Kategorie: Ästhetik

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Die Liste der ewig gestrigen Opernhäuser, Edition Spielzeit 2017/2018 (Teil 1)

Stellen Sie sich vor, Sie gehen in einen Buchladen, und alles was Sie finden ist Belletristik aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Kino, und auf dem Programm sind einzig und allein Filme von Chaplin, Eisenstein und George Melies. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Museum, und alles was Sie sehen sind alleine die Gemälde, die Sie eh schon kennen, und zwar eine relativ kleine Auswahl von ca. 50 Stück.

Die wahre Art zu hören. (Spotify) 0

Die Kunst des Hörens

Die Musikpsychologie und -soziologie hat sich über Jahrzehnte auch damit befasst, Typologien von Hörern und Hörerinnen zu bestimmen. Die bekanntesten Untersuchungen dürften die Typologien musikalischen Hörens (Verhaltens) von Theodor W. Adorno und Klaus-Ernst Behne sein. Wer hört was und wie. Adorno hat das als soziologische Kategorie bestimmt, Behne eher als...

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Pierre, Morty, Luigi & Co. – Schätze von einst erneut ausgegraben

In den sozialen Netzwerken sorgt derzeit eine Bewegung von ambitionierten Musikliebhabern für Aufsehen, die auf der Suche nach vergriffenen Veröffentlichungen der Schallplattenindustrie etliche Archive, private Dachböden und Flohmärkte durchforstet. Aus dieser Recherchearbeit kommen nun besonders erlesene Fundstücke zeitgenössischer Musik – LPs erneut ans Tageslicht: Bildschirmfoto mit Auszügen aus der Sammlung...

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„Wenn Helmut das darf…“ – was der „Marche Fatale“ von Lachenmann uns eigentlich sagen will

Man stelle sich vor man lebt als Nonne jahrzehntelang in einem Kloster, in dem strengstes Zölibat herrscht, und dann eröffnet einem die Mutter Oberin, dass sie es nun vollkommen unproblematisch findet, einen Swinger-Club aufzumachen. Ungefähr so muss es sich für strenge Lachenmann-Jünger anhören, wenn ihr Prophet sich nun einen kleinen musikalischen Scherz in Es-Dur erlaubt. Es ist der ultimative Affront, die komplette Verneinung einer Philosophie, die vorher auch immer wieder dogmatisch ausgelegt wurde. War es nicht Lachenmann, der einmal Henze zu viel „Banalität“ vorwarf? Und nun beschäftigt er sich selber damit?

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New Music for the City – risonanze erranti mit sechs Uraufführungen im Schwere Reiter

Am Mittwoch eröffnete der Dirigent Peter Tilling mit seinem Ensemble „risonanze erranti“ den 2018er-Reigen Neuer Musik im Münchner Schwere Reiter. Unter dem Motto „new music for the city“ schrieben Tilling und die aus der ganzen Republik angereisten MusikerInnen und KomponistInnen dem Münchner Musikleben mit sechs Uraufführungen zeitgenössisches Musizieren auf höchstem...

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Adorno in einfacher Sprache – Teil II – Philosophie der neuen Musik

Nach der ersten – dem Beginn der „Ästhetischen Theorie“ gewidmeten – Ausgabe vor einigen Wochen muss es heute weitergehen. Theodor W. Adorno hat es uns nicht immer leicht gemacht. Deshalb möchte ich seine wichtigsten Werke in leichte Sprache übersetzen. Heute versuchen wir gemeinsam, den Anfang der „Philosophie der neuen Musik“...

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Kurzer Blick ins MaerzMusik-Programm 2018

Auweia, ein Blick ins Programm von Märzmusik 2018: ausser gay-movement-minimalist Julius Eastman und queer-endlessness von Terre Thaemlitz nichts wirklich Neues für Augen & Ohren. Ashley Fure, Feldman, Aperghis und Ferneyhough: aus alt mach neu. Viel Thinking, DJing und OpenSpace, das sich selbst kuratieren muss. Höhepunkt der konservativen Namen: Janacek, o.k.,...

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Live-Kritik vom UfA-Konzert Thielemanns

So TV an, Tee gewärmt. 17:30 Uhr. Ohne Umschweife geht’s los mit Erich Korngolds Musik aus „Captain Blood“ (1935). Typischer Korngold-Bombast, sehr rauschend und hübsch. Im Anschluss Theo Mackebens „Frauen sind keine Engel“, der erste NS-Filmkomponist des Abends. Nach langem Intro und einer irgendwie zu früh auf der Freitreppe erschienenen...