Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 09.07. bis 15.07.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 28. Schwerpunkte: Baldur Brönnimann im Portrait, Komponistin Ying Wang, Sebastian Berweck an Tasten und Elektrogeräten, Komponistin Lisa Streich, Ensemble Tetrachord | Neue Musik für den Sommer, Das Werk des Musikhistorikers Fred K. Prieberg (1928-2010), Neue Musik bei den Festivals, Von Haifischen und Seeräuberbräuten, Werkzeuge der Neuen Musik – Nicht-europäische Instrumente, Schorsch Kamerun: Kreiskolbenmotorhase, Junge Berliner Komponisten und ihr Umgang mit Social Media, Rudolstadt-Festival 2018, Angela Davis löscht ihre Website, Vive la Marseillaise! – Die Geschichte einer Hymne & Stefan George und die Tonkunst.

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09.07.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik für den Sommer

Mit Margarete Zander. Gibt es Neue Musik, die dazu geeignet ist, eine Stunde eines lauen Sommerabends mit ihr zu verbringen? Die man nicht mit ernster Miene und intellektuellen Ohren hören muss? Wir haben da ein paar Tipps!

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Magazin

Mit Bernd Künzig. Berichte, Gespräche und Hintergrundinformationen zu den Wittener Tagen für neue Kammermusik, dem Festival „Acht Brücken. Musik für Köln“, über den Open Day zum Mai 1968 beim Onassis Kulturzentrum in Athen und aus dem Sendegebiet.


10.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Technisches Zeitalter und Musikmissbrauch – Das Werk des Musikhistorikers Fred K. Prieberg (1928-2010)

Von Björn Gottstein. Mit seinen fulminanten Dokumentationen schrieb der unerschrockene Forscher deutsche Musikgeschichte als Geschichte ihrer Verdrängungen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Wilfried Hiller: „Peter Pan“, Vorspiel (Sebastian Wölfl, Simon Kaps, Knabensopran; Annabella Pichler, Susanne Bernhard, Sopran; Martina Koppelstetter, Mezzosopran; Simon Pauly, Bariton; Ein Kammerorchester: Werner Seitzer); Jörg Widmann: „Skelett“ (Stefan Blum, Schlagzeug); Harald Genzmer: Quintett (Jörg Widmann, Klarinette; Rodin Quartett); Minas Borboudakis: „Tautochronie“ (Andreas Skouras, Prodromos Symeonidis, Klavier; Mathias Lachenmayr, Carlos Vera Larrucea, Schlagzeug; Paolo Mariangeli, Live-Elektronik/Klangregie); Eva Sindichakis: „Tohuwabohu“ (via-nova-Chor München; Münchner Rundfunkorchester: Anu Tali)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Mit dem Neuen das Alte reflektieren – Neue Musik bei den Festivals

Von Margarete Zander. Dass die neue Musik das Nachdenken über die so bekannten Werke neu justiert, hat sich lange herumgesprochen und deshalb wird sie geschickt in die Festivals einbezogen. Bernd Alois Zimmermann, George Benjamin, Enno Poppe – das sind nur einige der Komponisten, die den emotionalen Blick auf unsere Welt schärfen. Wir werfen einen Blick auf besondere Dramaturgien.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte – Siemenspreisverleihung 2018 (II)

Musik des Hauptpreisträgers Beat Furrer sowie Werke der Förderpreisträger Clara Iannotta, Timothy McCormack und Oriol Saladrigues. Aufnahme vom 3. Mai 2018 im Prinzregententheater München


11.07.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Hans Fleischer: Quintett (Hans Deinzer, Klarinette; Oliver Colbentson, Hans Sistek, Violine; Gerhard Simon, Violoncello; Erich Appel, Klavier); Herbert Fromm: Sonata in G (Kolja Lessing, Violine; Rainer Klaas, Klavier); Franz Hofmann: Hornquintett (Wolfgang Lintner, Horn; Alexander Steinberger, Gregory Rogers, Violine; Martin Lemberg, Viola; Caroline Moldaschl, Violoncello); Willy Spilling: Sonate in einem Satz, op. 33 (Hans Deinzer, Klarinette; Werner Heider, Klavier); Franz Reizenstein: Concerto in G (Kolja Lessing, Violine; Nürnberger Symphoniker: Peter Kuhn)

20-21 Uhr | SRF 2 Kultur
Baldur Brönnimann im Portrait

Baldur Brönnimann geht mit komplizierter Musik unkompliziert um. „Diese Musik hat viel mehr mit uns zu tun, als wir meinen“, sagt der 49-jährige Chefdirigent der Basel Sinfonietta und bringt zeitgenössische Werke mit viel Leidenschaft seinem Publikum nahe.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Von Haifischen und Seeräuberbräuten –

In diesem Jahr wird die Dreigroschenoper 90 Jahre alt. Sie war der große Theaterschlager der Weimarer Republik und hat sich bis heute auf den Spielplänen gehalten.

Am berühmtesten aber sind ihre Songs. Vom „Mäckie Messer“ bis zur „Seeräuberjenny“ haben alle Sänger, die etwas auf sich halten, die Songs schon einmal nachgesungen. Wir erzählen die Story der „Dreigroschenoper“ heute neu: anhand der schönsten Coverversionen.

21 – 22 Uhr | SRF 2 Kultur
with lilies white

„With lilies white“, eine vor gut 15 Jahren entstandene Orchesterfantasie von Mathias Pintscher, nimmt Bezug auf ein Sterbeprotokoll des englischen Filmemachers, Malers und Autors Derek Jarman. Die Grenze zwischen Leben und Tod hat Pintscher hier als „Durchgangslager“ thematisiert, als „ortlose Räume, die still sind und jeden Klang, Ton oder Worte verschlucken“: Matthias Pintscher: With Lilies White, Fantasie für Orchester und Stimmen; Mark André: woher … wohin, für Orchester (UA); György Kurtag: Petite Musique solennelle en hommage à Pierre Boulez 90 ; Jonathan Harvey : … towards a pure land, für Orchester. Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Matthias Pintscher, Leitung. Konzert vom 07.07.17 Herkulessaal München (musica viva)

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Die Komponistin Ying Wang

Mit Andreas Göbel. Vor anderthalb Jahrzehnten kam die chinesische Komponistin Ying Wang zum Aufbaustudium nach Deutschland. Inzwischen lebt und arbeitet sie in Berlin und hat ihren musikalischen Weg gefunden: „Die Wege der Inspiration sind mir wichtig, oft basiert meine Arbeit auf philosophischen Gedanken.“ Die Komponistin ist zu Gast im Studio.

21:30 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Hörspiel: Ende gut, alles schlecht – Ein bürgerliches Singspiel fürs Radio

Von Richard Hey. Regie: der Autor. Mit: Barbara Morawiecz, Maren Kroymann, Birke Bruck, Heidemarie Rohweder, Hans Timerding, Maria Wiecke, Joachim Bliese, Harald Baender, Rainer Uhlig, Waldemar Grau-Marlow, Werner Berndt und Wolfgang Wendt

Komposition: Markus Schmidt, Dick Städtler. Musikalische Realisation: Floh de Cologne und ein Septett des Südfunk-Sinfonieorchesters. Ton: Walter Jost und Peter Billmann. Produktion: SDR / RB / WDR 1972. Länge: 59’01

Drei Schwestern finanzieren durch Rauschgiftgeschäfte die Klavierausbildung der vierten Schwester, die ganz für sie allein spielen soll.

Die schönen Schwestern Azzi, Cathilde und Bocke, denen Heiratsschwindel und Beischlafdiebstahl nicht mehr genug einbringen, sind auf dem Rauschgiftmarkt tätig geworden. Einen Teil ihrer Gewinne investieren sie in die Ausbildung ihrer vierten Schwester Tino, die eine pianistische Jahrhundertbegabung ist. Doch sie soll ihnen allein gehören, und so verhindern sie energisch ihr öffentliches Auftreten.

Richard Hey wurde 1926 in Bonn geboren und wuchs in Greifswald/Pommern und in Frankfurt/Main auf. Nach dem Krieg studierte er Geschichte, Germanistik und Musik, brach das Studium ab und arbeitete als Film-Regieassistent, Musikkritiker und Journalist. Bekannt wurde er für seine Kriminalromane mit Katharina Ledermacher („Mord am Lietzensee“ 1973, „Engelmacher und Co.“ 1975). Schrieb Theaterstücke, Filmdrehbücher, Prosa und über 50 Hörspiele: „Abends Kammermusik“ (SWF/SFB 1967), „Ballade von der Besetzung eines Hauses“ (SDR/BR/NDR 1975), „Ohne Geld singt der Blinde nicht“ (HR/SWF/RIAS Berlin 1985), „Der Flug des Managers durchs Treppenhaus“ (NDR/SWF 1991). Er wurde 1965 für „Nachtprogramm“ (NDR/HR/SFB) mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik – LIVE: Extended Piano – Sebastian Berweck an Tasten und Elektrogeräten

Sebastian Berweck ist Pianist und Spezialist für alles, was mit Klavier und Elektronik zu tun hat. Sein Repertoire besteht fast ausschließlich aus Kompositionen, die entweder großen Körpereinsatz verlangen, Elektronik einsetzen oder die – so Berweck – „kein anderer spielen will“. In SWR2 JetztMusik – LIVE spielt Sebastian Berweck Stücke, die ahnen lassen, dass sich der Pianist der Gegenwart auch mit Kabeln und Steckern, mit Computern und Software auskennen muss.


12.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Die Komponistin Lisa Streich

„Pietà“ für motorisiertes Violoncello und Ensemble. hand werk | „Angel“ für zwölfstimmigen Chor, Objekte, Knabenstimme und Elektronik. David Isberner, Knabensopran; Sebastian Kellner, Knabensopran; Vokalensemble Kölner Dom Leitung: Eberhard Metternich | „Asche“ für Klarinette und Violoncello, ensemble recherche |  „Segel“ für Orchester. Orchester der Lucerne Festival Academy. Leitung: Gregor A.. Mayrhofer

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Anton Würz: Sieben Gesänge nach Versen chinesischer Dichter, op. 61 (Gerald Häußler, Bariton; Hortense Wieser, Klavier); Hans Melchior Brugk: Klavierkonzert Es-Dur, op. 50 (Hildegard Stenda, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Dieter Roßberg); Erna Woll: „Vorübergang“ (Karl Maureen, Orgel); Hans Sternberg: Trio (Gay Hardy, Oboe; Wolf-Dieter Vollmann, Violine; Leopold Schindler, Klavier); Mark Lothar: „Acht Haiku“, op. 85 (Mitsuko Shirai, Sopran; Max Hecker, Flöte; Siegfried Meinecke, Viola; Hartmut Höll, Klavier; Karl-Heinz Becker, Schlagzeug)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement

Christoph Wünsch: Zwischen Tag und Traum | Henrik Ajax: – De profundis – Streichsextett | Herbert Brün (100. Geburtstag am 9. Juli): – Gesto – Trio für Flöte, Kontrabass und Schlagzeug | Bernhard Lang: DW24 | Tristan Murail: La Mandragore | Kaija Saariaho: Cendres | Trad. Nordische Volksweisen arrangiert vom Danish String Quartet | Florian Wittenberg: Four Waves

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Nicht-europäische Instrumente, Teil 2

Von Martina Seeber. Schon die Alten wussten, Musik ist erst Musik, wenn sie klingt. Das ist in der zeitgenössischen Musik nicht anders als in der davor komponierten.

Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, der Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Ich bin ein Kind. Ich kann seltsame Arten von Wahrheiten ertragen.

Hörspiel nach Texten von Harold Brodkey. Mit: André Jung, Herlinde Latzko und Till Kretzschmar. Komposition: Christoph Baumann. Regie: Barbara Liebster. (Produktion: SRF 2000)

Ein Mann sucht nach den Wahrheiten seiner Kindheit. Seine Mutter starb, als er 23 Monate alt war. Der alkohol- und glücksspielsüchtige Vater verkaufte seinen Sohn danach für 350 Dollar an die Kusine nach St. Louis. Mit 14 Jahren verliert der Junge seinen Adoptivvater nach einer Reihe von Schlaganfällen, und zur gleichen Zeit setzte bei der Mutter die tödliche Krebserkrankung ein.

Das Hörspiel ist eine Collage aus Harold Brodkeys „Stories in an Almost Classical Mode“, die in der familiären Welt seiner Kindheit wurzeln. Die literarische Erinnerungsarbeit des 1986 an AIDS gestorbenen Brodkey trägt immer das Zeichen, dass sie interpretiert, träumt und erfindet – und ist somit gnadenlos realistisch wie von fiktionaler Schönheit.

22:05 bis 23:00  | BR-KLASSIK
Horizonte – Studio für Musik

Adriana Hölszky: „Roses of shadow“ (Angelika Luz, Sopran; Jochen Mauderer, Klarinette, Paul Hübner, Trompete, Euphonium, Alphorn; Monika Hölszky-Wiedemann, Violine; Doo-Min Kim, Violoncello; Ville Enckelmann, Klavier; Stefan Hussong, Akkordeon; Naoko Kikuchi, Koto; Fabian Clasen, Schlagzeug) ; „Nouns to nouns“ (Monika Hölszky-Wiedemann, Violine)


13.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Oscillations Planétaires

Von Chantal Dumas. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: ca. 54’30. (Ursendung). Klangkomposition über den geologischen Wandel: Plattenverschiebungen, Geysire und Bruchzonen.

Die Erde ist in ständiger Bewegung. Geologische Phänomene wie Plattentektonik, Subduktions- und Bruchzonen, Mantelkonvektion und Geysire zeugen von einer Welt im Wandel, vom fortwährenden Vergehen und Werden. Die Kartierung der Erde ist hingegen statisch. Die Klangkünstlerin Chantal Dumas hat nun Teile der Erde neu vermessen. Geologische Kraftlinien übertrug sie in Klang, ein inhärent zeitbasiertes und dynamisches Medium. Die Klangkomposition dokumentiert, interpoliert und imaginiert so die ‚Oscillations planétaires‘.

Chantal Dumas, geboren 1959 in Québec, ist Klangkünstlerin, Komponistin und Radiomacherin. Sie wurde 1997 und 2001 mit dem Prix Phonurgia Nova ausgezeichnet. 2010 erhielt sie den Prix Bohemia für „Les petits riens“ (DKultur) und 2011 den kanadischen Opus Prize in music. Zuletzt für Deutschlandradio Kultur „40° Nord – 73° West“ (2012).

Chantal Dumas: http://chantaldumas.org/

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Marcus Maria Reißenberger: „MEM 11“ (Ensemble Maderna); Bernhard Weidner: „Jeux aux murs fugitifs“ (Mamikon Nakhapetov, Klavier); Ulrich Schultheiß: „Movimenti 1….4“ (Henschel-Klavierquartett); Jürgen Schmitt: „Ibur“ (Barbara Mayr, Harfe); Klaus Hinrich Stahmer: „People out of Nowhere“ (Philipp Vandré, Markus Stange, Klavier); Rainer Pezolt: Divertimento (Bläserensemble der Musikhochschule Würzburg: Stefan Klingele)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Schorsch Kamerun: Kreiskolbenmotorhase

Kreiskolbenmotorhase – Extratheatrales Hörspiel über das Ende aller Vielfalt. Von Schorsch Kamerun. Mit Rosemary Hardy, Carlotta Freyer, Marie Nasemann, Svenja Lau, Paul Herwig und Schorsch Kamerun. Komposition und Regie: Schorsch Kamerun. WDR 2017

Endlich herrscht auch unter den Katastrophen dieser Welt ein schrankenloser Wettbewerb. Wo gestern noch die eigene Haustür heißes Thema war, buhlen heute ganze „Heimat“-Bedrohungen um die kostbare soziomediale Aufmerksamkeit. In Panik wenden sich die Erregten und Weinenden an führende Eisenharte mit schroffen Lösungen. Welcher Betrug brüllt wessen Lüge am lautesten nieder? Was ist dran am Ende der Welt, wie wir sie kannten? Was ist gemeint, wenn sich die Einen vor den Anderen schützen sollen, weil sonst „Fässer überlaufen“, die dann „Lebensräume“ und „Kulturen“ zu ersäufen drohen? Wie kommt es, dass bissige Angstpropheten und Privatabsicherer mit extra einfachen Lösungsmittelchen zu gelobten Regenten aufsteigen?

Schorsch Kamerun, geb. 1963, Autor, Musiker, Sänger der Goldenen Zitronen. Weitere Hörspiele unter anderem „Eisstadt“ (WDR 2005), „Ein Menschenbild, das in seiner Summe null ergibt“ (WDR 2006, Hörspielpreis der Kriegsblinden 2007), „Kann mir nicht vorstellen, dass es weitergeht“ (WDR 2012).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Zu Klang gewordener Atem“ – Das Ensemble Tetrachord

Wolfgang Amadeus Mozart: Andante für eine Orgelwalze F-Dur KV 616 | Anthony Girard: „Printemps des rivières“ | Eugène Bozza: „Deux Esquisses“. Ensemble Tetrachord

Ein interkontinentaler Kammermusik-Dialog. Die vier Flötisten aus China und Deutschland lernten sich 2013 an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf kennen. Ein Jahr später gründeten sie ihr Ensemble Tetrachord. Im Juni erschien die Debüt-CD mit Flötenmusik von Klassikern des Genres und zeitgenössischen Werken.


14.07.2018


20:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Hörspiel: Zum 100. Geburtstag von Ingmar Bergman – Die Stadt – Von Ingmar Bergman

Aus dem Schwedischen von Tabitha von Bonin. Regie: Heinz von Cramer. Mit Heiner Schmidt, Gisela Trowe, Max Noack, Ruth Hellberg, Elisabeth Kuhlmann, Hans Mahnke, Wolfgang Schirlitz u.a.. Produktion: HR 1965. Länge: 70’40

Ein Mann kehrt in seine Heimatstadt zurück, die sich auf merkwürdige Weise verändert hat. Die Überschwemmung, die sie vor Jahren heimgesucht hatte, ist noch immer nicht vergessen. Sie hatte sprechende Fische an Land gespült und es schwammen abgehackte Hände auf dem Wasser einer Grube. Damals durchbrachen riesige Bäume die Straßen und zerstörten die Häuser. Auch die Menschen, denen der Mann Joachim in dieser von Erdrissen und Gruben durchfurchten Endzeitlandschaft begegnet, verstärken seinen Schrecken. Die surreal-apokalyptische Stadt scheint verhängnisvoll in Angst und Schuld verstrickt zu sein – und vielleicht ist Joachim daran nicht unbeteiligt.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Likes für Bassflöten-Quartett? Junge Berliner Komponisten und ihr Umgang mit Social Media

Von Martina Brandorff. Facebook, Twitter und Instagram sind für vor allem jüngere zeitgenössische Komponisten Teil der künstlerischen Persönlichkeitsinszenierung geworden. Die Art und Weise der Nutzung sozialer Netzwerke ist individuell jedoch sehr unterschiedlich. Während Eres Holz gelegentlich Konzertankündigungen oder Aufnahmen seiner Stücke postet, entschied sich Johannes Borowski gegen einen Facebook-Account. Malte Giesen sieht sich im Konflikt als Künstler und als Privatperson, und Genoel von Lilienstern vergleicht die Situation in Berlin mit der in Los Angeles. Autorin Martina Brandorff sprach mit fünf in Berlin ansässigen musikalischen Urhebern über deren Social-Media-Erfahrungen. Ihre Sendung diskutiert, was soziale Netzwerke heute für den künstlerischen Austausch, die Selbstvermarktung und gar den künstlerischen Ausdruck bedeuten (können).

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt – Das Rudolstadt-Festival 2018 (I) Von Ulrike Zöller


15.07.2018


15:05 bis 16:00 | Bayern 2
Hörspiel: Andreas Neumeister: Angela Davis löscht ihre Website

Mit Tanja Kübler, Noe Noack, Christiane Roßbach, Heiko Ruprecht, Ralf Summer und Peter Veit. Komposition: Diska. Regie: Barbara Schäfer. BR 2004

Man unterscheidet Leute, die man aus dem Fernsehen kennt, von Leuten, die man nicht aus dem Fernsehen kennt, von Leuten, die man gar nicht kennt. Man unterscheidet Orte, die man aus dem Fernsehen kennt, von Orten, die man nicht aus dem Fernsehen kennt, von Orten, die man gar nicht kennt. Und erst wenn schließlich auch die Werbeblöcke gestrichen werden, so eine zuverlässige Faustregel, ist die Sache da draußen wirklich ernst.

Neumeister verbindet in seinen Texten politisches Denken und Pop. Seine literarischen Arbeiten sind Charts, Abbildungen und Originalzitate aus Werbung, Fernsehen und Internet. Das Arrangement der Zitate, die Reihung und Dramaturgie des Nach-Gesprochenen, Nach-Gedachten und Nach-Gemachten tritt gegen die Medienwirklichkeit an. So bezieht sich der Titel des Stücks auf eine Zeitungsmeldung, wonach die Bürgerrechtlerin und Philosophin Angela Davis nach dem 11. September 2001 ihre Website vom Netz genommen hatte.

Andreas Neumeister, geb. 1959, Schriftsteller. Romane u.a. „Salz im Blut“ (1990), „Ausdeutschen“ (1994), „Angela Davis löscht ihre Website“ (2002), „Könnte Köln sein“ (2008). BR-Hörspiele u.a. „…und die Sirenen heulten lichterloh“ (1992), „Prima Leben Und Sparen“ (1998), „MYA. über die Zukunft des Kapitalismus war alles bekannt“ (2010).

17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Vive la Marseillaise! – Die Geschichte einer Hymne

Als Hymne der französischen Revolution steht die Marseillaise noch heute für die Ideale von Freiheit und Gleichheit schlechthin. Auch als musikalisches Symbol wird sie immer wieder zitiert.

Ob in einem Liebeslied der Beatles oder als Arbeiter-Marseillaise der deutschen Arbeiterbewegung, ob im Casablanca-Film, wo sie über deutsch-nationale Lieder triumphiert oder in Tschaikowskys „Ouvertüre 1812“, wo sie für die geschlagenen Truppen Napoleons steht: Die Marseillaise ist musikalisch allgegenwärtig.

19:04 bis 20:00 | WDR 3
WDR 3 Hörspiel: Aus dem Bauch der Digitalisierung – Von Frank Odenthal

Regie: Ulrich Gerhardt. Aufnahme des rbb 2017. Auch die digitalisierte Welt von heute braucht Bodenpersonal. Menschen, die völlig sinnentleert die Realität um sie herum in Daten wandeln. Frank Odenthal war einer von ihnen.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Die Wendung zum Musikfeind – Stefan George und die Tonkunst

Von Albrecht Dümling. Ermutigt durch die französischen Symbolisten, begann Stefan George als Wagnerianer. Dann aber kehrte er sich abrupt von der Musik ab und propagierte eine nur aus Worten bestehende Tonkunst, die eher mit Skulptur und Architektur verwandt war. Trotz dieser Wendung, deren Hintergründen die Sendung nachgeht, beeindruckte seine artifizielle Lyrik Komponisten wie Arnold Schönberg und Anton Webern.

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt – Das Rudolstadt-Festival 2018 (II) – Von Ulrike Zöller

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Martin Hufner

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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