Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 02.03. bis 08.03.2020

Radio Neue Musik. Montage: Hufner
Radio Neue Musik. Montage: Hufner

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 10. Themen: Hölderlinmusik | Philipp Herschkowitz | Erhard Grosskopf | Ensemble ascolta | Manuela Kerer | Ultraschall Berlin | Musik für Anne Frank | ECLAT | Donaueschinger Musiktage | Furore Verlag | Georg Nussbaumer | Groupe de Recherches Musicales | Oscar Straus | Pioniere der mikrotonalen Musik | 20 Jahre open music in Graz | Michael Edwards und seine algorithmischen Klangwelten | Ulrich Kreppein: Herbst | (Die) Musik ist weiblich | Verein Fraufeld empfiehlt.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

67 – Interview with Nina Brazier (in english) director for music theater

British stage director Nina Brazier describes how she moved to Germany, giving insight into starting out as a director in a new country and discussing the differences in the two working methods. She contrasts directing contemporary music theatre against classical pieces such as “The Mariage of Figaro“, and shares with you her ideas on collaboration and structuring the rehearsal process. Finally, she discusses the challenges of working as a female director and what she wishes for the future of the music theatre world. Zum Podcast.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


02.03.2020


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell – Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Hölderlinmusik (1/4) – Hölderlin 2020 – Vom Nutzen der Lyrik für die Neue Musik

Von Lydia Jeschke. Komponisten des 20. Jahrhunderts berufen sich in ihren Werken wieder und wieder auf den Dichter; sein Ruf: „ins Offene!“, scheint in vielen persönlichen und gesellschaftspolitischen Situationen zu verfangen, ganz besonders im späteren 20. Jahrhundert. Ähnlich den Verfahren in der zeitgenössischen postmodernen Architektur wird auch Hölderlins Dichtung dabei allerdings nicht selten zur Fassade vor dem eigentlich Klingenden; scheint der Titel einer Komposition „nach Hölderlin“ dieselbe eher zu adeln als tatsächlich zu beeinflussen. Die Sendung zur JetztMusik blickt auf und hinter diese Fassaden. (Teil 2, Montag, 9. März, 23.03 Uhr)

23:03 – 24:00 | Ö1
Weberns letzter Schüler: Lehrer einer Generation. Der Alban-Berg-Schüler Philipp Herschkowitz (1906-1989)

Der 1906 in Yassy geborene Philip Moiseyevich Herschkowitz, jüdischer Herkunft, studierte in den 1920er Jahren erst bei Joseph Marx, dann bei Alban Berg, schließlich bei Anton von Webern. Dieser gab ihm eine Empfehlung, ein handgeschriebenes Diplom. Die Flucht vor den Nazis im Jahr 1939 bringt ihn erst nach Bukarest, dann nach Moskau. Hier wird er, am Rande der Stadt lebend, zum Geheimtipp als Lehrer. Er prägte eine Generation: Andrei Volkonsky, Edison Denisov, Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina, Nikolai Karetnikov, Oleg Kagan, Natalia Gutmann und Elisabeth Leonskaja haben bei ihm gelernt.

Er unterrichtete weder Zwölfton-Komposition, noch erzählte er von seinem eigenen Komponieren. „Zeit-Ton“ bringt die Wiedergabe eines Konzerts in der Reihe „Echo des Unerhörten“ des Zentrums für verfolgte Musik aus dem Wiener RadioKulturhaus vom 23. Jänner 2020. Elisabeth Leonskaja interpretierte Schönberg, Berg und Herschkowitz, die Nachfahrin Sarah Hershkowitz gab Lieder von Herschkowitz und seinem Schüler Denison, Ulrike Anton spielte zwei Inventionen für Flöte solo von dessen Ehefrau Elena Firsova. Gestaltung: Irene Suchy


03.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: KlangWerk – Der Berliner Komponist Erhard Grosskopf

Von Ulrike Klobes. Erhard Grosskopfs Musik verzichtet auf Emphase. Seine Musik kommt vielmehr distanziert, elegant und ebenso gelassen wie eine Yoga-Übung daher.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Jan Koetsier: „Französisches Konzert“, op. 98 (András Adorján, Marianne Henkel, Flöte; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Karl Amadeus Hartmann: Symphonie Nr. 1 (Cornelia Kallisch, Mezzosopran; Bamberger Symphoniker: Ingo Metzmacher); Hans Stadlmair: „Xenien“ (Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen); Dieter Schnebel: Kanons (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Peter Rundel)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Blech und Rhythmus – Das Ensemble ascolta

Von Margarete Zander. Mit seiner speziellen Besetzung möchte das Ensemble ascolta das Angebot der neuen Musik erweitern. Die Besetzung: Trompete, Posaune, zwei Schlagzeuger, Klavier/Sampler, Violoncello/E-Cello und Gitarre/E-Gitarre/E-Bass. Aber die Instrumente sind eines, der Wille, auch Theater zu spielen und sich auf Experimente einzulassen, ist für die Identität mindestens ebenso wichtig. Bevor Sie in der Elbphilharmonie auftreten, können Sie ihnen bei uns persönlich begegnen.

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Herbert Willi: „Räume“; Rondino nach der Oper „Schlafes Bruder“ (Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken: Petri Sakari)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Again As – Elektroakustische O-Ton-Collage von Andreas Bülhoff und Marc Matter

Komposition und Realisation: die Autoren. (Produktion: SWR 2020). Das Hörstück „Again As“ geht aus der gleichnamigen Schallplattenveröffentlichung hervor. Das akustische Material besteht aus ein- und zweisilbigen Wörtern, die von der Newswebsite „The New York Times“ und dem Imageboard „4chan“ gesammelt und von zwei synthetischen Stimmen ausgegeben wurden. Das Sprachmaterial, das sich auf der Schallplatte befindet, tritt in einen künstlichen und abstrakten Dialog. Felder aus einzelnen Wörtern wiederholen sich in verschiedenen Zyklen und kombinieren sich immer wieder aufs Neue zu unvorhersehbaren Bedeutungszusammenhängen. So entsteht beim Hören ein weites Möglichkeitsfeld für einen potenziell endlosen Textstrang des plattenspielerischen Textgenerators.

23:03 – 24:00 | Ö1
Manuela Kerer als „Composer in Residence“ in Kärnten

Seit vielen Jahren schreibt das Zentrum Zeitgenössischer Musik (ZZM) in Kärnten den „Composer in Residence“ aus, bei dem Komponistinnen und Komponisten, die aus Österreich stammen oder ihren Lebensmittelpunkt hier haben, teilnahmeberechtigt sind. Der Sieger oder die Siegerin des Wettbewerbs verpflichtet sich, vor Ort ein neues Werk zu schaffen, das dann mit weiteren Stücken der Prämierten in einem Konzert dem Publikum präsentiert wird. 2019 wurde die Südtirolerin Manuela Kerer als Gewinnerin ausgezeichnet. Das Besondere an ihrem Zugang zur Musik ist wohl die Tatsache, dass sie rationale Bezugspunkte in ihre Werke einfließen lässt, aber auch Emotionen nicht zu kurz kommen lässt. Durch ihre besondere Vorliebe für ungewohnte Klänge vermag sie die Interpretierenden herauszufordern und das Publikum zu überraschen, es aber auch immer wieder in ihr Werk einzubeziehen. Am 17.Februar 2020 wurde Kerer als Siegerin mit ihren Werken, interpretiert vom „Ensemble NeuRaum“ (ehem. MusikFabrikSüd) unter der Leitung von Bruno Strobl, der Öffentlichkeit vorgestellt. Gestaltung: Angelika Benke


04.03.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Robert Schumann/Marcus Maria Reißenberger: „Eintritt“, op. 82, Nr. 1; „Frühlingsfahrt“, op. 45, Nr. 2; „Mondnacht“, op. 39, Nr. 5 (Christoph Prégardien, Tenor); „Herberge“, op. 82, Nr. 6; András Hamary: „Hommage à Janácek“ (Ensemble Kontraste); Hermann Beyer: „Ein Woyzeck“ (Roseau-Quintett); Heinz Winbeck: Symphonie Nr. 5 (Deutsches Symphonie-Orchester Berlin: Dennis Russell Davies)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Gefangen im Tagebuch – Musik für Anne Frank

Das deutsch-jüdische Mädchen Anne Frank, das vor 75 Jahren dem Holocaust zum Opfer fiel, ist heutzutage als Symbolfigur vielfach präsent.

Es gibt Filme, Theaterstücke und Romane über ihr kurzes Leben. Straßen, Plätze und Schulen sind nach ihr benannt. Die meisten der ihr gewidmeten musikalischen Werke beschäftigen sich mit ihrem Tagebuch und vertonen Auszüge daraus. Elegien, Chorstücke und Opern für Anne Frank erklingen heute in „Kaisers Klänge“.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2020

Mit Eckhard Weber. In einem gemeinsamen Konzert präsentierten der Blockflötist Jeremias Schwarzer und das Minguet Quartett Werke für ihre jeweilige Besetzung, aber auch gemeinsam Jörg Widmanns „Versuch über die Fuge“ in einer Fassung Blockflöte und Streichquartett. Konzertaufnahme vom 18. Januar 2020 im Radialsystem V

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT

SWR Experimentalstudio / Irvine Arditti (Violine) / Klangregie: Thomas Hummel, Lukas Nowok. James Dillon: „The Freiburg Diptych“ für Solovioline, Zuspiel und Live-Elektronik. (Konzert vom 7. Februar 2020 im Stuttgarter Theaterhaus)

Eine Insel der Konzentration. Ein Diptychon, dessen zwei gleichgewichtige Sätze unterschiedlicher nicht sein könnten: Der eine überschwänglich, extrovertiert, virtuos und episodisch – der andere eine Elegie: fragil, fahl und mit musikalische Aktionen, die scheinbar in Zeitlupe verlaufen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer Vorschau auf das Elevate Festival in Graz und mit einer Vorschau auf das 20jaehrige Jubiläum von artacts.  Gestaltung: Susanna Niedermayr


05.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik – Heimathafen Neukölln

Eivind Buene: „Seven types of ambiguity“ für Saxofon, Akkordeon und Kontrabass (Deutsche Erstaufführung) | Maja Solveig Kjelstrup Ratkje: „ØX“ für Altsaxofon und -Playback (Deutsche Erstaufführung) | Maja Solveig Kjelstrup Ratkje: „Passing Images“ für Akkordeon, Saxofon, Kontrabass und Stimme (Deutsche Erstaufführung) | Bjørn Stenvaag: „Bark II“ für Saxofon, Akkordeon und Kontrabass (Deutsche Erstaufführung) | Kurt Weill / POING: „Ballade vom ertrunkenen Mädchen“ für Stimme, Saxofon, Akkordeon und Kontrabass | Maja Solveig Kjelstrup Ratkje: „Rondo – Bastard – Overture – Explosion“ für Akkordeon, Altsaxofon und Kontrabass mit drei Diktaphonen (Deutsche Erstaufführung) | John Lennon / POING: „Working Class Hero“ für Stimme, Saxofon, Akkordeon und Kontrabass

Maja Solveig Kjelstrup Ratkje, Stimme; POING: Rolf-Erik Nystrøm, Saxofone / Frode Haltli, Akkordeon / Håkon Thelin, Kontrabass

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Dieter Acker: Violinkonzert Nr. 1 (Ferenc Kiss, Violine; Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz: Christoph Eschenbach); Hermann Wolfgang von Waltershausen: Sieben Gedichte nach Texten von Ricarda Huch, op. 12 (Ildikó Fezer, Mezzosopran; Annamaria Holla, Klavier); Heinrich Kaminski: „Tryptichon“ (Roxana Constantinescu, Mezzosopran; Harald Feller, Orgel); Franz Xaver Lehner: Klarinettenkonzert (Wolfgang Schröder, Klarinette; Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth); Wolfgang Jacobi: „Miniaturen“ (Tatjana Blome, Holger Groschopp, Klavier)

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Donaueschinger Musiktage 2019 (2) – Ensemble Resonanz und Ensemble Intercontemporain

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Die Schatztruhe – Musik von Komponistinnen im Furore Verlag

Schnell nachgezählt – wie viele Komponistinnen fallen uns spontan ein? Clara Schumann wohl als Erste, gefolgt vielleicht noch von Fanny Hensel. Und dann sieht es – Hand aufs Herz – eher mau aus. Aber Frauen haben komponiert, auch wenn es ihnen jahrhundertelang schwerer gemacht wurde als Männern. Gegen alle Widerstände konnten sich einige herausragende und privilegierte Persönlichkeiten durchsetzen. Was die Musikgeschichte an Werken aus weiblicher Hand zu bieten hat, präsentiert seit über 30 Jahren der Kassler Musikverlag Furore. Beispielhaft widmet er sich in seinen Publikationen weltweit exklusiv der Entdeckung und wissenschaftlicher Erforschung des musikalischen Oeuvres von Frauen seit dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Außergewöhnliche Projekte und Kooperationen begleiten die Verlagsarbeit von der Partitur über CDs bis zum Buch. Wie der Weg bis heute aussah, braucht es eine Frauenquote in der Musikwelt und welche Schätze sich entdecken lassen, darüber unterhält sich Julia Schölzel mit Vertreterinnen des Furore Verlags. Und die ein oder andere musikalische Rarität wird auch vorgestellt.

20:05 bis 21:00 | BR-KLASSIK
Live aus dem BR-Funkhaus: Contrapunkt. Dialog der Kulturen: Litauen – Singende Revolution

Es ist ein Land der Lieder und Chöre, die schon zur Zeit der russischen zaristischen Unterdrückung als oppositionelle Bewegung im Untergrund Zuspruch fanden und das Nationalbewusstsein stärkten. Vor genau 30 Jahren erstritt sich Litauen dann am 11. März 1990 als erster der baltischen Staaten seine politische Unabhängigkeit auf sanfte Art: durch Singen. Bis heute ist die Republik sängerbewegt, in der Hauptstadt Vilnius findet alle fünf Jahre das Sängerfest Litauens mit 30-40.000 Sängern, Musikern und Tänzern statt. Und die einzigartigen mehrstimmigen Lieder sutartinës, ein Vermächtnis der alten Balten und zum UNESCO-Weltkulturerbe zählend, sind Teil eines hippen urbanen Trends – neben der litauischen birbynë-Klarinette und der kanklës-Zither werden sie gerne um Instrumente aus aller Welt bunt erweitert. In seiner 52. Ausgabe widmet sich „Contrapunkt“, die Themenreihe von BR-Klassik und dem Goethe-Institut, diesem vielseitigen Kulturland im Norden und blickt in einer Live-Diskussion mit Gästen in dessen musikalische Geschichte und Gegenwart.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Traditions(ver)lust – Der Komponist Georg Nussbaumer

Eine Sendung von Jim Igor Kallenberg. Die Kompositionen des Österreichers Georg Nussbaumer (*1964) arbeiten mit Motiven der Musikgeschichte, dabei schmelzen drei Tonnen Eis und Flügel erheben sich mit ihren 300 kg sanft in die Luft.

Der Wiener Komponist und Gesamtkünstler Georg Nussbaumer (*1964 ) arbeitet mit Klang, Skulptur und installativen Settings und immer mit Motiven aus der Musikgeschichte. Die Zitate von Schubert oder Wagner sind indes nicht bloß intellektuelle Referenz. Vielmehr können sie gerne mehrere hundert Kilo wiegen. Überdies stehen sie sperrig hervor, schmiegen sich nur widerspenstig in Nussbaumers Werke. Der gebürtige Linzer striegelt die musikalische Tradition niemals glatt: Er bürstet sie gegen den Strich.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Euer Beethoven (Nur die Kunst hielt mich zurück) oder Welcher Gott! (Hundesohn)

Beethoven 2020. Hörstück von Helmut Oehring. Mit: Gregor Wiest, Daniel Roy, Christoph Staude und der Band BUG ROZER. Kompositorische Mitarbeit, Sound- und Klangregie: Torsten Ottersberg / GOGH surround musicproduction. Komposition und Regie: Helmut Oehring. (Produktion: SWR 2020)

Helmut Oehring, Komponist und Vertreter des modernen Musiktheaters, zitiert in seinem doku-poetisches Hörspiel auf der Textebene aus Ludwig van Beethovens „Konversationsheften“, seinen Briefen und dem „Heiligenstädter Testament“. Diese Zeugnisse konfrontiert er mit verschiedenen O-Ton-Interviews zum Thema „Hören“ und mit einem autonomen Musik-Kosmos aus eigenen, mit Beethovens Werk splitterhaft vernetzten Kompositionen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Komponistinnen

Lisa Streich: „Pietà“ (hand werk); Annesley Black: „Humans in Motion“ (Ensemble Ascolta: Lucas Vis); Chaya Czernowin: „The Quiet“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Brad Lubman)

23:03 – 24:00 | Ö1
Akusmatische Welten: Einblick in die Musik der GRM

Die GRM, die Groupe de Recherches Musicales, wurden 1958 von musique concréte Begründer Pierre Schaeffer in Paris initiiert und ermöglichte einer handverlesenen Gruppe von Komponisten das Experimentieren mit elektroakustischen Klängen und Tonbandaufnahmen. Der französische Komponist François Bayle, Mitglied der GRM, entwickelte in den 1970ern das Acousmonium, ein Lautsprecherorchester mit bis zu 80 Lautsprechern. Jeder einzelne davon lässt sich separat ansteuern und so wird es möglich den Klang durch den Raum zu bewegen. In eigens dafür komponierten Werken wurde und wird der Klang genau modelliert und das Ergebnis war und ist bei Konzerten eindrucksvoll und raumfüllend zu erleben. Historische Werke von Komponisten wie Bernard Parmegiani, Luc Ferarri, Francois Bayle, Beatriz Ferreyra u.a. wurden auf Tonträgern auch in stereo veröffentlicht. Editions Mego Recollection GRM hat einige davon wieder auf LP herausgebracht. Eine Auswahl wird in dieser Sendung zu hören sein werden, die als Auftakt für eine Reihe von Sendungen dient, die dem Acousmonium gewidmet sind. Im Rahmen des Elevate Festivals in Graz wird diese Woche das legendäre Pariser Acousmonium im Mumuth aufgebaut und von Musiker/innen wie Jan Jelinek, Lucy Railton und KTL bespielt. Ausschnitte aus diesen Stücken hören sie am 19. März und am 2. April im Zeit-Ton. Gestaltung: Astrid Schwarz


06.03.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: You Will Go Away One Day But I Will Not

Von Maria Thereza Alves und Lucrecia Dalt. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin / Junge Akademie / CTM Festival 2020. Länge: ca. 50’. (Ursendung)

Bitte Kopfhörer bereithalten!

Die Pflanzenwelt spricht Latein. Zumindest benennen westliche Wissenschaftler Lebewesen seit Jahrhunderten mit lateinischen Namen. Nun forschen zwei Künstlerinnen nach indigenen Bezeichnungen für Pflanzen aus dem Botanischen Garten in Berlin.

Auf den ersten Blick sieht sie aus wie eine zarte Seerose. Mit ihren filigranen Blüten bevölkert sie Sümpfe und Wasserflächen in Südamerika. Die westliche Wissenschaft nennt sie: Nymphoides humboldtiana, Humboldts Seekanne.

Mindestens ebenso gut steht ihr aber der Name Yvoty mboporã pónhuregua: „Fünfblättrige Blume des Geistes der Felder und Wälder: Du wirst eines Tages fortgehen, aber ich nicht.“ Diese Bezeichnung stammt von dem Guarani-Lehrer Maximino Rodrigues. Seine Vorfahren lebten in Südamerika, lange bevor Humboldt dort auftauchte.

Die Künstlerin Maria Thereza Alves und die Komponistin Lucrecia Dalt suchen nach indigenen Namen für die Pflanzen im Botanischen Garten Berlin. Mit ihrem Hörstück öffnen sie einen Raum für die vielschichtigen Stimmen des Urwalds – organisch und anorganisch, menschlich und nicht-menschlich, spekulativ und real. Dabei zeigen sie auch, wie diese Stimmen durch europäische Kolonisatoren zum Schweigen gebracht wurden.

Maria Thereza Alves, geboren 1961 in São Paulo, lebt als Künstlerin in Berlin. In ihrem Werk erforscht sie soziologische und kulturelle Phänomene. Zentrale Themen sind die Auswirkungen der spanischen Eroberung Mittel- und Südamerikas sowie die des portugiesischen Kolonialismus auf die indigenen Völker Brasiliens. Alves stellt Bezüge zwischen Ökologie, Heimatgeschichte, Stadtentwicklung und Naturausbeutung her. Seit 1980 arbeitet sie mit Guarani aus dem Jaguapiru Reservat in Dourados / Mato Grosso do Sul in Brasilien.

Lucrecia Dalt, geboren 1980 in Pereira, Kolumbien, studierte Bauingenieurwesen. Heute lebt und arbeitet sie als Musikerin, Klangkünstlerin und Radiomacherin in Berlin. Sie veröffentlicht Alben und spielt Konzerte zwischen Avantgarde und zeitgenössischer elektronischer Musik. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „Catábasis“ (gemeinsam mit Regina de Miguel, 2019).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Ulrich Schultheiß: Streichersymphonie Nr. 1 – „Down East“ (Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Holmer Becker: Streichtrio (Sojka Quartett); Viera Janárceková: Klavierkonzert (Ivan Buffa, Klavier; Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott); Stefan Hippe: „… ein leiser Ton gezogen …“ (Nürnberger Akkordeonorchester Willi Münch: Irene Kauper-Meyer); Heinrich Hartl: „Lied der Jahre“, op. 174 (Mährische Philharmonie Olomouc: Dan Kalousek); Hans Kraus-Hübner: „Hiatus I-III“ (Katja und Ines Lunkenheimer, Klavier); Uwe Strübing: „Artotop“, op. 100 (Nürnberger Symphoniker: Alexander Shelley)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 150. Geburtstag des Komponisten Oscar Straus

Kein anderer Operettenkomponist war so vielseitig wie Oscar Straus, und doch steht er heute meist im Schatten seiner Kollegen. Franz Lehár und Emmerich Kálmán haben ihn längst aus den Spielplänen verdrängt, dabei war er zu Lebzeiten mindestens ebenso erfolgreich. Schließlich war er von Beginn seiner Karriere an ein Glückskind. Sein einziges Pech war sein Name. Ausgerechnet Straus! Und das auch noch in Wien. Immerhin mit einem „s“, nicht wie Johann oder Richard mit zwei. Trotzdem schafft es Oscar Straus sich einen Namen zu machen – zum ersten Mal an Ernst von Wohlzogens legendärem Überbrettl, für das er zahlreiche, klassisch gewordene Brettlschlager schuf wie „Die Musik kommt“ oder „Der lachende Ehemann“. Dem Kabarett blieb er auch verbunden, als er sich der Operette zuwandte. Ganz im Stil seines Vorbilds Jacques Offenbach schrieb er satirische Operetten wie „Die Lustigen Nibelungen“ oder den „Tapferen Soldaten“ nach George Bernard Shaw, in England und den USA als Chocolate Soldier bis heute eine der populärsten Operetten überhaupt. Nicht umsonst galt er als Intellektuelle der Wiener Operette. Arthur Schnitzler hatte für ihn ein Libretto geschrieben, Felix Salten und Sacha Guitry. Seine zweite Frau Clara war eine Schülerin Alban Bergs und auch bei dessen berüchtigtem „Watschenkonzert“ 1913 spielte Straus eine Rolle. Auch sonst war er ein Weltbürger der Musik, ob in Paris und Berlin, wo er lange Zeit lebte, oder im amerikanischen Exil, in das ihn die Nazis vertrieben hatten. Hier arbeitete er noch im Alter mit Ernst Lubitsch zusammen, der auch seinen „Walzertraum“ verfilmt hatte, diese durch und durch Wiener Operette, in der Oscar Straus seiner Geburtsstadt ein Denkmal gesetzt und die seinen Weltruhm begründet hatte. Eine Sendung von Stefan Frey

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Zeit ist ein spitzer Kreis“ von Herta Müller – Zeit ist ein spitzer Kreis

Von Herta Müller. Mit Herta Müller und Michael Lentz. Realisation: Michael Lentz. BR 2014. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

„Es ist für mich mittlerweile selbstverständlich mit gefundenen Wörtern zu schreiben. Weil sie aus ganz verschiedenen Zeitschriften kommen, macht ihre Unterschiedlichkeit die Texte sinnlich. Es ist der intensivste Kontakt mit Sprache, weil man jedes Wort einzeln anfassen muss. Und ich muss das Bild der Sätze im Kopf gesehen haben, um sie auf ihre Plausibilität zu prüfen.“ (Herta Müller) 39 Text-Bild-Collagen von Herta Müller bilden das Ausgangsmaterial des Hörstücks. Die bedrückende Atmosphäre, die Müllers Romane bestimmen, verdichtet sich in den Collagen auf surreale Weise. Das Hörstück zeichnet den Weg einer Bedrohung nach. Die Akteure der Hörcollage sind zwei Stimmen und die Stille. Die Stimmen erzählen, die Stille schweigt nicht. Auch das Nichtgesagte kann jeder hören, es haust in den Stimmen und färbt die Wörter.

Herta Müller, geb. 1953 im rumänischen Banat. Nach Publikationsverbot und Repressionen durch den Geheimdienst Securitate 1987 Ausreise nach Berlin. 2009 Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Literatur. Werke unter anderem Niederungen (1984), Reisende auf einem Bein (1989), Atemschaukel (Roman, 2009).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Mit Tönen zwischen den Tönen – Die Pioniere der mikrotonalen Musik

Von Corinna Thaon. Mit unseren Klaviertasten können wir die zwölf Halbtöne einer Oktave spielen, aber was ist mit all den Tönen dazwischen? Während sie für viele Kulturen selbstverständlich sind, spielten sie bei uns lange keine Rolle. Erst vor 100 Jahren begannen Komponisten in mehreren europäischen Ländern mit Tönen jenseits unseres Tonsystems zu experimentieren. Sie komponierten Viertel-, Sechstel-, oder auch Zwölfteltonmusik. Einige von ihnen trafen sich 1920 in Berlin, um sich auszutauschen und über passende Instrumente, wie das Vierteltonklavier, nachzudenken. Die bekanntesten Vertreter sind der Tscheche Alois Hába und der Russe Ivan Wyschnegradsky.

23:03 – 24:00 | Ö1
open music. Offene Türen für freie und komponierte Musik. 20 Jahre open music in Graz

open music, eine Konzertreihe aktueller Musik präsentiert seit nunmehr 20 Jahren zeitgenössische Musik jenseits strikter Trennung in E und U, in komponierte und improvisierte Musik oder besonderer ästhetischer Prämissen. Junge wie etablierte Musikschaffende stehen genauso am Programm wie arrivierte Klassiker der Moderne einerseits und aktuellste Klänge andererseits. Kopf hinter der Reihe ist Ute Pinter. Sie hat für diesen Zeit-Ton eine Reihe an Klangbeispielen ausgewählt und gibt einen Einblick in das erfolgreiche Phänomen open music. Gestaltung: Nina Polaschegg


07.03.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zum 150. Geburtstag des Komponisten Oscar Straus

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Mit: Björn Gottstein

Stromlinie: Marina Rosenfeld | Marina Rosenfeld: Ausschnitt aus „theforestthegardenthesea“, Live-Elektronische Improvisation; Marina Rosenfeld – Vinyl- & Acetatplatten, Schallplattenspieler, Elektronik | Marina Rosenfeld: Solo, Live-Elektronische Improvisation; Marina Rosenfeld – Vinyl- & Acetatplatten, Schallplattenspieler, Elektronik | Marina Rosenfeld: Ausschnitt aus „Drop, Hop, Drone, Scratch, Slide, & A for Anything“, Live-Elektronische Improvisation; Sheer Frost Orchestra | Tim Barnes, Toshio Kajiwara & Marina Rosenfeld: „A Draft of Shadows“, Live-Elektronische Improvisation; Tim Barnes, Schlagzeug; Toshio Kajiwara & Marina Rosenfeld – Schallplattenspieler & Elektronik | Stromlinie: Carsten Nicolai. Thomas Brinkmann | Alva Noto: OBI 2MIN, Elektronische Komposition; Carsten Nicolai – Elektronik / Cyclo … (EDIT), Elektronische Komposition; Carsten Nicolai & Ryoji Ikeda – Elektronik | Ø + noto: mur rückkehr  wohltemperiert, Elektronische Komposition; Carsten Nicolai & Mika Vainio – Elektronik | Carsten Nicolai: auto pilot: geiger 2, Elektronische Komposition; Carsten Nicolai – Elektronik -Thomas Brinkmann; KLICK, Elektronische Komposition; Thomas Brinkmann | Ester Brinkmann: totes rennen, Elektronische Komposition; Thomas Brinkmann | Stromlinie: Carl Stone | Carl Stone: Violence aus Exusiai, Computermusik / Hop ken, Computermusik / Ausschnitt aus „darul kabap“, Computermusik / Bomb aus Exusiai, Computermusik; Carl Stone – Computer

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: „slippery chicken“ – Michael Edwards und seine algorithmischen Klangwelten

Von Georg Waßmuth. Seine selbst programmierte Musiksoftware trägt Namen wie ‚slippery chicken’, ‚artimix’ oder ‚input-strip’. Damit kann der britische Komponist Michael Edwards unendlich viele Klangvariationen generieren, die seinen kreativen Prozess wie ein Turbo beschleunigen. 117 Werke werden aktuell auf seiner Homepage aufgelistet. Die vollkommene Symbiose traditioneller Instrumente und elektronischer Klänge ist eines der ästhetischen Hauptziele, die Edwards mit seiner Musik anstrebt. Um das zu erreichen, müsse man zwingend programmieren können – davon ist der streitbare Brite überzeugt. Geboren wurde Michael Edwards 1968 in der Nähe von Manchester. Über ein allgemeines Musikstudium fand er zur Komposition und entdeckte dann seine Begeisterung für die Computermusik.

Heute ist Ewards Professor für Elektronische Komposition an der Folkwang Hochschule in Essen; seine Werke werden rund um den Globus aufgeführt.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Hessen hören 39: Ulrich Kreppein: Herbst (Grenzland Hessen / Thüringen)

Der Komponist Ulrich Kreppein (*1979) ist wie so viele seiner Kolleg*innen ein Vielreisender: „Über mehrere Jahre fahre ich über die Grenze zwischen Hessen und Thüringen auf dem Weg von Marburg zu meinem Arbeitsplatz an der Musikhochschule in Weimar…

Kolonnenweg an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze bei „Point Alpha“ zwischen Rasdorf und Geisa in der Rhön mit Skulpturen des Kunstprojektes „Wege der Hoffnung“, entworfen und gefertigt von dem Bildhauer Dr. Ulrich Barnickel aus dem hessischen Schlitz.

… Hin und wieder frage ich mich, wo genau die deutsch-deutsche Grenze verlaufen ist, die im Herbst ‘89 verschwunden ist. In der Tat ist sie kaum sichtbar (nur wenn man genau schaut, findet man an einer Stelle neben den Bahngleisen noch Reste eines Wachturms), aber indirekt präsent: seltsamerweise gerade in den Infrastrukturprojekten, etwa den neuen Autobahnen oder Schienen, die die Grenze überbrücken und verschwinden lassen sollten.“ Im Herbst 2019, dreißig Jahre nach Öffnung der DDR, hat Ulrich Kreppein die hessisch-thüringische Grenzlandschaft mit den Ruinen der Bauwerke von einst und den Bewegungen von heute durchgehört.


08.03.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Power To The Women – (Die) Musik ist weiblich

Am Internationalen Frauentag geben sich „Kaisers Klänge“ ganz in Frauenhand. Warum auch nicht? Die Musik, die Tonkunst oder die Sinfonie sind schließlich alle weiblich.

In einem Frauen-Power-Kaiserklang halten sich die Männer dezent im Hintergrund: als Begleitband von Popdiven, als zweite Stimme im Duett, als Orchester hinter der großen Solistin. Und wenn der Tenor doch einmal eine Heldenarie schmettern darf, dann natürlich nur eine aus Frauenhand.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Auf schwarzen und weißen Tasten: Joseph Moog

Im Januar 2020 feiert die renommierte Konzertreihe „Auf schwarzen und weißen Tasten“ ihr 30-jähriges Jubiläum. Den Auftakt macht der deutsche Virtuose Joseph Moog, der bereits 2011 und 2016 zu Gast im Sendesaal war. Dieses Mal wird er Stücke von Schubert, Liszt, Fauré und Ravel spielen.

22:08 – 22:55 | Ö1
Der Verein Fraufeld empfiehlt: Eindrucksvolle Musik von wegweisenden Musikerinnen, präsentiert vom Verein Fraufeld

Zwei Musikerinnen der Initiative Fraufeld präsentieren Musik, die ihnen wichtig ist, die sie geprägt hat und die sie gerne der Zuhörerschaft vorstellen möchten. Der Verein Fraufeld wurde von Verena Zeiner und Sara Zlanabitnig gegründet, um die große Zahl und Vielfalt an Musikerinnen im weiten Feld der Improvisation und progressiven Komposition aufzuzeigen. Fraufeld versteht sich als Vernetzungsplattform mit einer eigenen Veranstaltungsreihe, einem Label, einer Tonträger-Serie und einem Ensemble. Vor kurzem erschien der zweite Tonträger der Compilation-Reihe „Fraufeld Vol. 2“. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:04 bis 00:00 | hr2-kultur
Night Voyage

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Drehtür zur Gegenwart

Brigitta Muntendorf: Trilogie für zwei Flügel für 2 Klaviere, Live-Elektronik und Zuspielung; GrauSchumacher Piano Duo. Die Trilogie für zwei Flügel erscheint Brigitta Muntendorf wie eine „Drehtür zur Gegenwart, in der immer neue Begegnungen, Vergangenes, Gegenwärtiges und Zukünftiges ein- und ausgeschleust werden“. Die Vergänglichkeit ist das Hauptthema dieser Komposition, „ein Phänomen, für das es in der heutigen Gesellschaft keinen Platz gibt, obwohl wir tagtäglich damit konfrontiert sind.“

Trilogie für zwei Flügel ist ein 45minütiger Zyklus für zwei Klaviere, Live-Elektronik und Zuspielung versteht sich als Annäherung an die „Paradoxie von Anwesenheit, Abwesenheit und Gegenwärtigkeit“.

In Key of Presence, dem ersten Teil, verweisen die elektronischen Klänge immer wieder auf die Klangwelt der Popmusik-Produktion. Diese verbinden sich mit den Klavieren zu einer Raumkomposition, in der die Unterschiede zwischen Live und Zuspielung kaum noch auszumachen sind. Die beiden Pianisten arbeiten sich auf virtuose Weise an ihrem Material ab – im Versuch, dem Verschwinden der Musik entgegen zu wirken.

Der zentrale zweite Teil, KreisIncrease, bezieht sich auf Stille und Umkehr: Bernd Alois Zimmermanns letztes Stück wird hier nicht zitiert oder dekonstruiert; es klingt an, schwelt sozusagen unter dem Dialog, der sich zwischen den beiden Pianisten entspinnt.

In Key of Absence, dem dritten Teil, durchkreuzen Stimmen aus Opern und Arien, Ausschnitte aus Filmen wie Lost in Translation und gesprochene Dialoge immer wieder das Spiel der beiden Pianisten, die in spiralartigen Schleifen ihren eigenen Kosmos kreieren.

 

 

 

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radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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