Die Radiowoche vom 01.03. bis 07.03.2021

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 9. Besonders zu empfehlen: Do, 4.3.2021 – 00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur, Neue Musik: Klangwerkstatt Berlin – Kunstquartier Bethanien

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 01.03.2021


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell. Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Jasmintee – Der Komponist Roland Breitenfeld zwischen Deutschland und Korea

Von Lydia Jeschke. Er war ein Pionier des Kulturtransfers: 2006 ging Roland Breitenfeld an die Seoul National University in Korea, als erster Ausländer erhielt er eine Festanstellung als Professor für Komposition. Der Austausch zwischen den Kulturen war Teil seines Arbeitsvertrags, und so knüpfte er Kontakte zwischen koreanischen und europäischen Komponisten und Musikern. Aber natürlich entstand auch eigene Musik, die beide Welten vereint oder in Kontrast setzt. Und nebenbei: ein persönlicher Erfahrungsschatz aus einer Zeit der noch unerprobten Annäherung. (SWR 2019)

23:03 – 24:00 | Ö1
Novitäten, nicht nur aus England: Radiokonzerte vom Huddersfield Contemporary Music Festival 2020 (2)

1978 gegründet, hat sich das Huddersfield Contemporary Music Festival längst zum größten Umschlagplatz neuer und experimenteller Klänge auf dem Boden des Vereinten Königreichs entwickelt. Die Pandemie mit ihren Veranstaltungseinschränkungen war für die jüngste Ausgabe vom November 2020 zwar ein schwerer Schlag, der künstlerische Ertrag von insgesamt drei von der BBC ausgestrahlten Radiokonzerten jedoch unvermindert erfreulich. Nach dem Mitschnitt der Uraufführung von James Dillons „Pharmakeia“, der am 25. Jänner 2021 zu hören war, gibt diese Ausgabe von „Zeit-Ton“ weitere Eindrücke vom in den Äther verlagerten, aber deshalb nicht weniger eindrucksvollen Festivalgeschehen: mit Novitäten und UK-Erstaufführungen der jüngeren Generation, etwa von Lisa Robertson, Arne Gieshoff, Martin Iddon und Angharad Davies, interpretiert vom Explore Ensemble, dem GBSR Duo (Klavier und Schlagzeug) sowie der Klarinettistin Heather Roche. Gestaltung: Walter Weidringer


di – 02.03.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Die Namen der Töne – Über Anstrengungen und Erleichterungen des Hörens

Von Johannes Kreidler. Wie können Titel, Programmtexte und sonstige beigefügte Informationen des Komponisten auf das Hören von Musik einwirken.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Minas Borboudakis: „constellation“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Johannes Kalitzke); Viera Janárceková: Streichquartett Nr. 8 – „entrückt“ (Asasello-Quartett); Nikolaus Brass: „Der Garten“ (Neue Vocalsolisten Stuttgart; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Péter Eötvös); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier); Gloria Coates: Symphonie Nr. 10 – „Drones of Druids on Celtic Ruins“ (CalArts Orchestra: Susan Allen)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musikfabrik im WDR 74

Michel van der Aa: Shades of Red für Ensemble, Uraufführung | Georges Aperghis: Intermezzi für Ensemble, Uraufführung der erweiterten Fassung. Ensemble Musikfabrik, Leitung: Johannes Fischer. Aufnahme aus der Kölner Philharmonie

Gesamtporträt aus Einzelbildern – Die Musikfabrik setzt Georges Aperghis’ „Intermezzi“-Zyklus fort und spielt die Uraufführung von Michel van der Aas „Shades of Red“.

Kann man die Farbe Rot hören? Ja, meint der Niederländische Komponist Michel van der Aa. Sein Stück „Shades of Red“ ist ein musikalisches Gespräch über die Farbe Rot. Dessen vier Teile Karmin, Magenta, Purpur und Zinnober weisen jeweils einen anderen Farbton und eine unterschiedliche Reaktionshierarchie zwischen den Instrumenten auf. Ein Soundtrack erweitert und spiegelt den Klang der Instrumente wider und fungiert als Alter Ego des akustischen Klangs. Zusätzlich zu dieser Uraufführung setzt das Ensemble Musikfabrik die „Intermezzi“ von Georges Aperghis fort, eine Serie von Porträts, die Aperghis den Mitgliedern des Ensembles seit 2015 auf den Leib schreibt.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Experiment und Schönheit der Neuen Musik – Komponieren studieren an der HMTM Hannover

Von Margarete Zander. Ming Tsao und Gordon Williams unterrichten Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Was verstehen die beiden Komponisten selbst unter „komponieren“ und wie lösen sie den Anspruch der Ausbildung des Institutes Incontri, bei dem es heißt „Incontri schlägt aus der Begegnung von Traditionen und neuen aufregenden Fragestellungen Funken für eine Musik der Zukunft?“ Nicht nur Musikfans erhalten in diesen Gesprächen außergewöhnliche Anregungen zur Gestaltung von Zukunft.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Akustik des Anthropozän

Von Stephanie Metzger. Wir leben im Zeitalter des Anthropozän: der Einfluss des Menschen auf biologische, geologische und atmosphärische Prozesse in der Welt ist unumkehrbar. Er ist ebenso fortschrittsfördernd wie zerstörerisch. Und verändert auch Klangwelten. Vögel imitieren Handytöne, Computerprogramme komponieren, Meerestöne tönen neu. Die Grenzen zwischen Mensch, Natur und Maschine zerfließen auch in den Sphären des Sounds. Diese Verschiebungen machen Künstlerinnen und Künstler zum Gegenstand und nutzen sie für ihre kompositorischen Methoden. BR-KLASSIK lauscht an Beispielen dieser künstlerisch reflektierten Akustik des Anthropozän.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2021

Mit Eckhard Weber. Als besonders der zeitgenössischen Musik verbundenes Klarinettentrio setzt Trio Catch seit Jahren Maßstäbe. Bei ihrem aktuellen Konzert präsentierten die Musikerinnen sieben Kompositionen aus den letzten Jahren, darunter zwei neue Werke von Daniela Terranova und Tomi Räisänen in Uraufführungen. Konzertaufnahme vom 22. Januar 2021 im Heimathafen Neukölln.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Haltet die Eisschranktür geschlossen

Hörspiel von Matt Wand. Komposition und Realisation: der Autor (Produktion: SWR 2021)

„Sprache ist ein Virus“, schrieb William S. Burroughs. Wenn man bedenkt, dass sich Geisteskrankheiten heute wie ein Lauffeuer über die sozialen Medien verbreiten, muss ich zustimmen, schreibt Matt Wand. Ist das SARS-CoV-2-Virus zoonotischen Ursprungs oder aus einem virologischen Labor entkommen? Wand beschloss, sich ins Labor zu begeben um einige chimäre Wortviren selbst zu erschaffen, indem er geklonte Fragmente aus den Wörtern von Wissenschaftlern beider Seiten als Basisgenome benutzte und serielle Übertragungsverfahren anwendete, die den alten Cut-up/Fold-in-Experimenten von Burroughs entsprechen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Was Verdi nicht wagte. Zum 85. Geburtstag des Opern-Großmeisters Aribert Reimann.

Mit der zwischen röhrenden Clustern und vokal-instrumentalem Filigran ausgespannten Shakespeare-Vertonung „Lear“ gelang Aribert Reimann in den 1970er-Jahren das Werk, an dem schon Giuseppe Verdi scheiterte; mit „Lear“, diesem Markstein des Musiktheaters, trat Reimann zugleich aus dem Schatten Hans Werner Henzes. Heute steht er selbst im Rang eines unangefochtenen „Altmeisters“ unter den deutschen Komponisten. Am 4. März 2021 feiert Reimann seinen 85. Geburtstag. Alles, was Reimann nach seinem „Lear“ für die Bühne geschrieben hat, bis hin zur selbst an der Wiener Staatsoper bejubelten „Medea“, will literarischen Stoffen von Qualität (nur solche sprechen Reimann an) Musik von je eigener Farbe und Expressivität an die Seite stellen, mit penibelst durchgearbeiteten, ausnotierten Partituren, die nichts dem Zufall überlassen. Und es soll für Stars der Opernbühne ausführbar sein, im „normalen“ Opernbetrieb, nicht in „Nischen“. So wie Aribert Reimann selbst auch immer in der „Praxis“ stand, am liebsten als Liedbegleiter, und hier mit einer Palette von Schubert bis Eisler. Gestaltung: Chris Tina Tengel


mi – 03.03.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Konrad Lechner: „Facettes“ (Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); „Kleine Salzburger Messe“ (Vocalensemble Kassel: Hans Darmstadt); „Strada senza ritorno“ (Werner Taube, Violoncello); „Verkündigung – Monumentum Veit Stoß“ (Christiane Fischer, Sopran; Kammerensemble: Helmut Wolf); „Mikro-Phonie“ (ars nova-Ensemble Nürnberg: Werner Heider); „Kontraste in memoriam Béla Bartók“ (Sulo Aro, Violine; Gottfried Jost, Viola; Alfred Ratschow, Violoncello; Elza van der Ven, Cembalo; Kammerorchester der Nürnberger Symphoniker); Klaus Hashagen: „Race II“ (Percussion Art Quartett); Winfried Zillig: Serenade Nr. 3 (Hans Langer, Klavier); Bertold Hummel: „Fragment“ (Bayerisches Landesjugendorchester: Werner Andreas Albert)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen –Beethoven – Ein Genie und sein Gefolge (5)

Das Werk eines Meisters wie Beethoven bleibt nicht unverändert. Seine Sinfonien werden für den Hausgebrauch in Trios umgeschrieben, Streichquartette verwandeln sich in Klaviersonaten und die Erfolgsstücke des Meisters inspirieren nachgeborene Komponisten zu ganz Neuem.

Im verlängerten Beethoven-Jubiläumsjahr gibt es all das in klangfrischen Neuaufnahmen zu hören. Dies ist die letzte Folge eines Streifzugs durch die Welt der Bearbeitungen und Neuschöpfungen von Beethovens Werk.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT

Uli Fussenegger (Kontrabass). Yaron Deutsch (E-Gitarre). Mit Werken von Georges Aperghis, Andreas Dohmen, Anna Sowa und Christopher Trapani

Vom 3. bis zum 7. Februar ist im Stuttgarter Theaterhaus das ECLAT-Festival geplant. In diesem Jahr widmet sich das Festival für die Musik der Gegenwart vor allem den kammermusikalischen Formaten.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Elevate Festival, das heute in Graz begonnen hat. Gestaltung: Heinrich Deisl


do – 04.03.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klangwerkstatt Berlin – Kunstquartier Bethanien

Aufzeichnungen vom November 2020. Ali Gorji: „Sand“, Version für Sopran und zwei Akkordeons; Angela Postweiler, Sopran; Susanne Stock, Akkordeon, Felix Kroll, Akkordeon | Katia Tchemberdji: „Käsemond Schildkröten“  für Akkordeon mit Gesang; Levi Schotland, Akkordeon und Stimme | Golfam Khayam: „Seven Valleys of Love“ für Ensemble (Version 1, Auszug – Uraufführung); progress – das festivalensemble | Xuan Yao: „Unklarer Sturmball“ für Trompete und Viola | Alexandra Filonenko: „Vaterland“ für Violoncello und Zuspiel; Konstantin Manaev, Violoncello | Gordon Kampe: „La Paloma Variationen“ für Saxofon, Posaune, Akkordeon, Klavier und Violoncello (Uraufführung); Ensemble LUX:NM

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Jona Korn: Variationen über ein Lied aus der Betteloper, op. 26 (Münchner Philharmoniker: Fritz Rieger); Richard Mader: „Vom Baum des Lebens“ (Jürgen Besig, Violine; Camerata Romanica: Richard Mader); Alfred Thomas Müller: „Traumgesang 2009“ (ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Theo Rossmann: „Musik für Orchester“ (Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth); Joachim Ludwig: „Constellation I-IV“ (Joachim Ludwig, Klavier)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Hörbar in concert: Das Fatima-Spar-Quintett – Balkan-Folk und Swing-Jazz aus Österreich

Ist das Balkan-Folk? Swing-Jazz? Oder gar Pop? Eigentlich egal, denn diese Band aus Wien schert sich herzlich wenig um musikalische Schubladen. Die gebürtige Vorarlbergerin Nihal Sentürk schafft als Fatima Spar am Gesangsmikrofon spielerisch den Zickzacklauf zwischen den musikalischen Kulturen – schließlich sind Wien, Belgrad und Istanbul gar nicht soo weit voneinander entfernt.

Fatima Spar, Gesang; Milos Todorovski, Akkordeon; Orges Toçe, Gitarre; Philipp Moosbrugger, Kontrabass; Sasa Nikolic, Schlagzeug. (Aufnahme vom 13. Dezember 2019 aus dem Studentischen Kulturzentrum in Kragujevac, Serbien)

In der Band von Fatima Spar finden sich die Urenkel der alten osmanischen und habsburgischen Reiche ganz zwanglos zusammen zu einem musikalischen Schmelztiegel der tanzbaren Art. In voller Besetzung nennen sie sich „Fatima Spar & the Freedom Fries“, zu diesem Konzert im zentralserbischen Städtchen Kragujevac sind sie in Quintett-Besetzung angereist.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Aribert Reimann zum 85. Geburtstag – Aufnahmen aus dem SR-Archiv

Aribert Reimann: Cantus für Klarinette und Orchester – Jörg Widmann / Deutsche Radio Philharmonie / Hansjörg Schellenberger; Nachtstück – Barry McDaniel, Bariton / Aribert Reimann, Klavier; Loqui für Orchester – Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken / Gerd Albrecht; Wolkenloses Christfest, Requiem für Bariton, Violoncello und Orchester – Dietrich Fischer-Dieskau / Siegfried Palm / Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken / Hans Zender

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Werkzeuge der Neuen Musik – Das Orchester Teil 1 von 3

Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: In memoriam Paul Heinz Dittrich

Paul Heinz Dittrich: Kammermusik Nr. 5 (Eckhard Rödger, Synthesizer; Bläservereinigung Berlin); Violoncellokonzert (Martin Ostertag, Violoncello; Symhonieorchester des Südwestfunks: Ernest Baur); Klaviermusik Nr. 4 (Irina Emeliantseva, Frank Gutschmidt, Klavier)

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Auckland – Von Ilse Aichinger

Mit: Rolf Becker, Christian Brückner, Ernst Jacobi, Hermann Lause u. a. Regie: Otto Düben. (Produktion: SDR 1986)

Auckland – das könnte ein Ort in England, eine Stadt in Neuseeland oder eine Insel im Stillen Ozean sein. Die auf dem Platz von Auckland versammelten Stimmen geben darüber keine Auskunft. Was sie zu erzählen versuchen, sind Erinnerungen, die fragmentarisch bleiben. Ihr Zusammenhang lässt sich nur poetisch erahnen; denn es geht im Stück von Ilse Aichinger, der 2016 gestorbenen Wiener „grande dame“ der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, im Grunde um wenig – oder doch um alles, was des Menschen Leben ausmacht: um Liebe und Tod.

23:03 – 24:00 | Ö1
Isabella Forciniti und Kevin Richard Martin auf der Elevate 2021 Festivalbühne im Zeit-Ton

Während die Veranstalter/innen des Grazer Elevate ihr Konzert-, Diskurs- und Kunstprogramm vom ursprünglichen Termin Anfang März in die wärmere Jahreszeit verlegen mussten, wird Zeit-Ton zur Festivalbühne. Wir präsentieren Ihnen heute und morgen im Rahmen der Reihe „Lockdown Grooves“ vier Stücke, die extra für diesen Anlass entstanden sind. „Der Locked Groove, die Endlosrille der Platte und ein Festival, das verschoben werden muss, weil wir uns von einem Corona-bedingten Lockdown zum nächsten bewegen – ein Leben im Loop“, so die Elevate Veranstalter/innen. „Es ist eine Serie, für die das Festival Musik-Beiträge aus unterschiedlichen Teilen der Welt sammelt. Gemeinsam bilden sie eine Art Zustandsbeschreibung, ein Dokument der Zeit: zehn musikalische Positionen, zerstreut über den Globus, präsentiert in Kooperation mit Ö1 Zeit-Ton und FM4 La Boum Deluxe.“ Heute auf dem Programm: Die in Wien lebende Klangkünstlerin Isabella Forciniti mit ihrem Buchla Modular-Synthesizer und Kevin Richard Martin, vor allem bekannt unter seinem Pseudonym The Bug. Während des ersten Lockdowns vor bald einem Jahr startete er die Alben-Serie „Frequencies for leaving earth“, die hiermit um ein weiteres Stück reicher ist. (Morgen gibt es dann die Stücke von PONR und Emilie Škrijelj zu hören.) Gestaltung: Susanna Niedermayr


fr – 05.03.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Schwerpunkt: Hier is woanders – You Will Go Away One Day But I Will Not

Von Maria Thereza Alves und Lucrecia Dalt. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin / Junge Akademie / CTM Festival 2020. Länge: 48’01

Die Pflanzenwelt spricht Latein. Zumindest benennen westliche Wissenschaftler Lebewesen seit Jahrhunderten mit lateinischen Namen. Nun forschen zwei Künstlerinnen nach indigenen Bezeichnungen für Pflanzen aus dem Botanischen Garten in Berlin.

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine zarte Seerose. Mit ihren filigranen Blüten bevölkert sie Sümpfe und Wasserflächen in Südamerika. Die westliche Wissenschaft nennt sie: Nymphoides humboldtiana, Humboldts Seekanne. Mindestens ebenso gut steht ihr aber der Name Yvoty mboporã pónhuregua: „Fünfblättrige Blume des Geistes der Felder und Wälder: Du wirst eines Tages fortgehen, aber ich nicht.“ Diese Bezeichnung stammt von dem Guarani-Lehrer Maximino Rodrigues. Seine Vorfahren lebten in Südamerika, lange bevor Humboldt dort auftauchte. Bitte mit Kopfhörern genießen!

Maria Thereza Alves, geboren 1961 in São Paulo, lebt als Künstlerin in Berlin. In ihrem Werk erforscht sie soziologische und kulturelle Phänomene. Zentrale Themen sind die Auswirkungen der spanischen Eroberung Mittel- und Südamerikas sowie die des portugiesischen Kolonialismus auf die indigenen Völker Brasiliens. Alves stellt Bezüge zwischen Ökologie, Heimatgeschichte, Stadtentwicklung und Naturausbeutung her. Seit 1980 arbeitet sie mit Guarani aus dem Jaguapiru-Reservat in Dourados (Mato Grosso do Sul) in Brasilien.

Lucrecia Dalt, geboren 1980 in Pereira, Kolumbien, studierte Bauingenieurwesen. Heute lebt und arbeitet sie als Musikerin, Klangkünstlerin und Radiomacherin in Berlin. Sie veröffentlicht Alben und spielt Konzerte zwischen Avantgarde und zeitgenössischer elektronischer Musik. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „Catábasis“ (gemeinsam mit Regina de Miguel, 2019).

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Willy Spilling: „Suite Alt-Nürnberg“ (Nürnberger Symphoniker: Günter Neidlinger); Werner Jacob: „Quartett 1960“ (Mitglieder des Aulos-Bläserquintetts); Gerhard Deutschmann: Concertino (Hans-Dieter Bauer, Siegfried Schubert-Weber, Klavier); Werner Heider: „Broken Songs“ (Frank Möbus, E-Gitarre; ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Hans-Günther Allers: Klavierquintett, op. 92 (Ensemble Kontraste); Gunter Dornheim: Concerto Nr. 1 (Mitglieder der Nürnberger Symphoniker: Max Loy)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Welche Kulturnation wollen wir in Zukunft sein?

Wie Künstler, Kulturverantwortliche und Politiker die kulturelle Zukunft nach Ende der Corona-Einschränkungen sehen. Von Dorothea Hußlein

Die Kultur liegt durch derzeit röchelnd am Boden, denn sie ist durch die Corona-Maßnahmen überproportional betroffen. Festivals, Konzerte, Opern- und Theaterpremieren, Museen, Kinos und alle denkbaren Kulturveranstaltungen – alles derzeit passé. Zwar haben sich einige neue digitale Formate entwickelt, aber Künstler brauchen Publikum und Veranstalter Planungssicherheit. Deutschland ist eine Kulturnation und der Schutz der Kultur ist in der Bayerischen Verfassung ausdrücklich festgelegt. Doch wie soll es weitergehen, was für einen Kulturanspruch haben wir für die Zukunft und wie wollen Politiker ihr Versprechen, die Kultur zu schützen, erfüllen? Dies beleuchtet Dorothea Hußlein in ihrem Feature am 5. März 2021

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“ von B. Brecht

Brechtfestival 2021. Mit Max Raabe, Sophie Rois, Hans-Werner Meyer, Guntram Brattia. Bearbeitung, Komposition und Regie: Klaus Buhlert. DLF/BR/WDR 1997

Es gibt keine beruhigenden Gewissheiten. Bertolt Brechts Texte, die er 1926/27 „für Schallplatten“ konzipierte, sind von provozierender Aktualität. „Denn nicht die vier sind zu viel, sondern das fünfte Rad. Und nicht schlecht ist die Welt, sondern voll.“ Die Gedichte weichen rhythmisch aus, wie der einzelne, der in einer Menschenmenge ausweichen muss, wenn er durch die Straßenschluchten Chicagos irrt. Wenn man Brechts lyrische Versuchsanordnung über die Städte und deren Bewohner heute wiederholt, entstehen beim Zusammenprall zweier Zeitebenen vielfach Reibungen und auch komische Brechungen. Sie geben dem Hörstück die akustische Struktur.

Bertolt Brecht (1898−1956), Schriftsteller und Theaterregisseur, 1933 Emigration in die USA, 1949 Rückkehr nach Deutschland. Weitere Hörspieladaptionen u.a. Das Verhör des Lukullus (BR 1949/1956), Leben des Galilei (BR/DRS 1960), Lehrstück (DLF/hr/BR 2006).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Meine Musik riecht nach Tango“ – Astor Piazzolla zum 100. Geburtstag

Von Bettina Brand. Astor Piazzolla sprengte die Grenzen zwischen „U“- und „E“-Musik. Sein durchkomponierter „Tango Nuevo“ ist nicht tanzbar und wurde von der orthodoxen Tangoszene geradezu als Verrat am nationalen Kulturerbe angesehen. Piazzolla begeisterte sich für Johann Sebastian Bach und den Jazz, studierte Komposition bei Alberto Ginastera und Nadia Boulanger und Dirigieren bei Hermann Scherchen. Im Spannungsfeld zwischen traditionellem Tango und „klassischem Komponieren“ entwickelte er seinen unverkennbar eigenen Stil.

23:03 – 24:00 | Ö1
„Lockdown Grooves“ mit Emilie Škrijelj und PONR  – Emilie Škrijelj und PONR auf der Elevate 2021 Festivalbühne im Zeit-Ton

Während die Veranstalter/innen des Grazer Elevate ihr Konzert-, Diskurs- und Kunstprogramm vom ursprünglichen Termin Anfang März in die wärmere Jahreszeit verlegen mussten, wird Zeit-Ton zur Festivalbühne. Wir präsentieren Ihnen gestern und heute im Rahmen der Reihe „Lockdown Grooves“ vier Stücke, die extra für diesen Anlass entstanden sind. „Der Locked Groove, die Endlosrille der Platte und ein Festival, das verschoben werden muss, weil wir uns von einem Corona-bedingten Lockdown zum nächsten bewegen – ein Leben im Loop“, so die Elevate Veranstalter/innen. „Es ist eine Serie, für die das Festival Musik-Beiträge aus unterschiedlichen Teilen der Welt sammelt. Gemeinsam bilden sie eine Art Zustandsbeschreibung, ein Dokument der Zeit: zehn musikalische Positionen, zerstreut über den Globus, präsentiert in Kooperation mit Ö1 Zeit-Ton und FM4 La Boum Deluxe.“ Heute auf dem Programm: Emilie Škrijelj, eine „Pionierin der Akkordeon-Elektroakustik“ und PONR (Nico Mohammadi und Manuel Thielen) mit ihrer „Hommage an die Einsamkeit und das Internet“. (Gestern waren die Stücke von Isabella Forciniti und Kevin Richard Martin zu hören.) Gestaltung: Susanna Niedermayr


sa – 06.03.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Welche Kulturnation wollen wir in Zukunft sein?

Wie Künstler, Kulturverantwortliche und Politiker die kulturelle Zukunft nach Ende der Corona-Einschränkungen sehen. Von Dorothea Hußlein

Die Kultur liegt durch derzeit röchelnd am Boden, denn sie ist durch die Corona-Maßnahmen überproportional betroffen. Festivals, Konzerte, Opern- und Theaterpremieren, Museen, Kinos und alle denkbaren Kulturveranstaltungen – alles derzeit passé. Zwar haben sich einige neue digitale Formate entwickelt, aber Künstler brauchen Publikum und Veranstalter Planungssicherheit. Deutschland ist eine Kulturnation und der Schutz der Kultur ist in der Bayerischen Verfassung ausdrücklich festgelegt. Doch wie soll es weitergehen, was für einen Kulturanspruch haben wir für die Zukunft und wie wollen Politiker ihr Versprechen, die Kultur zu schützen, erfüllen? Dies beleuchtet Dorothea Hußlein in ihrem Feature am 05. März 2021

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Noise Music [1]

Was ist Noise-Musik? Ein Stil, eine Musikrichtung, eine Ästhetik? Solchen Fragen geht die einführende Sendung einer dreiteiligen Reihe zum Thema nach: Wo und wie ist Noise-Musik entstanden? Vereinzelte Geräuschexzesse belebten bereits den Rock’n’Roll der späten 1960er und frühen 70er Jahre – heute sind sie längst Referenz einer radikalen Bewegung: Befeuert vom Do-it-yourself-Geist und der plötzlichen Verfügbarkeit von Studiotechnik konnte spätestens Ende der 70er Jahre unversehens jeder Musik machen – und das hieß: auch jemand, der nie ein Instrument erlernt oder eine sonstige musikalische Ausbildung genossen hatte.

Im Umfeld der aus einem Performance-Kollektivs hervorgegangenen britischen Industrial-Aktivisten „Throbbing Gristle“ schossen zahlreiche Gruppen und Projekte wie Pilze aus dem Boden: Steve Stapeltons „Nurse with Wound“, „Whitehouse“, „The New Blockaders“ oder „Cabaret Voltaire“, um nur einige zu nennen.

Alles zwischen „musique-concrète-Collagen“ und radikalen Geräusch-Orgien war plötzlich möglich, begleitet von einer manchmal diffusen, aber immer provokativen Widerstandästhetik. Eigene Labels übernahmen die Veröffentlichung und Verbreitung: Throbbing Gristles „Industrial Music for Industrial People“ wurde Blaupause für viele Independant Labels, wie etwa „Mute Records“, das bald auch Musik kontinental-europäischer Gruppen wie „Laibach“ veröffentlichte.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Revisited Forum neuer Musik 2012 – Avantgarde trifft Orthodoxie

Dan Voiculescu: Flower | Nicolae Teodoreanu: Varis-Variationen | Diana Rotaru: Silence is Ornament(UA)

Mihail Bucǎ, Stimme; Archaeus Ensemble; Leitung: Liviu Dǎnceanu. Aufnahme vom 22.4.2012 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

Das George Enescu-Festival 2009 führte sie erstmals zusammen: Musiker der Bukarester Avantgarde und Vertreter des orthodoxen Kirchengesangs. Die damals begonnene Suche nach byzantinischen Spuren in der rumänischen Neuen Musik dokumentierte das Abschlusskonzert des Kölner Forums neuer Musik 2012. Mihail Bucǎ, Kantor der Bukarester Patriarchatskathedrale, und das renommierte Archaeus Ensemble kamen mit einem Programm, das im staatssozialistischen Rumänien nur sehr verdeckt möglich gewesen wäre. Nun war es möglich, zeitgenössische Auseinandersetzungen mit der religiösen Musik des Landes in großer Bandbreite zu zeigen: etwa in der mikrotonal gefärbten Intonationsart des Sängers in Nicolae Teodoreanus „Varis-Variationen“, in der Verwendung des Holzberetts Toacǎ bei Dan Voiculescu oder im Auftragswerk von Diana Rotaru, die sich von Gesängen im Putna-Kloster inspirieren ließ und die Rolle der Frauen im alten Byzanz reflektierte.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Marc Behrens – Nachtsprache

Marc Behrens notierte 1987 direkt nach dem Erwachen erstmals einen Traum und gab ihm den Titel „Der Weiche Killer“. Seither führt der 1970 in Darmstadt geborene Intermedia-Künstler Traumtagebücher, die er „Nachtsprache“ nennt.

Für das Projekt „The Dreams in Which I’m Dying“ (2018) mit der Tänzerin Alma Toaspern experimentierte Behrens mit echten und erfundenen Träumen sowie einfachen schamanischen Reisen. Dadurch inspiriert, überarbeitete er seine Traumtagebücher. Seit Ende April 2020 zeichnet Behrens im Halbschlaf Gesprochenes auf. Eine „Nachtsprache“ mit Fehlern, Lücken, unbeholfenen Wiederholungen, stockendem Duktus. Zudem konsultiert Behrens für sein Hörstück auch Traumtagebücher anderer, etwa von der surrealistischen Künstlerin Meret Oppenheim oder dem oulipotischen Schriftsteller Georges Perec. Das Sprunghafte, Disruptive, das Nicht-Lineare und Repetitive sowie die multiplen und ineinander übergehenden Personae in Träumen bilden in „Nachtsprache“ wichtige choreografische und musikalische Ideen und Prinzipien.


so – 07.03.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Von der Gosse ins Konzert – Astor Piazzolla und der Tango

Zunächst war es ihm peinlich, Tango zu spielen, galt der doch als Musik aus den Gossen von Buenos Aires. Später wurde er berühmt mit dem von ihm geschaffenen Tango Nuevo.

Mit ihm eroberte Astor Piazzolla den klassischen Konzertsaal. Der neue Tango war nicht mehr zum Tanzen, sondern zum Zuhören gedacht. Er verband Volkstümliches, Klassik, Jazz und Neue Musik. Im Zentrum aber stand fast immer das Bandoneon seines Schöpfers. Zum 100. Geburtstag wagen Kaisers Klänge noch einmal den Tangoschritt mit Astor Piazzolla.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Musik vom intimen Kammerensemble über Vokalmusik bis zum großen Symphonieorchester. Immer zu einem bestimmten Thema. Die „Klassikwelt in concert“ bietet hochkarätige Livemitschnitte aus der Region, Deutschland und der ganzen Welt.

22:08 – 22:55 | Ö1
Wo blieben Schönbergs Schülerinnen? – Leerstelle der Forschung: Schönbergs Schülerinnen

Was verbindet Natalia Prawossudowitsch mit Henriette Bosmans oder mit Jean Coulthard? Sie haben alle eine Zeit lang Schönbergs Seminare besucht. Etwa 700 Schüler und Schülerinnen hat die Grazer Musikwissenschafterin Elisabeth Kappel in jahrelanger Forschung identifiziert, 300 Schülerinnen sind darunter, auch so prominente wie Dika Newlin, Olga Novakovic und die Wienerin Vilma von Webenau.

Und dennoch: Von kaum einer dieser Komponistinnen ist eine CD-Aufnahme erschienen oder findet sich ein Konzertmitschnitt im ORF-Archiv. Kaum sind Noten editiert, und wenn, dann nur dank privater einzelner Initiativen. Kompositionen von Coulthard, Prawossudowitsch und Boesmans müssen das unvollständige Bild zeichnen, dass die Musikwissenschaft bei diesem Thema abgibt.

Schönberg selbst war der Meinung, dass von seinen mehreren hunderten Schülern und Schülerinnen nur sechs bis acht komponieren könnten. Schwingt in dem Mangel an Forschung Schönbergs Abwertung für seine Schülerinnen mit, wie sie oft und oft beschrieben wird?

Felix Greissle hat überliefert, das es an den Kammermusik-Sonntagen in Schönbergs Haus Frauen nahezu verboten gewesen wäre, zuzuhören. Schönberg selbst wird zitiert, Frauen nähmen gern mit dem Nächstbesten vorlieb. Dika Newlin, der wir als Herausgeberin das Standardwerk „Style and Idea“ verdanken, überliefert Schönbergs Sympathie für junge Frauen und zugleich seinen Unwillen, jene als Mitarbeiterinnen zu akzeptieren; er glaubte der Platz einer Frau sei zu Hause.

Ein „Zeit-Ton“ als Spurensuche und Forschungswunsch. Gestaltung: Irene Suchy

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Expressive Sublimierung – Streichquartett-Perspektiven (1)

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Tristan Murail: Sogni ombre et fumi für Streichquartett; Quatuor Diotima | Brian Ferneyhough: Dum Transissett I-IV für Streichquartett; Arditti String Quartet | Rebecca Saunders: Unbreathed für Streichquartett; Quatuor Diotima | Enno Poppe: Buch für Streichquartett; Quatuor Diotima | Márton Illés: Streichquartett Nr. 3; Asasello Quartett

Das Streichquartett genießt in der Gegenwartsmusik auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts ungebrochene Aufmerksamkeit. Als angestammtes Experimentierfeld avancierten Komponierens bringt es nach wie vor bemerkenswerte Ausdrucksverdichtungen hervor.

Das Spektrum der kompositorischen Aussagen zwischen klanglicher Innovation und Traditionsbindung ist dabei so groß wie die Vielfalt der Personalsprachen, die die zeitgenössische Musik inzwischen auszeichnet. Und dennoch scheint der Geist einer besonderen Bedeutungsintensität das komplexe Interagieren von vier Streichinstrumenten noch immer zu bestimmen, ohne dass das Streichquartett in gattungstypischen Konventionen erstarren würde. Exemplarische Zugriffe der mittleren Komponistengeneration manifestieren sich in aktuellen Kompositionen von Rebecca Saunders, Brian Ferneyhough, Tristan Murail, Enno Poppe und Márton Illés. Sie schreiben in unterschiedlichster Weise Traditionen struktureller Komplexität, klangfarblicher Ausdifferenzierung und elaborierter Expressivität fort.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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