Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 29.03. bis 04.04.2021

Radio Neue Musik. Montage: Hufner
Radio Neue Musik. Montage: Hufner

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 13. Besonders zu empfehlen: 30.3.2021 – 00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur: Neue Musik: Technisches Zeitalter und Musikmissbrauch – Das Werk des Musikhistorikers Fred K. Prieberg (1928-2010).

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 29.03.2021


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell – Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Vom Neuern der alten Musik – Kann Musik vergangener Zeiten Gegenwartskunst werden?

Von Christoph Haffter. Kunst ist Neue Kunst. Dieser berühmte Satz von Arnold Schönberg bringt ein Kunstverständnis auf den Punkt, das uns bis heute prägt. Kunst heißt, Gewohnheiten erschüttern, eingeschliffene Bahnen verlassen, es heißt: nicht Bescheid wissen. Zugleich wird der Kulturbetrieb von Musik vergangener Zeiten dominiert, die jeder kennt. Kann solche altbekannte Musik überhaupt Kunst sein? Kann sie heute noch das Gewöhnliche erschüttern? Kann Musik, die nicht neu ist, wieder neu werden? Christoph Haffter geht der Frage nach, wie Interpreten und Komponisten die Musik der Tradition in Gegenwärtiges verwandeln.

23:03 – 24:00 | Ö1
Uraufführungen vom Festival Aspekte Salzburg – Aspekte Salzburg 2021. Neue Musik mit dem oenm

Die 42. Ausgabe des Festivals Aspekte Salzburg fand heuer als Online- und Streaming-Ausgabe statt. Drei Konzerte sendet Ö1 via „Zeit-Ton“. Die Aspekte möchten unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Nussbichler „eine Landkarte von Musik unserer Zeit, die unterschiedlichen Strömungen folgt, Interpretationen und Kompositionen gleichermaßen im Auge behält“. Geboten wird „Kunstmusik, die für musikalische Innovation und neue stilistische Entwicklungen steht und sich konzeptuell, strukturell und ästhetisch von etablierten Verfahren, Gattungen oder Inhalten abzusetzen versucht.“

Das oesterreichisches ensemble fuer neue musik (oenm) spielte in seinem Konzert für das Aspekte-Festival Werke von u.a. Klaus Ager, Jakob Gruchmann. Gestaltung: Gerti Mittermeyer


di – 30.03.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Technisches Zeitalter und Musikmissbrauch – Das Werk des Musikhistorikers Fred K. Prieberg (1928-2010)

Von Björn Gottstein. Mit seinen fulminanten Dokumentationen schrieb der unerschrockene Forscher deutsche Musikgeschichte als Geschichte ihrer Verdrängungen.

Fast zwei Jahrzehnte lang hatte Fred K. Prieberg Bibliotheken, Archive und Verlage im In- und Ausland durchsucht und 1981 mit dem Buch „Musik im NS-Staat“ das Ergebnis seiner Recherchen vorgelegt. Zehn Jahre später veröffentlichte er „Musik und Macht“ und schrieb das Thema mit dem 2005 auf einer CD-ROM erschienenen Nachschlagewerk „Deutsche Musiker 1933-1945“ fort. Doch Prieberg war nicht nur dokumentarisch tätig. Sein Interesse galt ursprünglich der Technik, dem neuen Medium, der elektronischen Musik. Viele der Entwicklungen, die er beschrieb, waren erst wenige Jahre alt. Prieberg versuchte, sie in ihrer gesellschaftsverändernden Dimension zu verstehen.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Fredrik Schwenk: „Neue Kinderszenen“ (Andreas Skouras, Klavier); Johannes Tonio Kreusch: „Inspiración“ (Johannes Tonio Kreusch, Gitarre); Markus Schmitt: „echoi“ (Felix Seiffert, Violoncello; Stefan Schulzki, Klavier); Minas Borboudakis: „Chorochronos I“ (Alice Sara Ott, Mona Asuka Ott, Klavier; Peter Sadlo, Klaus Schwärzler, Schlagzeug); Dorothee Eberhardt: Sextett (Versus Vox Ensemble München); Rudi Spring: „Miniaturzyklus“, op. 93 a (Matthew Sadler, Trompete; Uwe Schrodi, Posaune; Rudi Spring, Klavier); Stephan Stiens: „Hallraum – Ins Offene“ (Guitar Company); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Stille und Klang neu überdenken

Von Helmut Peters. Angesichts der Coronavirus-Krise im Frühjahr 2020 schrieb der armenische Komponist Tigran Manssurjan einmal, dass man die Beziehung zwischen Stille und musikalischem Klang neu überdenken müsse. Dass ihn dieses Thema eigentlich zeitlebens beschäftigt, hören wir auch in der hinreißenden Neueinspielung seines Kammermusikwerkes „Agnus Dei“ bei ECM, der wir in der „neuen musik“ ein ebenfalls bei ECM erschienenes Stück von Erkki-Sven Tüür gegenüberstellen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Der Reiz des Unbekannten – Ein Porträt des Dirigenten Jonathan Stockhammer

Von Susanna Felix. Schlägt er die Partitur zu einem neuen Werk auf, weiß Jonathan Stockhammer meist noch nicht genau, was ihn erwartet. Aber es ist jedes Mal eine neue Welt. Erst während der Probenarbeit füllt sich die Leere mit Musik. Das Werk nimmt Konturen an. Es ist eine spannende Entdeckungsreise vom ersten Lesen bis zur Uraufführung. Eine Arbeit, die Jonathan Stockhammer nie langweilt. Der amerikanisch-deutsche Dirigent liebt den Austausch mit den Musikern und ihre Offenheit, die die zeitgenössische Musik unbedingt braucht. Dabei übertritt er auch gerne mal die Grenzen zu anderen Musikgenres. Anfang April wird Jonathan Stockhammer bei der Münchner Biennale die Uraufführung der Oper „Transstimme“ von Fabià Santcovsky leiten. Darin geht es um eine Zukunftsvision der menschlichen Stimme: Welche ungeahnten Möglichkeiten verbergen sich in ihr? Wie kann die Stimme durch den Einsatz von Technik beeinflusst werden? Und was macht das letztlich mit uns als Individuen?

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2021

Mit Eckhard Weber. Seit längerem beschäftigt sich der aus der Schweiz stammende, in Berlin lebende Komponist Stefan Keller besonders mit der Körperlichkeit von Musik. In Zeiten der pandemischen »Entkörperlichung« ein akutes Problem und ein fast schon utopisches Unterfangen. Das Porträtkonzert mit dem Ensemble ascolta im Rahmen von Ultraschall Berlin präsentierte ganz unterschiedliche Spielarten des Körperlichen. Zu erleben war Stefan Keller darüber hinaus nicht nur als Komponist, sondern auch als Tabla-Spieler. Über viele Jahre hat Keller die Kunst des Tabla-Spiels studiert – ein Plädoyer für transkulturellen Austausch in mentaler Offenheit und mit Respekt. Aufnahme vom 23. Januar im Radialsystem

23:03 – 24:00 | Ö1
Donaueschinger Musiktage 2020. Eröffnungskonzert in Corona-Besetzung mit neuem Stück von Klaus Lang

Die Donaueschinger Musiktage musste am 12. Oktober 2020, drei Tage vor Festivalbeginn, wegen der damals verschärften Corona-Maßnahmen in Deutschland abgesagt werden. Einige Programmpunkte wurden via Radio und Online-Stream veröffentlicht, darunter auch das Eröffnungskonzert: Das SWR Symphonieorchester spielt unter der Leitung von Titus Engel sechs Orchesterminiaturen von Klaus Lang, Mica Levi, Cathy Milliken, Lula Romero, Oliver Schneller und Michael Wertmüller – alles Kompositionen für kleines Orchester, die noch im Hinblick auf ein Festival unter besonderen Hygienebedingungen entstanden sind. Gestaltung: Nina Polaschegg


mi – 31.03.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten – Zum 80. Geburtstag von Wilfried Jentzsch

Wilfried Jentzsch: „Dream of B“ (Wilfried Jentzsch, Hiromi Ishii, Elektronik); „Paysages FLV“ (Karl Schicker, Flöte; Wilfried Jentzsch, Tonband); „Poème électronique“ (Gerd Rigauer, Sprecher; Wilfried Jentzsch, Realisation; Manfred Retsch, Eleonore Julius-Frühbauer, Technik); „Paysages Cor“ (Wilfried Krüger, Horn); Peter Gahn: „standing in front of the fiction shelves“; Gerald Eckert: „den angestoßenen Augen der Steine“ (ensemble reflexion K: Gerald Eckert); Jürgen Schmitt: „Helena-Tableau I“ (Susanne Pfitschler-Schmitt, Sopran; Jürgen Schmitt, Elektronik)

Am 31. März feiert Wilfried Jentzsch seinen 80. Geburtstag. Das BR-Studio Nürnberg gratuliert mit vier Aufnahmen des Komponisten in der Sendereihe Concerto bavarese. 1983 kam Wilfried Jentzsch nach Nürnberg als Dozent am Meistersinger-Konservatorium. Er war in der DDR aufgewachsen, hatte Komposition bei Rudolf Wagner-Régeny und bei Paul Dessau an der Akademie der Künste in Berlin studiert, und ging dann in den Westen, um sich in Köln dem Studium der Elektronischen Musik zu widmen. Außerdem besuchte er in Paris die Kompositionsklasse von Iannis Xenakis. Früh erkannte Wilfried Jentzsch das Klangpotential, das in den immer leistungsstärkeren Computern der 1980er Jahre schlummerte. In Nürnberg gründete er daher ein privates Computermusikstudio, wo er die Möglichkeiten und Herausforderungen der neuen Technik austestete. 1984 etwa produzierte Jentzsch im Studio Nürnberg des BR sein „Poème électronique“ für Sprecher und elektronische Klänge nach einem Text von Laotse. In dieser Zeit komponierte er auch den Zyklus „Paysages“ („Landschaften“) für jeweils ein Soloinstrument und computergenerierte Klänge. Im Concerto bavarese hören Sie daraus die „Paysages FLV“ für Bassflöte und Zuspielband sowie die „Paysages Cor“ für Horn und Tonband. 1993 wurde Wilfried Jentzsch zum Leiter des Elektronischen Studios an der Musikhochschule Dresden berufen. Die Möglichkeiten der elektronischen Klangerzeugung haben sich mit den Fortschritten der Technik und insbesondere der Digitalisierung immer weiter ausdifferenziert. Auf den Pionier der Computermusik Wilfried Jentzsch folgen im Concerto bavarese Werke der nachfolgenden Komponistengenerationen in Franken, die diesen Pfad weiterverfolgt haben: darunter Jürgen Schmitt, Gerald Eckert und Peter Gahn.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Mit Taktstock und spitzer Feder – Strawinsky dirigiert Strawinsky

Vom „Feuervogel“ bis zur „Psalmen-Sinfonie“, von Neoklassizismus bis Zwölftonmusik – kaum ein Komponist hat das Musikleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts so maßgeblich mitbestimmt wie Igor Strawinsky.

Er schuf moderne klassische Evergreens und dirigierte seine Musik am liebsten selbst. Zum 50. Todestag und basierend auf seinen eigenen Lebenserinnerungen dokumentieren „Kaisers Klänge“ Strawinskys Leben als klingende Biographie.

21:28 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Praetorius & Italy

Von Marcus Stäbler. Zum 450. Geburtstag von Michael Praetorius gratuliert der RIAS Kammerchor mit einem besonderen Programm: Gemeinsam mit der Capella de la Torre spürt das Ensemble den italienischen Einflüssen in der Musik von Praetorius nach, der selbst höchstwahrscheinlich nie nach Italien gereist ist, aber offenbar eine starke Sehnsucht dorthin hatte. Das Album konfrontiert Werke von Michael Praetorius mit Stücken von Komponisten wie Claudio Monteverdi, Agostino Agazzari und Antonio Cifra – und zeichnet damit ein lebendiges Bild der italienischen Musik zur Barockzeit.

Unter Leitung von Florian Helgath demonstriert der RIAS Kammerchor dabei seine Flexibilität und einen großen Farbreichtum, im Dialog mit den Historischen Instrumenten der Capella de la Torre.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Festival Neue Musik Rockenhausen (2/2)

Windspiel, Duo für Neue Musik: Verena Wüsthoff (Blockflöten); Eva Zöllner (Akkordeon). Toshio Hosokawa: Birds fragments IIIb für Blockflöten und Akkordeon | Dani Howard: Two and a half minutes to Midnight für Sopranblockflöte | Raphaël Languillat: Pietà (black) für Bassblockflöte und Akkordeon | Simon Vosecek: Durst (2012) für Sopranino-Blockflöte und Akkordeon | Sarah Nemtsov: SPOK für Akkordeon und Mundharmonika | Georgina Derbez: La Forza, il sparvier für Blockflöten und Akkordeon

(Konzert vom 7. November 2020 in der Donnersberghalle Rockenhausen). Zum zweiten Mal fand in Rockenhausen am Donnersberg im November 2020 ein dichtes Konzertwochenende statt – coronabedingt ohne Publikum. Doch die Musiker*innen gestalteten intensive Aufnahmen: In Teil 2 unserer Mitschnitte spielt das Duo Windspiel mit Verena Wüsthoff, Blockflöten, und Eva Zöllner, Akkordeon, neue Musik von Komponist*innen aus Japan, Marokko, Hongkong und Mexiko.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Nina Polaschegg


do – 01.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Enno Poppe

„Fell“ für Drumset (2016) / „Stoff“ für neun Spieler (2015) / „Zug“ für sieben Bechbläser (2008). Dirk Rothbrust, Schlagzeug; Ensemble Musikfabrik; Leitung: Enno Poppe

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Siegfried Fink: Konzert (Dimitrij Nedelev, Percussion; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Werner Grimmel: „In warmem Golde fließen“ (Joachim Schall, Violine; SWR Radio-Sinfonieorchester Stuttgart: Robert HP Platz); Peter Kiesewetter: „Shalah“ (Birgit Stolzenburg, Hackbrett; Michael Eberth, Hammerflügel); Rudi Knabl: „Streichquartett 1977“ (Volpini Streichquartett)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Hörbar in concert: Oktopus – Die Klezmer-Krake aus Quebec

Von Brahms über Grieg, Bartok und Enescu bis ins jüdische Schtetl reichen die neugierigen Greifarme dieses musikalischen Oktopusses. Aber eigentlich haben sich die Musikerinnen und Musiker dieses Ensembles aus Quebec, dem frankophonen Teil Kanadas, ganz einfach deshalb Oktopus genannt, weil sie eben zu acht sind.

Vanessa Marcoux, Violine; Marilène Provencher-Leduc, Flöte; Laurianne Bellavance, Trompete; Madeleine Doyon-Robitaille, Tenorposaune; Matthieu Bourget, Bassposaune; Mathieu Bourret, Klavier – Akkordeon – Gitarre; Maxime Philippe, Schlagzeug; Gabriel Paquin-Buki, Klarinette und Leitung

(Aufnahme vom 7. August 2019 aus dem Studio 12 von Radio Canada in Montréal). Ein Oktett, das auch über die Distanz von einigen tausend Kilometern ganz nah dran ist an der alten Musiziertradition osteuropäischer Klezmer-Kapellen. Klarinettist und Arrangeur Gabriel Paquin-Buki hat vor gut zehn Jahren das Ensemble gegründet und sorgt für eine gute Balance zwischen traditionellem Klezmer, Adaptionen klassischer Musik, einer Prise Jazz, Folk aus Quebec und eigenen Kompositionen. Eine würzige Mischung voller Energie, Melancholie und Humor.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Konzert aus Luxemburg: Orchestre Philharmonique du Luxembourg – Jérémie Rhorer, Dirigent

Joseph Haydn: Instrumentalmusik über die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze. Direktübertragung aus der Philharmonie in Luxemburg

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Werkzeuge der Neuen Musik – Die Glocke

von Florian Neuner. Schon die Alten wussten, Musik ist erst Musik, wenn sie klingt. Das ist in der zeitgenössischen Musik nicht anders als in der davor komponierten.

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Matthäus-Passion ohne Bach – In der Bibeltextfassung von Martin Luther, Picander und Paul Gerhardt

Mit: Lilith Häßle, Michael Maertens, Petra Morzé, Peter Simonischek und Claudius von Stolzmann. Musik: Lukas Schiske. Hörspielbearbeitung und Regie: Leonhard Koppelmann. (Produktion: ORF 2020)

Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion, uraufgeführt 1727 in der Leipziger Thomaskirche, gilt als eines der zentralen Werke der abendländischen Musik. Sie bezaubert und berauscht auch jenseits christlicher Rezeption. Im Libretto verherrlicht sie Heilswerk und Leidensgeschichte Jesu, erzählt von Schuld und Sühne. Und historisch gesehen, könnte sie antisemitische Haltungen bekräftigen. Ohne Bachs Musik, so das Anliegen des Hörspiels, werden vielleicht die universalen und humanen Bibeltopoi von Liebe, Hoffnung, Verzweiflung und Vergebung noch deutlicher erkennbar.

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Klang-Universum der Plattform Shape – Das Shape Jahr 2021 in ICAS Radio (Teil 1)

Mit kleiner Verspätung – und auch diese ist der Corona Pandemie geschuldet – beginnt heute das Shape Jahr 2021, das dafür bis Ende März 2022 gehen wird. Shape, das ist die Plattform für spannende neue Projekte aus dem Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound, die im Dezember 2014 vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst und fünfzehn weiteren europäischen ICAS Festivals gegründet wurde. Ein letztes Mal haben wir 48 Künstler/innen und Projekte ausgewählt, auf die die nächsten zwölf Monate lang unsere Scheinwerfer gerichtet sein werden. Einige davon werden Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn in zwei Ausgaben von ICAS Radio näher vorstellen, – und dabei auch den einen und anderen Abstecher in die vergangenen Shape Jahre unternehmen. Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn


fr – 02.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: DYSTOPIE – Von Thom Kubli und Chico Mello / Fernanda Farah

Produktion: Deutschlandfunk Kultur / DYSTOPIE sound art festival 2020/2021. Länge: 54’30. (Ursendung)

Die Zukunft Brasiliens klingt bedrohlich. Das gilt zumindest für die künstlerischen Positionen beim DYSTOPIE sound art festival 2020.

Wir bringen zwei Konzertmitschnitte aus dem Festivalprogramm: Brazil Now: Von Thom Kubli | De-consolation: Von Chico Mello und Fernanda Farah

Nicht nur in der Fiktion haben Dystopien in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen. Auch in der Realität häufen sich Anzeichen dystopischer Szenarien, ob in autoritär geführten Staaten oder durch die immer drastischeren klimatischen Entwicklungen – und nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie. Gleichzeitig trägt gerade die fiktionale, künstlerische Dystopie immer auch den Keim der Utopie in sich. So zu hören beim DYSTOPIE sound art festival, dessen dritte Ausgabe 2020 dem Gastland Brasilien gewidmet war. Brazil Now: Field Recordings von sozialen Unruhen in den Straßen der Megastadt São Paulo werden mittels künstlicher Intelligenz analysiert. Die Software sucht nach akustischen Memes, Texturen und Rhythmen, tastet die Symptome des Turbokapitalismus ab. Die Ergebnisse werden zur Grundlage für eine Partitur und deren Interpretation durch ein Musikensemble. De-consolation: De-consolation basiert auf Textfragmenten des zeitgenössischen brasilianischen Schriftstellers André Sant’Anna: eine Mischung aus Witz, Ironie und Zynismus. Menschlich verarmte Figuren werden den grausamen Wucherungen unserer hypermedial-geldgierigen Welt gegenübergestellt. Kompositorisch orientiert sich das Stück an den Vokalen: Sie generieren die Abfolge der Tonhöhen, wodurch die starke Musikalität der Texte hörbar wird. In Kooperation mit dem Ensemble Adapter.

Thom Kubli, geboren 1969, lebt als Künstler und Komponist in Berlin. Seine Installationen und Performances sind multidisziplinär und verbinden Elemente von Skulptur, Klang und Konzeptkunst. In seinen Arbeiten nutzt er häufig analytische Technologien, um kulturelle und politische Prozesse zu hinterfragen.

Chico Mello ist Komponist, Performer, promovierter Musikwissenschaftler und Musikpädagoge. Internationale und interkulturelle Arbeit im Bereich der experimentellen, improvisierten Musik sowie des Musiktheaters und der brasilianischen Popularmusik.

Fernanda Farah absolvierte Ausbildungen in Schauspiel, Musik, Tanz und Gesang in Brasilien, Chile, Nicaragua und Berlin. Seit 2000 entwickelt sie eigene Projekte. Sie ist Ko-Kuratorin der Serie „Labor Sonor“ im Kunsthaus KuLe, Berlin.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Klaus Ospald: „Sopra un basso rilievo antico sepolcrale …“ (Hans Nickel, Tuba; WDR Rundfunkchor Köln; Schlagquartett Köln; Experimentalstudio des SWR: Rupert Hubert); Heinz Winbeck: Symphonie Nr. 4 – „Requietis aeternae fragmenta“ (Wolf Euba, Sprecher; Christel Borchers, Alt; Günter Binge, Bariton; Konzertchor Darmstadt; Beethoven Orchester Bonn: Dennis Russell Davies)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Am Puls der lebendigen Welt – Igor Strawinsky und Paris

Von Markus Vanhoefer. Im Jahr 1910 besucht Igor Strawinsky anlässlich der Premiere des „Feuervogel“ zum ersten Mal Paris. Die französische Metropole ist das Mekka der Moderne, alles Russische ist „en vogue“ und der junge Komponist aus dem fernen St. Petersburg ein Künstler, der Aufsehen erregt. Erik Satie feiert ihn als „Erneuerer“, Jean Cocteau vergleicht ihn mit „Elektrizität“ und Claude Debussy schreibt: „Das ist kindlich und wild“ und bewundert das „instinktive Genie für Klangfarbe und Rhythmus“. Und so erscheint es fast logisch, dass Strawinsky drei Jahre nach dem „Feuervogel“ die Musikwelt mit „Le sacre du printemps“ aus den Angeln heben wird.

Kaum ein anderer Komponist hat die Musik des 20. Jahrhunderts dermaßen nachhaltig in neue Bahnen gelenkt wie Igor Strawinsky. Ohne den Kristallisationspunkt Paris wäre sein künstlerisches Leben – und damit auch sein Weg zum Erfolg – wahrscheinlich völlig anders verlaufen. Aber dennoch ist Strawinsky, der 1934 die französische Staatsangehörigkeit annimmt, nicht nur „Paris“.

Anlässlich des 50. Todestages des Komponisten erzählt Markus Vanhoefer von der Beziehung zwischen dem „Erfinder der Moderne“ und der Stadt, die nach 1900 ein einzigartiger Nährboden der künstlerischen Avantgarde war.

20:00 bis 22:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Im April 2004 gab es in Bremen die sogenannten „Bach-Wochen“. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe führte der damalige Domkantor Wolfgang Helbich die beiden großen Passionen von Johann Sebastian Bach auf, die Matthäus- und die Johannes-Passion.

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Klang-Universum der Plattform Shape – Das Shape Jahr 2021 in ICAS Radio (Teil 2)

Mit kleiner Verspätung – und auch diese ist der Corona Pandemie geschuldet – beginnt heute das Shape Jahr 2021, das dafür bis Ende März 2022 gehen wird. Shape, das ist die Plattform für spannende neue Projekte aus dem Bereich der Musik und audiovisuellen Kunst des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound, die im Dezember 2014 vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst und fünfzehn weiteren europäischen ICAS Festivals gegründet wurde. Ein letztes Mal haben wir 48 Künstler/innen und Projekte ausgewählt, auf die die nächsten zwölf Monate lang unsere Scheinwerfer gerichtet sein werden. Einige davon werden Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn in zwei Ausgaben von ICAS Radio näher vorstellen, – und dabei auch den einen und anderen Abstecher in die vergangenen Shape Jahre unternehmen. Gestaltung: Susanna Niedermayr und Oliver Baurhenn


sa – 03.04.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Am Puls der lebendigen Welt – Igor Strawinsky und Paris

Von Markus Vanhoefer. Im Jahr 1910 besucht Igor Strawinsky anlässlich der Premiere des „Feuervogel“ zum ersten Mal Paris. Die französische Metropole ist das Mekka der Moderne, alles Russische ist „en vogue“ und der junge Komponist aus dem fernen St. Petersburg ein Künstler, der Aufsehen erregt. Erik Satie feiert ihn als „Erneuerer“, Jean Cocteau vergleicht ihn mit „Elektrizität“ und Claude Debussy schreibt: „Das ist kindlich und wild“ und bewundert das „instinktive Genie für Klangfarbe und Rhythmus“. Und so erscheint es fast logisch, dass Strawinsky drei Jahre nach dem „Feuervogel“ die Musikwelt mit „Le sacre du printemps“ aus den Angeln heben wird.

Kaum ein anderer Komponist hat die Musik des 20. Jahrhunderts dermaßen nachhaltig in neue Bahnen gelenkt wie Igor Strawinsky. Ohne den Kristallisationspunkt Paris wäre sein künstlerisches Leben – und damit auch sein Weg zum Erfolg – wahrscheinlich völlig anders verlaufen. Aber dennoch ist Strawinsky, der 1934 die französische Staatsangehörigkeit annimmt, nicht nur „Paris“.

Anlässlich des 50. Todestages des Komponisten erzählt Markus Vanhoefer von der Beziehung zwischen dem „Erfinder der Moderne“ und der Stadt, die nach 1900 ein einzigartiger Nährboden der künstlerischen Avantgarde war.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Noise Music [1]

Was ist Noise-Musik? Ein Stil, eine Musikrichtung, eine Ästhetik? Solchen Fragen geht die einführende Sendung einer dreiteiligen Reihe zum Thema nach: Wo und wie ist Noise-Musik entstanden? Vereinzelte Geräuschexzesse belebten bereits den Rock’n’Roll der späten 1960er und frühen 70er Jahre – heute sind sie längst Referenz einer radikalen Bewegung: Befeuert vom Do-it-yourself-Geist und der plötzlichen Verfügbarkeit von Studiotechnik konnte spätestens Ende der 70er Jahre unversehens jeder Musik machen – und das hieß: auch jemand, der nie ein Instrument erlernt oder eine sonstige musikalische Ausbildung genossen hatte.

Im Umfeld der aus einem Performance-Kollektivs hervorgegangenen britischen Industrial-Aktivisten „Throbbing Gristle“ schossen zahlreiche Gruppen und Projekte wie Pilze aus dem Boden: Steve Stapeltons „Nurse with Wound“, „Whitehouse“, „The New Blockaders“ oder „Cabaret Voltaire“, um nur einige zu nennen.

Alles zwischen „musique-concrète-Collagen“ und radikalen Geräusch-Orgien war plötzlich möglich, begleitet von einer manchmal diffusen, aber immer provokativen Widerstandästhetik. Eigene Labels übernahmen die Veröffentlichung und Verbreitung: Throbbing Gristles „Industrial Music for Industrial People“ wurde Blaupause für viele Independant Labels, wie etwa „Mute Records“, das bald auch Musik kontinental-europäischer Gruppen wie „Laibach“ veröffentlichte.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Nostalgie und Retromanie – Die kroatische Komponistin Sara Glojnaric

Von Leonie Reineke. Geboren 1991 in Zagreb, zählt Sara Glojnaric nicht nur selbst zu den sogenannten „Millennials“. Sie erforscht auch die soziopolitischen Hintergründe und spezifischen Eigenschaften ihrer Generation. Eine Entscheidung zwischen Kunst und Pop musste sie nie treffen. In ihrer Arbeit als Komponistin und Soundkünstlerin vereint sie beides: den Möglichkeitsraum der zeitgenössischen Kunstmusik mit typischen Spezifika breitenwirksamer Popkultur. So beschäftigt sie sich in ihren multimedialen Kompositionen dezidiert mit Nostalgie: „Mir ist aufgefallen“, sagt Glojnaric, „dass es seit der Jahrtausendwende in allen Bereichen von Popkultur immer wieder Revivals gibt – von alten Fernsehserien, Moden oder Musikstilen. Und ich frage mich: Weshalb klammern wir uns an solche Erinnerungen und Gedanken an frühere Zeiten? Was sagt das über unsere heutige Gesellschaft aus?“ Eine kreativ-assoziative Antwortsuche auf diese Fragen unternimmt Sara Glojnaric in ihrer Musik.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Stefan Fricke und Alper Maral – Am Grabe

Ein Audio-Ritual | Staffel 6. Grabesstille gibt es genauso wenig, wie es nirgends je still ist. Irgendetwas tönt immer. Auch an den Gräbern von Komponistinnen und Komponisten, wo auch immer sie beigesetzt sind, herrscht keine wirkliche Lautlosigkeit. – hr 2021 | 60 Min. | Radiopremiere

Das Projekt „Am Grabe“ von Alper Maral (* 1969) und Stefan Fricke (* 1966) – nun in der 6. Staffel – versammelt Soundscapes von den Gräbern verschiedenster Komponist*innen aus unterschiedlichsten Epochen. Die atmosphärischen Vor-Ort-Aufnahmen sind in diesem Audio-Ritual verwoben mit Fragmenten aus dem klingenden Erbe der Verstorbenen. In Staffel 6 führt die Klangortreise durch Endlichkeit und Ewigkeit zu den letzten Ruhestätten von Wilhelm Friedrich Ernst Bach, Georges Bizet, Ferruccio Busoni, Ernest Chausson, Leo Delibes, Anton Diabelli, Paul Dukas, Johann Anton Dreissig, Walter von Goethe, Klaus K. Hübler, Ernst Friedrich Kaufmann, Josephine Lang, Phillip Melanchthon, Gioachino Rossini, Rainer Riehn und Siegfried Wagner.


so – 04.04.2021


20:00 bis 22:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Der Auftritt der Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus Poschner gehörte zu den Höhepunkten des Bremer Musikfests im Jahr 2016. „Romantik in Vollendung“ – so war das Konzert im Großen Saal der Glocke überschrieben, mit dem Violinkonzert von Johannes Brahms und der 3. Sinfonie von Anton Bruckner.

22:08 – 23:00 | Ö1
Eine „Patchwork Passion“ aus London – Die BBC Singers mit einem Karfreitagskonzert, zusammengesetzt aus Musik des letzten halben Jahrtausends

Die Geschichte von Leiden und Tod Jesu wurde schon früh als eines der zentralen Sujets christlich motivierter Musik entdeckt und ist es durch die Jahrhunderte bis heute geblieben, auch nach Pendereckis mittlerweile in den Kanon eingegangener „Lukas-Passion“: zunächst an konfessionellen Gottesdienst gebunden, später auch mit generellem, über Glaubensgrenzen hinweg gehendem Anspruch in den Konzertsaal versetzt – der freilich wiederum eine Kirche sein konnte.

Die BBC Singers versammelten sich in den traditionsreichen Maida Vale Studios in London, um mit dem Organisten Ashok Gupta und unter Leitung von Gabriella Teychenné diese „Patchwork Passion“ zu realisieren: eine teils deskriptive, teils reflektierende musikalische Reise durch das Passionsgeschehen mit Werken von Komponistinnen und Komponisten aus dem letzten halben Jahrtausend – vom rund um 1500 entstandenen Eton Choirbook über zum Beispiel Imogen Holst bis zu einem besonderen Schwerpunkt in der Gegenwart, repräsentiert von bekannten Namen wie Tan Dun, aber auch aus jüngerer Generationen, zum Beispiel der 1975 geborenen Italienerin Carlotta Ferrari.

Patchwork: Was im Deutschen als „Flickwerk“ nicht den edelsten Beiklang hat, ist doch eine ebenso uralte wie vorbildliche, weil Ressourcen schonende Nutzung von Resten von Pelz und Leder, Filz und Gewebe. In Orient und Zentralasien am frühesten nachgewiesen, hat sich die Textilverarbeitungstechnik ausgerechnet über die Kreuzzüge in ganz Europa verbreitet. Und in gewisser Weise Flickwerk waren schon jene frühen Passionsvertonungen, die den Evangelienbericht (die unbegleitete, von Priester und Konzelebranten sängerisch rezitierte „Historia“) mit eingeschobenen Chorälen für Gemeindegesang oder Chor sowie später auch betrachtenden Arien von Solisten angereichert haben – wenn nicht der Bibeltext zugunsten einer freien dichterischen Ausgestaltung schon gänzlich über Bord gegangen war.

Auch Johann Sebastian Bach hat 1730 die „Lukas-Passion“ eines bis heute noch nicht ausgeforschten Komponisten umgearbeitet und um eigene Stücke erweitert: Leipziger Patchwork von einst, dem diese Ausgabe von „Zeit-Ton“ gleichsam mit einem Londoner Patchwork unter zeitgenössischen Vorzeichen antwortet. Gestaltung: Walter Weidringer

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Insectarium: Summen, Flattern, Zirpen

George Crumb: Night of the Electric Insects, aus „Black Angels“, 13 Images from the Dark Land for Electric String Quartet; Kronos Quartet | Gordon Kampe: High-Noon: Moskitos für Orchester; Philharmonisches Orchester Hagen, Leitung: Florian Ludwig | Adriana Hölszky: Formicarium für Chor; Chor des Bayerischen Rundfunks, Leitung: Florian Helgath | Adriana Hölszky: Klangwaben für Violine solo; Monika Hölszky-Wiedemann | Kirsten Reese: Creatures and Signals / Insektenklänge aus dem Tierstimmenarchiv, Elektronik | Clara Iannotta: Moult für Orchester; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Michael Wendeberg | Leo Dick: Grille und Ameise, Entrée burlesque für Violine und Klarinette; Patricia Kopatchinskaja, Violine; Reto Bieri, Klarinette | Byzantinische Tradition: Simeron ghennate ek Parthenou; Graindelavoix

Es summt, krabbelt und zirpt. Zeitgenössisch Komponierende lassen sich immer wieder gern von der Klangwelt der Insekten inspirieren. Und nicht nur Zikaden und Hummeln reizen zur musikalischen Nach-Behandlung. Auch die wuseligen, brummenden und flattrigen Organisationsweisen von Schwärmen bilden Modelle für tönend bewegte Formen.

Insekten kriechen in die Musik als Field Recordings, als musikalisches Mimikri und schwirren manchmal selbst zwischen den Musikern. Im Bienenstock summt die Utopie einer matriarchalen Arbeiterinnen-Monarchie, im Ameisenhügel krabbeln die Untergrund-Kolonien wie ferngesteuert. Insekten können gleichermaßen für lückenlose Ordnung einstehen wie für den chaotischen Exzess. In Werken von Adriana Hölszky, George Crumb, Clara Iannotta und anderen flirrt die musikalische Auseinandersetzung mit Insekten zwischen Nähe und Ekel, Fremdheit und Projektion, Artenschutz und Utopie.

 

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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