Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 13.05. bis 19.05.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 20: Trio Catch, Trio Accanto, 25 Jahre Collegium Novum Zürich, 20 Jahre Edition Juliane Klein, Heinrich Heine beschreibt Musik, Morten Lauridsen – Ein Portrait, Komponist Frederic Rzewski, Heinz Holliger wird achtzig, Der Horatier – Hörspiel von Heiner Goebbels, Brasil Universo, Fluchtgeschichten und die Konfrontation mit dem Fremden in der Oper, Avîan Quartet feat. Cemîl Qoçgirî, Secrets of Orford Ness, Das Lied von Europa – Mehr als eine schöne Idee, Bad Bank [1].

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Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

36 – 10 Jahre Bad Blog of Musick (7. Mai 2019)

Am 7.Mai 2009 ist Moritz Eggert mit dem Blog „Bad Blog of Musick“ gestartet. Dies ist der meistgelesene Blog zum Thema zeitgenössische und klassische Musik. Er erzählt dir, wie es dazu kam und wie die anderen Autoren dazukamen. Und er spricht auch darüber, was es braucht einen Blog zu starten und vor allem durchzuhalten.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


13.05.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Aufnahmen mit dem Trio Catch

Mit Andreas Göbel. Das Trio Catch mit Boglárka Pecze (Klarinette), Eva Boesch (Violoncello) und Sun-Young Nam (Klavier) ist eines der führenden Kammermusik-Ensembles im Bereich der zeitgenössischen Musik. rbbKultur hat mit dem Trio neue Aufnahmen mit Werken von Gérard Pesson, Vito Zuraj, Johannes Maria Staud, Wolfgang Rihm u. a. produziert. Boglárka Pecze ist zu Gast im Studio.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Musik-Lektüren – Mit Björn Gottstein, Lydia Jeschke, Bernd Künzig und Michael Rebhahn

Über Neue Musik wird immer noch viel geschrieben. Abgesehen von den schriftlichen Erwerbungen des Doktortitels werden jährlich zahlreiche Bücher zu Fragen der Neuen Musik veröffentlicht, darunter Fachbücher, Prosa, Sachbücher und Pamphlete. Die Redaktion Neue Musik hat Neuerscheinungen mit kritischem Blick gelesen und stellt die Bücher im Gespräch vor.


14.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Wider den Trend – 20 Jahre Edition Juliane Klein

Von Florian Neuner. Der Berliner Verlag trotzt dem Trend zum Self-Publishing und betreut auch jüngere Komponisten exklusiv.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Nikolaus Schapfl: „Arlecchino“ (Gereon Kleiner, Klavier); Dorothee Eberhardt: „Terra Nea“ (Satori Ensemble); Isabel Mundry: „falten und fallen“ (Georgios Panagiotidis, Noah Bendix-Balgley, Violine; Julie Risbet, Viola; Anna Khubashvili, Violoncello; Minas Koutzampasopoulos, Klavier); Konstantia Gourzi: „Nine lullabies for a new world“, op. 49 (Nils Mönkemeyer, Viola); Kay Westermann: Vier Miniaturen (Martina und Kristina Bauer, Klavier); Markus Zahnhausen: „Recordare“ (Michala Petri, Flöte; Odense Symphony Orchestra: Christoph Poppen); Markus Schmitt: „echoi“ (Felix Seiffert, Violoncello; Stefan Schulzki, Klavier); Eva Sindichakis: „Joseph Beuys und sein schwarzer Raum“ (Arno Waschk, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Ingo Metzmachers traumhafter Sommerzirkus – Kunstfestspiele Herrenhausen 2019

Von Margarete Zander. Zu den diesjährigen Highlights gehören die Oper „Kopernikus“ von Claude Vivier in einer Inszenierung von Peter Sellars, das Håkan Hardenberger-Konzert mit Musik von Georges Antheil bis zu Salvatore Sciarrino, und die Neuauflage das legendären Konzertes „The Yellow Shark“ von Frank Zappa mit dem Ensemble Modern. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl der spannenden Angebote.


15.05.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Steffen Schorn: „Manic Maelzel“ (Roger Hanschel, Steffen Schorn, Saxophon; Raschèr Saxophone Quartet); Klaus Treuheit: „confessions unpronounced“, Teil 2 und 3 (Savina Yannatou, Singstimme; Klaus Treuheit, Orgel); Peter Fulda: „Undine spricht“ (Marlene Mild, Sopran; Gordian Teupke, Klavier); Rebecca Trescher: „Floating Food Suite“ (Ensemble 11); Christoph Wünsch: „Hommage à trois“ (Gerold Huber, Klavier; Tiroler Kammerorchester InnStrumenti: Gerhard Sammer)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Es klingt wie Flöten und Geigen!“ – Heinrich Heine beschreibt Musik

Im Werk Heinrich Heines geht es immer wieder um die besondere Kraft der Musik. Mit markanten Worten beschreibt Heine die verführerische Wirkung des Cancans oder die betörenden Klänge des Teufelsgeigers Paganini. Er weiß aber auch um die soziale Funktion von Musik, wenn er das „Eiapopeia vom Himmel“ kritisiert oder von den Trommeln erzählt, mit denen auf dem „Sklavenschiff“ die Gefangenen zum Tanzen angetrieben werden.

20:57 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Die Chormusik von Morten Lauridsen – Ein Portrait

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Frederic Rzewski

Mit Margarete Zander. Seine Klaviervariationen „The people united will never be defeated“ über das chilenische Widerstandslied haben Frederic Rzewski auch über die Neue Musik-Szene hinaus bekannt gemacht. Der amerikanische Komponist und Pianist ist ein Nonkonformist, der sich in seinen Werken um eine möglichst einfache musikalische Sprache bemüht.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Trio Accanto (1/2)

Martin Schüttler: Xerox (2003/2016) | Michael Finnissy: Opera of the Nobility (2017) | Martin Smolka: fff (Fortissimo feroce Fittipaldi) (2010) | Saxofon, Schlagzeug und Klavier – die Musiker des Trio Accanto haben diese ungewöhnliche Besetzung gefunden und etabliert. Nicht zuletzt durch die Vergabe immer neuer Kompositionsaufträge, deren aktuelle Auslese dieser Tage im Baden-Badener Hans-Rosbaud-Studio produziert wurde.


16.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Limmat Halle – 25 Jahre Collegium Novum Zürich

Aufzeichnung vom 24.11.2018. Bruno Maderna: „Serenata per un satellite“ für Ensemble | Anton Webern: Vier Stücke für Violine und Klavier op. 7 | Giacinto Scelsi: „Rucke di Guck“ für Piccoloflöte und Oboe | Alban Berg: Klaviersonate op. 1 | Julien Mégroz: „Défibrillation décongelée de derrière les frigos“ für Harfe, Schlagzeug und Klavier (Uraufführung) | Matthias Arter: „Singen Sprechen Schweigen“ für Violine und Violoncello (Uraufführung) | Pierre Boulez: 2. Klaviersonate, 1. Satz | Jesse Broekman: Among All Names“ für Flöte und Violoncello (Uraufführung) | Philippe Racine: „Ostinato, 25 mesures pour le Collegium Novum Zürich“ (Uraufführung). Collegium Novum Zürich

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Markus Schmitt: „Tre sonate galanti“ (Moritz Eggert, Klavier); Stefan Schulzki: „Der Sommer meines Lebens“ (Jane Berger, Agnes Malich, Violine; Verena Würtele, Viola; Johannes Gutfleisch, Violoncello; Andreas Kirpal, Klavier; Stefan Schulzki, Tonband); Thomas Schubert: Drei Gesänge nach Gedichten von Rainer Maria Rilke (Monika Brustmann, Sopran; Franz Josef Stoiber, Orgel; Thomas Schubert, Glocken); Atac Sezer: „relativity of simultaneity“ (Celina Bäumer, Violine; Véronique Bastian, Viola; Jan Mischlich, Violoncello; Trio Coriolis); Adrian Sieber: „Augenblicke – eine Sammlung“ (Alexander Schimpf, Klavier)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Interpret, Komponist und Entdecker – Der unermüdliche Schweizer Heinz Holliger wird achtzig

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Der Horatier – Hörspiel von Heiner Goebbels

Mit Texten aus „Ab urbe condita“ von Titus Livius, „Horace“ von Pierre Corneille und „Der Horatier“ von Heiner Müller. Komposition und Regie: Heiner Goebbels (Produktion: SWR/hr 1994)

Heiner Goebbels revolutionierte das Hörspiel über seine popmusikalische Beschäftigung mit antiken Mythenstoffen, die er auf eine zeitgenössische Weise politisch interpretierte. So auch im „Horatier“: Ein Bürgerkrieg zwischen zwei Nachbarstädten soll im Kampf ihrer zwei besten Männer entschieden werden. Der Horatier aus Rom besiegt den Kuratier aus Alba. Der ist aber mit seiner Schwester verlobt. Bei seiner Heimkehr ermordet er seine Schwester, da sie um den Verlierer trauert. Der Horatier gilt nun in Rom als Sieger und als Mörder. Wie ist damit umzugehen?

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Ivan Fedele: Streichquartett Nr. 2 – „Pentagolon“; Brian Ferneyhough: Streichquartett Nr. 3; Pascal Dusapin: Streichquartett Nr. 5


17.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Brasil Universo – Von Hermeto Pascoal

Realisation: Janete el Haouli. Produktion: DeutschlandRadio Berlin / WDR Studio akustische Kunst 1998. Länge: 45’11

Eine Hommage an die vielfältige Klangwelt Brasiliens. Der Musiker und Komponist Hermeto Pascoal unternimmt eine akustische Reise in das Herz seiner Heimat Brasilien. Charakteristische Klänge der Stadt Rio de Janeiro stehen neben Tierlauten und menschlichen Stimmen. Traditionelle Instrumente mischen sich mit Pfannen, Töpfen, Flaschen und Steinen. Aus den unzähligen Radiosendern des Landes schallt die grandiose Vielfalt brasilianischer Musik. Pascoal komponiert daraus sein eigenes akustisches Universum.

Hermeto Pascoal, 1936 in Lagoa de Canoa (Brasilien) geboren, ist einer der populärsten Komponisten und Musiker Brasiliens.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

András Hamary: „Chiellino-Lieder“ (Monika Teepe, Sopran; Ensemble Kontraste: Hermann Beyer); Toni Völker: Quartett 2 (Christian Menth, Flöte; Wolfgang Nüßlein, Violoncello; Dorothea Völker, Klavier; Bernd Kremling, Schlagzeug); Klaus Ospald: „Schöne Welt, schöne Welt“ (Klaus Ospald, Sprecher; Gisela Müller, Susanne Pfitschler, Dietburg Spohr, Stimme; Ensemble Modern: Arturo Tamayo); Volker Blumenthaler: „rooms“ (Ensemble Phorminx); Gerald Eckert: „Nachtschwebe“ (NDR Radiophilharmonie: Johannes Kalitzke)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Verbrannter Sand und Leid des Sklaven – Fluchtgeschichten und die Konfrontation mit dem Fremden in der Oper

Von Florian Heurich. Nicht nur heute diskutiert man über Flüchtlinge, Einwanderer und die Scheu vor dem Fremden. Schon seit Jahrhunderten waren Reiz und Schrecken fremder Kulturen ein Thema in Kunst, Theater und Musik. Und das keineswegs immer politisch korrekt.

Rameau lässt in „Les Indes Galantes“ den Orient auf den Okzident treffen und verarbeitet sogar „authentische“ Tänze amerikanischer Indianer. In der „Zauberflöte“ erscheint Monostatos als der „böse Mohr“. Otello kommt als Fremder in den abendländischen Kulturkreis. Bei Rossini bringt ein Türke die Treue italienischer Frauen ins Wanken. Und wie hat es eigentlich im „Rosenkavalier“ ein kleiner dunkelhäutiger Junge bis nach Wien bzw. bis in Strauss’ und Hofmannsthals Oper geschafft?

Aber auch umgekehrt: wie werden etwa in der „Entführung aus dem Serail“, der „Italienerin in Algier“ oder „Oberon“ europäische Schiffbrüchige in unbekannten Ländern empfangen?

Florian Heurich wirft einen kulturhistorischen Rückblick auf das Fremde in der Musik, das bisweilen als Bedrohung, bisweilen als pittoreskes Kolorit, bisweilen als das faszinierende Andere wahrgenommen wird, und erzählt fiktive Fluchtgeschichten aus der Oper.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Martin Brandlmayr: Vive les fantômes

Im Originalton: Miles Davis, Jacques Derrida, Billie Holiday und Thelonious Monk. Komposition und Realisation: Martin Brandlmayr. SWR 2018

Der Jazzmusiker Martin Brandlmayr beschäftigt sich seit Jahren mit Strukturen die über Erinnerung und Wiederholung funktionieren, mit Gebilden und Gestalten die immer wieder auftauchen. In seinem Hörspieldebüt trifft er mit den erweiterten Klangmöglichkeiten seines Schlagzeugspiels auf die Gespenster von Miles Davis, Jacques Derrida, Billie Holiday und Thelonious Monk.

Martin Brandlmayr, geboren 1971 in Bad Ischl/Österreich, studierte Schlaginstrumente an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Er lebt als Schlagzeuger und Komponist in Steinbach am Attersee und ist unter anderem Mitglied der Gruppen Radian, Polwechsel und Trapist.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Ein Streichquartett zwischen Kurdistan, Klassik und Köln – Avîan Quartet feat. Cemîl Qoçgirî

Von Babette Michel. Das Avîan Quarett sind vier junge Musikerinnen aus Köln, die kurdische Musik in klassischer Streichquartett-Besetzung und in eigenen Arrangements spielen. Avîan ist der ‚Tautropfen’ in Kurmanci, einem der ältesten kurdischen Dialekte. Und so rückt das Quartett auch frisch und funkelnd – wie die Tautropfen – die Musik aus Anatolien und Armenien in den Fokus und lässt die Klassik auf den Orient treffen. Besonders reizvoll ist das Zusammenspiel des Quartetts mit dem kurdisch-alewitischen Tenbur-Spieler Cemîl Qoçgirî.


18.05.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Verbrannter Sand und Leid des Sklaven – Fluchtgeschichten und die Konfrontation mit dem Fremden in der Oper

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Mit: Kornelia Bittmann – Secrets of Orford Ness

Von Iain Chambers. Aufnahme des WDR 2019. Echolon Teufelsberg. Von Thomas Ankersmit und Valerio Tricoli. Aufnahme Deutschlandradio Kultur 2010

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Vorfrühling seufzt in weiter Nacht – Dem Komponisten und Interpreten Heinz Holliger zum 80.

Von Georg Beck. Bern, 1956: Der 17-jährige Heinz Holliger liest Christian Morgenstern: „Vorfrühling seufzt in weiter Nacht,/dass mir das Herze brechen will.“ Ein schwärmerischer Klavierzyklus entsteht, unter den Augen des ersten Kompositionslehrers Sándor Veress. Fast ein halbes Jahrhundert später wird Holliger seine Morgenstern-Lieder in eine Orchesterfassung bringen. Die Singstimme bleibt unverändert. Es ist das einzige seiner Frühwerke, das ihm noch heute „wirklich persönlich erscheint“. Köln, im Sommer 2018: Sängerin Rose Weissgerber und Pianist Lucas Huber-Sierra treffen sich im Deutschlandfunk Kammermusiksaal. Die zwei Studierenden der Kölner Musikhochschule sind etwa so jung wie der Komponist, als er seine frühen Liedzyklen schrieb. Holligers Morgenstern-Lieder und ,Dörfliche Motive’ werden für diese Sendung neu eingespielt. Anlässlich des 80. Geburtstags des Komponisten bringt Autor Georg Beck die Nachwuchsinterpreten mit dem jungen Holliger in ein imaginäres Gespräch.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Subito von Gregor Glogowski

Das italienische „subito“ heißt soviel wie „sofort“ oder auch „plötzlich“. Mit dieser Doppelbedeutung setzen sich die Schauspielerin Lisa Charlotte Friedrich und die Perkussionistin Yuka Ohta zusammen mit dem Regisseur und Autor Gregor Glogowski in seinem gleichnamigen Hörspiel auseinander.

Im Stakkato einer sich immer weiter beschleunigenden Welt, werden unsere Ohren im schnellen Wechsel von Geräuschen, Tönen und Sprach-informationen umspielt; die Schauspielerin Lisa Charlotte Friedrich erforscht dabei, was jene abrupten Übergänge und Brüche mit unserem Sprechen und Denken machen. Sie bewegt Sprache und wird vom Sprechen bewegt, getrieben von den Rhythmen der Perkussionistin Yuka Ohta und Bruchstücken von Geräuschen, spricht sie sich in einen Geschwindigkeitsrausch.

Erst scheint es, als ordne sie Begrifflichkeiten wie für ein Lexikon, dann verselbständigt sich ihr Sprechen immer mehr zu einem assoziativen Gedankenstrom, bis es ins Stolpern gerät und zusammenfällt, nur um wieder von neuem anzusetzen. Dabei trifft Lisa Charlotte Friedrichs artistische Rede auf Yuka Ohtas improvisiertes Spiel: Stimme, Geräusch und Klang setzen sich in Bewegung, berühren, begleiten und konterkarieren sich. Die Sprache entkoppelt sich von der Information, wird selbst Klang, und im Ausgesprochenen eröffnet sich plötzlich ein Freiraum für unsere eigenen Vorstellungen und Gedanken. Die Sprache wird zur Spielwiese unserer Imagination.

Mit Lisa Charlotte Friedrich und Yuka Ohta. Komposition & Realisation: Gregor Glogowski. hr 2019

Gregor Glogowski, geboren 1982, studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und arbeitet international in den Bereichen Musik, Performance, Theater, Hörspiel und Sound-Art. Als Teil des Künstler- Duos Glogowski/Hoesch realisierte er Musiktheaterarbeiten, die u. a. am Mousonturm Frankfurt und bei dem World-Stage Design-Festival in Taipeh gezeigt wurden. Sein Sound-Stück „Erinnerungen an eine Zeit vor dem LED-Regime“ (2017) wurde von hr2-kultur in „The Artist’s Corner“ urgesendet. Zuletzt produzierte und sendete der hr sein Hörspiel „Schaeffer unterwegs“ (2018).


19.05.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Das Lied von Europa – Mehr als eine schöne Idee

Musikalisch gesehen ist die Idee einer europäischen Einheit sehr viel älter als ihre politische Verwirklichung. Alle großen Friedensschlüsse der Vergangenheit brachten auch länderübergreifende Friedensgesänge mit sich.

Beethoven beschwor schon 1815 in seinem „Glorreichen Augenblick“ die Einheit Europas. Die Melodie seiner „Ode an die Freude“ dient heute sogar als Europahymne. Um eine Neubelebung des Europa-Gedankens bemühen sich die Musiker heutiger Tage. Kaisers Klänge machen sich auf die Suche nach den musikalischen Sinnstiftern der europäischen Idee.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: „Musik machen, um zu überleben“ – Der Oboist, Komponist und Dirigent Heinz Holliger

Von Bettina Brand. Musik findet für Heinz Holliger nur an Grenzen statt: „Extrem oder gar nicht. Musik ist für mich wie atmen.“ Heinz Holliger – Oboist, Komponist und Dirigent – ist unermüdlich auf der Suche nach den Grenzen von Klang und Sprache. Musik beginnt für ihn, wenn die Worte schweigen. Ihn fasziniert die Auseinandersetzung mit Künstlern am Rande der Gesellschaft oder an der Grenze des Lebens, so in seinem ‚Scardanelli-Zyklus’ zu den letzten Gedichten Hölderlins. Sein Violinkonzert ‚Hommage à Louis Soutter’ zeichnet das Leben des psychisch kranken Schweizer Malers nach. Holligers Oper ‚Schneewittchen’ nach einem Drama von Robert Walser erhielt 2002 einen Grammy. Heinz Holliger wird am 21. Mai 80 Jahre alt.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Bad Bank [1]

Bernd Alois Zimmermann: Berceuses des petits financiers qui ne peuvent pas s’endormir, aus „Musique pour les soupers du Roi Ubu“ für Orchester und Jazz-Combo; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Michael Hirsch | Simon Steen-Andersen: Double Up für Sampler und Orchester; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Michael Wendeberg | Brice Pauset: Ausschnitt aus „Schwarzmärkte“ für Ensemble und Elektronik; ensemble recherche | Gordon Kampe: Fat Finger Error für Orchester; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Mariano Chiacchiarini

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Erstellt die Radioumschau. Freak.

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