Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 22.02. bis 28.02.2021

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 8. Besonders zu empfehlen: Do, 25.2.2021 – 21:30 bis 22:30 | hr2-kultur: Subversion im Äther. Die elektroakustische Musik der DDR

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 22.02.2021


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Bratscherin Tabea Zimmermann

Mit Margarete Zander. Sie ist eine der vielseitigsten Musikerinnen der Gegenwart. Auf ihrem Instrument setzt Tabea Zimmermann seit Jahrzehnten Maßstäbe. Daneben ist sie eine musikalische Botschafterin der zeitgenössischen Musik. Komponisten von Weltgeltung wie György Ligeti oder György Kurtág haben für sie neue Werke geschrieben, bis heute gehören Uraufführungen zu ihrem künstlerischen Selbstverständnis. Der Stadt Berlin ist sie seit über 18 Jahren verbunden als Professorin für Bratsche an der Hochschule für Musik Hanns Eisler.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Ein Libero der Klänge – Der Komponist und Perkussionist Michael Kiedaisch

Von Herbert Köhler. Marimbafon und Vibrafon sind in erster Linie die Instrumente des Schlagzeugers und Komponisten Michael Kiedaisch. Der in Freiburg lebende Musiker hat sich in seiner Arbeit vor allem dem sogenannten „instant composing“ verschrieben. Die Grundidee dieser Art zu Komponieren besteht darin, sich in ein produktives Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation zu begeben.

23:03 – 24:00 | Ö1
Musik als Brücke über Lärm und Leere: Das Ensemble Phace mit seinem Programm „Strata“ im Wiener Konzerthaus

Unter dem Motto „Situations“ will das Ensemble Phace in seinem aktuellen, freilich unweigerlich von der Pandemie überschatteten Konzertzyklus im Wiener Konzerthaus Spielräume für persönliche Interpretationen und Brüche mit allumfassenden Wirklichkeiten erschließen. Nach der bedauerlichen Absage des Eröffnungsabends im November 2020 ist dieses zweite, von Nacho de Paz geleitete Programm „Strata“ überschrieben – benannt nach einem Werk von Martin Jaggi, in dem dieser Sopransaxophon, Viola, Schlagzeug und Klavier in immer tiefere und ältere Musikschichten vordringen lässt. In „Situationen/Dialoge“ kreiert Anahita Abbasi unterschiedlichste Zustände, in denen die Musiker/innen in einem erweiterten instrumentalen Kontext mit Klängen, Klangquellen und Zuhörenden in Kommunikation treten: ein Austausch, der nicht nur über Sprache, sondern auch durch rein klangliche Interaktion entsteht und einen Weg zu einer grundlegenden Transformation einzelner Menschen und Gruppen bereiten soll.

Ein Zitat aus Samuel Becketts „Warten auf Godot“ liefert Yair Klartag den Stücktitel: In „There’s no lack of void“ beschäftigt er sich mit dem akustischen Informationsüberfluss, der jede Bedeutung verschluckt. Das Werk ist ein Versuch, ein Überangebot musikalischer Reize abzubilden und im dichten, überwältigenden Mahlstrom musikalischer Ereignisse und Ideen Momente des authentischen, ehrlichen Ausdrucks zu finden, ohne selbstreferenziell um sich selbst zu kreisen. Elisabeth Harnik und Lorenzo Troiani ergänzen das Programm mit zwei neuen Werken für Phace. Gestaltung: Walter Weidringer


di – 23.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Impuls – Sinus – Rauschen (1/3) – Der Sinuston in der zeitgenössischen Musik. Die perfekte Welle

Von Hubert Steins. Der Sinuston ist ein Grundelement der elektronischen Klangsynthese. Er existiert nicht in der Natur und kommt nur als elektronisches Artefakt vor.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Christoph Reiserer: „here we are“ (Christoph Reiserer, Saxofon; Gunnar Geisse, Gitarre; Stefan Blum, Schlagzeug); Volker Nickel: „Drei kurze Szenen“ (Xsemble München); Klaus-Peter Werani: „Tusch und Schutt“ (MGNM Festivalensemble: Peter Hirsch); Tom Sora: „Staub und Schlamm“ (Mitglieder des Ensemble TrioLog München: Stefan Blum); Leopold Hurt: „Erratischer Block“ (ensemble mosaik: Enno Poppe); Peter Michael Hamel: „last minute“ (Peter Michael Hamel, Jan Philip Schulze, präp. Klavier; Stefan Blum, Edith Salmen, Schlagzeug); Nicolaus Richter de Vroe: Trio (Henrik Wiese, Flöte; Aljoscha Zierow, Trompete; Lukas Maria Kuen, Klavier)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Jörg Widmann – Artist in Residence

Jörg Widmann: Dubairische Tänze für Ensemble / 3 Schattentänze für Klarinette / Freie Stücke für Ensemble. Mitglieder des WDR Sinfonieorchesters, Klarinette und Leitung: Jörg Widmann. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus

Jörg Widmann, einer der gefragtesten Komponisten der Gegenwart, führt mit Mitgliedern des WDR Sinfonieorchesters eigene Werke auf und spielt auch als Klarinettist selbst mit.

Dubai und Bayern: wie passt das zusammen? „Vielleicht muss man in die Fremde gehen, um das Eigene zu entdecken“, meint Jörg Widmann. Er wollte sich in Dubai zu einem neuen Werk inspirieren lassen: doch am Persischen Golf ist ihm seine bayerische Heimat plötzlich besonders nahe gerückt. Und das Ergebnis waren seine „Dubairischen Tänze“: bayerische Ländler, die er geistreich und unterhaltsam verfremdet. In den „Drei Schattentänzen“ führt Widmann die klanglichen Möglichkeiten seines Instruments vor. Von Mikrotönen über Mehrklänge bis zu Schattentönen: Das sind Klangtänze der besonderen Art für Klarinette. Klangliche Phänomene wie Puls, Geräusch oder Obertöne bestimmten auch die „Freien Stücke“ für Ensemble, mit denen Widmann als Artist in Residence sein Konzert mit dem WDR Sinfonieorchester beschließt. Erleben Sie die dreifach Begabung Jörg Widmann: als Komponist, Klarinettist und Dirigent!

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Neue Musik aus Mexiko und Spanien

Von Helmut Peters. Der 1978 geborene mexikanische Komponist Victor Ibarra schreibt eine pulsierend-klangfarbenreiche Musik. Er wurde in der Schweiz und in Frankreich ausgebildet, gewann u.a. den ersten Preis des Auditorio Nacional de España und hat gerade ein faszinierendes Album mit dem spanischen Ensemble Vertixe Sonora veröffentlicht. Grund genug, auch den Blick mal wieder auf die spanische Avantgarde zu werfen.

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART

23:03 – 24:00 | Ö1
„Werckmeister Harmonies“ von Johannes Kalitzke: Wien Modern 2020. Johannes Kalitzkes musikalische Auseinandersetzung mit dem Film

„Werckmeister Harmonies“ – so nannte der Komponist und Dirigent Johannes Kalitzke ein Werk für zwölf Instrumente und Elektronik, das beim Festival Wien Modern 2020 im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses durch das Klangforum Wien uraufgeführt wurde. Es ist eine „Lichtspielmusik“, denn die Musik bildet die Charakteristik und die Stationen eines Films ab. Kalitzke hat dafür „Die Werckmeisterschen Harmonien“ gewählt – einen Film des ungarischen Regisseurs Béla Tarr aus dem Jahr 2000, der von unheilvollen Ereignissen in einem ungarischen Dorf erzählt.

„Zeit-Ton“ bringt einen Mitschnitt der Uraufführung vom 18. November 2020 sowie weitere Kompositionen von Johannes Kalitzke. Gestaltung: Philipp Weismann


mi – 24.02.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Hans Fleischer: Klavierkonzert Nr. 1, op. 44 (Oliver Triendl, Klavier; Nürnberger Symphoniker: Peter Kuhn); Kammersinfonie Nr. 1, op. 23 (Fränkisches Landesorchester: Erich Kloss); Ludwig Gebhard: Sonate, op. 5 (Ernst Gröschel, Eva Thoma, Klavier); Wilhelm Heinrich Vielhaber: Klarinettenquintett c-Moll (Hans Ammon, Klarinette; Willi Horváth, Gertrud Lang, Violine; Friedrich Meyer, Viola; Kurt Weiß, Violoncello); Wilhelm Keilmann: Klavierquartett fis-Moll, op. 60 (Wilhelm Kempff Ensemble)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Farbige Felder – Musik zu den Bildern von Mark Rothko

Kaum ein bildender Künstler des 20. Jahrhunderts inspirierte so viele verschiedene Komponisten zu so unterschiedlichen Musikwerken wie Mark Rothko. Die Kunstwelt beeindruckte Rothko mit Bildern, die aus großformatigen Farbflächen bestehen.

Die Tate Gallery widmete ihm einen eigenen Raum, in Houston wurde sogar eine ganze Kapelle für ihn errichtet. Die Vertonungen seiner Farbfeldmalereien reichen von Neuer Musik bis hin zu Jazz und Pop.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT – Ensemble Recherche

Mit Werken von Anda Kryeziu, Emilio Guim, Matias Vestergård-Hansen und Ricardo Eizirik. Vom 3. bis zum 7. Februar ist im Stuttgarter Theaterhaus das ECLAT-Festival geplant. In diesem Jahr widmet sich das Festival für die Musik der Gegenwart vor allem den kammermusikalischen Formaten.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl


do – 25.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klangwerkstatt Berlin – Kunstquartier Bethanien

Aufzeichnungen vom 07. / 08.11.2020. Stefan Streich: „5 Strophen Bassflöte“ für Bassflöte solo mit Stimme; Beatrix Wagner – Flöte und Stimme | Seong-Jin Hong: „Neues Werk“ für Flöte, Klarinette, Violoncello, Klavier; Ensemble Reflexion K | Johannes Kreidler: „Fremdarbeit – eine andere Version“ für Flöte, Violoncello, Keyboard, Schlagzeug, Zuspiel und Moderator (Auszug) | Neo Hülcker: „Mitarbeit – Nacharbeit“ für Flöte, Oboe, Klarinette, Violoncello, Klavier, Schlagzeug und Video (Auszug) | Joshua Alvarez Mastel: „spread in lobes like lichen on rock“ für Flöte, Klarinette, Saxofon, Violine, Viola, Violoncello und Sampler; ensemble mosaik

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Heinz Störrle: Konzert (Hans Wolf, Giuseppe Solera, Otto Staniloi, Norbert Nagel, Saxofon; Münchner Rundfunkorchester: Iain Sutherland); Richard Trunk: „Schmerz“, op. 41, Nr. 2; „Schlafen, schlafen“, op. 41, Nr. 3; „Der Sommerfaden“, op. 41, Nr. 4; „Tanzlied“, op. 41, Nr. 5; „Der Feind“, op. 41, Nr. 6 (Erwin Spaett, Bariton; Max Frey, Klavier); Jan Koetsier: „Mühldorfer Serenade“ op. 61 (Münchner Rundfunkorchester: Jan Koetsier); Robert Owens: Fünf Lieder nach Texten von Langston Hughes, op. 29 (Alban Lenzen, Bariton; Robert Owens, Klavier); Rolf Wilhelm: Concertino (Steven Mead, Eufonium; Lillestrom Musikkorps: Gert Buitenhuis); Detlef Wolter: Divertimento Nr. 4 (Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
verbergen und schützen | Musik mit und über Masken (1)

Das Virus Covid-19 hält uns in Schach: gesellschaftlich und privat, physisch und psychisch. Nasen- und Mundbedeckungen, sogenannte Corona-Masken gehören längst zum Alltag in diesen schwierigen Zeiten. Masken sind gelegentlich auch ein Thema in der Musik, nicht nur, wenn es um Karneval oder Kostümbälle geht.

Toru Takemitsu (1930-1996): „Masques“ (1959/60) für zwei Flöten -Laura Gilbert, Flöte; Patricia Monson, Flöte. (Aufnahme: Juli 1999, Suny Purchase Recital Hall, Purchase N.Y., USA) | George Crumb (* 1929): „Vox Balaenae“ (1971) für Flöte, Violoncello und Klavier – Trio Wiek (Christina Fassbender, Flöte / Justus Grimm, Violoncello / Florian Wiek, Klavier). (Aufnahme: 2. April 2012, Reitstadel in Neumarkt durch den Bayerischen Rundfunk) | Hans Werner Henze (1926-2012): „Carillon, Récitaif, Masque“ für Mandoline, Gitarre und Harfe – Ensemble Villa Musica (Detlef Tewes, Mandoline / Jürgen Ruck, Gitarre / Ellen Wegner, Harfe). (Aufnahme: 15. Dezember 2005, Fürstliche Reitbahn, Bad Arolsen durch Musikproduktion Dabringhaus und Grimm) | Gordon Kampe (* 1976): „Masque“ (2020) für Ensemble und großes Orchester – Ensemble LUX:NM (Ruth Velten, Saxophon / Silke Lange, Akkordeon / Florian Juncker, Posaune / Beate Altenburg, Violoncello / Vitaly Kyianytsia, Klavier); Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin; Dirigent: Brad Lubman

(Aufnahme: 19. Januar 2020, Aufnahme der Uraufführung in der Akademie der Künste, Berlin durch Deutschlandfunk Kultur)

Der US-amerikanische Komponist George Crumb schreibt für die Aufführung seines Trios „Vox Balaenae“ (Stimme des Wales) vor, dass die Interpreten schwarze Masken tragen mögen. Inspiriert von den Gesängen der Buckelwale, ist das 1971 entstandene Stück eine Reflexion über das Leben, die Kommunikation zwischen der Natur und – selbst ein Teil davon – dem Menschen, der nicht sehen will, was er zerstört. Die Masken im traditionellen japanischen Nô-Theater faszinieren den Tokioer Komponisten Toru Takemitsu nachhaltig: 1959/60 reagiert er darauf mit dem rhapsodischen Flöten-Dialog „Masques“. Auch die Masken-Musiken von Hans-Werner Henze und Gordon Kampe verdanken sich dem Theatralischen: fotografische Standbilder im Fernsehen vor dem eigentlichen Sendebetrieb bildeten den Impuls für Henze; die englische „Masque“, ein höfisches Maskenspiel des 16./17. Jahrhunderts, einem Vorläufer der Barockoper mit maskierten Darstellern, regte Kampes Concerto-grosso-Fantasie an.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Friedrich Cerha, „die reihe“ und die Freiheit

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Subversion im Äther. Die elektroakustische Musik der DDR

Eine Sendung von Folkmar Hein und Michael Hoeldke. Die Elektroakustische Musik hat es nicht leicht. Nirgendwo. Und in der DDR war sie ein Genre jenseits von Gut und Böse.

Selbst die politischen Kontrollorgane zeigten wenig Interesse für diese arrivierte Lautsprecherkunst. Zum Glück! So wurde sie nie wirklich verboten und in den letzten Jahren vor dem Mauerfall sogar gefördert. Es lohnt sich, sie zu erkunden, nachdem sie lange weitgehend ignoriert worden ist. Die Berliner Elektronen-Experten Folkmar Hein und Michael Hoeldke haben einige ihrer wichtigsten Protagonisten besucht, ordentlich recherchiert und viel Musik gesammelt. Das Ergebnis ist eine spannende Geschichte, bis heute.

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Erlösung. Ein Making Of – Von Claudia Weber

Mit: Fabian Hinrichs, Michael Rotschopf und Nele Roll. Regie: Claudia Weber. (Produktion: SWR 2018)

Der Dokumentarfilmer Phillipp muss beim Final Cut seines Films feststellen, dass heutzutage Moral als Thema gar nicht so leicht über einen dokumentarischen Ansatz zu erfassen ist – die Leute lügen, dass sich die Balken biegen und verstehen alle etwas anders unter „Moral“. Helfen könnte da vielleicht sein Freund Wolf und sein Sinn für Fiction. Das könnte den Film retten. Aber damit fangen die Schwierigkeiten in diesem unterhaltsamen wie unpädagogischen, um die Schwächen des Menschen wissenden Stückes erst richtig an: Sie führen Phillipp in seine durchaus amoralische Kinder- und Jugendzeit.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Enjott Schneider: „Water – Element of Infinity“; „Pictures of Yang Guifei“ (Łukasz Długosz, Agata Kielar-Długosz, Flöte; Silesian Philharmonic: Mirosław Jacek Błaszczyk)

23:03 – 24:00 | Ö1
Interstellar Records. 20 Jahre, 50 Veröffentlichungen.

Anlässlich der Gründung von Interstellar Records im Frühjahr 2001 erscheinen diesen Frühling vier Alben, u.a. vom Ottensheimer Improvisationsmusiker Gigaldi, dem Zagreber Gitarristen Franjo Glušac und dem MRM Trio, in dem auch Interstellar-Chef Richard „Richie“ Herbst spielt. Mehr als 50 Tonträger hat eines der vielseitigsten und abenteuerfreudigsten österreichischen Labels zwischen Noise Rock, Klangkunst und freiem Jazz herausgebracht. Der Zeit-Ton widmet dem Grazer Label ein Porträt.

Interstellar Records wurde von einem Dreier-Team in Linz begründet. Nachdem Richie Herbst dort lange als Veranstalter tätig gewesen war, ging er nach Graz. Seitdem organisierte er etliche Konzert- und Club-Reihen, war beim Grazer freien Radio und ist seit einiger Zeit auch und besonders als Musiker aktiv; u.a. in den Projekten Regolith und FS Massaker.

In den Anfangsjahren veröffentlichte Interstellar Records hauptsächlich österreichische Noise-Rock-Gruppen. Der Fokus erweiterte sich dann in Richtung Bands aus Ex-Jugoslawien sowie stilistisch zu den losen Rändern zwischen Elektronik und Jazz. Aus dem Labelkatalog seien herausgegriffen: Bug, Reflector, Peach Pit, Metalycée, Angélica Castello, Stefan Fraunberger, das Debüt des oberösterreichischen Dialekt-HipHop-Duos Äffchen & Craigs oder das Solo-Debüt von Didi Kern mit Fieldrecordings.

Natürlich auch für Interstellar Records brachte Corona einen Totalausfall der Live-Veranstaltungen im Jahr 2020. Geplant sind aktuell Label-Präsentationen, aber kein eigenes Festival. Umso mehr nutzte man die Zeit dafür, Musik zu veröffentlichen: „Home“ ist das Solo-Debüt-Album des Peach-Pit-Gitarristen Franjo Glušac. Mit diesem Album wird die 50. Release gefeiert. Stirb ist das Projekt des Wiener Musikers und Künstlers Arnulf Rödler mit der Arbeit „Segregation“. Interstellar Nr. 52 ist „Aire“, das neue Solo-Werk von Gigi Gratt unter dem Namen Gigaldi. Das aus der serbischen Pianistin Marina Džukljev, Richie Herbst am modularen Synthesizer und dem kroatischem Elektroakustiker Miodrag GladoviÄ bestehende MRM Trio bringt ihr gleichnamiges Debüt heraus.

Im Zeit-Ton lässt Richie Herbst 20 Jahre Interstellar Records Revue passieren und erzählt von aktuellen Aktivitäten des Labels. Gestaltung: Heinrich Deisl


fr – 26.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Schwerpunkt: Hier is woanders

My Place / My Sound – Dreaming with Ears. Von Hojo + Kraft. Stimmkünstler: Christian Reiner. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2021. Länge: 52’02. (Ursendung)

Ein Hörstück über die intimen inneren Klangwelten von Menschen aus Tokio und aus dem Engadin.

„Was hörst du, wenn du an den Ort denkst, an dem du aufgewachsen bist oder lebst? Welche Klänge und Geräusche geben dir ein Gefühl von Heimat?“ Diese Fragen stellten Tomoko Hojo und Rahel Kraft Menschen aus dem dicht besiedelten Stadtteil Ueno in Tokio und aus dem Engadin in den Schweizer Alpen. Die Hör-Erinnerungen reichten vom Kirschbaum, der nachts sanft gegen die Fensterscheibe schlug, bis zu den Schritten des großen Bruders im Hausflur. Mit Field Recordings, Improvisationen vor Ort und Literaturzitaten erwecken die beiden Künstlerinnen intime Klangwelten erneut zum Leben.

„Hojo + Kraft“: Das sind die beiden Klangkünstlerinnen Tomoko Hojo und Rahel Kraft. Seit 2016 arbeiten sie zusammen. Beide haben Sound Art an der University of the Arts in London studiert. In Performances und Audiowalks ergründen sie Fragen zu Heimat und Erinnerung im Sound. 2020 Veröffentlichung der Platte „Shinonome“ auf dem Label LINE.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Ändere die Welt, sie braucht es – Bertolt Brechts Lieder in Griechenland

Von Christian Lösch. In Griechenland wurde Bertolt Brecht erst nach seinem Tod 1956 entdeckt, doch seitdem entfaltete sein Werk ein starkes Eigenleben, vor allem in der Musik. Brecht wurde aufgenommen in eine reichhaltige griechische Liedkultur, die zum Nachdenken über den Zustand der Welt anregt und die Möglichkeit aufscheinen lässt, dass gesellschaftliche Verhältnisse veränderbar sind. Griechische Vertonungen seiner Verse zwischen Klassik und Rock sind in der weiter vorherrschenden Krise des Landes beständig im öffentlichen Rundfunk zu hören. Für seine Sendung sprach Christian Lösch mit griechischen Künstlern über die Bedeutung von Brechts widerständiger Poesie in Anbetracht einer Gesellschaft, in der die seichte Unterhaltung der Massenmedien tonangebend ist.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Der Ozeanflug“ von Bertolt Brecht

Brechtfestival 2021 – Der Ozeanflug. Ein Radiolehrstück für Knaben und Mädchen. Von Bertolt Brecht. Mit Ekkehard Schall und dem Sprecherkinder-Ensemble Berlin. Komposition: Tilo Müller-Medek. Regie: Kurt Veth. Radio DDR 1969.

Im Anschluss: Hörspiel des Jahres 2020 Preisverleihungspodcast

Autor: Thomas Böhm. Der Amerikaner Charles Lindbergh überquerte 1927 als erster Mensch den Atlantik in einem Flugzeug. Das Ereignis machte Brecht zwei Jahre später zur Grundlage seines Radiolehrstücks. Am Beginn einer „neuen Zeit“, von der er sich nicht nur eine wissenschaftlich-technische Revolution erhoffte, sondern auch eine soziale, wollte er von der „Anstrengung zur Verbesserung des Planeten“ erzählen.

Im Anschluss: Hörspiel des Jahres 2020 Preisverleihungspodcast

Autor Thomas Böhm. Mit der Jury des gastgebenden BR 2020, Anna Steinbauer, Lisa Katharina Förster und Gerald Fiedler, mit den PreisträgerInnen Özlem Özgül Dündar, Claudia Johanna Leist und Gerrit Booms und mit kurzen Grußworten von Barbara Schäfer und Katarina Agathos.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton

23:03 – 24:00 | Ö1
Die Online Ausgabe des Music unlimited Festivals 2020 – Music unlimited 2020. In Stream. (Teil 1)

Der zweite Lockdown traf die Kulturveranstalter/innen zwar nicht unerwartet, aber dennoch hart. Den Sommer über hatten Festivalveranstalterinnen und -veranstalter penibel genaue Hygienekonzepte entwickelt, hatten das Programm angepasst und Vieles mehr. Und dann hieß es für viele dennoch: aus, keine Live-Konzerte, kein Publikum im Saal. Music unlimited machte seinem Namen alle Ehre. Wolfgang Wasserbauer und seine Crew sagten sich, ok, Corona lässt uns zwar kein Live-Festival mit dem ursprünglich angedachten internationalen Programm und voll besuchtem Saal machen, aber ausfallen so ganz und gar? Kommt nicht in Frage. So fand das traditionsreiche Festival in Wels als Streamingfestival statt. Drei Abende im November mit je drei Konzerten fast ausschließlich in Österreich lebender Musikerinnen und Musiker + Stimmkünstler Jaap Blonk. Dazwischen gab es Gespräche. Zeit-Ton lässt die Konzerte noch einmal Revue passieren und sendet in zwei Ausgaben Ausschnitte des Festivals.  Gestaltung: Nina Polaschegg


sa – 27.02.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Ändere die Welt, sie braucht es – Bertolt Brechts Lieder in Griechenland

Von Christian Lösch. In Griechenland wurde Bertolt Brecht erst nach seinem Tod 1956 entdeckt, doch seitdem entfaltete sein Werk ein starkes Eigenleben, vor allem in der Musik. Brecht wurde aufgenommen in eine reichhaltige griechische Liedkultur, die zum Nachdenken über den Zustand der Welt anregt und die Möglichkeit aufscheinen lässt, dass gesellschaftliche Verhältnisse veränderbar sind. Griechische Vertonungen seiner Verse zwischen Klassik und Rock sind in der weiter vorherrschenden Krise des Landes beständig im öffentlichen Rundfunk zu hören. Für seine Sendung sprach Christian Lösch mit griechischen Künstlern über die Bedeutung von Brechts widerständiger Poesie in Anbetracht einer Gesellschaft, in der die seichte Unterhaltung der Massenmedien tonangebend ist.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Bodily Functions – Inside Out

Der eigene Körper als Klangquelle beschäftigt uns in in dieser Ausgabe von open sounds. Über die Stimme wird viel geredet, Fingerschnipsen und Klatschen sind weit verbreitet, aber es gibt auch noch verschiedene andere Eigenschaften des Körpers, die genutzt werden, um damit Klänge zu erzeugen. Möglichkeiten dafür sind die direkte Mikrofonierung von Geräuschen des Körpers und auf dem Körper. Aber auch die Sonifikation, also die Übersetzung von Daten in Klang, ist ein Weg, Sounds, die mit dem Körper in Verbindung stehen, zu generieren. Musiker*innen und Künstler*innen, die sich in diesem Feld bewegen, findet man sowohl in der Nähe der Wissenschaften als auch im Pop. Die Übergänge sind fließend bzw. Inspirationen verlaufen wechselseitig. Diese Frage nach der Ästhetik der Körperklänge führt uns z.B. mit den Künstler Phil Dadson in die Vergangenheit, mit der Musikerin Gazelle Twin in die Gegenwart und dem Gitarristen Hans Tammen und seiner „Endangered Guitar“ zu einer der Zukunft vorauseilenden Avantgarde.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Sabine Liebner spielt Scelsi

Giacinto Scelsi: Suite n.8 – „Bot-Ba“ (Ausschnitte) / Suite n. 11 (Ausschnitte). Sabine Liebner, Klavier

Am Mikrofon: Yvonne Petitpierre. Giacinto Scelsi, Jahrgang 1905, beschäftigte die Suche nach Wahrheit im Innern des Klangs. Ein zentrales Instrument war für ihn das Klavier. Den Serialisten, die alle musikalischen Parameter zu definieren versuchten, stand er als Außenseiter entgegen. Nicht zuletzt, weil er all seine Werke, die aus dem Improvisieren entstanden, mit fremder Hilfe notierte oder von Tonbändern abschreiben ließ. Ende der 50er-Jahre begann Scelsi, seine vielen Klavierminiaturen zu größeren Werken zusammenzufassen. Die Reihe seiner Klaviersuiten begann mit der Nr. 8, die die Münchner Avantgarde-Spezialistin Sabine Liebner für das Label WERGO im Deutschlandfunk Kammermusiksaal neu eingespielt hat. Ihre leise verklingenden Einzeltöne lassen an meditative Versenkung denken. Ob die Suite mit dem Titel „Bot-Ba“ tibetische Spiritualität reflektiert, bleibt unklar – wie so vieles in Scelsis verrätseltem Werk. Die gleichfalls aufgenommene Suite Nr. 11 ist durch wilde pianistische Ausbrüche charakterisiert. Sie wurde erst nach Scelsis Tod 1988 uraufgeführt.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Die Welt ist, wofür ich sie halte

von Andreas Weiser. „Das Rauschen des Meeres, eine Polizeisirene, der brasilianische Urwald … Die Sounds der Welt können wir nicht gleichzeitig hören, obwohl es im globalen Dorf möglich wäre.

So selektieren wir, hören das, was wir gerade hören wollen – und konstruieren aus verschiedenen Klängen z.B. einen Gassenhauer, der sich zu sinfonischen Gemengen transformieren kann. Mein Computer ist hier der Mittler zwischen meinen Aufnahmen von Reisen nach Brasilien, Afrika etc.“ [Andreas Weiser]. Musik & Realisation: Andreas Weiser. hr 2001

Andreas Weiser, Jahrgang 1957, Musiker, Komponist und Autor für Theater, Film und Hörspiel, lebt in Berlin. Seine Laufbahn als freier Journalist, Autor und Regisseur begann in den 1980er Jahren. Seither enstanden zahlreiche Radiofeatures, Hörspiele und Hörbücher aus etlichen Langzeitaufenthalten in Brasilien und anderen Orten der Erde, u.a. auch für Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Außerdem komponiert er Musiken für Fernsehen (u.a. Tatort), Radio und Theater.


so – 28.02.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Beethoven – Ein Genie und sein Gefolge (5)

Das Werk eines Meisters wie Beethoven bleibt nicht unverändert. Seine Sinfonien werden für den Hausgebrauch in Trios umgeschrieben, Streichquartette verwandeln sich in Klaviersonaten und die Erfolgsstücke des Meisters inspirieren nachgeborene Komponisten zu ganz Neuem.

Im verlängerten Beethoven-Jubiläumsjahr gibt es all das in klangfrischen Neuaufnahmen zu hören. Dies ist die letzte Folge eines Streifzugs durch die Welt der Bearbeitungen und Neuschöpfungen von Beethovens Werk.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Das beliebteste Gitarrenfestival Deutschlands ist die Rotenburger Gitarrenwoche. 2019 war der italienische Gitarrenvirtuose Lorenzo Micheli mit dabei und überzeugte sein Publikum wiedereinmal mit einem abwechslungsreichen Abend Musik der unterschiedlichen Epochen.

22:08 – 22:55 | Ö1
Jet Lag All Stars Radio Show – Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Homeoffice (11) PHØNIX16

Karlheinz Stockhausen: Mikrophonie II für Chor, Hammondorgel, Mikrofone, Ringmodulatoren und Tonband | Sergej Newski: No aire here, Ursendung | Mathias Monrad Møller: Tiffany für 6 SängerInnen und 8 Lautsprecher | Juliana Hodkinson: (something in capitals) für Stimmen und Instrumente | Dieter Schnebel: Für Stimmen

PHØNIX16, Leitung: Timo Kreuser. Nicht alle Ensembles erleben die Corona-Zeit als Kreativitätsschub. Das Berliner Kollektiv PHØNIX16 schon. Die 12 Sänger*innen, die zusammen mit einem Composer in residence, einem Klangregisseur, einer künstlerische Produktionsleitung und einer produktiven Kunstleitung auf die namensgebende Zahl 16 kommen, erforschen neues Terrain dies und jenseits des reinen Gesangs, sie experimentieren mit Film, Raumklang, Installationskonzepten, akustischen Instrumenten und Elektronik. Seit 2012 bringt das Berliner Ensemble neue Werke zur Uraufführung oder entdeckt alte Kompositionen neu wie die „Kompositionen im falschen Körper für die falsche Besetzung“, die sie ihrer vermeintlich ihrer reinen Bestimmung“ für Stimmen zuführen. In „homeoffice“ sind einige ihrer Corona-Arbeiten zum ersten Mal zu hören.

 

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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