Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 03.12. bis 09.12.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 49. „Music, Philosophy, and Modernity“, Schlagzeug spielen, Edgar Bredow zum 105. Geburtstag, Arnold Schönbergs „Gurrelieder“, Frank Zappa’s Easy Listening Advent(ure) Show, Musik von und für Hans-Jürg Meier, Dirigent François-Xavier Roth, Ensemble recherche – Auf’s Land, Darmstädter Ferienkurse, Mailänder Scala gestern und heute, Konzert des Jugendensembles für Neue Musik Rheinland-Pfalz/Saar, Dimitri Terzakis, Radiophonic Spaces, Wovon hängt Erfolg ab?, Elektronische Musik und Techno, Skandal um Hans Werner Henzes ,Floß der Medusa’, 90 Jahre Boléro, Zwölftontechnik und Psychoanalyse, Alberto Posadas.

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03.12.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Magazin. Mit Bernd Künzig

Berichte, Gespräche und Hintergrundinformationen zu Wien Modern, Musikprotokoll, zum Giga-Hertz-Preis 2018 und aus dem Sendegebiet.


04.12.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Music, Philosophy, and Modernity“ – Eine Philosophie aus dem Geiste der Musik

Von Teresa Roelcke. Gegen Spezialisierung und Bedeutungslosigkeit soll die Philosophie musikalischer werden, sagt Philosoph Andrew Bowie.

Der Philosoph Andrew Bowie kritisiert seine eigene Disziplin: Sie mache sich die Vorläufigkeit und geringe gesellschaftliche Tragweite ihrer Ergebnisse nicht bewusst und blende aus, dass Verstehen zu großen Teilen ästhetisch funktioniere und nicht nur über Argumente. Abhilfe sucht Bowie in einer Orientierung an der Musik: Sich zu vergegenwärtigen, wie musikalisches Verstehen und musikalische Sinnhaftigkeit funktioniert, werfe ein anderes Licht auf Verstehen überhaupt. Außerdem gelänge der Musik, was die Philosophie nur vergeblich behaupte: tatsächlich Sinn herzustellen.

Teresa Roelcke hat Bowies musikgespeiste Philosophiekritik für Deutschlandfunk Kultur rekonstruiert.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Wolfram Menschick: „Es ist die Liachtazeit gar nimma weit“ (Schulchor des Gymnasiums der Englischen Fräulein: Avita Bichlmaier); Harald Genzmer: Sonate (Irmela Nolte, Flöte; Irmgard Gorzawsky, Harfe); Günter Bialas: Musik in zwei Sätzen (Helga Storck, Harfe; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Enjott Schneider: Orgelsymphonie Nr. 11 – „Advent“ (Hans Leitner, Orgel); Kurt Graunke: „Air“ (Symphonie-Orchester Graunke: Kurt Graunke); Herbert Baumann: „Sonata serena“ (Heidi Ilgenfritz, Hackbrett; Alexander Mangstl, Harfe); Franz Lehrndorfer: „Zu Bethlehem geboren“ (Franz Lehrndorfer, Orgel); Richard Würz: Sextett (Karl Bobzien, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Rudolf Gall, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott; Kurt Richter, Horn; Ursula Lentrodt, Harfe)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Schlagzeug spielen ist „Klänge weben und freilassen“

Von Margarete Zander. Die Schlagzeugerin Robyn Schulkowsky hat eine ganz spezielle Art, Schlagzeug zu spielen. Sie findet in den Klängen den Charakter der Instrumente. Im Mittelpunkt steht ihr neues Album mit Joe Baron.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Le temps des moteurs – Ein Hörstück von Kiko C. Esseiva

Komposition und Realisation: der Autor (Produktion: RTS 2017). Es ist eine sehr mysteriöse Welt, die Kiko C. Esseiva in „Le temps des moteurs“ abbildet: Schillernde lang anhaltende Klänge treffen auf akustische Schleifen, milde Noise-Passagen auf leicht verzerrte Orgelklänge und geloopte Field Recordings.

„Bei dieser 3-teiligen Sound-Collage kommen eine feine Mischung aus Elektronik, Field Recordings, Geräuschaufnahmen aus dem ganzen Haus sowie ein paar Instrumente, von denen man vor allem das Piano erkennen könnte, in den Schmelztiegel.“ Kiko C. Esseiva


05.12.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen – Edgar Bredow zum 105. Geburtstag

Edgar Bredow: „Fahrt in den Frühling“ (Fränkisches Landesorchester: Fritz Mareczek); „Quatuor a Cordes“ (Bamberger Streichquartett); Drei Episoden (Thomas Meier, Fagott; Studio-Orchester Nürnberg: Edgar Bredow); Musik für Streichorchester (Kammerorchester des Fränkischen Landesorchesters: Edgar Bredow); „Intermezzo Italiano“ (Nürnberger Symphoniker: Edgar Bredow); „Quartett 1962“ (Gerhard Wiesner, Flöte; Gottfried Jost, Wilhelm Moebus, Viola; Horst Friedel, Schlagzeug); „Divertimento 1960“ (Fränkisches Landesorchester: Erich Kloss); „Servus Du“ (Studio-Orchester Nürnberg: Edgar Bredow)

20-21 Uhr | Radio SRF 2 Kultur
Musik unserer Zeit: Spätestromantik: Arnold Schönbergs „Gurrelieder“. Am Ur-Grund der Neuen Musik.

„Dieses Werk ist der Schlüssel zu meiner ganzen Entwicklung. Es zeigt mich von Seiten, von denen ich mich später nicht mehr zeige. Es erklärt, wie alles später so kommen musste, und das ist für mein Werk enorm wichtig: dass man den Menschen und seine Entwicklung von hier aus verfolgen kann.“ Seine „Gurrelieder“ hat der 25-jährige Arnold Schönberg im Jahr 1900 komponiert und zehn Jahre später orchestriert, als er bereits in anderen kompositorischen Gefilden unterwegs war: spätromantischer Bombast, impressionistischer Aufbruch, melodramatische Versuche, ein vielschichtiges Gewebe. Eine Annäherung an die ungemein vielschichtigen Gurrelieder und auch an den ungemein wandlungsfähigen Komponisten mit der Dirigentin Graziella Contratto.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Frank Zappa’s Easy Listening Advent(ure) Show

Er galt als musikalischer Rebell und Querdenker: der amerikanische Komponist und Rockmusiker Frank Zappa. Am 4. Dezember ist sein 25. Todestag.

Anlass genug, mitten in der Vorweihnachtszeit seiner einmal ganz im Stillen zu gedenken: mit den pittoresken und klangschönen Instrumentalstücken, die er eben auch geschrieben hat; egal, ob für seine Band „Mothers Of Invention“, fürs Ensemble Modern oder für den Musikcomputer, der mit seinen sanften synthetischen Klängen ein ganzes Orchester ersetzen kann.

21 – 22 Uhr | Radio SRF 2 Kultur
Neue Musik im Konzert. Musik von und für Hans-Jürg Meier

Am 1. Dezember 2015 starb überraschend Hans-Jürg Meier. In diesem Gedenkkonzert erklingen Werke, die zum plötzlichen Abschied Hans-Jürg Meiers geschrieben wurden sowie eigene Werke des Schweizer Komponisten.

Hans-Jürg Meier: – Gnal. Für Tenorsaxophon und Klavier | – Cercio sul Celio. Für 4 Saxophone | – …und die Musik immer neu, baut im unbrauchbaren Raum. Für Vokalquartett | – Diaphanes. Für 3 Traversflöten und Schlagzeug | – Peter Streiff: Ground. Version für Traversflöte | – Urs Peter Schneider: Getrost. Ein leiser Abschied für Traversflöte | – Markus Wettstein: Für Hans-Jürg. Für Klavier

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Der Dirigent François-Xavier Roth

Er ist längst einer der wichtigsten Dirigenten für zeitgenössische Musik. Einige Jahre hat François-Xavier Roth als Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg auch die Donaueschinger Musiktage geprägt. Inzwischen bereichert er auch die Konzertprogramme der Berliner Philharmoniker mit Werken jenseits des Mainstreams.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Ensemble recherche – Auf’s Land (1/2)

Gordon Kampe: Feedbacks, Löffel, Tanzbares (2011) für Flöte, Violoncello und Klavier | Leos Janácek: Nr. 2 „Ein verwehtes Blatt“ aus „Auf verwachsenem Pfade“ für Klavier | Richard Strauss: Variationen über „‘s Deandl is harb auf mi“ (1882) | Leos Janácek: Nr. 9 „In Tränen“  „Auf verwachsenem Pfade“ für Klavier | Liza Lim: The turning dance of the bee (2016). Ensemble recherche. (Konzert vom 22. Juni im Morat-Institut Freiburg)

Den Rückzug aufs Land sucht mancher Komponist gerne, um dort in Ruhe komponieren zu können. Auch das ensemble recherche ist in Freiburg an der Grenze stationiert: einerseits in einer mittleren Universitätsstadt, andererseits am Rande des Schwarzwalds. Und was sich der tschechische Komponist Leos Janacek – ein Provinzler ersten Ranges – einst mit seinem Klavierzyklus „Auf verwachsenem Pfade“ ausgedacht hat, könnte als Motto eines Konzerts mit neuer Musik sehr unterschiedlicher Komponisten gelten: es geht um den wunderbarsten Wildwuchs der Klänge. (Teil 2, Mittwoch, 12. Dezember, 23.03 Uhr)


06.12.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik

Edith-Stein-Schule. Aufzeichnung vom 20.07.2018: Michael Maierhof: „Zonen 4.3“ für sechs Spieler auf Nylonsaiten | Carola Bauckholt: „Hirn & Ei“ für Schlagquartett | Arash Yazdani: „Sho’ebadeH“ für drei Musiker*innen mit Flexatonen und Kolbenflöten | Atli Ingólfsson: „Sulphur Pulse“ für sechs Schlagzeuger. Mitglieder des Percussion Studio. Leitung: Christian Dierstein, Håkon Stene

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Jan Koetsier: Trio, op. 81 (Marion Finke, Flöte; Birgit Söhl, Fagott; Yumiko Doi, Klavier); Harald Feller: „Der immerwährende Seelenkalender“, Winter (Andreas Burkhart, Bariton; Markus Bellheim, Klavier); Karl Meister: Fagottkonzert op. 33 (Karl Kolbinger, Fagott; Münchner Philharmoniker: Karl Meister); Joseph Suder: „Tritonus“ (Kieth Engen, Bass; Helga Sengeleitner, Klavier); Nikolaus Brass: Streichquartett Nr. 2 (Auritus-Quartett)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Skandale, Mythen und Triumphe – Die Mailänder Scala gestern und heute

Der 7. Dezember ist in Mailand kein gewöhnliches Datum: Am Namenstag des Stadtpatrons Sant’ Ambrogio wird mit der „Inaugurazione“ die Saison des Teatro alla Scala pompös eröffnet. Schon das Großaufgebot schmucker Carabinieri auf der Piazza ist bemerkenswert, ganz zu schweigen von der Prominenz aus Politik und Gesellschaft im Theater. Dort tummeln sich aber auch die gefürchteten „Loggionisti“, die von der Galerie aus schon so machen Skandal angezettelt haben. Das weiß auch der russische Starbassist Ildar Abdrazakov, der im Sommer bei den Salzburger Festspielen als hinreißend komischer Mustafà in Rossinis „L’italiana in Algeri“ bezauberte und nun bei der Mailänder Eröffnungsvorstellung die Titelpartie in Verdis etwas unterbelichteter Oper „Attila“ übernimmt. Wie er sich als heidnischer Hunnenkönig schlägt, ist am Samstag beim Premierenmitschnitt auf BR-KLASSIK zu hören. Als Auftakt zu diesem Mega-Event für Opernfans unternimmt Alexandra Maria Dielitz einen Streifzug durch die Geschichte der Mailänder Scala, die von so legendären Persönlichkeiten wie Verdi, Toscanini und Callas geprägt wurde.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: hEAR! Konzert des Jugendensembles für Neue Musik Rheinland-Pfalz/Saar

Leitung: Gerhard Müller-Hornbach. Anna Katharina Eufinger, Sopran. Nadezsa Filippova, Klavier. Katharina Roth: Folgen folgen | Adrian Nagel: Ausstellung | Markus Radke: con:text | Franz Ferdinand August Rieks: Laufen durch tote und lebendige Zeit, op. 142. Aufnahme vom 3. November 2018 in der Landesakademie Ottweiler

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Skizzen einer anderen Moderne – Der Komponist Dimitri Terzakis

Porträtiert von Rainer Nonnenmann. Da er die westlichen Avantgarden für eine Sackgasse hielt, besann sich der griechische Komponist Dimitri Terzakis (*1938) auf die orthodoxen Kirchengesänge des mittelalterlichen Byzanz.

Als der griechische Komponist Dimitri Terzakis 1965 im Alter von 27 Jahren nach Köln kam, um bei Bernd Alois Zimmermann zu studieren, erlebte er das dortige Treiben als doktrinär. Komponisten wie Zimmermann, Karlheinz Stockhausen, Mauricio Kagel und andere strebten zwar jeder in eine andere Richtung. Doch über alle Differenzen hinweg war man sich einig im Bruch mit überkommenen Traditionen zum Zweck möglichst radikaler Neuanfänge. Völlig konträr dazu grenzte sich Dimitri Terzakis von westeuropäischer Harmonik, Polyphonie und Moderne ab, um stattdessen unter Rückbesinnung auf Gesänge des bzyantinischen Mittelalters und der griechisch-orthodoxen Kirche rein horizontal sich entfaltende melodische Linien zu komponieren. Sein rund 170 Werke aller Gattungen umfassendes Schaffen ist bestimmt von der Dialektik der hierzulande fast unbekannten und folglich neuartig wirkenden Skalen des östlichen Mittelmeerraums, die sich bei aller individuellen Ausformung in Wirklichkeit uralten Quellen verdanken.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Alles Rumi – Votum der Frau (2)

Hörspiel von Christine Wunnicke. Mit: Sebastian Blomberg, Aljoscha Stadelmann u. a. Regie: Ulrich Lampen. (Produktion: SWR 2018)

Zwei Männer: Der eine kann nicht schlafen, der andere darf nicht. Ist es Radfahrerprinzip, wenn Schlaflose ihre Bettgenossen über die Frage, ob er denn schon schlafe, diskriminieren? Der, der nicht schlafen kann, schläft – ohne es zu merken – dauernd ein. Er träumt von Amerika, träumt einen ewigen Facebook-Feed, träumt mit Untertiteln, mit Zombies und David Bowie.

Und warum wird der persische Dichter und Sufi-Mystiker Rumi (1207 – 1273) immer zitiert in den Träumen und nächtlichen Fantasien? Eine Geschichte ohne eindeutigen Sinn, ein Musical für Schlafgestörte, fast eine Liebesgeschichte.


07.12.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: In St. Wendel am Schlossplatz

Klangkunst von Sven-Åke Johansson und Oliver Augst. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2017. Länge: 43’43. (Wdh. v. 03.11.2017). Der ganz absurde Alltag, vorgetragen in Texten, Gedichten und „Schraubenliedern“.

Sven-Åke Johansson kreist den Alltag ein. Mit Worten und zirkulären Gedankengängen zeigt er wie absurd musikalisch das Leben so spielt. Seit vielen Jahren macht er das. Doch seit 2013 erst liegen seine Schriften als Buch vor: „In St. Wendel am Schlossplatz“ ist eine Sammlung aus Texten, Gedichten und Liedern. Sie dient nun als Sprechzettel für das Vocal-Duo Sven-Åke Johansson und Hörspiel- und Theatermacher Oliver Augst.

Sven-Åke Johansson, geboren 1943 in Mariestad (Schweden), lebt und arbeitet in Berlin. Er ist Komponist und Schlagzeuger, Poet und bildender Künstler, Autor und Initiator verschiedener Musikproduktionen. Er war stilbildend in der freien europäischen Improvisationsmusik. Dort arbeitete er unter anderem mit Alexander von Schlippenbach, Rüdiger Carl, Hans Reichel, Dietmar Diesner und Axel Dörner. Für Deutschlandradio Berlin: „Trilogie für Windgeneratoren“ (2000).

Oliver Augst, geboren 1962 in Andernach am Rhein, lebt als Vokalist, Komponist und Autor in Frankfurt und Ludwigshafen. Er studierte visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Bühne an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und Popularmusik/Performance an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg. Mitbegründer des Künstlerkollektivs „textXTND“. 2018 erhielt er den Jugendtheaterpreis „Karfunkel“ der Stadt Frankfurt am Main. Zusammen mit John Birke für Deutschlandradio Kultur: „Alle Toten 1914“ (DKultur/RBB/HR/Volksbühne Berlin 2014).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Wolfgang Teuscher: Sonate (Fritz Kiskalt, Violoncello; Wolfgang Teuscher, Klavier); Isabel Mundry: „falten und fallen“ (Georgios Panagiotidis, Noah Bendix-Balgley, Violine; Julie Risbet, Viola; Anna Khubashvili, Violoncello; Minas Koutsambasopoulos, Klavier); Markus Lehmann-Horn: „Die Sterne des Himmels fielen herab auf die Erde …“ (Angela Metzger, Orgel); Bernd Redmann: „Fiasko“ (Polnisches Radio- und Fernsehorchester: José Maria Florêncio); Carlos H. Veerhoff: Streichquartett, op. 33 (ALEA Quartett Graz); Johannes X. Schachtner: „Aufstieg“ (Peter Schöne, Bariton; Ensemble Zeitsprung)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Tannen und andere Bäume – Ein musikalischer Waldspaziergang

Von Johannes Jansen. „Ich ging im Walde so für mich hin, und nichts zu suchen, das war mein Sinn …“ Goethe fand natürlich trotzdem etwas: goldene Worte – und war nicht der einzige, dessen Dichterseele auf Waldspaziergängen in kreative Wallung geriet. Es gab Zeiten, da erreichte der Ausstoß an Waldgedichten, wenn man den damit einhergehenden Papierverbrauch bedenkt, nahezu bestandsgefährdende Ausmaße. Auch Komponisten haben die Bäume nicht geschont und ihnen mannigfach gehuldigt, Mendelssohn etwa mit seinem „Abschied vom Walde“, Schubert mit „Der Lindenbaum“ oder Händel mit seiner als „Largo“ berühmt gewordenen Ode an eine schattenspendende Platane. Als Evergreen im buchstäblichen Sinne freilich steht „O Tannenbaum“ unverrückbar auf Platz eins …

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Radiophonic Spaces

Ich hatte das Radio an – Von Eran Schaerf. Das Hörspiel „Ich hatte das Radio an“ ist ein Mitschnitt aus einem zukünftigen, post-redaktionellen Radiosender. Die Rolle der Nachrichtenredaktion übernimmt dabei ein Software-Programm, das Nachrichten aus einem Nachrichtenpool zusammenstellt. Wie Google weiß das Programm, wofür sich der Hörer interessiert, und stellt – je nach Ortung des Hörers – die Nachrichten zusammen, die für den betreffenden Empfangsradius des Hörers aktuell sein sollen. Das Prinzip ist also nicht: „ein Brand nebenan ist interessanter als ein Krieg weit weg“, sondern: Schlagwörter, Tags und Links. „Kritiker des programmierten Nachrichtenpools“, heißt es in dem Hörspiel, „unterstellen dem Sender eine zeitübergreifende thematische Zusammenstellung von Meldungen, die historische Ereignisse unterschiedlichster Epochen zufallsautomatisch ins Verhältnis zueinander setzt.“

Public Radio Plays Europe: „Hörspiel ist eine offene Sendeform, alles ist möglich, alles ist erlaubt.“ So lautet die vielzitierte Definition des Hörspielmachers Helmut Heißenbüttel aus dem Jahr 1968. Das Hörspiel – die einzige originäre Kunstform, die das Radio hervorgebracht hat – nutzte die ihm durch den öffentlichen Programmauftrag verliehene Freiheit und entwickelte seit seiner Entstehung vor bald 100 Jahren vor allem in Europa eine bemerkenswerte Formenvielfalt. Ob in Deutschland, in England, in Griechenland: Kulturradios informieren nicht nur über Kultur, sondern sind selbst Kulturgut. Die europäische Rundfunkunion EBU fördert grenzüberschreitende Radiokunst. Doch der öffentliche Rundfunk steht unter Druck, wegen Spar- und Legitimationszwängen, wegen der Konkurrenz durch globale digitale Plattformen. Gleichzeitig ist Hörspiel populär wie nie, gerade als zeitsouveränes Angebot wie Podcast. Die Sendung wirft einen Blick auf die europäische Kulturradio-Landschaft und die zukünftigen Aussichten der Hörspiel-Kunst im Radio (und anderswo).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Wovon hängt Erfolg ab? Junge Sängerinnen und Sänger am Karriereanfang

Im Gespräch mit Juroren des Bundeswettbewerbs Gesang. Moderation: Carola Malter


08.12.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Tannen und andere Bäume – Ein musikalischer Waldspaziergang (Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr)

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik – Prekäre Wahlverwandtschaften

Elektronische Musik und Techno. Ein Streitgespräch zwischen Reinhold Friedl und Heinrich Deisl

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Die Kunst wird politisch – Skandal um Hans Werner Henzes ,Floß der Medusa’

Von Anna Schürmer. In den 60er-Jahren gärte es vielerorts. Die westlichen Gesellschaften verlangten nach Öffnung und Modernisierung. Auch in den klassischen Künsten artikulierte sich manch rebellischer Geist. Vor genau 50 Jahren entlud sich die Spannung in Hamburg bei Hans Werner Henzes ,Das Floß der Medusa’. Henzes Oratorium spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts vor der Küste Afrikas. Auf einem Floß erfahren die Überlebenden einer Schiffskatastrophe miteinander den Totalverlust menschlicher Humanität. Im Jahr der Studentenbewegung eskalierte bei diesem Anlass die Situation. Der Theaterabend erlitt spektakulären Schiffbruch und ging als großer politischer Skandal in die Musikgeschichte ein. Autorin Anna Schürmer lässt die Geschichte anhand einer akustischen Quelle aufleben: Anstelle der gestrichenen Premiere wurde die Generalprobe gesendet und archiviert – ein bemerkenswertes Tondokument.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Georg Sachse: Koan

hr 2018 | 22 Min. | Ursendung. Die radiophone Komposition Koan für Kinder- und Erwachsenstimmen, Naturklänge, Field Recordings, Synthesizer, Monochorde und Klangschalen des in Köln lebenden Musikers und (ästhetischen) Phonetikers Georg Sachse (*1962) ist ein Soundscape des Unterscheidens und Bewertens.

Gegensätzlichkeiten – scheinbare und tatsächliche – ziehen sich an oder stoßen sich ab oder bleiben äquidistant: etwa Kinder- und Erwachsenenstimmen, Naturklänge und Verkehrslärm, Wörter zur Naturbeschreibung und absurde Alltagsbegriffe, mathematische Formeln und musikalische Fachbegriffe, Wasserstandsmeldungen, Aktienkurse. Koan erzählt eine experimentelle und unterhaltsame Geschichte über die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache.


09.12.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Noch immer voll im Takt – 90 Jahre Boléro

Bei seiner Uraufführung vor 90 Jahren war der Boléro von Maurice Ravel ein Skandal: Eine immer gleich bleibende Tanzmusik, in der die Instrumentierung und das Crescendo des Orchesters die einzige Abwechslung sind, verstörte die Gemüter.

Ein Meisterwerk, das laut Ravels eigener Feststellung „leider keine Musik“ enthält. Weitreichend aber sind die Folgen des Bolero: Er inspirierte so unterschiedliche Musiker wie die Rolling Stones, Ennio Moriccone und Benny Goodman zu eigenen Einspielungen oder Kompositionen.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Tiefere Schichten der Wahrnehmung – Zwölftontechnik und Psychoanalyse

Von Egbert Hiller. Obwohl sich in der von Arnold Schönberg Anfang der 1920er-Jahre entwickelten Zwölftonmusik alle musikalischen Ereignisse auf die Zwölftonreihe zurückführen lassen, tritt sie als thematische Gestalt kaum in Erscheinung. Die Reihe prägt eine Komposition vielmehr untergründig und bildet eine tiefere Schicht der Wahrnehmung – ebenso wi e die fast zur gleichen Zeit am gleichen Ort von Sigmund Freud erfundene Psychoanalyse, die auf die Steuerung des menschlichen Verhaltens durch unbewusst ablaufende seelische Prozesse zielt. Beide Phänomene haben miteinander zu tun: Sie reflektieren einen wachsenden Grad der Abstraktion in der menschlichen Wahrnehmung, der mit dem einschneidenden gesellschaftlichen Wandel am Beginn des 20. Jahrhunderts korrespondiert. Besonders intensiv zu spüren war dieser Wandel in Wien, wo sich im eigentümlichen Schwebezustand zwischen ruhmreicher Vergangenheit und ungewisser Zukunft die Sehnsucht nach heiler Welt und utopische Dimensionen durchdrangen – wo die Verdrängung der Realität den Boden für bahnbrechende Innovationen in Kunst und Wissenschaft bereitete.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Spuren der Erinnerung [2] – Alberto Posadas

Erinnerungsspuren (2014-16) Zyklus für Klavier Teil 4-6; Florian Hölscher

 

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Martin Hufner

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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