köln klangt

ein novembersamstag im mai. ein unsichtbares netz hat sich über die stadt gelegt, auf dem ein eingeschworener kreis von musikliebhabern und bunthemdenträgern klangspuren durch die stadt zieht. das unvollendete opus ultimum des kürtener meisters stockhausen wird in den komenden 36 stunden zum ersten mal zyklisch aufgeführt – sechs stunden daraus als uraufführung.in der christuskirche am kölner stadtgarten, aus dessen basement sonst no-zarte sounds dringen, eröffnen christine chapman-horn und hannah weirich-klangregie meine klangreise.es ist die 17. stunde, es klingen die schichten 15-13 aus cosmic pulses vom band. glockenartige synthiklänge ziehen schwindelerregende kreise. das horn wird eingebettet in den dröhnenden kreisel, aus dem kryptische worte dringen: nebadon, creator son, local universe, in salcington, zehn millionen unbewohnte welten, im superuniversum, orvonton…christine chapman im orangen hemd ist eine großartige solistin, die auch die choreographie verinnerlicht hat und die fragmentierten figuren dringen mit intensität aus dem elektronischen gewaber. mir dröhnt jetzt schon der stock.

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Musikjournalist, Dramaturg