Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 27.05. bis 02.06.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 22: Kompositionswettbewerb und NULLNULLEINS | Die Jungen in der Neuen Musik | Visionäre, Tüftler, Klangbaumeister | Orchesteralternativen in der Ensembleszene neuer Musik | Esa-Pekka Salonens neues Cellokonzert | „250 piano pieces for BEETHOVEN“ | Die Klavieretüde in der Neuen Musik | „Requiem der Versöhnung“ | 700 Quadratmeter Jazz-Geschichte | Historische Studios [06]: Stockholm und Mailand | Natalia Solomonoff | Die Musik von Erwin Schulhoff | Klingende Grills und Schokoladenwalzer.

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Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

38 – Was ist Hochsensibilität? Interview mit dem Mental-Coach und Klavierlehrerin Elke Dommisch. Elke Dommisch erklärt in diesem Podcast, was Hochsensibilität ist und wie du sie erkennen kannst. Sie spricht auch über die Vorteile und Herausforderungen für Musiker mit Hochsensibilität. Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


27.05.2019


20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Acht Brücken | Musik für Köln Kompositionswettbewerb und NULLNULLEINS

Pablo Garretón Izquierdo: Tiling Collider, Uraufführung | Benjamin Grau: String to String, Quartett für Violine, Viola, Violoncello und Klavier, Uraufführung | Philipp Krebs: Gridlocked für 4 Instrumente und Klangregie mit MIDI-Turntables und 4-Kanal-Elektronik, Uraufführung | Jonah Haven: Zafe für verstärktes Schlagzeugduo, Ensemble electronic ID | Marc Vogler: ARIA MORTALE – Ein musikalischer Hochtrapezakt für Koloratursopran und Klavier, Uraufführung | Euimin Nam: Wie sie in den Wald ruft, so schallt er hinaus für Sopran und Klavier, Uraufführung | Andrew Haig: Das bin Ich für Sopran und Klavier, Deutsche Erstaufführung | Matias F. Cassano: Maurilia für Sopran, Klavier und Zuspielung, Uraufführung. Studierende der Hochschule für Musik und Tanz Köln, künstlerische Leitung: Brigitta Muntendorf. Aufnahmen aus dem Kulturbunker Mülheim und dem Kölner Funkhaus

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Jungen in der Neuen Musik

Mit Andreas Göbel. Die junge Komponistenszene präsentiert sich heute vielfältiger denn je und zunehmend unabhängig von Schulen oder Dogmen. Besteht die Neue Musik nur noch aus einer Summe von Einzelkämpfern? Was verbindet die Komponistinnen und Komponisten auf ihrer Suche nach einer individuellen Klangsprache? Eine Spurensuche mit aktuellen Werken.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Visionäre, Tüftler, Klangbaumeister: Die bescheidene Zunft der Instrumentenerfinder

Von Adele Jakumeit. Neue Musik braucht neue Instrumente. Ihre Erfinder sind Instrumentenbauer, Komponisten oder Musiker, oft Forscher und Bastler in einem. Mit Experimentierfreude und Engelsgeduld tüfteln sie mitunter jahrelang an einer Idee, bis aus dem Entwurf klingende Wirklichkeit wird. Viele dieser Erfindungen sind auch optisch kleine Kunstwerke – so die tönenden Riesen von Harry Partch oder die fantastischen Klangerzeuger von Walter Smetak. Künstlerische Vision vereint mit solidem Handwerk. Doch was treibt diese Zunft an in einer Zeit, in der sich digitale Musikinstrumente am Computer programmieren lassen? Adele Jakumeit hat einen Blick in die Werkstatt geworfen.


28.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Vernetzen statt besetzen – Orchesteralternativen in der Ensembleszene neuer Musik

Von Gisela Nauck. (Wdh. v. 14.03.2017). Ob Ensemblekollektiv oder Splitterorchester – In der Neue-Musik-Szene bilden sich immer mehr große Formationen heraus

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Roland Leistner-Mayer: Violinkonzert, op. 21 (Carolin Widmann, Violine; Bamberger Symphoniker: Jonathan Nott); Robert Delanoff: „For Animals“ (Sebastian Wittiber, Flöte; Nicolas Cock-Vassiliou, Oboe; Zoltán Kovács, Klarinette; Anette Pulheim, Fagott; Maciej Baranowski, Horn); Carl Mansker: Variationenen und Improvisationen über ein Thema von Mompou, op. 38 (Carl Mansker, Klavier); Peter Schöbach: „Traummeere“ (Camilla Ueberschaer, Alt; Andreas Ruppert, Klavier); Gloria Coates: Symphonie Nr. 14 (Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Esa-Pekka Salonens neues Cellokonzert und weitere Avantgarde-Konzerte

Von Helmut Peters. Das im März 2017 uraufgeführte Cellokonzert des finnischen Komponisten und Dirigenten Esa-Pekka Salonen ist nun in einer Weltersteinspielung auf CD erschienen. Sein Cellokonzert beginne wie in einem Bewusstsein, das sich aus Staubwolken entwickele, sagte Esa-Pekka Salonen über dieses großartig instrumentierte Werk. Der 2. Satz enthalte langsame Bögen die sich in einer Schleife bewegten, während der 3. Satz oft tänzerisch und wild gestikulierend sei. Wir stellen das Cellokonzert neben anderen neuen Instrumentalkonzerten vor.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: „250 piano pieces for BEETHOVEN“ – Kristin Amme im Gespräch mit der Pianistin Susanne Kessel

Die Musikwelt steht Kopf: Beethovens Geburtstag jährt sich zwar erst im nächsten Jahr zum 250. Mal, doch gefeiert wird bereits in diesem Jahr landauf, landab. Noch früher dran war die Bonner Pianistin Susanne Kessel. „250 piano pieces for BEETHOVEN“ nennt sie ihr ambitioniertes Projekt, für das sie seit nunmehr fünf Jahren Kompositionsaufträge an Komponistinnen und Komponisten aus aller Welt und unterschiedlicher Genres erteilt. Alle Werke sollen 2020 im Rahmen eines Konzertmarathons erklingen. Schon jetzt finden regelmäßig Uraufführungen in Bonn statt, außerdem veröffentlicht die Pianistin alle Stücke in gedruckter Form sowie auf CD. Kristin Amme spricht zum zweiten Mal mit der Pianistin Susanne Kessel über das Mammutprojekt und fragt nach dem Stand der Dinge: Welche Komponistinnen und Komponisten sind neu im Boot und warum? Wie hat sich ihr Verhältnis zum meistgespielten Komponisten der Welt im Laufe der Jahre verändert? Wie sieht sie den Feierwahnsinn?


29.05.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Markus Maria Reissenberger: „MEM 29“ (Anna Gütter, Sopran; Stefanie Ernst, Alt; Milen Bozhkov, Tenor; Michael Lion, Bass; Coburger Bachchor; Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg: Peter Stenglein); András Hamary: „Clair-obscur“ (clair-obscur Saxophonquartett); Tobias PM Schneid: „symphony of changes“ (Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen); Heinz Winbeck: Streichquartett Nr. 2 – „Tempi notturni“ (Mannheimer Streichquartett); Bertold Hummel: „Aphorismen über B-A-C-H“, op. 105 (M.-J. Pina-Arasa, Schlagzeug; Kammerorchester Schloß Werneck: Ulf Klausenitzer)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: So klug als wie zuvor – 200 Jahre „Faust“

Vor genau 200 Jahren betrat er zum ersten Mal die Bretter, die die Welt bedeuten. Seitdem ist er unermüdlich auf der Suche nach der Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält: der wissbegierige Doktor Faust aus Goethes Feder.

Zur Seite steht ihm seither nicht nur Teufel Mephisto, sondern auch eine ganze Schar von Komponisten. Mit Opern, Sinfonien, Sonaten und sinfonischen Dichtungen haben sie den Faust-Mythos immer wieder in Musik gesetzt. Kaisers Klänge machen sich auf die Suche nach dem, was den „Faust“ musikalisch zusammenhält.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Klavieretüde in der Neuen Musik

Mit Andreas Göbel. Nicht nur Frédéric Chopin oder Franz Liszt haben in ihren Etüden neue und vor allem höhere Anforderungen in die Klaviertechnik ihrer Zeit aufgenommen. Auch in der Musik der Gegenwart gibt es prägnante Beispiele für Klavierwerke an der Grenze der Spielbarkeit.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Alan Hilario – „Fünf Räume – sieben MusikerInnen“

(Konzert vom 24. November 2018 auf der Wilhelmsburg, Ulm). In Alan Hilarios „Fünf Räume – sieben MusikerInnen“ geht es um das Herein- und Außenvorlassen, um Akzeptanz und Ablehnung. Das 47-minütige Werk für kleines Ensemble und Zuspielband hat mithin einen dezidiert politischen Hintergrund. Der philippinische Komponist hat zudem Kollegen und Freunde um „Klangspenden“ gebeten. 55 Soundfiles von Kinderstimmen bis zum Zischen einer Kaffeemaschine wurden Teil einer Klangcollage, die Hilario wiederum mit Musik für Flöten, Saxofon, Cello, Percussion und elektronische Orgel kombiniert.


30.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik

Edgard Varèse: „Ionisation“ für 13 Schlagzeuger (1930/31). Mitglieder des New York Philharmonic | Iannis Xenakis: „Pléiades“ für sechs Schlagzeuger (1979). Les Percussions de Strasbourg

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

August Peter Waldenmaier: „Bayerische Rhapsodie“ (Münchner Rundfunkorchester: Jirí Hudec); Heinz Störrle: Konzert (Hans Wolf, Giuseppe Solera, Otto Staniloi, Norbert Nagel, Saxophon; Münchner Rundfunkorchester: Iain Sutherland); Charles Kálmán: Klavierkonzert – „Pan Americana“ (Julius Bassler, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Werner Schmidt-Boelcke); Hans-Herbert Winkel: Concertino (Nataliya Smolina, Viola; Artvento Quintet & friends); Meinrad Schmitt: „Canzonaccia“ (Bamberger Symphoniker: Martin Turnovský); Willy Richartz: Romanze (Hans-Georg Arlt, Violine; Münchner Rundfunkorchester: Werner Eisbrenner)

20:04 bis 22:00 | hr2-kultur
„Requiem der Versöhnung“ – Am Mikrofon: Stefan Fricke

Es gibt nicht viele Kompositionen in der Musikgeschichte, an denen mehrere Urheber beteiligt sind. Eine der wenigen Ausnahmen ist das 1995 in der Stuttgarter Liederhalle uraufgeführte „Requiem der Versöhnung“ – damals initiiert von dem Dirigenten Helmuth Rilling anlässlich des Endes des Zweiten Weltkrieges vor fünfzig Jahren und zum Gedenken an die Opfer.

Ein Gemeinschaftswerk von 15 Komponisten aus 13 Ländern für Soli, Chor und Orchester. Tobias Janzik, Knabensopran; Donna Brown, Sopran; Julie Moffat, Sopran; Ingeborg Danz, Alt; Thomas Randle, Tenor; Andreas Schmidt, Bass; Gächinger Kantorei; Krakauer Kammerchor; The Israel Philharmonic Orchestra; Leitung: Helmuth Rilling. (Aufnahme der Uraufführung vom 16. August 1995 im Beethovensaal der Liederhalle Stuttgart)

Die katholische Totenmesse bildet das Gerüstmodell für das von der Internationalen Bachakademie Stuttgart zum Europäischen Musikfest Stuttgart 1995 bei 13 Komponisten und einer Komponistin in Auftrag gegebene „Requiem der Versöhnung“. Möglichst viele am Zweiten Weltkrieg beteiligte Länder sollten bei dieser Musik des Gedenkens und des Friedens vertreten sein. Als der damals schon in Hamburg lebende russisch-deutsche Alfred Schnittke (1934-1998), der die UdSSR repräsentierte, während des Komponierens einen Schlaganfall erlitt und nicht mehr weiterarbeiten konnte, orchestrierte sein Kollege Gennadi Rozhdestvensky die Skizzen. Deutschland war – wegen der jahrzehntelangen Teilung in BRD und DDR – mit zwei Komponisten bei diesem Projekt vertreten: Paul-Heinz Dittrich (*1930, Deutschland-Ost) und Wolfgang Rihm (*1952, Deutschland-West). Auch aus den USA verpflichtete man mit John Harbison (*1938) und Bernard Rands (*1934) zwei Tonkünstler. Weitere beteiligte Komponisten waren neben der britischen Komponistin Judith Weir (*1954): Luciano Berio (1925-2003, Italien), Friedrich Cerha (*1926, Österreich), Marc-André Dalbavie (*1961, Frankreich), , Marek Kopelent (*1932, Tschechien), György Kurtág (*1926, Ungarn), Arne Nordheim (1931-2010, Norwegen), Krzysztof Penderecki (*1933, Polen) und Joji Yuasa (*1929, Japan).

Trotz oder dank der Vorgabe von Projektleiter Helmuth Rilling, dass sich jeder Beauftragte für das hier 14-teilige „Requiem der Versöhnung“ am gregorianischen Choral sowie an Texten und Formen des tradierten Requiems orientieren möge, ist ein schillerndes, polyphones Mosaik verschiedener Stile entstanden, quasi ein Spiegel der neuen Musik des späten 20. Jahrhunderts.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: 6. Matinée Saarbrücken im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mouvements“

Faszinierende Klangwelten. Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern; Jonathan Stockhammer, Dirigent; Thierry Pécou, Klavier; Britta Jacobs, Flöte; Marta Marinelli, Harfe; Martin Frink und Michael Gärtner, Schlagzeug. Miloslav Kabelác: Ouvertüre Nr. 2 für großes Orchester op. 17 | Thierry Pécou: „L’oiseau innumérable“ für Klavier und Orchester (2006) | Mauricio Kagel: „Das Konzert“ für Flöte, Harfe, Schlagzeug und Orchester | Witold Lutoslawski: Sinfonie Nr. 4. Aufnahme vom 12. Mai 2019 aus der Congresshalle Saarbrücken

22:00 bis 23:00 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Das Horn, Teil 2 von 2 – von Rainer Nonnenmann

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: 700 Quadratmeter Jazz-Geschichte – Zu Besuch im Internationalen Archiv für Jazz und populäre Musik in Eisenach

Von Michael Groth. Was haben Marlene Dietrich, John Lee Hooker, Oscar Peterson und Howard Carpendale gemeinsam? Ihre Auftritte wurden von den Frankfurter Konzertveranstaltern Lippmann und Rau organisiert. Ohne die beiden hätte die Geschichte der Unterhaltungsmusik im Allgemeinen, und des Rock, Jazz und Blues im Besonderen, in der Bundesrepublik anders ausgesehen.

Heute liegt der Nachlass von Lippmann, Rau und anderen Musiksammlern in einer alten Mälzerei im thüringischen Eisenach.


31.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: A Series of Gaps Rather than a Presence – Von Pedro Oliveira

Produktion: Deutschlandfunk Kultur/CTM Festival 2018. Länge: ca. 45’00. (Ursendung). Der Klangkünstler und Kulturwissenschaftler Pedro Oliveira beschäftigt sich mit Artikulation von Gewalt in Klang- und Hörpraktiken.

Der Klangkünstler und Kulturwissenschaftler Pedro Oliveira beschäftigt sich mit Artikulationen von Gewalt in Klang- und Hörpraktiken. Seine künstlerische Forschung widmet sich der Untersuchung der disziplinarischen Nutzung von Klangphänomenen in staatlichen Sicherheitssystemen, aber auch der Vielfalt gewalttätiger und oftmals widerständiger Klang- und Musikformen der Straße. In seinem Stück befasst er sich mit Techniken der algorithmischen Akzenterkennung durch Klangbiometrien im deutschen Migrations- und Grenzsystem. Inwiefern setzen sich in den Sicherheitsarchitekturen und ihren taxonomischen Praktiken koloniale Gewaltverhältnisse fort? Und welche Möglichkeiten gibt es, sich diesen zu widersetzen?

Pedro Oliviera ist Künstler und Dozent für Medien- und Kulturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Er ist Mitgründer der Plattform Decolonising Design.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zwischen Kunstereignis und Eventkultur – Festspiele im Wandel der Zeit

Von Michaela Fridrich. Eine provisorische Bretterbühne am Rhein und eine große kunstinteressierte Gemeinschaft, die in einem festgesetzten Zeitraum bei freiem Eintritt mustergültige Aufführungen mit erstklassigen Künstlern erlebt – so stellte sich Richard Wagner seine Festspiele einst vor. Auch wenn Wagners Konzept im Lauf der Jahrzehnte viele Wandlungen durchlief, schwang dabei immer das Ideal der großen antiken Feste mit. Bis heute haben die Dionysien und Olympiaden der griechischen Antike Vorbildcharakter für eine mittlerweile unüberschaubar gewordene Anzahl internationaler Festivals. Aber was ist von den hehren Ideen der griechischen Festkultur noch übrig geblieben? Hochkarätige künstlerische Darbietungen abseits des Repertoirebetriebs vielleicht. Teilhabe für Alle – eher nicht. Worum geht es also bei den Musikfestspielen unserer Zeit? Welche künstlerische und gesellschaftliche Bedeutung haben sie? Zu solchen und ähnlichen Fragen äußern sich im Musik-Feature von Michaela Fridrich Denker und Macher von heute und einst.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Walt Whitman: Children of Adam/Kinder Adams

Hörstück von Kai Grehn nach dem gleichnamigen Gedichtszyklus von Walt Whitman. Aus dem Amerikanischen von Kai Grehn. Mit Iggy Pop, Alexander Fehling, Jule Böwe, Josef Ostendorf, Paula Beer, Lars Rudolph, Martin Wuttke, Robert Gwisdeck, Marianne Sägebrecht und anderen. Komposition: alva noto & Tarwater; Regie: Kai Grehn. RB/SWR/DLRKultur 2014

Zum 200. Geburtstag von Walt Whitman

Das Hörspielprojekt „Children of Adam/Kinder Adams“ bringt die Musikalität und den erotischen Grundklang der Gedichte von einem der einflussreichsten amerikanischen Lyriker des 19. Jahrhunderts neu zum Tönen. Die Stimmen zahlreicher deutscher Schauspieler werden mit Geräuschen, Sounds und den Kompositionen des Musikers alva noto und der Berliner Band Tarwater verwoben zu einem eigenen Klangkosmos: Walt Whitman goes Pop. Würden die Gedichte Whitmans ausschließlich in deutscher Sprache erklingen, so fehlte in diesem Hörstück jedoch die Stimme Whitmans, der Klang, der Rhythmus, die Magie seiner Poesie in der Sprache, in der er gedacht, gedichtet und geschrieben hat. Seine Verse erklingen deshalb auch im Original, der amerikanische Musiker Iggy Pop leiht Whitman seine Stimme.

Walt Whitman (1819-92), Begründer der modernen amerikanischen Lyrik. 1862 als freiwilliger Sanitätshelfer im Sezessionskrieg. Lebenswerk „Leaves of Grass“ (1855-92, deutsch Grashalme) mit über 400 Gedichten und dem „Zyklus Children of Adam“.

Kai Grehn, geboren 1969, wuchs in Ostberlin auf, Hörspielregisseur und Autor. 2012 Deutscher Hörbuchpreis für die Hörspielbearbeitung von „Die künstlichen Paradiese nach Charles Baudelaire“. Hörspiele unter anderem „Messages for 2099“ (HR/DLF 2007).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Stephen Waarts, Violine, Gabriele Carcano, Klavier

Robert Schumann: Violinsonate Nr. 1 a-Moll op. 105 | Béla Bartók: Ungarische Tänze. Der Geiger Stephen Waarts, niederländisch-amerikanischer Herkunft, gehört zu den interessanten Künstlern der jungen Geigergeneration. Ausgebildet am San Francisco Conservatory und am Curtis Institute, studiert er momentan an der Kronberg Academy. Stephen Waarts stellt sich auf seinem Debüt-Album mit dem Pianisten Gabriele Carcano und Werken von Robert Schumann sowie Béla Bartók vor.


01.06.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Zwischen Kunstereignis und Eventkultur – Festspiele im Wandel der Zeit

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Historische Studios [06]: Stockholm und Mailand

Studioporträt EMS Stockholm – Mit Björn Gottstein

Bengt Emil Johnson: 1/1970; (bland) I, Elektronische Komposition | Ake Hodell: Mr. Smith in Rhodesia, Elektronische Komposition | Ákos Rózmann: Impulsioni I, Elektronische Komposition | Ragnar Grippe: Musique Douze, Elektronische Komposition | Lars Gunnar Bodin: Dizkus für Bläserquintett und Tonband; Woodwind Quintet Aulos | Patrick Kosk: Der Raum Traum, Elektronische Komposition | Christian Bock: Bosse i bitar, Elektronische Komposition

Studioporträt Studio di Fonologia Musicale Mailand – Mit Martina Seeber

Luciano Berio: Mutazioni, Elektronische Komposition | Aldo Clementi: Collage 2, Elektronische Komposition | Luciano Berio: Différences für Flöte, Klarinette, Harfe, Viola, Violoncello und Tonband; Ensemble Modern | Franco Donatoni: Quartetto III, Elektronische Komposition | Bruno Maderna: Le Rire, Elektronische Komposition | Henri Pousseur: Scambi, Elektronische Komposition | Luigi Nono: Per Bastiana – Tai-Yang-Cheng für Tonband und 3 Orchestergruppen; Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Leitung: Michael Gielen

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Die Stille der abwesenden Vögel – Die argentinische Komponistin Natalia Solomonoff

Von Thomas Beimel. Natalia Solomonoff, geboren 1968, gehört zur südamerikanischen Avantgarde. Ihre Kompositionen setzen auf die unmittelbar sinnliche Wirkung raffinierter Klangkombinationen. Zum anderen begreift sie ihre kompositorische Arbeit ausdrücklich als Zeitzeugenschaft. Solomonoff ist eine kluge Beobachterin der labilen argentinischen Demokratie, deren Gegenwart und Historie sie mit ihrer Musik kommentiert. Trotz der gesellschaftskritischen Haltung vergisst die Komponistin weder die Spielfreude, noch versagt sie es sich, in ihrer Musik zarte Anklänge an den Tango einzuflechten, der in Rosario einen seiner Ursprünge hat.

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Gesänge von Durst, Oliven und Freiheit – Der Dichter Miguel Hernández im Flamenco

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts prangerte Miguel Hernández in seiner surrealen Lyrik soziale Missstände und Ungerechtigkeit an. Während des Spanischen Bürgerkriegs kämpfte er nicht nur mit Worten, sondern auch mit seinen Händen gegen den aufkommenden Faschismus und für die Freiheit. Er wurde zu einer Stimme des spanischen Volkes, und sein Engagement brachte ihn schließlich ins Gefängnis, wo er mit nur 31 Jahren starb. Die Lyrik von Miguel Hernández ist hoch emotional, tief empfunden, schmerzvoll und exzessiv, so wie auch der Cante Jondo, der ganz ursprüngliche Flamencogesang aus Südspanien. Beides ist tief im spanischen Volk verwurzelt. Deshalb haben sich auch immer wieder Flamencokünstler von diesem Dichter inspirieren lassen. Sänger wie Enrique Morente, Carmen Linares oder Arcángel haben die Gedichte von Miguel Hernández für ihre Musik entdeckt, sie vertont und gesungen. Eine Sendung von Florian Heurich


02.06.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Dada, Jazz und Marx – Die Musik von Erwin Schulhoff

Er war einer der experimentierfreudigsten und radikalsten Komponisten zwischen den beiden Weltkriegen

Als einer der ersten Europäer integrierte er den Jazz in seine Musik. Er war einer der führenden musikalischen Dadaisten. In den 30er Jahren wurde er politisch, schrieb Kampflieder und vertonte das Kommunistische Manifest. 1942 starb er im Internierungslager der Nazis. Heute gehört Erwin Schulhoff zu den „vergessenen“ Komponisten, die erst langsam wieder entdeckt werden. Am 8. Juni ist sein 125. Geburtstag.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Kulissenbühne mit Schnellverwandlung – Das barocke Operntheater in Gotha

Von Kirsten Liese. Es gibt nur noch sehr wenige Operntheater des 17. Jahrhunderts, die über barocke Bühnenmaschinen verfügen. Die älteste und einzige original erhaltene Maschine in Deutschland findet sich im Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein in Gotha.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Klingende Grills und Schokoladenwalzer

Erik Satie: Valse du chocolat aux amandes; Jean-Yves Thibaudet, Klavier | Bernd Alois Zimmermann: Musique pour les soupers du Roi Ubu; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Peter Rundel | Michael von Biel: Jagdstück für Blechbläser, Kontrabass und Live-Elektronik; Mitglieder des WDR Sinfonieorchesters; Michael von Biel, Live-Elektronik, Leitung: Bernhard Kontarsky | Matthias Kaul: Listen and Taste, Eine kulinarische Horchsituation für einige Feuerstellen, einen Koch, Bratendes, Siedendes, horchendes und essendes Publikum; Matthias Kaul, Performance | John Cage: Branches für Schlagzeug aus Pflanzenmaterial; Ensemble daswirdas

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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