Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 02.07. bis 08.07.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 27. Schwerpunkte: Peter Ruzicka, Ilhan Mimaroglu, Ensemble Neue Horizonte Bern, Das mystische Klavier, Evan Gardner, Werkzeuge der Neuen Musik, ensemble 20/21 der Musikhochschule Köln, Wolke-Verlag, Britten-Musikfestival in Aldeburgh und Wechselgesänge und -bilder.

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02.07.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Peter Ruzicka zum 70. Geburtstag

Mit Andreas Göbel. Er zählt zu den erfolgreichsten Vertretern nicht nur der zeitgenössischen Musik, ob als Komponist, Dirigent oder Intendant. Ausgehend von der These, dass „wirklich neues musikalisches Material nicht mehr zur Disposition stehe, dass ein Vorwärtsdrängen des Komponisten in unbekanntes Neuland nicht mehr möglich sei“, schreibt Peter Ruzicka Musik über Musik als „allein noch mögliche Konsequenz einer kunsthistorischen Entwicklung“. Morgen, am 3. Juli, ist der 70. Geburtstag von Peter Ruzicka.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Music plus One: Der türkische Komponist Ilhan Mimaroglu (1926 – 2012)

Von Stefan Fricke. Ilhan Mimaroglu war ein Ausnahmemusiker. Als der Sohn eines berühmten Istanbuler Architekten und Absolvent eines Jura-Studiums in Ankara in den 1960er-Jahren vom Bosporus an den East River zog, wusste er nicht, dass er quasi sein Leben lang in New York bleiben würde. Im Big Apple realisierte er höchst eindrucksvolle Stücke für Lautsprecher allein oder – um eine gängige Formulierung zu variieren – mit teils vorab produziertem Live-Zuspiel von Instrumentalisten, suchte er eigene Wege des „Third Streams“, betätigte er sich als famoser Plattenproduzent für Jazz und experimentelle Musik. Nebenbei entdeckte er die bruitistischen Klangspiele des Künstlers Jean Dubuffet, präsentierte sie im amerikanischen Rundfunk. Überhaupt publizierte er viel: Mehr als zehn Bücher zur Musik hat er verfasst, allesamt auf Türkisch, darunter die ersten Publikationen zur Elektronischen und zur Neuen Musik sowie zum zeitgenössischen Jazz. Er war in jeder Hinsicht ein Pionier der Avantgarde für die kulturelle Entwicklung seiner Heimat: Regelmäßig schickte er Tonbänder nach Ankara zum TRT. Und der öffentlich-rechtliche Rundfunk der Türkei sendete sie – die Neue Musik des Westen, kommentiert von Ilhan Mimaroglu. (Produktion 2016)


03.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Spielformen und Formspiele – 50 Jahre Ensemble Neue Horizonte Bern

Von Hubert Steins. Spezialität des Berner Ensembles sind offene Spielkonzepte und alternative Strategien.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Rudolf Alberth: Serenade (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Rudolf Alberth); Meinrad Schmitt: „A something in a summer’s day“ (Georg Mosley, Bariton; Therese Reichling, Harfe); Werner Egk: Geigenmusik mit Orchester (Hans Maile, Violine; Radio-Symphonie-Orchester Berlin: Alexander Sander); Rudolf Mors: „Vier Sommerlieder“ (Gabriele Czerepan, Sopran; Anja David, Klavier); Arthur Piechler: Bläserquintett, op. 58 (Roseau-Quintett); Wilhelm Killmayer: „Schweigen und Kindheit“ (Markus Schäfer, Tenor; Siegfried Mauser, Klavier); Carl Orff: Zwei Taktwechseltänze (Carolin Widmann, Violine; Sabina Lehrmann, Violoncello)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Fragmente aus der Zukunft – Zum 70. Geburtstag von Peter Ruzicka

Von Margarete Zander. Als Komponist, Intendant und Dirigent gestaltet Peter Ruzicka (geb. 3. Juli 1948) das internationale Musikleben des 20. Jahrhunderts kreativ und einflussreich mit. Er feiert die Schönheit der Musik fast vergessener Komponisten wie Allan Petterson oder George Enescu und gibt mit den verführerischen Klängen seiner Musik emotionale Denkanstöße. In der aktuellen Oper „Benjamin“ (um den Philosophen Walter Benjamin) geht es um existentielle Übergänge. Die Uraufführung war am 3. Juni 2018 in der Staatsoper Hamburg.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte – Zum 70. Geburtstag von Peter Ruzicka – Ein Porträt

Intendant der Salzburger Festspiele, Künstlerischer Leiter der Münchner Biennale für Zeitgenössisches Musiktheater, Dirigent, Komponist mit Aufträgen weltweit, Hochschulprofessor, Präsident der Theaterakademie und und und … Peter Ruzicka ist international einer der erfolgreichsten Orchester- und Festivalmanager sowie selbst schaffender Künstler – eine seltene Liaison. Derzeit arbeitet er an einer Oper für Hamburg, für die „musica viva“ im Herbst schreibt er ein neues Trompetenkonzert. Am 3. Juli feiert der gebürtige Düsseldorfer seinen 70. Geburtstag. Eine Sendung von Johann Jahn

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: The Speaker – Ein Hörstück von Pan Daijing, Valerio Tricoli und Werner Dafeldecker

Stimme und Performance: Pan Daijing. Tonbandmaschine und Echtzeit-Sampling: Valerio Tricoli. Diffusion und Funktionsgeneratoren: Werner Dafeldecker. (Produktion: Die Autoren 2018)

Selbstgespräche können völlig normal sein, aber auch pathologisch – sich komisch, unterhaltsam, ein wenig abgedreht oder seltsam schräg, aber auch unheimlich anhören. Im Stück stellt sich die Sprecherin die Frage „Woher weiß ich, dass neben mir noch andere Menschen existieren?“ Gedanken zu Solipsismus, Paranoia und Identität gehen über in Improvisationen für Stimme, Bandmaschine und sechs mobile Lautsprecher. Elektronische und vokale Klänge werden in Echtzeit gesampelt, verschoben, modifiziert und transformiert. Eine sich ständig verändernde, psychoakustische Klangumgebung entsteht.


04.07.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Stefan Hippe: „Annacamento“ (ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Roland Schmidt: „Deep within the Ravine“ (Roland Schmidt, Schlagzeug); Klaus Ospald: „La ginestra o il fiore del deserto“, Sovente in queste rive … (WDR Sinfonieorchester Köln: Rupert Hubert); Rolf Rudin: „Der Spinnerin Nachtlied“ (musica-viva-chor bamberg: Fritz Braun); H. E. Erwin Walther: „Katenaria“ (Frank Gutschmidt, Klavier); Werner Jacob: Quartett 1960 (Mitglieder des Aulos-Bläserquintetts); Hans-Günter Brodmann: „Ein Flug über’s Kuckucksnest“ (Brodmann-Pausch Percussion Duo)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Der Klang der Boulevards – Musikalisches Sightseeing in Paris

Kaisers Klänge machen heute ein musikalisches Sightseeing in Paris! Unsere Stadtführer sind alt eingesessene Pariser wie Jean Cocteau, Jacques Ibert und Maurice Ravel, die Klingendes über ihre Stadt zusammentragen.

Die Chansonniers von Trenet bis Piaf singen über die Liebe unter den Brücken der Seine. Zusammen mit anderen Touristen namens Gershwin, Weill und Cole Porter schlendern wir über die Boulevards. Und natürlich fahren wir auch einmal den Eiffelturm hinauf!

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell – Mit Andreas Göbel

21:28 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: SWR JetztMusik in Donaueschingen – Das mystische Klavier (2/2)

Martin Klett (Klavier). George Crumb: Makrokosmos Volume I, 12 Fantasiestücke über den Tierkreis (1972) für elektrisch verstärktes Klavier | Frank Bridge: „Dusk“, „The Dew Fairy“ und „The Midnight Tide“ aus The Hour Glass für Klavier. (Konzert vom 3. Mai im Strawinsky Saal, Donauhallen, Donaueschingen)

Das bürgerliche Musikmöbel des Klaviers wird in der Musik des 20. Jahrhunderts gründlich entstaubt. Sowohl durch die Hand von Komponisten, als auch durch die der Pianisten. Auch der junge Pianist Martin Klett erkundet das Klavier neu, um ihm klangmagische Welten zu entlocken. Bei George Crumb weitet sich das Instrument in kosmische Dimensionen aus.


05.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Evan Gardner

Evan Gardner: „Sonic Voyeur II“ für Flöte, Klarinette, Violine, Viola und Violoncello; Zafraan Ensemble | „Scandinavian Knitting“ für Orchester. Philharmonisches Orchester Bergen; Leitung: Dima Slobodeniouk | „No Thanks“, Five poems by E.E.Cummings. Anne Montandon, Mezzosopran; Laurent Bruttin, Klarinette; Olivier Marron, Violoncello

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Nicolaus A. Huber: „Nocturnes“ (Christoph Eschenbach); Nicolaus Richter de Vroe: „Avenir“ (Wolfgang Mitterer, Orgel; Chor des Bayerischen Rundfunks: Johannes Kalitzke); Karl Amadeus Hartmann: Symphonie Nr. 7 (Emilio Pomarico); Jörg Widmann: „Dubairische Tänze“ (Peter Rundel)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement

Adriana Hölszky: High Way für Akkordeon und Ensemble – Roses of Shadow – Phase I | Violeta Dinescu: Et pourtant c’est mieux qu’en hiver | Walentin Silwestrow: 8.VI 1810… Zum Geburtstag R.A. Schumann | Benjamin Britten: Nocturnal after John Dowland | Georg Friedrich Haas: Ich suchte, aber ich fand ihn nicht | Friedrich Cerha: Intermezzo für Orchester | Alban Berg: 3 Orchesterstücke op. 6

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Nicht-europäische Instrumente, Teil 1

Von Martina Seeber. Schon die Alten wussten, Musik ist erst Musik, wenn sie klingt. Das ist in der zeitgenössischen Musik nicht anders als in der davor komponierten.

Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, der Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Bombenteppich – Hörspiel von Philipp Löhle

Der 1987 in Baden-Baden aufgewachsene Dramatiker Philipp Löhle, mittlerweile einer der interessantesten und meistgespielten deutschsprachigen Autoren am Theater, legt mit „Bombenteppich“ sein Hörspiel-Debüt vor. Ein Deutscher wird entführt! Irgendwo in einem fernen Land, wo Gewalt, Korruption und Willkürherrschaft zum Alltag gehört. Der Mann wurde als Ingenieur hierher geschickt, um die EDV des Goethe-Instituts auf Vordermann zu bringen. Sein Pech: Er übernachtete im Haus des deutschen Botschafters. Jetzt soll er als Geisel eingetauscht werden. Aber gegen was? Gegen Lösegeld? Oder die Freilassung inhaftierter Freiheitskämpfer? So genau weiß der Mann das nicht, denn er ist isoliert und er versteht die Sprache der Geiselnehmer nicht. Immer wieder wird er an einen anderen Ort verschleppt, eingesperrt, misshandelt; je länger seine Gefangenschaft dauert, umso ungenauer wird das Geschehen. Die Paranoia wächst, die Hoffnung auf Rettung schwindet. Und was haben die Kampfjets zu bedeuten?

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte – Siemenspreisverleihung 2018 (I)

Musik des Hauptpreisträgers Beat Furrer sowie Werke der Förderpreisträger Clara Iannotta, Timothy McCormack und Oriol Saladrigues Aufnahme vom 3. Mai 2018 im Prinzregententheater München. Teil II: Dienstag, 10. Juli 2018, 22.05 Uhr


06.07.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Darknet Poetry – Von Lasse-Marc Riek und Tobias Schmitt

Zu Erkundungszwecken schicken zwei Klangkünstler selbst programmierte Bots ins Darknet.

Jenseits der Suchmaschinen liegt das Darknet. Einerseits gilt es als die dunkle Seite des Internets – Kriminalität, Drogenhandel, Schattenwirtschaft. Anderseits steht es in Zeiten von Abhörskandalen und Whistleblowern für Anonymität und freien Zugang. Für ‚Darknet Poetry‘ ließen die beiden Autoren sogenannte Onion-Seiten von selbst programmierten Bots durchstöbern. Die gesammelten Textfragmente speisten sie verschlüsselt in eine Klangkomposition ein, die die Parallelwelt in ihren verschiedenen Facetten hörbar macht.

Lasse Marc Riek, geboren 1975 in Bad Segeberg, ist Klangkünstler. Seine Arbeiten sind interdisziplinär und gehören sowohl der Bildenden Kunst als auch der Klangkunst an. Riek ist Mitbegründer des Labels „Gruenrekorder“, das sich auf Soundscapes, Field Recordings und Elektroakustische Kompositionen konzentriert. Zahlreiche Ausstellungen, Konzerte und Hörfunkproduktionen. Für die Sendereihe „Geräusch des Monats“ von Deutschlandradio Kultur schuf er die Reihe: „Kalenderstücke“ (2010)

Tobias Schmitt, geboren 1975 in Frankfurt am Main arbeitet als Klangkünstler und Kurator. Zahlreiche Veröffentlichungen und Konzerte im In- und Ausland.

Lasse-Marc Riek und Tobias Schmitt sind seit 2003 zudem als Klangkunst-Duo „Waldlust“ unterwegs.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Harald Genzmer: Trio (Ensemble Berlin); Robert Delanoff: „Suite populaire“ (Duo Bohemico); Moritz Eggert: „Singet leise“ (Irene Kurka, Sopran; Moritz Eggert, Klavier); Karl Marx: Klaviertrio, op. 73 (Sreten Krstic, Violine; Heinrich Klug, Violoncello; Rosemarie Ammende-Haaf, Klavier); Günter Bialas: Quartett Nr. 4 (Minguet-Quartett); Hermann Wolfgang von Waltershausen: Vierstimmige Fuge über B-A-C-H (Gottfried Sirotek, Oboe; Hans-Dieter Kruse, Viola da gamba; Heinrich Köthe, Violine; Christoph Hellmann, Violoncello)

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Tom Heithoff: Der Aufstand

Auch Millionäre haben Probleme. Die Schere zwischen steigendem Kontostand und täglichen Ausgaben wird immer größer. Kostet doch nichts mehr wirklich was. Fernseher, Butter, Autos – gibt’s inzwischen alles zum Schnäppchenpreis. Sogar das Drei-Gänge-Menü im Fünfsternerestaurant wird einem hinterhergeworfen. Und wenn man mit Glück wirklich noch was findet, was anständig teuer ist – Cabrio, Jacht oder Pelz zum Beispiel – wird man sofort angefeindet, kriegt eine Bierflasche übers Fell gekippt oder jemand spuckt ins Cabrio. Niemand kann einen leiden, wenn man Geld hat, aber los wird man es auch nicht. Aber irgendwann reicht es. Einsam und ausgegrenzt organisiert sich die Oberklasse und geht endlich an die Öffentlichkeit.

Tom Heithoff, geb. 1964, Hörspiel- und Featureautor. Weitere Autorenproduktionen u.a. „La vie en rose – Vom Leben und Überleben in Paris“ (2014), „Stechen, Brennen, Hobeln“ (2016), „Drummrum“ (2017).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Erst diskutieren, dann musizieren – Das ensemble 20/21 der Musikhochschule Köln

Von Leonie Reineke. Der Name des ‚ensemble 20/21′ ist Programm: Als Formation aus Studierenden der Kölner Musikhochschule erkunden junge Instrumentalisten die Musik von heute und morgen. Aber auch der Moderne des vergangenen Jahrhunderts spüren sie nach. Exzentrische Konzertprogramme sind hier eher die Regel als die Ausnahme. Gründer und Leiter des Ensembles, David Smeyers, setzt vor allem auf Diskurs. Ihm geht es nicht darum, seine Studierenden nur für virtuose Partien und komplexe Spieltechniken zu wappnen. Immer werden auch historische Kontexte, philosophische Hintergründe oder gesellschaftspolitische Wirkungen von Musik diskutiert.


07.07.2018


22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Michael Blake’s ,Philosophy of Composition‘. Am Mikrofon: Georg Beck. Was heute Neue Musik in Südafrika darstellt, daran ist Michael Blake nicht ganz unbeteiligt. Sein künstlerisches Fundament legte Blake, Jahrgang 1951, indes im Exil. Aus Abscheu vor dem Apartheid-System übersiedelte er 1977 nach London, um erst 1998, vier Jahre nach der ,südafrikanischen Wende‘, zurückzukehren. Die Londoner Jahre waren gut für seine Entwicklung als Komponist wie für seine Glaubwürdigkeit als Künstler. Sie bewahrten ihn vor dem Opportunismus der Wendehälse und deren ,Apartheid-Kitsch‘, der schlechten Vermählung von westlicher und afrikanischer Musik. Dabei ist das Afrikanische ein Thema, das auch Michael Blake interessiert. Bei ihm allerdings ohne alle Niedlichkeit. Zyklische Form, Puls, Rhythmik – all dies geht auch in seine Partituren ein: ironisch gebrochen, fragmentiert und nicht selten, wie im Film, mit harten Schnitten.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | [Pagina 1] – Der Wolke-Verlag

Vorgestellt von Juana Zimmermann. In Hofheim-Diedenbergen im Taunus, von wo aus man zwar bis Frankfurt gucken kann, aber nur selten ein Bus hält, hat der Wolke-Verlag seinen Standort.

Anfang der 1980er Jahre, als Idee vier Studierender entstanden, widmet sich das erste Wolke-Projekt der deutschsprachigen Ausgabe von Erik Saties Briefen. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Texte von und zu KomponistInnen wie Mauricio Kagel, Bernd Alois Zimmermann, Klaus Huber, Dieter Schnebel und Jennifer Walshe, um nur ganz wenige zu nennen, erscheinen hier. Zudem Studien zur Improvisierten Musik und zur Musikästhetik. Vor allem die avancierte Musik des 20./21. Jahrhunderts prägt die Wolke-Arbeit, die wertvolle Nischenarbeit für die Musikgeschichte leistet und selbst schon ein Teil derselben geworden ist.


08.07.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Von Haifischen und Seeräuberbräuten –

In diesem Jahr wird die Dreigroschenoper 90 Jahre alt. Sie war der große Theaterschlager der Weimarer Republik und hat sich bis heute auf den Spielplänen gehalten.

Am berühmtesten aber sind ihre Songs. Vom „Mäckie Messer“ bis zur „Seeräuberjenny“ haben alle Sänger, die etwas auf sich halten, die Songs schon einmal nachgesungen. Wir erzählen die Story der „Dreigroschenoper“ heute neu: anhand der schönsten Coverversionen.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Konzertsaal mit Malzgeschmack – Das Britten-Musikfestival in Aldeburgh

Von Kirsten Liese. Benjamin Britten gründete 1948 ein Musikfestival in seinem Wohnort Aldeburgh. Heute, 70 Jahre später, hat es sich neben Glyndebourne als eines der bedeutendsten in England etabliert. Der Ort Aldeburgh liegt an der Küste der englischen Grafschaft Suffolk. Die alte Malzfabrik Snape Maltings wurde dort zu einem Konzertsaal umfunktioniert. Das ehemalige Fischerstädtchen ist heute ganz und gar geprägt durch den britischen Komponisten. Das ganze Jahr über werden Konzerte und Education-Programme veranstaltet. Vor allem aber zur Festspielzeit tummeln sich zahlreiche Besucher in dem dünn besiedelten Landstrich. Nachdem das Festival im vergangenen Jahr das 50-jährige Jubiläum des Konzertsaals feierte, legt es in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf das kompositorische Schaffen Leonard Bernsteins.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Wechselgesänge und -bilder

Bernd Alois Zimmermann: Antiphonen für Viola und kleines Orchester; Simone Jandl; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Titus Engel.  | Georg Kröll: Wechselbilder, Episoden für Kammerorchester; Simone Jandl, Viola; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Titus Engel

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Martin Hufner

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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