Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 07.09. bis 13.09.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 37. Musik nach der Quarantäne | Hommage à Bernd Alois Zimmermann | At home with Ilan Volkov | Oxana Omelchuk im Rahmen der Edition Zeitgenössische Musik | Historische Geigerinnen | Tangible Scores und andere musikalische Ideen von Enrique Tomás | Schippern mit Maurice Ravel | 85. Geburtstag des Komponisten Arvo Pärt | Neues vom Komponisten Wolfgang Liebhart | Das CWCH collective der englischen Musikerin Sarah Washington | Ein melancholischer Perfektionist – Komponist Thomas Wally.

Werbung


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


07.09.2020


23:03 – 24:00 | Ö1
Ein melancholischer Perfektionist – Komponist Thomas Wally, auf CD porträtiert vom Mondrian Ensemble

Komponist, Geiger, Lehrer: Der 1981 in Wien geborene Thomas Wally bezieht seine kreativen Anregungen nicht nur, aber auch aus seinen unterschiedlichen musikalischen Tätigkeitsfeldern, die ihn regelmäßig zwischen dem Orchestergraben der Wiener Staatsoper oder Salzburger Festspiele und den maßgeblichen Bühnen Neuer Musik wechseln lassen – sowie aus geradezu lexikalisch gründlicher Kunstbegegnung. Eine Art Werkschau und Überblick über die letzten zehn Jahre bietet die neue CD „Jusqu’à l’aurore“ des famosen Schweizer Mondrian Ensembles: durchwegs gestische, spannungsreiche, oft geradezu herausfordernde Musik, die durch Intensität ebenso fesselt wie durch Sinnlichkeit. Dass Wally hier nicht nur als Schöpfer im Hintergrund, sondern in vier von neun hier eingespielten Kompositionen auch als Violine spielender Gast des Ensembles präsent ist, untermauert sein Selbstverständnis, seine Werke sollten „so schwer wie nötig, aber so leicht wie möglich“ sein – ein Satz, der für die Ausführenden ebenso wie für das Publikum gilt.

„Unter der oftmals plastisch, mit kräftigen Gesten gestalteten Oberfläche, also der Schicht primärer (Hör)Information, verbirgt sich ein sorgfältig ausgearbeiteter Detailreichtum. Es ist eine kunstvolle, aber nie künstliche Musik. Sie lässt vieles zu, ohne auch nur einen Moment in Beliebigkeit zu verfallen. Wally selber spricht vom Komponieren als ‘harte Arbeit’, erwähnt aber auch die ‘fast kindliche Freude am Spiel (mit dem Material), einem unter dem Strich stark positiven Grundgefühl’. Seine Musik lässt uns beides erleben, und, abhängig von Ihrem subjektiven Empfinden, werte Hörerin und Hörer, vermutlich noch viel mehr. Leihen Sie Ihr Ohr diesen Aufnahmen daher ruhig mehrmals – Sie werden es nicht bereuen!“ (Dieter Ammann) Gestaltung: Walter Weidringer


08.09.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Fernbeziehungen – Das CWCH collective der englischen Musikerin Sarah Washington

Von Hubert Steins. Das CWCH collective entstand als Reflex auf den Corona-Lockdown. Ihre Projekte verstehen die Musiker als anarchische Sound-Art-Events.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Rodion Schtschedrin: „Dialog mit Schostakowitsch“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Alexander Vedernikov); Roland Leistner-Mayer: Sonate, op. 156 (Burkhard Maiss, Viola; Ji-Yeoun You, Klavier); Anton Ruppert: „Augenmerke“ (Eduard Brunner, Klarinette; Edith Salmen, Schlagzeug); Carl Mansker: Tanz und Fuge Nr. 7, op. 35 (Suzanne Bradbury, Klavier); Herbert Blendinger: Symphonie concertante, op. 52 (Munich Brass; Münchner Rundfunkorchester: Jan Stulen)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „My Japanese Heart“

Masako Ohta, Klavier. Werke von japanischer Komponist*innen

23:03 – 24:00 | Ö1
Dem Klang auf der Spur – Neues vom Komponisten Wolfgang Liebhart

Die Klangfarben in seiner Musik liegen dem österreichischen Komponisten Wolfgang Liebhart besonders am Herzen. Der Einsatz von elektronischen Mitteln hat in zunehmendem Maße an Bedeutung gewonnen. „Die Inspiration kommt von innen. Am Beginn stelle ich mir einen bestimmten Klang vor und dann begebe ich mich auf die Suche nach musikalischem Material, um diesen bestmöglich zu verwirklichen“, so Liebhart über das Schreiben einer Komposition. Dabei gilt das Prinzip: Weniger ist mehr. Nicht die Fülle des Materials mache die Qualität einer Musik aus, sondern wie es gehandhabt wird, so der 61-jährige, der seit 2002 Komposition an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien unterrichtet. Gestaltung: Hannes Heher


09.09.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Viera Janárceková: „Musik für den Dom“ (Wen Xiao Zheng, Viola; Mitglieder der Bamberger Symphoniker: Werner Pees); Helmut Bieler: Bläserquintett Nr. 2 – „Helle Nachtgedanken“ (Martin Neubauer, Sprecher; Roseau-Quintett); Karola Obermüller: „Kalpa and Pralaya“ (Dipak Sharma, Bansuri; Sunil Banerjee, Sitar; Subrata Manna, Mridangam; Arcis-Ensemble: Ulrich Nicolai)

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Ars Electronica Festival und die Klangspuren in Schwaz. Gestaltung: Susanna Niedermayr


10.09.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Elisabeth Coudoux – „Physis“

Elisabeth Coudoux, Violoncello; Matthias Muche, Posaune; Robert Landfermann, Kontrabass; Philipp Zoubek, präpariertes Klavier, Synthesizer; Etienne Nillesen, Schlagzeug

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Heinz Winbeck: Symphonie Nr. 4 (Wolf Euba, Sprecher; Christel Borchers, Alt; Günter Binge, Bariton; Konzertchor Darmstadt; Beethoven Orchester Bonn: Dennis Russell Davies); Ingo Sinnhoffer: Kammermusik (Gernot Woll, Flöte; Detlev Kühl, Fagott; Aldo Volpini, Ingo Sinnhoffer, Violine; Roland Metzger, Viola; Peter Wöpke, Violoncello; Edith Salmen-Weber, Pauken); Werner Rottler: Vier Lieder (Gerald Häußler, Bariton; Hortense Wieser, Klavier)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 85. Geburtstag des Komponisten Arvo Pärt. Gespräch mit dem Schumann Quartett über Arvo Pärts „Fratres“

Streichquartett Nr. 2 (Quatuor Bozzini); „Words“ (Omar Ebrahim, Bariton; London Sinfonietta: Beat Furrer); „Lines and Spaces“ (Richard Uttley, Klavier); „Music for Europe“ (Ensemble Adapter)

23:03 – 24:00 | Ö1
Klangorte zum Verweilen – Alexander J. Eberhard im Zeit-Ton Porträt

Der Raum ist Klang. Gibt Tempo und Takt an. Ton und Stille schwingen gemeinsam. Die Sinne vibrieren. Alexander J. Eberhard schafft feingliedrige Klangräume und vielschichtige Atmosphären. Klassisches Instrumentarium in elektronischem Gewand, lädt zum Zuhören und Verweilen ein. Ein Auskosten des Moments, Improvisatorische Elemente inklusive. Alexander J. Eberhard (*1970, Kärnten) studierte Viola, Komposition sowie elektroakustische und experimentelle Musik. Er erhielt u.a. den „Gustav Mahler Kompositionspreis“ der Stadt Klagenfurt, verschiedene Arbeitsstipendien, das Staatsstipendium für Komposition sowie den Theodor Körner Preis. Stets auf der Suche nach dem Neuen widmet sich Eberhard auch der musikpädagogischen Arbeit auch der neuen Generation: den Kindern. Gestaltung: Andreas Mauerer


11.09.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Tanz Sediment – Von Alessandra Eramo

Komposition, Solostimme, Field Recording und Elektronik: Alessandra Eramo; Chor: Inma Bernlis, Alessandra Eramo, Ianni Luna, Morena Miceli, Sonia Noya; Sprecherin (Altgriechisch): Eirini Fountedaki; Sprecherin (Salentinischer Dialekt): Sonia Martina; Rahmentrommel: Antonino Secchia; Produktion: Deutschlandfunk Kultur/SAVVY Contemporary/DISK-CTM 2019-2020; Länge: 28’04. (Ursendung)

Der Biss der Tarantel soll das Opfer in den Wahnsinn treiben. Dagegen setzten Frauen in Apulien jahrhundertelang frenetische Rituale mit Tarantella-Musik und Tanz. Ein Hörstück über die Kraft der Selbstheilung.

Anschließend: Alessandra Eramo im Gespräch. Es geschah meist bei der Tabakernte im Sommer: Frauen wurden „von der Tarantel gestochen“. Sie verfielen innerer Unruhe und Wahnsinn. Der Tarantismus trat bis in die 1960er Jahre im süditalienischen Apulien auf. Die Betroffenen organisierten Heilrituale, um ihren Körper durch frenetische Tarantellamusik und Tanz vom (symbolischen) Spinnengift zu befreien. Gleichzeitig gaben sie dem Leiden und der Unterdrückung eine Stimme.

Inspiriert von dieser Praxis erschafft Alessandra Eramo ein Trance-Musikritual, das klangliche Erinnerungen zutage fördert wie das Sediment eines Flusses. Eine wilde Stimme, laut, sanft, selbstbewusst, bestialisch, ungelernt, verletzlich. Ein archaischer Klangraum im Körper des modernen Menschen.

Alessandra Eramo, geboren 1982 in Taranto/Italien, lebt als Vokalistin und Klangkünstlerin in Berlin. Sie studierte Klassischen Gesang und Intermediale Kunst und Performance Kunst in Mailand, Stuttgart und Venedig. In ihren Performances und Installationen erforscht sie Grenzbereiche von menschlicher Stimme und Geräusch als soziopolitisches Material. Zahlreiche internationale Stipendien und Gastaufenthalte.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Herbert Blendinger: Streichquartett Nr. 4 (ALEA Quartett); Paul Ben-Haim: Symphonie Nr. 1 (NDR Radiophilharmonie: Israel Yinon); Rochus Gebhardt: Trio (Ernst Flackus, Klarinette; Karl Faßbender, Violoncello; Karl Leonhardt, Klavier); Markus Höring: Quintett (Vit Spilka, Klarinette; Jaromír Graffe, Violine; Bohumil Smejkal, Viola; Antonin Gál, Violoncello; Vladimir Holly, Klavier); Carl Mansker: Fünf Präludien, op. 6 (Carl Mansker, Klavier)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Pikdame“ von Ulrike Haage

Aus dem Englischen und Amerikanischen von Pociao. Mit Susanne-Marie Wrage, Gerd Wameling, Frank Glaubrecht, Kathrin Angerer, Ingo Hülsmann und Christian Gaul. Komposition und Realisation: Ulrike Haage. BR 2006

Das aufrührerische Leben der Nancy Cunard. Geboren 1896 in London als Erbin eines Reeders und einer Adligen, schon als Kind Umgang mit Andersdenkenden, in der Jugend befreundet mit Intellektuellen, Dadaisten und Surrealisten. Mit 29 Jahren drei eigene Gedichtbände, 1930 Verlagsgründung für zeitgenössische und experimentelle Dichtkunst in Paris, Veröffentlichung der weltweit ersten und bis heute einzigartigen Anthologie afroamerikanischer Literatur Negro Anthology. Wegen ihrer offen gelebten Liebe zu dem Jazzpianisten Henry Crowder Star der Boheme, in Paris bewundert, in der Londoner High Society aber kritisch beäugt. Im Spanischen Bürgerkrieg als Reporterin vor Ort antifaschistische Artikel für den Manchester Guardian, Aufforderung an Literatur- und Kunstkollegen zur Stellungnahme unter dem bis heute gängigen Aktions-Motto „Authors take sides“. Ulrike Haage komponiert mit Texten und Gedichten von Nancy Cunard das Bild einer Frau, die als Salonrebellin galt, aber bis zu ihrem Tod 1965 eine mutige Kämpferin für Freiheit und Gerechtigkeit war.

Ulrike Haage, geb. 1957, Komponistin, Musikerin, Hörspielmacherin. Weitere BR-Hörspiele unter anderen ding fest machen – nach Aufzeichnungen von Louise Bourgeois (2003), True Stories (mit Sophie Calle, BR 2019).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Nacheinander 29 Schleusen …“ – Schippern mit Maurice Ravel

Von Richard Schroetter. Im Juni 1905 begibt sich der Komponist Maurice Ravel auf eine große Schiffstour. Er folgt damit einer Einladung der vermögenden Ehepaare Godebski und Edwards, auf ihrer Yacht „Aimée“ eine kleine Kreuzfahrt in Richtung Deutschland zu machen. Die Tour geht über die Maas nach Lüttich und Amsterdam und von da aus zur Rheinmündung. Weiter fahren sie an Düsseldorf, Köln und Koblenz vorbei bis nach Frankfurt am Main. Und von da zurück via Holland nach Le Havre. Regelmäßig schreibt Ravel seinem Freund Maurice Delage von der glücklichen Fahrt. „Ich kann meine Freude auf die Rückkehr nicht verhehlen“, heißt es im letzten Reisebrief, „trotz der Sehnsucht nach dieser verführerischen Reise, deren großartige Erinnerung ich immer bewahren werde.“

23:03 – 24:00 | Ö1
Tangible Scores und andere musikalische Ideen von Enrique Tomás

Aufgewachsen in Madrid studierte Enrique Tomás ebendort Komposition, musste aber bald feststellen, dass der zeitgenössische Konzertbetrieb für ihn wenig Raum zur Entfaltung bot. Die Auseinandersetzung mit Computern und elektronischer Musik führten ihn zur Entwicklung eigener musikalischer Systeme und Klangwelten. Instrumente mit Sensoren und Elektronik zu erweitern war ein erster Schritt 2004. Daraus entwickelte er bald Tangible Scores, – Objekte, die als intuitiv spielbare Partituren fungieren und aus unterschiedlichen Materialien wie Holz, Metall oder Kunststoff hergestellt werden. Sein heterogener Schaffensbereich umfasst Live-Performances, Kompositionen, Installationen und Arbeiten, die an den Schnittstellen von Wissenschaft und Kunst operieren. In dem künstlerischen Forschungsprojekt „Embodied Gestures“, gemeinsam mit dem Komponisten Thomas Gorbach, erforscht er die Möglichkeiten mit neu entwickelten digitalen Instrumenten musikalische Gesten im Raum zu realisieren, um damit performen und komponieren zu können. Seit 2008 lebt Enrique Tomás in Linz und ist im Team des Tangible Music Lab der Kunstuniversität Linz. Gestaltung: Astrid Schwarz


12.09.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Historische Geigerinnen – Ginette Neveu, Erica Morini & Co.

Mit Fridemann Leipold. „Nach unserer Meinung ist die Geige kein Instrument für eine Dame – an Ihrer Stelle würde ich Klavier oder Harfe lernen“, so der wohlmeinende Rat der Zeitschrift „Choir“ 1863 auf die Anfrage einer Leserin. Ausbildungsinstitute nahmen im 19. Jahrhundert Geigenschülerinnen nur ungern auf – wie lange sich Traditionsorchester wie die Wiener oder Berliner Philharmoniker gegen weiblichen Streichernachwuchs sperrten, ist bekannt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts emanzipierten sich endlich auch Geigerinnen weltweit als gefeierte Solistinnen gegen die männliche Konkurrenz. KlassikPlus beleuchtet spektakuläre Karrieren mit Wunderkind-Bonus und politische Schicksale zwischen Anpassung an die faschistischen Regime, Exil und Widerstand gegen die neuen kommunistischen Machthaber. Die langlebigste Karriere war der Wiener Jüdin Erica Morini beschieden, die 1995 in New York starb, die kürzeste dem französischen Ausnahmetalent Ginette Neveu, die 1949 mit gerade mal 30 Jahren bei einem Flugzeugabsturz auf den Azoren ums Leben kam. Von ihnen und weiteren Kolleginnen aus Italien und Ungarn haben sich gut restaurierte Aufnahmen erhalten, die noble Geigenkunst, bestechende Virtuosität und unbändiges Temperament dokumentieren. Zu hören sind Ausschnitte aus den großen Violinkonzerten von Mozart, Dvorák oder Sibelius sowie ausgewählte Kammermusik-Highlights.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: „Mein Kopf funktioniert als Sampler“ – Oxana Omelchuk im Rahmen der Edition Zeitgenössische Musik

Aufnahme vom 19. – 20.12.2018 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln. Am Mikrofon: Egbert Hiller. Spieluhr und Synthesizer, Opernarie und Trickfilm: Die Kölner Komponistin Oxana Omelchuk fügt höchst Unterschiedliches zu Musik. Komponieren bedeutet für sie nicht, Neues zu erfinden, sondern längst Vorhandenes, von ihr Wiedergefundenes ins Gegenwärtige zu transformieren. Geboren wurde sie 1975 in Weißrussland, 2002 kam sie zur Fortsetzung ihres Studiums nach Köln. Omelchuks musikalisches Spektrum schließt dabei fast alles ein, was sich in und mit Klängen gestalten lässt. Die Titel auf ihrer im Deutschlandfunk Kammermusiksaal produzierten CD im Rahmen der „Edition zeitgenössische Musik“ des Deutschen Musikrats belegen ihre überbordende formale Fantasie, die kaum Grenzen kennt. Selbstverständlich geht es nicht um Nostalgie, vielmehr um künstlerisch kreative Auseinandersetzung mit der erfahrbaren heutigen Welt. „Mein Kopf“, so sagt Oxana Omelchuk, „funktioniert dabei als Sampler, geladen mit unendlich viel musikalischem Material.“


13.09.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Am See im Mondenschein – Wenn die Wassernixe singt

Wenn die Wasserfrauen ihre Lieder singen, leben Menschenmänner gefährlich! Ob da nun die raffinierten Bachnixen von der schönen Müllerin abzulenken versuchen, ob Undine im Mondlicht unwiderstehlich tanzt oder ob die Rheintöchter sogar einen hässlichen Zwerg mit wonnigen Liebesweisen locken: Die Lieder der Nixen ziehen ihre Bewunderer in Bann, und meistens auch in die Tiefe hinab. Kaisers Klänge wagen heute den Sprung in die musikalischen Nixengewässer.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert – Harmonien der Welt (I)

„Duo Nerses“, bestehend aus dem Flötisten Nerses Ohanyan und dem Akkordeonisten Miroslav Nisic. Sie spielen Stück von Bach oder Vivaldi in ihrem eigenen Sound – mit Akkordeon und Beatbox-Flöte, doch ihre musikalische Reise geht über Ian Anderson und AC/DC bis in unsere Zeit: ein Werk des 1959 geborenen Randall Woolf erlebte seine Uraufführung. Das Konzert fand noch ohne Publikum statt und war im Live-Stream zu erleben.

22:08 – 22:55 | Ö1
Ilan Volkov macht Radio – At home with Ilan Volkov. Die internationale Musiksendung des Dirigenten und Festivalleiters

Der israelische Dirigent und Festivalleiter Ilan Volkov hat in Corona-Zeiten begonnen, für Halas Radio eine Podcast-Serie mit eklektischer wie faszinierender Musikauswahl zu produzieren. Volkov selbst fungiert als versierter Musikkurator mit tiefgehender Repertoirekenntnis, der interessante Gäste ins virtuelle Studio holt – von Christian Wolff über Yaron Deutsch bis Cassandra Miller. „Zeit-Ton“ sendet eine Folge der international ausgerichteten Serie „At home with Ilan Volkov“.

Volkov gehört zu den entdeckungsfreudigsten Musikern seiner Generation: Als Geiger hat er in Israels Impro-Szene mitgemischt und eines der bis heute wichtigsten Konzertlokale in Tel Aviv mitbegründet. Als Dirigent hat er alle bedeutenden Ensembles und Orchester der zeitgenössischen Musikszene dirigiert. 2003 wurde der Sohn eines Konzertpianisten und einer Historikerin zum jüngsten Chefdirigenten des BBC Scottish Symphony Orchestra, im Jahr darauf erhielt er von der Royal Philharmonic Society die Auszeichnung „Young Musician of the Year“. Mit dem Projekt Tectonics, 2012 in Island initiiert und bereits in Tel Aviv, New York und Australien vorgestellt, verbindet Volkov als Kurator verschiedenste Stile, von Weltmusik, Improvisation, experimenteller Musik bis zu Elektronik.

In Österreich kennt man ihn als sturmsicheren Kapitän durch die Wogen hochkomplexer Uraufführungs-Ozeane – zuletzt bei Wien Modern mit Olga Neuwirths „The Outcast“ und beim ORF musikprotokoll mit der Wiederentdeckung des georgischen Komponisten Mikheil Shugliashvili und dessen Hauptwerk „Polychronia“. Gestaltung: Ilan Volkov

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik – Hommage à Bernd Alois Zimmermann

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Peter Eötvös: désaccord II pour deux altos, In memoriam B. A. Zimmermann; Elisabeth Kufferath, Viola (im Playback) | Alberto Posadas: Anklänge an B. A. Zimmermann, aus „Erinnerungsspuren“ für Klavier; Florian Hölscher | Wolfgang Mitterer: Multiphon X, nach einem plot für b.a. zimmermann für Orgel, kleines Orchester und Elektronik; Wolfgang Mitterer; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Titus Engel | Helmut Oehring / Iris ter Schiphorst: Prae-Senz, Ballet blanc II für Violine, Violoncello, Klavier und Keyboard; Ictus Ensemble | Brigitta Muntendorf: KreisIncrease aus „Trilogie für zwei Flügel“ für 2 Klaviere, Live-Elektronik und Zuspielung; GrauSchumacher Piano Duo | York Höller: Partita, Hommage à Bernd Alois Zimmermann für 2 Klaviere; Pi-shien Chen und Kristie Becker

Freunde, Weggefährten und Nachgeborene haben Bernd Alois Zimmermann immer wieder in memoriam gewürdigt. Wir senden eine Auswahl dieser klingenden Nachrufe und Reflexionen zum 50. Todestag des großen Kölner Komponisten, der am 10. August 1970 aus dem Leben schied.

Sie alle verneigen sich vor dem großen Kollegen, zitieren oder beziehen sich auf ganz bestimmte Stücke oder Stellen. Etwa auf Stille und Umkehr (Muntendorf), Antiphonen (Mitterer und Eötvös), Presènce (Oehring/ter Schiphorst), Monologe (Posadas). Oder sie greifen, wie York Höller, gleich mehrere Momente der Musik Zimmermanns auf. Zu den Ex-Schülern gehört auch Peter Eötvös, der in désaccord ein ganz persönliches Portrait zeichnet. Zimmermann habe, wie Eötvös sich erinnert, statt Webern zu analysieren, ihn aus dem Orgelbuch von Frescobaldi vorspielen lassen. Das seien „bis heute unvergessliche Momente“: „Wir waren beide glücklich. Trotzdem habe ich die irrsinnige Spannung in ihm gefühlt, eine innere Verstimmung, wie die neben einander liegenden zwei Töne B und A.“

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Musik nach der Quarantäne – Argentinien – Más que Tango, Luis Borda

Eine Sendung von Friederike Haupt

 

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.