Fundstück der Woche („So komponiert Leipzig!“)

Man hebt ja heutzutage alles auf. Zum Beispiel, wenn ein Schirm runterfällt. Oder, wenn man – noch keine Dreißig – im Dezember 2007 illegal seine Billig-Handy-Kamera bei einem Kompositionsseminar an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig hat laufen lassen. Und wenn man so etwas unerwarteterweise sechs Jahre später wiederfindet und anschaut, da fällt einem dann an einem auf, dass einem ganz warum um’s Herz geworden ist. Weil das herzerwärmend ist. Es dürfte unter den Lesern dieses Blogs Menschen geben, die alle gefilmten Personen kennen. Und das hat doch einen nostalgischen (wenn auch Insider-)Mehrwert! Und die Tonspur ist echt. Ich weiß auch noch, zu welchem Anlass all dies… Und mir ist klar, dass wir bei weitem nicht das einzige Kompositionsseminar waren, an dem „unpassende“ Musik gehört wurde. Deshalb ist dieser kleine Beitrag nur ein Aufruf, ein Appell: Filmt eure Kompositionsseminare, wenn jemand gerade beispielsweise volkstümliche Musik oder Nu-Death-Hardcore-Metal vorspielt. Richtet die Linse auf die intellektuell konzentriert zu bleiben sich anschickenden Gesichter. Und, verdammt, seid dabei nicht so unscharf – wie: ich! Ich danke.

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Arno Lücker wuchs in der Nähe von Hannover auf, studierte Musikwissenschaft und Philosophie in Hannover, Freiburg - und Berlin, wo er seit 2003 lebt. Er arbeitet als Autor (2020 erschien sein Buch »op. 111 – Beethovens letzte Klaviersonate Takt für Takt«, 2023 sein Buch »250 Komponistinnen«), Moderator, Dramaturg, Pianist, Komponist und Musik-Satiriker. Seit 2004 erscheinen regelmäßig Beiträge von ihm in der TITANIC. Arno Lücker ist Bad-Blog-Autor der ersten Stunde, Fan von Hannover 96 und den Toronto Blue Jays.