Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 21.05. bis 27.05.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 21. Schwerpunkte: Klaus K. Hübler, Charlotte Seither, Konstantia Gourzi, Hans-Joachim Hespos, Christina Maria Schauer und zum Beispiel ein Feature von Gisela Nauck: „Soziale Einmischung – Ein Erbe der Avantgarde wird reanimiert“.

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21.05.2018


18:20 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel am Feiertag: November 1918 (5/5)

Eine deutsche Revolution. Mehrteiliges Hörspiel nach dem Erzählwerk von Alfred Döblin. Karl und Rosa (2). Musik: Martina Eisenreich. Hörspielbearbeitung: Norbert Schaeffer

19:04 bis 20:00 | hr2-kultur
Hörbar Klangkunst

Überall und jederzeit hören wir etwas. Manch einer nennt diese audiblen Ereignisse Geräusch, eine andere Musik, ein dritter Klangkunst, letzteres vor allem dann wenn es auch was zu sehen gibt.

Musik hat ihre angestammten Orte längst verlassen, ebenso ihr ureigentliches Material: den reinen Klang. Musik heute ist grenzenlos, sitzt oft zwischen den Stühlen der traditionellen Gattungen. Sie sucht Verbindungen zur Bildenden Kunst, zur Architektur. Musik wird sichtbar – wie die visuellen Künste auch hörbar werden. „Eine Plastik hört man, ehe man sie sieht“ (Joseph Beuys). Kunst-Amalgame allerorten. hr2-Redakteur Stefan Fricke navigiert in zweimal sechzig Minuten durch einige Klangkunst-Positionen, collagiert mit sonoren Materialien anderer – viel Sound und wenig Wort – eine zweiteilige, durchhörbare Klangkunst-Landschaft. Eine Collage von Stefan Fricke, Teil 2

22:00 bis 22:30 | hr2-kultur
Im Labyrinth des Hörens: Mit der Sopranistin und Tubistin Christina Maria Schauer

Ein Blechblasinstrument ist im Sinne der Instrumentenbaukunde noch kein vollständiges Instrument. Erst durch den Menschen wird es zu einem lebendigen Klangkörper. Christina Maria Schauer zeigt, wie sich Atemluft in Vibrationen, Klang und Musik verwandelt.

Singen und Blechblasen basieren im Grunde auf denselben physikalischen und anatomischen Gegebenheiten. Es ist unglaublich spannend, am eigenen Körper zu erleben, wie ein Sound mit Hilfe von Atem, Lippen und Resonanzraum entsteht. Christina Maria Schauer ist klassisch ausgebildete Musikerin in den Fächern Tuba, Gesang und Musikpädagogik. Im „Labyrinth des Hörens“ hilft sie den Besuchern, eigene stimmliche Erfahrungen zu machen und zeigt, welch breites Klangfeld zwischen Naturlauten und „klassischem“ Klang sich in der Verbindung von menschlicher und instrumentaler Stimmgebung eröffnet: vom Jodeln übers Didgeridoo und Alphorn bis zum Belcanto und den weichen, runden und vollen Tubatönen.

Das „Labyrinth des Hörens“ ist eine Veranstaltungsreihe des hr2-Hörfests Wiesbaden. Mitschnitt vom 25. Januar 2018 im Literaturhaus Villa Clementine. Mehr zum Thema: www.christina-schauer.de

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Faszination Schallplatte – Von der Wiederauferstehung eines totgesagten Mediums

Von Friederike Kenneweg. Zur Renaissance der Vinyl-Schallplatte. Mit dem Aufkommen der CD Anfang der 90er-Jahre wurde der Schallplatte ein baldiges Ende vorausgesagt. In Nischen, bei Sammlern, Liebhabern und Künstlern, die für ihr Schaffen auf ihre charakteristischen Eigenschaften angewiesen waren, überdauerte sie die Krise. Heute ist das fast verdrängte Medium wieder im Aufwind. Bands produzieren keine CDs mehr, sondern pressen ihre Musik nur noch auf Vinyl. Auch junge Leute wünschen sich wieder Plattenspieler und lauschen fasziniert dem Knistern, wenn sich die Nadel auf den Plattenteller senkt. Nichts als eine Mode? Oder ist mehr dran an dem Hype ums Vinyl?

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Zimmer 205 – Jahr 2018, Studierende der Kompositionsklassen von Markus Hechtle und Wolfgang Rihm stellen sich vor

Komponieren scheint nach wie vor attraktiv zu sein. Zumindest wenn der Blick auf den komponierenden Nachwuchs an den deutschen Musikhochschulen fällt. Ein Kompositionsstudium ist immer noch gefragt. Natürlich mag das Handwerk bei einem solchen Studiengang immer noch wichtig zu sein, allein die Diversität der Neuen Musik-Szene, in der sich der Nachwuchs schließlich zu behaupten hat, bringt auch eine gewisse Orientierungslosigkeit mit sich. An der Musikhochschule in Karlsruhe wird im schönen Schloss Gottesaue die nächste Generation auf das kompositorische Überleben in den Klassen von Markus Hechtle und Wolfgang Rihm vorbereitet.

In einem kollektiven Selbstporträt stellen sich Haosi Howard Chen, Moritz Laßmann, Esther Lee, Elina Lukijanova, Jakob Raab, Hovik Sardaryan und Guang Yang aus den Kompositionsklassen von Markus Hechtle und Wolfgang Rihm an der Musikhochschule in Karlsruhe vor und geben einen ästhetischen Einblick, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.


22.05.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Heiliger Ernst und teuflischer Spaß – ’68 und die Neue Musik (3/4)

Teach in – Wie wird Musik politisch?. Von Werner Klüppelholz. Von der saxofonspielenden Kuh oder: Kann Musik politisch sein?

20:10 bis 21:00 | Deutschlandfunk
Hörspiel. Interview mit einem Stern (3/4)

Von Ernst Schnabel. Komposition: Johannes Aschenbrenner. Regie: Fritz Schröder-Jahn. Mit Hardy Krüger, Heinz Klevenow, Heinz Klingenberg, Eduard Marks, Louise Dorsay, Vera Schult, Ernst Schnabel, u.a. Produktion: NWDR 1951. Länge: ca 49′

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: „Fantastische Unruhen, damit das Leben Freude macht“ – Der Komponist Hans-Joachim Hespos

Von Margarete Zander. 80 Jahre alt ist er und fordert, sich die Neugierde von Kindern zu bewahren. Drei Tage lang wird seine Musik in Hannover gefeiert (8. – 10.6.). Mit Kammermusik, Filmen, Vorträgen. Seine Musik bewegt sich zwischen Faszination und Schrecken. Wir machen Sie im Gespräch mit dem Komponisten fit für das Risiko.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Ny-él. Klänge aus dem weißen Garten – Die griechische Komponistin und Dirigentin Konstantia Gourzi

„Klangneugier und Klangsehnsucht“ treiben sie an. Und ein Verständnis, wonach „Komponieren ganz einfach die Sehnsucht zu kommunizieren“ ist. Die Verbindung von Gegensätzen, von verschiedenen Zeiten und Kulturkreisen, von Vergangenheit und Gegenwart stehen im Fokus ihres Schaffens. Zwischen der Musiktradition Griechenlands und den Klängen Westeuropas sucht Konstantia Gourzi ihre eigene musikalische Sprache. In ihren Werken bezieht die 1962 in Athen geborene Komponistin, Dirigentin und Pianistin immer wieder die Jahrhunderte alte Tradition der griechisch-orthodoxen Kirche mit ein, verwendet Gedichte griechischer Mönche, lässt Instrumente ihrer Heimat erklingen. Sie zelebriert in ihnen die Begegnung der Kulturen, den Brückenschlag zwischen Ost und West. Und sie ist eine kreative Vermittlerin zeitgenössischer Musik. Unermüdlich und tiefgründig kämpft die einstige Assistentin von Abbado, Haitink und Günter Wand für ihre Studenten, Ensembles und Projekte, sucht immer wieder Austausch, Dialog und Vermittlung. Eine Fülle von Engagements und Aktivitäten, die mühelos für mehrere Leben und Karrieren ausreichen würden. Ihre Klangneugier wächst dabei immer noch. Eine Sendung von Susanne Schmerda


23.05.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Gamelan und Gong – Vom Zauber der indonesischen Musik

Von der Musik Indonesiens waren europäische Musiker schon früh beeindruckt. So hatte der Auftritt eines Gamelan-Orchesters 1889 in Paris eine enorme Auswirkung auf die Entwicklung der impressionistischen Musik.

Später bauten sich Künstler und Komponisten Häuser auf „der glücklichen Insel“ Bali und übertrugen die dortige Musik auf westliche Instrumente. Selbst in der heutigen Minimal Music erkennt man noch die Rhythmen der indonesischen Gamelan-Orchester. (Wiederholung vom 14.10.2015)

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART – Die Komponistin Charlotte Seither

Mit Margarete Zander. „Wir müssen die Dinge ausreichend zerstört haben, um sie zu begreifen. Wir müssen sie aber auch sichtbar leimen und ihre Spuren und Narben in Rahmen legen, damit sie Ganzes und Teilheit und beides in einem sind“, so die Komponistin über die Ästhetik ihrer Musik. Darüber hinaus engagiert sich Charlotte Seither in zahlreichen Gremien, wie dem GEMA-Aufsichtsrat und dem Vorstand des deutschen Komponistenverbandes für die Interessen ihrer Zunft. Ein Porträt.

21:35 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: „Wondrous Love“ – Volkslieder aus verschiedenen Ländern Chanticleer

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT 2018

Rebecca Saunders: Unbreathed für Streichquartett (2017). (Deutsche Erstaufführung) / Joanna Bailie: Radio-Kaleidoscope für Streichquartett, Video and prerecorded sound (2017) (Deutsche Erstaufführung). Quatuor Diotima. (Konzert vom 2. Februar 2018 im Theaterhaus Stuttgart) / François Sarhan: Potence a paratonnerre (flipbook) für 8 Musiker, einen optionalen Sprecher und Dirigent (2017) (Uraufführung). Ensemble Mosaik. Leitung: Enno Poppe. (Konzert vom 31. Januar 2018 im Theaterhaus Stuttgart)

Drei Werke, die im Rahmen des Eclat Festivals 2018 erklangen, sind auf ihre Weise mit der Frage beschäftigt, wie und was Musik erzählen kann. Bei Rebecca Saunders steht eine entwickelnde Form im Mittelpunkt, bei Joanna Bailie sind es Klänge aus dem wirklichen Leben, bei François Sarhan hingegen tritt der Komponist persönlich auf die Bühne, um eine Geschichte zu erzählen.


24.05.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klaus K. Hübler (1956-2018)

„Feuerzauber auch Augenmusik“, Studie in/über Phantasmagorie für drei Flöten, Harfe und Violoncello. Ensemble Köln. Leitung: Robert HP Platz / „Opus breve“ für Violoncello solo. France-Marie Uitti, Violoncello / „Queneau und ich“ für Violine, Viola, Violoncello und Tonband mit Text und Morsezeichen. trio recherche / „Reißwerck“ für Gitarre solo. Peter Kortenkamp, Gitarre / Streichquartett Nr. 1 Arditti Quartet / „Arie dissolute“ für Viola und Kammerensemble. Barbara Maurer, Viola. Ensemble Köln. Leitung: Robert HP Platz

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Dieter Acker: Violinkonzert Nr. 1 (Saschko Gawriloff, Violine; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Georg Schmöhe); Philipp Mohler: „Viva la musica“, op. 41 (Gertraud Stoklassa, Sopran; Chor der Polizei München; Münchner Rundfunkorchester: Max Eisenrieth); Bernd Redmann: „Fiasko“ (Polnisches Radio- und Fernsehorchester: José Maria Florêncio); Fred M. Bauersachs: „Tretet ein durch dieses Tor“, op. 34 (Gerda Bauersachs, Sopran; Ulrich Reß, Tenor; Georg Fischer, Oboe; Wolfgang Scherer, Violine; Karl Maureen, Orgel; Günther Möller, Pauken; Chor und Orchester des Leopold-Mozart-Konservatoriums Augsburg: Klaus Volk); Roland Appel: „Petite Suite“ (Bernhard Walter, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Albrecht Weigler, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Vergessene Namen – Jüdische Musiker in München

Paul Frankenburger, Max Ettinger, Janis Szanto, Hebert Fromm, Heinrich Schalit, Lola Kronheimer: Diese Komponisten und Interpreten haben das Musikleben Münchens bis 1933 geprägt. Doch heute sind sie hier zu Lande praktisch unbekannt. Was ist mit ihnen passiert? Seitdem Künstler Wolfram Kastner 2006 im Münchner Stadtarchiv einige Namen deportierter und emigrierter jüdischer Musiker entdeckt hat, bemüht er sich, mehr über sie zu erfahren. Berufsverbote, KZ-Haft, Zwangsarbeit, Raub, Deportation, Vertreibung und Mord wirken bis heute nach, denn von vielen Musikern waren weder Fotos noch Tonaufnahmen oder Kompositionen zu finden. Von anderen kannte man zwar die Namen, ihre Kompositionen waren in Deutschland jedoch noch nie zu hören. 106 Biografien hat Kastner nachgezeichnet, Ergebnisse seiner umfangreichen Recherchen in Deutschland, den USA und Israel. Julia Smilga begibt sich zusammen mit Wolfram Kastner auf Spurensuche und entdeckt dabei ein völlig vergessenes Kapitel der Münchner Stadtgeschichte.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: HörBar „con passione“

Sprach-Klang-Fantasie von Wolfgang Korb (Sprecher) und Tatjana Masurenko (Viola). Direktübertragung aus dem KuBa Kulturzentrum am Eurobahnhof

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln

Hèctor Parra: Orgia – Irrisorio alito d´aria, nach dem gleichnamigen Drama von Pier Paolo Pasolini für modernes Ensemble und Barockorchester, Uraufführung. / Martin Matalon: Trame XIV für Klarinette solo und Ensemble, Uraufführung. / Martin Smolka: Semplice für alte und neue Instrumente / Bernd Alois Zimmermann: Sonate für Violine solo / Metamorphose, Musik zu einem Film von Miggel Wolgensinger für kleines Orchester / Suite, aus „Das Gelb und das Grün“ für kleines Orchester. Carl Rosman, Klarinette; Hannah Weirich, Violine; Ensemble Musikfabrik; Concerto Köln, Leitung: Stefan Asbury und Peter Rundel. Aufnahmen aus der Kölner Philharmonie und dem Kölner Funkhaus

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Heiliger Ernst und teuflischer Spaß – 1968 und die Neue Musik (Teil 3)

Im Konzert still zuhören müssen, ohne laut mitsingen zu können: Das ist eindeutig „autoritär“. Ebenso die Noten einer Partitur oder die Anweisungen eines Dirigenten zu befolgen. Der weltweite Kampf gegen Herrschaft und Autorität hat um 1968 auch die Neue Musik erfasst.

Improvisationsgruppen wurden gegründet, musikalische Laien durften mitspielen, kreativ zu werden stand jedem frei. Ein Schlüsselwort der Epoche hieß Partizipation, die etwa 1970 zu einer Revolte bei den Darmstädter Ferienkursen führte. Die ungeheure Politisierung aller gesellschaftlichen Bereiche fand ebenfalls in der Neuen Musik statt. Auf der Bühne, wo Opern über Revolutionsführer oder wenigstens rote Fahnen gezeigt wurden und – Raus aus dem Elfenbeinturm – jenseits der Bühne, wo Komponisten auf die Straße gingen, um mit Musik beispielsweise Demonstrationen zu unterstützen oder – wie Luigi Nono und Hans Werner Henze – den Ruf nach Veränderung der Verhältnisse mit Wurfgeschossen zu akzentuieren. Andere versuchten hingegen, aus dem Inneren der Musik heraus politisch zu wirken, etwa durch die Enthüllung von Manipulationstendenzen im musikalischen Material selbst. Peter Brötzmann, Nicolaus A. Huber, Thomas Kessler, Rolf Riehm, Dieter Schnebel, Urs Peter Schneider, Gerhard Stäbler, Walter Zimmermann und andere erinnern sich an diese äußerst bewegte Zeit und ziehen einen Vergleich zur heutigen Situation – der nicht unbedingt erbaulich ausfällt.

Eine Koproduktion von hr2-kultur und Deutschlandfunk Kultur. Redaktion: Stefan Fricke und Carolin Naujocks

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: We love Israel (5 bis 7/7)

Ein Hörspiel-Serial von Noam Brusilovsky und Ofer Waldman. Folge 5: Aussteiger. Folge 6: Kabarett. Folge 7: Am Flughafen Ben Gurion. Komposition: Tobias Purfürst / Yair Elazar Glotman. Regie: Noam Brusilovsky. Dramaturgie: Manfred Hess. (Produktion: SWR 2018 mit freundlicher Unterstützung des ARD-Büros Tel Aviv und in Kooperation mit Deutschlandradio)

Am 14. Mai 1948 endete das britische Mandat über Palästina. Am gleichen Nachmittag proklamierte Ben Gurion den Staat Israel.

„Im Jahr 2017/18 gehen zwei Israelis im Auftrag des SWR auf eine Reise, um nach der Liebe zu Israel zu suchen. Über ein Serial in sieben Stationen: von Berlin, wo die größte israelische Gemeinde außerhalb Israels lebt, von deutsch-christlichen Touristen in Israel, deutschen Schwulen in Tel Aviv, von Israel unterstützenden Organisationen wie Pegida und ‚Antifapro-Israel‘, aber auch von muslimisch-deutschen wie israelisch-jüdischen BDS Aktivisten. Deutsche und israelische Gesprächspartner im On-Interview legen das Stimmenfundament, das sich zwischen angebrachter Seriosität und exponierter Absurdität bewegt. Erweitert werden sie durch ’scripted reality‘, in der fiktive deutsche und israelische Figuren mit Schauspielern besetzt werden. Vor allem diese ‚Rollen‘ äußern all das, was man eigentlich nicht über die deutsch-israelische Beziehung sagen darf.“ Brusilovsky, Waldman

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Clara Iannotta: „A failed entertainment“ (Quatuor Diotima); Lisa Streich: „asche“ (ensemble recherche); Milica Djordjevic: „Sky Limited“ (Münchener Kammerorchester: Clemens Schuldt)


25.05.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: When Elephants Fight, It Is the Frogs That Suffer – A Sonic Graffiti (2016-2017)

Von Benjamin Patterson. Realisation: Bernd Schultheis. Feldaufnahmen: Frogs & Friends e.V.

Vokalperformer: Sabine Bode, Stephanie Busse, Valentina Dimitriadu-Karagiannis, Claudia Heidenreich, Christiane Henke, Gerold Hens, Martin Hütten, Keno Graumann, Elke Gruhn, Iannis Karanlik, Barbara Klinker, Joachim Kreimer de Fries, Johanna von Kuczkowski, Alfred Neugebauer, Luzie Nierle, Fanny Chrysostomos Papadimitriou, Marina Papoulia, Dr. Barbro Patterson, Elpiniki Reister, Theo Safaris Moschos, Pigi Mormouri, Irmela Splett-Neumann, Ann Nöel Williams

O-Töne: Martin Luther King, Nelson Mandela, Barack Obama, Benjamin Patterson. Produktion: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden / documenta 14, 2017. Länge: ca. 54’30. (Ursendung)

Die „Symphonie quakender Frösche“ ist das Vermächtnis eines humorvollen wie hochpolitischen Fluxus-Künstlers.

Der Frosch war das Lieblingstier der Fluxus-Bewegung. Er stand für den mutigen Sprung ins kalte Wasser und für die unergründliche Weisheit der Natur. Kurz vor seinem Tod machte der Fluxuspionier Benjamin Patterson den Frosch noch einmal zur Hauptfigur seiner Arbeit. Er konzipierte eine Installation für Athen und Kassel mit einer „Symphonie der quakenden Frösche“. Zu hören sind echtes und imitiertes Froschquaken, politische Statements, Zitate aus Aristophanes‘ „Die Frösche“ und dem Märchen vom Froschkönig.

„Meine Stücke, wie sie auf dem Papier erscheinen, haben weder materiellen noch abstrakten Wert. Einen Wert können sie nur in der Aufführung erreichen, und auch dann nur den persönlichen Wert, den der Teilnehmende selber seinem eigenen Verhalten und/oder dem der Gemeinschaft während und/oder nach der Erfahrung zumisst. Tatsächlich ist jedes Stück nur dies: eine Person, die bewusst dies oder das tut. Jede/r kann das tun.“ (Benjamin Patterson)

Für die documenta 14 ließ sich Ben Patterson vom Graffiti der Straßen Athens inspirieren. Doch noch vor der Festivaleröffnung verstarb der Fluxus-Wegbereiter. Der Nassauische Kunstverein Wiesbaden, mit dem Patterson seit Jahren eng verbunden war, hat in Kooperation mit seiner Tochter und dem Berliner Komponisten Bernd Schultheis die Umsetzung des Konzepts übernommen.

Benjamin Patterson, geboren 1934 in Pittsburgh, gestorben 2016 in Wiesbaden. Er galt als „Godfather of Fluxus“, nicht zuletzt weil er 1962 gemeinsam mit George Maciunas die legendären „Festspiele Neuester Musik“ organisierte. 2012 Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden. Zuletzt für Deutschlandradio Kultur: „What happened on the 29th Day in this Merry Month of May“ (2015).

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Heinz Benker: Suite für Harfe, kleines Schlagzeug und Streicher (Franziska Reinmiedl, Harfe; Frank Strobel, Schlagzeug; Kammerorchester des Pestalozzi-Gymnasiums: Ferdinand Preis); Hans Mielenz: Quartett in einem Satz, op. 113 (Grassauer Posaunenquartett); Johannes Tonio Kreusch: Aus „Crossing Borders“ (Johannes Tonio Kreusch, Gitarre); Robert M. Helmschrott: „Bucolica“ (Christoph Well, Blockflöte, Querflöte, Trompete, Alphorn, Dudelsack, Hackbrett, Harfe, Schlagwerk, Ballastsaite; Franz Hauk, Orgel)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Dienst-Schluss! Und dann? – Orchestermusiker im (Un)Ruhestand

Von Noemi Schneider. „Musiker gehen nicht in Rente, sie hören auf, wenn sie keine Musik mehr in sich haben.“ Dieser Ausspruch stammt von Louis Armstrong. Die Realität hat andere Regularien: Ob herbei gesehnt oder befürchtet – jedem angestellten Orchestermusiker flattert irgendwann der Rentenbescheid ins Haus. Das „Dienst-Ende“ ist ein besonderer Lebenseinschnitt, schließlich lassen sich Beruf und Berufung nur schwer voneinander trennen. Ob Frühberentung oder Pensionierung, das „letzte Drittel“ muss gemeistert werden. Und wie? Weiterspielen in Katar, Kammermusik mit Kollegen, Kabarett, soziales Engagement oder Weltumsegelung? Noemi Schneider hat mit pensionierten Solisten und Tuttisten über Abschiede, Ängste und Albträume, ungeahnte Freuden, neue Hobbies und musikalische Entdeckungen im (Un)Ruhestand gesprochen.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Françoise Cactus: Autobigophonie – Von Françoise Cactus

Mit Françoise Cactus, Patrick Catani, Brezel Göring, Chris Immler, Felix Kubin und anderen. Komposition: Brezel Göring. Realisation: Brezel Göring/Françoise Cactus. BR 2004

Françoise Cactus erzählt, wie alles gewesen sein könnte: Die Kindheit verbringt sie im Schloss ihrer Ahnen in einem französischen Kaff namens La Grenouillère, wo sie Zeugin der Leberzirrhose ihres Großvaters wird. Erste Jugendlieben fallen in die Zeit der Mairevolution ’68, an der sie sich mit der Plünderung der dörflichen Bäckerei beteiligt, und werden mit der Abschiebung ins Mädchenpensionat beendet. Sie verlässt die französische Provinz und geht

ins geteilte Berlin, wo sie unter anderem Schlagzeugerin der Mädchenband „Die Bomben“ wird. Auftritte in leeren Clubs und skurrilen Wohngemeinschaften im Berlin-Kreuzberg der 80er Jahre folgen.

Dem Hörspiel „Autobigophonie“ liegt der comichaft-absurde Text des gleichnamigen Buches zugrunde. Viele der über 100 kurzen Kapitel wurden von Françoise Cactus und Brezel Göring in Songs umgewandelt, Szenen mit befreundeten Berliner Musikern und Schauspielern umgesetzt, die Handlung wurde eingebettet in ein Register, das Figuren, Schlagwörter und Sponsoren verwaltet.

Françoise Cactus, geb. 1964, deutsch-französische Autorin, Musikerin und Zeichnerin. Gründungsmitglied der Band „ Total“. Weiteres BR-Hörspiel: „Patty Hearst – Princess and Terrorist“ (mit  Total, 2007).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Eine Sologeige hat ihre Grenzen…“ – Niklas Liepe und das Orchesterarrangement von Paganinis Capricen

Von Haino Rindler. Paganinis Capricen für Violine solo im Wiener Walzer? Für den Geiger Niklas Liepe passt das durchaus. Die 24 Capricen beschäftigen ihn, seit er zehn Jahre alt war. Sie haben ihn so sehr fasziniert, dass er mit dem Komponisten und Arrangeur Andreas N. Tarkmann gemeinsam überlegte, ob und welche Komponisten für ein Orchesterarrangement in Frage kämen. Ein Paganini-Projekt, das polarisiert. Am Ende aber war die Erkenntnis verblüffend: Paganinis Capricen funktionieren als Swing genauso wie als Wiener Walzer oder als Neue Musik. Im Einstand erzählt Niklas Liepe über sein musikalisches Abenteuer.


26.05.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Dienst-Schluss! Und dann? – Orchestermusiker im (Un)Ruhestand

Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr. „Musiker gehen nicht in Rente, sie hören auf, wenn sie keine Musik mehr in sich haben.“ Dieser Ausspruch stammt von Louis Armstrong. Die Realität hat andere Regularien: Ob herbei gesehnt oder befürchtet – jedem angestellten Orchestermusiker flattert irgendwann der Rentenbescheid ins Haus. Das „Dienst-Ende“ ist ein besonderer Lebenseinschnitt, schließlich lassen sich Beruf und Berufung nur schwer voneinander trennen. Ob Frühberentung oder Pensionierung, das „letzte Drittel“ muss gemeistert werden. Und wie? Weiterspielen in Katar, Kammermusik mit Kollegen, Kabarett, soziales Engagement oder Weltumsegelung? Noemi Schneider hat mit pensionierten Solisten und Tuttisten über Abschiede, Ängste und Albträume, ungeahnte Freuden, neue Hobbies und musikalische Entdeckungen im (Un)Ruhestand gesprochen.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Soziale Einmischung – Ein Erbe der Avantgarde wird reanimiert

Von Gisela Nauck. „Kunst muss (zu weit gehen)“ – so hat Helmut Oehring eine seiner jüngsten Musiktheaterarbeiten genannt. Dieser Satz Heinrich Bölls steht mottohaft für eine aktuelle Entwicklung, an der immer mehr und besonders jüngere Komponisten sich neu orientieren. Ein künstlerisches Selbstverständnis bricht sich gerade Bahn, das ausschließlich materialimmanente Selbstreflexion durch eine Musikkunst ersetzt, die sich in Politik und Leben einmischt. Mit entsprechenden Themen und Soundkonzepten, Veranstaltungsformaten und Festivalprogrammen. Dass es dabei sehr unterschiedliche Wege gibt, zeigen die kompositorischen Handlungsfelder von Isabel Mundry, Helmut Oehring und Christoph Ogiermann exemplarisch. Sie sprechen über mögliche Themen, Formen sozialer Einmischung und die Notwendigkeit von Authentizität.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | [Pagina 1] – Der Wolke-Verlag

Vorgestellt von Juana Zimmermann. In Hofheim-Diedenbergen im Taunus, von wo aus man zwar bis Frankfurt gucken kann, aber nur selten ein Bus hält, hat der Wolke-Verlag seinen Standort.

Anfang der 1980er Jahre, als Idee vier Studierender entstanden, widmet sich das erste Wolke-Projekt der deutschsprachigen Ausgabe von Erik Saties Briefen. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Texte von und zu KomponistInnen wie Mauricio Kagel, Bernd Alois Zimmermann, Klaus Huber, Dieter Schnebel und Jennifer Walshe, um nur ganz wenige zu nennen, erscheinen hier. Zudem Studien zur Improvisierten Musik und zur Musikästhetik. Vor allem die avancierte Musik des 20./21. Jahrhunderts prägt die Wolke-Arbeit, die wertvolle Nischenarbeit für die Musikgeschichte leistet und selbst schon ein Teil derselben geworden ist.


27.05.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Es geht ein dunkle Wolk herein – Musik zum 30-jährigen Krieg

Der längste Krieg, der jemals auf deutschem Boden stattfand, hat auch viel Musik mit sich gebracht, von 1618 bis heute. Zahlreiche Lieder erzählen vom Prager Fenstersturz und seinen Folgen.

Dramatische Musikwerke schildern die Schlachten und die Schrecken des Krieges. Dazu lassen die Landsknechte ihre Gesänge erklingen, die Marketenderin tanzt, die Sturmglocken läuten und die Bauern beten um Frieden.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Der Hass auf das Fremde – Die Ausstellung „Entartete Musik“, 80 Jahre nach der Eröffnung

Von Albrecht Dümling.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik – Hyperklaviere

Martin Grütter: Allheilmittel für Orchester mit Klavier und Hyperklavier; Ensemble Modern Orchestra, Leitung: Ilan Volkov. / Reinhard Febel: Hyperklavier für Klavier solo und 13 Instrumente; Nora Skuta; oenm . österreichisches ensemble für neue musik, Leitung: Hideto Nomura

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Vom Insider-Tipp zum Szenetreff – 30 Jahre Klezmer Festival Fürth

Neben Krakau, Toronto, Amsterdam und Wien zählt Fürth zu den wichtigsten und langlebigsten Klezmer Festivals weltweit. Seit seiner Gründung im Jahr 1988 hat es sich ständig weiterentwickelt und versteht sich als Abbild der jüdischen Musik im Hier und Jetzt. Das war auch im 30. Jubiläumsjahr wieder deutlich zu spüren. Ob traditionelles jiddisches Lied oder wilder Hardcore-Klezmer – die jüdische Kultur und Musik ist auf der ganzen Welt lebendig und erfindet sich immer wieder neu. Für jeden Geschmack war vom 9. bis zum 18. März im Kulturforum Fürth etwas dabei: klassischer Klezmer ebenso wie neue Stilrichtungen und Trends in den unterschiedlichsten Facetten. Nicht umsonst hatte das Fürther Klezmer Festival 2018 zum zweiten Mal den neuen Untertitel „& Jewish Music Today“. Susanne Alt hat das diesjährige Festival besucht und stellt ihre persönlichen Highlights vor. Mit dabei: die amerikanische Geigerin und Komponistin Alicia Svigals, die Grande Dame der New Yorker Klezmerszene und Mitbegründerin der Klezmatics, die in den 80er Jahren die Klezmer-Revival-Welle in den USA lostraten; das deutsche Trio Yas, das jüdische Volksmusiktradition mit griechisch-türkischen Einschlägen mischt; das Bait Jaffe Klezmer Orchestra aus der Schweiz, das traditionellen Klezmer mit Jazz und Klassik verbindet und 2018 sein 25-jähriges Bühnenjubiläum feiert; die israelische Sängerin Mor Karbasi, die sich der sephardischen Musik aus ihrer Heimat Israel, Persien und Marokko verschrieben hat; das Aletchko Trio aus Berlin, das Klezmer-Klänge und arabische Melodien des Nahen Ostens mit Jazz-Elementen zusammen bringt; die Band Gulaza aus Israel, die sich hingebungsvoll mit Liedern jemenitischer Jüdinnen beschäftigt; Ramzailech aus Israel, die ihren Stil selbst als Hardcore-Klezmer bezeichnen. Jüdische Tradition trifft hier krachend auf Punk und Rock! Eine Sendung von Susanne Alt

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei | | + posts

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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Martin Hufner

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