Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 12.10. bis 18.10.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 42. Zafraan Ensemble | Die relative Kunst der Unfuge | Karl-Sczuka-Preis 2020 | Donaueschinger Musiktage | Struwwelpeters böse Lieder | Faszination Nyckelharpa | Maria de Alvear | Peter Rehberg | musikprotokoll 2020 | Trump als Tenor – „Black lives matter“ auf US-Opernbühnen | Heinz Winbeck | „Hölderlin lesen“ | Irene Galindo Quero | #Zusammenspielen | Mädchenchor Hannover | Disharmonie in der neuen Musik | La Monte Young |  Extinction Events – Musik in dystopischen Zeiten | Harmonie in der neuen Musik | Festival „NOW!“ Essen.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


12.10.2020


20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Festival „NOW!“ Essen

Matthias Krüger: LAL für Ensemble | Malte Giesen: unisono 4: Reflexe für Sextett, Uraufführung | Mathias Spahlinger: Adieu m’amour, Hommage an Guillaume Dufay für Violine und Violoncello | F: Nachtmusik für Ensemble | Georgia Koumará: Die wunderlich Gasterei für einen Performer mit Effekt-Geräten, verstärktes Ensemble und Elektronik, Uraufführung | Emanuel Wittersheim: To Have to Stand Beneath My Window with Your Bugle and Your Drum für Ensemble, Uraufführung; Ensemble hand werk

Aufnahme aus dem Museum Folkwang. Das Ensemble hand werk spielt beim Festival NOW! ein Programm mit vielfältigen Bezügen von der Frührenaissance bis zu den Brüdern Grimm.

Schon im Namen des 2011 gegründeten Ensembles „hand werk“ schwingt was Solides mit. Passend dazu ist die Intention der sechs Musikerinnen und Musiker aus Köln, „gute Musik“ zu machen. Und das tun sie gerne ohne große Worte. Was für ein Konzept ihrem Gastspiel beim Essener Festival NOW! zugrunde liegt und wie das mit dem 2019er Festivalthema „Transit“ zusammenpasst, darüber wird WDR 3 Konzert mit dem Festivalmacher, Komponisten und Essener Hochschullehrer Günter Steinke ins Gespräch kommen, der an diesem Abend Gast in Studio sein wird.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Harmonie in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. Was bedeutet „Harmonie“ in der Musik unserer Zeit? Gibt es neue Harmonien? Gibt es einen Rückfall in alte Harmonien oder sogar eine Sehnsucht von Komponisten nach einem „Gefallen“ ihrer Musik? Eine Spurensuche nach der heilen Welt in der zeitgenössischen Musik.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Extinction Events – Musik in dystopischen Zeiten

Von Dirk Wieschollek. Klimawandel, Artensterben, Umweltzerstörung, und obendrauf noch eine Pandemie: Die Menschheit zu Beginn des 21. Jahrhunderts bangt um den Verlust ihrer Lebensgrundlagen. Wie reagiert die zeitgenössische Musik auf den prekären Zustand des Planeten und die mediale Allgegenwart globaler Bedrohungen? Exemplarische Beispiele lassen sich in aktuellen Arbeiten von Sarah Nemtsov, Ying Wang, Liza Lim, Malin Bång und Ole Hübner finden. Aber auch der Klassikbetrieb hat den Klimawandel für sich entdeckt und Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ einer dystopischen Neubestimmung unterzogen.

23:03 – 24:00 | Ö1
musikprotokoll 2020. Klangforum Wien spielt Uraufführung von Dorian Concept

Seine musikalische Laufbahn begann Oliver Thomas Johnson alias Dorian Concept als „bedroom producer“. Mittlerweile spielt der Wiener Elektronik-Innovator in Clubs genauso wie in der Royal Albert Hall. Für das Klangforum Wien hat der fingerfertige Keyboarder ein neues Stück konzipiert, das aufgrund des Lockdowns nicht wie geplant im April im Wiener Konzerthaus uraufgeführt werden konnte. Das vierzigminütige Stück „Hyperopia“ wurde am 10. Oktober beim ORF musikprotokoll erstmals öffentlich aufgeführt. Bei diesem Werk an der Grenze zwischen digitaler und akustischer Klangerzeugung tritt der Autodidakt Dorian Concept, der sich als konsequenter Vertreter der Improvisation versteht, als elektronisch ausgestatteter Kammermusiker gemeinsam mit dem Klangforum Wien auf. Gestaltung: Rainer Elstner


13.10.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Die Intuition ist meine Auftraggeberin“ – Die Klarinettistin und Performerin Carola Schaal

Von Ulrike Klobes. Mit ihrem Bedürfnis, über das reine Reproduzieren hinaus selbst an der Entstehung von Musik und Performances mitzuwirken, kreiert die 1982 geborene Künstlerin ungewohnte und in höchstem Maß individuelle Klang- und Ausdruckswelten.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Markus Schmitt: „Jodler und Juchetzer“, Agile (Matthew Sadler, Trompete); Markus Schmitt: „echoi“ (Felix Seiffert, Violoncello; Stefan Schulzki, Klavier); Isabel Mundry: „Flugsand“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Markus Stenz); Hans Huyssen: „Zeitverlust“ (Tanja Tetzlaff, Violoncello); Paul Engel: „Somnium pacis“ (Bernd Maucher, Posaune; Alfons Kontarsky, Klavier); Robert Delanoff: „Sirtak“ (Henze-Quartett); Nikolaus Schapfl: „Songs without words“ (Vladimir Tsypin, Violine; Gereon Kleiner, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Traum-Musik zwischen Trip und Meditation – Zum 85. Geburtstag von La Monte Young

Von Margarete Zander. Wer das Dream-House betritt und zum ersten Mal erlebt, wie ein Klang mitten in seinem Kopf entsteht, der kann schon mal verstört reagieren und fluchtartig den Raum verlassen. Wer dann wiederkommt, erlebt die Musik wie einen Rausch. Fluxus, Elektronik, Noise, der Komponist La Monte Young hat alle beeinflusst. Mit seinem „Well-Tuned Piano“ und dem „Theater der ewigen Musik“ gehört er zu den zentralen Vertretern der Minimal Music. Alles begann mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings…

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Matthew Shlomowitz: „Glücklich, Glücklich, Freude, Freude“ (Mark Knoop, Keyboard, Synthesizer; SWR Symphonieorchester: Emilio Pomàrico)

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Disharmonie in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. In der Werbung wird das Empfinden von Schmerz mit Tönen verstärkt, die Erinnerungen an Bohrgeräusche beim Zahnarzt auslösen, Schmerzlinderung dagegen unter sanftem Harfenklang versprochen. Kann sich die neue Musik frei von solchen sozial geprägten Vorstellungen bewegen oder arbeiten Komponisten der zeitgenössischen Musik auch mit diesen Auslösern? Ist vielleicht alles nur eine Frage der Gewohnheit? Und bedeutet intellektuell und kopflastig auch automatisch gut?

23:03 – 24:00 | Ö1
musikprotokoll 2020. „I can’t breathe“ von Georg Friedrich Haas: Solidarität mit der „Black Lives Matter“-Bewegung

Georg Friedrich Haas hat mit einem seiner Werke beim ORF musikprotokoll für einen Moment des mitfühlenden und solidarischen Innehaltens gesorgt: Trompeter Anders Nyqvist spielte am 10. Oktober 2020 in der Helmut List Halle das beklemmendes Solo „I can’t breathe“ (2015), das der Komponist im Gedenken an den 2014 von US-Polizisten ermordeten Afroamerikaner Eric Garner geschrieben hat. Haas erklärt damit seine Solidarität mit den Demonstrant/innen der „Black Lives Matter“-Bewegung.

Ein Anlass, Rückschau zu halten: 1988 wirkte Haas erstmals beim Festival mit (als musikalischer Leiter eines Konzertes mit sechs Klavieren). Seither wurde Gewichtiges und Kritisches von ihm beim musikprotokoll uraufgeführt – etwa im Jahr 2018 der „Monolog für Graz“, der seine Auseinandersetzung mit heimlichen ebenso wie offensichtlichen Fortwirkungen der nationalsozialistischen Ideologie in Österreich auf äußerst persönliche Weise fortgesetzt hat. Gestaltung: Christian Scheib


14.10.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Uwe Strübing: „Der Traum von den fünf großen H“, op. 38 (Jörg Krämer, Flöte; Lilo Kraus, Harfe; Peter Selwyn, Klavier); Heinrich Hartl: „Wandlungen“, op. 115 (Moravian Philharmonic Orchestra of Olomouc: Toshiyuki Shimada); Waldram Hollfelder: „Moments musicaux“ (Bernd Kremling’s drummingHands); Stefan Hippe: „Annacamento“ (ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Klaus Hashagen: Vibraphonkonzert – „Perchon“ (Andrea Schneider, Vibraphon; Klaus Hashagen, Synthesizer; Nordwestdeutsche Philharmonie: Klaus Bernbacher); Herbert Hechtel: „Shambala“ (Dorit Peschel, Blockflöte; Elaine Godefroy, Violoncello; Helmut Bieler, Cembalo)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Beethoven – Ein Genie und sein Gefolge (1)

Das Werk eines Meisters wie Beethoven bleibt nicht unverändert. Seine Sinfonien werden für den Hausgebrauch in Trios umgeschrieben, Streichquartette verwandeln sich in Klaviersonaten.

Nie vollendete Werke werden von fremder Hand fertiggestellt und die Erfolgsstücke des Meisters inspirieren nachgeborene Komponisten zu ganz Neuem. Im Beethoven-Jubiläumsjahr gibt es all das in klangfrischen Neuaufnahmen zu hören. Dies ist die erste Folge eines Streifzugs durch die Welt der Bearbeitungen, Vollendungen und Neuschöpfungen von Beethovens Werk.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: …auf den Flügeln des Gesanges

Wie der Mädchenchor Hannover Erfolgsgeschichte schreibt. Von Petra Rieß

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: #Zusammenspielen. Freie Musiker*innen bei SWR2

Akiko Ahrendt und Florian Zwißler: Improvisation für Geige und Synthesizer – Akiko Ahrendt (Violine); Florian Zwißler (Synthesizer) | Michael Maierhof: „splitting 43“ für Trompete, schwingendes Objekt und Zuspielung – „splitting 21“ für Trompete, schwingendes Objekt und Zuspielung. Paul Hübner (Trompete)

Ein Solist und ein Duo haben in unserer Reihe #Zusammenspielen ihre Arbeit dokumentiert: Die Geigerin Akiko Ahrendt und der Synthesizer-Solist Florian Zwißler erschaffen in ihren Improvisationen ein klingendes Geschwisterpaar aus Violine und Elektronik. In Echtzeit wird die Geigenstimme verfremdet und durchwandert mit den synthetischen Sounds eine Klanglandschaft, die vielseitiger nicht sein könnte. Der Trompeter Paul Hübner hat zwei Kompositionen von Michael Maierhof eingespielt. Hier tritt das Soloinstrument in Dialog mit einem schwingenden System aus Blech und Glaskugeln.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Astrid Schwarz


15.10.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Irene Galindo Quero

„immer weiter“ (2017) Kammeroper – daraus: II.I. fällt (ins innere). Opera Stabile Hamburg | „algunos hombres“ aus: „a campo abierto“ (2015) – Jordi Domenech, Stimme; Gerardo López, Stimme; Jesús Garciía Aréjula, Stimme; Aleph Gitarrenquartett; Ensemble SMASH; Leitung: George Jackson | „contención cautiverio“ (2019): Für Bassetthorn, Violoncello und Klavier. Trio Catch | „Tenebrae Gratia Plena [Eghercicio de Respiracione]“(2019), ein Klang-Text-Stück – Ángela Segovia, Stimme; Noelia Arco, Schlagzeug | „línea“ (2008) für zwei Frauenstimmen und Cellistin; Ensemble Handwerk | „Der Schlag und die Zeugen“ (2012), nach Projektionen von Telemach Wiesinger; Für zwei Violoncelli und Schlagzeug. Trio Onyx

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Michael Hamel: Passion (Maria Husmann, Sopran; Johannes M. Kösters, Bariton; Dietrich Fischer-Dieskau, Sprecher; via-nova-chor München; Bayerische Kammerphilharmonie: Michael Helmrath); Klaus Obermayer: „Tanz-Suite“ (Münchner Bläserquintett); Meinrad Schmitt: Duo (Roswitha Lederer, Harfe; Klaus Motzet, Schlagzeug)

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
„…das weißt aber du nicht…“ – Neue Musik zu und mit Friedrich Hölderlin (2)

Es hat lange gedauert. Zu Lebzeiten hatte kaum ein Komponist Interesse an seinen Texten: den Gedichten, dem Roman, den Dramenfragmenten, den Übersetzungen. Das änderte sich im 20. Jahrhundert rasant.

Josef Matthias Hauer (1883-1959): 16 Klavierstücke op. 25 mit Überschriften nach Worten von Friedrich Hölderlin (1923) – Herbert Henck, Klavier. (Aufnahme: Konzertaufzeichnung Bremen, Übersee Museum, 30. Juni 1996 durch den Deutschlandfunk) | Luigi Nono (1924-1990): „Fragmente – Stille, An Diotima“ (1979/80); LaSalle Quartet. (Aufnahme: Studioproduktion des Südwestfunks am 19. Dezember 1980 in Baden-Baden) | Peter Ruzicka (*1948): „…Ins Offene…“, Musik für Streicher (2005/06) – hr-Sinfonieorchester; Leitung: Peter Ruzicka. (Aufnahme: Konzertaufzeichnung am 17. November 2006 im hr-Sendesaal, Frankfurt/Main).

Mittlerweile gehören die Dichtungen von Friedrich Hölderlin (1770-1843) zu jenen, die in Hülle und Fülle vertont worden sind und weiterhin sonore Impulse evozieren. Vor allem im deutschsprachigen Raum. Aber auch italienische Komponisten wie Luigi Nono oder Bruno Maderna – beide sprachen deutsch – haben sich der rätselhaften, oft fragmentarischen Lyrik Hölderlins bzw. dem revolutionären Briefroman „Hyperion“ zugewandt. Ohne Hölderlin wäre nicht nur die Literaturgeschichte ärmer, sondern zugleich die Musikgeschichte, die sich ohne den „Fremdling im eigenen Haus“, wie er sich einmal selbst skizzierte, seit den 1970er Jahren zweifellos anders entwickelt hätte. Hölderlins Denken und Fühlen in Sprache hat einige musikalische Innovationen und neue ästhetische Perspektiven initiiert. Eine (letztlich nur kleine) Auswahl mit bekannten und weniger vertrauten Klangsichten auf Hölderlin stellen wir Ihnen in diesem hr2-Konzertsaal vor.

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: HörBar – „Hölderlin lesen“

Wolfgang Korb, Sprecher. Ernst Surberg, Piano & Synthesizer. Direktübertragung aus dem KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | „Ich hab’ meine Arbeit getan …“ – Der Komponist Heinz Winbeck (1946-2019)

Er war einer der großen Sinfoniker des ausgehenden 20. Jahrhunderts: der bayerische Komponist Heinz Winbeck (1946-2019). Heinz Winbecks überaus persönliche, philosophisch-spekulative Musik lässt sich nur schwer in Worte fassen. Bei aller Nähe zur Tradition und Tonalität spielen in seinem Oeuvre zeitgenössische Fragestellungen im Umgang mit Material, Dichte, Raum und Struktur durchaus eine zentrale Rolle. Allerdings dienen sie dem „Blick nach Innen“, der philosophischen Spekulation über „die letzten Dinge“ und der biografischen Selbstbewältigung. Die Musik Winbecks ist ein stetes „Kreisen um den Tod“ (Edwin Baumgartner). Ein Heinz-Winbeck-Schüler, der in Büdingen in der Wetterau lebende Komponist und Musikwissenschaftler Daniel Hensel porträtiert in seiner persönlichen Sendung die Musik seines 2019 gestorbenen Lehrers.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Die Enden der Parabel / Gravity’s Rainbow (5/12) (bis 2 Uhr)

Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Pynchon. Aus dem Amerikanischen von Elfriede Jelinek und Thomas Piltz. Teil 5: Une Perm’ au Casino Hermann Goering, Episode 1 bis 8

Ende 1944 bis Anfang Mai 1945: Um hinter das Geheimnis von Slothorps Erektionen und der V2 zu kommen, wurde der US-GI nach Monaco geschickt, ins ehemalige Casino Hermann Goering. Hier überwacht ihn im Auftrag von Dr. Pointman die Domina Katje Borgesius. Slothorp, auf der Suche nach seiner Identität, flieht und erfährt in Zürich, dass ein Wissenschaftler mit Namen Laszlo Jamf an ihm als Kleinkind experimentiert – und zwar mit der Chemikalie Imipolex G, die auch beim Bau der V2 verwendet wird.

23:03 – 24:00 | Ö1
musikprotokoll 2020. Hidden Sounds im Dom im Berg. (Teil 1)

„Hidden Sounds“, in seiner diesjährigen Festivalausgabe präsentierte das ORF musikprotokoll im steirischen herbst unterschiedliche Zugänge zum Aufspüren von und Arbeiten mit verborgenen Klängen. Drei Auftragswerke wurden dabei für die 50-Kanal Ambisonics Audioanlage des Dom im Berg konzipiert. Thomas Grill gab mit „Noise Shaping“ einen Einblick in das Forschungsprojekt „rotting sounds“, das sich mit der Vergänglichkeit von digitalem Klang im sozialen, technologischen und zeitlichen Kontext beschäftigt. Ein zentraler Forschungsgegenstand ist die Repräsentation von Klang als 1-bit-Datenstrom, der die Brücke zwischen digitalen und analogen Signalen schlägt. Der Begriff „Noise Shaping“ steht dabei für den voluminösen Rauschhintergrund, der als Träger der darin verborgenen Klänge verwendet wird. Aloïs Yang und Andreas Trobollowitsch wiederum spannten mechanisch erzeugte Klänge in ein komplexes digitales Feedback-System ein, – found objects kamen ebenso zum Einsatz wie natürliche Substanzen und performative Raumvermessungen.  Aloïs Yang ist einer jener Künstler, die heuer für die Shape Plattform des Festivalnetzwerkes ICAS der International Cities of Advanced Sound nominiert wurden. Gestaltung: Susanna Niedermayr


16.10.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Limitless Potential – Von Jennifer Walshe und Jon Leidecker

Mit Beiträgen von Style Kincaid, Arthur Chen, Anna Devin und John Hess. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020. Länge: 54’30. (Ursendung)

Künstliche Intelligenz kann zuhören: Von der Tonhöhenkorrektur bis zum Emotionsmanagement prägt sie zunehmend unseren akustischen Alltag. Jennifer Walshe und Jon Leidecker komponieren mit den neuesten Tools aus dem Silicon Valley.

Im Silicon Valley entfaltet der Überwachungskapitalismus ganz eigene Visionen für die Zukunft der Menschheit: Chatbots nehmen es uns ab, Fremden gegenüber höflich zu sein. Und Unternehmer erhalten die Möglichkeit, ihren Profit auf Kosten der Musikwelt zu maximieren. Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz lernen Maschinen nicht nur rechnen und denken – sie sollen auch zuhören können. Die dafür entwickelten Softwarebausteine nutzen die Komponistin Jennifer Walshe und der Elektronikmusiker Jon Leidecker für ein hintergründiges Spiel mit der künstlichen Intelligenz. Sie erforschen und hinterfragen das „machine listening“ von der automatischen Tonhöhenkorrektur bis zur emotionalen Bindung an neuronale Netzwerke.

Jennifer Walshe, 1974 in Dublin, Irland geboren, ist Vokalistin und Komponistin. Sie studierte Komposition bei John Maxwell Geddes in Glasgow und promovierte 2002 in Komposition an der Northwestern University in Chicago. Zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter der Kranichsteiner Musikpreis und Einladungen zu den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt (2000) und dem Residenzprogramm der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart (2003-2004). Sie war Stipendiatin des DAAD Berliner Künstlerprogramm (2004-2005), der Foundation for Contemporary Art in New York (2007) und des Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (2008). Walshe lehrt an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Stuttgart.

Jon Leidecker aka Wobbly lebt in San Francisco und ist seit Mitte der Achtziger Jahre in der elektronischen Musik aktiv. Er arbeitete mit zahlreichen Bands und Künstler*innen, darunter Negativland, Thurston Moore Ensemble, Dieter Moebius & Tim Story, Laetitia Sonami, Matmos, People Like Us, Zeena Parkins, Fred Frith, Tania Chen, Thomas Dimuzio, The Freddy McGuire Show und Sagan. 2008 erhielt er den Auftrag des Museums für zeitgenössische Kunst in Barcelona für einen neunstündigen Podcast über die Geschichte der Collage und des Samplings. 2015 übernahm er die renommierte Radiosendung „Over the Edge“ auf KPFA FM, in der live Radiocollagen gemischt werden.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Claus Kühnl: „Zeitfülle“ (Niklas Liepe, Violine; Peijun Xu, Viola; Gabriel Schwabe, Violoncello; Julia Okruashvili, Klavier); Siegfried Fink: Konzert (Dmitriy Nedelev, Perkussion; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Tobias Giesen: Vier Stücke (Tobias Giesen, Klarinette; Claudia Hübl, Klavier); Werner Heider: „Modelle“ (Nürnberger Symphoniker: Werner Heider); Wolfram Graf: Suite symphonique (Martin Seel, Flöte, Piccolo; Chie Honda, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Nordlicht Stockholm im Rampenlicht – Der Weg zurück ins Kulturleben in Schwedens Hauptstadt

Von Sylvia Schreiber. Die Corona-Politik der Wikinger-Nachfahren sorgt seit diesem Frühjahr immer wieder für Schlagzeilen. „Der schwedische Weg“ steht für viel Negatives, vor allem für hohe Infektionszahlen und eine Spaßgesellschaft, die in Nordeuropa einen selbstbewussten Totentanz aufführt. Tatsächlich aber sieht das Kulturleben in Stockholm genauso mager aus, wie im Rest der Welt. Kein Tanz und Gesang in der königlichen Oper, auch Konserthuset, Berwaldhallen und Museen wurden Ende März dicht gemacht. Nach und nach werden nun überall wieder Geschichten erzählt, über Rigoletto, das sagenumwobene Kriegsschiff „Vasa“, über Beethoven, die Vergangenheit der nordischen Völker. Stockholms Erwachen mit Militärkapellen, Orchestersound, Operngesang, mit Ausstellungen und Jazzfestival.

22:30 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Trump als Tenor – „Black lives matter“ auf US-Opernbühnen

Von Bernhard Doppler. Das Thema Rassismus wird in US-amerikanischen Opern schon lange angeprangert. Bernhard Doppler berichtet von aktuellen Neuinszenierungen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Verborgene Klänge, aufgespürt von Rojin Sharafi – musikprotokoll 2020. Hidden Sounds im Dom im Berg. (Teil 2)

„Hidden Sounds“, in seiner diesjährigen Festivalausgabe präsentierte das ORF musikprotokoll im steirischen herbst unterschiedliche Zugänge zum Aufspüren von und Arbeiten mit verborgenen Klängen. Drei Auftragswerke wurden dabei für die 50-Kanal Ambisonics Audioanlage des Dom im Berg konzipiert. Rojin Sharafi, die ursprünglich aus dem Iran kommt und seit einigen Jahren in Österreich lebt, widmet sich in ihrem Stück der „kulturellen Hegemonie, kulturellen Hybridität und dem kulturellen Überleben“, jenen Stimmen also, die im Kampf um die kulturelle Vorherrschaft gezielt unterdrückt werden. In diesem „Zeit-Ton“ werden wir außerdem in ihr neues Album hineinhören, das demnächst bei Ventil Records erscheinen wird. Rojin Sharafi ist eine jener Künstler/innen, die heuer vom ORF musikprotokoll für die Plattform Shape des Festivalnetzwerkes ICAS nominiert wurde. Gestaltung: Susanna Niedermayr


17.10.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Nordlicht Stockholm im Rampenlicht – Der Weg zurück ins Kulturleben in Schwedens Hauptstadt

Von Sylvia Schreiber. Die Corona-Politik der Wikinger-Nachfahren sorgt seit diesem Frühjahr immer wieder für Schlagzeilen. „Der schwedische Weg“ steht für viel Negatives, vor allem für hohe Infektionszahlen und eine Spaßgesellschaft, die in Nordeuropa einen selbstbewussten Totentanz aufführt. Tatsächlich aber sieht das Kulturleben in Stockholm genauso mager aus, wie im Rest der Welt. Kein Tanz und Gesang in der königlichen Oper, auch Konserthuset, Berwaldhallen und Museen wurden Ende März dicht gemacht. Nach und nach werden nun überall wieder Geschichten erzählt, über Rigoletto, das sagenumwobene Kriegsschiff „Vasa“, über Beethoven, die Vergangenheit der nordischen Völker. Stockholms Erwachen mit Militärkapellen, Orchestersound, Operngesang, mit Ausstellungen und Jazzfestival.

14:05 bis 17:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage – LIVE: Ensemble Kwadrofonik

Barbara Kinga Majewska (Sopran). Malte Giesen: Neues Werk für Ensemble | Artur Zagajewski: Neues Werk für Ensemble | Sasha Blondeau: Neues Werk für Sopran und Ensemble | Nigel Osborne: Neues Werk für Ensemble. (Zeitversetzte Liveübertragung aus dem Strawinsky Saal der Donauhallen in Donaueschingen)

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Profil [70]: Peter Rehberg / point of view [80]: Peter Rehberg

Profil [70]: Peter Rehberg – Peter Rehberg: Early Works 1982-1984 / Like Watching Shit on a Shelf / FVO / 20150609 / Frozen Jumper / Motivation | General Magic & Pita: Spring Fridge | Rehberg & Bauer: Supa und Troik | Fenn O’Berg: Floating My Boat

ab 23:00: point of view [80]: Peter Rehberg – David Bowie: Warszawa | Bruce Gilbert: Work for Do You Me? I Did | Bernhard Guenter: un peu de neuge salie | Einstürzende Neubauten: Armenia | DAF Deutsch-Amerikanische Freundschaft: Verschwende deine Jugend | New Order: Blue Monday | Basic Channel: Lyot Rmx | Throbbing Gristle: Valley of the Shadow of Death | Swans: Your Property | Bernard Parmegiani: Capture éphémère

Das heutige Profil ist dem 1967 geborenen und in Wien lebenden britischen Musiker Peter Rehberg gewidmet. Sein Werdegang ist unorthodox, eine musikalische Ausbildung hat er nicht genossen. Wie er es formuliert: Seine Plattensammlung sorgte für die musikalische Ausbildung. Kein Wunder, dass er heute sowohl als international gefragter Musiker experimenteller Elektronik weltweit unterwegs ist, als auch mit mego für eines der wichtigsten Plattenlabels experimenteller Musik verantwortlich zeichnet.

In ungewöhnlicher Weise fand Rehberg vom Pop zur Experimentalmusik und ist ihr bis heute – immer unideologisch – treu geblieben. Technisch hat er sich stets weiterentwickelt und heute kann man ihn getrost als den „Parmegiani der Glitch-Elektronik“ bezeichnen: technische ausgereifte Werke huldigen den physischen Qualitäten des Klangs. Rehberg legt Wert auf Hör- und Genießbarkeit seiner Musik und vermeidet tunlichst jegliche Theoriebildung: „Get-up and do it!“. Diese Unmittelbarkeit zeigen insbesondere seine Solo-Platten, die hier besonders im Fokus stehen und merkwürdigerweise bis heute weniger bekannt sind. Wahre Entdeckungen!

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Magische Rituale – Die Komponistin Maria de Alvear wird 60

Am Mikrofon: Hanno Ehrler. Das Spirituelle steht im Vordergrund von Maria de Alvears Komponieren. Aufführungen ihrer Stücke gleichen magischen Ritualen. Titel ihrer Werke sind „Magna Mater“, „De Puro Amor“ oder „Sexo puro“. Sie deuten darauf hin, dass im Schaffen der spanischen, in Köln lebenden Komponistin Körperlichkeit, Geist, Klang und Spiritualität auf unvergleichliche Weise zusammenfließen. In den 90er-Jahren freundete sich Maria de Alvear mit Schamanen der Irokesen an und studierte ihre spirituellen Praktiken. Sie hat ein sehr feines Gespür für die unterschiedlichen Bedeutungen von Musik in verschiedenen Kulturen entwickelt und betrachtet unser westeuropäisches Musikschaffen mit ganz eigenen Augen. Ihre Stücke sind oft lang. Sie spüren dem menschlichen Empfinden nach und wollen ganzheitliche Erfahrungen ermöglichen. Am 25. Oktober dieses Jahres feiert diese außergewöhnliche Komponistin ihren 60. Geburtstag.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Sophia Bauer – Kereita Forest Block

Der Kereita Forest Block ist eine Zypressenplantage im kenianischen Hochland. Allerdings ist die Zypresse eine exotische Art in Kenia, sie wurde von den Briten, der Kolonialmacht von 1895 bis 1963, eingeführt, um die Nachfrage an Holz zu befriedigen.

Die Komposition der Kölner Medienkünstlerin Sophia Bauer (*1987) greift verschiedene Klangmaterialien aus dem Kereita Forest Block auf: z.B. atmosphärische Vor-Ort-Aufnahmen, gesprochene Archivberichte aus der Kolonialzeit, Originaltöne von Menschen, die mit und in dem Wald leben und akustische Aufnahmen von Bäumen aus deren Nahbereich. www.sophiabauer.net

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Faszination Nyckelharpa – Das schwedische Nationalinstrument und seine Virtuosen

Auf den ältesten Abbildungen aus dem Jahre 1350 in einer gotländischen Kirche wird die Nyckelharpa von Engeln gespielt. In der Tat fasziniert das Instrument mit seinen drei bis vier Melodie- und Bordunsaiten, die wie bei der Drehleier mit Tasten, den sogenannten „Schlüsseln“ (auf schwedisch „Nyckel“) abgegriffen, aber mit einem Bogen gestrichen werden, durch seinen weiten, räumlichen Klang, der von den Resonanzsaiten herrührt. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich das mittelalterliche Original durch bauliche Innovationen zu einem chromatisch spielbaren Konzertinstrument. Virtuosen wie Erik Rydvall und Johan Hedin mit ihren Bands Nordic und Bazar Blå oder der deutsche Nyckelharpabauer Johannes Mayr zelebrieren nicht nur rasante skandinavische Volksmusik und eigene Kompositionen, sondern unternehmen auch Ausflüge zur Musik Johann Sebastian Bachs, zum Bluegrass und in den Irish Folk. Eine Sendung von Jens-Peter Müller


18.10.2020


11:03 bis 13:58 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage – LIVE – Ensemble Musikfabrik

Daphne Sandoval (Fagott). Diedrich Diederichsen & Theresa Beyer (Musikwissenschaftler). Leitung: Mariano Chiacchiarini

Carola Bauckholt: Neues Werk für Ensemble | Gerald Barry: No people für Ensemble | Peter Ablinger: Concerto für Fagott, 2 Musikwissenschaftler und Ensemble. (Liveübertragung aus der Baarsporthalle Donaueschingen)

13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – 175 Jahre nicht beim Friseur – Struwwelpeters böse Lieder

Im Oktober 1845 erschien es zum ersten Mal im Druck: das Bilderbuch vom Struwwelpeter, das sich zum Dauerbrenner der deutschen Kinderliteratur entwickeln sollte.

Die Geschichten von Kindern, die nicht auf ihre Eltern hören und dafür harte Konsequenzen ertragen müssen, inspirieren Musiker und Komponisten bis auf den heutigen Tag. Die Welt der Struwwelpeter-Musik reicht von der pädagogisch korrekten Kinderchor-Kantate mit Zeigefinger bis zum antiautoritären Kinderlied, das das kindliche Rebellentum hochleben lässt. Zum 175. Geburtstag des langmähnigen Friseur-Verweigerers erklingen heute die schönsten und frechsten musikalischen Struwwelpetriaden.

18:05 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Musik: #Zusammenhalten für die Kultur. Mit dem SWR Symphonieorchester und Teodor Currentzis

SWR Experimentalstudio. SWR Symphonieorchester. Leitung: Teodor Currentzis

Mica Levy: messages für Orchester | Alexey Retinsky: Krausenminze für Orchester | Alexey Sioumak: Il pianista è sempre solo für Ensemble | Marko Nikodijevic: k-hole / schwarzer horizont, Drone with song für ensemble und electronica. (Produktion im Oktober 2020 im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle)

Unter der Leitung von Teodor Currentzis hat das SWR Symphonieorchester ein Programm mit Werken der Neuen Musik als Studioproduktion in der Stuttgarter Liederhalle produziert. Im Mittelpunkt stehen zwei neue Werke russischer Komponisten. Eine Besonderheit ist ein Kammerorchesterwerk der englischen Filmmusikkomponistin Mica Levi, die 2017 die 2017 für den World Soundtrack Award nominiert war. Abgerundet wird das Programm mit einer Komposition für Ensemble und Elektronika des serbischen Komponisten Marko Nikodijevic.

20:03 bis 22:00 | SWR 2
Donaueschinger Musiktage: Karl-Sczuka-Preis 2020

Preisverleihung und Preiswerk – „ANTIPODES for voices and dead electronics“ – Von Frédéric Acquaviva

Moderation: Walter Filz. In diesem Jahr wird der Karl-Sczuka-Preis für Hörspiel als Radiokunst an den französischen Komponisten und Klangkünstler Frédéric Acquaviva für sein Hörstück „ANTIPODES for voices and dead electronics“ verliehen. Die Auszeichnung wird vom Südwestrundfunk (SWR) vergeben und ist mit einem Preisgeld von 12.500 Euro verbunden. Die freie Autorenproduktion ist bisher ungesendet. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober als öffentliche Veranstaltung im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2020 statt. Der Preis wird von SWR Programmdirektorin Kultur, Wissen, Junge Formate Anke Mai verliehen. Der Vorsitzende der unabhängigen Jury Olaf Nicolai und der Moderator Walter Filz werden ein Gespräch mit Frédéric Acquaviva zu seinem Preiswerk führen.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Ecco la Primavera – Venedig im Norden

In die Zeit des Übergangs vom 16. ins 17. Jahrhundert führte das Konzert des Ensembles Weser-Renaissance Bremen unter der Leitung von Manfred Cordes im Februar 2018. Im Rahmen der damaligen Konzertreihe „Königliches Kopenhagen“ gab ein Konzert in der Kirche Unser Lieben Frauen mit dem Titel „Ecco la Primavera“. Also: Siehe, der Frühling. Doch nicht in erster Linie diese Jahreszeit beherrschte die Programmfolge, sondern eher der Untertitel: Venedig im Norden.

22:08 – 22:55 | Ö1
Grenzphänomene und Übergangsphasen: Altered State Solution und Die relative Kunst der Unfuge

Unter dem Motto „Liminal“ lud das CTM Festival heuer zu einer Auseinandersetzung mit Grenzphänomenen und Übergangsphasen ein, in denen vertraute Ordnungen destabilisiert werden. „Musik spiegelt nicht nur die fragilen Zustände unserer verunsicherten Gegenwart“, so die Veranstalter, „sondern öffnet zugleich kritische Experimentierräume für alternative Denkweisen und mögliche Zukünfte.“ Und auch dieses Jahr wieder vergaben das CTM Festival und die Redaktion Hörspiel / Klangkunst von Deutschlandfunk Kultur gemeinsam mit dem Goethe-Institut, dem ORF Festival musikprotokoll im steirischen herbst und dem Ö1 Kunstradio mit Unterstützung des britischen Musikmagazins The Wire Auftragsarbeiten, die sich dem Thema des CTM Festivals widmen und dabei die künstlerischen Möglichkeiten des Mediums Radio mit einer Live-Performance verknüpften sollten. In „Altered State Solution“, einem der beiden Siegerstücke, beschäftigen sich Dani Gal und Ghazi Barakat mit dem Wesen der Information und dem Scheitern selbiger. Während des Kalten Krieges versuchte man im kommunistischen Osten die als feindlich geltenden Botschaften, die Radiostationen jenseits des Eisernen Vorhangs aussandten, unter Störgeräuschen zu begraben. Dabei entfalteten die Störsender ihre eigene Klangästhetik, die nun im Zentrum von „Altered State Solution“ steht.

Eine Koproduktion des Ö1 Kunstradio und des ORF musikprotokoll – in diesem Fall gemeinsam mit dem SWR – ist auch „Die relative Kunst der Unfuge“ von Martin und Peter Brandlmayr, das zweite Radiostück, das in dieser gemeinsamen Sendung der Zeit-Ton extended und der Ö1 Kunstradio Redaktion zu hören sein soll.

„Kein Faß kennt einen letzten Boden, kein Instrument, das nicht mehr resoniert. / Und somit: Kein letztes Wort, kein letzter Klang. / Keine Fuge ohne Unfug, gleichwie umgekehrt.“

In diesem Sinne haben Martin und Peter Brandlmayr im Umkreis der allgemeinen Kunst des Verfügens gefischt, um der Diversität jenes Drängens nachzugehen, das einen letzten Grund und Boden, ein letztes Wollen und Machen verheißt, ohne dass ebensolches je geborgen worden ist. In einer Welt allgemeiner Vernetztheit, ja einer Welt allgemeiner Bezogenheit, ist ein letzter Hafen nicht in Sicht. Alle Erfahrung, alle Reise geht wohin, ist Translation – ist Übersetzung. So taucht man in diesem Hörspiel quer zu Raum und Zeit durchs Becken des auditiven Bewusstseins unserer Kultur, ist über die Grenzen von Sprache, Klang und Musik hinweg mal hier spurensuchend unterwegs, mal da.

In Bezugnahme auf: Johann Sebastian Bach, Marcel Duchamp, Gena Rowlands, Keiji Haino, Jaques Derrida, Ludwig van Beethoven, Anna Karina, Helge Schneider, Anton Webern, Billie Holyday, Stanley Kubrick, Susan Sontag, David Bowie, Gilles Deleuze, Monty Python, Galina Ustvolskaya, Morton Feldman, Thomas Bernhard, Glenn Gould, Marina AbramoviÄ , Ludwig Wittgenstein, Laurie Anderson, Charly Parker, John Cassavetes, John Carpenter, Theodor W. Adorno, Jean-Luc Godard u.v.m.

Das zweite der beiden Siegerstücke – „Nothingness; Life, Nothingness“ von NUM – wird am 25. Oktober in Zeit-Ton extended zu hören sein.  Gestaltung: Susanna Niedermayr und Elisabeth Zimmermann

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Homeoffice (7) Zafraan Ensemble

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Christophe Bertrand: Dall’inferno für Flöte, Violine und Harfe | Misha Cvijovic: Emotional Logic für Ensemble, Uraufführung | Samir Odeh-Tamimi: Alif für Ensemble | Elena Mendoza: Díptico für Klarinette, Saxofon, Violoncello, Piano und Perkussion | Lula Romero: Ins Offene für 10 Instrumente und Live-Elektronik | Stefan Keller: Soma oder Die Lust am Fallenlassen für Ensemble

Die Corona-Pandemie zwingt auch Musiker*innen seit Mitte März zu immer neuen Wegen. Inzwischen können zwar wieder Konzerte veranstaltet werden, allerdings nur unter strengsten Auflagen. Das Zafraan Ensemble setzt sich auch künstlerisch mit der krisenbedingten Isolation auseinander, etwa in dem Stück „Emotional Logic“ von Misha Cvijovic.

Zafraan: der Name erinnert an exotisches Gewürz und indische Küche. Die Geschmacksirritation ist Teil des Programms: Zafraan steht für Sinnlichkeit, für Frische und Vielfalt. Die basisdemokratisch organisierte Gruppe formierte sich 2009 in Berlin und spielt vorzugsweise aktuelle Stücke. Die zehn Musiker*innen, die das neue Repertoire lustvoll erforschen, kommen aus Spanien, Frankreich, Neuseeland, Australien und Deutschland. Sie fordern sich selbst wie auch das Publikum, probieren aus und überraschen, sie gehen ans Limit, provozieren, riskieren und schaffen Neues.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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