Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 27.01. bis 02.02.2020

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 05. Themen: Anamorphose | BIG DATA | Klänge um Nichts | Musik im Lager | Hier ruht in, pardon, ein Gott | Tönet, ihr Pauken! – Über ein verkanntes Instrument | „Unspielbare“ Werke und ihre Geheimnisse | Jackie und ihr Cello | Neue Musik für Piccolo, Taiko oder Bass-Blockflöte | Überläufer Künstlerinnen und Künstler zwischen den Disziplinen | Franco Evangelisti |  Aleph Gitarrenquartett.

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nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

63 – Machen oder Machen – Die drei wichtigsten Entscheidungen in meinem Leben. Die Sopranistin Irene Kurka erzählt hier, welches die wichtigsten und tiefgreifensten Entscheidungen in ihrem Leben waren. Speaker Video: Irene Kurka (Sopran) spricht über Gesang, Sänger, Lampenfieber und das Überwinden von Angst. [Zum Podcast]

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


27.01.2020


23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Überläufer Künstlerinnen und Künstler zwischen den Disziplinen

Von Hannes Seidl. Sie bestätigen explizit eine Position, zugleich aber haftet ihnen etwas „Abtrünniges“ an. Ob beim Militär, beim Geheimdienst oder – unter ganz anderen Vorzeichen – mit Blick auf Migranten oder auf Menschen, die ihr Geschlecht wechseln: Überläufern wird oft mit Skepsis begegnet. In Hannes Seidls Sendung geht es um Komponistinnen und Komponisten, die der Szene (Neuer) Musik den Rücken gekehrt haben und ihre Arbeit in Galerien oder im Theater zeigen. Daneben kommen auch Quereinsteiger zu Wort: „Fachfremde“, die ihre Berufung in der Musik gefunden haben. Seidl fragt nach den Grenzen zwischen den Disziplinen, nach Überwindung und Durchlässigkeit.


28.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: In der Kürze der Zeit – Ein Selbstporträt

Von Franco Evangelisti. Produktion: BR 1963. Vor 40 Jahren starb Franco Evangelisti. Der italienische Komponist und Improvisator war einer der radikalsten wie zugleich kritischsten Anhänger des Serialismus.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Günter Bialas: „Concerto lirico“ (Tzimon Barto, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Christoph Eschenbach); Wilhelm Killmayer: Aus „Hölderlin-Lieder“, 2. Zyklus (Christoph Prégardien, Tenor; Ensemble Kontraste); Karl Amadeus Hartmann: Symphonie Nr. 7 (Bamberger Symphoniker: Ingo Metzmacher); Hans Werner Henze: Konzert Nr. 2 (William Reimer, Bassbariton; Brenton Langbein, Violine; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Ladislav Kupkovic)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Neue Musik für Piccolo, Taiko oder Bass-Blockflöte

Von Helmut Peters. In der Wahl ihrer Instrumentalbesetzungen kennen Avantgardisten keine Grenzen. Dennoch sind Sonaten für Piccolo-Flöte oder Stücke für Stimme und Bass-Blockflöte in der Neuen Musik durchaus etwas Besonderes. Wir hören in der „neuen musik“ mit außergewöhnlichen Instrumenten u. a. Stücke von Gary Schocker, Jarrod Cagwin und Luis Codera Puzo.

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Dieter Mack: „Kebyar Baru II“ (Peter Fritz, Violine; Franz Ferdinand August Rieks, Klavier); „Luft“ (Studio Musikfabrik: Peter Veale)


29.01.2020


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Ludger Hofmann-Engl: Symphonische Arbeit Nr. 2 (Nationales Symphonie-Orchester des Polnischen Rundfunks: Szymon Kawalla); Ulrich Schultheiß: „Faust-Paraphrasen“ (Thomas Hitzlberger, Georg Schütz, Klavier); Heinrich Hartl: Harfenkonzert, op. 72 (Maja Taube, Harfe; Cappella della Corde Augsburg: Wolfgang Gayler); Christoph Weinhart: „Ohne Augenmaß“ (Katharina Weithaler, Sprecherin; Birgit Förster, Violoncello; Christoph Weinhart, Klavier; Dirk Semmler, Perkussion); Dieter Buwen: „Fantasie à cinq passages progressifs“ (Dorian Keilhack, Klavier); Rainer Pezolt: Divertimento (Bläserensemble der Musikhochschule Würzburg: Stefan Klingele)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Jackie und ihr Cello – Liebe auf den ersten Ton

Am 26.1.2020 wäre die Ausnahme-Cellistin Jacqueline du Pré 75 Jahre alt geworden. Von Freunden wurde sie nur „Jackie“ genannt.

Ihr Spiel galt als leidenschaftlich und natürlich, vor allem als abgrundtief melancholisch. Zusammen mit ihrem Mann, dem Pianisten Daniel Barenboim, bildete sie ein Traumpaar, das von einem Konzerthöhepunkt zum nächsten eilte. Ihre kurze Karriere und der frühe Tod machten sie endgültig zu einer Legende. Jackies schönste Aufnahmen erklingen heute noch einmal in „Kaisers Klänge“.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: „Unspielbare“ Werke und ihre Geheimnisse

Mit Margarete Zander. Immer schon hat die jeweils aktuelle Musik Werke hervorgebracht, die zur Entstehungszeit als unspielbar galten. Die zeitgenössische Musik hält für ihre Interpret*innen besonders viele derartige Herausforderungen bereit. Einige dieser Werke sind aber dennoch – oder deswegen – inzwischen zu Klassikern geworden wie die Klavieretüden von György Ligeti.

21:35 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Lettischer Rundfunkchor singt Tschaikowsky (Teil I)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: 25 Jahre Aleph Gitarrenquartett

Joan Riera Robusté: Pieza para 4 guitarras (y espacio) | Núria Giménez-Comas: Tierra, polvo, tumba | Jörg Mainka: Gefrorene Erinnerungen | Nicolaus A. Huber: Der entkommene Orpheus. (Konzert vom 29. September 2019 in der Hospitalkirche Stuttgart)

Seit 25 Jahren bereichert das Aleph Gitarrenquartett die Neue Musik mit ihrer Neugier und ihrer Virtuosität. Zahlreiche Werke sind eigens für dieses Quartett komponiert worden. Anlässlich ihres Jubiläums präsentierte Aleph Werke aus seinem Repertoire und ein neues Werk von Jörg Mainka.


30.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Franco Evangelisti: „Die Schachtel“, Pantomine mit Musik – ein multimediales Bühnenwerk

Kulturbrauerei Berlin – Aufzeichnung vom 03.11.1999. die maulwerker. ensemble mosaik. Leitung: Orm Finnendahl

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Waldram Hollfelder: Orgelkonzert (Rudolf Zartner, Orgel; Kammerorchester des Fränkischen Landesorchesters: Alfons Dressel) | Hans Ludwig Schilling: Rendezvous. Suite für einen Flötisten und einen Schlagzeuger (Karl Schicker, Flöte; Hermann Schwander, Schlagzeug) | Max Jobst: Violinkonzert, op. 19 (Conrad von der Goltz, Violine; Nürnberger Symphoniker: Heribert Müller-Veith) | Klaus Hinrich Stahmer: To lose is to have. Akkordeon, chinesische Bronceglocken und Horchrohre (Andrea Carola Kiefer, Akkordeon; Edmund Kieselbach, Horchrohre,Glocke) | Franz Grothe: Ich denke oft an Piroschka. Melodienfolge aus dem gleichnamigen Film (German Symphonic Pops Orchestra: Reto Parolari)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Tönet, ihr Pauken! – Über ein verkanntes Instrument

„Beneidenswert ist der Paukist, weil er sehr wenig tätig ist“ – so heißt ein scherzhafter, für die Spieler der Pauke wenig schmeichelhafter Musiker-Spruch. Tatsächlich hat das Instrument in vielen Werken der Orchesterliteratur lange Pausen zwischen seinen Einsätzen. Dann aber muss alles sitzen. Während sich bei den Streichern oder Bläsern manch unsauberer Ton oder ein schlampiger Einsatz noch gut vertuschen lässt, ist bei der Pauke Präzision angesagt: Ein falscher Schlag bringt die ganze Architektur eines Musikstücks ins Wanken. Ein weiteres Klischee über Paukisten besagt, dass ihr Spiel kein hohes Können voraussetzt: ein Schlag an der richtigen Stelle, oder – schon etwas schwieriger – ein Wirbel. Und das war es auch schon mit der Kunst des Pauke-Spiels, oder? In früheren Zeiten genossen Paukisten hohes Ansehen und hielten ihre anspruchsvolle Kunst streng geheim. BR-KLASSIK begibt sich auf die Spuren des oft verkannten Instruments und räumt mit so manchem Vorurteil über die Pauke auf. Eine Sendung von Michaela Fridrich

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Elektroakustische Musik

Norbert Walter Peters: nota.thión, konzertantes Hörstück für Stimme, Flöte, Viola und Zuspiel u.a.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Hier ruht in, pardon, ein Gott: Über das Ende und Nachleben von Berio, Boulez & Co. (Teil 2 von 3)

Der Tod: Wie der eine noch kurz vorm Koma übers Honorar verhandelt, der andere nach dem Pedal einer imaginären Harfe sucht und ein Dritter spricht „Jetzt fängt eine neue Zeit an“.

Das Grab von Karlheinz Stockhausen. Das Grab: unterm Hauptwerk, in der Luft, neben Udo Jürgens. Die Kompositionen: welche sich halten und welche nicht. Posthume Spuren: von der Brezel bis zum Kleinplaneten. All das in einer dreiteiligen Sendung über Luciano Berio, Pierre Boulez, Hans Werner Henze, Mauricio Kagel, György Ligeti, Karlheinz Stockhausen; zum Totengedenken in den trüben Monaten Januar und Februar (doch nicht ohne Heiterkeit).

Eine dreiteilige Sendung von Werner Klüppelholz. Eine Gemeinschaftsproduktion von SWR 2 und hr2-kultur. Redaktion: Stefan Fricke und Bernd Künzig

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Der Krieg geht zu Ende (1/5) – Zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs

Chronik für Stimmen – 26. Januar bis 2. Februar 1945. Von Walter Kempowski und Walter Adler. Mit: Ingrid Andrée, Karin Anselm, Ben Becker, Christa Berndl, Rolf Boysen, Traugott Buhre Judith Engel, Rosemarie Fendl, Peter Fitz, Bruno Ganz, Hermann Lause, Jutta Lampe, Günter Lamprecht, Michel Rehberg, Otto Sander, Ulrich Wildgruber u. v. a. Regie: Walter Adler. (Produktion: hr/SWF/NDR/BR 1995)

Walter Kempowskis Collage aus Tagebüchern, Briefen, Alltagszeugnissen und Erinnerungen spiegelt das Ende des Zweiten Weltkriegs in einer Geschichte von unten. Wie empfanden die Menschen das Geschehen in der Woche vor 75 Jahren, als am 27. Januar die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz befreit, am 30. Januar die »Wilhelm Gustloff« versenkt wurde und am selben Tag Hitler zum »Endsieg« aufrief, indem er auf den Einsatz der V2 verwies? Bis Mai 2020 sendet SWR2 jeden Monat bewusst nur eine Stunde, die jeweils die Kalenderwoche vor 75 Jahren zum Thema hat, aus dem legendären 12-stündigen SWR-Hörspiel von 1995. (Teil 2/5, Donnerstag, 13. Februar, 22.03 Uhr)


31.01.2020


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Art’s Birthday: Tomoko Sauvage

Konzertmitschnitt vom 17. Januar 2020 aus dem Kunstraum SAVVY Contemporary, Berlin. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / SAVVY Contemporary / EURORADIO Ars Acustica Group 2020. Länge: ca. 54’30

Die Kunst hat Geburtstag! Weltweit feiern Radiosender diesen Tag mit Konzerten und Performances. Deutschlandfunk Kultur beteiligt sich mit einem Konzert der Klangkünstlerin Tomoko Sauvage: Experimentelle Musik mit Klangschalen.

Vor 1.000.057 Jahren wurde die Kunst geboren. Das verdankt sie nicht zuletzt dem Fluxuskünstler Robert Filliou. Er erfand im Jahr 1963 den „Art’s Birthday“. Seither feiern am 17. Januar Menschen und Institutionen weltweit diesen großen Tag.

Die EURORADIO Ars Acustica Gruppe vernetzt aus diesem Anlass Konzerte und Performances in über 20 Städten weltweit. Deutschlandfunk Kultur beteiligt sich mit einem Auftritt der Klangkünstlerin Tomoko Sauvage. Ihr Instrument ist ein akustischer Synthesizer aus Klangschalen. Mithilfe von Keramik, Wasser und Unterwassermikrofonen erschafft sie unerhörte Klangwelten.

Geboren und aufgewachsen in Yokohama, studierte Tomoko Sauvage zunächst Jazzklavier in New York, ehe sie 2003 nach Paris zog. Die Kompositionen von Alice Coltrane und Terry Riley weckten ihr Interesse an indischer Musik. Dabei entdeckte sie das Jalatharangam, ein traditionelles Instrument aus wassergefüllten Porzellanschalen. Fasziniert von der Einfachheit und Schönheit seiner Klänge, begann sie, das Instrument weiterzuentwickeln.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Reinhold Friedl: „Grand Orchestra“ (Zeitkratzer: Reinhold Friedl); Werner Egk: Violinkonzert (Isabelle Faust, Violine; Münchner Philharmoniker: Marek Janowski); Christian Heimerl: Sieben Lieder (Peter Lika, Bass; Hans Leopold Schwerdhöfer, Klavier); Gregor A. Mayrhofer: „Masse“ (Chor des Bayerischen Rundfunks: Howard Arman); Adolf Pfanner: „Der Schlaf ist dreierlei“ (Hertha Töpper, Mezzosopran; Georg Schmid, Viola; Hans Altmann, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Folter, Spott und Lebensmut – Musik im Lager

Von Ulrike Zöller. „Es war ein Sieg der geistigen Freiheit, ein Sieg, der nicht zuletzt durch die Kraft der Musik beflügelt wurde“, kommentierten die Sänger die erste Aufführung des Liedes „Moorsoldaten“ und seine verblüffende Wirkung auf die Lagerkommandanten des KZ Börgermoor. „Ohne die Musik wären wir nicht mehr am Leben“, resümierten Coco Schumann und Esther Bejarano, die im Konzentrationslager Ausschwitz die Musik in Combo und Orchester als Rettungsinsel erlebten. Ob in Kriegsgefangenenlagern, Ghettos oder den Konzentrationslagern: Die Musik spielte für Opfer und Täter eine große Rolle, diente als demütigende Folterung, oder in Form von heimlich gesungenen Spottliedern als Ventil, diente als Trost in einer ausweglosen Situation. Bis zum Schluss begleitete die Musik die Gefangenen der Konzentrationslager. So beschreibt die Auschwitz-Überlebende Vera Kriegel den Moment der Befreiung: „Wir waren so glücklich, aber zu schwach, um vor Freude zu tanzen. Deshalb begannen wir leise zu singen.“

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: „Verfahren“ von Kathrin Röggla

Regie: Hannah Georgi. WDR/BR 2020. Ursendung. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Es war das spektakulärste Strafverfahren der Nachwendezeit: über 5 Jahre dauerte der Prozess um die NSU-Morde. Aber angesichts der Erwartungen, was dieser Prozess alles aufklären sollte, ist er keineswegs zu Ende. Kathrin Röggla destilliert aus dem NSU-Prozess in „Verfahren“ eine gespenstische Groteske. Die Gerichtsverhandlung ist vorbei und geht doch geisterhaft immer weiter. Wir hören ein Echo: Sind es die Stimmen von Richter, Staatsanwaltschaft, Verteidigung oder Zeugen, die in den Mikrofonen des Verhandlungssaals gefangen sind und verzweifelt versuchen, dieser Echokammer zu entkommen? Oder hören wir dem Gerichtspublikum auf der Empore zu, den Bescheidwissern und Engagierten aus der ersten Reihe, die von den Dämonen des Prozesses besetzt sind? Immer wieder eröffnet das Hohe Gericht einen neuen Verhandlungstag, wird ein weiterer Zeuge aufgerufen, beharken sich die alten und die neuen Verteidiger, wird über den Gegenstand dieses Prozesses gestritten. Es ist eine Instanz unter Wiederholungszwang, die ein Verfahren führt, das längst woanders stattfindet.

Kathrin Röggla, geb. 1971, österreichische Autorin. Theaterstücke unter anderen die beteiligten (2009), worst case (2010, Nestroy-Theaterpreis Bestes Stück – Autorenpreis), Hörspiele unter anderen really ground zero – anweisungen zum 11. september (BR 2002, Radio-Preis der RIAS Berlin Kommission 2003), die alarmbereiten (BR 2009, Hörspiel des Monats August 2009), publikumsberatung (BR 2011, Hörspiel des Monats Januar 2011); Normalverdiener (2016).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Klänge um Nichts – Die Losreißung des Komponisten Morton Feldman

Von Peter Knopp. Liest man die Essays und Interviews, mit denen der amerikanische Komponist Morton Feldman sein Werk erläuternd begleitet hat, so bemerkt man, dass der Name des Philosophen Kierkegaard mehrfach fällt und zum überraschenden Bezugspunkt wird. Feldman stellte sich radikal gegen das System in der Kunst, so wie seinerzeit Kierkegaard gegen das Systemdenken Hegels.


01.02.2020


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Folter, Spott und Lebensmut

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Ex&Pop

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: BIG DATA

Neue Deutschlandfunk Produktionen mit dem Decoder Ensemble. Am Mikrofon: Egbert Hiller. Phänomene der gegenwärtigen Mediengesellschaft aufzugreifen und zu verarbeiten, liegt für zeitgenössische Komponisten nahe. Vor allem in der jüngeren Generation, die in ihrem Alltag kaum mehr anderes kennt. Remix, Copy & Paste, Recycling und Sampling sind heute gängige Verfahren und unterstreichen den hohen Reiz, schon vorhandenes Material einzubeziehen und zu verwandeln. So sehr die neuen Medien in künstlerisches Produzieren heute eingreifen – noch immer ist die individuelle Handschrift des Urhebers bzw. der Urheberin das letztlich Entscheidende. Die neuen Stücke von Brigitta Muntendorf, Ole Hübner, Stefan Prins, Matthias Kranebitter und Leopold Hurt, die das Hamburger Decoder Ensemble in 2018 im Deutschlandfunk Kammermusiksaal aufnahm und die jetzt beim Label WERGO erschienen, können das eindrucksvoll unterstreichen.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Monika Golla: N.A.D.E.L.Ö.H.R

Die Insel wie ihre Hauptstadt sind seit Jahrzehnten geteilt. Zypern und Nikosia waren für die in Frankfurt und Offenbach ausgebildete Klangkünstlerin Monika Golla (*1966) im Winter 2018 eine wichtige Station.. hr 2020 | ca. 40 Min. | Erstsendung

Täglich führte sie dort ihr Gang durch das Wirrwarr der Altstadtstraßen auf der Suche nach der einen Öffnung, dem Checkpoint zwischen Nord und Süd. Nur dieser Durchgang – und nur wenn man den richtigen Pass besitzt – erlaubt seit 1974 den Übergang zwischen der Republik Zypern und der Türkischen Republik Nordzypern. Auf der Suche nach Unterschieden zwischen Süd und Nord entdeckte Monika Golla allerdings mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede auf den beiden politischen Seiten. Gleiche Gesichter, gleiche Klänge, gleiche Bilder – gleiche Geschichte(n). Eine Einheit, stets präsent in diesem kleinen Lebensraum und praktisch zum Greifen nah und theoretisch so schwierig wie das sprichwörtliche Vorhaben, das Kamel durch ein Nadelöhr zu zwingen.


02.02.2020


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Neue Schubert-Klänge: Winterreise pauschal, 2. Abteilung

Berühmte Musikwerke rufen immer ihre Bearbeiter auf den Plan. So auch Schuberts „Winterreise“. Ob Orchestrierungen, Chorfassungen oder Kammermusik-Versionen: Aus dem ursprünglichen Liederzyklus für Männerstimme und Klavier lässt sich eine Menge machen.

Selbst Schauspieler wie Barbara Sukowa und Josef Bierbichler singen die Lieder, genauso wie Popbarde Sting oder Liedermacher Ludwig Hirsch. Vom 30er-Jahre-Swing bis zum Tango Argentino geht die Fahrt durch die zweite Abteilung der Winterreise.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Anamorphose

Salvatore Sciarrino: Anamorfosi für Klavier; Massimiliano Damerini | Luciano Berio: In ruhig fließender Bewegung, aus „Sinfonia“ für 8 Stimmen und Orchester; Electric Phoenix; Königliches Concertgebouw Orchester Amsterdam, Leitung: Riccardo Chailly | György Ligeti: Selbstportrait mit Reich und Riley (und Chopin ist auch dabei) für 2 Klaviere; Irina Kataeva und Pierre-Laurent Aimard | Marko Nikodijevic: music box / selbstportrait mit ligeti und strawinsky (und messiaen ist auch dabei) für Ensemble; Nieuw Ensemble, Leitung: Micha Hamel | Alberto Posadas: Anamorfosis für großes Ensemble; Klangforum Wien, Leitung: Nacho de Paz

Die Anamorphose ist eine Bildverzerrung des barocken Manierismus und wird auch in der Musik gern aufgegriffen, etwa in Werken von Sciarrino, Berio, Ligeti, Nikodijevic und Posadas. Was hier Wirklichkeit und was Illusion ist, lässt sich bei diesen Hommagen, Collagen und Zitaten nicht immer so leicht unterscheiden.

Bei der Anamorphose entstehen mit Hilfe eines ver- oder entzerrenden Rundspiegels – je nach Perspektive – konkrete Bilder von Landschaften oder Porträts. Diese Technik wurde auch in der Musik spätestens seit der Postmoderne aufgegriffen. Der passionierte Kunstsammler Salvatore Sciarrino komponierte in seinem frühen Klavierstück „Anamorfosi“ eine Hommage an diese alten Techniken der Renaissance, die sich auch in der komplexen Virtuosität Alberto Posadas widerspiegeln.

Luciano Berio hat dies schon 1968 in seiner „Sinfonia“ auf ironisch-virtuose Weise gestaltet: im dritten Satz lässt er sinfonisches Repertoire von Beethoven bis Boulez Revue passieren, „in ruhig fließender Bewegung“, eingebettet in Mahlers „Fischpredigt“.

Auch György Ligeti und Marko Nikodijevic verrätseln in ihren vorgeblichen Selbstporträts das Eigene und durchkreuzen es mit dem Anderen.

 

Erstellt die Radioumschau. Freak.

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