Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 06.07. bis 12.07.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 28. Wittener Tage für neue Kammermusik 2020 | Neue Musik auf Abstand | George Benjamin | Tücken der elektroakustischen Musik | Günter Bialas | Komponisten und die Coronavirus-Krise | Drei Komponistinnen im Jeunesse-Porträt | Ultraschall Berlin | Musikunterricht an Grundschulen | Kunsu Shim | Das legendäre Pariser Lautsprecherorchester der GRM | Carl Orffs musikalischer Kosmos | Instrumentenbauer stellen aus | Hörbiografie über Fanny und Felix Mendelssohn | Studios der Welt [52]: Kunsthochschulen | Klangforschung in Quarantäne | homeoffice [6] E-MEX-Ensemble.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


06.07.


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Wittener Tage für neue Kammermusik 2020

Mit Andreas Göbel. Die öffentliche Aufführung der Wittener Tage für neue Kammermusik musste in diesem Jahr coronabedingt abgesagt werden. Allerdings musste man nicht auf den Höreindruck verzichten: Musiker*innen aus der ganzen Welt haben dazu ihre Auftragswerke zuhause oder in nahegelegenen Studios eingespielt, zum Teil – aufgrund von Reisebeschränkungen und Abstandsregelungen – auf abenteuerliche Weise, etwa wenn Ensembles, deren Mitglieder weit entfernt voneinander wohnen, trotz der Restriktionen über Ländergrenzen hinweg zusammen geprobt und produziert haben. So konnte das Festival im Radio mit einem großen Teil der vorgesehenen Uraufführungen präsentiert werden.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Distanzklang – Neue Musik auf Abstand

Von Michael Rebhahn. Die Corona-Krise hat den Takt vorgegeben: keine realen Konzerte, leere Bühnen, das Musikleben im Stillstand. Die Suche nach Alternativen hat auch in der Neuen Musik einiges hervorgebracht: Musikfestivals fanden allein im Radio statt, Hausmusik gewann eine ganz neue Bedeutung und das Internet ist zum wesentlichen Medium musikalischer Produktivität geworden. In der SWR2 JetztMusik stellen wir einige dieser Aktivitäten vor: vom Radiofestival bis zum Real-Life-Online-Videospiel.

23:03 – 24:00 | Ö1
„Das schreiben, was du liebst“. Zum 60. Geburtstag von George Benjamin

Der britische Komponist George Benjamin (*1960) gehört zu den erfolgreichsten und einflussreichsten Künstlern der Gegenwartsmusik. Seine steile Karriere ging von Anfang an mit den großen Namen des Genres einher: So war er etwa Schüler von Olivier Messiaen in Paris, die wichtigsten Orchester der Welt spielen seine Werke, etwas das BBC Orchestra oder das ORF Radiosinfonieorchester Wien. Seine subtilen Klangfarben, ein fesselnder Einfallsreichtum an Melodien und rhythmischer Ausformung, gepaart mit handwerklicher Perfektion scheinen mögliche Parameter für seinen Erfolg zu sein. In einem Interview 2018 mit dem Musikjournalisten Jakob Buhre sagte Benjamin: „Ich glaube, du musst das schreiben, was du liebst, was du hören willst, was dir etwas bedeutet. Wenn es beim Zuhörer ankommt, wunderbar! Und wenn nicht – Pech gehabt.“Im Jänner 2020 hat George Benjamin seinen 60. Geburtstag gefeiert, in dieser Sendung präsentieren wir Orchesterwerke, wo der Komponist auch als Dirigent auftritt, unter anderem sein 2002 entstandenes Stück „Palimpsest“ in einer Liveaufnahme vom Lucerne Festival 2019. Gestaltung: Gerhard Krammer


07.07.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Gestern hat’s noch funktioniert – Die Tücken der elektroakustischen Musik

Von Michael Rebhahn. Veraltete Technologien, fehlende Anleitungen: Sebastian Berweck ist Experte für die historische Aufführungspraxis Neuer Musik. (Wdh. v. 15.09.2015)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Zum 25. Todestag des Komponisten Günter Bialas

Günter Bialas: „Moments musicaux III“ (Jörg Widmann, Klarinette; Dávid Adorján, Violoncello; Anna Gourari, Klavier); „Vier gelbe Balladen“ (Annelies Kupper, Sopran; Günter Bialas, Klavier); „Concerto lirico“ (Christoph Eschenbach, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rafael Kubelík); „Aus der Matratzengruft“, Die Loreley – Seid ruhig – Die schlesischen Weiber (Eva-Christine Reimer, Sopran; Snejinka Avramova, Mezzosopran; Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, Tenor; Rolf Boysen, Sprechstimme; Chor und Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz: Reinhard Schwarz); „Meyerbeer-Paraphrasen“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Marek Janowski); „Lamento di Orlando“ (Wolfgang Brendel, Bariton; Philharmonischer Chor München; Münchner Philharmoniker: Sergiu Celibidache)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Komponisten und die Coronavirus-Krise

Von Helmut Peters. Komponisten unserer Zeit sind unmittelbar von den Folgen der Pandemie betroffen. Manche von ihnen sind selber erkrankt, andere haben durch ausgefallene Aufführungen zeitweise ihre Lebensgrundlage verloren. Alle aber haben die Krise reflektierend zum Innehalten genutzt. Wir stellen in der „neuen musik“ Texte und Musik von Komponisten vor, die die Krise aus der Sicht von Kreativen verarbeitet haben.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Günter Bialas: „Moments musicaux III“ (Jörg Widmann, Klarinette; Dávid Adorján, Violoncello; Anna Gourari, Klavier); „Romanza e Danza“ (Martin Frutiger, Ivan Danko, Oboe; Ulf Rodenhäuser, Susanne Strelow, Klarinette; Thomas Eberhardt, Yasuko Matsuzaki, Fagott; Philipp Römer, Fabian Borchers, Horn) „Lamento“ (via-nova-Chor München: Kurt Suttner); „Lamento“ (Else Stock-Hug, Klavier); Streichquartett Nr. 3 (Auryn Quartett)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Otaku Nation – Hörstück von Udo Moll

Altsaxophon und Bassklarinette: Frank Gratkowski; Tsugaru-Shamisen: Josh Chuang- Gitarre: Julien Desprez. Modular-Synthesizer: Udo Moll. Sprecherin: Michaela Ehinger. Produktion: Deutschlandfunk Kultur/SWR 2020

Betritt man eine Pachinko-Halle, versinkt man sogleich im infernalischen Lärm. Aus allen Richtungen schallen Ansagen, Explosionen, Gefiepe, 8-Bit-Gedudel und penetrante Game-Musik. Kleine Stahlkugeln rattern durch Automaten. Dazu die Geräusche derer, die konzentriert auf Tasten einhacken und an Joysticks reißen.

Das Hörstück „Otaku Nation“ führt durch die Klangwelten von Pachinko und Arcade- Gamingkultur mit Abstechern zum Nô-Theater, zur Shinto-Mythologie, Yakuza und zu KI-gestützter Sprachsynthese.

23:03 – 24:00 | Ö1
Drei Komponistinnen im Jeunesse-Porträt. Elisabeth Harnik, Marina Poleutkhina und Rojin Sharafi

In der Jubiläumssaison der Jeunesse wurde für „Fast Foreward“ ein Sonderformat seiner gemeinsam mit dem ORF durchgeführten KomponistInnen-Porträts im ORF RadioKulturhaus konzipiert: Im Zentrum der Höraufmerksamkeit stehen diesmal drei Komponistinnen, die nicht nur mit eigenen Werken sondern sowohl als Performerinnen und Improvisatorinnen zu hören sein werden. Gleichzeitig treffen auch drei Musikkulturen aufeinander: Elisabeth Harnik (*1970) aus Graz, die gebürtige Russin Marina Poleutkhina (*1989) und die iranische, seit ihrem 17. Lebensjahr in Wien lebende Musikerin und Komponistin Rojin Sharafi (*1995). Letztere lässt mit einer elektroakustischen Soloperformance und einem Auftragswerk für das Ensemble Schallfeld in die Zukunft blicken. Dieses ursprünglich für 31. März 2020 angesetzte Konzert wurde von Ö1 am 20. Mai im RadioKulturhaus aufgezeichnet – unter strengen Sicherheitsmaßahmen und den Vorgaben entsprechend ohne Publikum. Gestaltung: Andreas Maurer


08.07.


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

András Hamary: „Clair-obscur“ (clair-obscur Saxophonquartett); Joachim F.W. Schneider: „Goldberg“ (Jürgen Ruck, Petri Kumela, Gitarre); Jürgen Schmitt: „Vil Sturm & linde Zeit“ (Toscana Ensemble für Neue Musik); Rainer Rubbert: „ü=ø“ (Marion Bauer, Flöte; Wilfried Krüger, Horn; Sigrid Hopperdietzel, Harfe)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Carmina Burana reloaded – Orff fürs 21. Jahrhundert

In seinen „Carmina Burana“ zeichnet Carl Orff ein opulentes Bild des Mittelalters. Er erzählt von der Launenhaftigkeit des Glücks und von der Flatterhaftigkeit der Liebe, von den Genüssen und den Unwägbarkeiten des Lebens.

Mit ihren vehementen Chören und Orchesterrhythmen inspirieren diese Klänge auch die Musiker von heute noch. Zum 125. Geburtstag von Carl Orff am 12. Juli erklingt sein bekanntestes Werk in den schönsten Adaptionen von Jazz-, Rock- und Folkmusikern. Von Giora Feidman bis Barbara Streisand.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Eriks Esenvalds Translations

Von Raliza Nikolov. Portland State Chamber Choir. Ltg.: Ethan Sperry

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik

Mit Andreas Göbel. Seit 1999 beginnt die jährliche Serie von Festivals für neue Musik in Deutschland mit dem Festival Ultraschall Berlin, veranstaltet von rbbKultur und von Deutschlandfunk Kultur. In gewohnter Weise präsentiert das Festival jedes Jahr in der dritten Januar-Woche Uraufführungen, Deutsche Erstaufführungen und Werke der jüngsten Vergangenheit ebenso wie Klassiker der Avantgarde. Musik der Gegenwart bringt einige Höhepunkte aus inzwischen 22 Jahren Festivalgeschichte.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Attacca – historisch: Eine Archäologie der Medien (2/2)

Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR. Camilla Sørensen, Greta Christensen (Turntable). Art Zoyd (Keyboards/Sampler/Pads). Leitung: Ilan Volkov. Vinyl-Terror & Horror: Turntable-Performance | Luc Ferrari: Tautologos IV für Sampler und Orchester. (Konzerte vom 15. und 16. November 2014 im Theaterhaus Stuttgart und dem Theater Rampe, Stuttgart)

Die Neue-Musik-Reihe attacca widmete sich 2014 der Medienarchäologie, einer neuen Disziplin, die zwischen Kunst und Forschung nach Resten und Spuren alter, verschollener und verkümmerter Medien sucht. Auf dem Programm der Sendung steht das dänische Duo Vinyl Terror and Horror, das spielerisch mit antiker Unterhaltungselektronik umgeht, und ein Orchesterwerk des Medienpioniers Luc Ferrari, der in Tautologos IV das Sinfonieorchester mit der französischen Art-Rock-Synthesizer-Gruppe Art Zoyd konfrontierte.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


09.07.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik

Harald Münz: „BeethovEnBloc“ (2000). Tonbandkomposition mit den siebenunddreißig Sätzen der neun Sinfonien Ludwig van Beethovens. Stefan Fricke: „beethoven – innen wie außen“ (1999) – Tonband-Komposition

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Isabel Mundry: „Schwankende Zeit“ (Juditha Haeberlin, Violine; Ensemble Musikfabrik: Emilio Pomarico); Joseph Suder: Kammersymphonie A-Dur (Bamberger Symphoniker: Uwe Mund); Rudi Stephan: Zwei ernste Gesänge (Hanno Müller-Brachmann, Bariton; Hinrich Alpers, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Die verpasste Chance – Musikunterricht an Grundschulen

Es ist das Stiefkind unter den Fächern. Musik kommt an Grundschulen häufig zu kurz, wird fachfremd unterrichtet – oder fällt gleich ganz aus. Der Hauptgrund: Es gibt nicht genug ausgebildete Musiklehrer. Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung fehlen deutschlandweit an Grundschulen rund 23.000 Fachkräfte im Bereich Musik. Institutionen wie der Deutsche Musikrat beklagen: Die Situation war vorhersehbar und wird sich in den kommenden Jahren wohl noch verschlechtern. Dabei bietet Musikunterricht Kindern viele Chancen: Er stärkt die Persönlichkeitsentwicklung und weckt das Interesse der Kinder, selbst zu musizieren. Das Zeitfenster, in dem Kinder für Musik zu begeistern sind, sollte daher genutzt werden. Wird allerdings fachfremd unterrichtet, kann das im Extremfall sogar schädlich sein und beispielsweise bei Kindern zu Stimmschäden führen. Ein Problem, das es übrigens auch in Kitas gibt. Was ist der Grund für den Lehrermangel? Lässt er sich über Quer- und Seiteneinsteiger lösen? Gibt es entsprechende Fortbildungen für Pädagogen, die fachfremd Musik unterrichten? Und wie können langfristig wieder junge Menschen für den Beruf Musiklehrer an Grundschulen begeistert werden? Herausforderungen, denen sich der Deutsche Musikrat, das Kultusministerium und auch Ausbildungsstätten wie Musikhochschulen stellen müssen. Gibt es neue Konzepte? Und wie kann es in Zeiten von Corona überhaupt weitergehen mit Musikunterricht? Eine Sendung von Susanna Felix

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Neue Musik – made in Saarland

Jörg Nonnweiler: „Und kehret zur Sonne zurück“; David Smyers, Bassklarinette / Beate Zelinsky, Klarinette / Dieter Dörrenbächer, Akkordeon | Bernd Thewes: Umrisszeichnung eines Gefühls; Dietmar Wiesner, Flöte / Michael Groß, Trompete / Bernd Thewes, Akkordeon | Bernd Thewes: Lip für sinfonisches Blasorchester; Saar Wind Orchestra / Ulrich Voss | Claas Willeke: MagsMax für Instrumentalensemble und Elektronik; In.Zeit Ensemble | Florian Schwamborn: Nachtwanderung; Ensemble Grenzpunkt | Charles Wuorinen: Percussion duo; Duo „les éclats du son“

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
„ein vogel, ein wasser, ein wind“: Der Komponist Kunsu Shim

„man lässt Dinge fallen und beobachtet sie“ – eine schöne Aufforderung, nicht allein für die Spielerinnen und Spieler dieser im Untertitel benannten „Herbstmusik“ von Kunsu Shim. Es ist auch ein (Lebens-)Tipp an uns, sein Publikum.

Die Stille, die uns umgebenden Klänge im Alltag, die Geräusche der Natur – sie hörbar zu machen, sie bewusster zu spüren und so auch die Räume, in denen sie stattfinden, deutlicher wahrzunehmen, das sind Kennzeichen der Musik von Kunsu Shim. Seit 1985 lebt der 1958 in der südkoreanischen Hafenstadt Busan geborene Komponist, Performer und seit einiger Zeit auch Fotograf in der Bundesrepublik, heute am (Nieder-)Rhein. Hier entstehen seine Kunstkonzepte der Unmittelbarkeit und Unvorhersehbarkeit, Werke von Offenheit und Weite.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Innenhof . Von Clemens J. Setz

Mit: Valerie Pachner, Christopher Schärf, David Miesmer und Verena Bukal. Musik: Audio Damn! Regie: Iris Drögekamp. (Produktion: SWR 2017)

Hitchcocks „Fenster zum Hof“ weitergedreht. Wer beobachtet eigentlich wen? Das Hörspieldebüt des österreichischen Romanciers Clemens J. Setz ist ein komplexes Verwirrspiel: Ein junges Paar lädt seinen Freund Georg zum „Stalker-Schauen“ ein. Gemeinsam wollen sie vom Wohnzimmerfenster aus bei einem Glas Wein begutachten, wie ein Mann im Hof eine Nachbarin belästigt. Was aber passiert, wenn dieser Stalker bemerkt, dass er selbst gestalkt wird? Er ruft vielleicht bei dem Paar an, um es verzweifelt um Rat zu bitten. Das Paar offeriert dann die eigene Wohnung als allen nützende Begegnungsstätte …

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Nicolaus A. Huber: „Barong des Méduses“ (Johannes Fischer, Domenico Melchiorre, Dirk Rothbrust, Schlagzeug); „Fingercapriccio“ (Domenico Melchiorre, Johannes Fischer, Schlagzeug); Edgar Varèse: „Ionisation“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Mariss Jansons); Iannis Xenakis: „Rebonds“ (Isao Nakamura, Schlagzeug)

23:03 – 24:00 | Ö1
Elevate 2020. Das legendäre Pariser Lautsprecherorchester der GRM

Der französische Komponist François Bayle entwickelte in den 1970ern das Acousmonium, ein bis zu 80 Lautsprecher umfassendes Orchester.  Er war Mitglied der Pariser Einrichtung GRM, der Groupe de Recherches Musicales, die einer handverlesenen Gruppe von Komponisten das Experimentieren mit elektroakustischen Klängen und Tonbandaufnahmen ermöglichte. Für das Elevate Festival heuer im März brachte das INA GRM das Acousmonium nach Graz. Es wurden Kompositionsaufträge an Größen der elektronischen und elektroakustischen Szene, wie an die britische Cellistin und Komponistin Lucy Railton und KTL, dem Super-Duo von Sunn O))) Gitarristen Stephen O’Malley und Editions-Mego-Labelchef Peter Rehberg, vergeben, die live vor Ort zu erleben waren. Teile der Auseinandersetzung mit diesem exklusiven Lautsprecherensemble waren bereits in zwei Zeit-Ton Sendungen im März und April zu hören, heute hören wir Werke vom australischen Elektronikmusiker John Chantler, dem schwedischen Klangkünstler BJ Nilson und dem deutschen Elektroniker Jan Jelinek. Gestaltung: Astrid Schwarz


10.07.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: NAVO – Von Markus Popp

Komposition und Realisation: Markus Popp; Mit: Vlatka Alec und Marc Hosemann; Wortaufnahmen: Thomas Monnerjahn; Produktion: SWR / Deutschlandfunk Kultur 2020. Länge: 54’09. (Ursendung)

Spiel und Wirklichkeit fließen in der digitalen Welt zunehmend ineinander. Der Elektronik-Musiker Markus Popp (Oval) thematisiert diesen Übergang in einem Hör-Spiel, aufgebaut wie ein Videogame.

Unser Leben wird zunehmend von programmierten Spielwelten überlagert. Sie verändern dabei phantasievoll, aber nachhaltig unsere Auffassung von real und virtuell, von Identität und Handlungsfreiheit. „NAVO“ thematisiert dieses spannende Übergangsstadium als Hör-Spiel und experimentell-paradoxe Navigation eines Videogames. Ein sich komplex verzweigender, selbstbezüglicher Erzählweg als geführte Tour durch ein Labyrinth voller Irrwege, Aussetzer und Kollisionen, das die Eindringlichkeit der virtuellen Spielwelten spürbar macht. Durchflochten mit einem Oval-Soundtrack, der mit Chiptune-Ästhetik, Retro-Sound und Tracker-Tools spielt.

Markus Popp, geboren 1968 in Darmstadt, lebt als Computermusiker, Produzent, Labelbetreiber und Kreativ-Coach in Berlin. 1991 war er Mitbegründer der Band Oval, die er seit 1996 als Soloprojekt betreibt. Mit einem radikalen, verfahrensorientierten und trotzdem hochmusikalischen Ansatz war Oval der Wegbereiter für „Glitch“, „Clicks & Cuts“ und „Minimal“ sowie einer neuen Art von futuristischem „Post-Rock“. Zusammenarbeit u.a. mit Björk, Mouse On Mars, Apparat und Ryûichi Sakamoto.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Stefan Poetzsch: „Rhythmuslaboratorium“ (Stefan Poetzsch Ensemble); Steffen Schorn: „Manic Maelzel“ (Roger Hanschel, Steffen Schorn, Saxofon; Raschèr Saxophone Quartet); Stefan Johannes Walter: „Schöschersch oder: Mit der Metro zu Les Halles und zurück – schleichend – zu Fuß“ (Katarzyna Dondalska, Sopran; Georg Haider, Fagott; Stefan Johannes Walter, Djembe); Hermann Beyer: Musik (Fridolin Lürzel, Michael Junghans, Posaune; Georg Schmitt, Orgel; Jeff Beer, Schlagzeug); Viera Janárceková: Konzert – „Quintessenzen“ (Andrea Boková, Blockflöte; Quasars Ensemble: Ivan Buffa)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Carl Orffs musikalischer Kosmos – Eine Lebensreise zum 125. Geburtstag

Von Susann Krieger. Carl Orff begeisterte sich für die Kunst, den Jazz, den Rock ‘n’ Roll und alles, was über gegebene Konventionen hinausging. Er ließ sich von Claudio Monteverdi, Claude Debussy, Richard Strauss, den Comedian Harmonists, Miles Davis inspirieren und fand über sie zu seiner eigenen musikalischen Sprache.

Sprache, Rhythmus, Bewegung – sein Werk pulsiert, lebt und spricht bis heute zu uns. Wer war Carl Orff? Er erlebte zwei Weltkriege, die Elektrifizierung und den Siegeszug des Automobils. Sein Blick auf die Welt war offen, kritisch, humorvoll, politisch, lebensbejahend. Orff beschäftigte sich mit Mythen, Märchen, der bayrischen Sprache, der musikalischen Ausbildung und vielem mehr. Dabei suchte er immer Bezüge zur Gegenwart. Bis zum Schluss er blieb sich treu.

Das Feature erzählt die Lebensgeschichte von Carl Orff. Es geht von der Gegenwart aus und sucht nach Querverbindungen.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Status!“ von Chris Thorpe

Von Chris Thorpe. Mit Paulina Alpen. Bearbeitung: Marlene Breuer. Realisation:Chris Thorpe. HR 2019

Ist es möglich, die eigene Nationalität einfach abzulegen, wenn man sich über die Politik oder gesellschaftliche Entwicklungen im eigenen Land ärgert? Kann man einfach irgendwo anders hingehen und seine Zugehörigkeit wie einen Anzug ausziehen und sich dem ewigen Kampf der Nationen um Grenzen und Abgrenzung entziehen? Die weltumspannende Flucht aus seinem Heimatland England führt den Autor Chris Thorpe über Deutschland, nach Amerika, dann ins turbokapitalistische Singapur und schließlich über Frankfurt zurück nach England. Im Stil eines Road Movie wird die Frage, was heute nationale Identität bedeuten kann, in realen und surrealen Begegnungen immer wieder neu ausgelotet: Braucht Dein Land Dich oder Du Dein Land?

Chris Thorpe, geb. 1969 in Manchester, Autor und Performer. Gründer der Compagnie Unlimited Theatre. Fringe First Award für sein Drama „Status!“

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Fichte, Ahorn, Fernambuk – Instrumentenbauer stellen aus

Von Christine Anderson. „Anspielen, Hören, Entdecken“, unter diesem Motto findet einmal jährlich ein Treffen europäischer Streichinstrumentenbauer statt. Die mehrtägige Veranstaltung unter dem Namen „Klanggestalten“ dient dem Austausch unter den Instrumentenbauern, die sonst den Großteil des Jahres allein in ihrer Werkstatt arbeiten. Es werden neue Meisterinstrumente und -bögen ausgestellt und von Berliner Musikern in vergleichenden Klangproben und Konzerten präsentiert. Und es gibt die Gelegenheit, die neugebauten Geigen, Celli und Kontrabässe in Ruhe auszuprobieren.

23:03 – 24:00 | Ö1
Polwechsel hat gemeinsam mit Klaus Lang eine neue CD vorgelegt

Seit 1993 gibt es die Formation Polwechsel bereits. Von den Gründungsmitgliedern sind noch Michael Moser (Komposition, Violoncello) und Werner Dafeldecker (Komposition, Kontrabass) dabei. Mit den beiden Perkussionisten Burkhard Beins und Martin Brandlmayr hat Polwechsel die Viererbesetzung beibehalten und nun mit „Unseen“ (HatHut) das achte Album produziert. Die Tradition, auch Gäste zum Quartett dazuzuladen, wird hiermit fortgesetzt: mit Klaus Lang verbindet die vier Musiker eine langjährige künstlerische Freundschaft. Er ist in zweifacher Funktion involviert, als Komponist und Organist.

Klaus Lang ist auch für die Wahl des Aufnahmeorts maßgeblich verantwortlich: Die Stiftskirche im steirischen St. Lambrecht, die mit einer großartigen mechanischen Orgel ausgestattet ist. Noch dazu ist das Instrument seit vielen Jahren jenes, auf dem Klaus Lang zu üben pflegt und seine Präparierungen und andere Manipulationen ausprobiert. Der novemberkalte Kirchenraum stellte die fünf Herren vor große Herausforderungen, da die Stimmung der Orgel nach unten sank und auch die Mikrophonierung im Kirchenschiff einiges an Geduld abverlangte.

Das Ergebnis ist eine eindrucksvolle CD mit drei Kompositionen: „Easter Wings“ von Klaus Lang, Michael Mosers „no sai cora-m fui endormitz“ und „Redeem“ von Werner Dafeldecker.

Mit Perkussion, Becken, Violoncello, Kontrabass und Orgel gehen Polwechsel und Klaus Lang im akustisch präsenten Kirchenraum dem Phänomen nach, dass das Hören auch davon beeinflusst ist, ob man gleichzeitig sieht und was man sieht. Diese Überlegung findet sich auch im Titel „Unseen“ wieder. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


11.07.


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Zwei Leben für die Musik – Eine Hörbiografie über Fanny und Felix Mendelssohn – Drittes Kapitel: Schottische Symphonie (1829)

Mit Udo Wachtveitl, Martina Gedeck, Sabin Tambrea, Martin Umbach, Christoph Jablonka, Stefan Hunstein, Beate Himmelstoß und anderen. Eine Sendung von Jörg Handstein

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Studios der Welt [52]: Kunsthochschulen

Manuel Sékou aka luxxuryproblems: Stimulans, Geist, Vestiges (Aluminium) | Lukas Rehm aka Lybes Dimem: Powerset | Tape Loop Ensemble: DAF03 | Melanie Windl: Soundscape for Ophelia | Werner Cee: Nach oben offen | Inwoo Jung: Still Life | Michaela Mélian: Music from a Frontier Town

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Klangforschung in Quarantäne – Das bolivianische Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos in der Musikakademie Rheinsberg

Von Julia Kaiser. Das Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos (OEIN) aus Bolivien spielt zeitgenössische Musik mit traditionellen Instrumenten der Andenregion. Beim hauptstädtischen Festival MaerzMusik hätte es in diesem Jahr gemeinsam mit dem Berliner Stimmkollektiv PHØNIX16 ein Konzert spielen sollen, das die präkolumbianische Musikkultur der Aymara mit experimentellem Stimmeinsatz verbindet. Aus der gemeinsamen Vorbereitungsphase der beiden Ensembles wurde für das OEIN ein unfreiwilliger längerer Aufenthalt – denn die 25 Musikerinnen und Musiker aus Bolivien konnten wegen der Covid-19-Krise mehr als zwei Monate nicht nach Hause zurückreisen. Zwei Monate haben sie in Quarantäne und, Dank einer Sondergenehmigung, in der für die Öffentlichkeit geschlossenen Musikakademie Rheinsberg gelebt und gearbeitet. Mit dem Komponisten Carlos Gutierrez, der selbst im Jugendprogramm des OEIN gespielt hat und seit diesem Jahr dessen künstlerischer Leiter ist, haben sie in dieser Zeit Auszüge aus geplanten Konzertprogrammen für die MaerzMusik und das Europäische Zentrum der Künste Dresden-Hellerau im Studio aufgenommen. Und sie haben sich weiter mit indigenen und elektroakustischen Klängen beschäftigt.


12.07.


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: An Sulzbach und Main – Felix Mendelssohn macht Urlaub

Vor 175 Jahren verbrachte Felix Mendelsohn die Sommermonate in Bad Soden am Taunus. Hier entstanden Teile seiner berühmtesten Werke: des Elias und des Violinkonzerts.

Auch in Frankfurt weilte er oft, wo er den Cäcilienchor dirigierte und wo schon 1839 eine Mendelssohn-Feier im Stadtwald stattfand. Mendelssohns Beziehung zum Rhein-Main-Gebiet und seine hier entstandene Musik sind heute Thema bei uns.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Durchbruch

Zwei Orchesterwerke aus ganz verschiedenen Zeiten standen im Mittelpunkt des 7. Philharmonischen Konzerts in der Saison 2019/20. Einmal Mark Simpson „Konzert für Violoncello und Orchester“ sowie Gustav Mahler „Sinfonie Nr. 1. D-Dur“. Als Solist spielt Leonard Elschenbroich das Violoncello.

22:08 – 22:55 | Ö1
Elevate 2020. KTL spielen am Pariser Lautsprecherorchester der GRM

Das Super-Duo rund um Sunn O))) Gitarristen Stephen O’Malley und Editions-Mego-Labelchef Peter Rehberg haben am zweiten Tag der Acousmonium Konzerte beim Elevate Festival in Graz ein Konzert gespielt, das wir ihnen hier präsentieren. In den 1970ern entwickelte der französische Komponist François Bayle das Acousmonium, ein bis zu 80 Lautsprecher umfassendes Orchester.  Er war Mitglied der Pariser Einrichtung GRM, der Groupe de Recherches Musicales, die einer handverlesenen Gruppe von Komponisten das Experimentieren mit elektroakustischen Klängen und Tonbandaufnahmen ermöglichte. Für das Elevate Festival heuer im März brachte das INA GRM das Acousmonium nach Graz. Es wurden Kompositionsaufträge an Größen der elektronischen und elektroakustischen Szene vergeben und an zwei Abenden präsentiert. Vergangenen Donnerstag war Teil 3 zu hören. Gestaltung: Astrid Schwarz

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: homeoffice [6] E-MEX-Ensemble

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Karin Haußmann: 2 Sätze für Klavier und Ensemble | Juan Allende-Blin: Quartett für Flöte, Klarinette, Posaune und Klavier | Andreas Eduardo Frank: Sharp Switch Soft II für Bassflöte, Bassklarinette, Klavier, Violoncello | Noriko Kawakami: Oh, die wilde Rose blühet für Ensemble | Christoph Maria Wagner: remiX IV für Sopran und Ensemble | York Höller: Fluchtpunkte für 5 Instrumente | Valerio Sannicandro: IRadio für Altflöte, Bassklarinette, Violoncello, präpariertes Klavier und Schlagzeug | Carter Williams: Modular Forms für Ensemble und Live-Elektronik – E-MEX-Ensemble, Leitung: Christoph Maria Wagner

 

 

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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