Wie heißt eigentlich die Weltraum-GEMA?

Sie heißt „Refined League“ (die „raffinierte Liga“), und ist zuständig für die Einhaltung der Copyright-Gesetze im Universum.
Warum diese Weltraum-GEMA mit uns zu tun hat?

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Ganz einfach: Im Jahre 1977 wurden erstmals Radiosendungen von der Erde von Außerirdischen empfangen. Was sie hörten, war die Titelmusik der amerikanischen Fernsehserie „Welcome Back, Kotter“. Dieses Erlebnis versetze die Außerirdischen dieser Galaxis in solche Verzückung, dass sie seit her süchtig nach Musik von der Erde sind. Sofort wurden heimlich und von uns unbemerkt Agenten zur Erde geschickt, die die Beschaffung der wunderbaren Erdenmusik sicherten, die währenddessen in der gesamten Milchstraße Verbreitung fand.
Das einzige Problem: Niemand hat die Erdenmenschen von diesen Vorgängen informiert. Plötzlich stellt man fest, dass man die größte Copyrightverletzung in der Geschichte des Universums begangen hat. Und dass uns Menschen eine gigantische Summe intergalaktischer Dollar als Schadensersatz ins Haus steht, die es uns ermöglichen würde, die gesamte Milchstraße zu kaufen.
Zu was die GEMA so alles gut ist!

Zumindest wenn man dem amerikanischen Autor Robert Reid glaubt, der dieses Szenario für seinen satirischen Science-Fiction-Roman „Year Zero“ entworfen hat. In seiner Geschichte verbünden sich einige Agenten der Außerirdischen mit einem heruntergekommenen New Yorker Anwalt, um die drohende Auslöschung der Erde (als gigantische Rache der außerirdischen Piratenpartei quasi) zu verhindern. Ob ihnen das gelingt, kann man in dem sehr unterhaltsamen Buch nachlesen.

Robert Reid ist ein Experte in Sachen Urheberrecht und gilt als scharfer Kritiker der Musikindustrie und ihrer zum Teil auch hanebüchener arithmetischer Verrenkungen um das Schreckgespenst der illegalen Downloadpiraterie möglichst gruselig an die Wand zu malen. Dies führt er in einem kleine Vortrag hier auf youtube näher aus, und wer gut Englisch versteht, wird definitiv gut unterhalten werden.

Kleine Notiz an unsere Piratenfreunde: man kann sich durchaus über Copyright und die Musikindustrie lustig machen, ohne gleichzeitig gegen die Idee des Urheberrechts an sich zu sein. Und ja, es ließe sich sicher einiges verbessern, ganz ohne dass man das Kind mit dem Bade ausschütten muss.

In diesem Sinne: Live Long and Prosper!
(Danke an Jasper Siemssen für den Tipp)

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1 Antwort

  1. 23. September 2012

    […] beider Beiträge hängt wohl mit den Bildern zusammen…). Na, und nun gestern die Universums-GEMA. Eigentlich wollte ich ein paar Gedanken über den ehemaligen Spider-Murphy-Gang-Drummer Franz […]