Das Radioprogramm am Wochenende: 11.9. und 12.9.2021

Wir schauen mal. Vielleicht packen wir die aktuellen Tagestipps immer mal wieder zusammen. Hier im Bad Blog. Alles eine Frage der Zeit und so.

Werbung


sa – 11.09.2021


01:05 Uhr | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht: Rock – Neues aus Pop, Rock, Indie

Schwerpunkt: Ende September 1991 erschien das Album „Nevermind“ der US-amerikanischen Band Nirvana. Am Mikrofon: Thomas Elbern

17:05 bis 17:55 | Bayern 2
Jazz & Politik: Politisches Feuilleton

Moderation: Lukas Hammerstein. Musikauswahl: Roland Spiegel

19:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Die besondere Aufnahme: Studioproduktion aus dem November 2001

Kurt Weill: „The eternal road“ (Auszüge aus dem Biblischen Drama „Der Weg der Verheißung“) – Originaltext von Franz Werfel auf der Grundlage der Heiligen Schriften und eines theatralischen Konzepts von Max Reinhardt in englischer. Übersetzung von Ludwig Lewisohn. Die englische Fassung des „Biblischen Dramas“ von Kurt Weill wurde 1937 in einer spektakulären Mammutproduktion am New Yorker Broadway uraufgeführt.

anschließend: 51. Berliner Festwochen 2001: Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin – Aufzeichnung vom 11.09.2001. Arnold Schönberg: Drei Klavierstücke op. 11 / Sechs kleine Klavierstücke op. 19 / Fünf Klavierstücke op. 23 / Klavierstück op. 33a / Klavierstück op. 33b | Joseph Haydn: Andante con variazioni für Klavier f-Moll Hob. XVII/6 | Arnold Schönberg: Suite für Klavier op. 25 | Johann Sebastian Bach: Ricercar à 3 aus dem „Musikalischen Opfer“ BWV 1079. Peter Serkin, Klavier. Der aus New York City stammende Pianist Peter Serkin (1947-2020) spielte am Abend des 11. September 2001 ein lang geplantes Solorezital im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin. Das Publikum verzichtete auf Beifall, das Programm blieb unverändert.

anschließend: Philharmonie Berlin: Aufzeichnung vom 22.05.2007. John Adams: „On the Transmigration of Souls“ – Staats- und Domchor Berlin; Rundfunkchor Berlin; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin; Leitung: Yutaka Sado. Der US-amerikanische Komponist John Adams versah dieses großbesetzte Werk mit folgender Widmung: „Zu Ehren der Helden und im Gedenken an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001“

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Gewaltige Bilder! Überwältigende Töne? Gewalt in Kunst, Musik und Medien heute

Von Georg Beck. Die Reporterkamera haben heute alle im eigenen Smartphone stets griffbereit. Ereignet sich etwas Spektakuläres, Schreckliches, gar eine Gewalttat, erreichen Handyfotos bemerkenswerte Klickzahlen. Die amerikanische Publizistin Susan Sontag hat dem Phänomen eine Nähe von Augenzeugen- und Täterschaft attestiert. Die Audiospur wird mitgeliefert, als Schmerzschrei: I can’t breathe! Die visuelle Information aber lenkt das Verständnis der Nachricht. Die Frage ist, welche Konsequenzen auditive Künste und Genres daraus ziehen. Akzeptieren sie ihren Part, das Bild bestenfalls zu bedienen? Gibt es deshalb zum Beispiel keine bedeutenden Kompositionen zu den Anschlägen von 9/11, heute vor genau 20 Jahren? Und warum existiert so viel Musik zu jenem anderen 11. September, 28 Jahre zuvor, 1973 in Chile? Die Frage lautet: Wie reflektiert zeitgenössische Kunstmusik heute Gewalt, ohne dabei zum Komplizen der Gewalttat zu werden? – Autor Georg Beck sammelt Stimmen von Komponisten, Theaterleuten, Kulturwissenschaftlern.

23:05 Uhr | Deutschlandfunk
Lange Nacht: Vom Inferno zum Paradies – Eine Lange Nacht über Dante und die „Göttliche Komödie“

Von Astrid Nettling. Regie: Burkhard Reinartz. Die meisten kennen Dantes „Göttliche Komödie” dem Namen nach. Wer aber hat sie tatsächlich gelesen? Und doch fasziniert das Werk des in Florenz geborenen Dichters seit 700 Jahren die Menschen weltweit durch seine dichterische Kraft und Schönheit. Entstanden ist die „Divina Commedia” zwischen 1306 und 1321 in den langen Jahren seines Exils. Vollendet hat Dante sein Werk kurz vor seinem Tod. Er stirbt am 14. September 1321 in Ravenna. Die „Lange Nacht” nimmt den Hörer mit auf den so sprach- wie bildermächtigen Weg durch seine „Divina Commedia” und begleitet den Dichter durch die düsteren Schrecknisse des „Inferno”, die Läuterungen des „Purgatorio” und die lichterfüllte Schönheit des „Paradiso”. Unterwegs begegnet der Hörer so bekannten Gestalten wie den unglückselig Liebenden Francesca da Rimini und Paolo, wird Zeuge seines Wiedersehens mit Beatrice, der Frühverstorbenen und unsterblichen Liebe Dantes. Zugleich erlebt er den Dichter als eine wegweisende Gestalt im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit und als scharfen Kritiker seiner Zeit, der sein Werk mit dem erklärten Ziel geschrieben hat, „die Lebenden aus dem Zustand des Elends herauszuholen und sie zum Zustand des Glücks hinzuführen”.

23.30-06.00  | Ö1
Sängerin Anna Anderluh, im Gespräch und konzertant – Anna Anderluh im Jazznacht-Studio und im Mai 2021 im Wiener RadioKulturhaus

Die in Klagenfurt geborene Sängerin und Multiinstrumentalistin Anna Anderluh ist seit vielen Jahren mit ihrer Stimme und der Autoharp (Kastenzither) in diversen Formationen zu hören. Unter anderem musizierte sie bereits als Teil der Bands Luzid Chaos und Little Rosies Kindergarten, aber auch mit Alex Miksch und Stefan Sterzinger. Am 21. Mai dieses Jahres spielte Anna Anderluh im Trio mit Philipp Kienberger (Bass) und Judith Schwarz (Schlagzeug) eines der ersten Konzerte nach Ende des Lockdowns im Wiener Radiokulturhaus. Es war dies die Präsentation ihres ersten Solo-Albums „Leave Me Something Stupid“, das Themen wie die Selbstvermarktung als junge Musikerin, ein Loblied an die Lobau wie auch eine „Öde an den freien Willen“ zusammenführt. In der Ö1 Jazznacht wird dieses Konzert in voller Länge ausgestrahlt, zuvor ist Anna Anderluh im Studio zu Gast und spricht über das Album, seine Entstehungsgeschichte und vieles mehr.

Außerdem: Musik des legendären Sängers und Vocalese-Pioniers Jon Hendricks, der am 16. September 2021 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.


so – 12.09.2021


03:05 | Deutschlandfunk
Heimwerk: Klarenz Barlow –

Stücke für Selbstspielklavier: „…or a cherish’d bard…“ / Estudio Siete / Pandora / „Cogluotobüsisletmesi“. Fassung für 4 Klaviere – Klarenz Barlow, Klavier; Irmela Roelcke, Klavier; Hermann Kretzschmar, Klavier; Jürgen Kruse, Klavier; Benjamin Kobler, Klavier. Leitung: James Avery

07:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Kakadu für Frühaufsteher: Warum leuchtet das Glühwürmchen?

Von Gabriela Grunwald und Patricia Pantel. Moderation: Ulrike Jährling. Vielleicht habt ihr sie gesehen, in den langen Sommerferien-Nächten: Viele kleine Lichtpunkte, die durch das Dunkel tanzen. Gestatten: Glühwürmchen. Oder auch: Leuchtkäfer. Die mit dem Hintern blinken können. Aber wie nur? Das finden wir in dieser Folge heraus – und stoßen dabei auf noch viele andere ganz und gar unglaubliche Geschichten aus der riesigen, uralten und krabbeligen Welt der Käfer.

15.04 | WDR 3
WDR 3 Kulturfeature: Wir gehen nicht in Rente – Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude

15:05 Uhr | Deutschlandfunk
Rock et cetera: Tintenfische – Die britische Band Squid

Von Anja Buchmann. Rhythmisch, bunt, basslastig, das ist die junge Band Squid: fünf Musiker mit Gitarre, Bass, Keyboards, Schlagzeug und Gesang aus dem englischen Küstenort Brighton, inzwischen leben sie in Bristol und London. 2016 hat das Quintett seine erste, noch sehr von Joy Division geprägte, eher düster-atmosphärisch gehaltene EP herausgebracht, 2021 dann das Debütalbum „Bright green field“. Wie einige der letzten Singles klingt das sehr druckvoll, sehr originell, sehr abwechslungsreich: Mal nach griffigem Post-Punk, mal mit geradezu jazzigen Anstrich, mal nach Krautrock, mal nach experimentellem Pop. Wie das nächste Werk sich anhört? Man weiß es noch nicht, nicht mal die Band selbst. Eine spannende Formation, die beim legendären Warp-Label unter Vertrag ist: Squid.

19:26 – 20:00 Uhr | SWR2
SWR2 Jazz. Wie ein türkischer Jazz-Crooner Schweden eroberte – dem Sänger Hayati Kafé zum 80. Geburtstag

Von Henry Altmann. Er ist Sohn sephardischer Juden, 1941 geboren in Istanbul, ein türkisches Teenageridol. In Schweden stürmt er die Hitparaden, er eröffnet einen Nachtclub, arbeitet als Manager, macht Karriere als Showmaster. Hayati Kafé singt auf englisch, türkisch, schwedisch, aber in der Fremde findet er zurück zum Idiom seiner Ahnen, dem romanischen Ladino der im 15. Jahrhundert aus Spanien vertriebenen Juden. Kafés eigentliche Sprache aber ist der Jazz, der ihn swingend über alle Grenzen und Zeiten führt. Am 25. September wird der „türkische Frank Sinatra“ 80 Jahre alt.

19.34-20.16 | Ö1
„Post-Jazz“ aus Kärnten – Delta Concept im Studio 2 des Wiener Funkhauses

Die drei Kärntner Yannic Steuerer (Gitarre, Komposition), Lukas Lackner (Piano, Keyboards, Komposition) und Lan Sticker (Schlagzeug) kennen einander seit ihrer Schulzeit. Damals war es nicht möglich, einen Bassisten oder eine Bassistin mit den gleichen musikalischen Ambitionen und Neigungen zu finden. Aus dem ursprünglichen Mangel wurde ein Charakteristikum des Trios, das den Namen Delta Concept erhielt. Steuerer, Lackner und Sticker bezeichnen ihre Musik als „Post-Jazz“: Verschiedene Elemente und Klänge aus zahlreichen Genres wie Modern Jazz, Progressive Rock, Neo-Soul und Fusion werden kombiniert. Der Stil von Delta Concept ist sowohl von der New Yorker Musikszene als auch von europäischen Musikern wie dem früh verstorbenen schwedischen Pianisten Esbjörn Svensson und dessen Trio geprägt.

20.55-21.40 | Ö1
Zum 70. Geburtstag von Joëlle Léandre – Maggie Nicols, Irène Schweizer & Joëlle Léandre: „Les Diaboliques“ (1994)

Mit einer Stimme spricht das Trio Les Diaboliques auf seiner ersten CD mit dem gleichnamigen Titel, erschienen 1994 beim Zürcher Label Intakt Records. Les Diaboliques, das sind die aus Schaffhausen stammende Pianistin Irène Schweizer, die schottische Stimmkünstlerin Maggie Nicols und die französische Kontrabassistin Joëlle Léandre. Diese drei ausgezeichneten Musikerinnen verstehen es zu performen, im wahrsten Sinne des Wortes. So hört man die frei improvisierten Stücke der CD nicht nur, sondern malt sie sich aus, durchlebt sie mit den Musikerinnen. Alle drei sind Pionierinnen ihres Fachs, gingen immer schon eigenständige Wege, befreiten sich früh aus dem Korsett des Eingeübten und schlossen sich augenzwinkernd in einer diabolischen Dreifaltigkeit zusammen; der Humor steht dabei an oberster Stelle.

Maggie Nicols glänzt mit ihrer von grandiosem Witz entfesselten Stimmführung: Von politischen Kampfansagen bis hin zu sinnlichen Offenbarungen ist alles zu hören. Das spornt wiederum Irène Schweizer an, die sonst sehr ernst und souverän an ihrem Instrument agiert, mit Les Diaboliques allerdings luftige Klanggebilde zaubert. Und Joëlle Léandre – klassisch ausgebildet, danach in der zeitgenössischen Musik aktiv und in den USA von John Cage beeinflusst – lässt ihren Bass als eigenwilligen Charakter erklingen, biegt und streicht ihn hin und her.

Das Trio arbeitet im Rahmen der CD mit musikalisch-gestischen Richtungswechseln, herbeigeführt durch harte Schnitte, Überzeichnungen, Stimmungskontraste: Die Stücke verdichten, überlagern und verknüpfen sich. Der Moment zählt – und dieser ist so stark, dass die Zuhörer/innen mittendrin sind in diesem Theaterstück von Les Diaboliques!

Eine Milestones-Sendung zu Joëlle Léandres 70. Geburtstag am 12. September 2021.

22:08 – 23:00 | Ö1
George E. Lewis empfiehlt: Komponist George E. Lewis präsentiert Musik im Zeichen der Diversität

„Wir wissen wie Kolonialismus klingt“, sagt der US-amerikanische Komponist, Posaunist und Musikwissenschafter George E. Lewis. Er schrieb neben Büchern auch eine Anleitung zur Dekolonisation der Neuen Musik und präsentiert in diesem „Zeit-Ton Extended“ eine Auswahl an Musik, die diesen Ideen entspricht. Lewis hat bereits für zahlreiche Institutionen kuratorisch gewirkt – zuletzt etwa für das Ensemble Modern unter dem Titel „Afro-Modernism in Contemporary Music“.

Lewis ist Kompositionsprofessor an der Columbia University in New York und im Bereich des Avantgarde Jazz und der experimentellen Musik bei den weltweit bedeutendsten Festivals vertreten. Seit 1971 ist er Mitglied der renommierten Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM). Er studierte bei Muhal Richard Abrahm an der AACM School of Music Komposition und bei Dean Hey Posaune. Lewis gilt als Pionier der interaktiven Computermusik und entwickelt Programme, die gemeinsam mit menschlichen Musiker/innen improvisieren. 2020/21 ist er Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Am Montag, 13. September 2021 gibt es in „Zeit-Ton“ ein Porträt des Komponisten zu hören. Gestaltung: Astrid Schwarz

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Musik aus Belgrad – Eine Stadt im Umbruch

Nach Belgrad? Drei Münchner Buchläden hatten keinen Stadtführer. Serbien? Kroatien können wir ihnen anbieten. Nein, ich möchte nach Serbien, das ist nicht in der EU. Früher war das alles mal Jugoslawien: Das Land mit den genialen Musikern, die alles spielen und fast überall mitspielen können, die diese fantastischen Rhythmen haben, ungerade und gerade, und diese mitreißenden und bewegenden Melodien, die oft orientalisch und immer nach Balkan klingen. Balkan, was ist das? Existiert der Balkan als musikalische Einheit noch, mit seinen rumänischen, moldawischen, albanischen, kroatischen, serbischen Melodien und Rhythmen, die transportiert und durcheinandergerüttelt wurden von genialen Roma- und Sinti-Musikern? Oder gibt es in Belgrad jetzt ausschließlich serbische Lieder und Melodien? Alles getrennt – oder wie immer gemischt? Gibt es in Serbien eine Wiedergeburt serbischer Volksmusik – Traditionen, zur Identitätsabsicherung, und in Kroatien kroatische? Belgrad ist ein Kosmos! Serbisch-orthodoxe Kirchen strahlen wie neu in Weiß und Gold. Im Inneren wird die Liturgie auswendig und mit vielen Verzierungen gesungen. Draußen gibt es arm und reich, verrottend, alt und neu und jeder sagt: „Ja, bald soll es besser werden.“. Es liegt ein trotziger serbischer Nationalismus in der Luft und irgendwo ein nostalgisches Lied, das an Jugoslawien erinnert … Aber da, wo gefeiert wird, da birst die Luft von immer schneller rasenden Geigen, vom rhythmischen Zucken des Akkordeons, vom Quintfall am Kontrabass und schluchzenden Klarinetten. Die Komponistin Dijana Boškovic erinnert sich an die Hochzeiten in ihrer Jugend. Eine Sendung von Friederike Haupt.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.