Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 15.03. bis 21.03.2021

Radio Neue Musik. Montage: Hufner
Radio Neue Musik. Montage: Hufner

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 11. Besonders zu empfehlern am 18.3.2021: 20:04 bis 21:30 | hr2-kultur – Das hr-Sinfonieorchester beim Forum N

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 15.03.2021


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2021, Teil 1

Mit Andreas Göbel. Vom 20. bis zum 24. Januar hat in diesem Jahr das Festival für neue Musik Ultraschall Berlin stattgefunden, das rbbKultur und Deutschlandfunk Kultur gemeinsam ausrichten. Da pandemiebedingt kein Publikum in die Säle durfte, wurde Ultraschall Berlin als reines Radiofestival ausgerichtet. An drei langen Abenden präsentiert rbbKultur in verdichteter Form noch einmal die Höhepunkte des diesjährigen Jahrgangs. Teil 2 morgen.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Multitalent auf Spurensuche – Der Komponist Jannik Giger

Von Torsten Möller. Ob Igor Strawinsky, Johann Sebastian Bach oder Béla Bartók – für den in Basel lebenden Komponisten und Filmemacher Jannik Giger ist die Musikgeschichte eine wahre Fundgrube. Giger nähert sich dem „Alten“ nicht kühl-distanziert, sondern wie ein aufmerksam beteiligter Neuschöpfer. Der Qualität seiner Filme, seiner Performances und seiner Kompositionen kommt das zugute. Seine Werke haben viel zu sagen: in ihrer Frische, ihrer Dichte, aber auch in ihrer Melancholie.

23:03 – 24:00 | Ö1
Oberösterreichs neue Klänge: Nicht nur Bruckner! Zeitgenössische Musik aus Oberösterreich

Anlässlich der Ö1 Schwerpunkts „9 x Österreich – Erkundungen in Oberösterreich“ ist Wolfgang Winkler im „Zeit-Ton“-Studio zu Gast, um gemeinsam den Blick auf das zeitgenössische Musikschaffen der vergangenen Jahrzehnte in diesem Bundesland zu lenken. Der ehemalige Musikchef des ORF-Landesstudios Oberösterreich und ab 1998 Direktor des Linzer Brucknerhauses ist ausgewiesener Kenner der Musikszene des Landes. In diesen Funktionen hat er u.a. zahlreiche CDs mit Musik von Protagonistinnen und Protagonisten aus Oberösterreich produziert. Darunter sind etwa der Augustiner Chorherr Augustinus Franz Kropfreiter (1936-2003), der im Stift St. Florian als Organist und Komponist gewirkt hat oder der Generationen an Musikerinnen und Musiker prägende Leiter des Musikgymnasiums und Stiftskapellmeister in Stift Wilhering, Balduin Sulzer (1932-2019).

In dieser Sendung werden aber auch Vertreterinnen und Vertreter der mittleren und jüngeren Generation vorgestellt. An sie ist mehrmals das Auftragswerk zum jährlichen Festakt der Brucknerfest-Eröffnung vergeben worden. 2008 etwa schrieb Gerald Resch (geboren 1973) zu diesem Anlass ein neues Stück „Land“ für das Brucknerorchester Linz. Heuer soll Reschs „Hanni“, Musik zu einem Monolog von Franzobel, im Brucknerhaus zur Uraufführung kommen. Dazu gehört auch Peter Androsch (geboren 1964), der regelmäßig Musiktheaterwerke komponiert – häufig mit Bezug zu Oberösterreich oder der Zeitgeschichte, wie etwa seine Bruckneroper „Geschnitzte Heiligkeit – Bruckner und die Frauen“ (1998), ein Werk zu Adalbert Stifter „Schwarze Erde – Zwölf Gesänge nach Adalbert Stifter“ (2005) oder „Spiegelgrund“, über die nationalsozialistischen Euthanasieanstalt in Wien, uraufgeführt im Parlament anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages 2013. Und mit der Ö1 Talentebörse Kompositionspreis-Gewinnerin Tanja Elisa Glinsner (Jahrgang 1995) ist eine ehemalige Studierende der Anton Bruckner Privatuniversität ausgezeichnet worden. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


di – 16.03.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Speed of Truth – Der tschechische Komponist Miroslav Srnka

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Zum 80. Geburtstag des Komponisten Wilfried Hiller

Johann Sebastian Bach/Wilfried Hiller: „Rätselkanon“ (Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks: Radoslaw Szulc); Wilfried Hiller: „Metamorphosen“ (Stefan Hunstein, Sprecher; Duo ASAP); „Pas de deux“ (Klavierduo Uriarte – Mrongovius); „Hamelin“ (Christopher Corbett, Klarinette; Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks: Radoslaw Szulc); „Buch der Sterne“, Alkor, der Stern der Sehnsucht (Silke Avenhaus, Klavier); Aus „Hoffnung“ (Margriet Buchberger, Sopran; Arabella Steinbacher, Violine; Claire Augier, Harfe; Mark Lutz, Wolfgang Schniske, Schlagzeug; Cantabile Regensburg: Matthias Beckert)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Neue Musik im Internet

Von Margarete Zander. Musiker*innen und Veranstalter*innen haben sich Gedanken gemacht, wie sie ihre Kreativität weiterentwickeln und Kontakt mit dem Publikum übers Internet gestalten können und haben wunderbare Möglichkeiten gefunden. Wir geben Ihnen die besten Hinweise!

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Von Mythen, Fabelwesen und den Sternen – Zum 80. Geburtstag des Komponisten Wilfried Hiller

Von Susann Krieger. „Musik ist eine sinnliche Kunst, vielleicht die sinnlichste überhaupt und so wie sie entsteht, muss sie auch den Hörer oder Zuschauer ergreifen.“ (Wilfried Hiller)

Wilfried Hiller ist ein Geschichtenerzähler. Seine Stoffe sind allumfassend: Religion, Mythen, Sterne, das All. Mit seiner Musik bringt er essentielle Lebensthemen in die Konzertsäle und Opernhäuser.

Hiller wurde 1941 im schwäbischen Weißenhorn geboren. Er studierte zunächst Klavier, später dann in München Komposition, Schlagzeug, Musiktheorie und Opernregie. Wichtige Begegnungen mit Menschen wie Karl Amadeus Hartman, Carl Orff, Michael Ende oder Giora Feidman beeinflussen sein Leben und Wirken bis heute.

Am 15. März feiert Wilfried Hiller seinen 80. Geburtstag. Horizonte widmet ihm ein Porträt.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2021, Teil 2

Mit Andreas Göbel. Vom 20. bis zum 24. Januar hat in diesem Jahr das Festival für neue Musik Ultraschall Berlin stattgefunden, das rbbKultur und Deutschlandfunk Kultur gemeinsam ausrichten. Da pandemiebedingt kein Publikum in die Säle durfte, wurde Ultraschall Berlin als reines Radiofestival ausgerichtet. An drei langen Abenden präsentiert rbbKultur in verdichteter Form noch einmal die Höhepunkte des diesjährigen Jahrgangs. Teil 3 morgen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Uraufführungen vom Festival Aspekte Salzburg – Aspekte Salzburg 2021. Ensemble NAMES spielt neue Werke von Maja Osojnik und Lorenzo Troiani

Die 42. Ausgabe des Festivals Aspekte Salzburg fand heuer als Online- und Streaming-Ausgabe statt. Drei Konzerte sendet Ö1 via „Zeit-Ton“. Die Aspekte möchten unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Nussbichler „eine Landkarte von Musik unserer Zeit, die unterschiedlichen Strömungen folgt, Interpretationen und Kompositionen gleichermaßen im Auge behält“. Geboten wird „Kunstmusik, die für musikalische Innovation und neue stilistische Entwicklungen steht und sich konzeptuell, strukturell und ästhetisch von etablierten Verfahren, Gattungen oder Inhalten abzusetzen versucht.“

In dieser „Zeit-Ton“-Sendung bringen wir ein Konzert des New Art and Music Ensemble (NAMES), u.a. mit Uraufführungen von Maja Osojnik und Lorenzo Troiani. Gestaltung: Gerti Mittermeyer


mi – 17.03.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Gerald Eckert: „Sopra di noi … (niente)“ (Ensemble Reflexion K: Gerald Eckert); Klaus Ospald: „Quintett von den entlegenen Feldern“ (Ensemble Experimental: Peter Tilling); Andras Hámary: „Five Magic Pieces“ (István Koppányi, Klavier); Volker Blumenthaler: „Glasnacht“ (Norma Enns, Sopran; Volker Blumenthaler, Violoncello; Ensemble L’art pour l’art); Andreas Dohmen: „Tmesis/Protokoll“ (IEMA-Ensemble 2015/16: Pablo Druker)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Von Raben und Untoten – Schauerliches mit Edgar Allan Poe

Die Horrorgeschichten von Edgar Allan Poe haben ganze Generationen von Lesern das Gruseln gelehrt. Aber auch die Musikliebhaber lassen sich von Poes schwarzer Romantik in Schauer versetzen, egal ob in der Oper, im Rock- oder im Kammerkonzert.

Denn wenn die Untoten durchs Haus von Usher geistern, wenn der rote Tod seine gierigen Krallen ausstreckt oder wenn ein verräterisches Herz lärmend laut pocht, dann ist das alles mit Musik noch einmal so schön.

21:25 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Passio

Werke von Thomas Tallis, Henry Purcell und Kevin Hartnett. The Zurich Chamber Singers / Ltg.: Christin Erny. Eine Sendung von Chantal Nastasi

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT 2021 – Voice Affairs – Eine experimentelle Begegnung arabischer und europäischer Musiker*innen

Von und mit Aya Metwalli (UA), Youmna Saba (UA), Samir Odeh-Tamimi (UA), Manolis Manousakis (UA), Dániel Péter Biró (UA), Cynthia Zaven (UA), Raed Yassin (UA), dem Filmemacher Panos Aprahamian und den Neuen Vocalsolisten

Voice Affairs initiiert künstlerische Grenzüberschreitungen. Die europäische Kunst-Musik wird dabei durch die experimentellen Musikszenen Libanons infiziert. Das Projekt verbindet die Neuen Vocalsolisten mit Musiker*innen aus Libanon, Ägypten und Palästina, die in diesen Szenen verortet sind.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Philipp Weismann


do – 18.03.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival Time:Spans

Mary Flagler Cary Hall, New York. Aufzeichnung vom 03. – 05.11.2020. Catherine Lamb: „Curvo Totalitas“ (2016) Yarn / Wire

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Russell Smith: „Sinfonie concertante“ (Syrinx-Quartett; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Fritz Rieger); Alexander Strauch: „Bardagi Ásmundar og Hildibrands“ (Roman Payer, Tenor; Timothy Sharp, Bariton; Ensemble Schwerpunkt); Moritz Eggert: „Tetragrammaton“ (Stuttgarter Kammerorchester: Michael Hofstetter); August Peter Waldenmaier: Konzertstücke nach Paganini, op. 16 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rudolf Alberth); Elke Tober-Vogt: „Grampian Highlands Suite“ (Südböhmische Philharmonie Budweis: Ulrich Weder)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Der unverwechselbare Klang: 75 Jahre Bamberger Symphoniker

Wir sind in einer Art Wunderland, in dem die ganze, reiche, vielfältige Tradition der Bamberger Symphoniker vital und lebendig ist“, sagt der aktuelle Chefdirigent Jakub Hrùša über die Faszination bei der Arbeit mit „seinem“ Orchester. Es ist ein besonderes Phänomen: die enge, ja innige Beziehung der Bamberger Symphoniker zu ihren bisher fünf Chefdirigenten – ein fruchtbares Geben und Nehmen auf Augenhöhe, ein gegenseitiger Respekt, ein gemeinsamer Weg, der über die Pflege der Tradition in die Zukunft blickt. Am 20. März 1946 gaben die Bamberger Symphoniker ihr erstes Konzert, der Beginn eines erstaunlichen Klangkörpers, der vom Ufer der Regnitz aus die internationalen Konzertsäle eroberte. In KlassikPlus zeichnet Wolfgang Schicker die Linien der Orchestergeschichte nach: die Gründung im Kontext von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg, die komplexe Vorgeschichte, die eng mit der Blüte und dem Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie zusammenhängt, die Entwicklung der Bamberger Symphoniker zum kulturellen Botschafter der BRD bis hin zu den Herausforderungen der Zukunft und den Ideen, wie ein modernes Orchester trotz vollen Tourneekalenders zum Klimaschutz beitragen kann. Eine Sendung von Wolfgang Schicker

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Das hr-Sinfonieorchester beim Forum N

Elementare Klangsphären: Ein Orchesterwerk der Serbin Milica Djordjevic, das sich dem chemischen Element Quecksilber gleich zu Klang gewordener Materie dynamisiert, begegnet dem Orchesterstück „Isola“ des Finnen Sebastian Fagerlund. Wu Wei, Sheng; Iveta Apkalna, Orgel; hr-Sinfonieorchester; Leitung: Dima Slobodeniouk

Jukka Tiensuu (*1948): Teoton – Konzert für Sheng und Orchester | Milica Djordjevic (*1984): Quicksilver | Eriks Esenvalds (*1977): Voice of the Ocean – Konzert für Orgel und Streichorchester | Sebastian Fagerlund (*1972): Isola

(Aufnahme vom 26. Februar 2021 aus dem hr-Sendesaal in Frankfurt). Außerdem zwei Konzertwerke seines finnischen Landsmanns Jukka Tiensuu und des lettischen Komponisten Eriks Esenvalds: Im Werk von Jukka Tiensuu steht die 4.000 Jahre alte chinesische Mundorgel Sheng mit ihrer betörenden Klangwelt im Zentrum – gespielt von dem großen Sheng-Virtuosen Wu Wei. Das Stück von Eriks Esenvalds mit Titel „Voice of the Ocean“ rückt die Orgel ins solistische Licht und bietet Iveta Apkalna, der „Artist in Residence“ der Saison 2019/20, die Möglichkeit eines klanglich aparten Comebacks.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Musik von und mit George Benjamin

Orchestre National de France; Leitung: George Benjamin; Vanessa Benelli Mosell, Klavier; Alexandre Tharaud, Klavier. Gérard Pesson: Ravel à son âme | George Benjamin: Duet for piano and orchestra | Hans Abrahamsen: Klavierkonzert für die linke Hand „Left, alone“ | Claire-Mélanie Sinnhuber: Toccata | George Benjamin: Palimpsests. Eröffnungskonzert des Festivals Présences vom 7. Februar 2020 im Auditorium von Radio France

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Werkzeuge der Neuen Musik – Das Orchester Teil 3 von 3

Von Michael Rebhahn. Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Scheinwut – Von Bettie I. Alfred

Mit: Bettie I. Alfred, Jens Harzer, Daniel Höpfner, Leopold von Verschuer u. a. Regie: Bettie I. Alfred. (Autorenproduktion für SWR 2020 – Ursendung)

Das Gute an der Scheinwut ist, dass ein Mensch sie relativ schnell wieder loswird. Was nicht bedeutet, dass ein Stück dieses Titels fröhlich endet. Im Zentrum steht Lissy Heiliger und ihr ewiger „Scheiterhaufen“. Denn das Leben dieser Lissy Heiliger ist bzw. war letzten Endes alles andere als ein Kindergeburtstag. Sie schafft es nicht, ihr Leben in abgedroschene Bahnen zu lenken. Alles bleibt bis zum Finale ein Kampf. Einziger Trost: Auch die Männer scheitern. Und somit ist Lissy in gewisser Hinsicht nicht allein.

Scheinwut ist das dritte Stück einer Wut-Trilogie der Berliner Autorin Bettie L. Alfred, das aber auch als eigenständiges Stücks zu hören ist.

23:03 – 24:00 | Ö1
Der vielseitige Künstler Werner Puntigam im Zeit-Ton Porträt

Auf Facebook fallen Werner Puntigams täglichen Foto-Postings aus seiner Reihe „inter.views“ stets angenehm auf: Besondere Perspektiven auf Städte, oft darunter sein Lebensmittelpunkt Linz, sein Heimatort Bad Radkersburg oder aber markante Plätze irgendwo anders auf der Welt. Doch zumeist sind es Porträts von Menschen, denen er mit seinem direkten, aber nie voyeuristischen Blick ein Andenken und eine Öffentlichkeit verschafft. Die Diversität und Internationalität der Fotografierten weist direkt auf Werner Puntigams künstlerischen Wirkungskreis und sein Selbstverständnis hin: Er ist Musiker, Performer, Videokünstler und Fotograf, und bewegt sich als solcher gekonnt, neugierig und unvoreingenommen zwischen den Genres. Seine Instrumente sind die Posaune und das Muschelhorn, er initiiert grenzüberschreitende und kontinentübergreifende Projekte für die Bühne und den virtuellen Raum.

Zuletzt veröffentlichte Werner Puntigam im Herbst 2020 auf Elliott Sharps New Yorker Label zOaR Records die CD „und ja, and yes“ mit 24 frei improvisierten Miniaturen seiner beiden neuesten europäischen Duo-Projekte: mit dem Schweizer Gitarristen Beat Keller und dem deutschen Schlagwerker Georg Wilbertz. Sharp beschreibt diese in den Liner Notes als „Tribut an den Meister der Miniaturen, Anton Webern … mit schlauem Humor und pointierter Technik …“.

Ein Beispiel für Werner Puntigams langjährige musikalische Partnerinnern und Partner ist etwa der japanische Trompeter und Bassklarinettist Rabito Arimoto, mit dem er u.a. in Österreich, Japan und Taiwan erfolgreich auf Tour gewesen ist. Die Word & Sound Performance „InterNJET – oder die Kunst nicht ins Netz zu gehen“ gemeinsam mit Mieze Medusa und Philipp „Flip“ Kroll von Texta zählt, wie verschiedene Kollaborationen mit Performerinnen zu seinen aktuellen Aktivitäten. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


fr – 19.03.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: CTM Radio Lab

The Right to Do Nothing/Hak Untuk Malas. Von Riar Rizaldi. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / CTM Festival / Goethe-Institut / ORF 2021. Länge: 54’30. (Ursendung)

„Sonic-fiction“ Hörspiel über migrantische Arbeitskräfte im Hongkong einer nicht näher bestimmten Zukunft. Hier gelten ungewöhnliche Produktivitätsnormen: Bezahlt wird man fürs Schlafen und fürs Nichtstun.

Um die Jahrtausendwende entstanden in Indonesien zahlreiche gemeinschaftlich organisierte Community-Radios, meistens von Gewerkschaften betrieben. Sie informierten über Arbeitsrecht, verbreiteten revolutionäre Gedanken und Literatur. Dann wechselte der Fokus von der Arbeit auf die Freizeit: Die heutigen Sender liefern den Soundtrack zum entspannten Sonntag. Vor diesem Hintergrund entwirft der Klangkünstler Riar Rizaldi ein mehrsprachiges Hörspiel. Im Zentrum stehen migrantische Arbeiterinnen und Arbeiter im Hongkong einer nicht näher bestimmten Zukunft. Hier gelten neue Maßstäbe für Produktivität und Untätigkeit: Bezahlt werden die indonesisch-stämmigen Hausangestellten fürs Schlafen und fürs Nichtstun.

Riar Rizaldi, geboren in Indonesien, lebt und arbeitet als Künstler, Kurator und Amateurforscher in Hongkong. Kunststudium an der Universität Newcastle und an der City University Hong Kong. Seine künstlerischen Arbeiten beschäftigen sich mit Kapital und Technologie, Unterhaltungselektronik, Extraktivismus und Theoriefiktion. Sie wurden unter anderem gezeigt auf dem Locarno Filmfestival, im British Film Institute, dem Internationalen Filmfestival Rotterdam, im NTT InterCommunication Center Tokyo und in der Nationalgalerie von Indonesien.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Marcus Maria Reißenberger: „MEM 29“ (Anna Gütter, Sopran; Stefanie Ernst, Alt; Milen Bozhkov, Tenor; Michael Lion, Bass; Coburger Bachchor; Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg: Peter Stenglein); Hans-Günter Brodmann: „Musica sacra“ (Hans-Günter Brodmann, Perkussion); Wolfram Graf: „Cantus I“ (Hans Wagner, Orgel); Kerstin Thieme: „Psalm 100“ (Sonja Pascale, Sopran; Ursula Eittinger, Alt; Nandor Tomory, Bass; Markus Nickel, Orgel; Mädchenchor der Schola Cantorum Leipzig; Nürnberger Symphoniker: Wolfgang Riedelbauch)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Whatsup and down – Wie fünf Musikerinnen ihr Leben mit der Pandemie meistern

Von Bettina Mittelstraß. Neuproduktion Rheingold an der Opera de Bastille in Paris – dafür probte die Sopranistin Anna Gabler Mitte März 2020. Dann kam SARS-CoV-2. Die WHO ruft eine Pandemie aus. Anna wird aus dem laufenden Projekt katapultiert und muss zurück nach München in den Lockdown. Der Großteil Ihres gesamten Jahreseinkommens fällt damit weg. Und jetzt? Nach vier Monaten ohne ihr Orchester darf die Querflötistin Karoline Renner mit Hilfe von Corona-Testungen für alle endlich wieder mit der Südwestdeutschen Philharmonie auftreten – genau ein Open Air-Konzert in einem Sportstadium, das Abstandsregeln ermöglicht. „Ich war wie ausgehungert, halb verdurstet, es war so überwältigend zu spielen!“ Es folgt die Sommerpause und danach wieder das Aus auch für drei weitere Musikerinnen, die Bettina Mittelstraß in dieser Reportage vor allem virtuell durch das Jahr begleitet hat: eine Kontrabassistin, eine junge Dirigentin, eine Vibraphonistin und das Auf und Ab der Gefühle, die Neugier auf das Neuland „Online-Live-Streaming-Konzert“, die Verzweiflung beim neuerlichen November-Aus für Theater und Musik, der Antragswald und die Sehnsucht nach dem Publikum.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Maryam. Kein Nachruf für euch“ von Dietmar Dath

Mit Sophia Kennedy, Marina Galic, Paul Behren und Jens Harzer. Komposition: Sophia Kennedy. Regie: Henri Hüster. BR/NDR 2019. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Maryam Mirzakhani leistete äußerst bemerkenswerte Beiträge zur Geometrie und zu dynamischen Systemen, war Professorin an der Stanford University, erhielt als erste Frau mit der Fields-Medaille die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für Mathematik und starb im Alter von 40 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Die Wirtschaftsjournalistin und Schriftstellerin Samira Weiss schreibt seit Jahren an einem Roman, in dessen Zentrum das Werk der iranischen Mathematikerin steht. Nun soll sie einen Nachruf schreiben. Doch sie weigert sich. Nicht, weil sie nicht will, sondern weil sie nicht kann. „Dieses Hördrama handelt von einer Liebe. Eine lebendige Dichterin liebt eine tote Mathematikerin. Die Mathematikerin hat es bis vor kurzer Zeit wirklich gegeben. Die Dichterin gibt es, weil die amerikanische Sängerin Sophia Kennedy sie spricht und besingt. Die Mathematikerin hat Dinge herausgefunden, die mit allem verflochten sind, sogar mit dem Anfang des Universums. Die Dichterin findet heraus, dass sie keinen Nachruf schreiben will, den Leute verstehen, die sich nicht für die Wahrheit interessieren. Die Mathematikerin hat so viel gemalt und gezeichnet, dass ihre Tochter dachte, die Mutter wäre Künstlerin. Solche Missverständnisse sind die Wahrheit.“ (Dietmar Dath)

Dietmar Dath, geb. 1970, Journalist, Autor, Übersetzer. Werke u.a. Cordula killt Dich! (1995). Weitere BR-Hörspiele u.a. Die Abschaffung der Arten (2011), Antilopenverlobung (mit Mareike Maage, 2013), Largoschmerzen. Ein sozialmedizinisches Desaster (2014).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Wegweisend – Der Musikpädagoge Bernhard Sekles

Von Albrecht Dümling. Zu seinen Schülern am Hoch’schen Konservatorium Frankfurt gehörten so unterschiedliche Musiker wie Theodor W. Adorno, Paul Hindemith, Hans Rosbaud und Rudi Stephan. Heftigen Widerstand rief der Komponist und Hochschuldirektor Bernhard Sekles hervor, als er 1928 an diesem Institut die erste Jazzklasse einrichtete. Hier studierte Dietrich Schulz-Köhn, der später einflussreiche Jazzexperte.

23:03 – 24:00 | Ö1
Die Online Ausgabe des Music unlimited Festivals 2020 – Music unlimited 2020. In Stream. (Teil 2) 

Der zweite Lockdown traf die Kulturveranstalter/innen zwar nicht unerwartet, aber dennoch hart. Den Sommer über hatten Festivalveranstalterinnen und -veranstalter penibel genaue Hygienekonzepte entwickelt, hatten das Programm angepasst und Vieles mehr. Und dann hieß es für viele dennoch: aus, keine Live-Konzerte, kein Publikum im Saal. Music unlimited machte seinem Namen alle Ehre. Wolfgang Wasserbauer und seine Crew sagten sich, ok, Corona lässt uns zwar kein Live-Festival mit dem ursprünglich angedachten internationalen Programm und voll besuchtem Saal machen, aber ausfallen so ganz und gar? Kommt nicht in Frage. So fand das traditionsreiche Festival in Wels als Streamingfestival statt. Drei Abende im November mit je drei Konzerten fast ausschließlich in Österreich lebender Musikerinnen und Musiker + Stimmkünstler Jaap Blonk. Dazwischen gab es Gespräche. Zeit-Ton lässt die Konzerte noch einmal Revue passieren und sendet in zwei Ausgaben Ausschnitte des Festivals. Gestaltung: Nina Polaschegg


sa -20.03.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Whatsup and down – Wie fünf Musikerinnen ihr Leben mit der Pandemie meistern

Von Bettina Mittelstraß. Neuproduktion Rheingold an der Opera de Bastille in Paris – dafür probte die Sopranistin Anna Gabler Mitte März 2020. Dann kam SARS-CoV-2. Die WHO ruft eine Pandemie aus. Anna wird aus dem laufenden Projekt katapultiert und muss zurück nach München in den Lockdown. Der Großteil Ihres gesamten Jahreseinkommens fällt damit weg. Und jetzt? Nach vier Monaten ohne ihr Orchester darf die Querflötistin Karoline Renner mit Hilfe von Corona-Testungen für alle endlich wieder mit der Südwestdeutschen Philharmonie auftreten – genau ein Open Air-Konzert in einem Sportstadium, das Abstandsregeln ermöglicht. „Ich war wie ausgehungert, halb verdurstet, es war so überwältigend zu spielen!“ Es folgt die Sommerpause und danach wieder das Aus auch für drei weitere Musikerinnen, die Bettina Mittelstraß in dieser Reportage vor allem virtuell durch das Jahr begleitet hat: eine Kontrabassistin, eine junge Dirigentin, eine Vibraphonistin und das Auf und Ab der Gefühle, die Neugier auf das Neuland „Online-Live-Streaming-Konzert“, die Verzweiflung beim neuerlichen November-Aus für Theater und Musik, der Antragswald und die Sehnsucht nach dem Publikum.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Stromlinie reloaded [10]

Carl Michael von Hausswolff: Elektronische Kompositionen – Conductor / To Make Things Happen in the Bunker Via the Micro Way / Stockholm Slumber or Exchange of Mental, Physical and Un-Detected Substances of Known and Un-known Matter During a Period of Four Nights / Rats / Leftover Gods in Chicago, aus „Three Overpopulated Cities Built by Shortsighted Planners, An Unbalanced and Quite Dangerous Airport and an Abandoned Church“ | Matmos – Matmos / J Lesser: Ausschnitt aus „High, Live and Dirty“, Live-elektronische Improvisationen; Drew Daniel, Martin Schmidt und Jay Lesser, Live-Elektronik | Matmos: Action at a Distance, Elektronische Komposition | Matmos: For Felix (And All the Rats), aus „A Chance to Cut Is a Chance to Cure“, Live-elektronische Komposition; Drew Daniel und Martin Schmidt, Live-Elektronik | Matmos / Wobbly: Clawing Your Eyes out Down to Your Throat, aus „Wide Open Spaces“, Live-elektronische Improvisation; Drew Daniel, Martin Schmidt und Jon Leidecker, Live-Elektronik | Matmos: Reconstruction, aus „The Civil War“, Elektronische Komposition. Christof Kurzmann | Werner Dafeldecker / Christof Kurzmann / Kevin Drumm / eRikm: berlin 1, Live-elektronische Komposition; Werner Dafeldecker, Kontrabass und Elektronik; Christof Kurzmann, Klarinette und Computer; Kevin Drumm, Gitarre und Synthesizer; eRikm, Elektronik | Taku Sugimoto / Burkhard Stangl / Christof Kurzmann: o. T., Live-elektronische Improvisation; Taku Sugimoto, E-Gitarre; Burkhard Stangl, Gitarren; Christof Kurzmann, Klarinette und Computer | Christof Kurzmann: The Air Between, Elektronische Komposition | Andrea Neumann / Christof Kurzmann: 4rooms, Improvisation für Schlagzeug, Innenklavier und Elektronik; Tony Buck, Schlagzeug; Andrea Neumann, Innenklavier; Christof Kurzmann, Elektronik

Carl Michael von Hausswolff hat einen Hang zu verwegenen Spinnereien. Von der Idee überzeugt, dass Klang nicht nur ästhetischen Genuss vermittelt, sondern als komplexes Kommunikationsmittel dient, tastet er zum Beispiel Stille nach Spuren aus dem Jenseits ab. Oder er ermittelt die Eigenresonanz von Gebäuden, um die Architektur durch eine subtile akustische Dimension zu bereichern. Wie aus derartigen Konzepten schließlich musikalische Werke werden, verrät der schwedische Komponist und König von Elgaland-Vargaland.

2001 wurden Matmos über Nacht berühmt. Zunächst sorgte ihre damals neue CD für Aufsehen, denn auf a chance to cut is a chance to cure hatten sie Operationsgeräusche zu Disco-Beats verarbeitet. Dann verpflichtete die isländische Pop-Sängerin Björk die beiden Musiker als Backing-Band für ihre Live-Auftritte. Matmos waren Stars. Und trotzdem sind Matmos vor allem zwei verschrobene Musiker, die gerne mit Mikrophonen im Sand wühlen, auf der Bühne ein Spiegelei braten oder ihren Protest gegen Tierversuche auf den Gitterstäben eines Rattenkäfigs zum Klingen bringen. Ein Porträt.

Christof Kurzmann hat wiederholt von sich reden gemacht. Seine Band Extended Versions wurde Anfang der Neunzigerjahre in einem Atemzug mit dem Diskursrock von Blumfeld und Cpt. Kirk & genannt. Als Totalverweigerer entfachte er in Österreich eine politische Debatte, die den national-militärischen Komplex infrage stellte. Heute lebt der Wiener Musiker in Berlin, wo er das Label charhizma betreibt, als Laptop-Performer in unterschiedlichen Konstellationen arbeitet und Konzertreihen kuratorisch betreut. In seinen Werken vereint Kurzmann politisches Engagement, soziale Strategien der Vernetzung und das musikalische Experiment.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Lust auf Poesie – Der Komponist Paul-Heinz Dittrich

Von Stefan Amzoll. Der Postmoderne gegenüber war er höchst skeptisch, der Sozialistische Realismus war für ihn keine Option. Paul-Heinz Dittrich, 1930 im Erzgebirge geboren, später Meisterschüler von Rudolf Wagner-Régeny in Berlin, orientierte sich an Komponisten wie Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Luigi Nono – freilich ohne sie zu adaptieren. Zahlreiche vokal-instrumentale Arbeiten aus seiner Hand sind von Texten Baudelaires, Kafkas, Becketts, Joyces, vor allem Celans inspiriert. Oft auch unter Zuhilfenahme der Elektroakustik, entwickelte er eine eigentümliche musikalische Poesie, in der das Disharmonische, „sperrig Aufklaffende“ unangenehme Wahrheiten offenbarte. Dittrichs letzte Uraufführung liegt einige Jahre zurück, das Schaffen der eineinhalb Lebensjahrzehnte wartet unaufgeführt. Sein Tod Ende Dezember, kurz nach seinem 90. Geburtstag, lässt Stefan Amzolls Porträtsendung aus dem Jahre 2006 mit neuer Aufmerksamkeit hören.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Vice-Versa, etc. Die elektroakustische Musik von Éliane Radigue (* 1932)

Im Paris der 1950/60er Jahre erlernte Éliane Radigue als Assistentin von Pierre Schaeffer und Pierre Henry das Handwerk der elektroakustischen Komposition und entwickelte selbst ihre eigene Écriture.

Sie verwendete in ihren frühen Stücken Mikrofonrückkopplungen und Bandschleifen, die sie konsequenterweise „Feedback Works“ nennt. Radigue legte damit den Grundstein für eines der überzeugendsten und radikalsten Musikkonzepte des Minimalismus. Die Bewegungen in den Ozeanen oder die spirituelle Kraft des Buddhismus – sie selbst praktiziert die tibetische Tradition – grundieren ihre Werke, lassen sie als extrem gedehntes, in sich changierendes Kontinuum vibrieren.


so – 21.03.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen: Aufstand in Hellas – Eine europäische Musikrevolte

Schon in Barock und Klassik sind griechisch-antike Stoffe gang und gäbe. Doch spätestens mit den 1821 beginnenden Freiheitskriegen überschlägt sich die Musikwelt vor Griechenland-Begeisterung.

Von Beethovens „Ruinen von Athen“ bis Rossinis „Belagerung von Korinth“, von Schuberts „Göttern Griechenlands“ bis zur Berlioz-Kantate von der griechischen Revolution. Zum 200. Jahrestag der Erhebung lassen „Kaisers Klänge“ die griechischen Freiheitskämpfer heute noch einmal hochleben.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Bei seinem Bremer Debüt in der Radio Bremen-Reihe „Auf schwarzen und weißen Tasten“ präsentierte Pompa-Baldi ein intelligent zusammengestelltes Programm. Neben bekannten Stücken von Grieg und Liszt spielte der Italiener auch die selten aufgeführte Es-Dur-Sonate des Mozart-Schülers Johann Nepomuk Hummel und Bearbeitungen neapolitanischer Volkslieder.

22:08 – 22:55 | Ö1
Internationale Rundschau der Neuen Musik: The International Hour. Was Radiohosts aus drei Ländern empfehlen.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf das internationale Musikleben aus? Was waren die herausragenden Radiomitschnitte und CD-Produktionen der jüngsten Zeit? Wir verlinken uns mit Radiokolleginnen und -kollegen aus Australien und Serbien und fragen sie nach ihren Eindrücken. Eine Ringschaltung über zehn Zeitzonen im Zeichen der Neuen Musik. Zugeschaltet sind: Ksenija Stevanovic (Radio Television of Serbia / Radio Belgrad), Stephen Adams (Australian Broadcasting Corporation / Sydney) sowie Rainer Elstner (Ö1 / Wien). Gestaltung: Rainer Elstner

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: En attendant

Bill Hopkins: Two Pomes für Sopran, Bassklarinette, Trompete, Harfe und Viola / Sensation für Sopran, Saxofon, Trompete, Harfe und Violine; Sarah Maria Sun, Sopran; ensemble recherche | Bill Hopkins: Pendant für Violine; Melise Mellinger | Bill Hopkins: En attendant für Flöte, Oboe, Violoncello und Cembalo; Sarah Maria Sun, Sopran; ensemble recherche

En entendant, nach einem Text von Samuel Beckett, benannte Bill Hopkins 1977 sein letztes Werk. Hier wird nicht auf Godot gewartet, sondern vielleicht auf die Zeit und die Möglichkeit, die Arbeit fortzusetzen. Doch nach der Uraufführung, die katastrophal verlaufen sein muss, verstummte der Komponist (1941-81). Literatur spielt eine wichtige Rolle für seine Musik. Neben Beckett vertonte er vor allem Texte von Arthur Rimbaud und James Joyce. Etwa in Sensation, einer Art Mini-Oper, voll aufrüttelnder Zartheit. Bill Hopkins, der als Übersetzer, Autor und Dozent seinen Lebensunterhalt verdiente, hatte bei Luigi Nono und Egon Wellesz sutdiert. 1964 ging er nach Paris zu Olivier Messiaen, lernte dort auch Samuel Beckett und Jean Barraqué kennen, bei dem er privat Unterricht nahm.

Hopkins hinterließ nur ein kleines OEuvre, insgesamt neun reife Werke, die zu seinen Lebzeiten nur selten aufgeführt wurden und erst Ende der 1990er Jahre vermehrt wahrgenommen wurden. Zum 40. Todestag des früh verstorbenen englischen Komponisten hat das ensemble recherche seine Kammermusik neu eingespielt.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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