Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 09.11. bis 15.11.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 46. #netzspielsommer | Paul Hindemith in den 20er Jahren | Branko Galoić | 10 Jahre New Adits. Festival gegenwärtiger Musik | „Acoustic Intelligence“ als digitale Medientechnologie | Stromlinie reloaded | Mein lieber Herr Gesangsverein! Oder: Was passiert, wenn Männer singen | 450 Jahre Staatskapelle Berlin | „Das Röcheln der Mona Lisa“ | Radiokunst im öffentlichen Raum |  Musik und Raum | Von Donaueschingen aus in die Welt | Der norwegisch-samische Mezzosopran Adrian Angelico | Huddersfield Contemporary Music Festival | „Neue Musik in Delmenhorst am 11.11.“ | Syrische zeitgenössische Kammermusik aus zwei Generationen | Luis de Pablo | Zeynep Gedizlioğlu | Roland Kayn | Klangspuren 2020 | Hans Zender.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


09.11.2020


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist und Dirigent Hans Zender

Mit Andreas Göbel. Er hat die Neue Musik in gleich mehrfacher Hinsicht entscheidend geprägt und mitgestaltet: Hans Zender hat als Dirigent zahllose Werke ur- und erstaufgeführt, als Komponist mit seiner Oper „Stephen Climax“ oder seiner komponierten Interpretation von Schuberts „Winterreise“ Erfolge gefeiert, sich aber auch mit seinen Büchern als Musikdenker einen Namen gemacht.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Neue CDs

Thomas Wally: Jusqu’à l’aurore | Robin Hoffmann: Dinge im Radio | Studio Dan: Breaking News | Catherine Lamb: wave/forming (astrum). Vorgestellt und diskutiert von Björn Gottstein, Lydia Jeschke, Michael Rebhahn und Leonie Reineke

23:03 – 24:00 | Ö1
Klangspuren 2020 – Sich häutende Spinnen und nachdenkliche Klänge beim Abschlusskonzert der Klangspuren Schwaz

Innsbruck statt ursprünglich geplanter China-Tournee – das Klangforum Wien bestritt am 20. September 2020 das Abschlusskonzert der Klangspuren Schwaz. Mit einer Uraufführung, die ursprünglich im März geplant war und einer österreichischen Erstaufführung. In „a stir among the stars, a making way“ setzt sich Clara Iannotta mit dem Phänomen der Häutung auseinander. Gleichzeitigkeit verschiedener Zeiten ist es, was sie immer wieder fasziniert. Ein eigenes Streichquartett findet unbemerkt Eingang. Komponiert hat sie feinste changierende Klangflächen, deren Farbigkeiten, Reibungen, Vorder- und Hintergründe exakt austariert sind.

Liza Lim schreibt Nachdenkliches ohne erhobenen Zeigefinger zum Thema Klimawandel. Aussterbende Tierarten, Plastikmüll im Meer. Von der Fülle zur Eindimensionalität und Kargheit handelt ihr Stück „Extincion Events and Dawn Chorus“ auch musikalisch-klanglich. Gestaltung: Nina Polaschegg


10.11.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Von Aggregaten und Klangbändern – Die kybernetische Musik Roland Kayns

Von Hubert Steins. Roland Kayn (1933-2011) ist ein wenig bekannter und fast vergessener Vertreter der Nachkriegsavantgarde. Seine großen elektronischen Werke wurden in jüngster Zeit neu veröffentlicht.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Viera Janárceková: Konzert (Oliver Klenk, Klarinette; Stefanie Schumacher, Akkordeon; Quasars Ensemble: Ivan Buffa); Dorothee Eberhardt: „Sträuße“ (Birgit Götz, Klarinette; Sreten Krstic, Violine; Peter Wöpke, Violoncello; Micaela Gelius, Klavier); Minas Borboudakis: „Krousis“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks; Münchner Rundfunkorchester: Andreas Sebastian Weiser); Markus Zahnhausen: „Musica inquieta“ (Susanna Laurin, Blockflöte); Gloria Coates: Symphonie Nr. 7 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Olaf Henzold)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Irgendwie hatte ich aufgehört, mich zu bewegen – Die Komponistin Zeynep Gedizlioğlu bekommt viele Aufträge

Von Margarete Zander. Komponieren ist ein einsames Geschäft und läuft sowieso immer wie in Quarantäne – möchte man meinen. Doch Zeynep Gedizlioğlu hatte der Lockdown völlig aus dem Arbeitsrhythmus geworfen. Die beiden Orchesterwerke, an denen sie arbeitete und das neue Werk für das Scharoun-Ensemble der Berliner Philharmoniker stockten. Die türkisch-deutsche Komponistin erzählt, wie sie die Blockade überwunden hat und sich mit jedem Auftrag einer neuen Herausforderung stellt.

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Goldmund Quartett

Bryce Dessner: „Aheym“; FazÄl Say: Streichquartett, op. 29

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Luis de Pablo

Mit Eckhard Weber. Luis de Pablo gehört zu einer Generation spanischer Komponisten, die sich während der Franco-Diktatur für die Neue Musik einsetzten und den Austausch mit der internationalen Szene suchten, etwa 1959 bei den Darmstädter Ferienkursen. Kürzlich wurde der 90-jährige Komponist für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen des Musikfests der Biennale von Venedig ausgezeichnet.

23:03 – 24:00 | Ö1
Zeitgenössische Kammermusik aus Syrien – Syrische zeitgenössische Kammermusik aus zwei Generationen

Als Damaskus 2008 Kulturhauptstadt der arabischen Welt wurde, gründete der Klarinettist Kinan Azmeh „The Damascus Festival Chamber Players“. Mit diesem Ensemble widmete er sich der zeitgenössischen Musik syrischer Komponisten, die alle auch international Anerkennung fanden: Nouri Iskandar und Dia Succari, beide Jahrgang 1938 mit musikalischen Wurzeln in Aleppo, und die Komponisten Kareem Roustom, Zaid Jabri und Shafi Badreddin (alle geboren in den 1970er Jahren). Die Werke reflektieren die Auseinandersetzung der Komponisten mit traditioneller arabischer Musik und Poesie in unterschiedlicher Weise und setzen individuelle Akzente.  Gestaltung: Nadja Kayali


11.11.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Ulrich Schultheiß: Klavierquartett Nr. 1 – „Movimenti 1…4“ (Henschel-Klavierquartett); Klaus Treuheit: „Cielo catanes“ (Klaus Treuheit Trio); Christof Johannes Weiß: „Saitengesang“ (Jonas Palm, Violoncello; Philipp Heiß, Klavier); Marcus Maria Reißenberger: „MEM 11“ (Ensemble Maderna)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Beethoven – Ein Genie und sein Gefolge (2)

Das Werk eines Meisters wie Beethoven bleibt nicht unverändert. Seine Sinfonien werden für den Hausgebrauch in Trios umgeschrieben, Streichquartette verwandeln sich in Klaviersonaten.

Nie vollendete Werke werden von fremder Hand fertiggestellt und die Erfolgsstücke des Meisters inspirieren nachgeborene Komponisten zu ganz Neuem. Im Beethoven-Jubiläumsjahr gibt es all das in klangfrischen Neuaufnahmen zu hören. Dies ist die zweite Folge eines Streifzugs durch die Welt der Bearbeitungen, Vollendungen und Neuschöpfungen von Beethovens Werk.

21:14 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Vocoder Ensemble – Drei Frauen – Drei Männer

„Stillos glücklich“. Wie das junge Hamburger Vokalensemble Vocoder sich selbst erfindet. Ein Porträt von Petra Rieß

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Die Reihe „Neue Musik in Delmenhorst am 11.11.“

Unter anderem: Franco Evangelisti: „Aleatorio“ – Minguet Quartett | Hans-Joachim Hespos: „q i“ – Tonband-Komposition. (Konzertausschnitte aus dem Theater „Kleines Haus“ in Delmenhorst)

Seit 1969 kuratiert der Komponist Hans-Joachim Hespos (*1938) die Konzertreihe „Neue Musik in Delmenhorst am 11.11.“. An den meist klein besetzten Programmen lässt sich Musikgeschichte ablesen – aus der Perspektive eines einzelnen Akteurs, der sich für Neue Musik in der Region engagiert. Etliche Ensembles traten hier auf, Uraufführungen sind an der Tagesordnung. Hespos selbst gilt als radikaler Nonkonformist. Ihn bewegt, die Musik vor dem Abgleiten in die Belanglosigkeit des Mainstreams zu bewahren. In der SWR2 JetztMusik stellen wir Mitschnitte aus den vergangenen Jahren der Konzertreihe vor.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Zudem porträtieren wir jeweils ein Mitglied des Klangforum Wien, das heuer seinen 35. Geburtstag feiert. Gestaltung: Marlene Schnedl


12.11.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Huddersfield Contemporary Music Festival

Bates Mill Blending Shed. Aufzeichnung vom 23.11.2019 — Frank Denyer: „Woman, Viola and Crow“ – Elisabeth Smalt, Viola, Stimme, Schlaginstrumente | Morton Feldman: „Intersection 3“ für Klavier, „Extensions 3“ für Klavier – Philip Thomas, Klavier | Hanna Hartman: „Horizontal Cracking In Concrete Pavements“ – Anthony Brown, Saxofon; Carl Raven, Saxofon; Hanna Hartman, Elektronik | Evan Parker: Improvisation – Evan Parker Electro-Acoustic Quartet

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Henrik Ajax: Streichsextett (Sonja Starke, Ágnes Pusker, Violine; Madeleine Przybyl, Benedikt Schneider, Viola; Sarah Wiederhold, Hendrik Blumenroth, Violoncello); Ernst Schiffmann: Duo, op. 88 (Erich Keller, Violine; Elisabeth Schwarz, Klavier); Frank Michael: Streichquartett (Leopolder-Quartett); Stefan Mickisch: Improvisation und Fuge (Stefan Mickisch, Klavier); Karl Amadeus Hartmann: „Friede anno 48“ (Sigrid Plundrich, Sopran; Siegfried Mauser, Klavier; via-nova-Chor München: Kurt Suttner)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Die Melancholie des modernen Kastraten – Der norwegisch-samische Mezzosopran Adrian Angelico

Die Rolle des Octavian in Richard Strauss’ Oper „Der Rosenkavalier“ stellt die herkömmlichen Geschlechterrollen in Frage: Für Sopranstimme geschrieben, tritt der junge Adelige als klassische Hosenrolle auf, in der er erfolgreich die Marschallin bezirzt – um nur kurz darauf wiederum als Frau verkleidet auch dem Baron Ochs gehörig den Kopf zu verdrehen. Der norwegisch-samische Mezzosopran und gefeierte Octavian-Interpret Adrian Angelico erweitert dieses ernste Spiel nun um eine zusätzliche Dimension. Mitten in seiner steilen Karriere als Mezzosopranistin entschied er sich, seiner inneren Stimme zu folgen und auch äußerlich zum Mann zu werden. Und lernte dabei, wie Octavian auf überholte Rollenmuster zu pfeifen. Im Interview berichtet er von seinem Werdegang: von ersten Gesangsübungen im Hühnerstall und seiner steilen Karriere in London, Zürich, Bregenz und Oslo. Er blickt auf seine samischen Wurzeln und die samische Musik, den Joik. Und er erzählt von seiner besonderen Verbundenheit mit den barocken Kastraten, die musikalische Ausnahmeerscheinungen, aber immer auch gesellschaftliche Außenseiter waren. Eine Sendung von Martin Hollmann

20:04 bis 22:30 | hr2-kultur
Von Donaueschingen aus in die Welt – Musik von Mathias Spahlinger, Vinko Globokar, Iannis Xenakis und Georg Friedrich Haas

Die 1921 gegründeten Donaueschinger Musiktage, die 2020 zum ersten Mal Pandemie-bedingt abgesagt werden mussten, gehören zu den wichtigsten Uraufführungs-Festivals in der internationalen Klanglandschaft. Aufführung auf den Donaueschinger Musiktagen

Mathias Spahlinger (*1944): „passage/paysage“ (1989/90) für großes Orchester – SWR Sinfonieorchester, Leitung: Michael Gielen (Studioproduktion im SWR Studio am 17. Oktober 1990 anlässlich der öffentlichen Uraufführung am 21. Oktober bei den Donaueschinger Musiktagen) | Vinko Globokar (*1934): „Masse, Macht und Individuum“ (1994/95) für Orchester und vier Instrumentalsolisten – Magnus Andersson, Gitarre, Teodoro Anzelotti, Akkordeon, Jean-Pierre Drouet, Schlagzeug, Stefano Scodanibbio, Kontrabass, SWR Sinfonieorchester, Leitung: Michael Gielen (Aufzeichnung der Uraufführung am 22. Oktober 1995 bei den Donaueschinger Musiktagen) | Iannis Xenakis (1922-2001): „Ioolkos“ (1996) für großes Orchester – SWR Sinfonieorchester, Leitung: Kwamé Ryan (Aufzeichnung der Uraufführung am 20. Oktober 1996 bei den Donaueschinger Musiktagen) | Georg Friedrich Haas (*1953): „Hyperion“ (für rosalie). Konzert für Licht und Orchester (2006) – SWR Sinfonieorchester, Einstudierung: Rupert Huber (Aufzeichnung der Uraufführung am 22. Oktober 2006 bei den Donaueschinger Musiktagen).

Mehrere hundert Kompositionen aus aller Welt, Orchester- und Kammermusik, und später auch Klangkunstarbeiten drangen am Rande des Schwarzwaldes erstmals in öffentliche Ohren. Manche davon wurden weltberühmt, traten von Donaueschingen aus internationale Reisen an, kürzere wie längere, mithin dauerhafte. Denn einige Werke schafften sogar den Weg ins Repertoire. Hingegen wurden viele andere Stücke sogleich und teils völlig zu Unrecht vergessen. Nicht selten ist in der Neuen Musik – zu allen Zeiten übrigens – die Erstaufführung auch die Letztaufführung. Doch ein wiederholtes Hören lohnt sich oft. Und das Klangarchiv der Donaueschinger Musiktage hält vieles vor, das den erneuten Ohrenblick verdient. Schließlich ändern sich die Zeiten stetig: nicht nur gegenwärtig, auch in der Rückschau.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Musik und Raum

György Kurtág: Grabstein für Stephan (in memoriam Stephan Stein) für Gitarre und im Raum verteilte Instrumentalgruppen | Johannes Wallmann: Gleich den Vögeln für 4 weit voneinander entfernte Sopransaxophone | Salvatore Sciarrino: Lo spazio inverso | Wolfram Buchenberg: Klangfelder – Raumschwingungen – Oszillationen für Chor a cappella | Günter Steinke: Die Vorstellung des Chaos für 4 Orchestergruppen im Raum nach Haydn | Peter Ruzicka: „Raum“, 10. Teil der „Celan Symphonie“ | Johannes Kalitzke; Flucht im Gewölbe für Viola und digitale Raumsituation

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Opera, Opera, Opera! Revenants and Revolutions

Auszüge aus dem verschollenen vierten Teil der Klimatrilogie – Musiktheater von Ole Hübner und Thomas Köck, Eine Koproduktion der Oper Halle mit der Münchener Biennale. Solisten und Chor der Oper Halle; Staatskapelle Halle. Leitung: Michael Wendeberg. Moderation: Bettina Volksdorf. Eine Sendung des MDR, 2020

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Enden der Parabel / Gravity’s Rainbow (9/12)

23:03 – 24:00 | Ö1
Radiokunst im öffentlichen Raum – musikprotokoll 2020. Radio Cyborg Transmitter.

Die Medienkünstlerinnen Reni Hofmüller und Valentina Vuksic gestalteten während des ORF musikprotokoll im steirischen herbst für das esc medien kunst labor mobile Radio-Interventionen durch Graz. Dieses Projekt ist eine künstlerische Kommunikation mit dem öffentlichen Raum, eine Weiterentwicklung von Radioformaten und eine hybride Infrastruktur, um Stadt als Klangumgebung erfahrbar zu machen.

Reni Hofmüller ist Grazer Medienkünstlerin und -aktivistin, war an der Gründung des Netzwerks mur.at beteiligt und ist Leiterin des esc medien kunst labor. Valentina Vuksic lebt als Computerkünstlerin und -programmiererin in Zürich.

In dem Projekt Radio Cyborg Transmitter (RCT) greifen sie Fragen nach aktuellen Möglichkeiten des Radios als Vermittlungs- und Kunstmedium auf und wie damit der öffentliche Raum neu kartografiert werden könnte. Der RCT ist ein umgebautes Lastenrad, mit dem sie durch die Stadt fahren. Die darauf angebrachten Sensoren wandeln Umweltdaten wie Feinstaubbelastung oder Verkehrsaufkommen, Energiedaten des Radfahrens sowie Trackingdaten in Echtzeit in Klang um. Der RCT ist sowohl Sende- wie Empfangsstation, mit dem klangkünstlerisch gearbeitet wird.

Entstanden ist Radio Cyborg Transmitter im Umfeld bzw. in Kooperation mit ∏ Node, einer Plattform für experimentelle Radioformate, die schon 2014 am musikprotokoll aufgetreten ist. Für den RCT organisiert ∏ Node das Live-Streaming. Die Ausstellung „Cyborgs Synthesis“ im esc medien kunst labor läuft noch bis zum 20. November.

Im Zeit-Ton sind die vom musikprotokoll beauftragten Kompositionen bzw. Interventionen von Hofmüller und Vuksic sowie von beteiligten Künstler/innen zu hören. Gestaltung: Heinrich Deisl


13.11.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Reihe: Here History Began – Leiyla and the Poet

Von Halim El-Dabh. Produktion: Columbia-Princeton Electronic Music Center/Halim El-Dabh 1959, Länge: 36’20. (Ursendung)

Halim El-Dabh experimentierte früh mit elektronischer Musik und drückte in ihr auch die berühmteste aller östlichen Liebesgeschichten aus. Eine Erstausstrahlung im deutschen Rundfunk.

Der Dichter Qais verliebt sich unsterblich in Laila. Ihre Familie aber verbietet ihr die Heirat und tut alles, um die beiden Liebenden zu trennen. Qais verfällt dem Wahnsinn. „Laila und Madschnun“ ist eine klassische Liebesgeschichte arabischen Ursprungs (madschnun = verrückt, besessen).

Der Stoff ist im arabisch-persisch-türkisch-indischen Raum weit verbreitet und inspiriert bis in die Gegenwart Filme und Musik. Die berühmteste Fassung ist ein Epos des persischen Dichters Nizami aus dem 12. Jahrhundert. Aber auch Eric Clapton’s „Layla“ geht darauf zurück.

1959 produziert der Komponist Halim El-Dabh das Stück als „elektronische Oper“: ein hoher Sinuston repräsentiert Laila, El-Dabhs eigene gefilterte Stimme den gebeutelten Madschnun. In 14 Heimsuchungen findet El-Dabh eine zeitgenössische musikalische Sprache für den Stoff.

Bei der Erstaufführung des Stücks 1961 im New Yorker McMillan Theater setzte er 30 Lautsprecher ein, auf der Bühne und im Raum verteilt, und kommentierte: „Ich höre Sound durch meinen Körper, und nur so kann ich sagen, ob er mir gefällt oder nicht.“

Halim El-Dabh, geboren 1921 in Kairo, gestorben 2017 in Kent, Ohio, war Komponist, Musikwissenschaftler, -ethnologe und -pädagoge, Panafrikanist und Pionier elektronischer Musik. Sein Schaffen erstreckt sich über einen Zeitraum von 70 Jahren, in denen er intensiv reiste, komponierte und kooperierte, zum Beispiel mit der Tänzerin Martha Graham.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Horst Lohse: „Die vier letzten Dinge“ (Christoph Maria Moosmann, Orgel; Bamberger Symphoniker: Aldo Brizzi); Wolfram Graf: „Ich-Blick 1“, op. 184/1 (Tobias van der Pals, Violoncello); Helmut Bieler: Drei Stücke (Uta Walther, Klavier); Tobias PM Schneid: Klaviertrio Nr. 2 – „Three farewells and Intermezzo for L“ (Tecchler Trio); Viera Janárceková: Klavierkonzert (Ivan Buffa, Klavier; Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Mein lieber Herr Gesangsverein! Oder: Was passiert, wenn Männer singen

Von Ulrike Zöller. „Ich kann nicht singen!“ Ein Satz, der so vielen ChorleiterInnen das Leben schwer macht. Vor allem Tenöre werden in Chören dringend gesucht. Seit Jahrzehnten ist das Singen für viele Männer mit Scham behaftet und nur wenige entdecken in a cappella-Chören oder im Mantrensingen neue Formen für sich. Warum schämen sich Männer ihrer Stimme, während sie ihnen früher über Heimweh und Einsamkeit hinweghalf, sie in politischen Forderungen und religiöser Andacht unterstützte? Ist es eine Reaktion darauf, dass die männliche Stimme seit jeher dem Musikmarkt, politischer Demagogie und Machtstrategien ausgesetzt war? Ulrike Zöller begibt sich auf die Suche nach der männlichen Stimme zwischen dem Mittelalter und heute.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Das Röcheln der Mona Lisa“ von Ernst Jandl

Im Anschluss: Einführung zu dem Hörspiel „Das Röcheln der Mona Lisa“. Von und mit Ernst Jandl BR 1970. Zum 50. Jahrestag der Ursendung. Sprachüberraschung: Mit seiner Stimme und den akustischen Möglichkeiten des Hörfunks um 1970 rollt Ernst Jandl einen Sprachteppich voll abgründigem Wortwitz auf. „Was immer das Hörspiel sonst noch bringt, in jedem Falle sollte dieses geschehen: dass Dinge eintreten, die noch nicht erwartet wurden, und womöglich in ununterbrochener Folge; und dass der Hörer allmählich in eine Haltung des Fragens gerät, ohne dass er vorerst tatsächlich fragt, denn das würde sein Hören, und damit sein Spiel, unterbrechen; sondern so, dass er fragen wollte, und schließlich erkennt, dass er nur sich selbst fragen kann.“ (Ernst Jandl)

Im Anschluss: Einführung zu dem Hörspiel „Das Röcheln der Mona Lisa“. Ohne erklärerischen Duktus, ohne auf Kosten des Hörspiels zu viel auszudeuten, gibt Jandl Einblicke in die Entstehung und die Kontexte der Produktion.

Ernst Jandl (1925-2000), österreichischer Lyriker, Autor experimenteller Literatur, Hörspielmacher. Hörspielpreis der Kriegsblinden 1968 mit Friederike Mayröcker für Fünf Mann Menschen (SWF 1968).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Im Klang der Zeit – 450 Jahre Staatskapelle Berlin

Von Matthias Nöther. Die Staatskapelle Berlin ist das älteste Orchester Berlins und eines der ältesten der Welt. Die frühere Hofkapelle der preußischen Kurfürsten, Könige und Kaiser soll vor 450 Jahren gegründet worden sein. Mal wurde der schmucke Klangkörper von verschwendungssüchtigen Monarchen gehätschelt, mal von Kriegsfürsten kaputtgespart. Die Anbindung an das Berliner Stadtschloss und die Hofoper Unter den Linden verhinderte nicht, dass die Kapelle ein zutiefst bürgerliches Orchester wurde. Ihr Wirken ist eng mit den Karrieren legendärer Dirigenten wie Richard Strauss, Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan verknüpft – und mit dem Willen zur politischen Repräsentation durch Musik – vom Kaiserreich über die NS-Zeit und die DDR bis heute.

23:03 – 24:00 | Ö1
Texte und Töne. Zeitgenössische Musik aus Vorarlberg (2)

Jedes Jahr Anfang November kommen beim Festival „Texte und Töne“ in Vorarlberg zeitgenössische Werke aus den Bereichen Literatur und Musik zur Aufführung. Beide Kunstsparten sollen hierbei nicht nebeneinander und voneinander unabhängig präsentiert werden – vielmehr geht es um die gegenseitige Beeinflussung und Inspiration. Das Symphonieorchester Vorarlberg präsentierte, unter der Leitung von Daniel Linton-France, Werke von Johannes Maria Staud, Johannes Wohlgenannt-Zincke (UA) und Niccoló Castiglioni. Das ensemble plus interpretierte unter anderem Musik von Georg Friedrich Haas, Wolfgang W. Lindner, Gerda Poppa (UA) und Roché Jenny (UA).

Im Rahmen dieses Konzertes wurde zudem der 60. Geburtstag des Vorarlberger Komponisten und Kontrabassisten Peter Herbert gefeiert. Unter anderem mit einer neuen Bearbeitung von „KunstLos glücklich“, das Herbert gemeinsam mit dem Autor Wolfgang Mörth erarbeitet und vorgetragen hat. (Aufgenommen am Samstag, 7. November auf der Kulturbühne AmBach in Götzis.) Gestaltung: Stefan Höfel


14.11.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Mein lieber Herr Gesangsverein! Oder: Was passiert, wenn Männer singen

Von Ulrike Zöller. „Ich kann nicht singen!“ Ein Satz, der so vielen ChorleiterInnen das Leben schwer macht. Vor allem Tenöre werden in Chören dringend gesucht. Seit Jahrzehnten ist das Singen für viele Männer mit Scham behaftet und nur wenige entdecken in a cappella-Chören oder im Mantrensingen neue Formen für sich. Warum schämen sich Männer ihrer Stimme, während sie ihnen früher über Heimweh und Einsamkeit hinweghalf, sie in politischen Forderungen und religiöser Andacht unterstützte? Ist es eine Reaktion darauf, dass die männliche Stimme seit jeher dem Musikmarkt, politischer Demagogie und Machtstrategien ausgesetzt war? Ulrike Zöller begibt sich auf die Suche nach der männlichen Stimme zwischen dem Mittelalter und heute.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Stromlinie reloaded [6] – Mika Vainio und Ilpo Väisänen

Pan Sonic: vakio, Elektronische Musik | Mika Vainio: Kajo, Elektronische Musik | Pan Sonic: Aaltopiiri, Elektronische Musik |  Pan Sonic: plays Kurenniemi, Live-elektronische Improvisation, Carl Michael von Hauswolff, Erkki Kurenniemi, Mika Vainio und Ilpo Väisänen

Jérôme Noetinger / Lionel Marchetti

Sophie Agnel, Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger: Matin: rouge gris bruit für Klavier und Elektronik; Sophie Agnel, Violine, Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger, Elektronik | Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger: Mort aux vaches, Live-elektronische Improvisation; Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger, Elektronik | Lionel Marchetti: Train de nuit (Noord 3-683), Musique concrète | Lionel Marchetti, Jérôme Noetinger und Voice Crack: prelude, aus „Double_Wash“, Live-elektronische Improvisation; Andy Guhl und Norbert Möslang, Geknackte Alltagselektronik; Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger, Mikrofone, Lautsprecher und Elektronik, Jérôme Noetinger; Gloire à, Musique concrète | Michel Chion, Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger: Les 120 jours: Tous en piste, Musique concrète | Lionel Marchetti, Jérôme Noetinger und Mathieu Werchowski: Improvisation für Violine und Elektronik; Mathieu Werchowski, Violine; Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger, Elektronik

Mit Pan Sonic wurde die Technomusik erwachsen. Als Techno in den Neunzigerjahren zur wichtigsten Projektionsfläche der popkulturellen Elektronik wurde, waren sie es, die das Genre als Teil der langen Geschichte der elektronischen Musik begriffen. In ihren letzten Veröffentlichungen ist folgerichtig nichts von den Beats und den Loops der Technokultur geblieben. Mit ihren fahrigen Gesten und im Detail durchgestalteten Klängen erinnern ihre Stücke heute vielmehr an die Ursprünge der elektronischen Musik. Einen wichtigen Impuls erhielt ihre Arbeit zuletzt durch den finnischen Elektropionier Erkki Kurenniemi, der schon in den Sechzigerjahren kuriose, vom Spieltrieb geprägte Instrumente erfand.

So recht zu fassen bekommt man Lionel Marchetti und Jérôme Noetinger nicht. Mal zeigen sich die beiden französischen Musiker von ihrer gediegenen Seite. Dann erneuern sie die angestaubte Tradition der Musique concrète mit ihrem „cinéma pour l’oreille“, einem „Kino für die Ohren“, für das sie plastische, fassliche Klangerzählungen drehen und Werke mit Altmeistern wie Michel Chion realisieren. Dann wieder präsentieren die beiden französischen Musiker ihre wilde, zügellose Seite. In wüsten akustischen Karambolagen werden Alltagsgegenstände und urzuständliche Electronica aufeinander losgelassen. Bei alledem sind Marchetti und Noetinger kein fest verdrahtetes Duo, sondern zwei Musiker, die eine ähnliche Vorstellung davon haben, was Musik kann und sein soll.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Hören und Gehorchen – „Acoustic Intelligence“ als digitale Medientechnologie

Von Anna Schürmer. Die Beschäftigung mit Musik kann Intelligenz fördern. „Acoustic Intelligence“ jedoch ist ein Begriff militärischen Ursprungs – er beschreibt den Informationsgewinn durch das Speichern und Prozessieren akustischer Phänomene. Damit wird Klang als Machtinstrument denkbar, was sich im assonanten Wortpaar „Hören und Gehorchen“ bricht und in der Praxis des Abhörens zum Politikum wird. Zugleich eröffnet der Begriff der „Acoustic Intelligence“ mit seinen Anklängen an Künstliche Intelligenzen weiterführende Anschlüsse im Kontext digitaler Medientechnologien: von Streamingdiensten bis zu künstlerisch tätigen Maschinen wie algorithmischen Kompositionsprogrammen und Dirigierrobotern. Anna Schürmers Sendung geht zurück auf die gleichnamige Tagung der AG „Auditive Kultur und Sound Studies“ der Gesellschaft für Medienwissenschaft e.V. Anfang dieses Jahres in Düsseldorf. Zu Wort kommen diverse Forscherinnen und Forscher, die sich mit akustischen Intelligenzen beschäftigen.

22:08 – 22:55 | Ö1
Ingrid Schmoliner empfiehlt – 10 Jahre New Adits. Festival gegenwärtiger Musik.

Flechtwerk, der Verein zur Förderung von Kunst und Kommunikation, veranstaltet seit 2010 das jährlich stattfindende Festival New Adits in Klagenfurt. Was im Raj in der Badgasse begann, übersiedelte 2018 in die Villa For Forest. Adits leitet sich vom lateinischen Wort aditus – Zugang, Zutritt, Herangehen – ab und verdeutlicht somit den Anspruch des Festivals, neue Zugänge zu Musik und darüber hinaus zu schaffen. Vom 18. bis 21. November wird ein vielfältiges Programm mit österreichischen und internationalen Musiker/innen und Künstler/innen geboten, das von experimenteller, improvisierter, konzeptioneller und komponierter Musik bis zu Klanginstallationen reicht. Ingrid Schmoliner, Mitbegründerin des Festivals, präsentiert Highlights der vergangenen neun Festival-Editionen und macht auch große Lust auf die 10. Ausgabe! Gestaltung: Marlene Schnedl

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Franz Martin Olbrisch:…cité…

Das elektroakustische Stück …cité… des Komponisten Franz Martin Olbrisch (*1952) gestaltet mit sehr verschiedenen Klangmaterialien einen virtuellen Ort, eine virtuelle Stadt (la cité), quasi eine Stadt des Klangs (cité du son).

Alle verwendeten Soundfiles zitieren (sons cités) sehr spezifische Orte, die der in Berlin und Dresden arbeitende Olbrisch erkundet hat: Bejing, Wuhan (China), Bad Kösen, Berlin, Colditz, Witten (Deutschland), Paris, Plombières le Bains (Frankreich), Vancouver (Kanada), Breslau (Polen), Lissabon (Portugal), Kamakura, Nara, Yokohama (Japan), Seoul, Tongyeong (Süd-Korea), Los Angeles, Malibu (USA). Die Abfolge der Klänge – zwischen 2001 und 2019 aufgenommen – bildet eine Art 5-stimmigen Kanon, bei dem jede Stimme der eigenen Leseweise eines gemeinsamen Formschemas folgt. Das Ergebnis ist ein Klanggewebe voller Bezüge, Erinnerungen und Poesie.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Der Liedermacher und Gitarrist Branko Galoić

Er stammt aus einem Land, das nicht mehr existiert: Ex-Jugoslawien. Das heutige Kroatien, wo er geboren ist, betrachtet er mit einer Mischung aus Vertrautheit und der Distanz eines, der schon lange im Ausland lebt. Amsterdam und Berlin waren Stationen seines Lebens, mittlerweile lebt er in Paris. All das spiegelt sich in der Musik des Komponisten, Liedermachers und Gitarristen Branko Galoić wider. Die Musik des Balkans hat er im Blut, er hat aber auch zusammen mit Musikern aus der ganzen Welt gespielt und die Kultur Mitteleuropas in sich aufgesogen. In seinen Songs und Instrumentalstücken mischt sich der typische Balkansound mit Rock, Ska, Chanson und vielem mehr. Die fetzigen Rhythmen der Gipsy-Brass-Bands aus Südosteuropa und Anklänge an die melancholische bosnische Sevdah sind unverkennbar in seinen Liedern. Branko Galoić macht aus der traditionellen Musik seiner Heimat jedoch etwas ganz Eigenes und hat zu seinem sehr persönlichen Stil gefunden – im Gitarrenspiel und im Gesang. Eine Sendung von Florian Heurich


15.11.2020


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Modernist und Neuerer – Paul Hindemith in den 20er Jahren

In den 1920er Jahren entdeckt die Kunstmusik ein neues Publikum und neue Medien für sich: Kinder und Laienchöre, Film und Funk. Mittendrin in dem Trubel aus neuen Tönen und Klängen: der junge Paul Hindemith.

Er experimentiert mit Form und Sprache, er produziert Schulorchesterstücke und Rundfunkopern, und er komponiert für eines der ersten elektronischen Musikinstrumente, das Trautonium. Zum 125. Geburtstag unternehmen Kaisers Klänge einen Streifzug durch die Welt des frechen Neutöners Hindemith.

22:00 bis 00:00 | NDR Kultur
Soirée: Festspiele Mecklenburg-Vorpommern 2020: Mönkemeyer und Youn – #netzspielsommer

Felix Mendelssohn Bartholdy: „Suleika“ op. 34 Nr. 4, „Schilflied“ op. 71 Nr. 4 | Rebecca Clarke: Violasonate a-Moll (Auszüge) | Konstantia Gourzi: Hommage à Mozart, drei Dialoge für Viola und Klavier op. 56 | Johannes Brahms: 1. Satz aus der Sonate Es-Dur op. 120 Nr. 2 | Dietrich/Schumann/Brahms: Sonate für Viola und Klavier „F. A. E.“ (Auszüge)

Nils Mönkemeyer, Viola / William Youn, Klavier. Aufzeichnung vom 23. Juli 2020 in der Schelfkirche in Schwerin

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Musikfest Bremen 2018 – Petite Messe solennelle

Der krönende Abschluss des Bremer Musikfestes war die Aufführung von Gioacchino Rossinis „Petite Messe solennelle“. Europa Galante spielte unter der Leitung von Fabio Biondi die Messe, die zu den schönsten Vertonungen des lateinischen Kirchentextes gehört.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Haupt- und Nebenstimmen

David Fennessy: Hauptstimme für Viola und Ensemble; Megumi Kasakawa, Viola; Ensemble Modern, Leitung: David Niemann | Georges Aperghis: Dans le mur für Klavier und Tonband; Nicolas Hodges, Klavier | Hans-Joachim Hespos: Seiltanz, aus „Szenisches Abenteuer für Akteur und Ensemble“; ensemble 13, Leitung: Manfred Reichert

Wer kennt das nicht. Solisten, die sich abrackern, aber nicht zu hören sind. Vom Tutti oder Tonband überrollt. Nur das Auge – oder die Aufnahmetechnik – kann da noch helfen. Das Solo als Nebensache, das sich Gehör verschaffen bzw. eine Stimme finden muss.

Hauptstimme nennt David Fennessy sinnigerweise sein Kammerkonzert. Die Solo-Viola ist die meiste Zeit „unter den dichten Klängen des Ensembles begraben“, strampelt sich nach und nach frei, bevor sie am Ende ganz allein übrigbleibt. Fennessy geht es um die Frage, was das Individuum „zu einer Gruppe beitragen kann und wie es in dieser funktioniert“, auch, „wie diese Gruppe aussagekräftig mit einer Stimme sprechen kann.“

Georges Aperghis lässt in Dans le mur das Klavier gegen die Wand anspielen bzw. fahren. Eingemauert sind darin Schnipsel und Fragmente der vermeintlich großen Klavierliteratur des 19. Jahrhunderts, eine Projektionsfläche, auf die der Pianist seine Aktionsgesten wie Graffiti sprayt.

Hans-Joachim Hespos setzt in Seiltanz den Solisten in ein Ölfass, aus dem dieser sich – bewaffnet mit einem Schweißgerät – mühsam befreien muss: Ein spektakulärer, funkensprühender Ausbruch.

 

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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