Im Radio – Freitag | 24.09.21

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 38. Jetzt für dienstag die komplette Übersicht für diese Woche gibt es bei der JazzZeitung. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.

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fr – 24.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: The Ninth Wave – Ode to Nature

Von Stefan Winter, nach Werken von Ludwig van Beethoven. Regie: Stefan Winter. Komposition: Fumio Yasuda. Länge: 54’30 (Ursendung)

Naturschilderungen von „pittoresk“ bis „abstrakt“ haben in der klassischen Musik eine lange Tradition. Die Komposition von Fumio Yasuda und Stefan Winter zieht eine Linie ins Heute und wirft Fragen zu Abbildung und Konstruktion von Natur auf.

„Mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey“, so überschrieb Ludwig van Beethoven die 6. Sinfonie. Naturklänge wie Vogelgezwitscher und Donnergrollen kommen zwar vor, doch dem Komponisten geht es im Kern um etwas anderes: Er möchte Gefühle hervorrufen, wie sie auch bei Naturerlebnissen entstehen.

Im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 fragte der Klangkünstler Stefan Winter erneut nach der Konstruktion von Natur in der Musik. Gemeinsam mit dem Komponisten Fumio Yasuda schuf er ein Werk, das die Frage im Heute aktualisiert und nach Kontinuitäten sucht. Ein Orchester spielt adaptierte Beethoven-Motive, zwei Geräuschkünstler musizieren mit der suggestiven Erzählkraft von Besen, Stahlwolle, Teppich, barocker Windmaschine. Sinfonie über die Schönheit der Natur und die Tragik des Menschseins.

Stefan Winter, geboren 1958 in Tegernsee, ist Klang-, Objekt- und Videokünstler. Als Autodidakt arbeitet er seit den 80er-Jahren mit Musik, Geräuschen, Soundscapes und Video. Zahlreiche Aufführungen und Installationen. Gemeinsam mit seiner Frau Mariko Takahashi betreibt er das Label WINTER & WINTER für Jazz, Neue und klassische Musik.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Jona Korn: Sonate, op. 6 (Jan Polasek, Violoncello; Barbara Korn, Klavier); Walter Prokop: Sonatine (Hermann Klemeyer, Flöte; Fritz Froschhammer, Klavier); Joachim Ludwig: Klavierkonzert Nr. 2 (Joachim Ludwig, Klavier; Bamberger Symphoniker: Alexander Sander); Rupert Riederer: Sonate (Fritz Miemitz, Flöte; Karl Heinz Diehl, Klavier); Hans Mielenz: „Glückskinder-Walzer“ (Musikzug der Bayerischen Bereitschaftspolizei: Willi Koenen); „Wyoming Serenade“ (Kurorchester Garmisch-Partenkirchen: Peter Klier)

14.06-15.30 | Ö1
Auf den Spuren von Béla Bartók – Lucian Ban, John Surman und Mat Maneri 2018 in Sânnicolau Mare

Der rumänische Pianist Lucian Ban, der englische Klarinettist und Saxofonist John Surman und der aus New York City stammende Bratschist Mat Maneri haben Einiges gemeinsam: etwa den starken Fokus auf improvisierte Musik sowie die große Wertschätzung von Volksmusik und klassischer Musik gleichermaßen. Da ist es gut verständlich, dass sie alle drei auch eine Faszination für Béla Bartók und dessen Forschungen im Bereich der Volksmusik teilen. Und so haben sie sich zusammen getan, um neue, frische Arrangements zu entwerfen für die Lieder und Stücke, die der ungarische Komponist im Zuge seiner ethnomusikalischen Feldforschungen zwischen 1909 und 1917 in Lucian Bans Heimat Transsylvanien gesammelt hat. Ihre ebenso mitreißenden wie berührenden Interpretationen der alten Volksweisen haben sie auf dem 2020 erschienenen Album „Transylvanian Folk Songs – The Béla Bartók Field Recordings“ veröffentlicht. Schon am 8. November 2018 gastierten Ban, Surman und Maneri mit dem Projekt konzertant in Bartóks Geburtsstadt, dem heute rumänischen Sânnicolau Mare. Die Aufnahme dieses großartigen Konzerts sei heute in In Concert serviert.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – Der Komponist und Musikforscher Jakob Schönberg

Der unbekannte Schönberg: Während Arnold Schönberg weltweit für den Aufbruch in die musikalische Moderne steht, ist sein entfernter Verwandter Jakob Schönberg, der ebenfalls Komponist war, heute vergessen. Für Jakob Schönberg, 1900 in Fürth geboren, waren insbesondere die traditionellen jüdischen Gesänge der Synagoge Impuls für sein eigenes Schaffen. Er erforschte sie in seiner Dissertation von 1926 und strebte auf ihrer Basis nach einer genuin jüdischen Kunstmusik. Er arbeitete zudem als Musikkritiker der „Nürnberger Zeitung“ und Musikberater für den Rundfunksender „Deutsche Stunde in Bayern“, aus dem später der Bayerische Rundfunk hervorging. 1933 wurde Schönberg aus allen seinen beruflichen Tätigkeiten entlassen und ging nach Berlin, wo er sich im „Jüdischen Kulturbund“ engagierte, der einzigen Möglichkeit für jüdische Künstler, noch aufzutreten. Die Verfolgung verstärkte seine zionistische Haltung und er sah seinen Beitrag zu dieser Bewegung darin, die deutschen Juden mit der Folklore der jüdischen Bevölkerung in Palästina vertraut zu machen. Sie sollte die kulturelle Basis bilden, auf der ein zukünftiger Staat Israel im Heiligen Land zu einer eigenen musikalischen Identität finden sollte. Schönberg gab 1935 einen wegweisenden Sammelband mit Volksliedern aus dem Land Israel heraus: „Schirej Eretz Israel“ rief in der bedrängten jüdischen Welt Deutschlands ein großes Echo hervor. Im Musikfeature anlässlich des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ beleuchtet BR-KLASSIK zusammen mit dem Musikforscher und Pianisten Jascha Nemtsov die Beschäftigung und kreative Auseinandersetzung Jakob Schönbergs mit den traditionellen Melodien des Judentums und die Suche nach einer „neuen“ jüdischen Kunstmusik.

22:03 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Von Mississippi nach Chicago und zurück – Geschichten um und über den Blues

Von Michael Groth. Die Geschichte des Blues ist eine Geschichte der Aneignung kultureller Werte. Im Gespräch mit spezialisierten Historikern, Ethnologen und Produzenten zeichnet Michael Groth den Weg des Blues in seinen Anfangsjahren nach.

22:30 | hr2-kultur
Blues’n’Roots Blue Notes in vielen Farben |

heute mit: Louis Armstrong, Ray Charles, Count Basie u.a. New Orleans – When the Jazz meets the Blues

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: Das Jazzkonzert – „Try!“ – junger Jazz aus Frankreich

Die Band der französischen Star-Trompeterin Airelle Besson beim Internationalen Jazz-Weekend Unterföhring 2021. Mit Isabelle Sorling (Gesang), Airelle Besson (Trompete), Benjamin Moussay (Keyboards) und Fabrice Moreau (Schlagzeug). Aufnahme vom 18. Juli 2021 im Bürgerhaus Unterföhring bei München. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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