Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 19.10. bis 25.10.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 43. Traunsteiner Sommerkonzerte | 40 Jahre Ensemble Modern | 20. Intersonanzen-Festival | c/o pop 2020 We Are Europe – Neue elektronische Sounds für Europa | Die italienische Reise der Fanny Hensel | „Orphée mécanique“ von Felix Kubin | Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen | Neue Musik zu und mit Friedrich Hölderlin | Erhard Grosskopf | #Zusammenspielen | Toshio Hosokawa | Das IGNM-Weltmusikfest 1960 in Köln | Das Ensemble KNM Berlin u.a.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben



19.10.2020


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Das Ensemble KNM Berlin

Mit Eckhard Weber. Für das Ensemble KNM Berlin begann dieses Jahr fulminant mit der Produktion „Drops and Seeds“ im Radialsystem V. Danach kam Corona, und damit wurde auch für dieses Ensemble alles anders. Ein aktueller Überblick über die Arbeit von KNM Berlin.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Der ewige Revolutionär? Beethoven 2020 – Ludwig van Beethoven im gegenwärtigen Musikschaffen

Von Rainer Nonnenmann. Alt und neu verhalten sich wie kommunizierende Röhren: Wird die Verbindung zwischen Gegenwart und Geschichte zerschnitten, so tendiert die Beschäftigung mit Vergangenheit zu Musealität und ausschließliche Gegenwärtigkeit zu Betriebsblindheit. Ebenso kann Beethovens Musik ihr einst revolutionäres Potential nur entfalten, wenn es wieder neu erlebbar gemacht wird. Zeitgenössische Komponisten wie John Adams, Robin Hoffmann, Mathias Spahlinger, Enno Poppe und andere versuchen neue Perspektiven der Interpretation, Analyse und Rezeption seiner Werke zu eröffnen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Gadenstätters Triptychon für Streichquartett: musikprotokoll 2020. Arditti Quartett spielt Gadenstätter

Seit über vierzig Jahren ist das Arditti Quartet in den internationalen Konzertsälen zu Gast, um Streichquartette aus den vergangenen siebzig Jahren auf höchstem Niveau zu spielen. Wieviele Uraufführungen darunter waren, wissen sie wohl selbst nicht so genau. Beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst brachte das britische Ensemble ein Triptychon von Clemens Gadenstätter zur Uraufführung. Die drei einzelnen, etwa 20-minütigen Werke hat der Österreicher, der an der Grazer Kunstuniversität unterrichtet, in den vergangenen sieben Jahren komponiert. Sie widmen sich jeweils einem berühmten Bild aus dem Kunstkanon: Tizians „Die Schindung des Marsyas“, dem Kreuzigungsbild von Matthias Grünewalds Isenheimer Altar und Francis Bacons schreienden Päpsten.

Eine Teilwiedergabe des musikprotokoll-Konzerts vom 9. Oktober 2020 in der Helmut List Halle in Graz. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


20.10.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vor 60 Jahren – Neue Musik als Institution – Das IGNM-Weltmusikfest 1960 in Köln

Von Stefan Fricke. Gegründet 1922, veranstaltet die Internationale Gesellschaft für Neue Musik jährlich ein Weltmusikfest. Spannend war der Jahrgang 1960 mit wirklich Neuem: Nono, Kagel, Stockhausen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Klaus Schedl: „Eva in der Hühnerfabrik“ (Bernhard Jäckle, Flöte; Jan Philip Schulze, Präpariertes Klavier; Stefan Blum, Schlagzeug); Leopold Hurt: „Erratischer Block“ (ensemble mosaik: Enno Poppe); Norbert R. Stammberger: „re-recording no.29.3006.06“ (Stephan Stiens, E-Gitarre; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren); Christoph Reiserer: „Vier Quartette – eins“ (Xsemble München); Bernhard Weidner: „Im Regenpalast“ (SingerPur); Tom Sora: „Gruppenzwänge“ (TrioCoriolis); Michael Emanuel Bauer: „Superflat“ (MGNM Festivalensemble: Peter Hirsch); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier); Ataç Sezer: „Toned Melisma Silver Print“ (Münchener Kammerorchester: Alexander Liebreich); Alexander Strauch: „Linie und Block“ (Quartetto Maurice)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Faszinierende Natur – Zum 65. Geburtstag von Toshio Hosokawa

Von Margarete Zander. In den sozialen Medien gehört er zu den Komponisten, die vielleicht am meisten Fotos posten: betörende Naturbilder, die einen staunen lassen, und gesellige Momente mit Freunden nach Konzerten (vor Corona). Toshio Hosokawa liebt beim Komponieren die Abgeschiedenheit der Berge oder den Blick auf das Wasser, wo keine Geräusche unserer Zivilisation an sein Ohr dringen. Nur die Klänge der Natur sind der emotionale Begleiter seines kreativen Schaffens. Wir treffen den Komponisten, Festivalleiter und Kompositionslehrer, der vor allem eines ist: ein Philosoph.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Melancholische Konzepte – Ein Feature über skandinavische Komponisten

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Toshio Hosokawa

Mit Andreas Göbel. Der erfolgreichste japanische Komponist seiner Generation hat sich zunächst ganz der westlichen Avantgarde zugewandt und erst nach und nach Elemente der Musik seiner Heimat einbezogen. „Meine Musik ist eine Kalligraphie. Jeder einzelne Ton in ihr besitzt eine Form für sich, ist Punkt oder Linie, mit dem Pinsel auf eine weiße Leinwand des Schweigens gemalt“, so Toshio Hosokawa über sein Komponieren.

23:03 – 24:00 | Ö1
Streichquartett mit neuer Technik beim musikprotokoll: musikprotokoll 2020. „Streichquartett extended“ mit dem Stadler Quartett

Alles durfte man sich von diesem Konzert erwarten, nur keine fertig komponierten Stücke für diese vier Instrumente, obwohl sich alles um sie gedreht hat. Ein „Streichquartett extended“ war am 11. Oktober 2020 beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst zu Gast. Das Stadler Quartett spielte Stücke, die interaktive audiovisuelle Systeme nutzen und präsentierte synästhetische Kunstwerke als „work in progress“. Zur Klangfindung nutzten die Komponierenden nicht nur ihre akustische Fantasie, sondern auch Daten aus naturwissenschaftlichen Messungen, also klassische Fälle von Sonifikationen. Verarbeitet wurden diese Klänge mithilfe von visuellen Elementen, Live-Elektronik und Algorithmen. Die Komponist/innen des Grazer Vereins die andere saite haben mit diesem Konzert das Streichquartett ins 21. Jahrhundert katapultiert, ästhetisch wie technologisch. Gestaltung: Franz Josef Kerstinger


21.10.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Roland Schmidt: „Der Gaukler“ (Hiro Sato, Trompete; Anton Laubenbacher, Posaune; Wilfried Krüger, Horn); Cornelius Hummel: Acht Musiken (il capriccio: Friedemann Wezel); Vivienne Olive: „The Dream Gardens“ (Annie Gicquel, Klavier); Tobias PM Schneid: „sacred landscapes“ (Hanno Simons, Violoncello; ensemble trioLog münchen); Zsolt Gárdonyi: Divertimento über Tanzweisen aus Siebenbürgen (Elisabeth Fuchs, Flöte; Iwan Linnenbank, Klarinette; Sabine Müller, Fagott; Angelika Ruhland, Oboe; Stefan Würger, Horn); Horst Lohse: „La morte d’Orfeo“ (Julius Berger, Violoncello; Roland Schmidt, Martin Homann, Schlagzeug; Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Dieter Buwen: „Nachtgedanken“ (Akademie Quartett)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – 175 Jahre nicht beim Friseur – Struwwelpeters böse Lieder

Im Oktober 1845 erschien es zum ersten Mal im Druck: das Bilderbuch vom Struwwelpeter, das sich zum Dauerbrenner der deutschen Kinderliteratur entwickeln sollte.

Die Geschichten von Kindern, die nicht auf ihre Eltern hören und dafür harte Konsequenzen ertragen müssen, inspirieren Musiker und Komponisten bis auf den heutigen Tag. Die Welt der Struwwelpeter-Musik reicht von der pädagogisch korrekten Kinderchor-Kantate mit Zeigefinger bis zum antiautoritären Kinderlied, das das kindliche Rebellentum hochleben lässt. Zum 175. Geburtstag des langmähnigen Friseur-Verweigerers erklingen heute die schönsten und frechsten musikalischen Struwwelpetriaden.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musik der Zeit – Lied der Nacht

Krzysztof Penderecki: Threnos den Opfern von Hiroshima für 52 Saiteninstrumente | Witold Lutoslawski: Trois Poèmes d’Henri Michaux für Chor und Orchester | Jakub Sarwas: Night Train für Orchester | Karol Szymanowski: Sinfonie Nr. 3 für Tenor, Chor und Orchester „Lied der Nacht“

Steve Davislim, Tenor; WDR Rundfunkchor, Leitung: Mariano Chiacchiarini; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Peter Eötvös. Aufnahme aus der Kölner Philharmonie

Das WDR Sinfonieorchester spannt einen Bogen über drei Generationen polnischer Komponisten, von Karol Szymanowski über Krzysztof Penderecki und Witold Lutoslawski bis Jakub Sarwas, einem Vertreter der jungen Szene in Polen.

Jakub Sarwas hat in Köln u.a. bei Johannes Fritsch und Hans Ullrich Humpert studiert und sein Orchesterwerk im Auftrag des WDR geschrieben. Krzysztof Penderecki erinnert mit seinem frühen Streicherstück, in dem er die damals neusten Spieltechniken – wie Klopfen und Reiben – zum Einsatz bringt, an die Opfer von Hiroshima. Zu den zentralen Werken von Witold Lutoslawski zählen die „Trois Poèmes d’Henri Michaux“, in denen der Komponist regen Gebrauch von seiner Technik der „kontrollierten Aleatorik“ macht. Von den Altmeistern der polnischen Avantgarde, Penderecki und Lutoslawski, führt die Spur zurück zu Karol Szymanowski. Dessen große dritte Sinfonie mit dem Untertitel „Lied der Nacht“, die vor gut 100 Jahren entstand, reflektiert eine Zeit spektakulärer Umbrüche.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Die a cappella-Band Maybebop

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: #Zusammenspielen. Freie Musiker*innen bei SWR2

AAA-AAA: Timm Roller & Thilo Ruck (Gitarre): Steffen Krebber: Laufzeitumgebung für 2 Spieler (2012/20) / Ui-Kyung Lee: an in-between – I am yours für 2 E-Gitarren (2017/18)

Leopold Hurt (Zither); Sonja Lena Schmid (Violoncello): Leopold Hurt: Aggregat für Violoncello, Basszither und Zuspielung (2005) / Dissociated Press – Input 2 für Violoncello und Zuspielung (2019)

Neue Musik auf 51 Saiten: Mit zwei Gitarren, einer Basszither und einem Cello entstanden im Rahmen der Aktion #Zusammenspielen Aufnahmen von vier Stücken, in denen ganz unterschiedliche Klanglichkeiten fokussiert werden: von medialer Vielschichtigkeit und Verfremdung in Steffen Krebbers Laufzeitumgebung bis zu multiplizierten Stimmen in Leopold Hurts Cellosolo aus seinem Zyklus Dissociated Press.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marlene Schnedl


22.10.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Erhard Grosskopf

„Dialectics“ op.9 (1969) für Tonband und drei Instrumentalisten / „Prozess der Veränderung“ op. 12 (1971) Elektronische Musik / „Night Tracks“ op. 14 (1972) Elektronische Musik

Eberhard Blum, Flöte; Hans Deinzer, Klarinette; Vinko Globokar, Posaune; Claude Lelong, Viola. Erhard Grosskopf, Klangregie

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Norbert R. Stammberger: „Mood 2.3.0“ (Norbert R. Stammberger, Saxofon, Elektronik; Rieko Okuda, Klavier); Bernhard Weidner: „Polyhymnia today“ (Ensemble des Cabrini-Zentrums; Ostbayerisches Jugendorchester: Hermann Seitz); Hans Winterberg: Symphonie Nr. 2 (Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Erna Woll: „Sola gratia“ (Siegmund Nimsgern, Bariton; Neues Saarländisches Kammerorchester: Helmut Haag)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
„… doch nimmer vergeß ich dich, sofern ich wandre…“ – Neue Musik zu und mit Friedrich Hölderlin (3)

Es hat lange gedauert. Zu Lebzeiten hatte kaum ein Komponist Interesse an seinen Texten: den Gedichten, dem Roman, den Dramenfragmenten, den Übersetzungen. Das änderte sich im 20. Jahrhundert rasant. Link zur Sendung

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Hans Zenders Werkzyklus „Hölderlin lesen“ (zum 1. Todestag des Komponisten)

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Bauen und Umbauen – Die Franz-Kafka-Klangräume von Michel Roth – Ein Werkstattbericht von Stefan Fricke

Franz Kafkas 1923/24 geschriebene Erzählung „Der Bau“ ist eine überaus dichte und verschlüsselte Tierparabel. Für den Schweizer Komponisten Michel Roth ist ihre Vertonung, ihre musikalische Inszenierung eine große Herausforderung.

Der Schweizer Komponist Michel Roth (*1976) ist ein Viel- und Lautleser. Als er die Kafka-Erzählung „Der Bau“ kennenlernt – der Titel stammt übrigens vom Kafka-Vertrauten Max Brod -, ist er sogleich vom Inhalt und Schreibstil gleichermaßen fasziniert. Die Idee zu einem Musiktheaterstück „Im Bau“ entsteht 2012, Jahre später auch das Konzept einer Funkoper. Diese Version schildert den Sicherheits- und Verfolgungswahn des Fuchses oder Dachses – Kafka nennt den Bewohner nicht bei seinem Namen -, der seinen Schutzraum baut und immer wieder umbaut, sie vermag das noch plastischer darzustellen als die szenische Version. Denn diese radiophone Fassung geht direkt ins Ohr, mäandert – gespenstisch, bedrohlich – durch den inneren Hörraum, den Kopf.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Luciano Berio: „Cries of London“ (Norwegian Soloists’ Choir: Grete Pedersen); Gustav Mahler/Luciano Berio: „Ablösung im Sommer“; „Um schlimme Kinder artig zu machen“; „Erinnerung“; „Hans und Grete“ (Matthias Goerne, Bariton; BBC Symphony Orchestra: Josep Pons); Luciano Berio: „Sequenza III“ (Barbara Hannigan, Sopran, Sprechstimme); „Chemins III“ (Christophe Desjardins, Viola; WDR Sinfonieorchester: Manuel Nawri)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Enden der Parabel / Gravity’s Rainbow (6/12)

Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Pynchon- Aus dem Amerikanischen von Elfriede Jelinek und Thomas Piltz. Teil 6: In der Zone, Episode 1 bis 4

„In der Zone“ heißt das III. Kapitel von Pynchons Roman. Es führt endgültig ins Deutschland nach der Kapitulation mit seinen anarchischen Zuständen. Mitte Mai landet US-GI Slothroin der Raketenstadt und dem befreiten KZ Nordhausen. Er steigt in die Stollen der Mittelwerke Dora hinab. Zugleich ist das Schwarzkommando im Harz unterwegs. Afrikanische Hereros aus der früheren Kolonie Deutsch-Südwest bilden die Ex-Nazi-Kampfeinheit. Sie sind auch auf der Suche nach ihrer Identität und Geschichte im Kontext der V2.

23:03 – 24:00 | Ö1
Electric Indigo beim ORF musikprotokoll: musikprotokoll 2020. Elektronik x Eisen: „Ferrum“ von Electric Indigo

Electric Indigos Konzeptarbeit „Ferrum“ ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den Klangmöglichkeiten von Eisen- und Metallobjekten, umgesetzt mit Mitteln experimenteller Elektronikmusik. Beim diesjährigen musikprotokoll präsentierte sie „Ferrum“ als raumspezifisches, audiovisuelles Mehrkanal-Installationskonzert.

Die Wienerin Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo ist eine der prominentesten Künstlerinnen der Techno-Kultur und seit einigen Jahren ist sie v.a. als Komponistin elektroakustischer und elektronischer Musik tätig.

In den frühen 1990er Jahren arbeitete sie im „legendären“ Berliner Plattenladen Hard Wax, DJ-Sets und Konzerte brachten sie in gut 40 Länder. Seit 1993 veröffentlichte sie mehr als ein Dutzend EPs und arbeitete u.a. mit DJ Hell, Pia Palme (etwa beim musikprotokoll 2014) und Irradiation. 1998 gründete sie das Elektronikkünstlerinnen-Netzwerk Female Pressure. Kirchmayr leitete Kurse der Red Bull Music Academy und 2018 war sie Kuratorin der Serie „Atelier Elektronik“ der Internationalen Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt.

Flächen und Beats – 2018 erschien schließlich Electric Indigos Debüt-Album „5 1 1 5 9 3“ auf Imbalance Computer Music und diesen März veröffentlichte sie „Ferrum“ auf Editions Mego.

„Ferrum“ ist die Kondensierung einer Konzeptserie zu Klangbearbeitungen verschiedenster Eisen- und Metallobjekte. Während einige Stücke Dancefloor-Tauglichkeit haben, präsentiert dieses Album überwiegend Prozessierungen elektroakustischer beziehungsweise akusmatischer Musik. Angeregt wurde diese Beschäftigung ursprünglich vom Ö1 Kunstradio, das Electric Indigo 2019 zum „Art’s Birthday“ eingeladen hatte.

Beim musikprotokoll war „Ferrum“, das sowohl als Album wie als audiovisuelle Installation konzipiert ist, in einer speziell für die Ambisonics-Anlage des Dom im Berg entwickelten Version zu erleben.

In „Zeit-Ton“ ist der Mitschnitt des musikprotokoll-Konzerts zu hören. Electric Indigo erzählt über ihre Musik, das Album und den Auftritt. Gestaltung: Heinrich Deisl


23.10.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: I can fly – Von Vicki Bennett

Mastering: Mark Gergis. Produktion: WDR 2020. Länge: 44’06. Ikarus, Vampire, Mary Poppins – Geschichten vom Fliegen sind so vielfältig wie archetypisch. Das Hörstück verbindet O-Töne zum Thema „Fliegen“ mit den Klangumgebungen von Superhelden und Disneyfiguren.

Geschichten vom Fliegen ziehen sich in unterschiedlichen Variationen durch die gesamte Menschheitsgeschichte – von Ikarus über Graf Dracula bis hin zu Mary Poppins. Für ihre Komposition startete die Musikerin Vicki Bennett aka „People like Us“ einen Online-Aufruf zum Thema Fliegen. 55 Menschen sandten Sprachaufnahmen ein.

„Eines Tages ging ich mit meinem Schirm hinaus in den Regen und sprang vom oberen Rand der Treppen hinab. Ich sprang und sprang und sprang. Aber ganz egal, wie oft ich es versuchte, ich schaffte es nicht, dass der Schirm mich hob und ich davonflog.“

Bennett, die in ihren Kompositionen häufig mit Fundstücken arbeitet, verbindet diese O-Töne mit den Klangumgebungen von Superhelden und Disneyfiguren. Sie fragt sich: Wie sehr ist unser Menschsein geprägt von der Erfahrung, mit dem Boden verhaftet zu sein?

Vicki Bennett arbeitet als Medienkünstlerin und Radiomacherin in England. Unter dem Alias „People Like Us“ nutzt sie seit den frühen 1990er-Jahren Found Footage aus Filmen, Musikstücken und Radiowerken, manipuliert diese Fragmente und setzt sie neu zusammen. Bennett gilt als Vorreiterin der Sampling-Kultur und verhandelte früh Fragen zu Autorschaft, Kreativität und Originalität. Jahrelang hatte sie eine eigene Radiosendung, „Do or DIY“, bei dem unabhängigen Radiosender WFMU in New Jersey.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Isabel Mundry: Klavierkonzert – „Non-Places“ (Nicolas Hodges, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Emilio Pomàrico); Michaela Dietl: „Der Tag nach dem Regen“ (Michaela Dietl, Gesang, Akkordeon; Melanie Buchta, Violoncello; Helga Freude, Gitarre; Limpe Fuchs, Percussion); Dorothee Eberhardt: „Sträuße“ (Birgit Götz, Klarinette; Sreten Krstic, Violine; Peter Wöpke, Violoncello; Micaela Gelius, Klavier); Simone Gruber: „Just in time“, Thema (Susi Brunner, Klarinette; Florian Eutermoser, Violine; N.N., Violoncello; Michael Gumpinger, Klavier); Elina Goto: „Das Gebet“ (Elina Goto, Marimbaphon; Thomas Hastreiter, Vibraphon, Perkussion); Dorothea Hofmann: Hackbrettquartett – „Schritte im Grasland“ (Carmen Amrein, Johanna Höbel, Tobias Vogel, Komale Akakpo, Hackbrett); Helga Pogatschar: „Underground surround“ (Reinhilde Gamper, Leopold Hurt, Martin Mallaun, Zither)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Kuss der Schönheit – Taormina und die Erotik einer Stadt

Von Andreas Pehl. Es ist ein bisschen das Neuschwanstein Siziliens: Taormina. Berühmt ist der spektakuläre Blick aus dem griechischen Theater über die Bucht von Giardini Naxos auf den Vulkan Ätna. Der Massentourismus hat die Stadt heute fest in der Hand. Doch im 19. Jahrhundert war Taormina die Muse für Literaten, Maler und Musiker. Der Fotograf van Gloeden machte die Jungen der Stadt berühmt, die er, hart an der Grenze zwischen Aktkunst und Pornografie nackt vor antiken Säulen posieren ließ. Hier wurde D. H. Lawrence durch eine Affäre seiner Frau mit einem Eselstreiber zum Skandalroman „Lady Chatterlys Lover“ inspiriert, hier adoptierte 1908 zum ersten Mal ein schwules Paar ein Kind. Richard Wagner, Karol Szymanowski und Ernst Boehe genossen ihre Tage in der vibrierenden Stadt, Richard Strauss komponierte hier an „Guntram“ und „Daphne“. Und Johannes Brahms fand in Taormina „die sonnige Gegenwart voll Luft und Pracht und die hehre Vergangenheit, einander wie Schwestern in einem Kuss der Schönheit, den das Herz nicht vergessen kann“. Wenn heute am Abend endlich etwas Ruhe einkehrt, dann kommen die Einheimischen aus ihren Häusern zur Passeggiata, dem allabendlichen Spaziergang. Und dann kann man die Erotik der Stadt unterhalb des Monte Venere, des Venusberges, immer noch ein bisschen spüren, die einst die Künstler so inspirierte, meint Andreas Pehl.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Orphée mécanique“ von Felix Kubin

Mit Lars Rudolph, Charlotte Crome, Traugott Buhre, Marlen Diekhoff und anderen. Komposition und Realisation: Felix Kubin. BR 2006/2012. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

„Erinnert ihr euch noch an den Lärm der Welt?“ Orpheus, Sohn eines Erfinders und einer Sängerin, wird für seine exzentrischen Konzerte gefeiert. Sein Instrument, das Psykotron, kann Gedankenströme unmittelbar in elektronische Signale aus Musik, Geräuschen und Sprache verwandeln. Zusammen mit seiner großen Liebe Eura führt Orpheus ein unbekümmertes Dandy-Dasein, bis eines Tages die Stadt von einer unheimlichen Krankheit heimgesucht wird, der auch Eura zum Opfer fällt. Betäubt vom Schmerz beschließt Orpheus, sie aus der Welt der Toten zurückzuholen. Felix Kubin entwickelte seine Neufassung des antiken Orpheus-Mythos’ in Anlehnung an Dino Buzzatis ungewöhnlichen Pop-Art-Comic Orphi und Eura, mit dem der italienische Autor und Zeichner 1968 kurz vor seinem Tod ein modernes Spätwerk geschaffen hatte. Aus dem handlungsorientierten Comic hat Kubin ein assoziatives Hörspiel collagiert. Von Sänger und Schauspieler Lars Rudolph performte „Songs mit Ohrwurmqualität ragen aus der Erzählung des Mythos heraus und treiben sie akustisch und inhaltlich vor sich her.“ (Aus der Jurybegründung Hörspiel des Jahres 2012)

Felix Kubin, geb. 1969 in Hamburg, Musiker, Komponist, Autor. Weitere BR-Hörspiele Orpheus’ Psykotron (mit Dino Buzzati, 2006), Phantomspeisung (2017).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Eine Komponistin tritt aus dem Schatten – Die italienische Reise der Fanny Hensel

Von Katalin Fischer. Fanny Hensel war eine begabte und gut ausgebildete Musikerin. Ihr Lebensweg ist eng mit dem ihres Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy verknüpft. Doch in ihren Kompositionen hat sie ganz eigene Pfade beschritten.

23:03 – 24:00 | Ö1
Elektro Guzzi und Ingrid Schmoliner: musikprotokoll 2020. ELLEGUA: Uraufführung von Ingrid Schmoliner und Elektro Guzzi

Techno, virtuos gespielt mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, – mit diesem einzigartigen musikalischen Konzept begeisterten Elektro Guzzi Anfang der 2000er Jahre das Publikum dies- und jenseits der österreichischen Landesgrenze. Im Laufe der Jahre hat das Trio sein musikalisches Spektrum sukzessive erweitert, immer mehr Effektgeräte und auch Synthesizer kamen hinzu und es gab mehrere Kooperationen, etwa mit Yoruba Percussion oder den Posaunisten Hilary Jeffery, Daniel Riegler and Martin Ptak. Für ihr gemeinsames Projekt mit der Pianistin Ingrid Schmoliner, das beim musikprotokoll 2020 seine Uraufführung feierte, richten Elektro Guzzi den Blick nun nach innen. Auf elektronische Instrumente wurde bewusst verzichtet, stattdessen erkundete die Band den ureigenen Klang von Gitarre, Bass und Schlagzeug mit diversen Präparationen und einer speziellen Mikrofonierung. Auch Schmoliner arbeitet in ihrer oftmals minimalistisch gehaltenen Musik mit Präparationen, der Resonanzraum des Klaviers wirkt dabei wie eine Lupe. Mit „ELLEGUA“ knüpfen Bernhard Breuer, Jakob Schneidewind und Bernhard Hammer an die Zeit um die Jahrtausendwende an, als in der elektronischen Musik immer mehr akustische Instrumente zur Klanggenerierung eingesetzt wurden, eine Zeit, die die drei schließlich auch zur Gründung von Elektro Guzzi inspirieren sollte und so schließt sich ein Kreis. Gestaltung: Susanna Niedermayr


24.10.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Der Kuss der Schönheit – Taormina und die Erotik einer Stadt

Von Andreas Pehl. Es ist ein bisschen das Neuschwanstein Siziliens: Taormina. Berühmt ist der spektakuläre Blick aus dem griechischen Theater über die Bucht von Giardini Naxos auf den Vulkan Ätna. Der Massentourismus hat die Stadt heute fest in der Hand. Doch im 19. Jahrhundert war Taormina die Muse für Literaten, Maler und Musiker. Der Fotograf van Gloeden machte die Jungen der Stadt berühmt, die er, hart an der Grenze zwischen Aktkunst und Pornografie nackt vor antiken Säulen posieren ließ. Hier wurde D. H. Lawrence durch eine Affäre seiner Frau mit einem Eselstreiber zum Skandalroman „Lady Chatterlys Lover“ inspiriert, hier adoptierte 1908 zum ersten Mal ein schwules Paar ein Kind. Richard Wagner, Karol Szymanowski und Ernst Boehe genossen ihre Tage in der vibrierenden Stadt, Richard Strauss komponierte hier an „Guntram“ und „Daphne“. Und Johannes Brahms fand in Taormina „die sonnige Gegenwart voll Luft und Pracht und die hehre Vergangenheit, einander wie Schwestern in einem Kuss der Schönheit, den das Herz nicht vergessen kann“. Wenn heute am Abend endlich etwas Ruhe einkehrt, dann kommen die Einheimischen aus ihren Häusern zur Passeggiata, dem allabendlichen Spaziergang. Und dann kann man die Erotik der Stadt unterhalb des Monte Venere, des Venusberges, immer noch ein bisschen spüren, die einst die Künstler so inspirierte, meint Andreas Pehl.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: c/o pop 2020 We Are Europe – Neue elektronische Sounds für Europa

Fayra / Connie Frischauf / Colin Self / Bendik Giske. Aufnahmen aus dem Kölner Funkhaus

„Musik aus Europa“, das bedeutet heute mehr als die Summe aus ESC und Eurodance, Beethoven und Sibelius, Irish Folk und Polkas.

Längst hat sich ein breites Spektrum aktueller Musikszenen zwischen interdisziplinärer Elektronik und digitalem Songwriting entwickelt. Gebündelt und präsentiert werden die Impulse der neuen europäischen Sound-Generation auf der Plattform „We Are Europe“. Hier geht es den Künster*innen nicht nur um die nächste Tour und das nächste Album, sondern um Entwürfe einer gerechteren Kulturwirtschaft und reflektierten Klangpolitik, jenseits der Landes- und Genregrenzen. Ein Kooperationspartner in unserer Region ist das Kölner Festival c/o pop, das im Frühjahr 2020 wie viele andere Veranstaltungen Opfer der Corona-Beschränkungen wurde, den Herbst aber schwungvoll mit einer „We Are Europe“-Konzertoffensive an ungewohnten Orten, aber auch im WDR Funkhaus einläutet. WDR 3 stellt die neuen europäischen Sounds in einer Konzert-Sonderausgabe vor.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Luft. Bewegung Windige Hörstücke von Lasse Marc Riek und Thomas Meadowcroft

Anemoi. Äolische Musik und unberechenbare Geräuschwelten. Von Lasse Marc Riek. Produktion: WDR 2017 | Moving Homes. Von Thomas Meadowcroft

Mit Anthony Burr, Bassklarinette; Robin Hayward, Tuba; Hilary Jeffery, Posaune; Anthea Caddy und Zoé Cartier, Cello; Boris Meinhold, E-Gitarre; Michael Rotschopf und Thomas Meadowcroft, Stimme. Produktion: Deutschlandradio/ABC 2016

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Ganz nah am Aufwuchs des Klangs – 20. Intersonanzen-Festival in Potsdam

Von Dietrich Petzold. Das 20. Intersonanzen-Festival des Brandenburgischen Vereins Neue Musik stand unter dem Motto: „Weg_Aspekt: Diskurs“. Zu den Mitwirkenden gehörten das Berliner Modern Art Ensemble, das Hashtag Ensemble aus Warschau, das Kölner Fukio Ensemble und die Bukarester Formation devotioModerna. Wie bereits in den vergangenen Jahren fanden neben den Konzerten Diskussionsrunden, Workshops, Materialausstellungen und Klangkunstinstallationen ihre Heimstatt im kommunikationsfreudigen Kunsthaus „sans titre“ in Potsdam. Autor Dietrich Petzold lässt die Jubiläumsausgabe Revue passieren. Er sprach mit Festivalleiter Thomas Gerwin und blickt auf die Geschichte der Intersonanzen zurück.

22:08 – 22:55 | Ö1
Grenzphänomenen und Übergangsphasen: „Nothingness; Life, Nothingness“ von NUM

Unter dem Motto „Liminal“ lud das CTM Festival heuer zu einer Auseinandersetzung mit Grenzphänomenen und Übergangsphasen ein, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden. „Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart“, so die Veranstalter, „sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte.“ Und auch dieses Jahr wieder vergaben das CTM Festival und die Redaktion Hörspiel / Klangkunst von Deutschlandfunk Kultur gemeinsam mit dem Goethe-Institut, dem ORF Festival musikprotokoll im steirischen herbst und dem Ö1 Kunstradio mit Unterstützung des britischen Musikmagazins The Wire Auftragsarbeiten, die sich dem Thema des CTM Festivals widmen und dabei die künstlerischen Möglichkeiten des Mediums Radio mit einer Live-Performance verknüpften sollten. Eines der beiden Siegerstücke ist „Nothingness; Life, Nothingness“ von dem Duo NUM. Maryam Sirvan und Milad Bagheri stellten sich die Frage, was es bedeutet in der Gegenwart zu leben und suchten nach einem akustischen Ausdruck für den flüchtigen Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft. Dabei orientierten sie sich an ihren persönlichen Erfahrungen: Aus dem Iran nach Georgien emigriert, versuchen sie in Tiflis, sich ein neues Leben und eine neue künstlerische Laufbahn aufzubauen. Das zweite der beiden Siegerstücke – „Altered State Solution“ von Dani Gal und Ghazi Barakat – war am 18. Oktober in einer gemeinsamen Sendung der Zeit-Ton extended und der Ö1 Kunstradio Redaktion zu hören. Gestaltung: Susanna Niedermayr

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
Hörspielpremiere | Vom Gauner persönlich von Henry Jaeger – Funkregie: Miriam Brand

Das Hörspiel „Vom Gauner“ persönlich nach der gleichnamigen Inszenierung von Martha Ebert des Schauspiel Frankfurt widmet sich dem bewegten Leben des Schriftstellers Henry Jaeger. Unter Einbeziehung von Texten aus Jaegers Werken werden die glanzvollen, aber auch die dunklen Zeiten des Autors beleuchtet.

Während Sebastian Reiß als junger Henry Jaeger aus seinen Werken vorliest, verdichtet sich durch die intensiven Klänge des Musikduos granular synthese die Atmosphäre zunehmend, und Jaeger taucht wieder ein in die Erlebnisse seiner Vergangenheit; er nimmt uns mit auf die Dächer Frankfurts und lässt uns an den waghalsigen Einbrüchen und Überfällen der Jaeger-Bande teilhaben, die für ihn schließlich in mehrjähriger Isolations-und Schweigehaft enden.

Zuweilen ironisch kommentiert und literalisiert werden die Stationen seines Lebens von einer bereits älteren Version Jaegers, gesprochen von Michael Schütz. Denn Jaeger beginnt in seiner Zelle zu schreiben, um dem durch die Isolation nahenden Wahnsinn zu entgehen.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: „Die Rastlose“ – die Sängerin Aline Frazão

„Melodie gibt den Dingen, die man fühlt, eine besondere Bedeutung“. Mit diesem Gedanken ist Aline Frazão nicht nur nah dran an den Ohren, sondern vor allem an den Herzen ihres Publikums.  Die Sängerin gehört zur jungen Generation von WeltmusikerInnen, die die Musik ihrer angolanischen Heimat mit Jazzelementen und afrikanischen Rhythmen anreichert und dabei auch lateinamerikanische Einflüsse hörbar macht. Aufgewachsen ist Aline in Angolas Hauptstadt Luanda, besuchte dort eine portugiesische Schule und war immer, wenn sie zuhause das Radio aufdrehte, fasziniert von der Mischung der Klänge und Rhythmen aus aller Welt. Genau das war es, was sie während ihres Studiums in Europa vertiefte und in ihren eigenen Songs umsetzte.


25.10.2020


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Von Beethoven bis Boulez – 40 Jahre Ensemble Modern

Aus dem Musikleben ist es nicht wegzudenken, das Ensemble Modern. Vor 40 Jahren gründete es sich als ein Spezialisten-Ensemble für Neue Musik.

Mitglieder des „Ensemble Modern“ liegen während des Festivals Frankfurter Positionen 2008 auf der Bühne.

Mit seinen Interpretationen hat es Meilensteine gesetzt, von den frühen Klassikern der Moderne wie Schönberg und Webern bis zu den Klanglandschaften eines Heiner Goebbels oder den als unspielbar geltenden Player-Piano-Studies von Conlon Nancarrow. Sogar an Beethoven und Richard Strauss haben sich die Neutöner aus Frankfurt herangewagt!

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Traunsteiner Sommerkonzerte 2020

Drei spannende Klavierquartette standen am 1. September 2020 auf dem Programm der Traunsteiner Sommerkonzerte. 1. William Walton (1902-1983) – Piano Quartet in D minor / 2. Gustav Mahler (1860-1911) – Piano Quartet in A minor / 3. Johannes Brahms (1833-1897) – Piano Quartet No. 2 in A, op. 26

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Nordische Impressionen – Neues aus dem hohen Norden

Was hat die finnische Musikszene nicht alles zu bieten! Vom „Nordic-Americana-Powerfolk“, wie die Band Frigg ihre Musik selbst bezeichnet, über die mystischen Joiks, groovenden Rhythmen und wilden Improvisationen des Ensembles Vilda; dann begegnen wir der Sängerin Emmi Kujanpää, die gemeinsam mit den Mystère des Voix Bulgares ein Album voller Klang-Ideen und Emotionen aufgenommen hat. Die sehr spezielle Mischung aus Vokal- und E-Gitarren-Klängen des Tormis-Quartet wirkt mitunter experimentell. Mit der Akkordeonistin Maria Kalaniemi und dem Harmoniumspieler Eero Grundström treffen zwei großartige Folkmusiker Finnlands aufeinander und entführen in ihre Welt aus tanzbaren Ohrwürmern. Eine Sendung von Roland Kunz

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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