Kategorie: Allgemein

Irgendwas mit BadBlog halt.

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Alt vs. Neu Teil 2: Das Restaurantgleichnis

Wie wir sehen: es geht also nicht um gut gegen schlecht, auch nicht um alt gegen neu, sondern allein um gesunde Vielfalt, wider den Inzest des Klassikeinheitsbreis, in den Küchen wie in den Konzertsälen. Wer die Vielfalt der Musik aber dauerhaft einschränkt, das andere oder neue beharrlich ausblendet, handelt genauso wie jemand der behauptet, dass es nicht sinnvoll wäre, ein anderes als ein gutbürgerliches Restaurant aufzusuchen, da ja dort einmal 99% der Menschen gegessen haben (weil sie nichts anderes kannten).

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Mphil @ Odyssee – vorgezogene Aprilscherze, Wiesnphilharmonie, Paketposthalle, Riemarkaden

Gestern hieß es Rihm im Herkulessaal, 2 Tage zuvor, am 28. März, hieß es Riem oder Paketposthalle. Es geht um den Ausweichstandort, wenn die Münchner Philharmoniker 2020 aus der Philharmonie am Gasteig müssen. Highlight der Vorschläge: die Stadtratsfraktion um den ehemaligen FDP-Kunstminister Dr. Heubisch schlug ernsthaft vor, nach dem Oktoberfest...

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Medusen und Michelangelo – Rihms Requiem Strophen in der Musica Viva

Das Altern bringt wohl zwei Dinge mit sich: man denkt über das eigene Ende nach, was danach kommt oder nicht kommt. Und man sieht es vielleicht abgeklärter denn als junger Mensch. Der zweite Umstand, der einen beschäftigt: man kann die Konventionen der jüngeren Zeitgenossen hinter sich lassen. Beides vereinte Wolfgang...

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Old vs. new – oder der Friedhof der Kuschelklassik

Ich stelle mir das so vor: die Anhänger der „großen Alten“ stehen auf verlassenen Friedhöfen herum (zum Beispiel unsere klassischen Konzertsäle) und halten Zwiesprache mit den Grüften der Genies. Die Genies aber sind schon lange tot, und können nie antworten, da sie ihre Antworten schon gegeben haben. Zwischen den Grabsteinen huschen grell geschminkte, widerliche Leichenfresser herum, die die schon abgenagten Knochen der Genies immer wieder neu einkleiden, so dass sie fast lebendig scheinen. Aber nur fast. Diese fiesen Ghouls heißen zum Beispiel David Garrett oder André Rieu, und ihr debiles ewiges Grinsen verschwindet nie, wie das der Cheshire-Katze.

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Rechtspopulismus und klassische Musik II – Hubert Paul Kuchar

Mein gestriger Artikel über die Hass-Postings eines gewissen Uwe D. Fischer war, das möchte ich festhalten, ein Extrembeispiel. Und es ist ein heikles Unterfangen, einen adäquaten Übergang von den Worten dieser Person (ich lasse mich noch heute juristisch beraten, um gegen diesen Menschen wegen Beleidigung und vor allem wegen Volksverhetzung...

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Der Herr Publikumsgeschmack (ein Interview)

Ich will wieder lachen, wieder weinen, verzweifelt sein, mir die Haare raufen. Ich will Gras unter meinen Füßen spüren. Ich will in schrillen Klängen baden. Ich will mein eigenes Ding. Ich will nichts Vorgefertigtes mehr bekommen. Ich will hinauslaufen, in die Wildnis, Erfahrungen machen. Wenn man genauer darüber nachdenkt, dann gibt es doch jemanden wie mich überhaupt nicht.

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Opernhäuser – die schwarze Liste der ewig Gestrigen (Teil II)

Noch ernüchternder aber ist nicht der Blick auf allein die Premieren, sondern auf den tatsächlichen Spielplan des ganzen Jahres, nicht nur die Premieren sondern auch die Wiederholungen schon aufgeführter Inszenierungen. Da stellt man schnell fest, dass die 45673te Aufführung von „Carmen“ in der alten Inszenierung von 1951 im Jahr 70 Mal gespielt wird, die neue Oper von X.Y. Pendegratzki-Mrnza aber eben nur 6 Mal. Aber über die liest man wenigstens im Feuilleton, über die zahlreichen Kinderstücke dagegen gar nichts.

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Bedingungslose Kunst oder bedingungsloses Grundeinkommen?

Komponieren ohne den Druck, Geld damit zu verdienen oder überhaupt nur Komponieren zu können, ohne sich über Geldverdienen Sorgen machen zu müssen. Klingt zuerst sehr passabel. Die Rede ist vom bedingungslosen Grundeinkommen (BGE). Und was das für den künstlerischen Beruf bedeuten würde. Bei einem prekären Einkommen von gerade mal 800...

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Opernhäuser – die schwarze Liste der ewig Gestrigen (Teil I)

Der Spielbetrieb des heutigen Opernbetriebes ist also extrem besorgniserregend in seinem immer stärker werdenden Anachronismus. Jede Inszenierung muss entweder eine „radikale Neudeutung“ eines schon tausend Mal durchgekauten Stoffes sein, oder es geht bei der neuen Uraufführung von XY gleich um die Neuerfindung des gesamten Genres