Kategorie: Ästhetik

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Amerikanisches Tagebuch, 8. Tag

Virginia ist „The South“, obwohl man noch ziemlich weit in den Süden gehen kann von hier. Hier fanden die meisten Schlachten des Sezessionskrieges statt, hier redet man mit dem „Southern Drawl“, die etwas langgezogene, lässig wirkende und langsame Art zu reden, die geradezu das absolute Gegenteil zu den hektischen New Yorker oder LA-Dialekten darstellt. Das typische Wort ist „y’all“ – wörtlich übersetzt mit „ihr alle“, hier aber eine geradezu kontinuierliche Art der Anrede darstellt , wie in „y’all wanna eat somethin‘?“ oder „y’all fine?“- In letzterem Beispiel entsteht sogar eine Satzkonstruktion ohne Verb, was nur hier geht.

Auch falsche Feuer wärmen nicht. Foto: Hufner 0

Enzyklopädie der Neuen Musik: „Gutmenschentremolo“ [Eleonore Büning]

Es sei „einwandfrei politisch korrektes Gutmenschentremolo,“ schreibt Eleonore Büning über die Transit-Performance des Ensemble Kaleidoskop bei den Donaueschinger Musiktagen in ihrer Kolumne des Netzmagazins takt1.de in der „society of music“. Das wundert, denn eigentlich empfand sie die Aufführung ziemlich daneben. Zur Sache sagt sie: „Danach steigt das Ensemble Kaleidoskop aus,...

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Donaueschinger Musiktage 2017/2: Wunderschönes & Weiß nicht & Frauen

Wie ich befürchtete, bin ich nun ausgetauscht. Aber nicht nur ich. Manche Komponisten erkannte man kaum wieder. Zuvor gab es aber was Schönes zu tun: die FEM-Nadel der Fachgruppe E-Musik im Deutschen Komponistenverband wurde im Rahmen der Musiktage im dortigen Rathaus an die – immer noch einzige und erste –...

Szene aus der Kinski-Oper "Sweat of the Sun" im Theater Osnabrück. (Foto: Jörg Landsberg) 0

Ich will einen Oper-O-Maten bauen! – Teil II

Mein Oper-O-Mat ist inzwischen im VAN Magazin erschienen – klickst du hier. Im ersten Teil meines Berichts über die aufwändige Entstehung dieses musiktheatralischen Psychotesthybrids ging es schlicht um die Auswahl der weit über 200 Opern, die ich ins Rennen geschickt habe. Erst einmal: Danke für die vielen Shares und Likes...

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Improvisation – ein Rant aus enger Komponistensicht

Der Alltag der komponierten Neue-Musik-Szene wirkt manchmal gerupft, wenn genauso viele Personen im Publikum wie auf der Bühne sind. Der Alltag von Improvisation, die sich als Neue Musik versteht, ist allerdings oft nicht anders. Ein Klassiker: das Konzert soll um 20 Uhr starten, doch es geht erst eine halbe Stunde...

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Die Utopie vom Singen Elektroakustischer Musik

Vor einiger Zeit landete ich während einer Online-Recherche zufällig auf der Website einer Sängerin, die, auf ihre musikalische Vielseitigkeit hinweisend, in ihrer Vita schreibt, sie sänge neben der klassischen und Neuen Musik auch Elektroakustische Musik. Da kam ich natürlich spontan erstmals ins Schmunzeln… Wie soll man denn bitte Elektroakustische Musik...

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Roboter-Dirigent & Andrea Bocelli – wann gibt’s den Robocelli und mehr

Vorgestern, Premiumtratsch: der sogenannte Tenor Andrea Bocelli vom Pferd gefallen! Klar, wo der Apfel nicht weit vom Pferd fällt und dies eine Schlagzeile wert ist, Mensch und Tier aus Fleisch und Blut Dinge gemeinsam erleben, wie man es schon seit Homer kennt, ist das ein kleiner Aufreger. Zuvor revolutionierte Bocelli...

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Aribert Reimanns Lear – die Mutter der Opern ohne Mutter

Es packt mich so, als erklänge diese Musik erstmalig. Ich habe sie schon oft gehört. In anderen Werken Aribert Reimanns, in Aufführungen von Troades oder Bernada Albas Haus, zuletzt Medea. Oder in Aufnahmen. Direkt und leibhaftig höchstselbst diesen Sommer in Salzburg. Den „Lear“. Ohne König im Titel. Denn es geht...

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Ich will einen Oper-O-Maten bauen! – Teil I

Eine eigene Oper – so wie es Klaus Kinski sich in dem Film „Fitzcarraldo“ wünscht – brauche ich (noch) nicht. Aber ich will einen Oper-O-Maten haben! Einen eigenen! Und zwar analog zu dem von mir entwickelten Sinfon-O-Maten, den ich 2016 für unsere lieben Kollegen vom VAN Magazin gestaltet habe. Dafür...