Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 22.01. bis 28.01.2018

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 4. Schwerpunkte: Gerriet K. Sharma, Christoph Renhart, Juan Allende-Blin, Klaus Huber, Gottfried von Einem, Xavier Dayer, Ernst Helmuth Flammer, Lukasz Szalankiewicz, Gerhard Rühm, Yiran Zhao +++ L’école de la claque, Donaueschinger Musiktage, EviMus – Tage für elektroakustische und visuelle Musik 2017, Experimentelle Musik in Neu Delhi, Art’s Birthday 2018, Orgelbauer in digitalen Zeiten, Geräuschwelten Münster 2017.

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22.01.2018


21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Der Komponist und Klangkünstler Gerriet K. Sharma

Mit Margarete Zander. Seine Dissertation trägt den Titel „Komponieren mit skulpturalen Klangphänomenen in der Computermusik“. In seinen Arbeiten erhalten Raumerfahrung und Klangstruktur gleichermaßen ästhetische Relevanz. In diesem Semester hat er die „Edgar-Varèse-Gastprofessur“ an der TU Berlin inne. Ein Porträt.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: L’école de la claque – Viel Applaus in Donaueschingen!

Von Lutz Neitzert. Die Neue Musik hatte immer schon ein ebenso sensibles wie traumatisches Verhältnis zum Applaus und – vor allem – zu dessen Gegenteil. In Donaueschingen versuchte Bill Dietz 2017 in einem subversiven Projekt unter dem Titel „L’école de la claque“ ein argloses Publikum mit Beifalls- oder Missfallenskundgebungen an unerwarteter Stelle aufzuschrecken. Dabei griff er auf klassische Methoden der „Claque“ zurück oder er rekonstruierte minutiös skandalträchtige Zuhörerreaktionen aus vergangenen Musiktagen.

23:03 | Ö1
Musikalische Eruptionen, kompositorische Stringenz. Christoph Renhart in der CD-Edition Zeitton

Gestaltung: Franz Josef Kerstinger. Die CD-Edition Zeitton bringt zwei Komponistenporträts pro Jahr heraus. Die CD mit Werken von Lukas Haselböck haben wir im Dezember vorgestellt. Aus Anlass des Erscheinens des Porträts von Christoph Renhart stellt Franz Josef Kerstinger den Grazer Komponisten Christoph Renhart vor.

Ein Foto: Auf dem Tisch eine aufgeschlagene Partitur, darauf ein Metronom, ein Dirigentenstab, daneben einige Bleistifte, dahinter der Musiker, der sich als Komponist, Pianist, Dirigent und – seit kurzem auch – als Konzertprogrammgestalter für Neue Musik dieser ganz besonderen Form künstlerischen Ausdrucks widmet. So präsentiert sich Christoph Renhart auf der Website der Österreichischen Gesellschaft für zeitgenössische Musik.

So nüchtern wie dieses Bild ist seine Musik keineswegs, ganz im Gegenteil. Sie werden sich wundern: Das Tonkünstlerorchester Niederösterreich, das Klangforum Wien, das Hugo-Wolf-Quartett, das Ensemble Kontrapunkte oder das Ensemble die reihe; das sind nur einige der prominenten Ensembles, die sich intensiv mit Stücken des Grazer Komponisten auseinandergesetzt und diese in Konzerten oder bei Festivals aufgeführt haben.


23.01.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Zeitspannen – Der Komponist Juan Allende-Blin

Von Florian Neuner. Kosmopolit und wie kaum jemand mit den Avantgarden der Moderne vertraut: Morgen wird Juan Allende-Blin 90 Jahre alt.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Max Reger: Klarinettenquintett A-Dur, op. 146 (Jörg Widmann, Klarinette; Vogler-Quartett); Joseph Suder: Vier Klavierstücke (Oliver Triendl, Klavier); Werner Egk: Polonaise, Adagio und Finale (Manfred Clement, Oboe; Ulf Rodenhäuser, Klarinette; Eberhard Marschall, Fagott; Johannes Ritzkowsky, Horn; Werner Booz, Kontrabass; Werner-Egk-Quartett); Wolfgang Edward Rebner: „Skurilia“ (Eduard Brunner, Klarinette; Johannes Fischer, Klavier); Bertold Hummel: Aus Quintett (Angelika Ruhland, Oboe; Robert Dreksler, Klarinette; Susanne von Hayn, Fagott; Christian Albert, Horn; Tamara Sverdlova, Klavier); Hans Stadlmair: „Concerto lirico“ (Uwe Komischke, Jagdhorn; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Die Seele muss vom Reittier steigen – Zum Andenken an Klaus Huber

Von Margarete Zander. Im Alter von 92 Jahren starb der schweizer Komponist Klaus Huber am 2. Oktober 2017 in Perugia. Wir erinnern an diese einflussreiche Persönlichkeit des 20. und 21. Jahrhunderts in Gesprächsausschnitten und in seiner Musik. Im Kommentar zu ERNIEDRIGT – GEKNECHTET – VERLASSEN – VERACHTET auf Texte des Befreiungstheologen Ernesto Cardenal, schrieb er: „Ich bin mir der Absurdität meiner Situation als Komponist inmitten des satten, übersatten, immer wahnsinniger nuklear aufgerüsteten Europa wohl bewusst…“

23:03 | Ö1
Der Schrecken des Schönen: Modern „à la gestern“ – oder zeitlos? Zum 100. Geburtstag von Gottfried von Einem

Gestaltung: Johannes Leopold Mayer. Er hat die Konfrontationen nicht gescheut; man hat sie ihm demnach nicht erspart. Ob es um die Einbürgerung des Bert Brecht und dessen Verankerung bei den Salzburger Festspielen ging, oder um die Intrigen rund um die Nestroy-Oper „Der Zerrissene“. Gottfried von Einem hatte eine harte Haut, aber selbstredend war es die eines sensiblen Künstlers, der angesichts von Verdis „Rigoletto „seine eigene Lautheit und Hochmütigkeit“ konstatierten konnte. War seine Musik, war er selbst als Mensch je „modern“? Wenn man dergleichen als Haltung versteht, dann ganz zweifellos; denn nichts war Gottfried von Einem verhasster als ein Angepasstsein an Begriffe wie „konservativ“ oder „avantgardistisch“.

Er schrieb seine Musik aus Liebe zu den Menschen, so wie diese nun einmal sind. Und wenn er ihren Nerv traf, dann war es ihm recht – und noch lieber, wenn er ihr Herz erreichte.


24.01.2018


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Richard Engelbrecht: „Confessio“ (Collegium Musicum Schloß Pommersfelden: Hiroshi Kodama); Wilhelm Heinrich Vielhaber: Klarinettenquintett c-Moll (Edgar Eichstädter, Klarinette; Wolf-Dieter Vollmann, Detleff Messerschmidt, Violine; Martin Peetz, Viola; Burkhard Sauber, Violoncello); Fantasie (Hans-Dieter Bauer, Klavier); Streichtrio in F (Manhattan Streichtrio); Hans Fleischer: Suite, op. 121 (Oliver Colbentson, Violine; Erich Appel, Klavier); Winfried Zillig: Tanzsinfonie (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Winfried Zillig)

Vor 115 Jahren, am 19. Januar 1903, kam der Coburger Komponist Wilhelm Heinrich Vielhaber zur Welt. Aus diesem Anlass erklingen im „Concerto bavarese“ einige seiner Kammermusikwerke.

Geboren in Saarbrücken, erhielt Wilhelm Heinrich Vielhaber seine musikalische Ausbildung in den 1920er Jahren in Köln und Düsseldorf. Nach Stationen in Ried am Kochelsee und Kaufbeuren, wo er während des Krieges als Musiklehrer arbeitete, ließ er sich 1944 in Coburg nieder. Neben einer Tätigkeit im Landratsamt arbeitete Vielhaber bis zu seinem Tod 1995 als freischaffender Komponist in Coburg.

Sein Stil vereint die große Tradition romantischer Kammer- und Orchestermusik mit Elementen des Expressionismus, des Neobarock und der frühen Moderne. Die äußerst expressive Melodik setzt er immer wieder in Spannung zu kontrapunktisch durchgearbeiteten Passagen. Oft steht zu Beginn seiner Werke ein unisono gespieltes Thema, das Vielhaber mit einer großen Vielzahl an Techniken und Verfahren abwandelt und variiert.

20 – 21 Uhr | SRF2Kultur
Musik unserer Zeit:  Der Komponist Xavier Dayer. Ein Portrait.

21 – 22 Uhr | SRF2Kultur
Neue Musik im Konzert: Reise nach Comala

«Pedro Páramo» ist der einzige Roman des mexikanischen Schriftstellers Juan Rulfo aus dem Jahre 1955, ein Klassiker der modernen lateinamerikanischen Literatur: er zeichnet das Bild einer erstarrten Gemeinschaft, in der Selbsttäuschungen und Illusionen alle Veränderung verhindern. Doch eine Stimme widersteht der Gewalt…. Den Roman hat Germán Toro Pérez in ein musikalisches Theater der Stimmen gegossen, einen vielstimmig klingender Raum, der die Trennung zwischen Zuschauer und Bühne aufhebt. Reise nach Comala ist ein Gespräch mit Toten. Comala ist der Ort, an dem die

Stimmen der Toten gespeichert bleiben. Isabel Mundry: Le Corps des Cordes (2013) für Vc solo ; Germán Toro Pérez: Fragmente aus:  Reise nach Comala (2015-17) und Rulfo/voces/ecos (2004-06) nach dem Roman Pedro Páramo von Juan Rulfo.

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Ein König verliert seinen Kopf – Requiem für Louis XVI.

Der Terror der Französischen Revolution machte auch vor dem Königshaus nicht Halt: Am 21. Januar 1793 starb Louis XVI. durch die Guillotine, vor genau 225 Jahren.

Königin Marie-Antoinette folgte ihm ein halbes Jahr später. Schon bald darauf nahmen europäische Musikwerke Bezug auf dieses spektakuläre Ereignis. In Frankreich entstanden Requiems und Trauermusiken erst nach der Wiedereinführung der Monarchie. Zum Teil waren es dieselben Komponisten, die zuvor Jubelhymnen auf die Revolution verfasst hatten, die nun deren prominenteste Opfer wieder hochleben ließen.

21:02 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Sergej Rachmaninow: Vesperliturgie (Auszüge)

Estonian Philharmonic Chamber Choir. Ltg.: Paul Hillier

21:04 bis 22:00 | kulturradio vom rbb
Musik der Gegenwart: Der Komponist Gottfried von Einem

Mit Eckhard Weber. Mit Opern wie „Dantons Tod“, „Der Prozess“ oder „Der Besuch der alten Dame“ hat Gottfried von Einem für Furore gesorgt. 1980 entfesselte er mit „Jesu Hochzeit“ einen handfesten Opernskandal. Die Wiederaufführung dieses Werks 2016 zeigte, dass die Musik Gottfried von Einems bis heute faszinieren kann. Heute ist der 100. Geburtstag von Gottfried von Einem.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Ernst Helmuth Flammer (1/2)

Jade Quartett: Hanlin Liang, Hyunji You (Violine), Igor Michalski (Viola), Shihyu You-Holz (Violoncello). Ernst Helmuth Flammer: „Abschiede“, Streichquartett Nr. 5 (2002); „Voyage éternel de l‘ oiseau de feu – Des Feuervogels Zeitreise“ (Teil 1), Streichquartett Nr. 4 (1996/97)

Studioaufnahmen aus dem Hans-Rosbaud-Studio in Baden-Baden mit dem Jade Quartett. Auf dem Programm stehen das fünfte Streichquartett „Abschiede“ und der erste Teil des vierten Streichquartetts „Des Feuervogels Zeitreise“ von Ernst Helmuth Flammer. (Teil 2, Mittwoch, 31. Januar, 23.03 Uhr)

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Gestaltung: Reinhard Kager. Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.


25.01.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Donaueschinger Musiktage

Museum Art Plus. Aufzeichnung vom 20.10.2017. George Crumb: „Metamorphoses, Book I“ für verstärktes Klavier, Toy Piano, Zusatzinstrumente und Stimme; Margaret Leng Tan, Klavier. Für einen Zyklus hat der amerikanische Komponist eine persönliche Auswahl von Bildern illustriert: von Gaugin bis Jasper Johns

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Herbert Blendinger: Symphonie concertante, op. 52 (Munich Brass; Münchner Rundfunkorchester: Jan Stulen); Fritz Büchtger: Lieder (Edit Urbanczyk, Sopran; Birgit Wunsch, Mezzosopran; Andreas Holzmann, Tenor; Annette Hartig, Flöte; Katrin Ambrosius, Violine; Nika Kobulashvili, Viola; Dunja Robotti, Klavier); Richard Trunk: „Eine kleine Serenade“, op. 55 (Njagul Tumangelov, Violine; Münchner Rundfunkorchester: Rudolf Alberth); Robert Owens: Fünf Lieder nach Texten von Langston Hughes, op. 29 (Alban Lenzen, Bariton; Robert Owens, Klavier); Peter Michael Hamel: „Albatros“ (Ensemble Between; Münchner Rundfunkorchester: Peter Falk); Peter Kiesewetter: „Prometeo“ (Münchner Rundfunkorchester: Daniel Beyer)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: EviMus – Tage für elektroakustische und visuelle Musik 2017

Eröffnungskonzert. Strasbourg Electronic Ensemble. Werke mit Live-Elektronik, für elektronische und akustische Instrumenten von Guido Pedicone, Jean-David Merhi, Tom Mays, Sergio Nunes Meneses und Daphné Hejebri. Aufnahme vom 2. November 2017 aus dem KuBa-Kulturzentrum am Eurobahnhof, Saarbrücken

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Erdenlicht und Dunkelziffer. Der Komponist Karl Gottfried Brunotte – Porträtiert von Ursula Böhmer

Der Frankfurter Karl Gottfried Brunotte (*1958) bezeichnet sich selbst als „Meisterschüler“ von Karlheinz Stockhausen. Er war Kantor in Bad Homburg, lehrte und lehrt an verschiedensten akademischen Institutionen und hat bisher etwa 300 Werke geschaffen.

Ein „konsequenter Avantgardist“ ist der Komponist Karl Gottfried Brunotte in seinem Selbstverständnis. Studiert hat der 1958 in Frankfurt am Main geborene Musiker Orgel, Viola, Blockflöte, Gesang und Dirigieren – außerdem Musiksoziologie, Musikpsychologie, Alte Sprachen und Ästhetik. Brunottes besonderes Interesse galt stets der Elektronischen Musik und der Kirchenmusik. Brunotte war Kantor an der Christuskirche in Bad Homburg und lehrte u.a. an der Frankfurter Musikhochschule.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Das Bad im Knall – Klangspuren. Hörstück von Hermann Kretzschmar

Mit: Wolf-Dietrich Sprenger, Caroline Junghanns, Mareike Beykirch und Markus Meyer. Komposition und Realisation: Hermann Kretzschmar. (Produktion: SWR 2018). Audio unter SWR.de/swr2/hoerspiel

Über dieses neodadaistische Hörstück mit musikalisch-universalistischem Anspruch vermerkt Hermann Kretzschmar: „Nennen Sie zwei einsilbige Staaten und eine einsilbige Sprache. Wie wärs mit ‚Tschad Schweiz deutsch‘? Wie viele Kurzwitze kann man in einer Minute erzählen? Wer war Johannes Gensfleisch? Was sind konsonantische Satellitenphoneme? Wie groß ist die kürzeste Länge? Die Kürze als Plot eines Hörspiels: Nach und nach addieren sich dazu akustisch musikalische ‚Kurzformen‘ wie Knall, Beat, Staccato und semantische Entsprechungen wie Laut, Silbe, Zahl, dann Pixel, Klecks und Sprechblase …

Medienphänomene kommen dazu: Komprimierung, Scannen, Datenbank. In z. T. klitzekleinen Minihörspielen werden die Schnipsel prägnant, kontrastreich und punktgenau verknüpft und zu einer Gesamtsituation geformt, die porös, aber auch durchlässig bleibt für literarische Kommentare von Erich Mühsam, H. C. Andersen, Wilhelm Busch, Walter Benjamin zwischen Einstreuungen aus dem Lexikon der Onomatopöien BANG BOOM ZANG und und und … Klangbaden wird abgelöst durch ‚Das Bad im Knall‘.“

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte. A place of innovation? – Experimentelle Musik in Neu Delhi

In Neu Delhi etabliert sich derzeit eine junge Musikszene, die Wohnzimmerkonzerte wie die «Listening Room Sessions» veranstaltet und ihre Musik über Plattformen wie SoundCloud und Facebook mit der Welt teilt. Ihre musikalischen Experimente sind oft im eigenen Schlafzimmer produziert und liegen irgendwo zwischen popkulturellem Underground und elektronischer Soundkunst. Anklänge an traditionelle Ragas oder kommerziellen Bollywood sind in dieser dringlichen, tiefschürfenden, teils melancholischen Musik selten zu finden, denn die Musiker Shoumik Biswas alias Discopuppet, Ruhail Quaisar alias S I S T E R und Ish Shehrawat vermeiden ganz bewusst, „indisch“ zu klingen. Ihre Visionen sind groß, aber die indischen Realitäten setzen ihnen immer wieder Grenzen: Experimentelle Nischenmusiken werden höchstens von ausländischen Kulturinstitutionen gefördert, es gibt wenig Auftrittsmöglichkeiten und nur ein kleines Publikum. Für ihre Reportage hat Theresa Beyer die drei Musiker sowie den Produzenten Samrat Bee, die Bloggerin und Veranstalterin Sarah Elisabeth Chawla und den Kurator Rana Ghose getroffen und mit ihnen darüber gesprochen, wie sich die junge Szene selbst auf einem harten Pflaster wie Delhi ihre Räume erobert.

23:03 | Ö1
Musik – Medium – Message: Lukasz Szalankiewicz – Lukasz Szalankiewicz im Zeit-Ton Porträt

Gestaltung: Heinrich Deisl. Lukasz Szalankiewicz arbeitet mit – wie er es nennt – Medienobjekten: Fieldrecordings, Radiowellen, Pulsgeneratoren und Telekommunikationsgeräte sind seine bevorzugten Musik-Instrumentarien. Er zählt zu den profiliertesten Klangkünstlern Polens, war Kurator zahlreicher Festivals, ist Historiker, leitet einen Universitätslehrgang für Computerprogrammierung in Poznan und ist Betreiber des Labels Audiotong. Anlässlich des 20-jährigen Bühnenjubiläums seines Soloprojekts Zenial widmet der Zeit-Ton Szalankiewicz ein Porträt. Außerdem hat er für den Zeit-Ton extended am kommenden Ö1 Kunstsonntag eine Zusammenstellung mit polnischer Experimentalelektronik-Musik kuratiert.

Die Geister der Maschinen. In den frühen 1990ern war Lukasz Szalankiewicz in der Demo-Scene aktiv; man programmierte kurze Video-Sequenzen und Echtzeit-Animationen auf 8-Bit-Computersystemen. Daraus entwickelte sich sein Audiovisionsprojekt mit dem bezeichnenden Namen Palsecam. Seit 1998 ist Zenial Szalankiewiczs hautsächliches Arbeitsfeld, allein unter diesem Künstleralias hat er mehr als ein Dutzend Alben und einige Videos herausgebracht, die vor allem auf Zoharum erschienen. Das Album „Minotaur“ (2015) wurde auch im renommierten „Computer Music Journal“ des MIT besprochen. Er ist Mitglied der Polnischen Gesellschaften für Elektroakustische Musik (PSeME) und für Zeitgenössische Musik (ISCM). Nach Aufenthalten in Krakau und New York lebt Szalankiewicz seit einigen Jahren in Poznan.

In der Band Aabzu mit Maciej Szymczuk treffen Dub und Electronica aufeinander, Dizzy Kinetics ist ein Noise-Duo mit Marek Choloniewski und mit Patryk Gegniewicz erforscht er als Angst78 Grenzbereiche zwischen Elektro- und Psychoakustik. Szalankiewicz verfolgt einen Medienansatz, der Marshall McLuhan vielleicht gut gefallen hätte: Es gehe ihm, so der Künstler im Zeit-Ton-Interview, um die mythischen Grundlagen der Kommunikationstechnologien.

Vernetzungen. Szalankiewicz war an zahlreichen Festivals und Kunstausstellungen in Polen, China, Lateinamerika, Kasachstan und den USA beteiligt. Auf Vermittlung des Labels Laton spielte er des Öfteren in Wien und 2014 war er beim ORF musikprotokoll im steirischen herbst zu Gast. Zudem war er Mitbegründer des Krakauer Unsound Festivals, kuratierte das Musikprogramm des Laznia Zentrums für Zeitgenössische Kunst in Danzig und arbeitete für das Kulturzentrum Zamek in Poznan. Auf seinem Label Audiotong sind seit 2005 mehr als hundert Veröffentlichungen polnischer Musikschaffender herausgekommen.

Im Zeit-Ton Porträt erzählt Lukasz Szalankiewicz über seine künstlerische Arbeit, Medienarchäologie, künstliche Intelligenz und seine Vorliebe für trashige Science-Fiction, abgründige Popkultur und Black Metal.


26.01.2018


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Art’s Birthday 2018 – Thus time goes by. Von Arturas Bumsteinas

Text: Robert Filliou. Chor: PHØNIX16. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2018. Länge: ca. 54’30. (Ursendung).

Die Kunst wird 1.000.055 Jahre alt und weltweit regnet es Geburtstagsgeschenke.

Aus einer Utopie des Fluxuskünstlers Robert Filliou wurde Tradition: Seit 55 Jahren feiern Menschen weltweit am 17. Januar den Geburtstag der Kunst. Wie jedes Jahr veranstaltet auch die Ars Acustica Gruppe der EBU Konzerte und Performances in ganz Europa. Diese werden per Satellit und Live-Stream in alle Welt verteilt. Der litauische Komponist Arturas Bumsteinas vertont für Deutschlandfunk Kultur das Gründungsdokument des Art’s Birthday, die ‚geflüsterte Kunstgeschichte‘ von Robert Filliou.

Arturas Bumsteinas, geboren 1982 in Vilnius (Litauen), ist Komponist und Klangkünstler. 2017 war er Gast beim Berliner Künstlerprogramm des DAAD.

Den Live-Stream und alle Veranstaltungen zum Art’s Birthday gibt es auf der Webseite der EURORADIO Ars Acustica Group: http://arsacustica.wordpress.com.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Werner Heider: „Musik-Geschichte“ (Werner Heider, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Muhai Tang); Tobias Klaus Giesen: „… denkt er an Schumann …“ (Hába Quartett Frankfurt); Wolfram Graf: „Grenzen“ (Jan Schulte-Bunert, Saxophon; Florian von Radowitz, Klavier); Ulrich Schultheiß: „Down East“ (Nürnberger Symphoniker: Klauspeter Seibel); Armin Fuchs: „Jazz oder nie“ (Markus Bellheim, Armin Fuchs, Klavier); Christoph Wünsch: „Zwischen Tag und Traum“ (Novalis Quartett); Vivienne Olive: „The Sentinel“ (Nürnberger Akkordeon-Orchester: Stefan Hippe)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Auf Traditionen pfeifen? – Orgelbauer in digitalen Zeiten

Vom Bettina Mittelstraß. Claudius Woehl hat das Orgelbauer-Handwerk vom Vater gelernt. Der 25-jährige Juniorchef der traditionsreichen Firma Gerald Woehl hat mit dem Vater zuletzt in der Friedenskirche in Köln Mühlheim eine Orgel gebaut. Präzises Handwerk, 1.800 Pfeifen, jede einzeln gestimmt, eingeweiht zu Ehren des Reformationsjubiläums. Die digitale Orgel des jungen Organisten Cameron Carpenter verzichtet auf Pfeifen und auf Kirchen – der Ton der „International Touring Organ“ kommt aus 59 transportablen Lautsprechern. Der Amerikaner baute digital, um das Instrument aus heiligen Hallen zu holen, und er schafft es, Orgelspielen für junge Leute populär zu machen. Claudius Woehl macht das Motiv neugierig. Auf der Suche nach den Orgeln, die er international bauen möchte, pfeift er zwar nicht auf die Pfeifen, aber raus aus nicht hinterfragten Traditionen, das gefällt ihm auch. Eine Begegnung in Berlin.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Olaf Nicolai: In the woods there is a bird …

Diese Arbeit nutzt das Radio als Quelle (nicht als Übertragungsmedium), um dem Verhältnis von Ton und Zeichenhaftigkeit nachzugehen. „Aus unbearbeitetem Fremdmaterial für Radioreportagen über Demonstrationen, Protestaktionen und Unruhen aus dem Zeitraum zwischen Juli 2001 und Februar 2017 komponiert Olaf Nicolai eine radiophone Suite von bedrängender Intensität. Die Originaltöne fügen sich in seinen Loops und Überlagerungen zu einem kaleidoskopischen Hörbild über den Zusammenprall von Macht und Ohnmacht, von Autorität und Protest. Zuhörend gerät man in ein akustisches Spannungsfeld aus kollektiver Gewalt und individueller Verletzlichkeit. Deutungen und Wertungen gesellschaftspolitischer Wirklichkeit werden zu persönlichen Fragen jedes Einzelnen.“ (Aus der Begründung der Jury zum Karl-Sczuka-Preis 2017)

Olaf Nicolai, geb. 1962, Künstler. Vielfältige interdisziplinäre Projekte, die die elementaren Erfahrungen von Raum, Zeit und Körperlichkeit thematisieren. Werke u.a. „Rewind – Forward“ (2003), „30 Farben“ (2000), „Stillleben“ (2000).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Königin der Nacht mit 15 – Die Jugend-Opern-Akademie in Hamburg

Von Dagmar Penzlin. Singen, schauspielern und tanzen – wer Musiktheater machen will, braucht viele Fähigkeiten. Und auch hier gilt: Früh übt sich. An der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg können, in Zusammenarbeit mit der Hamburger Staatsoper, Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 25 Jahren die Welt der Oper selbst gestalten. Jedes Jahr erarbeiten sie eine große Musiktheater-Produktion. ‚Aida‘, ‚Romeo und Julia‘, ‚West Side Story‘ oder Mozarts Opernhit ‚Die Zauberflöte‘: In Hamburg ist (fast) nichts unmöglich. Aktuell wird an einer musikalisch-szenischen Fassung des ‚Sommernachtstraums‘ geprobt. Einblicke in ein ungewöhnliches Musikschul-Angebot.

23:03 | Ö1
Ein Ausstellungsrundgang mit Gerhard Rühm – Gerhard Rühm. Ein Universalkünstler führt durch seine Ausstellung

Gestaltung: Astrid Schwarz. Als Grenzgänger zwischen den Disziplinen oder gar als Universalkünstler – Autor, Komponist, Performer, Interpret und bildender Künstler – wird Gerhard Rühm oft bezeichnet. Dem 1930 in Wien geborene und heute in Köln lebenden Künstler ist eine retrospektive Werkschau im Kunstforum Wien gewidmet, das einen Einblick in sein umfangreiches mehr als sechs jahrzehntelanges Schaffen gibt. Rühm ist einer der wichtigsten Vertreter der konkreten Poesie.

Mit seiner „Visuellen Poesie“ operiert er an der Schnittstelle von Literatur, bildender Kunst und Musik, die ihren Ausgang in der Wiener Gruppe (1954-1964) hatten, die er mit Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener gründete. Rühm war auch bei den ersten Happenings der Kunstgeschichte dabei, die bei den Literarischen Cabarets u.a. in der legendären Zertrümmerung eines Klaviers gipfelten. Wir begleiten den Künstler durch die Ausstellung, ein Spaziergang durch auditive Poesie, Chansons, Typocollagen und Schreibmaschinenideogramme.


27.01.2018


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Auf Traditionen pfeifen? – Orgelbauer in digitalen Zeiten

Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Geräuschwelten Münster 2017 (2)

Moleglove, Troum. Aufnahme aus dem CUBA

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Unaufdringlich sinnlich – Yiran Zhao als Stadtkomponistin in Unna

Am Mikrofon: Leonie Reineke. Yiran Zhaos Stücken wohnt eine spürbare, aber unaufdringliche Sinnlichkeit inne. Komposition ist für sie nicht zwangsläufig an Klänge gebunden. Auch Bewegung und haptische Reize begreift die Chinesin als musikalisches Material. Dass die 1988 in Qingdao geborene Komponistin Lichtchoreografien als wichtigen Bestandteil ihrer Stücke betrachtet, führte sie im Herbst 2017 nach Unna. Hier hat das Zentrum für Internationale Lichtkunst seinen Sitz. Als Stadtkomponistin in Unna gab Zhao Kunstinteressierten vor Ort in Werkstattgesprächen und öffentlichen Performances Einblicke in ihre Arbeit.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner – Georg Nussbaumer | Das Letzte Hemd oder Die Königin der Nacht ist die Mutter des Waldvogels – Ein Walkürenritt mit Ascher und Adorno.

„Musikschwaden und Erinnerungen, Fragen und Vermutungen steigen auf wie Nebel vom Wiesengrund. Ein leichtes und diffuses Kreisen um den (Musik-)Philosophen Theodor W. Adorno (1903-1969) und um die 2016 verstorbene Opernsängerin und Neue-Musik-Interpretin Christina Ascher.

Adorno, der während der Nazi-Zeit in die USA emigrierte, kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Frankfurt am Main zurück. Ascher, deren Eltern zur gleichen Zeit und aus den gleichen Gründen aus Deutschland flohen wie Adorno, wuchs in den USA auf, verbrachte aber den Großteil ihres Berufslebens in Frankfurt, ging 2008 wieder zurück nach New York. Ihr Vater, dem das Vertrieben-Sein nicht die Wertschätzung für deutsche Qualität verdarb, kaufte vor der Flucht Hemden und Schuhe, die bis an sein Lebensende reichen sollten. Ein weißes Leinenhemd von bester Qualität blieb übrig.“ Der Wiener Komponist und Installationskünstler Georg Nussbaumer (*1964) knüpft in seinem für hr2-kultur geschaffenen Hörstück eine stupende akustisch-semantische Polyphonie über verschobene Parallelitäten der biografischen und der Welt-Ereignisse.

hr 2018, Ursendung. Sendung: hr2-kultur, The Artist’s Corner, 27.01.2018, 23:00 Uhr

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Mali-Blues auf der Flöte – Die afrikanische Tambin zwischen Tradition und weltweitem Erfolg

Der raue und aggressive Klang der afrikanischen Tambin, auch Fulaflöte genannt, ist einzigartig. Das Volk der Fula, auch Fulbe oder Peul genannt, ist in ganz Westafrika verbreitet. Als Nomaden folgten sie ihren Herden zu Weidegebieten in der Sahelzone, südlich der Sahara, und wurden dort teilweise sesshaft. Es gibt Fulbe-Gemeinden im Senegal, in Guinea, Mali, Burkina Faso, Niger, Nigeria und auch in Kamerun. Unter den vielen verschiedenen Hirtenflöten der Fula fällt die Tambin besonders auf: Man glaubt förmlich, den Wüstensand im Klang des Instrumentes kratzen und schmirgeln zu hören. Die Fula-Flöte wird aus einem etwa 70 cm langen Bambusrohr gefertigt und quer angeblasen. Das Mundstück ist aus Kautschuk geformt, ähnlich den Anblashilfen bei europäischen Querflöten. Am Ende des Rohres hat sie drei gleichweit voneinander entfernte Löcher, es wird mit der Technik des Überblasens auf der Naturtonreihe gespielt, so dass die komplette Obertonreihe als Durtonleiter zur Verfügung steht. Besonders beeindruckend ist das Spiel der Fulbe mit Vokalisen. Die Stimme kann gleichzeitig mit der Flöte summen, sprechen, ja sogar schreien. Diese Form von Obertonflöte war ebenso wie viele andere Flöten in anderen Kulturen ursprünglich ein Instrument der Hirten. Neben ihrem Gebrauch in der Volksmusik und der religiösen Musik findet sie neuerdings auch immer häufiger Verwendung in der modernen Weltmusik. Insbesondere Blues- und Jazzmusiker finden Gefallen an der Klangästhetik der Fula-Flöte, die der Spieltechnik der afroamerikanischen Jazzflötisten ähnelt. Dieter Weberpals stellt den Klangreichtum, die Entwicklung und herausragende Interpreten der Tambin vor.


28.01.2018


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Die Schlacht um Stalingrad – Ein deutsches Miserere

Die Schlacht um Stalingrad war der Wendepunkt des Krieges an der deutschen Ostfront. Am 2. Februar vor 75 Jahren kapitulierten die Reste der 6. Armee vor den sowjetischen Truppen.

Tragische bis triumphierende Klänge fanden dafür Komponisten beider Seiten: von Chatschaturjans monumentaler 40er Jahre-Filmmusik bis zum Trauer- und Triumphpräludium von Schostakowitsch, von Hanns Eislers „Winterschlacht“-Musik bis zum neueren Stalingrad-Soundtrack von Enjott Schneider.

22:08 | Ö1
Polen Experimentell mit Zenial – Lukasz Szalankiewicz aka Zenial präsentiert polnische Experimentalmusik

Gestaltung: Heinrich Deisl. Die Experimentalelektronik- und Klangkunstszene Polens ist bemerkenswert vielschichtig, aktiv und weit verzweigt. Einer ihrer profiliertesten Vertreter ist Lukasz Szalankiewicz. Zum 20-jährigen Jubiläum seines Soloprojekts Zenial widmete der Zeit-Ton ihm vergangenen Donnerstag ein Porträt. Szalankiewicz war unter anderem Mitbegründer des Krakauer Unsound Festivals, leitete das Musikprogramm des Laznia Zentrums für Zeitgenössische Kunst in Danzig und arbeitete für das Kulturzentrum Zamek in Poznan. Neben Zenial ist er in den Formationen Aabzu, Dizzy Kinetics und Angst78 tätig. Auf seinem Label Audiotong hat er seit 2005 mehr als hundert Veröffentlichungen polnischer Musikschaffender herausgebracht.

Für den Zeit-Ton Extended am Kunstsonntag hat Szalankiewicz einen Überblick über die polnische Ambient-, Avantgarde- und Elektroakustikmusik zusammengestellt und erzählt über den Filmkomponisten Wojciech Golczewski, die Akusmatik von Dariusz Mazurowski, die Doom-Electronic-Band Echoes of Yul und andere.

23:00  | Ö1
Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio – Art’s Birthday 2018. Weltweit wird der 1.000.055. Geburtstag der Kunst gefeiert

Das Ö1 Kunstradio, selbst wichtiger Knotenpunkt im weltumfassenden Art’s Birthday Netzwerk, hört auch heuer wieder in die diesjährigen Feierlichkeiten zum 1.000.055. Geburtstag der Kunst hinein.

Der Art’s Birthday geht zurück auf ein Konzept des Französischen Fluxus-Künstlers Robert Filliou (1926-1987), der den 17. Jänner 1963 als eine millionsten Geburtstag der Kunst festlegte.

Die Kunst sei geboren worden als, ein unbekannter Mann einen trockenen Schwamm in einen Kübel voll Wasser fallen ließ. Künstlerinnen und Künstler lassen diesen Moment und die Kunst hochleben, indem sie miteinander vernetzte Geburtstagsfeiern veranstalten. Es gibt Performances und Konzerte, Ständchen und Geschenke, Wunderkerzen und jede Menge Torten.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik – Zeit: entschleunigt und gedehnt

  • Karlheinz Stockhausen: Europa-Gruss für 8 Bläser und Synthesizer; WDR Sinfonieorchester, Einstudierung: Bas Wiegers
  • Bernd Alois Zimmermann: oi per violoncelle e pianoforte; Lucas Fels, Violoncello; Sven Thomas Kiebler, Klavier
  • Karlheinz Stockhausen: Ausschnitt aus „Natürliche Dauern“, 3. Stunde aus „Klang“ für Klavier; Udo Falkner

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt. Far-road-istan – Mit dem Fahrrad über die Hochebenen Asiens

Irgendwann passiert es. Die eigenen Freunde und Bekannten künden eine Weltreise an. Oder zumindest eine halbe, oder eine viertel … Mit dem Zug, per Anhalter oder mit dem Rad. So ist es auch mir passiert. Ein Freund aus Rangsdorf (wer nicht Rangsdorf kennt, kennt vielleicht Berlin) und eine Münchnerin sind zusammen fast 8.000 Kilometer geradelt. Nicht unbedingt des Radsports wegen, sondern als langsame Art des Reisens, um möglichst nah an Leuten und Alltag zu sein. Ich hefte mich nachträglich an ihre Fersen, pardon, Reifen, und tauche mit ihnen nochmals in die unendlichen Klanglandschaften Innerasiens ein – vom tibetischen Hochland quer durch „Sowjetistan“ bis in den Kaukasus. Ich erlebe mit ihnen die Angst im buddhistischen Zentrum Larung Gar, das Fremdsein in China, überquere Pässe, die nach Musikern benannt sind oder feire das kirgisische Frühlingsfest mit dem großen Manas-Epos. Während ein Fahrradkino die Energie liefert, um einen Film zu schauen, wird hier „Fahrradio“ präsentiert, das die fahrradiesische Tour akustisch im Zeitraffer miterleben lässt – und dabei immer wieder die Synthesen von östlicher und westlicher Musik greifbar macht. Eine Sendung von Conrad Dorer.

Martin Hufner
Chefmitarbeiter bei | | + posts

seit 1997 chefökonom der kritischen masse und netzbabysitter der nmz.

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