Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 05.04. bis 11.04.2021

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 14. Besonders zu empfehlen: 08.04.2021 – 20:04 bis 21:30 | hr2-kultur: Schwankende Zeit – Gefächerter Ort | Musik von Isabel Mundry

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 05.04.2021


23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Gesprächsrunde: Neue Tonträger

Von Lydia Jeschke. Die Redaktion Neue Musik des SWR präsentiert und diskutiert aktuelle Aufnahmen mit zeitgenössischer Musik. Gesprächsteilnehmer: Björn Gottstein, Lydia Jeschke, Michael Rebhahn und Leonie Reineke.


di – 06.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Wider die Natur – Peter Ablingers und Erik Dreschers erweitertes Flötenprojekt

Von Florian Neuner. Vielstimmige Schichtung: Die Zusammenarbeit des Komponisten mit dem Flötisten kennt keine Trennung mehr von Notation und Ausführung.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Das Ohr am Puls der Zeit – Der Komponist Richard van Schoor

Von Franziska Stürz. Er stammt aus Kapstadt und begann seine Musikerkarriere als Pianist, doch Richard van Schoor arbeitete auch als Dirigent und Organist und leitete von 2007 bis 2017 die Opernbühne Bad Aibling. Seit zehn Jahren steht sein kompositorisches Schaffen im Vordergrund. Von Kammermusik bis zur Oper ist seine Tonsprache geprägt von der Auseinandersetzung mit existenziellen und zeitgeschichtlichen Fragen. 2019 wurde seine Oper „Alp Arslan – Ein Requiem für Aleppo“ mit großem Erfolg uraufgeführt, es folgte 2020 „Die Europäerin“, in der Umweltzerstörung und Migration thematisiert werden. Franziska Stürz stellt Richard van Schoor als Mensch und Musiker vor.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2021

Mit Eckhard Weber. Das ensemble mosaik präsentierte sich beim diesjährigen Festivaljahrgang mit Werken, die explizit oder implizit eine starke Verbindung zu Literatur und Poesie haben. Aufnahme vom 21. Januar 2021 im Großen Sendesaal des rbb

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Rückkehr von Krähe – Hörspiel von Ulf Stolterfoht und Thomas Weber

Mit: Lilith Stangenberg und Sebastian Zimmler. Komposition: Thomas Weber. Musik: Kammerflimmer Kollektief. Regie: Iris Drögekamp und Thomas Weber. (Produktion: SWR 2021)

Im Hörspiel „Rückkehr von Krähe“ lassen Ulf Stolterfoht und Thomas Weber Lyrik und Musik aufeinander krachen. Sie führen in extreme Text- und Geräusch-Landschaften, viel zu karg für Menschen, bewohnbar alleine für einen wie Krähe und seinesgleichen. Als eine Art dunkler Parzival hat sich Krähe vielfach zu bewähren, wobei seine Prüfungen nicht selten musikalischer Natur sind. Thomas Weber verwandelt dafür Stolterfohts sprachliche Ungunstgebiete in illbiente bzw. dark ambiente Hallräume. Field Recordings verbreiten als tönende Erweiterung eine angenehme, entspannte Lagerfeuer-Sentimentrealität.

23:03 – 24:00 | Ö1
Streichinstrumente und Elektronik – Das Black Page Orchestra im Wiener Musikverein

Das Black Page Orchestra spielte am 25. März 2021 im Rahmen seines Zyklus’ im Wiener Musikverein ein Konzert, das die klanglichen Möglichkeiten der Kombination von Streichinstrumenten und Elektronik auslotete. Im Metallenen Saal gab es österreichische Erstaufführungen der deutschen Komponisten Michael Beil und Ulrich Krieger sowie vom in Wien ausgebildeten Italiener Alessandro Baticci zu hören. Für dieses Projekt holte sich das Black Page Orchestra Verstärkung durch das Asag Quartett. Gestaltung: Philipp Weismann


mi – 07.04.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Roland Schmidt: „Der Gaukler“ (Hiro Sato, Trompete; Anton Laubenbacher, Posaune; Wilfried Krüger, Horn); Cornelius Hummel: Acht Musiken für neun Streicher (il capriccio: Friedemann Wezel); Vivienne Olive: „The Dream Gardens“ (Annie Gicquel, Klavier); Tobias PM Schneid: „sacred landscapes“ (Hanno Simons, Violoncello; ensemble trioLog münchen); Zsolt Gárdonyi: Divertimento über Tanzweisen aus Siebenbürgen (Elisabeth Fuchs, Flöte; Angelika Ruhland, Oboe; Iwan Linnenbank, Klarinette; Sabine Müller, Fagott; Stefan Würger, Horn); Horst Lohse: „La morte d’Orfeo“ (Julius Berger, Violoncello; Roland Schmidt, Martin Homann, Schlagzeug; Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Dieter Buwen: „Nachtgedanken“ (Akademie Quartett)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Ulrike Meinhof – Ein deutsches Requiem

Die Biographie von Ulrike Meinhof bietet Stoff für beklemmende, kritische bis teilnahmsvolle Musik. Da ist zuerst ihr engagierter journalistischer Einsatz gegen Vietnam-Krieg und soziale Ungerechtigkeit, dann das Abgleiten in den Terrorismus, schließlich die innere Zerrissenheit, die zum Suizid führt. Bands, Liedermacherinnen und engagierte Komponisten haben Musik über Ulrike Meinhof geschrieben.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ensemble recherche: Remix

ensemble recherche: Lucia Kilger (Klangregie). Julienne Mbodie (Sopran). Genoel von Lilienstein: TOP für Flöte, Klarinette, Cello, DX7-Synthesizer und E-Drums | Salvatore Sciarrino: Le Voci Sottovetro, Elaborazione per voce e 8 esecutori | Thomas Meadowcroft: More Beautiful Discourse for string trio and organ (UA)

(Konzert vom 6. Oktober 2020 im Forum Merzhausen). Dieser Saisonbeginn hat stattgefunden: Unter dem Titel „Remix“ spielte das ensemble recherche Anfang Oktober 2020 im Forum Merzhausen vor (kleinem) Publikum. Wie unterschiedlich ein Remix, also die Neuverwendung vorhandener Materialien, sein kann, zeigten Genoel von Lilienstein, E-Drum basiert, Salvatore Sciarrino mit seiner Reaktion auf Musik von Carlo Gesualdo und Thomas Meadowcroft in einer Uraufführung zwischen Kontemplation, Tonschönheit und Selbstironie.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


do – 08.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival Time:Spans – Mary Flagler Cary Hall, New York

Aufzeichnung vom 09.08.2020. Suzanne Farrin: „A Diamond in the Square“ (2019) | Julia Wolfe: „Forbidden Love“ (2019). Sō Percussion: Eric Cha-Beach, Josh Quillen, Adam Sliwinski, Jason Treuting

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Franz Hummel: Klavierkonzert (Carmen Piazzini, Klavier; Moskauer SInfonieorchester: Alexej Kornienko); Ludwig Kusche: „Herzdame“, op. 2 (Münchner Philharmoniker: Ludwig Kusche); Klaus Obermayer: „Trossinger Suite 1980“ (Siegfried Palm, Othello Liesmann, Violoncello); Joachim Faber: „Morgenstern-Suite“, op. 65 (Gita Schneider, Klavier); Gertraud Kaltenecker: „Partita über die Töne der Glocken des Regensburger Doms“ (Eberhard Kraus, Orgel); Roland Muhr: „Clustrierte Chaconne“ (Roland Muhr, Orgel); Franz Hummel: Capriccio (Elena Denisova, Violine)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Schwankende Zeit – Gefächerter Ort | Musik von Isabel Mundry

„Höre ich mit geschlossenen Augen Klänge, so imaginiere ich Räume. Sehe ich Räume, so entstehen Klänge.“ RaumKlangZeit – für die 1963 im hessischen Schlüchtern geborene Komponistin Isabel Mundry ein essenzielles Wortgebilde mit starker ästhetischer Wirkungskraft.

Isabel Mundry (* 1963): „Flugsand“ (1998) für Orchester. Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Dirigent: Markus Stenz. (Aufnahme: 18. Dezember 1998, Herkulessaal der Residenz, München durch den Bayerischen Rundfunk) / „Penelopes Atem“ (2003) für Mezzosopran, Akkordeon und Orchestergruppen. Salome Kammer, Mezzosopran; Teodoro Anzellotti, Akkordeon; SWR Symphonieorchester; Dirigent: Sylvain Cambreling. (Aufnahme: 19. Oktober 2003, Donaueschinger Musiktage) / „Schwankende Zeit“ (2006-09) für Ensemble. Juditha Haeberlin, Geige; Ensemble Musikfabrik; Dirigent: Emilio Pomárico. (Aufnahme: 27. Februar 2009, WDR Funkhaus am Wallraffplatz durch den Westdeutschen Rundfunk)

Auch die historischen Orte und Zeiten, eben die überlieferten Werke der Musik-, Kunst- und Literaturgeschichte, die nur aus der Perspektive von heute erlebbar sind, faszinieren Isabel Mundry. Namentlich ist dies in ihrem Kompilationswerk „Schwankende Zeit“ die Musik von Louis Couperin (1626-1661) und „Penelopes Atem“ ist grundiert von Homers „Odyssee“. Aufgewachsen in West-Berlin, wo Mundry zunächst bei Gösta Neuwirth und Frank Michael Beyer Komposition studiert hat, vertiefte sie ihre Ausbildung bei Hans Zender an der Frankfurter Musikhochschule. Seit etlichen Jahren lehrt Isabel Mundry als Kompositionsprofessorin sowohl in München wie auch in Zürich.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement

Johannes Maria Staud:  Im Lichte II (2. Teil). GrauSchumacher Piano Duo | Vito Zuraj: Tension. Klangforum Wien / Emilio Pomàrico | Mark Andre: … hin … für Harfe und Kammerorchester. Andreas Mildner / WDR Sinfonieorchester Köln / SWR Experimentalstudio / Mariano Chiachiarini | Liza Lim: Extinction events and dawn chorus (Auszug). Klangforum Wien / Peter Rundel | Yann Robin: Übergang. Klangforum Wien / Emilio Pomàrico. Aufnahmen von den Wittener Tagen für Neue Kammermusik 2018

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Im unendlichen Rätselreich der Klänge: Die Komponistin Adriana Hölszky

Charakteristisch für Adriana Hölszkys Musik ist die ausgeprägte Zirzensik des Klingens und Agierens von Instrumentalisten wie Sängern. Ihre kompositorischen Hochseilakte eröffnen den Zuhörern Erfahrungsräume voller überraschender, beunruhigender, faszinierender Perspektiven.

Die Musik der in Stuttgart lebenden, in Bukarest geborenen Komponistin Adriana Hölszky (*1953) ist bevölkert von Lemuren und Gespenstern, Dämonen und Vampiren – Spukgestalten aller Art. Viele ihrer Werke haben Titel mit Gruselfaktor, der sich auf ergötzliche Weise auch musikalisch immer wieder einstellt. Doch die Hinwendung zu den Abgründen des Lebens, den Randzonen menschlicher Existenz bildet nur eine wichtige Facette ihres Schaffens, das sich weit darüber hinaus aus mannigfaltigen Inspirationsquellen speist. Auch unabhängig von vertonten Texten und musiktheatralisch verarbeiteten Stoffen verrät ihre Musik die schier unbändige Lust an der fantastischen Erscheinungsvielfalt des Lebens, des Denkens, der Natur, der Literatur.

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Gang nach Buchenwald – Von Christoph Korn

Mit: Naftali Fürst im O-Ton sowie Christoph Korn und Jana Schulz. Realisation: Christoph Korn. (Produktion: Dlf Kultur/Kunstfest Weimar/ACHAVA Festspiele Thüringen, Stiftung Buchenwald 2020)

Am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Truppen das Konzentrationslager (KZ) Buchenwald. Vom Weimarer Hauptbahnhof führt ein etwa zweistündiger Fußweg dorthin. Diesen Weg mussten tausende Opfer des Naziregimes gehen. Am 16. April 1945 gingen ihn auf Anordnung des amerikanischen Oberkommandos rund 1.000 Weimarer Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten das Grauen von Buchenwald mit eigenen Augen sehen. Christoph Korns Hörstück ist ein Sich-Nähern: im klangkünstlerischen Gehen auf Asphalt, Teer, Laub, Kies, hin zu jenem unaussprechlichen Ort sowie über die Zeugenschaft des Shoa Überlebenden Naftali Fürst.

23:03 – 24:00 | Ö1
Zwischen Wolken und Sonnenstürmen – Neuerscheinungen auf Editions Mego Recollection GRM

1958 begründete der musique concréte Pionier Pierre Schaefer in Paris die GRM, die Groupe de Recherches Musicales und legte damit den Grundstein für die Entwicklung akusmatischer Musik in Frankreich. Eine kleine Gruppe von hauptsächlich Komponisten experimentierte mit elektronischen Klängen und Tonbandaufnahmen. Darunter Komponist/innen wie Bernard Parmegiani, Luc Ferarri, Francois Bayle, Beatriz Ferreyra und Eliane Radigue, deren Werke auf Tonträgern veröffentlicht wurden. Seit einigen Jahren widmet sich Editions Mego Recollection GRM diesem Fundus und veröffentlicht Werke ausgewählter Komponist/innen von damals wie heute auf LP. Die neuesten Erscheinungen stammen von Michèle Bokanowski und Lionel Marchetti. Bowkanowski nahm einst Unterricht bei Eliane Radigue und entwickelte ihre eigene kompositorische Sprache mit dichten Klangtexturen, einer eigenwilligen und höchst musikalischen Intuition. Lionel Marchettis Werke stammen aus den 1990ern und er selbst ist einer der bekanntesten Vertreter der dritten Generation musique concrète. Er widmet sich vor allem natürlichen Klängen, die er in seinem Stück „Micro- Climat“ unter die Lupe nimmt, für ihn ein ganz und gar körperliche Erfahrung. Gestaltung: Astrid Schwarz


fr – 09.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Kurzstrecke 108: Feature, Hörspiel, Klangkunst – Die Sendung für Hörstücke aus der freien Szene

Zusammenstellung: Julia Gabel, Marcus Gammel, Ingo Kottkamp und Johann Mittmann. Produktion: Autor*innen/Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 54’30. (Wdh. v. 25.03.2021)

Ungewöhnlich und nicht länger als 20 Minuten: Heute unter anderem mit einer Komposition aus Klängen eines Orchesters beim Einstimmen

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Enjott Schneider: „… so lose im Raum“ (Robert Schneider, Sprecher; Luzerner Knabenchor; Ein Instrumentalensemble: Gerd Guglhör); Robert Owens: Romanze (Edmund Wächter, Flöte; Robert Owens, Klavier); Walter Prokop: Sonatine (Hermann Klemeyer, Flöte; Fritz Froschhammer, Klavier); Fritz Schieri: „Vom Sieben-Nixen-Chor“ (Wolfgang Wirsching, Bariton; Fabio Romano, Klavier; Madrigalchor der Hochschule für Musik und Theater München: Max Frey); Enjott Schneider: „Prélude en rose“ (Johannes Klier, Gitarre; Seraphin Quartett)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Mythos der russischen Geigenschule

Von Julia Smilga. Jascha Heifetz, David Oistrach, Vladimir Spiwakow, Maxim Wengerow – was alle diese Violinvirtuosen vereint, ist die Tatsache, dass sie alle Zöglinge und Vertreter der russischen Geigenschule sind. Diese „Russische Geigenschule“ ist eine Art musikalischer Mythos. Hinter dem „Eisernen Vorhang“ schmiedete sie unermüdlich Virtuosen, die auf dem internationalen Parkett Ruhm und Berühmtheit erlangten – und letztendlich zum Aushängeschild der kommunistischen Kulturpolitik wurden. Die Namen der Gründer dieser Geigenschule sind weniger bekannt. 1868 nimmt der ungarische Violinist Leopold Auer die Einladung des russischen Zaren Alexander den II an und wird zum ersten Professor für Violine an dem gerade frisch gegründeten Konservatorium in Sankt Petersburg. Seine Schüler wie Jascha Heifetz, Efrem Zimbalist und Mischa Elman werden Auers Schule international berühmt machen. 1933 eröffnet ein anderer Violinvirtuose Pjotr Stoljarskij im bereits sowjetischen Odessa seine eigene Geigenschule. Die Methode der professionellen Musikausbildung im frühesten Kindesalter ist aufs engste mit dem Namen von Stoljraskij verbunden, und die Geigenvirtuosen, die durch seine Kaderschmiede liefen, sind heute legendär: David Ojstrach, Busja Goldstein, Natan Milstein, Elizaveta Gilels. In Gesprächen mit heutigen Violinisten begibt sich Julia Smilga auf die Suche nach dem Erfolgsgeheimins der russischen Geigenschule.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Die künstlichen Paradiese“ von C. Baudelaire

Mit Jeanne Moreau, Jule Böwe und Alexander Fehling. Bearbeitung und Regie: Kai Grehn. RB/HR/RBB/SR 2011

Zum 200. Geburtstag von Charles Baudelaire. Die Wirklichkeit war ihm banal und abstoßend. Der Pariser Dandy Charles Baudelaire hat mit seinen Les Fleurs du Mal (Die Blumen des Bösen) die moderne Dichtung mitbegründet, war immer auf der Suche nach der Erweiterung des Bewusstseins. 1860 erschien sein Essay Les paradis artificiels, opium et haschisch (Die künstlichen Paradiese): Ein leidenschaftliches Plädoyer für den Rausch, die Fähigkeit und Bereitschaft des Menschen zum Ausnahmezustand des Geistes und der Sinne. 150 Jahre später hat Kai Grehn Baudelaires Text neu eingerichtet, für mehrere Schauspieler und zahlreiche Bands und Komponisten aus Pop, Elektronik und Neuer Musik. Inspirationsvorgabe für die Musik ist Baudelaires Prosagedicht Enivrez-vous (Berauscht euch), das Jeanne Moreau für die Produktion im französischen Original eingesprochen hat. Ein akustisches Fest für und mit Baudelaires Texten, zum Berauschen an seiner Poesie.

Musiker: Anne Clark, alva noto, Gevorg Dabaghyan, Mariahilff, Matt Elliott, Nouvelle Vague, Helmut Oehring, Original Kocani Orkestar, Sandow, Tarwater, Tuxedomoon, Ulver

Charles Baudelaire (1821−67), französischer Lyriker, Übersetzer, Kulturkritiker. Werke u.a. Les Fleurs du Mal (1857).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Sankt Petersburgs Klänge sind noch fest in meinem Gedächtnis“ – Zum 50. Todestag von Igor Strawinsky

Von Julia Smilga. Sankt Petersburg, die zweitgrößte Stadt Russlands, brachte einen der bedeutendsten russischen Komponisten hervor: Igor Strawinsky. Sein Werk spiegelt das Ambiente dieser einmaligen und wundersamen Stadt wider. Ausgerechnet dort wurde 2015 ein überraschender Fund gemacht. Strawinskys frühes Orchesterwerk „Chant funèbre“ war in den Wirren der russischen Revolution verschwunden, was der Komponist später sehr bedauerte. 2015 tauchte das Stück im Hinterzimmer einer St. Petersburger Bibliothek wieder auf. Igor Strawinskys Biografin Natalia Braginskaja erzählt in der Sendung über ihren Fund und darüber, was Strawinsky für immer mit seiner Heimatstadt verbindet.

23:03 – 24:00 | Ö1
Spielräume Nachtausgabe: Pelzige Klänge – Das Wurlitzer Piano

Das Wurlitzer Electric Piano ist ein zwischen 1955 und 1982 von der „Rudolph Wurlitzer Company“ hergestelltes und von Benjamin Meissner erfundenes elektromechanisches Tasteninstrument. Vor allem in den 60iger und 70iger Jahren war das Wurlitzer-Piano in vielen Jazz, Pop- und Soulaufnahmen zu hören, beispielsweise im Ray Charles Klassiker „What I´d say“. Der Klang des Wurlitzers ist dem des noch berühmteren elektrischen Pianos, dem Rhodes der Firma Fender, ähnlich. Er ist etwas rauer und härter als der des Fender Rhodes, man könnte auch sagen, pelziger. Die Spielräume Nachtausgabe widmet sich der „älteren Schwester“ des Fender Rhodes, welche nie so populär war, aber eigentlich vom „Coolness-Faktor“ her höher einzuschätzen ist als das Rhodes. Und ein Wurlitzer Piano wird natürlich auch live in dieser Sendung gespielt werden. Gestaltung: Klaus Wienerroither


sa – 10.04.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Mythos der russischen Geigenschule

Von Julia Smilga. Jascha Heifetz, David Oistrach, Vladimir Spiwakow, Maxim Wengerow – was alle diese Violinvirtuosen vereint, ist die Tatsache, dass sie alle Zöglinge und Vertreter der russischen Geigenschule sind. Diese „Russische Geigenschule“ ist eine Art musikalischer Mythos. Hinter dem „Eisernen Vorhang“ schmiedete sie unermüdlich Virtuosen, die auf dem internationalen Parkett Ruhm und Berühmtheit erlangten – und letztendlich zum Aushängeschild der kommunistischen Kulturpolitik wurden. Die Namen der Gründer dieser Geigenschule sind weniger bekannt. 1868 nimmt der ungarische Violinist Leopold Auer die Einladung des russischen Zaren Alexander den II an und wird zum ersten Professor für Violine an dem gerade frisch gegründeten Konservatorium in Sankt Petersburg. Seine Schüler wie Jascha Heifetz, Efrem Zimbalist und Mischa Elman werden Auers Schule international berühmt machen. 1933 eröffnet ein anderer Violinvirtuose Pjotr Stoljarskij im bereits sowjetischen Odessa seine eigene Geigenschule. Die Methode der professionellen Musikausbildung im frühesten Kindesalter ist aufs engste mit dem Namen von Stoljraskij verbunden, und die Geigenvirtuosen, die durch seine Kaderschmiede liefen, sind heute legendär: David Ojstrach, Busja Goldstein, Natan Milstein, Elizaveta Gilels. In Gesprächen mit heutigen Violinisten begibt sich Julia Smilga auf die Suche nach dem Erfolgsgeheimins der russischen Geigenschule.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Black Rio – Von Ademir bis Zeca de Trombone

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Revisited Forum neuer Musik 2013 – Cry out: Das ensemble 20/21 entdeckt Afrika

Steve Reich: Music for Pieces of Wood (Ausschnitt) | Andile W. Khumalo: Cry out | Michael Blake: Postcolonial Song. Homage to Percy Grainger. ensemble 20/21. Leitung: David Smeyers. Aufnahme vom 19.4.2013 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

Am Mikrofon: Frank Kämpfer. Der Blick gen Afrika zeigt deutlich: Die Neue Musik war lange Zeit ausschließlich westlich und weiß. Umso brisanter das Vorhaben von David Smeyers und seinem ensemble 20/21, in zeitgenössischem Komponieren auf Spurensuche nach Afrikanischem zu gehen. Das Konzert der Kölner Hochschulformation beim Forum 2013 bündelte Mehrerlei: ein Stück US-amerikanischer Avantgarde, das sich afrikanischer Muster bedient, diese aber ihrer Identität ganz entkleidet. Weiterhin einen schwarzen Südafrikaner, der ästhetisch nach Europa schaut, und mehrere Komponisten, die Afrikanisches zitieren. – Ganz anders der Auftritt von Stella Chiweshe. Die Performerin aus Zimbabwe bot im Deutschlandfunk authentisch traditionelle Mbira-Praxis mit magischen Gesängen und virtuos-minimalistischem Daumenklavierspiel. Beides zusammen ein wagemutiger Start zu einem Forum neuer Musik, das sich die Beschäftigung mit Kolonialismus in Musik und Gesellschaft und mit post-kolonialem Denken auf die Fahnen geschrieben hatte.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Ralf Hoyer – zur Mitte / hindurch / hinauf

Der bei Berlin lebende Komponist Ralf Hoyer (*1950) realisierte sein elektroakustisches Stück nach der intensiven Lektüre von Dantes „Göttlicher Komödie“, einem Schlüsselwerk der italienischen Literatur des Mittelalters.

Der Dichter schildert hier die Erfahrungen und Begegnungen auf seiner Reise ins Totenreich via „Inferno“ (Hölle), „Purgatorio“ (Fegefeuer) und „Paradiso“ (Himmel), um schließlich das „Empyreum“ (die Wohnung der Seligen) in absoluter Transzendenz zu schauen. Jenseits aller theologischen und historischen Bezüge gilt Dantes Reise auch als Metapher für die Innenschau des Menschen. Hoyers Komposition „zur Mitte / hindurch / hinauf“ greift die Dreiteiligkeit der „Göttlichen Komödie“ auf, ohne jedoch die Einzelheiten der Schilderung musikprogrammatisch nachzuzeichnen. Das Gesagt-Beschriebene geht vollends in den Klängen und Strukturen auf.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Den Koran auf Saiten spielen – Musik im Alevitentum

In kaum einer Religionsgemeinschaft ist die Musik so wichtig in der Ausübung und Verbreitung des Glaubens, wie bei den Aleviten. „In fast allen alevitischen Haushalten findet man eine Saz oder Baglama“, sagt Ali Haydar Turan, Vorstandsvorsitzender der alevitischen Gemeinde München. „Die Aleviten drücken sowohl ihre Freude als auch ihr Leid durch das Spielen der Saz aus.“ Bisweilen wird diese Langhalslaute auch als „Koran mit Saiten“ bezeichnet, da sie den Klang der religiösen Lieder bei alevitischen Zeremonien prägt. Jedoch ehren die Aleviten den Koran als heiliges Buch genauso wie die Bibel und die Thora. Das wichtigste Buch ist der Mensch, heißt es im Alevitentum. Entstanden ist diese Religion in Anatolien, und auch heute leben in der Region Dersim in der Türkei die meisten Anhänger dieses Glaubens, der im Lauf der Jahrhunderte immer wieder gegen Unterdrückung ankämpfen musste. Viele Aleviten leben heute im Ausland, rund 800000 in Deutschland, und pflegen auch hier ihre Traditionen, bei denen die Musik eine zentrale Rolle spielt. BR-KLASSIK geht den Ursprüngen dieser Religion nach, hat die alevitische Gemeinde in München besucht und präsentiert Lieder, die früher von umherziehenden Volkssängern auf den anatolischen Dorfplätzen gesungen wurden und die immer noch zu religiösen Zeremonien erklingen. Eine Sendung von Florian Heurich


so – 11.04.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Tod im Theater – Lamentos für Abraham Lincoln

Abraham Lincoln war der erste Präsident der USA, der einem Attentat zum Opfer fiel. Am 14. April 1865 wurde er bei einem Theaterbesuch erschossen.

Die Statue von Abraham Lincoln im Lincoln Memorial Monument wurde von Daniel Chester French geschaffen.

Zahllos sind die musikalischen Trauerbekundungen für den Mann, der als Sieger des Amerikanischen Bürgerkriegs und Befreier der Sklaven galt: von sinfonischen Lamentos und Folksongs bis zu Liedern über den Sonderzug, mit dem der Leichnam des Präsidenten in seine Heimat überführt wurde.

22:08 – 23:00 | Ö1
Musikverlage in der Corona-Krise: Die Zukunftssorgen der klassischen Musikverlage

Die Verlage klassischer und zeitgenössischer Musik leiden in Corona-Zeiten massiv: Uraufführungen werden verschoben, Festivals abgesagt. 70 Prozent der Einnahmen brechen weg, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Wir sprechen in dieser Sendung mit den großen heimischen Verlagen wie Doblinger und Universal Edition über gegenwärtige Probleme und Zukunftssorgen.

Die Lage ist dramatisch, denn wenn es kaum Konzerte gibt, werden keine Noten ausgeliehen, bekommen die Verlage keine Rechteabgeltungen. Das tückische daran: Auf Grund der Abrechnungszeiträume trifft es die Verlage mit zeitlicher Verzögerung. Gestaltung: Rainer Elstner

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Homeoffice (13) Ensemble Nikel

Mit Ausschnitten aus: Chaya Czernowin: Sahaf (Drift / Gestöber) für Saxofon, E-Gitarre, Klavier und Schlagzeug | Clara Iannotta: Outerspace für 4 Performer, Video und Elektronik | Stefan Prins: Flesh + Prosthesis #0-2 für verstärktes Quartett | Marco Momi: Almost Nowhere für Saxofon, E-Gitarre, Klavier und Schlagzeug | Philippe Hurel: Localized Corrosion für Saxofon, E-Gitarre, Klavier und Schlagzeug | Alexander Schubert: Supramodal Parser für Gesang, E-Gitarre, Saxofon, Schlagzeug, Klavier und Elektronik

Ensemble Nikel. Die Corona-Krise dauert an. Und mit ihr die gravierenden Auswirkungen für Musikerinnen und Musiker. Momentan können sie kaum arbeiten. In dieser Folge unserer Homeoffice-Reihe besuchen wir daher Nikel. Wir widmen uns diesem Ensemble, seiner Musik und seinen Möglichkeiten in der augenblicklichen Situation.

Nikel ist ein Quartett, bestehend aus Saxophon, E-Gitarre, Schlagzeug und Klavier. Die vier Musiker vermischen akustische und elektrische Klänge – Tradition und Moderne. Aufgrund der einzigartigen Besetzung basiert das Repertoire der Gruppe ausschließlich auf Musik, die von etablierten wie auch von aufstrebenden Komponistinnen und Komponisten eigens für das Quartett geschrieben wurde. Für Nikel ist die intensive Zusammenarbeit mit den Komponist*innen sehr wichtig – immer wieder entstehen daraus auch Freundschaften. Das Ensemble hat sich 2006 gegründet und tritt regelmäßig bei den bekanntesten Festivals der zeitgenössischen Musikszene auf. Die vier Musiker haben unterschiedliche musikalische Backgrounds und zeigen eine musikalische Bandbreite, die sie ständig ausweiten und hinterfragen.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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