Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 29.04. bis 05.05.2019

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 18: Ein Jahr Podcast „Neue Musik Leben“ von Irene Kurka. | Komponist Moritz Eggert, Die schönsten Reinfälle der Neuen Musik, Acht Brücken | Musik für Köln, ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart, Pi-hsien Chen, Komponist StanisIaw Moniuszko, Der neue Campus der Kammerakademie Potsdam, Erinnerungen an den Berliner Musikdenker Gerd Rienäcker, Gustav Mahlers 10. Sinfonie, Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth.

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Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

35 – Interview mit Daniel Agi: Daniel Agi erzählt in diesem Podcast, wie er zur neuen Musik gekommen ist und was für ihn gute Musik ist. Er berichtet davon wie und warum sich sein Ensemble hand werk gegründet hat. Er spricht über die Vor- und Nachteile von Zweitauführungen und Uraufführungen sowie davon, wie er Musik authentisch interpretiert. Mit vielen praktischen Tipps und Hinweise.

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


29.04.2019


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Moritz Eggert

Mit Andreas Göbel. Er zählt zu den vielseitigsten Komponisten der Gegenwart, schreibt Musik für Konzert, Oper, Tanz, Film, Bühne und Hörspiel. Mit Werken wie dem „Fußballoratorium“ oder seinem Zyklus „Hämmerklavier“ wurde er weit über die Szene der Neuen Musik bekannt. Daneben ist er einer der meinungsfreudigsten Künstler der Gegenwart und schreibt in einem eigenen Blog regelmäßig über Kultur und Kulturpolitik. Am 5. Mai gelangt an der Komischen Oper Berlin sein neuestes Musiktheater „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ zur Uraufführung.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Lieblingsflops. Die schönsten Reinfälle der Neuen Musik

Von Björn Gottstein und Michael Kunkel. „Triumphe halten keine Lehren bereit, Misserfolge dagegen befördern die Erkenntnis auf mannigfaltige Art“, schrieb einmal Hans Magnus Enzensberger. Wenn ein Werk durchfällt, muss das also nichts Schlimmes sein. Im Gegenteil, wem immer alles gelingt, der kommt vielleicht gar nicht recht voran im Leben. Deshalb haben wir Komponisten nach ihren größten Flops gefragt und was sie daraus gelernt haben. Denn „jeder Peinlichkeit“, wusste Enzensberger, „wohnt eine Erleuchtung inne“.


30.04.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: musica arcaica – Maria de Alvears Werk „Magna Mater“

Von Hubert Steins. Die spanische Komponistin Maria de Alvear wählt in ihren Werken anthropologische und kulturhistorische Perspektiven und feiert so die Menschheitsgeschichte als ein Wunder.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Rodion Schtschedrin: Klavierkonzert Nr. 5 (Denis Matsuev, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Mariss Jansons); Wilfried Hiller: „Gilgamesch“ (Simon Pauly, Bariton; Muriel Cantoreggi, Violine; Silke Avenhaus, Klavier; Marta Klimasara, Schlagzeug; Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen); Heinz Winbeck: Symphonie Nr. 1 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Muhai Tang)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Acht Brücken | Musik für Köln – Eröffnungskonzert

Georges Aperghis: Die Hamletmaschine – Oratorio für 5 Solisten, gemischten Chor und 16 Musiker. Sarah Aristidou, Sopran; Holger Falk und Romain Bischoff, Bariton; Geneviève Strosser, Viola; Christian Dierstein, Schlagzeug; SWR Vokalensemble; Asko|Schönberg, Leitung: Bas Wiegers. Übertragung aus der Kölner Philharmonie

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik. Strömende Wasser

Von Helmut Peters. Welche Kraft unser Leben spendendes Element Wasser entfalten kann, zeigt uns die Natur gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels immer wieder aufs Neue. Das Wasser der Ozeane und Flüsse aber, genau wie das gefrorene Wasser arktischer Gebiete, hat in seiner Faszination auch viele Komponisten der zeitgenössischen Musik inspiriert. In der „neuen musik“ stellen wir Martin Ptaks gerade auf CD veröffentlichten, bewegenden „River Tales“ vor und berichten von Lera Auerbachs gerade uraufgeführter Sinfonie „Arctica“.


01.05.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Siegfried Fink: Konzert (Dmitriy Nedelev, Perkussion; Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt: Oliver Weder); Hans-Günther Allers: Rhapsodie, op. 63 (Bettina Kunig, Klarinette; Bernhard Schmitz, Violoncello; Dorota Beres-Stasiewicz, Klavier); Rainer Brunn: „Sellanraa“ (Duo Stringendo); H. E. Erwin Walther: Vier Lieder nach spanischen Texten (Wolfram Teßmer, Bariton; Frank Gutschmidt, Klavier); Rolf Rudin: „Patera“ (ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Wolfram Graf: „Suite symphonique“ (Martin Seel, Flöte; Chie Honda, Klavier); Herbert Hechtel: Streichquartett (Arco-Quartett)

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Acht Brücken | Musik für Köln – Contretemps

Alberto Posadas: Umbrales evanescentes für Saxofon, Horn, Trompete, Posaune und Ensemble, Uraufführung.  | Georg Friedrich Haas: Im Schatten der Harfen für Ensemble, Deutsche Erstaufführung. | Georges Aperghis: Contretemps für Sopran und Ensemble. Donatienne Michel-Dansac, Sopran; Gerald Preinfalk, Saxofon; Christoph Walder, Horn; Anders Nyqvist, Trompete; Mikael Rudolfsson, Posaune; Klangforum Wien, Leitung: Sylvain Cambreling. Übertragung aus der Kölner Philharmonie

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik – LIVE: Ein Körper ist keine Gitarre – Zu Gast im Studio: Thilo Ruck

Am Mikrofon: Michael Rebhahn. Thilo Ruck spielt Zahnbürste und Kugelschreiber ebenso wie Gitarre und Effektgeräte. Der Stuttgarter Gitarrist versteht den Interpreten als vielseitigen Künstler, der auf Augenhöhe mit Komponistinnen und Komponisten an Stücken und Konzepten arbeitet. Für ihn sind Aspekte des Visuellen, Körperlichen und Analytischen selbstverständlicher Teil seiner Arbeit. In der JetztMusik spielt er live im SWR-Studio Stuttgart Stücke von Dan Tramte, Uikyung Lee, Philipp Krebs, Martin Schüttler und Peter Ablinger – und ist im Gespräch mit Michael Rebhahn.


02.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik; ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart

Theaterhaus am Pragsattel. Aufzeichnungen vom 09./10.02.2019. Christian Winther Christensen: Piano Concerto (Uraufführung); Rei Nakamura, Klavier; SWR Symphonieorchester; Leitung: Brad Lubman | Christian Wolff: „Voices – Stimmen“ für zwei gemischte Chöre a cappella (Uraufführung). SWR Vokalensemble Stuttgart; Badischer Jugendchor; Leitung: Rupert Huber

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Ein Porträt der Pianistin Pi-hsien Chen

Auf ihren CDs kombiniert sie gerne Stockhausen mit Beethoven oder Cage mit Scarlatti und enthüllt so überraschende Korrespondenzen in Werken zwischen denen Jahrhunderte liegen. Die Pianistin Pi-hsien Chen ist in beiden musikalischen Welten zuhause: jener der klassischen Komponisten wie auch der des 20. und 21. Jahrhunderts. Den Weg dorthin musste sie sich allerdings hart erkämpfen. Als „chinesisches Wunder“ wurde sie 1960 bestaunt, als sie 9-jährig für ein Klavierstudium aus Taiwan nach Deutschland kam. Auf eine Pianistenlaufbahn mit Schwerpunkt im klassisch-romantischen Repertoire hin trainiert, wurde ihr bald signalisiert, dass es für eine Karriere dennoch nicht reichen würde. Wie sich Pi-hsien Chen dank ihrer Wettbewerbserfolge dennoch zu einer der außergewöhnlichsten und spannendsten Künstlerinnen unserer Zeit entwickeln konnte und welche Rolle dabei die Neue Musik spielt, solchen und anderen Fragen geht Michaela Fridrich in ihrem Porträt nach.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Das Fagott, Teil 1 von 2

Von Michael Zwenzner. Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Ein Brief des Lord Chandos – Remix – Von Hugo von Hofmannsthal

Mit Heiner Schmidt als Lord Chandos. Musik: Alva Noto. Hörspieleinrichtung und Realisation: Manfred Hess. (Produktion: SWR 2018)

Hugo von Hofmannsthal, der österreichische Dichter, Prosaautor, Richard Strauß-Librettist und vor allem Dramatiker des „Jedermann“, schrieb diese Ich-Erzählung 1902. Sie gilt als eines der Meisterwerke deutschsprachiger Décadence-Literatur. Thema ist die künstlerische Sinnkrise, in der ein junger Poet an der Berechtigung seines frühen Erfolges zweifelt und dabei der Welthaltigkeit dichterischer Sprache misstraut. Die Neuproduktion nutzt eine Lesung von 1963, um über ein Computertool die Möglichkeiten der digitalen Neu-Dramatisierung aufzuzeigen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Sappho-Vertonungen

Hans-Jürgen von Bose: „Sappho-Gesänge“ (Liat Himmelheber, Mezzosopran; Ensemble Modern: Peter Eötvös); Dimítri Terzákis: „Sappho-Zyklus“ (Franziska Ball, Sprecherin; Antigone Papoúlkas, Mezzosopran; ensemble oktopus: Konstantia Gourzi); Christian Jost: „Koma“ (Stella Doufexis, Mezzosopran; Michal Friedlander, Klavier)


03.05.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Welcome to Nay Pyi Taw – Von Amandine Casadamont und Alexandre Plank

Ton: Bruno Mourlan; Produktion: Deutschlandfunk Kultur/France Culture 2018. Länge: 40’56. Die Hauptstadt Myanmars: Perfekt geplant, doch menschenleer. Wo früher nur Gras- und Reisfelder waren, steht heute eine moderne Planstadt: Naypyidaw, die neue Hauptstadt von Myanmar, bis 2005 in aller Heimlichkeit von der Militärjunta erbaut. Hier sollte nichts fehlen: künstliche Seen, farbcodierte Wohnviertel, 20-spurige Autobahnen. Doch vor allem beherbergt die Hauptstadt Leere. Der öffentliche Raum ist menschenverlassen, auch nach dem Regierungswechsel 2011. Zwei Künstler haben die postapokalyptisch anmutende Hauptstadt bereist. Ihre Komposition ist Klangdokument und Projektionsfläche einer Welt, die weder Vergangenheit noch Zukunft hat.

Amandine Casadamont, geboren 1980, ist Klangkünstlerin. Ihre Radioarbeiten und Kompositionen handeln häufig von menschenverlassenen Gebieten: Von der Sperrzone Fukushima bis hin zur mexikanischen Wüste. Zahlreiche Nominierungen und Preise, unter anderem Prix Phonurgia Nova 2015 und Bronze Radio Winner des New York Festival 2016.

Alexandre Plank, geboren 1979, ist Radiomacher und Übersetzer. Er studierte Philosophie an der Bauhaus-Universität Weimar und Dramaturgie an der Hochschule des Nationaltheaters Straßburg. Für die Radioserie „Le Chagrin (Julie et Vincent)“ erhielt er 2016 den Prix Italia (Kategorie Radio Drama). Für den deutschen Merve Verlag übertrug er unter anderem Werke von Michel Serres, Jacques Derrida und Paul Virilio.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Karola Obermüller: „Kalpa and Pralaya“ (Dipak Sharma, Bansari; Sunil Banerjee, Sitar; Subrata Manna, Mridangam; Arcis-Ensemble: Ulrich Nicolai); Joachim Schneider: Gitarrenkonzert – „Guru“ (Wolfgang Ostermeier, Gitarre; Patrick Winkel, Flöte; Monika Konradi, Klarinette; Fabian Kunkel, Fagott; Sebastian Jolles, Violoncello; Hubert Steiner, Gitarre; Nancy Laufer, Akkordeon; Stefan Johannes Walter, Perkussion); Armin Fuchs: „Hussong San“ (Stefan Hussong, Akkordeon; Armin Fuchs, Klavier); Ernst Ueckermann: „Japanischer Liederzyklus“ (Elisabeth Grimm, Sopran; Ernst Ueckermann, Klavier); Jeff Beer: Drei Haikus (Renate Schmitt, Flöte; Silvia Richter, Violine, Viola; Jeff Beer, Marimbaphon, Vibraphon)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Musik für die Seele der Nation – Der polnische Komponist StanisIaw Moniuszko

Von Johannes Jansen. Außerhalb Polens muss man dem Gedächtnis vielleicht etwas auf die Sprünge helfen. Aber von „Halka“ und „Das Gespensterschloss“ haben die meisten Opernfreunde schon gehört und entsinnen sich auch des Namens StanisIaw Moniuszko als „Vater der polnischen Nationaloper“. Seine Musik entstand aus Liebe zu Land und Leuten und verankerte sich tief im Herzen des von mächtigen Nachbarn politisch entmündigten Volkes. Halka, das arme Bauernmädchen, wurde zur tragischen Symbolfigur des Aufbegehrens gegen Fron und Fremdherrschaft. Im Rhythmus der Volkstänze formierte sich ein neues Nationalgefühl, das auch aus Moniuszkos oft etwas wehmütigen Liedern spricht. Vertraute Seelentöne sind es für Startenor Piotr BeczaIa, der uns als Gesprächspartner durch das Musikfeature zum 200. Geburtstag des Komponisten begleitet.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Gerhild Steinbuch: Final Girls oder Wenn das Schweigen …

Final Girls oder Wenn das Schweigen was zu sagen hätte, würd’ mich interessieren, was es mir zu sagen hätte. Von Gerhild Steinbuch

Mit Naomi Achternbusch, Katja Bürkle, Caroline Ebner, Julia Riedler und Sylvana Seddig. Komposition: Toju Kae. Regie: Henri Hüster. BR 2018. Ursendung

Als „final girl“ wird im Slasher-Film jene Frau bezeichnet, die dem Täter immer wieder entkommt – um ihn dann schließlich zur Strecke zu bringen. Was sie allerdings definiert, ist  ihre Stärke als ihr Nicht-Frau-Sein: Das final girl ist jungfräulich, unschuldig, unberührt oder zumindest asexuell; es wirkt androgyn und trägt Namen, die auch gut als Männernamen durchgehen könnten. Das final girl ist also  als emanzipierte Frauenfigur konzipiert, sondern als Projektionsfläche für den „male gaze“, den konservativ-männlichen Zuschauer. In dem Hörspiel beobachten vier final girls ein Land im Rechtsdrall. Täter gerieren sich als Opfer: Lügenpresse, Überfremdung, großer Austausch. Sie lauern nicht mehr länger im Schatten wie die Slasher in den Filmen der Siebziger, Achtziger und Neunziger Jahre, sondern drängen selbstverliebt lächelnd ins Licht, machen die Welt zu ihrer Bühne und überschreiben Geschichte mit ihrer Geschichte, in der nur Platz hat, wer wie sie ist. Und die wie sie sind, werden immer mehr. Menschen ertrinken oder werden angezündet, Grenzen dichtgemacht, Tradition und Heimat hochgehalten, Männerbünde gefeiert. Und wenn doch einmal eine Frau herangebeten wird, wenn sie auftreten darf, dann als hübsches Beiwerk, das sich gut macht neben der Hauptfigur im Rampenlicht. Denn der postmoderne Slasher mordet nicht mehr blutig.

Was aber passiert, wenn die final girls zurückschlagen?

Gerhild Steinbuch, geb. 1983 in Mödling, österreichische Autorin. Gründungsmitglied von Nazis & Goldmund, einer Autor*innenallianz gegen die Europäische Rechte. Werke u.a.: „MS Pocahontas“ (Schauspiel Frankfurt, 2015), „Marta“ (Opera de Lille, 2016).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Wenn du eine Idee hast, glaub daran und mach es einfach“ – Der neue Campus der Kammerakademie Potsdam


04.05.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Musik für die Seele der Nation – Der polnische Komponist StanisIaw Moniuszko

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Musik der Zeit [7] Acht Brücken – Mana

Georges Aperghis: Le corps à corps für einen Perkussionisten und seine Zarb | Christophe Bertrand: Mana für 75 Musiker, Deutsche Erstaufführung | Georges Aperghis: Études pour orchestre / Graffitis für einen Schlagzeuger | Gerhard Stäbler: Den Müllfahrern von San Francisco für Orchester, Kompositionsauftrag des WDR, Uraufführung. Christian Dierstein, Percussion; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Brad Lubman. Übertragung aus der Kölner Philharmonie.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: „Wir können jetzt nur noch arbeiten!“ – Erinnerungen an den Berliner Musikdenker Gerd Rienäcker

Von Georg Beck. Gerd Rienäcker (1939 – 2018) gehörte damals im Osten zu denjenigen, die es wissen wollten. Und keinen Hehl daraus machten. Vom Musikdramaturgen am Landestheater Eisenach führte ihn sein Weg an die Berliner Humboldt-Universität. Wagner, Bach, Brecht, das Musiktheater waren seine Themen. Nicht zu vergessen die Komponisten der DDR. Er focht für sie mit Leidenschaft – als Dozent, als Autor, als Dialektiker des musikalischen Materials. Am 3. Mai 2019 wäre Gerd Rienäcker, der (auch komponierende) Musikdenker 80 Jahre alt geworden. Seine Persönlichkeit formte Schüler, die in verschiedenste Bereiche des Musiklebens gingen. Er wirkte und wirkt noch heute in die Musik- und Theaterpraxis hinein, ins Komponieren, in die Musikwissenschaft, in den Musikjournalismus. Die Frage steht: Wer war dieser Gerd Rienäcker, und was bleibt von ihm?

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Werkzeuge der Neuen Musik – Das Akkordeon, Teil 1 von 2

Susanne Pütz. Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.


05.05.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: „Leb’ wohl, mein Saitenspiel“ – Gustav Mahlers 10. Sinfonie

Die 10. Sinfonie ist Mahlers „Unvollendete“, er hinterließ sie als musikalischen Torso. „Es sieht aus, als ob uns in der Zehnten etwas gesagt werden könnte, was wir noch nicht wissen sollen“, urteilte Arnold Schönberg.

Heute wissen wir vielleicht mehr über Mahlers Zehnte, als wir wollen. Mehr als ein halbes Dutzend Vervollständigungen von fremder Hand existieren mittlerweile. Mit offenen Ohren lauschen Kaisers Klänge den verschiedenen musikalischen Wiederbelebungsversuchen. Welcher ist der lebendigste?

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Eine flammende Seele – Die Komponistin und Frauenrechtlerin Ethel Smyth

Von Sabine Fringes. Wenn es ein Wort gibt, das sie charakterisiert, dann ist es Leidenschaft. Ethel Smyth, am 23. April 1858 in einem kleinen Ort südöstlich von London geboren, entstammte einer wohlhabenden Familie. Schon als Kind wollte sie Komponistin werden. Das temperamentvolle und eigenwillige Mädchen wurde für kurze Zeit in ein Pensionat geschickt, da sie als ‚unmanageable’, als nicht beherrschbar, galt. Mit einem Hungerstreik brachte sie ihre Eltern schließlich dazu, ihr ein Musikstudium zu erlauben. Während in vielen Städten Frauen der Zugang zum Musikstudium noch verwehrt wurde, konnte sie in Leipzig als eine der ersten Frauen Musik studieren. Sie schrieb sinfonische Werke, Opern, Kammermusik und Chorwerke. Ein Porträt über die leidenschaftliche Komponistin und Frauenrechtlerin zu ihrem 75. Todestag.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Im Müll gestochert

Helmut Oehring: Leuchter, aus „kurz im Müll gestochert“ für Oboe, Violoncello, Klavier und Zuspielband; Ensemble Aventure | Dror Feiler: Ausschnitt aus „Müll“ für verstärktes Orchester, 2 Stimmen und Livelektronik; Meira Asher und Martin Winkler, Stimmen, Dror Feiler, Laptop/electronics; Klangforum Wien, Leitung: Rolf Gupta | Niklas Seidl: ich mag müll – Bunny Set für Piccoloflöte und Pappkartons; Daniel Agi | Matthias Kaul: Klang-TÜV / Musikverkauf aus Haushaltsauflösungen für einen Materialprüfer; Matthias Kaul | Fausto Romitelli: Trash TV Trance für E-Gitarre; Tom Pauwels | Nicolaus A. Huber: Werden Fische je das Wasser leid? Musik mit Neglect-Syndrom für Sopran und Ensemble mit CD-Zuspielung; Angelika Luz; Ensemble Modern, Leitung: Heinz Holliger | Liza Lim: Ausschnitt aus „Extinction Events and Dawn Chorus“ für 12 Instrumente; Klangforum Wien, Leitung: Peter Rundel

Erstellt die Radioumschau. Freak.