Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 09.03. bis 15.03.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 11. Themen: Das Streichquartett in der neuen Musik | Hölderlinmusik | 100 Jahre Theremin, Zu Ehren von Hans Zender | Steve Reichs „Drumming“ | Musik junger Komponierender aus Tirol | Power To The Women | Ultraschall Berlin | ECLAT | Klangwerkstatt Berlin, Die Komponistin Tona Scherchen, In memoriam Dieter Schnebel, Auf Odysseus’ klingenden Spuren | Musikalische Zeitmaschinen | Ornette Coleman | Berlin Teheran Travellers | Amsel, Drossel, Fink und Star …

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

67 – Interview with Nina Brazier (in english) director for music theater

British stage director Nina Brazier describes how she moved to Germany, giving insight into starting out as a director in a new country and discussing the differences in the two working methods. She contrasts directing contemporary music theatre against classical pieces such as ‘‘The Mariage of Figaro“, and shares with you her ideas on collaboration and structuring the rehearsal process. Finally, she discusses the challenges of working as a female director and what she wishes for the future of the music theatre world. Zum Podcast.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


09.03.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Das Streichquartett in der neuen Musik

Mit Margarete Zander. In der Klassik und Romantik galt das Streichquartett als die bedeutendste Gattung der Kammermusik. Für viele Komponist*innen der Gegenwart ist diese Besetzung nach wie vor eine verlockende Herausforderung – als Fortführung oder bewusste Abkehr von der Tradition.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Hölderlinmusik (2/4) – Hölderlin 2020 – Hölderlin-Renaissance

Der Ister, die Revolution und die Gesellschaft. Rezeptionen eines schwäbischen Turmbewohners. Von Bernd Künzig. In den 1980er-Jahren erfährt der Dichter Friedrich Hölderlin eine erstaunliche Renaissance. Die textkritische Edition seiner Werke im Stroemfeld/Roter Stern-Verlag, ebenso wie die marxistische ausgerichtete Biografie von Pierre Bertaux erneuern das Bild vom Romantiker im Turm: sichtbar wird ein Avantgardist avant la lettre, der mit Kunst die Gesellschaft verändern will – und daran scheitert. Das fasziniert nicht nur die Literaturwissenschaft, sondern auch die produktiven Künste in Theater und Musik. (Teil 3, Montag, 16. März, 23.03 Uhr)

23:03 – 24:00 | Ö1
Klangbilder einer Komponier-Vereinigung: Aus den Konzerten des Steirischen Tonkünstlerbundes

Der Steirische Tonkünstlerbund, der sich die Förderung des steirischen Musiklebens zum Ziel gesetzt hat, zählt komponierende, interpretierende sowie lehrende Musikenthusiastinnen und -enthusiasten zu seinen Mitgliedern. In der eigenen Konzertreihe präsentiert der Verein regelmäßig Werke seiner Tonkünstlerinnen und Tonkünstler und lässt das Publikum in seinen Sonntagnachmittagskonzerten erleben, wie breit die stilistische Palette der Werke ist, die von den mit der Steiermark verbundenen und hier verwurzelten Komponistinnen und Komponisten geschaffen werden. Ein Gang durch die Konzertprogrammgalerie des Steirischen Tonkünstlerbundes. Gestaltung: Franz Josef Kerstinger


10.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Musik aus dem Äther – 100 Jahre Theremin

Von Friederike Kenneweg. Um 1920 entwickelte Lew Termen das Theremin. Ein Rückblick auf die wechselvolle Geschichte des Instruments mit dem schwebenden Klang.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Jona Korn: Symphonie Nr. 1, op. 3 (Bamberger Symphoniker: Rudolf Alberth); Ulrich Stranz: „Contrasubjekte“ (Münchener Kammerorchester: Alexander Liebreich); Viera Janárceková: Konzert (Oliver Klenk, Klarinette; Stefanie Schumacher, Akkordeon; Quasars Ensemble: Ivan Buffa); Günter Bialas: Streichquartett Nr. 5 (Rodin Quartett); Harald Genzmer: Konzert (Begoña Uriarte, Karl-Hermann Mrongovius, Klavier; Philharmonisches Kammerorchester: Michael Helmrath)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musikfabrik im WDR 73 – Zu Ehren von Hans Zender

Isabel Mundry: Noli me tangere für Schlagzeug Solo und Ensemble, Uraufführung | Sarah Nemtsov: NUN für 10 Musiker und Elektronik | Hans Zender: Angst, Wut und Schrecken, aus der Oper „Chief Joseph“, Uraufführung. Dirk Rothbrust, Schlagzeug; Neue Vocalsolisten; Ensemble Musikfabrik, Leitung: Peter Rundel. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus. Das 73. Konzert des Ensembles Musikfabrik im WDR erinnert mit einer Uraufführung an den kürzlich verstorbenen Dirigenten und Komponisten Hans Zender.

Am 22. Oktober 2019 betrauerte die Musikwelt den Tod von Hans Zender. Im Jahr 2003 hat Zender die Oper „Chief Joseph“ geschrieben. Sie baut auf einer Rede auf, die der Indianerhäuptling im Jahr 1876 vor dem amerikanischen Kongress gehalten hat. In die Handlung sind drei Textcollagen eingefügt, in denen Stimmen aus verschiedenen europäischen Jahrhunderten zu den großen Themen des Stückes Stellung beziehen. Diese drei „Rotationen“ für Vokalensemble und kleines Orchester werden in diesem Konzert erstmals als unabhängige Stücke zu hören sein.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Faszination Neue Musik – Steve Reichs „Drumming“

Inzwischen hat der Schlagzeuger aus Schottland, Jahrgang 1976, tatsächlich eine Welt-Karriere hingelegt. Ob in New York oder London, ob in Paris oder Taiwan –  Currie ist ein gefragter Interpret für virtuose Percussion-Klänge von Stockhausen bis zur minimal music. Seine Aufnahmen wurden u.a. mit dem Grammy ausgezeichnet, und Avantgarde-Größen wie Elliott Carter oder Einojuhani Rautavaara haben eigens für ihn komponiert. Und natürlich längst auch Steve Reich. Eine freundschaftliche Zusammenarbeit verbindet Currie heute mit dem Vater des Minimalismus, in Konzerten klatschen sie gemeinsam Reichs „Clapping music“, und „Drumming“, Reichs erstes großes Werk, komponiert 1971 nach  seinem Besuch in Ghana, ist mit seinen farbenfroh pulsierenden Rhythmen längst zum Markenzeichen der „Colin Currie Group“ avanciert. In der Sendereihe „Faszination Neue Musik“ spricht Currie über seine Begeisterung für „Drumming“, über seine Begegnungen mit Steve Reich und über Konzentration, Trance und Ekstase. Eine Sendung von Thorsten Preuß

23:03 – 24:00 | Ö1
Musik junger Komponierender aus Tirol: Ein Best-of der Tiroler Reihe Musik im Studio

Seit 48 Jahren gibt es im Landesstudio Tirol die Reihe Musik im Studio, die von der E-Musikabteilung des Studios betreut wird. Eine Konzertreihe, die sich vor allem der zeitgenössischen und experimentellen Musik widmet. Musik im Studio versteht sich auch als Plattform für ganz junge Komponisten und Musikerinnen – und so veranstaltet das Landesstudio seit zehn Jahren auch die Reihe „Junge Komponistinnen im Studio“. Wir senden ein „Best-of“ dieser zehn Konzerte, die vom dafür gegründeten Ensemble KonStellation gespielt wurden. Im Zentrum dieser Konzerte steht immer ein Thema, an dem sich die Kompositionen orientieren. Dieses Motto reicht von „Streichquartett“ bis hin zu „Volksmusikalische Instrumente in der Neuen Musik“. Gestaltung: Patrizia Jilg


11.03.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Herbert Fromm: Streichquartett (Iturriaga-Quartett); Sonate nach einer sephardischen Hymne (Kolja Lessing, Klavier); Sonata G-Dur (Kolja Lessing, Violine; Rainer Klaas, Klavier); Jakob Schönberg: Zwei hebräische Lieder (Tehila Nini Goldstein, Sopran; Eleonore Pameijer, Flöte; Stefan Fehlandt, Viola); Chaya Arbel: „Drama“ (Günter Voit, Klarinette; Siegmund von Hausegger, Violoncello; Gabriel Rosenberg, Klavier); Tzipora H. Jochsberger: „Lament und Kaddish“ (Veronika Farkas, Mezzosopran; Jakob Johannes Koch, Bariton; Minguet-Quartett); Franz Reizenstein: Bläserquintett (Nürnberger Bläserquintett); Norbert Glanzberg: „Invitation à la valse“ (Markus Bellheim, Heinrich Martin, Klavier)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Power To The Women – (Die) Musik ist weiblich

Am Internationalen Frauentag geben sich „Kaisers Klänge“ ganz in Frauenhand. Warum auch nicht? Die Musik, die Tonkunst oder die Sinfonie sind schließlich alle weiblich.

In einem Frauen-Power-Kaiserklang halten sich die Männer dezent im Hintergrund: als Begleitband von Popdiven, als zweite Stimme im Duett, als Orchester hinter der großen Solistin. Und wenn der Tenor doch einmal eine Heldenarie schmettern darf, dann natürlich nur eine aus Frauenhand.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2020

Mit Eckhard Weber. Die Komponistin Sarah Nemtsov, in diesem Jahr mit vier Werken bei Ultraschall Berlin vertreten, hat als Auftragswerk des rbb ihr Stück „Mountain & Maiden“ geschrieben. Zusätzlich zur Besetzung für verstärktes Klavier und Stimme tritt ein neuer Stummfilm von Shmuel Hoffman und Anton von Heiseler hinzu. Konzertaufnahme vom 18. Januar im Radialsystem V

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT

Arditti Quartet; Gareth Davis (Bassklarinette); Sebastian Berweck (Synthesizer). Sven Ingo Koch: „Nichumai Amichai“, Quintett für Bassklarinette und Streichquartett (2016/17/19) UA | Andreas Frank: „Neues Werk“ für Streichquartett und Synthesizer (2019/20) UA | Silvia Borzelli: „after-image“ für Bassklarinette und Streichquartett (2019/20) UA. (Konzert vom 9. Februar 2020 im Stuttgarter Theaterhaus)

Das ganze Festival hindurch sind die Mitglieder des Arditti Quartet in unterschiedlichsten Formationen aufgetaucht. Zusammen mit dem englischen Bassklarinettisten Gareth Davis wurden sie zum Dream-Team für das neue Werk von Silvia Borzelli und für Sven-Ingo Kochs Neufassung seines Klarinettenquintetts. Gegensätzlicher und für den jungen Komponisten Andreas Frank umso herausfordernder ist die klangliche Kombination von Synthesizer und Streichquartett. „The concept of future was stronger in the past“, befindet er und möchte Vintage neu erfinden.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph


12.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klangwerkstatt Berlin – Kunstquartier Bethanien

Aufzeichnungen vom November 2019. Michael Beil: „Along“ für E-Gitarre und Elektronik | Misha Cvijovic: „Penumbra“ für Saxofon, Schlagzeug, E-Gitarre, Klavier, Akkordeon und Kontrabass. Ensemble RADAR | Christian Stimming: „Die Frösche“ für Nachwuchsorchester auf ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe. Freie Jugendorchesterschule Berlin. Leitung: Jobst Liebrecht | Michael Maierhof: „splitting 51.1“ für mikrofonierte Glissandoflöte und Zuspiel. Erik Drescher, Glissandoflöte | Dustin Zorn: „Lagny“ für Tenorsaxofon, Posaune, Klavier, Akkordeon und Violoncello (Uraufführung – Kompositionsauftrag der Klangwerkstatt Berlin) | Sebastian Stier: „Die Tatsache des Käfigs“ für Altsaxofon, Posaune, Klavier, Akkordeon und Violoncello (Uraufführung). Ensemble LUX:NM

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Klaus K. Hübler: „Epiphyt“ (Pierre-Yves Artaud, Flöte; Ensemble Köln: Robert HP Platz); Kerstin Thieme: Divertimento II (Fränkisches Landesorchester: Erich Kloss); Fritz Büchtger: „Vor der Tür“ (Edith Urbanczyk, Sopran; Franz Reuter-Wolf, Bariton; Robert M. Helmschrott, Klavier, Orgel; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Otto Eduard Crusius: „Sieben Morgenmusiken für alle Wochentage und ein Epilog“ (Paul Sanders, Klavier)

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Donaueschinger Musiktage 2019 (3) – Abschlusskonzert

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
„heraus, anderswohin“ – Die Komponistin Tona Scherchen

Eine Sendung von Stefan Fricke. Tona Scherchens Poesien von Klang und Konzept sind betörend, beschwörend, bestechend, betäubend. Ihre Kompositionen bewegen sich zwischen europäischer Avantgarde und asiatischem Ritual.

Als ihr wahres Selbstporträt gab die in der Schweiz und der Volksrepublik China aufgewachsene Komponistin Tona Scherchen (*1938), Tochter des Dirigenten und des vielseitig wie unermüdlich für die Neue Musik engagierten Hermann Scherchen sowie der chinesischen Komponistin Hsiao Shu-Hsien, einmal an: „Diese eurasische Mischung von Herkünften, die französisch-chinesische Doppelkultur, die Tatsache, ein sehr empfindlicher Spross gewesen zu sein, der während seines Heranwachsens x-mal verpflanzt wurde, ergibt schließlich als Resultat ein extrem nervöses, hypersensibles Wesen, unfähig, echte Wurzeln zu schlagen – eine Wildkatze, die auf dem Planeten Erde ihre Erkundungsgänge tut.“ Ästhetische Exkursionen, die sie – ausgebildet u.a. von Hans Werne Henze, Olivier Messiaen und György Ligeti – zu den Darmstädter Ferienkursen und wiederholt zu den Donaueschinger Musiktagen führen, wo sie in der Geschichte des weltweit ältesten Festivals für Neue Musik nach 47 Jahren Existenz im Jahr 1968 die erste Frau ist, von der ein Werk aufgeführt wird. Weitere prominente Spielplätze der zeitgenössischen Musik folgen, nicht nur in Paris, wo sie seit 1972 lebt. Dennoch kennt man sie in Deutschland kaum mehr. 1987 noch ein großes Orchesterwerk – „L’illegitime“ – beim Festival „Musik im 20. Jahrhundert“ des Saarländischen Rundfunks (erneut aufgeführt bei „Ultraschall“ im Januar 2019 in Berlin). Seither realisiert sie viele Multimedia-Shows, abseits der Neuen Musik und auch mit anderer Idiomatik. Wiederbegegnungen mit ihrem offenen Klangdenken lohnen.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Scardanelli – Hölderlin 2020

Von Harald Bergmann. Auf der Grundlage seines gleichnamigen Films. Mit: Walter Schmidinger, Hans Treichler, André Wilms u. a. Musik: Peter Schneider. Regie: Harald Bergmann. (Produktion: ECM 2004)

„Scardanelli“ rekonstruiert die zweite Lebenshälfte des Dichters Friedrich Hölderlin. Es handelt sich um die Jahre seines „Wahnsinns“ von 1807 bis 1843. Kein Satz in dem Stück ist erfunden, alle Szenen, Dialoge und Zeugenaussagen beruhen auf überlieferten Berichten. Die eigens für CD neu abgemischte Tonspur von Harald Bergmanns gleichnamigem Film von 2000 ist ein akustisch-poetisches Meisterwerk, das als Filmtonspur zum Hörspielkanon zählen sollte.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Visionen, Erkundungspfade, Registraturen – In memoriam Dieter Schnebel

Dieter Schnebel war einer der kreativsten Künstler unserer Zeit. Komponist, Theologe, Pädagoge. Sein Oeuvre ist bunt und vielgestaltig wie kein zweites: ein multidimensionales Kaleidoskop, in dessen Facetten sich die Erscheinungsformen des menschlichen Erlebens und Kommunizierens spiegeln. Von der spielerischen Invention bis zum Klang im Angesicht des Erhabenen; von den stark experimentell geprägten Werken der 50er Jahre, in denen neue Möglichkeiten lautlichen Artikulierens erschlossen wurden, bis zu den systematisch-kritischen „Re-Visionen“ gültiger Ausdruckskategorien im Zeichen der Tradition; vom Tonschnipsel, über pädagogische „Stuhlgewitter“, musikalische Lyrik, Motorrad- oder Flipperlänge, bis hin zur Missa, zur multiplen sinfonischen Architektur, den Aspekten der „Exstasis“: Schnebels Wirken war undogmatisch und dem Menschen wohl gesonnen. Vor knapp zwei Jahren, im Mai 2018, starb Dieter Schnebel an einem Herzleiden. Am 14. März wäre er 90 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass wiederholen wir eine Sendung von Helmut Rohm aus dem Jahr 2010.

23:03 – 24:00 | Ö1
Neue Musik für den Max Brand Synthesizer von Dorian Concept und Zanshin

Elevate 2020. Music for Moogtonium von Dorian Concept und Zanshin. Viele Musikerinnen und Musiker hat dieses Instrument bereits in ihren Bann gezogen: In den 1950er Jahren beauftagte der österreichische Komponist Max Brand, der als Jude 1938 vor den Nazis flüchten musste und zu jener Zeit in New York lebte, den damals noch jungen und heute legendären Ingenieur Bob Moog mit dem Bau eines genau auf seine individuellen Wünsche  zugeschnittenen Synthesizers. Rund zehn Jahre sollte die Arbeit an diesem einzigartigen Instrument in Anspruch nehmen, das nicht nur seinen ganz eigenen Klang, sondern auch ein spezielles Interface hat: Neben zwei Klaviaturen und zusätzlichen Manualen zur Spannungssteuerung verfügt es auch über zwei Fußpedale. In den 1970er Jahren kehre Max Brand mit seinem Synthesizer, der heute schlicht als Max Brand Synthesizer bezeichnet wird, zurück nach Österreich. Auf Einladung des Elevate Festivals haben nun Dorian Concept, ein ausgewiesener Meister an den diversen Tasten, und Zanshin das Stück „Half Chance“ für den Max Brand Synthesizer komponiert, das am 5. März im Grazer Mausoleum seine Uraufführung feierte. Gestaltung: Susanna Niedermayr


13.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Klima & Wandel – Dry Haze – Das Jahr ohne Sommer, Nach einem Text von Lord Byron

Von Werner Cee. Mit: Rachel Unthank, Becky Unthank, Adrian McNally, Neville Tranter. Musiker: Alf Terje Hana, E-Gitarre. Werner Cee, E-Chin. Produktion: Deutschlandradio Kultur 2013. Länge: 47’31

Im Jahr 1816 fällt in weiten Teilen Europas der Sommer aus. Ein Vulkanausbruch in Indonesien hat Staub und Asche in die Atmosphäre geschleudert. Der trockene Nebel schirmt die Sonneneinstrahlung ab. „Dry Haze“ ist der Soundtrack zu dieser abgeschatteten Welt.

Im Jahre 1816, nach dem Ausbruch eines indonesischen Vulkans, verschleierte trockener Nebel den Himmel über weiten Teilen Europas und schirmte die Sonneneinstrahlung ab. Auch literarisch hatte die eingetrübte Atmosphäre Folgen, und inspirierte Lord Byron zu seinem berühmten Gedicht ‚Darkness’. Heute dienen die Erfahrungen aus diesem Jahr ohne Sommer als Vorbild für das Geo-Engineering – den Versuch, die Erdatmosphäre mithilfe künstlicher Eingriffe abzukühlen. ‚Dry Haze’ ist der Soundtrack zu dieser abgeschatteten Welt.

„I had a dream, which was not all a dream./The bright sun was extinguish’d, and the stars/Did wander darkling in the eternal space,/Rayless, and pathless, and the icy earth/Swung blind and blackening in the moonless air.“ (Lord Byron)

Werner Cee, geboren 1953, ist Klangkünstler und Komponist. Er studierte Malerei, arbeitete in den 80er-Jahren als Bildender Künstler und war gleichzeitig in der experimentellen Rockmusikszene aktiv. Zahlreiche Klang- und Lichtinstallationen. Seit 1997 komponiert er auch Hörstücke für den Rundfunk. 2010 erhielt er für „Winterreise“ (HR 2010) den Prix Italia. Weitere Stücke: „Fires of the Earth“ (SWR 2012), „Dry Haze“ (Deutschlandradio Kultur 2013), „Accidental Paradise“ (SWR/Deutschlandradio Kultur 2013) bilden ein Triptychon: „Das Anthropozän“. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „KLIMA|ANLAGE“ (2015), „Territorien“ (2019).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Gloria Coates: Symphonie Nr. 7 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Olaf Henzold); Robert Delanoff: „Réminisences“ (Trio con brio); Heinz Benker: Concertino (Jörg Widmann, Klarinette; Kammerorchester des Pestalozzi-Gymnasiums: Ferdinand Preis); Rudolf Mors: Streichquartett e-Moll (Minguet Quartett); Karel Ricánek: Streichersuite (Streichergruppe des Sinfonieorchesters des Tschechischen Rundfunks: Vladimír Válek); Eva Sindichakis: „Kassia“ (MGNM Festivalensemble: Peter Hirsch)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Das Echo der Sirenen Oder: Auf Odysseus’ klingenden Spuren

Von Andreas Pehl. Die Gischt spritzt vorne am Bug, der Wind bläht die weißen Segel an den Masten. Kapitän Rony Haynes steuert die Florette, ein historisches Segelschiff aus dem Jahr 1921 seit über 20 Jahren durch das Mittelmeer. Wie zu Zeiten des Odysseus ist es der Wind, der ihn vorwärtstreibt. Sein Segelgebiet: die Küsten Süditaliens, dort wo auch Odysseus unterwegs war, wenn man den Überlegungen des Historikers Armin Wolf Glauben schenken mag. Homer hat die Erzählungen rund um die Irrfahrt des Odysseus um das 8. Jahrhundert v. Chr. zusammengestellt und in Reimform gebracht. Seine Schauermärchen von menschenfressenden Riesen, seine Berichte von bezaubernden Frauen, singenden Mischwesen und wütenden Seeungeheuern inspirieren seit nunmehr fast 3.000 Jahren die Menschen zu Erzählungen, zu Bildern und zu Musik. Lieder, Kantaten, ja, ganze Opern und Sinfonien wurden über Zyklopen, Zauberinnen und Nymphen komponiert. Und die Musikstadt Neapel, Zentrum des Belcanto, verdankt der Legende nach ihre Gründung gar einer der Sirenen, deren Gesang Odysseus auf seiner Reise in höchste Bedrängnis brachte. Alles nur Seemannsgarn? Oder gab es diesen Odysseus wirklich? Wo sangen die Sirenen? Und wie klangen die Darbietungen des blinden Sängers Demodokos? Andreas Pehl hat sich an Bord der Florette auf einen Segeltörn rund um Sizilien begeben und durchforscht zusammen mit dem Philologen und Musikarchäologen Stefan Hagel und dem Historiker Armin Wolf die Musik rund um Homers Dichtung.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Cut Up the Border“ von Nicolas Humbert/Marc Parisotto

Mit Fred Frith, Tom Cora, Iva Bittová, Pavel Fajt, Robert Frank, Jonas Mekas und anderen. Musik: Fred Frith. Realisation: Nicolas Humbert/Marc Parisotto. BR/DLF Kultur 2019. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Der Film Step „Across the Border“ (1990) hat Musikgeschichte geschrieben. Er begeisterte eine ganze Generation für die Improvisationen des Gitarristen Fred Frith. Zwei Jahre lang begleiteten die Filmemacher Nicolas Humbert und Werner Penzel Frith und seine Wegbegleiter durch die Welt, filmten bei Konzerten, Proben, in Hotelzimmern und unter freien Himmel. „100 Tonbänder. Auf jedem Band 20 Minuten. Im Film waren schließlich nur 90 Minuten davon. Der Rest lagerte in einer Blechkiste. Originaltonaufnahmen aus den nächtlichen New Yorker Straßen, aus den Spielhallen in Shibuya. Die Stimme von Robert Frank, dem großen amerikanischen Photographen und Chronisten der Beat-Generation, in der die Cut Up-Montage erfunden wurde, die auch unserer Klangkomposition zugrunde liegt. Für „Cut Up the Border“ ist Fred Frith noch einmal ins Studio gekommen, um im Abstand von 30 Jahren auf neue Weise mit diesem Material zu spielen.“ (Nicolas Humbert)

Nicolas Humbert, geb. 1958, Filmemacher und Autor. Marc Parisotto, geb. 1957, Komponist und Sounddesigner im Bereich Film. Fred Frith, geb. 1949, Multiinstrumentalist und Komponist.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Musikalische Zeitmaschinen – Die zauberhaft realen Musikautomaten des Musée Mécanique in San Francisco

Von Golo Föllmer. Das Musée Mécanique in San Franciscos zeigt die Geschichte automatischer Musikinstrumente so greifbar wie kaum ein Ort auf der Welt. Die antiken Apparate machen einen Wendepunkt der Musikgeschichte hörbar: den Moment, als Musik sich vom menschlichen Interpreten löste und zum Unterhaltungsartikel wurde. 1933 begann Edward Zelinsky seine Sammlung selbstspielender Instrumente, vermeintlich Schrott aus einer vergangenen Zeit. Dan Zelinsky, Sohn des Gründers der Sammlung, führt uns durch seine Welt auf Rollschuhen, damit er an seinem Arbeitsplatz schneller zur Stelle ist, wenn einer der Musik-Oldtimer aussetzt.

23:03 – 24:00 | Ö1
Ornette Coleman, einer der Väter des Free Jazz. Zum 90.Geburtstag des Jazzsaxofonisten Ornette Coleman

Der 2015 verstorbene Randolph Denard Ornette Coleman hätte am 9.März seinen 90.Geburtstag gefeiert. Der gebürtige Texaner bringt sich mit 14 Jahren das Saxofonspiel und Notenlesen autodidaktisch bei. Sein sehr individuelles Spielkonzept hat sicherlich auch damit zu tun, dass Coleman fernab von offensichtlichen Einflüssen und Lehrmeistern seinen Sound finden musste. Im Los Angeles der 1950er Jahre trifft er seinen musikalischen Zwilling, den Trompeter Don Cherry. 1960 nimmt Ornette Coleman mit einem doppelt besetzen Quartett sein bekanntestes und einflussreichstes Album „Free Jazz: A Collective Improvisation „ auf. Von da an führt ihn seine musikalische Reise zu Trioaufnahmen, kammermusikalischen Werken, symphonischen Stücken für größere Ensembles bis hin zu von Funkmusik beeinflussten Projekten. Auch bei seinen abstraktesten Ausflügen ist immer Colemans ursprüngliche folkloristisch-bluesige Spielauffassung zu hören. Die „Spielräume Nachtausgabe“ huldigt einem der wichtigsten Musiker der Jazzgeschichte. Gestaltung: Klaus Wienerroither


14.03.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Das Echo der Sirenen

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Ex & Pop

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Berlin Teheran Travellers – Deutsch-iranische Begegnungen

Von Julia Kaiser. ,Berlin Teheran Travellers’ ist der Titel eines Projekts, das auf Umwegen entstand und viele Überraschungen birgt. Das deutsche Ensemble unitedberlin tauchte dabei immer tiefer in die hierzulande kaum bekannten Welten im Iran lebender bzw. aus dem Iran stammender Komponistinnen und Komponisten ein. Es entdeckte auch die Yarava Music Group, die auf traditionellen persischen Instrumenten neue Musik spielt, und lud einige Musikerinnen und Musiker der Gruppe nach Berlin ein, um gemeinsam zu musizieren. Gemeinsam zu spielende Auftragswerke entstanden, und schließlich erfolgte der Gegenbesuch in Teheran. unitedberlin hat im Herbst 2019 als überhaupt erstes größeres westliches Ensemble für neue Musik die iranische Hauptstadt besucht. Auf dem Programm standen dort gemeinsame Konzerte, Diskussionsrunden mit Komponisten sowie Workshops an der Musikfakultät der Universität Teheran, in deren Lehrplan neue Musik etwas ganz Selbstverständliches ist.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Amsel, Drossel, Fink und Star: Neue Musik und Vogelgesang

Ihre Flugkünste faszinieren uns. Ebenso ihr prachtvolles Gefieder. Und natürlich ihr Pfeifen, Singen und Sprechen.

Uralte Märchen und Mythen künden von der jahrhunderte-, ja jahrtausendealten Begeisterung des Menschen für die Vögel und ihre besonderen Fähigkeiten. Unsere Vorfahren dürften schon äußerst früh damit begonnen haben, die markanten Lautäußerungen der Himmelsakrobaten nachzuahmen. Schon die antike Literatur berichtet davon. Und bereits der Renaissance-Komponist Clément Janequin imitierte in einigen Chansons den Gesang der Vögel. Ihm folgten viele Kolleg*innen – bis heute. Es gibt unzählige Varianten einer musikalisierten Ornithologie. Eine Auswahl jüngerer Vogel-Werke lässt diese Ausgabe von The Artist’s Corner singen.


15.03.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Hymnen auf Hyperion – Hölderlin in der Musik

Das dichterische Werk von Friedrich Hölderlin erfuhr erst im 20. Jahrhundert seine große Wertschätzung. Hölderlins Hymnen und Gedichte sowie der Roman „Hyperion“ wurden nicht nur zu Vorbildern für Lyriker und Schriftsteller.

Sie beeinflussten auch die Komponisten von der frühen Moderne bis heute. Richard Strauss und Carl Orff, Benjamin Britten und Wolfgang Rihm, sie alle haben sich von Hölderlins Versen zu Klängen inspirieren lassen.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Stabat Mater

Viele Komponisten haben diesen wichtigen liturgischen Text aus dem Mittelalter vertont. In einem denkwürdigen Konzert beim Bremer Musikfest des vergangenen Jahres stellte uns das Ensemble „Gli Angeli Genève“ neben dem berühmten Stabat Mater von Pergolesi auch drei seltener zu hörende Werke von jeweils ganz eigenem Reiz vor, wobei mit Arvo Pärt auch ein Komponist unserer Gegenwart vertreten war.

22:08 – 22:55 | Ö1
Hölderlin in der Neuen Musik: Projektion und Inspiration. Friedrich Hölderlin in der zeitgenössischen Musik.

Georg Friedrich Haas hat den Dichter Friedrich Hölderlin sechsfach in seiner Kammeroper vertont, Luigi Nono lässt in seinem Streichquartett „Fragmente – Stille, an Diotima“ Hölderlin auch stumm in langen Strecken des Schweigens lesen. Für Wilhelm Killmayer, Heinz Holliger und Wolfgang Rihm war Hölderlin Projektion und Inspiration, für Hanns Eisler und Benjamin Britten ebenso. Hölderlin, geboren vor 250 Jahren, war der Musik verbunden, er hatte Flöte studiert. Es gibt sogar eine Kadenz zu einem Flötenkonzert seines Lehrers Ludwig Dulon, von Hölderlin komponiert. Als wollten sie Hölderlins stundenlanges Improvisieren über Giovanni Paisiellos „Mich fliehen alle Freuden“ aus seiner Oper „La Molinara“ weiterführen, ist Hölderlin eine nicht versiegende Quelle für zeitgenössisches Komponieren. Auch der im Vorjahr verstorbene Hans Zender hat Hölderlins Gedichte „Mnemosyne“ und „Patmos“ in einen Dialog mit der Klangwelt der Neuen Musik gebracht. Eine poetische Rundschau. Gestaltung: Irene Suchy

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: His Master’s Choice [39] Ernst Surberg

Arik Shapira: Post Piano; Jeffrey Burns, Klavier | Georgia Koumará: Dangerous Conjectures für Ensemble; ascolta | Liping Ting: OM108 für Cello, Synthesizer und Elektronik; Mathis Mayr, Cello; Ernst Surberg, Synthesizer | Enno Poppe: Matrizenblues aus „IQ“; Anna Clare Hauf; Klangforum Wien, Leitung: Enno Poppe | John McGuire: A Cappella für Sopran und Zuspielband; Beth Griffith, Sopran | Eliane Radigue: Trilogie de la mort, Elektroakustische Musik | Fausto Romitelli: An Index of Metals für Stimme und Ensemble; Agata Zubel; Ictus Ensemble, Leitung: Georges-Elie Octors

Lakonisch kurz ist der einzige Eintrag auf der Website von Ernst Surberg: piano, keyboard, organ; even harp. Was Offenheit und Experimentierlust signalisiert, greift aber tatsächlich noch zu kurz. Der in Münster geborene und seit dem Studium in Berlin ansässige Musiker beherrscht diverse Synthesizer virtuos und erkundet, wenn es verlangt ist, fachfremde Instrumente. Aber er komponiert auch und steht gelegentlich als Schauspieler auf der Bühne. Als Gründungsmitglied des ensemble mosaik prägt er die Musikszene seit den Neunziger Jahren und brachte als Pianist Werke von Komponisten wie Stefan Streich, Michael Beil, Enno Poppe, Klaus Lang, Agostino DiScipio, Andrew Hamilton und Sergej Newski zur Uraufführung. Bei seinem Gastspiel als Radiomoderator vereint er im Studio jüngst Gehörtes und alte Wegbegleiter.

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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