/Komposition: die Autorin. Ton: Peter Kainz. Produktion: Deutschlandradio Kultur 2009. Länge: 50’29

Vom Kick durch Last-Minute-Abgaben bis hin zum Verfehlen wichtiger Lebensziele − Aufschieber aller Altersstufen und Berufsgruppen können davon ein Lied singen. Auch Sängerin Susius, deren Song „Mach es morgen“ als roter Faden durch das Feature leitet.

„Wir kennen alle die Situation: Wir wollen früh um 9.00 Uhr am Schreibtisch sitzen und mit der Arbeit beginnen und befinden uns um 9.05 Uhr in der Küche, und nachdem wir dort einen Joghurt gegessen haben, fangen wir an, den Abwasch zu machen“, weiß Psychologe Hans-Werner Rückert. Er kennt die Ursachen für dieses Verhalten und berät Aufschieber, darunter Studenten der Freien Universität Berlin. Vom Kick durch Last-Minute-Abgaben bis hin zum Verfehlen wichtiger Lebensziele − Aufschieber aller Altersstufen und Berufsgruppen können davon ein Lied singen. Das tut auch Sängerin Susius, deren Song „Mach es morgen“ als roter Faden durch das Feature leitet. Nach zehn Jahren Trödelei will sie endlich ihr Album herausbringen. Aber der wichtigste Song dafür wird und wird nicht fertig …

Susanne Franzmeyer, geboren 1978 in Berlin, studierte Neuere deutsche Literatur und absolvierte die EBU Master School on Radio Features. Songwriterin unter dem Pseudonym Susius, 2009 Debüt-Album. Mehrfach ausgezeichnete Feature- und Hörspielautorin. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „Ich war’s nicht, Berkan ist es gewesen“ (2020), „Zirkus Corona“ (Autorenproduktion 2021, mit Andreas Genschmar).

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Horizonte: Electronica – Zwischen Krachapparatur, Theremin, Mixturtrautonium und Micromodularsynthesizer

Von Roland HH Biswurm. Mein Sohn, 20, „legt auf“. In einer Disco. „Electro“ legt er auf, sagt er. Electro. Nein, nicht „Electro“ mit c – sondern „Elektro“ mit k. Ich spiele ihm Oskar Sala vor, Lew Therem, Karlheinz Stockhausen, Pierre Schaeffer, Pierre Henry. Nein, das alles habe nichts mit „Elektro“ zu tun, werde ich belehrt. Womit aber dann? Musique Concrète? Neue Elektronische Musik, zeitgenössische, moderne Musik? Rolf Sudmann aus Bielefeld hat sich ein Theremin und ein Trautonium gebaut, nach persönlichen Konsultationen bei Oskar Sala und dessen Ur-Bauplänen für das sogenannte „Mixturtrautonium“. Thomas Lehn aus Köln spielt und modifiziert alte „Vintage“-Analog-Moog Synthesizer und Georg Janker hat das F.I.M.M.O, das „First international Improvising Micro Modular Orchestra“, initiiert, das digitale Micro Modular Synthesizeristen in Wien, Barcelona, Zürich und München miteinander verbindet. Wo steht die elektronische Musik augenblicklich? Was gibt es Neues? Und überhaupt: Was ist eigentlich „Neue elektronische Musik“? Ein Versuch von Roland HH Biswurm

22:33 bis 23:30 | NDR kultur
Jazz – Round Midnight

„Sounds Of Surprise. Ein (Jazz-)musikalisches Raumerlebnis“ (1/2)

23:03 – 24:00 | Ö1
Konzert für Arditti Quartet und Orchester: Wien Modern 2021. Arditti Quartett und ORF Radio-Symphonieorchester Wien spielt James Dillon

Zwei großformatige Werke standen am 9. November 2021 im Großen Saal des Wiener Musikvereins beim Festival Wien Modern auf dem Programm: Zum einen die österreichische Erstaufführung von „The Gates“, einem Konzert für Streichquartett und Orchester des britischen Komponisten James Dillon. „Solist“ war das legendäre Arditti Quartett, mit dem Dillon seit längerem eng zusammenarbeitet. Der Titel „The Gates“ bezieht sich auf die beeindruckenden hölzernen Tore vor den japanischen Shintō-Tempeln. Das Werk reflektiert Veränderung und Transition, die Verzauberung beim Durchgang durch ein Tor und den Aufbruch in neues Territorium. Es steht im Zentrum dieser Sendung.

Gestern in „Zeit-Ton“: Ein neues Stück der israelischen Komponistin Chaya Czeronwin: „Atara“ für großes Orchester, Sopran und Bariton, Anfang 2020 geschrieben – vor der Corona-Pandemie. Das Stück, ein Lamento über die menschliche Hybris einer allumfassenden Kontrolle, erlangte durch die Ereignisse der Pandemie plötzliche Aktualität. Der junge schwedische Dirigent Christian Karlsen gab mit diesem Konzert sein Wiener Orchesterdebüt. (Aufgenommen am 9. November 2021) Gestaltung: Philipp Weismann

23:30 bis 00:00 | NDR kultur
Jazz – Round Midnight

„Sounds Of Surprise. Ein (Jazz-)musikalisches Raumerlebnis“ (2/2)


mi – 12.01.2022


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Roland Schmidt: „Der Gaukler“ (Wilfried Krüger, Horn; Hiro Sato, Trompete; Anton Laubenbacher, Posaune); Cornelius Hummel: 8 Musiken für 9 Streicher (il capriccio: Friedemann Wezel); Vivienne Olive: „The Dream Gardens“ (Annie Gicquel, Klavier); Tobias PM Schneid: „sacred landscapes“ (Hanno Simons, Violoncello; ensemble trioLog münchen), Zsolt Gárdonyi: Divertimento über Tanzweisen aus Siebenbürgen (Elisabeth Fuchs, Flöte, Iwan Linnenbank, Klarinette; Angelika Ruhland, Oboe; Sabine Müller, Fagott; Stefan Würger, Horn), Horst Lohse: „La morte d’Orfeo“ (Julius Berger, Violoncello; Roland Schmidt, Martin Homann, Schlagzeug; Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Dieter Buwen: „Nachtgedanken“ (Akademie Quartett)

20:30 Uhr | Deutschlandfunk
Lesezeit: Theodor W. Adorno liest „Freizeit – Zeit der Freiheit?“

(Wdh. v. 25.5.1969). Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Deutschlandfunks senden wir im Januar in der „Lesezeit” historische Aufnahmen aus unserem Archiv. Nach Marie Luise Kaschnitz in der vergangenen Woche folgt nun mit Theodor W. Adorno (1903-1969) einer der bedeutendsten Philosophen und Soziologen des 20. Jahrhunderts. Am 25. Mai 1969 hat Theodor W. Adorno einen Vortrag für den Deutschlandfunk gehalten. Das Thema: der Zusammenhang von Hobby, Freizeit und Kulturindustrie. Überschrieben war der Vortrag mit „Freizeit – Zeit der Freiheit?“. Adorno führt darin unter anderem aus, dass für ihn das Lesen genauso wie das Musikhören und Musikmachen integraler Bestandteil seines Lebens sei. Davon lediglich als „Hobby“ zu sprechen, so Adorno, würde Hohn gleichkommen.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 NOWJazz: Sonic Wilderness Spezial – Favoriten 2021

Von Ulrich Kriest, Thomas Loewner und Julia Neupert. Sonic Wilderness – diese Sendereihe unternimmt regelmäßig Streifzüge durch die Randgebiete des Jazz: Improv, Electronica, Klangkunst, Noise, Ambient oder Rock – hier kommen Neuveröffentlichungen und Entdeckungen zu Gehör. In einer Spezialausgabe präsentieren wir nun am Anfang des neuen Jahres unsere wilden Lieblinge aus den vergangenen zwölf Monaten.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz

Get Together – die neue Lust am Kollektiv

22:30 bis 23:00 | hr2-kultur
Jazzfacts: What’s going on? – Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Oregon

Am Mikrofon: Wolf Kampmann. 50jähriges Bestehen der Band Oregon – mit einem Interview mit Paul McCandless

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl


do – 13.01.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Das physikalische Experiment als Kompositionsmodell – Der amerikanische Komponist Alvin Lucier (1931 – 2021)

Von Sabine Sanio. Stets haben physikalische Experimente als Inspirationsquellen und als ästhetische Modelle für seine Kompositionen gedient, und nicht selten stellten Luciers Kompositionen selbst so etwas wie physikalische Versuchsanordnungen dar.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Fred M. Bauersachs: „Tretet ein durch dieses Tor, um den Herrn anzubeten“, op. 34 (Gerda Bauersachs, Sopran; Ulrich Reß, Tenor; Karl Maureen, Orgel; Orchester des Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburgs: Klaus Volk); Hans Melchior Brugk: „Deutsches Te Deum“ (Ruth Falcon, Sopran; Hannelore Fahlbusch-Wald, Alt; Ludwig Baumann, Bariton; Symphonieorchester Kurt Graunke: Wilfried Koch); Dorothee Eberhardt: „Steps I-V“ (Srten KrstiÄ, Violine; Peter Wöpke, Violoncello); Ernst Fiernbork: Musik für Oboe und Streichquartett (Kurt Kalmus, Oboe; Volker Lottermoser, Matthias Simons, Violine; Jean Rieber, Viola; Sebastian Ladwig, Violoncello); Harald Genzmer: Klavierkonzert Nr. 2 (Oliver Triendl, Klavier; Bamberger Symphoniker: Werner Andreas Albert)

14:05:00 | Ö1
Das Sun-Mi Hong Quintet im April 2021 in Bremen

Jazzschlagzeugerin Sun-Mi Hong wurde in Incheon, Südkorea, geboren und ist dort auch aufgewachsen. Mittlerweile lebt sie seit beinahe einem Jahrzehnt in Amsterdam, und Hong hat sich dank erdiger Grooves und charakteristischer, virtuoser Drum-Fills, die stets kontrolliert und elegant bleiben, einen festen Platz in der niederländischen Jazzszene erspielt.

Ihr 2017 erschienenes Debütalbum „The First Page“, das ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht, besticht durch seine dramatische Dynamik, vom sensiblen Minimalismus bis hin zu treibenden Rhythmen. Sun-Mi Hongs Musik balanciert zwischen Jazz und impressionistischen Einflüssen und lässt auch die koreanische Tradition nicht außer Acht. Eine Art Zusammenschau ihrer Talente als Bandleaderin, Komponistin und Schlagzeugerin war das Konzert, das sie mit ihren Kollegen Nicolò Ricci am Tenorsaxofon, Alistair Payne an der Trompete, Chaerin Im am Klavier und Alessandro Fongaro am Kontrabass am 29. April 2021 in der ÖVB-Arena in Bremen gab, sehr zur Begeisterung des Publikums. Sun-Mi Hong erweiterte an diesem Abend ihr Schlagzeugset auch um eine Buk, die zweifellige Fasstrommel der traditionellen Musik Koreas.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Tous les soirs à l’Alcazar – Die Music-Halls in Paris

Von Josephine Baker und Maurice Chevalier – der am 1. Januar 1972, also vor 50 Jahren, starb – bis zu den großen Auteurs-Compositeurs-Interprètes, den Dichtersängern der 50er- und 60er-Jahre: Der Weg für die Stars des französischen Chansons, die „Vedettes“, führte nur über die Bühne. Genauer: Über eine der zahlreichen „Music-halls“ in Paris. Varietés wie das „Folies Bergère“ oder das „Moulin Rouge“ sind als Touristenattraktion noch ein letzter, schwacher Widerschein dieser Epoche, die mit dem aufkommenden Medien-Zeitalter unterging: Rund 30 Music-halls gab es bis in die 1960er-Jahre in der französischen Hauptstadt. Namen wie „Alhambra“, „A.B.C.“, „Bobino“, „Casino de Paris“ oder „Olympia“ versprachen hinter prächtigen Fassaden einen bunten Unterhaltungsmix, in dem Feuerschlucker und Jongleure genauso ihren Platz hatten wie Jazz und die berühmten „Girls“. Das zentrale Element der Music-Hall-Programme war jedoch das Chanson – und seine Stars. BR-KLASSIK unternimmt in dieser KlassikPlus-Sendung aus Anlass des 50. Todestags von Maurice Chevalier einen Bummel durch die Etablissements der Capitale und durch die Jahrzehnte. Eine Sendung von Marco Vörös

20:00 bis 21:30 | hr2-kultur
„Im Anfänglichen läuft keine Spur…“ – Musik von Franz Martin Olbrisch und Helmut Lachenmann

Sein Weg zum Komponisten war „kafkaesk“. Zuerst machte der seit 2008 an der Dresdner Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ lehrende Franz Martin Olbrisch (* 1952) eine Ausbildung zum Landvermesser. Dann folgte das Kompositionsstudium an der Hochschule der Künste in West-Berlin.

Franz Martin Olbrisch: „Craquelé“ für großes Orchester (2010) – hr-Sinfonieorchester, Leitung: Roland Kluttig; (Aufnahme: Frankfurt, hr-Sendesaal, 22. Oktober 2010) | Franz Martin Olbrisch: „Grain“ für großes Orchester (2005) – hr-Sinfonieorchester, Leitung: Sian Edwards; (Aufnahme: Frankfurt, hr-Sendesaal, 13. Mai 2007) | Franz Martin Olbrisch: „„fluido“ (2015). Elektroakustische Komposition | Helmut Lachenmann: „Tableau“ (Stück für Orchester) (1988/89); Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken; Leitung: Hans Zender. (Aufnahme: Saarbrücken, SR-Musikstudio 05. Oktober 1989) | Franz Martin Olbrisch: „coupures de temps…“ für Flöte, Violine, Viola, Violoncello, Schlagzeug und Live-Elektronik (2009/10). Studio for New Music Ensemble Moscow; Live-Elektronik: Franz Martin Olbrisch; Leitung: Vladimir Gorlinsky

Das Kunstverständnis von Franz Martin Olbrisch (1952 in Mülheim an der Ruhr geboren und seit Studienzeiten in Berlin lebend) beruht auf Kommunikation. Deshalb und wegen der Neugierde an künstlerischen, die Musik erweiternden Ausdrucksmöglichkeiten finden sich in seinem Oeuvre viele multimediale und bildstarke Klanginstallationen. Zugleich hat der bekennende Ästhetik-Elektroniker etliche Orchesterwerke geschaffen; zwei davon – „craquelé“ (2010) und „Grain“ (2005) – hat das hr-Sinfonieorchester (ur-)aufgeführt. Weitere Ensemblewerke, darunter „croupier de temps…“ (2009/10), sind auf Anregungen international renommierter Spitzenformationen der neuen Musik entstanden. Andere Stücke wie die elektroakustische Miniatur „fluido“ (2015) realisierte Olbrisch für ganz spezielle Anlässe, etwa zum 80. Geburtstag des von ihm überaus geschätzten Kollegen Helmut Lachenmann, dessen Orchesterwerk „Tableau“ (1988/89) ebenfalls in diesem hr2-Konzertsaal zu hören sein wird.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Engel in Neuer Musik (2)

Caspar Johannes Walter: Angelorum Psalat | Olivier Messiaen: Visions de l’ amen (Ausschnitt) | Theo Brandmüller: Drei Engel für Scelsi | Isang Yun: Engel in Flammen | Klaus Huber: Des Engels Anredung an die Seele | Claas Willeke: Ruhender Engel

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Neue Produktion des Ensemble Aventure (1/2)

Eres Holz: touching universes and ends (Ureinspielung) – Schakalkopf | Volker Heyn: Mashyhn (Ureinspielung) | Juan Allende-Blin: Douleurs disséminées (Ureinspielung) | Johannes Boris Borowski: Ach (Ureinspielung)

Die Begegnung zweier Generationen findet in dieser Produktion des Freiburger Ensemble Aventure statt. Neben neuen Werken der „Altmeister“ Juan Allende-Blin und Volker Heyn sind aktuelle Stücke der jüngeren Komponistengeneration zu hören. Der Chilene Allende-Blin hat sich das Entdecken von Unbekanntem zur Lebensaufgabe gemacht. Volker Heyn ist ein kompromissloser Autodidakt, der die Körperlichkeit des Rock in die komponierte Musik eingebracht hat. Sein neues Stück steht neben der handwerklich perfektionierten Versenkung in die Ensemblemusik von Eres Holz und Johannes Boris Borowski. (Teil 2, Donnerstag, 20. Januar 2022, 21.05 Uhr)

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | „Etüden für Schere“ und „Wiener Werkel“ – Der Komponist Dieter Kaufmann

Das ebenso vielseitige wie umfangreiche, sozial und humanitär höchst engagierte Werk des Komponisten Dieter Kaufmann ist geprägt von sonor-szenischen Experimenten und elektroakustischen Welt-Verdichtungen.

Der 1941 in Kärnten geborene Dieter Kaufmann studierte in Wien bei Karl Schiske und Gottfried von Einem, sowie in Paris bei Olivier Messiaen, René Leibowitz und Pierre Schaeffer. Der Klangaktivist Kaufmann, den es in Deutschland noch zu entdecken gilt, gehört zu den Pionieren der elektronischen Musik Österreichs, der überdies als Essayist, Hochschullehrer und Initiator unzähliger Kultur-Politik-Aktionen viele Spuren in die österreichische Musiklandschaft der letzten fünfzig Jahre gezeichnet hat.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Freispiel: Schwerpunkt: So ein Braver! Mein geliebtes Haustier – Hundelebensberatung

Von Tom Heithoff. Komposition und Regie: der Autor. Mit: Dominik Stein, Lorenz Eberle, Christine Winkelvoss, Helmut Winkelvoss, Tom Heithoff. Produktion: Autorenproduktion 2009. Länge: 49’29

Diesseits und jenseits des Schreibtisches sitzen sie, die armen Hunde. Ein Hartz-IV-Empfänger (der arme Hund) bekommt von seinem Fallmanager (auch das ein armer Hund) als Eingliederungsmaßnahme einen Köter aufgedrückt. Leider hasst er die Viecher.

Man hätte ja längst darauf kommen können: Ein Haustier kann einem lebensuntüchtigen Langzeitarbeitslosen zu einem strukturierten Alltag verhelfen! Das neue Programm soll für den Hartz-IV-Empfänger Nr. 137569 die letzte Chance sein, denn nach gut zehn Jahren ohne Arbeit hat er es in hinhaltendem Widerstand gegen Maßnahmen zu einer gewissen Meisterschaft gebracht. Jetzt sitzen Fallmanager und Hartz-IVler an ihren angestammten Enden des Behördenschreibtisches zusammen: „Zwei arme Hunde, die miteinander auskommen müssen.“ Der Mitarbeiter vom Arbeitsamt muss die absurde Maßnahme rechtfertigen. Ein Hundepsychologe und eine Tierheimberaterin geben flankierende Auskünfte zum Thema. Und es wird klar: Unser Hundeleben wird erst durch die richtige Beratung richtig schlecht.

Tom Heithoff, geboren 1964 in Kiel, ist Hörspielmacher. Er studierte Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Theater- und Filmwissenschaft in Berlin und schrieb für Tageszeitungen in den Ressorts Bildung, Wissenschaft und Kultur. Er arbeitet heute als Autor, Regisseur, Musiker und Produzent für Hörspiel und Feature, ist außerdem Übersetzer, Lektor und weiterhin Journalist. Seine kurzen und langen Hörstücke, die zwischen Sofa, See und Küchentisch entstehen, wurden von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, ORF und vielen ARD-Anstalten ausgestrahlt. Zuletzt: „Stechen, Brennen, Hobeln“ (2016), „Der Aufstand“ (2017) und „Dummrum“ (2018, 2. Preis beim 9. Berliner Hörspielfestival). „Hundelebensberatung“ gewann den Wettbewerb des Leipziger Hörspielsommers 2009 (Kategorie Beste Geschichte).

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Historische Aufnahmen: Pionierin mit Taktstock – Die Dirigentin Sylvia Caduff (*1937)

Am Mikrofon: Klaus Gehrke. Musikerinnen wurden bis in das 20. Jahrhundert hinein vor allem als Sängerinnen, Pianistinnen oder Harfenistinnen verehrt. Dirigentinnen dagegen galten eher als Kuriositäten und durften lange Zeit nur Frauenensembles leiten, während die großen Sinfonieorchester in den Händen der männlichen Pultstars blieben. Zwei von ihnen, Herbert von Karajan und Rafael Kubelík, förderten hingegen maßgeblich die Karriere der Schweizerin Sylvia Caduff. Am 7. Januar 1937 in Chur geboren, gilt sie als Pionierin unter den Dirigentinnen. Als erste Frau gewann Sylvia Caduff 1966 den internationalen Dimitri Mitropoulos Dirigentenwettbewerb und leitete zwölf Jahre später erstmals die Berliner Philharmoniker. Am 7. Januar jährte sich ihr Geburtstag zum 85. Mal.

23:03 – 24:00 | Ö1
Geheimnisvolle Tiefsee. deepseafishK: Judith Unterpertinger, Manon-Liu Winter und Katharina Klement sind: deepseafishK

Im Rahmen der Jeunesse-Reihe „fast foreward“ trafen vergangenes Jahr mit Judith Unterpertinger, Manon-Liu Winter und Katharina Klement gleich drei Künstlerinnen aufeinander, die nicht nur als Pianistinnen, Komponistinnen wie Improvisatorinnen eigene Wege beschreiten, sondern seit vielen Jahren im Trio deepseafishK zusammenarbeiten.

Der Name der Formation ist zwar zufällig entstanden, Assoziationen an Unterwasserklänge sind aber erlaubt. Es ist ein Spiel gegen jede Gebrauchsanweisung und eine Klangforschung, die verzaubert, denn musiziert wird auf horizontalen Streichinstrumenten – u.a. im Klavierinnenraum, auf Clavichord oder Zither. Vier Konzeptimprovisationen haben die Künstlerinnen für diesen Jeunesse-Abend im Großen Sendesaal des Wiener Radiokulturhaus vorbereitet, ergänzt wird die Live-Performance mit aktuellen CD-Einspielungen der drei Künstlerinnen. Gestaltung: Andreas Maurer

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz

Verschiedene Interpretationen der Kompositionen über „Ruby My Dear“ von Thelonious Monk. Moderation und Auswahl: Marcus A. Woelfle

23:30 bis 00:00 | NDR kultur
Jazz – Round Midnight: Lady Liberty #10: Trompeterin und Pionierin Ingrid Jensen


fr – 14.01.2022


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: [səminal] – Von Frédéric Acquaviva.

Stimme: ORLAN, Loré Lixenberg, Joan La Barbara, Wills Morgan. Produktion: Autorenproduktion für Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 54’30. (Ursendung)

Sterne explodieren, Kometen schlagen ein, Eiszeiten kommen und gehen, allmählich stirbt das Leben aus. Mit einzelnen Tönen von 100 Musikerinnen und Musikern komponiert Frédéric Acquaviva ein Hörstück über den Weltuntergang.

In zehntausend Jahren explodiert ein Roter Überriese. Es kommt zur Supernova. Sollte der innere Erdkern weiterhin um einen Millimeter jährlich wachsen, wird sich der äußere Erdkern in 2,3 Milliarden Jahren verhärten. Das Magnetfeld der Erde erlischt. In 10 hoch 10 hoch 76 Jahren schließlich verschwindet die gesamte Materie in einem Schwarzen Loch.

Die Performerin ORLAN rezitiert eine lange Liste des Unausweichlichen. Den Soundtrack dazu liefern mehr als 100 Mitglieder des spontan gegründeten Poly.Trans.Meta.Orchestra (P.T.M.O). Sie spenden jeweils einen Ton aus ihrem Instrument für eine Sinfonie der Apokalypsen.

Frédéric Acquaviva, geboren 1967, lebt als autodidaktischer Komponist und Experimentalmusiker zwischen Paris, Berlin und London. Seit 1990 arbeitet er mit Stimme, Elektronik, Film, Text, Klangkörper und verschiedenen Instrumenten.

Künstlerische Kooperationen unter anderem mit Isidore Isou, Pierre Guyotat, Henri Chopin, Dorothy Iannone, Joan La Barbara und Loré Lixenberg. Für sein Werk „Antipodes“ erhielt er 2020 den Karl-Sczuka-Preis.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Das Jahr der Zauberflöte

Im März 2020 entdeckt meine knapp dreijährige Tochter die Zauberflöte – ein Ereignis, das bald alles überstrahlt. Die Pandemie, den Lockdown und auch die Sarkoidose – eine merkwürdige chronische Lungenkrankheit, die bei mir in diesen Wochen diagnostiziert wird. In Zeiten des Homeoffice wird die Zauberflöte zum omnipräsenten Familien-Event und die Wohnung zur Bühne für eine Aufführung, die niemals endet. Doch es stehen auch immer mehr Fragen im Raum: Was für eine Kultur- oder Naturgewalt entfaltet sich hier eigentlich? Was hat die Zauberflöte mit uns zu tun und was fangen wir heute mit ihren weniger zeitlosen Passagen und Inhalten an? In welcher Welt wollen wir leben, wenn der Tag die Nacht besiegt? Eine Sendung von Lars Meyer

19:15 Uhr | Deutschlandfunk
Künstlerische Opposition in Belarus – Ein Chor auf der Flucht

Von Roman Schell. Produktion: Deutschlandfunk 2022. Nach jedem Auftritt des „Freien Chors“ in Belarus drohen Festnahmen und Hausdurchsuchungen. Deswegen sind die Sängerinnen und Sänger des Protestchors ins polnische Exil geflohen und touren aktuell durch Westeuropa, um Aufmerksamkeit für ihre Situation zu schaffen. Der Chor ist während der Straßenproteste vor einem Jahr in Minsk gegründet worden. Spontan veranstalteten Hunderte Menschen musikalische Flashmobs und Konzerte in Minsker Innenhöfen gegen Polizeigewalt, Wahlbetrug und Diktatur. Sie kannten sich nicht persönlich, organisierten sich über die sozialen Netzwerke, probten im Untergrund, zeichneten ihre Konzerte und Musikvideos an geheimen Orten auf. Der Chor singt patriotische Lieder belarussischer Komponisten aus dem 21. und 20. Jahrhundert. Es geht um Heimatliebe und um Freiheit – ein Dorn in den Augen des Regimes. Aber die Aufmerksamkeit in Europa ist nicht so groß wie erhofft. Es drohen finanzielle Engpässe und die Frage, wie es für die Sängerinnen und Sänger in Zukunft weitergehen soll. Reporter Roman Schell hat sie während der gesamten Zeit in Belarus und Europa begleitet.

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Das Feature: Matsutake – Ein Pilz im Anthropozän

Von Jean-Claude Kuner. Regie: der Autor. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021. Wenn der in Japan begehrte Matsutakepilz im Herbst zum kostbaren Geschenk wird, hat er einen bewegten Weg hinter sich. Den nicht kultivierbaren Pilz gibt es nur in der Wildnis. In Japan ist er Mangelware und deshalb auf Importe angewiesen. In den Wäldern Oregons ist so ein Wirtschaftszweig mit exorbitanter Wertsteigerung entstanden. Einmal von den USA nach Japan exportiert, kostet der Pilz dort schnell das vierzigfache und mehr. Der US-amerikanischen Anthropologin Anna Tsing Lowenhaupt dient der Pilz in ihrem Buch Der Pilz am Ende der Welt als geeignetes Objekt für ihre Kritik am Kapitalismus und dem Zeitalter des Anthropozän mit seiner von Menschen gemachten zerstörerischer Ausbeutung der Natur. Dennoch entdeckt Tsing in den ökologischen Ruinen auch Chancen und Lösungen und stellt die Frage: Wir könnten wir leben in den Trümmern des Kapitalismus?

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Ein Traum von Freiheit – Die Musik der Sinti und Roma und ihr Einfluss auf die Musikgeschichte

Von Stefan Evertz. Die musikalische Entwicklung wird seit dem 18. Jahrhundert immer stärker durch einen umfassenden Kulturaustausch geprägt. Künstler reisen, nehmen Impulse auf, geben Ideen weiter. Keine Bevölkerungsgruppe trieb diese Wechselwirkung mehr voran als die Sinti und Roma. Sie reisen und musizieren viel und sie beeinflussten dadurch große Teile der klassischen Musikkultur und der Unterhaltungsmusik. Die Sinti und Roma brachten Schmelz, Virtuosität und Improvisation in die etablierte Klassikszene. Was für ein Glücksfall in der Geschichte der Musik.

23:03 – 24:00 | Ö1
Spielräume-Nachtausgabe

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: BR Jazzclub – Im warmen Bad der neuen Töne

Das Trio „Deadeye“ mit Gitarrist Reinier Baas, Hammondorganist Kit Downes und Schlagzeuger Jonas Burgwinkel. Aufnahme vom 12. Oktober 2021 bei „Jazz+“ in der Münchner Seidlvilla. Moderation und Auswahl: Ulrich Habersetzer

23.03 | WDR 3
Open: Diskurs: Krautrockmuseum [01] Der Urknall – London 1968

Dies wird kein Lexikon, hier wird es keine abgeschlossenen Sammelgebiete geben. Hier geht es um Herzensangelegenheiten. Um Musik und Musiker, die innerhalb kürzester Zeit die Musikgeschichte umgekrempelt haben.

„Krautrock“ ist nur ein Platzhalter für all die vielen anderen Bezeichnungen – Progressiv Rock; Avant-Rock, Art-Rock etc – kein Begriff trifft es wirklich. Es geht auch nicht um einen Stil – es geht um ein Phänomen. Und dem wollen wir uns auf verschiedensten Wegen nähern. Seien es Betrachtungen über die Beziehungskisten der Bands, ihre Hooochzeiten, ihre dramatischen Streitereien oder tragischen Verluste… Sei es die Frage, wovon sich die Bands überhaupt ernährten. Aber auch über die Rollenverteilung auf der Bühne: das Frontschwein, die Rhythmusknechte – doch geht das Klischee auch immer hübsch auf? Da sind da noch die unsterblichen Gitarren-Soli, die Schlagzeuggewitter, die Synthesizer-Eskapaden. Und nicht zu vergessen, die Lyrics; und die zum Träumen einladende Albengestaltung; die fernen Welten; die multidimensionalen Phantasien – undundund.

In Episode Eins wird uns ein besonderes Phänomen beschäftigen: der Urknall (des Prog-Rock). Wie konnte es innerhalb so kurzer Zeit (1968) auf so beschränktem Raum (London) zu so starken musikalischen Eruptionen kommen? Ein Rätsel.

Im Gespräch mit Florian Zwißler werden wir versuchen, dem Phänomen auf die Spur zu kommen.

Pink Floyd: Interstellar Overdrive | Deep Purple: Concerto for Group and Orchestra | Jethro Tull: Song for Jeffrey | Pink Floyd: See Emily play | Genesis: Where the sour turns to sweet | Van der Graaf Generator: The Emperor in his War-Room. Im Gespräch: Florian Zwißler

23:30 bis 00:00 | NDR kultur
Jazz – Round Midnight

„Poemas On Guitar“ – der brasilianische Gitarrist und Bossa Nova-Miterfinder Baden Powell


sa – 15.01.2022


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Stunde 1 Labor: „No Angels“ im klassischen Hollywood: Humor, Glamour und Feminismus (2/3)

Carole Lombard. Die Screwball-Königin. Von Patrick Wellinski und André Mumot. Teil 3 am 23.01.2022. Zu Beginn des Tonfilms haben sie das Star-System der Hollywood-Studios ebenso herausgefordert wie die konventionellen Geschlechterrollen. Die Berlinale 2022 ehrt in ihrer großen „No Angels“-Retrospektive drei schillernde Protagonistinnen des klassischen US-amerikanischen Komödienkinos: Mae West, die mit unverblümter sexueller Unabhängigkeit zur Skandal-Performerin und Schöpferin ihres eigenen Mythos’ wurde. Carole Lombard, die mit Anmut und beißendem, respektlosen Witz vom Stummfilm-Starlet zur erfolgreichsten Darstellerin der Screwball-Comedy avancierte. Und Rosalind Russell, die mit Durchsetzungsvermögen und unvergleichlicher Schlagfertigkeit die selbstbewusste Karriere-Frau zur aufregenden Identifikationsfigur gemacht hat. Jeder der drei faszinierenden Ikonen widmen wir in „Stunde 1 – Labor“ ein eigenes Porträt, blicken auf ihre außergewöhnlichen Biographien, ihre Kämpfe und Triumphe, analysieren ihre Rollen, ihren unvergleichlichen Stil, ihre Auseinandersetzungen mit dem männlich dominierten Studiosystem und den Einfluss, den sie bis heute auf die Kunst der Filmkomödie haben.

Im zweiten Teil dreht sich alles um Carole Lombard – die auch deshalb zur Legende wurde, weil sie bereits mit 33 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Mit Ehemann Clark Gable bildete sie das populärste Power-Couple des klassischen Hollywoods und beeindruckte die Mächtigen der Traumfabrik nicht nur durch Anmut und Star-Appeal, sondern auch durch herzhaftes Fluchen, ausgefallene Dinner-Partys und kämpferisches Selbstbewusstsein. Der Weg nach ganz oben war steinig für Carole Lombard, nachdem sie schon als Teenager für den Stummfilm entdeckt worden war und immer wieder schwere Rückschläge hinnehmen musste. Wir schauen uns an, wie sie sich im gnadenlosen Popularitätswettbewerb des Studiosystems schließlich doch noch durchgesetzt hat und zur unangefochtenen Königin der atemlos wilden 30er-Jahre-Komödien geworden ist – mit Intelligenz, Kampfbereitschaft und der Fähigkeit, sich nicht von den Männern Hollywoods in den Schatten stellen zu lassen. Nicht einmal von Clark Gable.

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Das Jahr der Zauberflöte

Im März 2020 entdeckt meine knapp dreijährige Tochter die Zauberflöte – ein Ereignis, das bald alles überstrahlt. Die Pandemie, den Lockdown und auch die Sarkoidose – eine merkwürdige chronische Lungenkrankheit, die bei mir in diesen Wochen diagnostiziert wird. In Zeiten des Homeoffice wird die Zauberflöte zum omnipräsenten Familien-Event und die Wohnung zur Bühne für eine Aufführung, die niemals endet. Doch es stehen auch immer mehr Fragen im Raum: Was für eine Kultur- oder Naturgewalt entfaltet sich hier eigentlich? Was hat die Zauberflöte mit uns zu tun und was fangen wir heute mit ihren weniger zeitlosen Passagen und Inhalten an? In welcher Welt wollen wir leben, wenn der Tag die Nacht besiegt? Eine Sendung von Lars Meyer

18:05 bis 19:00 | Deutschlandfunk Kultur
Feature: LUFT. Ein Welterschöpfungsrequiem – Von Barbara Eisenmann

Regie: die Autorin und Frieder Butzmann. Mit: Almut Zilcher, Torsten Föste, Astrid Meyerfeldt, Bernd Moss, Hannah Müller, Sebastian Urzendowsky, Britta-Ann Flechsenhar, Felix Hermann, Daniel Mattar, Jacobien Vlasman. Komposition: Frieder Butzmann. Ton: Frieder Butzmann. Produktion: SWR/Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 47’52

Multiple globale Krisen erzeugen Trauer, Wut und Erschöpfung. Ein Feature-Oratorium greift diese Affekte auf. Theorietexte, Aktivismustexte, Twittertexte verdichten sich zum Requiem. Am Ende steht die Suche nach neuen Utopien.

Klimakrise, Gesundheitskrise, Hungerkrise, Migrationskrise, Rohstoffkrise, Schuldenkrise, Demokratiekrise, Wohnungskrise, Wirtschaftskrise, Sauerstoffkrise … Überall multiplizieren sich die Krisen − und Erschöpfung macht sich breit. Die Form des Requiems eignet sich zur Bearbeitung von Krisenerfahrungen: Trauermusik als gemeinsame Besinnung auf Verlorengegangenes, Verarbeitung von Wut auf zerstörerische Lebensverhältnisse und die Bekräftigung eines zukünftigen Lebens. Ein polyphones Subjekt aus sprechenden und singenden Stimmen blendet Vergangenheit und Gegenwart des Kapitalismus und seiner Krisen ineinander und benutzt dafür Textmaterial wie zeitgenössische politische Theorie und Slogans, Hashtags, Lyrics politischer Bewegungen. Der erste Teil (Requiem aeternam) handelt vom Schmerz über die Verluste, der zweite (Dies irae) von der Wut auf die Zerstörungen und der dritte (Lux aeterna) von der Sehnsucht nach einer anderen Welt. Das Requiem wird hier im Sinne einer Versuchsanordnung begriffen: Kann die kollektive Trauer das Gefühl einer gemeinsamen Utopie erzeugen?

Barbara Eisenmann, geboren 1960, studierte Hispanistik und promovierte in Germanistik, lebt als Radioautorin und Regisseurin in Berlin. Für Deutschlandradio u.a.: „Das Syndikat der migrantischen Straßenhändler“ (Deutschlandfunk/SWR 2017) und „Simpel. Transparent. Standardisiert“ (SWR/Deutschlandfunk 2017). Zuletzt: „Das Huhn. Im Parlament der Dinge“ (Deutschlandfunk/SWR 2020). Mehrere ihrer zahlreichen Hörstücke entstanden in Zusammenarbeit mit Frieder Butzmann.

Frieder Butzmann, 1954 in Konstanz geboren, Komponist, Musiker, Autor und Vortragsreisender, Hörspielautor, Performancekünstler. Verdingt sich weltweit als „Crachmacheur“. Auftritte im Kreuzberger SO 36, Museum of Modern Art in New York, in Paris, Rotterdam, Kopenhagen. Seit den 1980er Jahren zahlreiche Arbeiten für das Radio z.B.: „Das Pfeifen im Walde“ (mit Thomas Kapielski, DLR Berlin 1997), „Das Spunkkrachlexikon“ (DLR Berlin 2001), „Alethes Soundbeams“ (Autorenproduktion für DKultur 2006), „juHrop – Klingonische Oper“ (DKultur 2009), „Burtts Family Combo“ (DKultur 2012) und verschiedene „Wurfsendung“-Serien, z.B. „Exoplanet. Muster möglicher Welten“ (Autorenproduktion für DKultur 2016). Zuletzt: „Let’s do the Stumpfkonsonanz“ (Deutschlandfunk Kultur 2018).

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: KAMA Kollektiv & Heidi Bayer’s ‘Virtual Leak’ | jazzahead!, Bremen, April/Mai 2021

Am Mikrofon: Jürgen Schwab. KAMA Kollektiv – | Kirsi-Marja Harju, tp, effects, voc | Chaerin Im, p | Jonathan Nagel, db, effects | Yoad Korach, dr | /// Heidi Bayer’s ‘Virtual Leak’ | Heidi Bayer, tp, flh | Johannes Ludwig, as | Lisa Wulff, db | Karl Degenhardt, dr |

20:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Musik der Zeit [4] Zoom

Die Musik ist viel älter als der Film, aber so manche Impulse verdankt sie der Erfindung des Kinos. Zoom und Zeitlupe, extravagante Schnitte, Schwenks und Blenden, Kamerafahrten, Nahaufnahmen oder Cinemaskope-Effekte – all das funktioniert auch in der Tonkunst.

Beim Transfer entsteht aber auch Neues wie die Stroboskopklänge, die Iannis Xenakis für 16 Bläser entwirft. Im neuen Saxophonkonzert von Peter Eötvös, der dem WDR seit über 50 Jahren eng verbunden ist, wird das Ohr wie von einer Kamera gelenkt, auf Landschaften und Details.

Vom Außen und Innen handeln die Stücke der beiden Komponistinnen. Lisa Streich konzentriert sich ganz auf Streichinstrumente, die sie als „Haut des Orchesters“ sieht. Als „äußerste Schicht eines Korpus“, die das darunter liegende schützt, aber auch verdeckt. Ihre argentinische Kollegin Natalia Solomonoff reflektiert „das Gefühl der Unsicherheit und Spannung“, wie sie es in ihrer Heimat Tag für Tag erlebt. Sie gestaltet ihr kurzes Stück als „Auflösungsprozess“, in dem alles „auf dem Kopf zu stehen“ scheint.

Iannis Xenakis: Akrata für 16 Bläser | Peter Eötvös: Focus für Saxofon und Kammerorchester, Kompositionsauftrag des WDR, des Kammerorchesters Basel, der Stavanger Symphony und des Orchestre National de Lille, Uraufführung | Graciela Paraskevaídis: magma VII für 14 Blasinstrumente | Lisa Streich: Mantel für Streicher und Schlagzeug | Natalia Solomonoff: Incierto suelo cielo für Orchester, Europäische Erstaufführung. Marcus Weiss, Saxofon; WDR Sinfonieorchester, Leitung Elena Schwarz

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Hörspiel: Der sechste Gesang (2/3) – Von Ernst Schnabel

Regie: Gert Westphal. Mit Mathias Wieman, Will Quadflieg, Ellen Schwiers, Kaspar Brüninghaus, Ann Hölling, Gisela Zoch, Walter Richter, Trude Tandar, Walter Starz, Peter Esser, Jürgen Goslar, Werner Hinz, Elfriede Kuzmany

Komposition: Hans Werner Henze. Ton: Friedrich Wilhelm Schulz. Produktion: SWF/NWDR 1955. Länge: 89’00. (Teil 3 am 22.1.2022)

Hörspielklassiker von Ernst Schnabel. Ernst Schnabels „Sechster Gesang“ erzählt die Odyssee neu und auf sehr irdische Weise. Auch die Götter in seiner Homer-Adaption wirken menschlich, und der Held Odysseus erscheint als vielfach gebrochener Charakter.

Götter in seiner Homer-Adaption wirken menschlich, und der Held Odysseus erscheint als vielfach gebrochener Charakter. Ernst Schnabels Homer-Adaption ist vor allem der Versuch einer Entheroisierung der „Odyssee“. Wir begegnen Odysseus bei den Phäaken, der letzten Station des Umhergetriebenen. Schnabel konzipierte das Stück als „Roman für den Funk“, nicht etwa als „Monster-Hörspiel“. So nutzt er epische Partien, Dialoge, Kommentare und dramatische Szenen. In der Regie von Gert Westphal erleben wir Will Quadflieg als modernen Odysseus, der seinem eigenen Mythos begegnet. Die Musik für das Hörspiel komponierte Hans Werner Henze.

Ernst Schnabel, geboren 1913 in Zittau, war Radiopionier und Schriftsteller. Als 17-Jähriger verließ er die Schule und fuhr fünf Jahre mit der Handelsschifffahrt um die Welt. Von 1946 bis 1949 war er Chefdramaturg und von 1951 bis 1955 Intendant des NWDR Hamburg. Von 1962 bis 1965 leitete er zusammen mit Rolf Liebermann das III. Radioprogramm von NDR/SFB, danach war er bis 1968 Fernsehredakteur in Berlin. Ernst Schnabel lebte bis zu seinem Tod 1986 als freier Schriftsteller in Berlin und veröffentlichte zahlreiche Romane, Hörspiele, Drehbücher und ein Libretto für Hans Werner Henze.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Sounds in concert

Sie ist eine ungemein vielseitige Jazzsängerin. Und: Cyrille Aimée, Französin aus New York, ist ein wahres Temperamentsbündel. Ihr quirliger Auftritt im Rahmen des Musikfestes wurde zum unterhaltsamen Song-Streifzug zwischen Musical-Titeln, eigenen Stücken, Chanson und Latin-Tracks. An ihrer Seite: der junge französische Top-Pianist Thomas Enhco.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazztime: Der Vater der Jazzflöte – Herausragende Aufnahmen von Herbie Mann

Von Hans-Jürgen Schaal. Weil es in New York ein Überangebot an Cool-Jazz-Saxofonisten gibt, weicht Herbie Mann 1953 auf ein anderes Instrument aus – und wird zum Vater der Jazzflöte. Der Klarinettist Tony Scott bescheinigte ihm später „den wärmsten Sound aller Flötisten“. Nicht nur in Bebop und Cool Jazz mischt Mann mit, auch Afro-Kubanisches, Nahöstliches, Brasilianisches und Beat-Songs adaptiert er für die Querflöte. Er war einer der wichtigsten Pioniere des World-, Soul- und Fusion-Jazz, zeitweise erfolgreich wie ein Popstar: „Mein Publikum hört nicht mit dem Intellekt, sondern mit dem Gefühl.“

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Trans-traditionelle Avantgarde – Reihe Ensemblekulturen (1): Das Ensemble ɛkstʁaktə

Von Sophie Emilie Beha. Das 2013 gegründete, in Berlin ansässige Ensemble Ekstyakte geht ungewöhnliche Wege. Die Mitwirkenden kommen aus China, Indien, Korea, Australien, den USA, Bulgarien und Syrien. Sie vereinen musikalische Genres wie Jazz, Volksmusik, Techno, Blues, aber auch europäische Tradition vom Barock bis zur Gegenwart. Alles soll sich zu allem neu in Bezug setzen. Jedes Ensemblemitglied ist gebeten, alles selbst Mitgebrachte zu hinterfragen: das Verständnis von Tonhöhen, Skalen und Rhythmen ebenso wie das Verhältnis zum Publikum oder das eigene ästhetische Empfinden. Weil es keine Repertoirestücke für das Ensemble gibt, präsentiert es vor allem Kompositionen, die in intensiven Workshop- und Rechercheprozessen aus Ideen und Konzepten gemeinsam entwickelt wurden. Im eigenen Selbstverständnis arbeitet das Ensemble Ekstyakte über alle geografischen, historischen, sozialen und ideologischen Ordnungen der Welt hinweg. – Mit dieser Sendung beginnt eine Sendefolge quer durch das Jahr, die verschiedene, in Europa ansässige Ensembles vorstellt und aktuelle Aspekte der Ensemblekultur beleuchtet.

23:00  | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Camouflage II (2021) Paul Frick und das Ensemble Modern

Moderation: Stefan Fricke. Sonntag, der 22. November 2020: Der Berliner Komponist, Produzent und DJ Paul Frick, Mitglied der bekannten Band „Brandt Brauer Frick“, ist zu Gast im Dachsaal des Ensemble Modern in Frankfurts Schwedlerstraße.

23.03 | WDR 3
Studio Akustische Kunst: Blaues Rauschen 2021 #4

Out of home – Von Bellchild | noise vs noise – Von Ozan Tekin | zo-on slows – Von Echo Ho. Aufnahme vom 1. Oktober 2021 aus dem AmVieh-Theater, Essen


so – 16.01.2022


09:30 Uhr | Deutschlandfunk
Essay und Diskurs: Working Class – Das Kapital – Aktuelle Brisanz der Marxschen Kategorie

Von Mathias Greffrath. (Wdh. v. 13.11.2016). Globalisierung, Automation, Finanzcrash, Klima, Armutsrevolten, Wachstumsschwäche, Pandemie – die multiple Krise der Weltwirtschaft, die wir durchleben, nimmt kein Ende. Warnungen über die explosiv wachsende Ungleichheit und Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon überall, auch unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel, diskutiert.

Es war eines der Hauptwerke des deutschen Philosophen, Ökonomen und Gesellschaftstheoretikers Karl Marx – „Das Kapital“. Mitte September 1867 erschien der erste Band beim Hamburger Verleger Otto Meissner in einer Startauflage von 1.000 Exemplaren. Die Welt gibt Anlass und Grund genug, „Das Kapital“ noch einmal gründlich zu lesen. Der Publizist Mathias Greffrath kennt das Werk und beschreibt, wie die Marxsche Kategorie des Mehrwerts heute noch politische Brisanz entfalten kann.

14:00 bis 16:00 | hr2-kultur
Zwei bis Vier – Menschen und ihre Musik

Zu Gast: Augustin Hadelich, Geiger

19:23 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Jazz; Kontrabass-Ass aus Hellas – Petros Klampanis

Von Ssirus W. Pakzad. Der Bassist Petros Klampanis wurde auf Zakynthos, einer Insel im Ionischen Meer geboren. Er wuchs sowohl mit heimischer Folklore als auch mit Balkan-Klängen auf, bevor er sich für Jazz, Pop und klassische Musik zu interessieren begann. Klampanis hat erst in Amsterdam und dann in New York studiert, wo er noch heute seinen Lebensmittelpunkt hat. Der heute 40-Jährige hat durch seine kreative Zusammenarbeit mit Greg Osby, Snarky Puppy oder Shai Maestro auf sich aufmerksam gemacht. Besondere Strahlkraft haben seine eigenen Projekte, die seine zahlreichen musikalischen Interessen widerspiegeln.

19:34:00 | Ö1
Gerald Endstrassers Inklusionsbandprojekt im Wiener Funkhaus

Vor 22 Jahren hatte der Salzburger Schlagzeuger Gerald Endstrasser die Idee, Musiker/innen mit besonderen Bedürfnissen im Bandprojekt Together zusammen zu führen. Dafür erhielt er im Lauf der Jahre Unterstützung von Prominenz aus Kunst und Kultur, Politik und Wirtschaft. So wirkten Schauspieler Cornelius Obonya, Moderator Frank Hoffmann wie auch der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer an Aufführungen mit. Endstrassers ambitioniertes Engagement, das sich mittlerweile in nahezu 200 Konzerten (u. a. bei den INNtönen) niedergeschlagen hat, wurde inzwischen vom Land Oberösterreich mit diversen Verdienstmedaillen belohnt.

Das Bandkonzept von Together ist komplex und ausgeklügelt, es ermöglicht eine organische, wirkungsvolle Einbettung aller Beteiligten. In der Radiosession wird das Ensemble in kleiner, aber feiner Besetzung vorstellig.

20:55:00 | Ö1
McCoy Tyner: „Sahara“ (1972)

Im Jänner 1972 nimmt McCoy Tyner in den Decca Studios in New York das Album „Sahara“ auf. Der kraftvolle Pianist arbeitet hier mit drei ebenso energetischen afroamerikanischen Musikern zusammen: Dem Saxofonisten Sonny Fortune, dem Bassisten Calvin Hill und dem Schlagzeuger Alphonse Mouzon. Alle Musiker spielen auch Percussion und diverse Holzblasinstrumente, Tyner selbst überdies die japanische Koto, die mit 13 Saiten bespannte, traditionelle Wölbbrettzither.

Afrikanische und asiatische Musikeinflüsse durchziehen diesen Tonträger, welcher Tyners kommerzielle (nicht aber künstlerische) Durststrecke nach seinem Ausscheiden aus dem John Coltrane Quartett anno 1965 beendet. „Sahara“ ist von den vielen ausgezeichneten Alben, die McCoy Tyner in den 70er Jahren aufgenommen hat, wahrscheinlich das beste.

21:05 bis 23:00 | Deutschlandfunk
Konzertdokument der Woche: Internationale Kölner Orgel-Mixturen 2021

Dominik Susteck – „Orgellabyrinth“ | Albert Breier – „Stiller Dienst“ (Ausschnitt) | Zaneta Rydzewska – „Außerhalb der Zeit“ | Tobias Tobit Hagedorn – „Folgen“. Aufnahmen vom 28./30.7.2021 und 1.8.2021 aus Sankt Peter, Köln. Am Mikrofon: Ingo Dorfmüller. 22:00-22:05 Nachrichten

Eineinhalb Jahrzehnte war die Kölner Kunst-Station Sankt Peter so etwas wie das Epizentrum der Neuen Musik für die Orgel. Das weltweit einzigartige Instrument ist mit einer Vielzahl ungewöhnlicher Register ausgestattet: von Saxofon, Trillerpfeife und einem reich besetzten Schlagwerk bis zu einer Vielzahl von Obertonregistern, die die Orgel dissonanzfähig machen sollen. Zukunftweisend auch die MIDI-Schnittstelle, die es erlaubt, zusätzliche Instrumente – sofern elektronisch steuerbar – anzuschließen und vom Orgelspieltisch aus zu bedienen. Seit 2007 war Dominik Susteck hier Organist – als direkter Nachfolger von Peter Bares, der das Instrument entworfen und disponiert hatte. Vor seinem Wechsel zum Erzbistum Paderborn kuratierte Susteck im Sommer 2021 letztmalig die Kölner „Orgel-Mixturen“. Maximilian Schnaus, Organist der Berliner Sophienkirche, spielte dabei Sustecks neue Komposition „Orgellabyrinth” als auch den großen meditativen Orgelzyklus „Stiller Dienst” von Albert Breier. Dominik Susteck wiederum stellte neue, vom Deutschlandfunk beauftragte Kompositionen von Zaneta Rydzewska und Tobias Tobit Hagedorn vor.

22:08 – 23:00 | Ö1
Manon-Liu Winter empfiehlt: Ausgewählte Lieblingsmusik von Manon-Liu Winter

Im Rahmen der Jeunesse-Reihe „fast foreward“ trafen vergangenes Jahr mit Judith Unterpertinger, Manon-Liu Winter und Katharina Klement gleich drei Künstlerinnen aufeinander, die nicht nur als Pianistinnen, Komponistinnen wie Improvisatorinnen eigene Wege beschreiten, sondern seit vielen Jahren im Trio deepseafishK zusammenarbeiten. Der Mitschnitt ihres Konzertes stand am vergangenen Donnerstag in Zeit-Ton auf dem Programm und heute hören Sie aus diesem aktuellen Anlass noch einmal einen Zeit-Ton extended, in dem eine der drei Künstlerinnen, nämlich Manon-Liu Winter, Musik präsentiert, die sie geprägt hat (Erstausstrahlung: Jänner 2020). Gestaltung: Andres Maurer

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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