Die Radiowoche vom 24.01.22–30.01.2022

Im Radio. Foto: Hufner
Im Radio. Foto: Hufner

Ein kleiner Blick in die Radiowoche 04. Die Übersicht zum Download als PDF. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Inhalt


mo – 24.01.2022


12:00 | hr2-kultur
Doppelkopf Am Tisch mit Viola Priesemann, „Pandemie-Modelliererin“

Unerschrocken und fundiert, so argumentiert die Physikerin Viola Priesemann, wenn sie auf Presskonferenzen und in Talkrunden gefragt wird, mit welcher Dynamik wir in der Corona-Pandemie rechnen müssen. Dabei wollte Priesemann ihre Zeit eigentlich dem Blick ins Gehirn widmen, der Frage, wie die vielen Milliarden Nervenzellen miteinander kommunizieren, wie rasch sich Erregungsmuster ausbreiten, Informationen weitergegeben werden …

19:30:00 | Ö1
Das Quintett chuffDRONE live im Wiener RadioKulturhaus

Nach der Umbesetzung -Saxofonist Robert Schröck und der aus der Schweiz nach Wien übersiedelte Pianist Jul Dillier kamen neu in die Band -hat sich das Wiener Quintett chuffDRONE 2020 mit dem auf Vinyl bzw. CD veröffentlichten Doppelalbum „Actio“ / „Re:actio“ zurückgemeldet. Die süffigen, groovigen, formal durchdachten Eigenkompositionen aller fünf Bandmitglieder -aus der Gründungsbesetzung von 2012 sind Lisa Hofmaninger (Sopransaxofon, Bassklarinette), Judith Ferstl (Kontrabass) und Judith Schwarz (Schlagzeug) weiterhin dabei -festigten den Ruf der Formation als spannende Fixgröße des aktuellen österreichischen Jazz.

Im Zuge der heutigen Live-Übertragung aus dem Studio 3 des Wiener RadioKulturhauses stellt chuffDRONE sein neues Programm vor. Die Musiker/innen schreiben dazu: „Besonders während der Pandemie hatte die Band viel Zeit, gemeinsam an neuen, langformatigen und feinstrukturierten Spielkonzepten zu arbeiten, bei denen ein Teil der musikalischen Mosaiksteine bewusst frei gelassen wird, sodass das fertige Werk jeweils erst im Moment der Aufführung entsteht. Um dieses spontane Element des neuen Programms einzufangen, hat sich chuffDRONE entschieden, sein neues Album als Live-Session mit Publikum aufzunehmen.“ Dieses Werk wird übrigens 2022 im Rahmen der Edition „Ö1 ­Jazz Contemporary“ erscheinen. Das heutige Konzert eröffnet also einen spannenden Blick voraus!

20:03 bis 21:30 | Deutschlandfunk Kultur
In Concert: Jazzfest Berlin

silent green Kulturquartier, Berlin. Aufzeichung vom 07.11.2021. Nduduzo Makhathini, Solo Piano. Moderation: Matthias Wegner

21:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Einstand – Perspectives: CD-Debüt der Harfenistin Anaëlle Tourret

Von Carola Malter. Die Harfenistin Anaëlle Tourret hatte lange einen großen Traum: eine Stelle in einem Orchester. 2018 wurde dieser Traum dann Wirklichkeit, als sich die 25-jährige Musikerin die Solo-Position im NDR Elbphilharmonie Orchester erspielte. Für ihr CD-Debüt „Perspectives“ möchte Anaëlle Tourret ihr Instrument als „einzigartiges Beispiel für kompositorische Innovation und Transition“ vorstellen. Ausgewählt hat sie dafür Solo-Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert von André Caplet, Paul Hindemith, Benjamin Britten und Heinz Holliger.

22:04 bis 23:00 | WDR 3
WDR 3 Jazz: Giant Steps in Jazz

23:03 – 24:00 | Ö1
Logothetis und Pantchev – eine Annäherung: Spurensuche. Anestis Logothetis und Wladimir Pantchev

Am 27. Oktober 2021 hätte der griechisch-österreichische Komponist Anestis Logothetis den 100. Geburtstag gefeiert. Als Abrundung der vielen Veranstaltungen, die dazu auch in dessen zweiter Heimat Österreich stattgefunden haben, widmet sich unsere „Zeit-Ton“-Spurensuche seinen faszinierenden Werken, in denen er eine besondere, nicht nur grafische Notationsweise zur Perfektion geführt hat.

Der bulgarische Geburtsort von Logothetis ist zumindest ein territoriales Bindeglied zur anderen in dieser Sendung vorgestellten Musik: Ihr Urheber ist nämlich der aus diesem Land stammende Wladimir Pantchev, der seine Karriere ebenfalls in Österreich zu einem Höhepunkt bringen konnte. Ausdrucksstarke Beispiele seiner feinsinnigen Kompositionen werden als Hommage an ihn erklingen, der am 8. September 2021 im 73. Lebensjahr überraschend in Wien verstorben ist. Gestaltung: Hannes Heher


di – 25.01.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Momentaufnahmen – Das Münchner ICI Ensemble

Von Julian Kämper. Festgeschriebene Absprachen gibt es vor den Auftritten des ICI meist nicht. Und wenn doch, dann nur, um sich nicht daran zu halten.

„Der kurze Moment, bevor irgendwas losgeht, ist Freiheit. Und diese Freiheit wird über zwei Stunden durchgespielt.“ Wenn die Mitglieder des International Composers & Improvisers Ensemble (ICI) die Bühne betreten, wissen sie nicht, wer gleich den ersten Ton spielen wird. Die Formation aus inzwischen acht Münchner Improvisationsmusikern wurde Ende der 90er-Jahre auf Initiative des Kulturreferats gegründet: als Vorzeigeprojekt, das auch kulturpolitische Interessen vertreten sollte. Anfangs trugen renommierte Komponistinnen und Musiker wie Vinko Globokar, Olga Neuwirth oder William Parker ihre musikalischen Vorstellungen von außen an das Ensemble heran. Bald aber sollte die Musik improvisatorisch aus sich selbst heraus entstehen, die Flüchtigkeit des musikalischen Moments gefeiert werden. Was macht den spezifischen ICI-Sound aus? Wie verlaufen die kollektiven Kreativprozesse? Und was genau bedeutet die Fähigkeit, einander zuhören zu können? Die Musiker theoretisieren ungern das, was sie da machen. Sie spielen lieber darüber, sagen sie.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Tom Sora: „Wechselspiele“ (Sarah Maria Sun, Sopran; Tom Sora, Bariton, Kurbelspieluhr); Klaus-Peter Werani: „Raum4“ (Maria Stange, Harfe); Bernhard Weidner: „Von der Wildheit des Herzens“ (MGNM Festivalensemble: Peter Hirsch); Gloria Coates: „The Silver Eyed Soul“ (Christine Hoock, Kontrabass; Alessandro Taverna, Klavier); Tobias PM Schneid: „Symphony of Change“ (Münchener Kammerorchester: Christoph Poppen); Johannes Tonio Kreusch: „Inspiración“ (Johannes Tonio Kreusch, Gitarre); Norbert R. Stammberger: „re-recording no.29.3006.06“ (Stephan Stiens, Gitarre; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren); Leopold Hurt: „Erratischer Block“ (ensemble mosaik: Enno Poppe)

19:15 Uhr | Deutschlandfunk
Das Feature: Der alte Bob – Vom Holocaustüberlebenden, Künstler und Musiker Bob Rutman

Von Alexa Hennings. Regie: Burkhard Reinartz. Produktion: Deutschlandfunk 2017. Als Junge wollte Robert gern zur Hitlerjugend. Die nahmen keine Juden, das kapierte er nicht. Vor allem die Trommeln reizten ihn, der Rhythmus, der Krach, das Martialische. Als Musiker und Künstler kam er 1989 zurück nach Berlin. Beim Hackeschen Markt gab es tatsächlich Wohnungen, die einer wie er gerade noch bezahlen konnte. Sein Budget kam vom deutschen Staat: 1.000 Euro im Monat dafür, dass Bob Rutman mit acht Jahren Berlin verlassen musste.

Seine Mutter floh mit ihm nach England. Nach dem Krieg: Amerika. Kunststudium, Galeriegründung, Scheitern. 1968 baute er das erste Steel Cello, eine Skulptur aus Stahl, die mit einem Bogen gespielt werden kann. Er tourte durch die Welt, landete 1989 wieder in Berlin. Und blieb. Ein Instrument hatte er schon lange nicht mehr verkauft, in den Galerien lief es schlecht. Wer ihn nicht kannte, dachte: Penner. Doch er war eine Szenegröße, ihm einen auszugeben, eine Ehre. Ein Netz von Freunden trug den alten Bob. Wie andere ins Büro gingen, schlurfte er in die Klubs und ließ es richtig krachen. Am 1. Juni 2021 ist Bob Rutman im Alter von 90 Jahren gestorben.

20:03 bis 22:00 | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik

radialsystem. Aufzeichnungen vom 22./23.01.2022. Mirela Ivicevic: „Heart Core“ für Ensemble (2021) (Uraufführung) | Karen Power: „bog songs“ für Ensemble (2021) (Uraufführung der erweiterten Fassung) | Steingrimur Rohloff: „Stresstest“ für Ensemble (2021) (Uraufführung) | Jesse Broekman: Neues Werk für Ensemble (2021) (Uraufführung) | Philipp Maintz: „c’est une volupté de plus“ für Ensemble (2021) (Uraufführung). Ensemble LUX:NM: Ruth Velten, Saxofon; Rike Huy, Trompete; Florian Juncker, Posaune; Silke Lange, Akkordeon; Neus Estarellas Calderón, Klavier; Zoé Carter, Violoncello; Lukas Böhm, Schlagwerk; Martin Offik, Klangregie

21.00 Uhr – Johannes Schöllhorn: „tra un fiore colto e l’alto donato“ für Schalmei, Akkordeon und Elektronik (2021) (Uraufführung – Auftragswerk rbb). mixtura: Katharina Bäuml, Schalmei; Margit Kern, Akkordeon; Damian Marhulets, Elektronik

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Beethovenfest Bonn 2021 – Beethovens „Eroica“ – von Wienern gespielt in Bonn

Alle neun Beethoven-Symphonien sind beim letzten Beethovenfest Bonn unter der Intendanz von Nike Wagner aufgeführt worden – von fünf europäischen Orchestern und Dirigenten. Beethovens erste Sinfonie und seine „Eroica“ sind in Bonn von Wienern gespielt worden: Das ORF Radio- Symphonieorchester Wien ist mit Michael Boder an den Rhein gereist. Er ist ein etablierter Orchesterdirigent und ein wichtiger Vermittler zeitgenössischer Musik. Boder hat zahlreiche bemerkenswerte Uraufführungen betreut und auch bei diesem Konzert dirigiert er ein neues Werk aus dem Jahr 2019. Gerhard E. Winkler, geboren in Salzburg 1959, hat im Auftrag des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien, für das Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 ein Werk komponiert mit dem Titel „B-Beben“. Hier steht nicht der „heroische“ Beethoven im Zentrum, sondern dessen Scherzi, in denen sich die Radikalität des Bonners und Wahlwieners besonders spiegelt.

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur, op. 21 | Gerhard E. Winkler: B-Beben für Orchester | Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur, op. 55 „Eroica“. ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Leitung: Michael Boder. Aufnahme aus dem World Conference Center

20:05 bis 21:00 | SWR 2
SWR2 Jazz Session: Ghost Caravan – Ståle Storløkken beim Jazzfest Berlin 2021

Von Franziska Buhre. Ståle Storløkken, geboren 1969, spielt Orgel seit er zwölf Jahre alt ist. Beim Musikstudium am Musikkonservatorium in Trondheim spezialisierte er sich auf elektronische Instrumente in Jazz und improvisierter Musik. Storløkken tritt solistisch auf, ist Mitglied der Band Supersilent, spielt in Projekten des Trondheim Jazz Orchestra ebenso wie mit den Trondheim Solistene, dem Spitzenensemble klassischer Musik. In Mittelnorwegen saß Storløkken schon an einigen Orgelbänken, beim Jazzfest Berlin spielte er im vergangenen November nun zum ersten Mal die Orgel in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
Jazz Live: Klavier-Festival Ruhr 2021 – Power, Drive und Leidenschaft

Antonio Faraò Trio: Antonio Faraò, Piano; Ameen Saleem, Kontrabass; Guido May, Schlagzeug. Aufnahme vom 6.9.2021 aus dem Ebertbad Oberhausen

Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Antonio Faraò zählt seit den späten 90er-Jahren zu den international gefeierten Pianisten des modernen Jazz. Sein vitaler Stil vereint europäisches Harmonieverständnis mit dem Puls der amerikanischen Tradition. „Black Inside“, ein CD-Titel des gebürtigen Römers, spielt auf sein Faible für afroamerikanische Spielarten des Jazz an, vor allem in rhythmischer Hinsicht. Europa spiegelt sich nach Einschätzung des klassisch ausgebildeten Faraò vor allem in seinen Kompositionen. Zum Klavier kam er über das Vibrafon- und Schlagzeugspiel. Er galt als Wunderkind und entwickelte sich mit unermüdlicher Übedisziplin zu einem vielfach preisgekrönten Virtuosen. Nachdem Antonio Faraò bereits 2014 als Gast des Trompeters Till Brönner im Rahmen des Klavier-Festivals Ruhr aufgetreten war, kehrte er diesmal im Trio und mit einem Programm aus Standards und Eigenkompositionen zurück.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Idee und Ritual – Kultische und magische Handlungen in Neuer Musik

Von Egbert Hiller. Von Beginn an war das Musikmachen geprägt vom Spannungsverhältnis zwischen unterhaltender Funktion und kultischer Überhöhung in rituellen Kontexten. Auch in der abendländischen Kunstmusik ist die Verknüpfung von Klang und Ritual kaum wegzudenken, wenngleich sie sich auf einer abstrakteren Ebene abspielt als in den Kulturen indigener Völker. Und wie steht es um das Feld des Zeitgenössischen? Dort begegnen uns ebenso rituelle Dimensionen. Egbert Hiller stellt einige eindringliche Beispiele vor – von Komponistinnen und Komponisten wie Maria de Alvear, Iannis Kyriakides oder Raven Chacon.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
Musik der Gegenwart: Abenteuer mit Humor: György Ligeti und Mauricio Kagel

So unterschiedlich die Werke im Einzelfall ausgefallen sind – die Musik von György Ligeti und Mauricio Kagel verbindet einen Hang zum tiefgründigen Humor, zur bitteren Ironie und zu überraschenden (nicht nur klingenden) Blickwinkeln. Ein Vergleich.

23:00 | hr2-kultur
Doppelkopf Am Tisch mit Viola Priesemann, „Pandemie-Modelliererin“

Unerschrocken und fundiert, so argumentiert die Physikerin Viola Priesemann, wenn sie auf Presskonferenzen und in Talkrunden gefragt wird, mit welcher Dynamik wir in der Corona-Pandemie rechnen müssen. Dabei wollte Priesemann ihre Zeit eigentlich dem Blick ins Gehirn widmen, der Frage, wie die vielen Milliarden Nervenzellen miteinander kommunizieren, wie rasch sich Erregungsmuster ausbreiten, Informationen weitergegeben werden …

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: News & Roots

Bass Desires: Henning Sieverts porträtiert den amerikanischen Bass-Virtuosen Marc Johnson, mit Aufnahmen aus allen Phasen seiner Karriere, u.a. mit Bill Evans, Toots Thielemans, Gary Burton u.a.

23:03 – 24:00 | Ö1
Scelsis Suche nach dem Frieden: Salzburger Festspiele 2021. Kompositionen von Giacinto Scelsi

Dieser „Zeit-Ton“ bringt eine Festspiel-Nachlese aus Salzburg vom Festival 2021. Bei der traditionellen „Ouverture spirituelle“ der Salzburger Festspiele – das Motto im letzten Jahr war „Pax“ (Friede) – fand am 23. Juli 2021 in der Kollegienkirche ein Konzert mit dem SWR Symphonieorchester statt. Außerdem traten die Neuen Vocalsolisten und der Bachchor Salzburg auf. Auf dem Programm standen unter anderem zwei Werke von Giacinto Scelsi: „Three Latin Prayers“ für Stimmen solo, gesungen von vier Sänger/innen der Neuen Vocalsolisten, sowie „Konx-Om-Pax“ für gemischten Chor und Orchester, mit dem Bachchor Salzburg und dem SWR Symphonieorchester. Die musikalische Leitung hatte an diesem Abend der junge französische Dirigent Maxime Pascal. Gestaltung: Philipp Weismann


mi – 26.01.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Chormusik: Geschichte – und ganz viel Gegenwart – Jüdisches Chorrepertoire neu entdecken

Moderation: Olga Hochweis. 00:55-00:58 Chor der Woche. 2021 war das Jahr eines großen Jubiläums. Erinnert wurde an „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland”. Doch jüdisches Leben findet zum Glück immer stärker auch ganz gegenwärtig statt. Nicht zuletzt dank vieler zugezogener Menschen aus postsowjetischen Ländern oder aus Israel. Die Musik spielt dabei eine wichtige Rolle. Nur wird sie hierzulande immer noch vor allem historisierend oder klischeehaft mit Klezmermusik und Klarinetten gleichgesetzt.

Wie und wo entdeckt man neues Repertoire für Chor, das heutiges jüdisches Leben abbildet? Wer sind die Protagonisten einer neuen Szene?

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Winfried Zillig: Violinkonzert (Tibor Varga, Violine; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Jan Koetsier); Edgar Bredow: „Dialogus Marianus“ (Hans Ammon, Bassetthorn; Elza van der Ven, Cembalo; Kammerorchester des Fränkischen Landesorchesters: Edgar Bredow); Willy Spilling: „Psalmenkantate“, op. 43 (Lore Fischer, Alt; Elza van der Ven, Cembalo; Rudolf Zartner, Orgel; Nürnberger Singgemeinschaft; Nürnberger Symphoniker: Carl Gorvin); Hans Sternberg: Sonate (Jürgen de Lemos, Violoncello; Hans-Dieter Bauer, Klavier); Wilhelm Keilmann: Klavierquartett fis-Moll, op. 60 (Wilhelm Kempff Ensemble)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Classic Sounds in Jazz: Gentlemen der Classic Sounds

Feine Jazzklänge zur Erinnerung an Flügelhornist Ack van Rooyen, Posaunist Slide Hampton und Gitarrist Pat Martino. Moderation und Auswahl: Ulrich Habersetzer

20:03 bis 21:30 | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik

radialsystem. Aufzeichnung vom 20.01.2022. George Lewis: „AMO“ für sechs Stimmen und Live-Elektronik (2020) (Deutsche Erstaufführung) | Sergej Newski: „Die Einfachen“ (2020/21). Dokumentaroper für fünf Sänger:innen, Elektronik und Video . Libretto nach Briefen im Russland der 1920er-Jahre. Ilya Shagalov, Video, Bühne und Regie. Neue Vocalsolisten: Johanna Vargas, Sopran; Susanne Leitz-Lorey, Sopran; Truike van der Poel, Mezzosopran; Martin Nagy, Tenor; Guillermo Anzorena, Bariton; Andreas Fischer, Bass

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: WDR 3 Campus-Konzert – Folkwang Universität der Künste

In einem WDR 3 Campus-Konzerte bieten Studierende der Folkwang Universität der Künste in Essen optimistische Ausblicke in die musikalische Zukunft.

Die WDR 3 Campus-Konzert geben jungen musikalischen Talenten Gelegenheit, ihr beeindruckendes Können schon zu Studienzeiten der Öffentlichkeit vorzustellen. Diesmal sind wir zu Gast an der Essener Folkwang Universität der Künste. Dort kombiniert der Akkordeonist Julius Schepansky Klavierbearbeitungen aus Klassik, Romantik und Moderne mit einem Klassiker des 20. Jahrhunderts: „Et expecto“ heißt die Sonate, die die Komponistin Sofia Gubaidulina 1986 dem Bajan gewidmet hat, der russischen Variante des Akkordeons.

Das „catinblack ensemble“ konzentriert sich danach ganz aufs 20. und 21. Jahrhundert. Neben Werken von Younghi Pagh-Paan und Georg Friedrich Haas kann das junge Streichtrio mit einer Uraufführung aufwarten, „Metamorphosis“ der in Berlin lebenden Russin Olga Rayeva.

Dmitrij Schostakowitsch: Präludium fis-Moll, op. 87,8 | Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate F-Dur, KV 280 | Sofia Gubaidulina: Et expecto | Edvard Grieg: Forbi, Nr. 6 aus „Lyrische Stücke“, op. 71 | Felix Mendelssohn Bartholdy: Capriccio, op. 5  | Younghi Pagh-Paan: NO-UL | Olga Rayeva: Metamorphosis, Uraufführung | Georg Friedrich Haas: …aus freier lust…verbunden…

Julius Schepansky, Akkordeon; catinblack ensemble. Aufnahme aus der Neuen Aula der Folkwang Universität der Künste, Essen

22:03 Uhr
Hörspiel: Pangäa Ultima

Von Clemens Hoffmann. Mit: Jörg Pohl; Komposition: Christian Heiland, Anatol Atonal; Ton: der Autor; Produktion: Autorenproduktion 2021; Länge: 41’09 (Ursendung)

Fred unternimmt eine Forschungsreise durch Pangäa, der letzten zusammenhängenden Landmasse auf Erden. Er soll einen Ort finden, an dem es sich zu leben lohnt. Doch irgendwas stimmt nicht mit der Zeit und ihrem Ablauf.

Fred bewegt sich entlang der kontinentalen Bruchkanten, reist auf den tektonischen Platten von A nach B und durch die Zeit. Wie ein Reiseleiter kommentiert er launig seine Beobachtungen − als ginge es hier nicht um alles. Denn Pangäa zerbricht immer weiter, schiebt sich anders wieder zusammen, nur um wieder zu zerbröckeln. Anthropozän, schön und gut − aber wofür halten wir uns?

„Pangäa Ultima“ belegte einen zweiten Platz beim Berliner Hörspiel Festival 2021. „Zusammen mit seinem musikalischen Alter Ego Anatol Atonal setzt Clemens Hoffmann erdgeschichtliche Transformationen in Beziehung zu zeithistorischen Phänomenen und reichert diesen Diskursmix diskret mit reichhaltigen literarischen Anspielungen an“, urteilte die Jury.

Clemens Hoffmann, geboren 1975 in Waltrop, Autor, Hörspielmacher, Lehrer. Studium der Literaturwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Ab 2001 Mitarbeit bei verschiedenen Radiosendern. Seit 2004 Lehrtätigkeit in der Erwachsenenbildung. Er produziert Hörspiele im Heimstudio. Für „Pangäa Ultima“ erhielt er den 2. Platz beim Wettbewerb um das „Lange brennende Mikro“ beim 12. Berliner Hörspielfestival.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Jazz aus Nürnberg: Studio-Aufnahmen

„Paris Zyklus – The Spirit of the Streets“ – die neue CD des Rebecca Trescher Tentets. Mit Rebecca Trescher (Komposition, Arrangement, Klarinette), Joachim Lenhart (Flöte, Klarinette, Saxofon), Markus Harm (Klarinette, Saxofon), Anton Mangold (Klarinette, Saxofon, Harfe), Julian Hesse (Trompete, Kornett), Juri Kannheiser (Violoncello), Peter Christof (Kontrabass), Andreas Feith (Klavier), Roland Neffe (Vibrafon) und Silvio Morger (Schlagzeug). Moderation und Auswahl: Beate Sampson


do – 27.01.2022


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Mark Lothar: Concertino (Begoña Uriarte, Karl-Hermann Mrongovius, Klavier; Münchner Rundfunkorchester: Kurt Eichhorn); Herbert Baumann: Ballade (Sebastian Hess, Violoncello; Eugène Hölzer, Gitarre); Kurt Graunke: Symphonie Nr.1 E-Dur – „Die Heimat“ (Chor des Bayerischen Rundfunks; Symphonie-Orchester Graunke: Kurt Graunke)

10:08 Uhr | Deutschlandfunk
Marktplatz: Fleisch ersetzen – nahrhaft, gesund und umweltschonend

Am Mikrofon: Georg Ehring. Zu einer vollwertigen Mahlzeit gehört nicht unbedingt Fleisch. Viele Menschen möchten es ersetzen – um Tierleid zu verhindern, um das Klima zu schonen oder die eigene Gesundheit zu fördern. Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Fleischersatzprodukte aus Weizen oder Soja, eiweißreiche Lebensmittel wie Linsen und in Zukunft vielleicht künstlich gezüchtetes Fleisch aus Stammzellen. Welche Möglichkeiten gibt es, damit gesund und lecker zu kochen? Welcher Wertewandel hat die Esskultur erreicht? Und wie umweltverträglich ist Essen ohne Fleisch wirklich? Darüber diskutiert Georg Ehring mit Fachleuten sowie mit Hörerinnen und Hörern.

14:05:00 | Ö1
Dr. Lonnie Smith & hr-Bigband 2015 in Frankfurt

Mit Dr. Lonnie Smith starb im vergangenen September einer der großen Magier des cool groovenden Soul Jazz. Der Hammond-Organist mit dem markanten Turban am Kopf und dem unakademischen „Dr.“ vor dem Namen begann seine Karriere Anfang der 60er Jahre bei Gitarrist George Benson, bevor er an der Seite von Saxofonist Lou Donaldson und als Solokünstler den R&B-, Funk-und Soul-affinen Jazz des Labels Blue Note maßgeblich mitprägte. Die Worte „I got the perfect combination for this funky situation!“ im Titelsong seines discolastigen Albums „Funk Reaction“ von 1977 würden auch das elektrisierende Zusammentreffen von Dr. Lonnie Smith mit der Big Band des Hessischen Rundfunks am 6. März 2015 in Frankfurt am Main gut charakterisieren.

Die hr-Bigband kennt schließlich ebenfalls keinerlei Berührungsängste, wie sie seit vielen Jahren in ihrer Arbeit mit unterschiedlichsten Stargästen beweist. Ohne sich orgelnd in den Vordergrund zu drängen, macht Dr. Lonnie Smith an seiner Hammond B-3 den an sich schon knackigen Bigband-Sound (unter der Leitung von Gastdirigent Mike Holober) noch um einiges kompakter und explosiver, wenn er sich mit den deutschen Kolleg/innen durch Hits aus seiner Diskographie spielt. Wobei unter die Stücke aus eigener Feder auch einige grandiose Songcovers gemischt werden, etwa von den Stylistics oder den Beatles.

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: „Ich wandre durch Theresienstadt“ – Musik am Rand des Lebens

Die tschechischen Komponisten Pavel Haas, Viktor Ullmann und Hans Krása sowie viele andere Künstlerpersönlichkeiten wurden noch im Oktober 1944 von Theresienstadt nach Ausschwitz deportiert und wenig später ermordet. Dass Terezin – ursprünglich eine kleine Garnisonsstadt nördlich von Prag – immer nur eine Durchgangsstation auf dem Weg in den Tod war, blieb seinen Insassen nicht verborgen. Trotzdem wurde in diesem Ghetto unermüdlich komponiert und konzertiert, gedichtet und geprobt. Dieses zunächst heimlich stattfindende kulturelle Leben wurde von der Lagerleitung bald unterstützt und zu Propagandazwecken missbraucht. Auf internationale Anfragen zu den deutschen Konzentrationslagern wurde Theresienstadt als „Paradiesghetto“ präsentiert, obwohl der Alltag auch hier von Hunger, Elend und Krankheit gezeichnet war. Welche Rolle die Musik für die hier internierten Menschen gespielt hat, kann man nur erahnen. BR-KLASSIK mit einer Spurensuche am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Sendung von Alexandra Maria Dielitz

20:03 bis 22:00 | Deutschlandfunk Kultur
Konzert: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik

Großer Sendesaal im Haus des Rundfunks Berlin. Aufzeichnungen vom 19./23.01.2022. Dieter Ammann: „glut“ für Orchester (2014-2016) | Luca Francesconi: „Macchine in echo“ für zwei Klaviere und Orchester (2015) | Milica Djordjevic: „Quicksilver“ für Orchester (2016). GrauSchumacher Piano Duo; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin; Leitung: Jonathan Stockhammer

21.00 Uhr: Arne Gieshoff: „Burr“ für Orchester (2016) | Yiran Zhao: „Oder Ekel kommt vor Essenz“ für Sprecher und Orchester (2017/2018) | York Höller: Konzert für Viola und Orchester (2016/2017) | Enno Poppe: „Fett“ für Orchester (2018/2019). Fiston Mwanza Mujla, Sprecher; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin. Leitung: Eun Sun Kim

20:05 bis 21:00 | SWR 2
SWR2 MusikGlobal: Die Brüder Konstantin und Alexander Wladigeroff aus Bulgarien

Von Maria Reininger. Man sagt, in Wien beginne der Balkan. Und genau dort haben ein Trompeter und ein Pianist mitgeholfen, den Balkanboom hochzuspielen. Konstantin und Alexander Wladigeroff spielten zunächst in den großen Bands, die Ethnoelemente, meist kräftige Bläsersounds und Jazz verbanden. Dann entwickelten sie ihre eigenen Kreationen, Musik, die auf unglaubliche Weise auch mal Kuba und den Balkan verbindet. Und immer wieder lassen die beiden den Klezmer aufleben.

21:05 bis 22:00 | Deutschlandfunk
JazzFacts: JazzFacts: Kopfhörer – Gast: Die Pianistin Johanna Summer

Am Mikrofon: Florian Ross und Odilo Clausnitzer. Muss Jazz immer anstrengend sein? Ist Keith Jarrett überschätzt? Wie bitte – du magst auch Phil Collins? In „Kopfhörer“ treffen Pianist Florian Ross und Redakteur Odilo Clausnitzer auf wechselnde Gäste und hören, untersuchen und streiten über Musik. Die Auswahl bestimmt der Gast – die Gastgeber hören ohne vorherige Informationen. Diesmal dabei: Pianistin Johanna Summer. Summer (*1995) studierte in Dresden und lebt in Köln. Ihre Einflüsse aus klassischer Musik, Pop und Jazztradition überführt sie in ihrem 2016 gegründeten Trio in einen dichten, persönlich konturierten, zeitgenössischen Jazzkontext. Mit ihrem Solo-Debüt „Schumann Kaleidoskop“ (2020), einer improvisierten Annäherung an Kompositionen Robert Schumanns, erregte sie breites Aufsehen und erntete begeisterte Feuilleton-Rezensionen.

21:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Ascolta: Klaus Lang & Stefan Keller

Klaus Lang: nirgends (2020/21) für Ensemble und projiziertes Licht. Ensemble Ascolta | Klaus Lang: Ionisches Licht (2020) für Orchester. SWR Symphonieorchester; Leitung: Titus Engel

Das Licht ist in den jüngsten Werken des Österreichers Klaus Lang allgegenwärtig: sichtbar oder als innere Vorstellung beim Komponieren und Hören. Mit der Lichtkünstlerin Sabine Maier hat er eine Konzertinstallation entwickelt, in der Lichtprojektionen aus alten Filmgerätschaften zusammen mit der Musik neue Räume definieren. Dass die gemeinsame Arbeit konsequent abstrakt ist und mit der realen Alltagswelt wenig zu tun hat, verrät schon der Titel „nirgends“. Klaus Langs Musik ist wie das Tageslicht in ständiger Veränderung begriffen, wobei die Aufmerksamkeit vor allem auf einfachste Konstellationen richtet.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Horizonte: (Welt-) Raum, Zeit und Atmosphäre: Das Universum als Inspiration

Zum heutigen Start des neuen BR-KLASSIK Wissens-Podcast „Kosmos Musik“ mit Suzanna Randall. John Adams: „Short Ride in a Fast Machine“ (Münchner Rundfunkorchester: Patrick Hahn); György Ligeti: „Lux aeterna“ (Chor des Bayerischen Rundfunks: Peter Dijkstra); Peter Eötvös: „Multiversum“, Time and Space (Iveta Apkalna, Orgel; Concertgebouw-Orchester Amsterdam: Peter Eötvös); György Ligeti: „Atmosphères“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Mariss Jansons); Gloria Coates: Streichquartett Nr. 5, In the Fifth Dimension (Kreutzer Quartet); Terry Riley: „One earth, one people, one love“ (Kelly Ballou, Sprechstimme; Kronos Quartet)

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Historische Aufnahmen: Sternstunden – Philip Glass (*1937)

aus: Solo Piano „Mad Rush“. Philip Glass, Klavier /  Konzert für Violine und Orchester, Gidon Kremer, Violine; Wiener Philharmoniker; Leitung: Christoph von Dohnányi. Aufnahmen aus den Jahren 1989 und 1992

Am Mikrofon: Christiane Lehnigk. Philip Glass war einer der populärsten Vertreter der sogenannten „Minimal Music“, die in den 60er-Jahren ihren Anfang nahm. Langwährende Tonrepetitionen entfalten bei diesem Genre weite, sich nur geringfügig verändernde Klangflächen. Der Dirigent Dennis Russel Davies hatte Philip Glass dazu animiert, nach seinen frühen Opern, Theater- und Filmmusiken, doch auch größere Orchesterstücke zu schreiben. Das beliebte Violinkonzert entstand 1987 in Zusammenarbeit mit dem Geiger Paul Zukofsky, der Solist der ersten Schallplatten-Einspielung war Gidon Kremer. Wenn auch zunächst größer skizziert, wurde es doch ein Violinkonzert nach klassischem Schema mit drei Sätzen. Es ist „theatralischer und persönlicher“ als reine Orchestermusik, so empfindet es der Komponist, der am 31. Januar vor 85 Jahren geboren wurde.

23:00 | hr2-kultur
Doppelkopf Am Tisch mit Andreas Bomba, „Alleinunterhalter“

Seit fast vierzig Jahren ist seine Stimme den Hörerinnen und Hörern des Hessischen Rundfunks vertraut: als Moderator zahlloser Sendungen und Konzertübertragungen, als Kritiker von Veranstaltungen, als Gastgeber im „hr2-Doppelkopf“. Jetzt geht Andreas Bomba in den Radio-Ruhestand.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
The Voice: Moderation: Cyrille Aimée

Ihr Vater ist Franzose, ihre Mutter kommt aus der dominikanischen Republik, sie selbst ist mit der Musik der Sinti und Roma aufgewachsen. Nachdem sie 2007 den ersten Platz beim renommierten Montreux Jazz Festival gemacht hat, ging ihre Karriere richtig los. Mittlerweile lebt sie in New York, ist dort als Jazz-Sängerin etabliert und für ihre witzige, kunstvolle Interpretation eines Musical-Songs von Stephen Sondheim für einen Grammy nominiert worden. In letzter Zeit singt sie mal zur Jazz-Gitarre ihres langjährigen Duo-Partners Michaël Valeanu, mal begleitet vom New Orleans Jazz Orchestra.

23:03 – 24:00 | Ö1
 New Adits 2021. „Brittle extended“ von Electric Indigo

Im Rahmen des New Adits Festival im September 2021 präsentierte Susanne Kirchmayr aka Electric Indigo ihre neue Komposition „Brittle“, die ursprünglich für das Forschungsprojekt „On the Fragility of Sounds“ entstanden ist, das sich mit feministischen Praktiken in den Bereichen Komposition und Musiktheater auseinandersetzte. Im Zentrum stand die Beschäftigung mit der Zerbrechlichkeit von Klang. Electric Indigo hatte in Klagenfurt aber auch ein kleines Modularsystem dabei, um in dieser Extended Version von „Brittle“ noch zwei neue Tracks elektronischer Clubmusik anzuknüpfen.

Weiters in diesem Zeit-Ton zu hören: Ein Ausschnitt aus „Morpheme“. Als musikalisches Basismaterial diente ein Satz, den die Philosophin, Kulturtheoretikerin und Autorin Sadie Plant bei einer Podiumsdiskussion über Cyberfeminismus im Rahmen des CTM Festivals 2014 sagte: „To let noise into a system is a kind of fine art in both cybernetic terms and in terms of making music, too.“ Unlängst ist „Morpheme“ (2015) bei dem Label fals.ch als Digital Download erschienen. Gestaltung: Susanna Niedermayr

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: All that Jazz

Der finnische Pianist, Synthesizerspieler und Komponist Kari Ikonen ist ein hochdekorierter Künstler, der in seiner Heimat 2013 gar zum Jazzmusiker des Jahres gekürt wurde. Anders als bei vielen musizierenden Landsleuten spielt die nordische Klangästhetik bei Ikonen nur eine untergeordnete Rolle. Er fühlt sich etwa zur arabischen Musik hingezogen und entwickelte eine mittlerweile patentierte Apparatur, mit der sich auf dem Piano die Mikrointervalle des nahen und mittleren Ostens spielen lassen. Kari Ikonen unterhält verschiedene eigene Formationen und ist zudem Mitglied im „Orchestra Nazionale della Luna“.. Moderation und Auswahl: Ssirus W. Pakzad


fr – 28.01.2022


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Gang nach Buchenwald

Von Christoph Korn. Nach einem Gespräch mit dem Shoah-Überlebenden Naftali Fürst (Haifa) und Textfragmenten aus dem Buch Hiob, von Paul Celan, Pauline Oliveros und Christoph Korn

Mit: Jana Schulz, Tom Jacobs / Komposition: Christoph Korn / Akkordeon: Sven Hermann / Dramaturgie: Claas Morgenroth und Marcus Gammel / Nach einer Idee von Rolf C. Hemke / Produktion: Deutschlandfunk Kultur / Kunstfest Weimar / ACHAVA Festspiele Thüringen, Stiftung Buchenwald 2020. Länge: 48’51

Ein Weg führt aus Weimar zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald. Mit Erzählungen Überlebender hat der Klangkünstler Christoph Korn einen radiofonen Audiowalk komponiert.

Vom Weimarer Hauptbahnhof führt ein etwa zweistündiger Fußweg zum KZ Buchenwald. Diesen Weg mussten Tausende Opfer des Naziregimes gehen. Am 16. April 1945, kurz nach der Befreiung des Konzentrationslagers, folgten ihnen auf Anordnung des amerikanischen Oberkommandos rund 1.000 Weimarer Bürgerinnen und Bürger. Sie sollten das Grauen von Buchenwald mit eigenen Augen sehen. Zum Gedenken an diesen Weg hat der Medienkünstler Christoph Korn einen Audiowalk für das Projekt „Gang nach Buchenwald“ des Kunstfest Weimar 2020 komponiert. Sein gleichnamiges Hörstück ist ein Sich-Nähern: im Gehen auf Asphalt, Teer, Laub, Kies, hin zu jenem unaussprechlichen Ort. Ausgangspunkt des Hörspiels ist ein Gespräch mit dem Zeitzeugen Naftali Fürst.

Diese Produktion wurde mit Kunstkopf-Mikrofonie hergestellt. Bitte Kopfhörer aufsetzen.

Christoph Korn, geboren 1965 in Frankfurt a.M., studierte Philosophie und Politologie in Frankfurt. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Audio- und Medienkunst. Die künstlerischen Werke basieren in den letzten Jahren zunehmend auf Versuchen des Maskierens, Löschens oder Entziehens. Korn erhielt internationale Preise und Stipendien. Sein Hörspiel „Waldstueck“ wurde beim Prix Ars Electronica ausgezeichnet. Zuletzt für Deutschlandfunk Kultur: „Consolamini“ (2006).

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Max Jobst: Violinkonzert, op. 19 (Conrad von der Goltz, Violine; Nürnberger Symphoniker: Heribert Müller-Veith); Alfred Thomas Müller: „Traumgesang 2009“ (ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Isabel Mundry: Klavierkonzert – „Non-Places“ (Nicolas Hodges, Klavier; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Emilio Pomàrico); Christian Ridil: „Ein Jäger aus Kurpfalz“ (Gerhard Schultheis, Egbert Lewark, Trompete; Andreas Weil, Ilja Danilov, Posaune; Camerata Musica Limburg: Jan Schumacher); Wolf Rosenberg: „Nights at the Opera“ (Wolf Rosenberg, Sprechstimme, Realisation)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Von Engeln und Mutanten – Wie sich Kinderstimmen gesund entwickeln

Gesang berührt unsere Seele, der von Kindern ganz besonders. Schwebt doch über diesen Stimmen der Zauber der Vergänglichkeit. Gerade den Knaben bleiben oft nur wenige Jahre bis zur Mutation. Dann verwandeln sich ihre hohen Engelsstimmen in die von Männern. Und das geschieht immer eher. Denn heute kommen die Kinder deutlich früher in die Pubertät als zu Bachs Zeiten. Das hat spürbare Konsequenzen – besonders für die Arbeit in professionellen Knabenchören. Allerdings haben auch Mädchen so etwas Ähnliches wie einen kleinen Stimmbruch. Warum sind manche Kinder eigentlich scheinbar geborene Sänger, während andere keinen Ton treffen? Sind die kleinen „Brummer“ hoffnungslose Fälle? Wie arbeiten professionelle Kinderchöre? Und was ist das Geheimnis einer guten Stimmbildung? Auch in Kitas, Kindergärten und Grundschulen wird viel mit Kindern gesungen. Eine erfreuliche Entwicklung! Und doch gilt es einiges dabei zu beachten. Sonst können die jungen Stimmen schon früh Schaden nehmen. Eine Sendung von Susanna Felix

20:05 bis 22:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Konzertabend: Konzert der musica viva

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Leitung: Johannes Kalitzke. Hans Thomalla: „… the Brent geese fly in long low wavering lines …“ (Uraufführung); Liza Lim: „Mary/ Transcendence after Trauma“ (Uraufführung); Luc Ferrari: „Histoire du plaisir et de la désolation“

Als Video-Livestream unter www.br-klassik.de. Fliegen ist eine Zeitkunst. Zumal in der Luft die Schwerkraft aufgehoben scheint. Der in Chicago lebende und lehrende Komponist Hans Thomalla folgt in seinem neuen Werk für das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks den transitorischen Spuren der Zugvögel und ihrer unerschöpflichen Energie – eine Musik in ständiger Bewegung, treibend, ohne zu drängen, aber auch alles andere als ein naives Naturidyll. Nicht nur in die Luft blickte hingegen vor 40 Jahren der enigmatische Franzose Luc Ferrari. Er spannt seine musikalische Erzählung zwischen Himmel und Hölle. Aus der Begeisterung für das Potential des symphonischen Apparats ist ein orgiastisches Werk entstanden, das den Apparat nicht dekonstruiert, sondern feiert. Auch die Australierin Liza Lim ist eine Klangforscherin, die sich tief ins Material gräbt. Zugleich schöpft sie in ihrer urwaldartig wuchernden Musik aus weltumspannenden Narrationen, Ritualen und Traditionen. Ihre neue Trilogie für Orchester entzündet sich an Legenden um drei weibliche Ikonen. Nach Sappho (und vor Fatima) widmet sich Liza Lim in diesem zweiten Teil des Triptychons dem Leid und der Verklärung der christlichen Jungfrau Maria. BR-KLASSIK überträgt das Konzert des BRSO unter Leitung von Johannes Kalitzke live im Hörfunk und im Videostream.

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Das Feature: Keyboarder Karl – Geschichten vom Alleinunterhalter

Von Marc Bädorf. Regie: Philine Velhagen. Produktion: Deutschlandfunk 2022. 50. Geburtstag, silberne Hochzeit, Schützenfest: Das ist die Welt, das ist das Leben des Alleinunterhalters Keyboarder Karl. Doch oft ist dieses Leben ganz schön hart.

Eine Goldene Hochzeit in einem Hotelrestaurant in Düren. Gäste schieben sich in Anzug und Kleid um das Buffet. In einer Ecke steht ein Mann in blauem Anzug und mit schwarzer Tolle hinter einem Keyboard. Das ist er: Keyboarder Karl. Seit fast 20 Jahren verdingt er sich mehrmals in der Woche als Alleinunterhalter in ganz NRW. Auf erste Auftritte in Seniorenheimen als Jugendlicher folgten tausend weitere. Die großen Bühnen, sagt Karl, sind nicht seins. Dafür liebt er die kleinen Bühnen, die Hochzeiten und Geburtstage. Es ist ein Fenster in die deutsche Wirklichkeit.

Doch das Leben als Alleinunterhalter ist nicht leicht. Da sind die Ansprüche der Kunden. Die Verachtung der Gastwirte. Das Außenseitertum. Die Corona-Pandemie, die Karl zu einem Mann ohne Identität und Einkommen machte. Und: Die Einsamkeit, die auch Keyboarder Karl hart trifft – und über die hinweg vielleicht nur die Sängerin Linda, mit der Karl häufig arbeitet, helfen kann.

Auf der Goldenen Hochzeit geht von Anfang an einiges schief. Kann es Karl dennoch gelingen, das zu tun, was er für seine Lebensaufgabe hält: unterhalten?

20:05 bis 22:00 | SWR 2
SWR2 Abendkonzert: Meisterkurs Orchesterkomposition – SWR Symphonieorchester – Leitung: Titus Engel

Maximiliano Alejandro Soto Mayorga: Lindes, Field Boundaries / Feldraine | Eiko Tsukamoto: Das hier ist ein Kapitel eines Buchs dessen Name die Imitation der Katze sein könnte | Eun-Hwa Cho: Jouissance de la différence III | Sebastian Molina: Cartas | Nicolas Kuhn: Desillusionierung | Xuan Yao: Versteckter Klang | Manuel Hidalgo Navas: Soledad segunda. (Abschlusskonzert vom 1. Juli 2021 in der Musikhochschule Freiburg)

Sechs junge Komponist*innen aus fünf Nationen waren zu Gast beim Meisterkurs Orchesterkomposition, den das SWR Symphonieorchester zusammen mit der Freiburger Musikhochschule veranstaltete. Gemeinsame Proben, Kommentare, Beratungen und Feedback-Runden bestimmten eine arbeitsreiche Woche, die in einem Abschlusskonzert mündete. Entstanden sind so sieben Uraufführungen neuer Stücke (eines stammt von der Dozentin Eun-Hwa Cho); im Orchester: neben den SWR-Musiker*innen auch einzelne Studierende aus Freiburg, Basel und Straßburg.

23:03 – 24:00 | Ö1
Der Klangraum, unendliche Weiten: The Acousmatic Project bei Wien Modern

Als Auftakt-Veranstaltung von Wien Modern 2021 war Mitte Oktober das vom The Acousmatic Project kuratierte Programm „From Outer Space“ im Kuppelsaal des Naturhistorischen Museums zu erleben. „From Outer Space“ setzte sich mit Science-Fiction, Forschung und Natur auseinander, die neun Stücke kamen u.a. von Caroline Profanter und Steel Girls. Der Zeit-Ton präsentiert einige dieser Ur- und Erstaufführungen.

Die von Thomas Gorbach 2010 in Wien gegründete und seit einigen Jahren von Martina Claussen mitkuratierte Reihe The Acousmatic Project findet auf dem Acousmonium statt. Das Wiener Acousmonium ist ein Lautsprecher-Orchester, das je nach Veranstaltungsort aus zehn bis 20 unterschiedlichen Lautsprecher-Paaren besteht. Über ein eigens entwickeltes Mischpult lassen sich Klänge im Raum verteilen, womit sich äußerst plastische, dreidimensionale Klangräume bauen lassen.

Inspiriert wurde das Wiener Acousmonium u.a. vom gleichnamigen Lautsprecher-System, das der Elektroakustik-Komponist und langjährige Leiter der Pariser Groupe de Recherches Musicales GRM François Bayle ab 1974 entwickelt hatte.

Der Kuppelsaal des Naturhistorischen Museums bot ideale akustische Bedingungen für eine Acousmonium-Aufführung. In dem von Thomas Gorbach zusammengestellten Programm „From Outer Space“ ging es um vielfältige Interpretationen des „Draußen“, hörbar gemacht in den Uraufführungen von „Créatures composites“ von Caroline Profanter, Gorbachs „Impact from Mars“ oder „Metallusion“ des Quartetts Steel Girls. Zudem war dem portugiesischen Komponisten João Pedro Oliveira ein Schwerpunkt gewidmet, Martina Claussen führte eine Adaption von „Verwoben“ für Countertenor auf und abgeschlossen wurde „From Outer Space“ mit der einstündigen 8-Kanal-Komposition „Le projet ‘Ouïr’: Scènes de la vie de l’écoute“ von François Bayle. Im Zeit-Ton sind Ausschnitte aus „From Outer Space“ zu hören. Gestaltung: Heinrich Deisl

23.03 | WDR 3
Open: Diskurs: Krautrockmuseum [02] Pink Floyd und der Elephant im Raum

Krautrockmuseum wird kein Lexikon, hier wird es keine abgeschlossenen Sammelgebiete geben. Hier geht es um Herzensangelegenheiten. Um Musik und Musiker, die innerhalb kürzester Zeit die Musikgeschichte umgekrempelt haben.

Das geschieht in Episode zwei: Zwei Bands haben 1968 die Szene in London in Atem gehalten – Pink Floyd und der große weiße Elephant im Raum: The Beatles. Die einen stürmen auf die Bühnen der Clubs oder Konzerthallen und verblüffen durch spacige Sounds und Texte. Die anderen haben davon bereits genug (besonders von Tourneen) und ziehen sich ins Studio zurück, wo sie noch einmal ihr kreatives Potential entfalten und, z.B., das „Konzept-Album“ (Sgt. Pepper) erfinden – bevor sie sich entgültig zefransen und zerstreiten. Ende Legende. Dort aber, im Studio, gibt man sich überraschend die Klinke in die Hand. Und bald sind es Pink Floyd, die durch Konzept-Alben die musikalische Welt ins Erstaunen versetzen.

Im Gespräch: Florian Zwißler. Beatles: Help / Strawberry Fields forever / Penny Lane / A Day in the Life / Glass Onion | Pink Floyd: The Grand Vizier’s Garden Party / Flaming / Time / Echoes | Gentle Giant: Edge of Twilight

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
BR-KLASSIK – Jazztime: Das Jazzkonzert – Saxofon-Urkraft aus Wien: die „Fabian Rucker 5“ beim 40. Bayerischen Jazzweekend Regensburg

Mit Fabian Rucker (Alt- und Tenorsaxofon), Andreas Waelti (Bass), Andreas Tausch (Gitarre), Philipp Nykrin (Klavier) und Andreas Lettner (Schlagzeug). Aufnahme vom 18. Juli 2021 im Thon-Dittmer-Hof in Regensburg. Moderation und Auswahl: Roland Spiegel


sa – 29.01.2022


01:05 bis 06:00 | Deutschlandfunk
Deutschlandfunk Radionacht Jazz – Peanuts, Flintstones, Paulchen Panther – Jazz und Zeichentrick

Am Mikrofon: Karsten Mützelfeldt. Viele Menschen sind dem Jazz das erste Mal über das Medium Radio begegnet – aber viele auch über Film und Fernsehen. Vor allem das Treiben der frühen Zeichentrick-Helden wurde häufig von swingender Musik begleitet. Als 1927 mit „The Jazz Singer“ der erste Tonfilm über die Leinwände flackert, inspiriert dies Walt Disney, auch die Protagonisten seiner gezeichneten Geschichten swingen zu lassen. Die gelungene Kombination zieht sich durch die lange Historie des Genres – von Betty Boop und The Jetsons über The Peanuts und The Flintstones bis zu Fat Albert Rotunda und Roger Rabbit. In der „Radionacht Jazz” sind Originalaufnahmen der Serienthemen und Interpretationen der bekanntesten Melodien zu hören, gespielt u.a. von Cab Calloway, Herbie Hancock, Woody Shaw, der Marsalis-Familie, Vince Guaraldi, Jacob Collier, Miles Davis u.v.a.

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Von Engeln und Mutanten – Wie sich Kinderstimmen gesund entwickeln

Gesang berührt unsere Seele, der von Kindern ganz besonders. Schwebt doch über diesen Stimmen der Zauber der Vergänglichkeit. Gerade den Knaben bleiben oft nur wenige Jahre bis zur Mutation. Dann verwandeln sich ihre hohen Engelsstimmen in die von Männern. Und das geschieht immer eher. Denn heute kommen die Kinder deutlich früher in die Pubertät als zu Bachs Zeiten. Das hat spürbare Konsequenzen – besonders für die Arbeit in professionellen Knabenchören. Allerdings haben auch Mädchen so etwas Ähnliches wie einen kleinen Stimmbruch. Warum sind manche Kinder eigentlich scheinbar geborene Sänger, während andere keinen Ton treffen? Sind die kleinen „Brummer“ hoffnungslose Fälle? Wie arbeiten professionelle Kinderchöre? Und was ist das Geheimnis einer guten Stimmbildung? Auch in Kitas, Kindergärten und Grundschulen wird viel mit Kindern gesungen. Eine erfreuliche Entwicklung! Und doch gilt es einiges dabei zu beachten. Sonst können die jungen Stimmen schon früh Schaden nehmen. Eine Sendung von Susanna Felix

19:00 bis 20:00 | hr2-kultur
Live Jazz: Verleihung Hessischer Jazzpreis an Christof Sänger & Preisträgerkonzert | Wiesbaden, Dezember 2021

Am Mikrofon: Timo Kurth. Verleihung Hessischer Jazzpreis an Christof Sänger & Preisträgerkonzert | Christof Sänger Trio + Reimer von Essen (Gast) | Christof Sänger, p | Rudi Engel, db | Tobias Schirmer, dr | Reimer von Essen, kl |. Hessisches Jazzpodium 2021, Kulturforum, Wiesbaden, Dezember 2021

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Jazztime: Das Phänomen – Erinnerungen an den Gitarristen Pat Martino

Von Karsten Mützelfeldt. Am 1. November 2021 starb mit Pat Martino einer der einflussreichsten Gitarristen des Modern Jazz. Er wurde 77 Jahre alt. SWR2 Jazztime erinnert an einen in mehrerlei Hinsicht außergewöhnlichen Musiker. Unter Kollegen genoss er mit seiner spielerischen Intelligenz den Ruf eines Großmeisters. Nach Notoperationen an einem Aneuyrisma erlitt Martino einen fast kompletten Gedächtnisverlust. Nur wenig später kam er als Gitarrist zurück, was ihn auch für Mediziner zu einem Phänomen machte. In der Sendung kommt Pat Martino selbst zu Wort – und mit ihm ein nicht nur musikalisch höchst eloquenter Künstler.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Revisited Forum neuer Musik 2014 – Verwandlungen des Heroischen

Jung-Eun Park: Krieg. Ensemble Schwerpunkt | Niklas Seidl, Paul Hübner, Florian Zwissler: „The Clotilde Entertainment” (Ausschnitt). Radiofassung | Stefan Pris: „Generation Kill” (Ausschnitt). Nadar Ensemble. Aufnahmen vom 4.4.2014 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

Am Mikrofon: Frank Kämpfer. Unter dem Motto „Die wilden Jungen“ versprach das Forum neuer Musik 2014 nicht weniger, als das Jahrhundert seit Beginn des Ersten Weltkriegs zu durchmessen und dabei Krieg, technischen Fortschritt und Kunst im Zusammenhang mit Männlichkeit und Männlichkeitsforschung zu betrachten. Prof. Dr. Melanie Unseld und Dr. Karina Seefeldt hatten im Veranstaltungsrahmen dafür wichtige Impulse vermittelt. In der Rückschau knapp acht Jahre später bietet es sich an, drei seinerzeit aufgeführte musikalische Arbeiten erneut zu befragen: das politisch-ästhetisch eher konservativ angelegte Blechbläserstück „Krieg“ der jungen Südkoreanerin Jung-Eun Park, die multi-medial avancierte Arbeit von Stefan Prins und die aus Medienschnipseln zusammengebaute Persiflage „The Clotilde Entertainment“. Park spiegelt Krieg als Ausdruck entfesselter gewaltsamer Männlichkeit, Prins rückt hingegen den Computer-Nerd als neuen Helden ins Zentrum. Seidl, Hübner und Zwissler arbeiteten subversiv – assoziationsreich persiflierten sie das Milieu deutscher Körperkultur als Brutstätte soldatischen Geists.

23.03 | WDR 3
Studio Akustische Kunst: Blaues Rauschen 2021 #5

Mit Ilka Geyer

23:03:00 | Ö1
Andrej Prozorov im Studio, Joshua Redman 1995 in New York City

Frank Hoffmann plaudert heute mit Andrej Prozorov, dem aus Odessa stammenden Sopransaxofonisten, der vor 20 Jahren seine Zelte in Wien aufgeschlagen hat und seither u. a. in den Bands von Karl Ritter, Fatima Spar sowie in The Syndicate und in eigenen Projekten die hiesige wie die internationale Szene bereichert.

Die Konzertaufnahme dieser Ö1-Jazznacht kommt aus dem legendären New Yorker Club Village Vanguard in Manhattans Greenwich Village: Dort gastierte im März 1995 der damals 26 Jahre junge Tenorsaxofonist Joshua Redman. Er spielte mit seinem aus Pianist Peter Martin, Bassist Christopher James Thomas und Schlagzeuger Brian Blade bestehenden Quartett groß auf, das Resultat wurde im selben Jahr im Rahmen des Albums „Spirit of The Moment“ veröffentlicht.


so – 30.01.2022


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Studio LCB: Aus dem Literarischen Colloquium Berlin

Lesung: Uwe Timm. Gäste: Marie Schmidt und Matteo Galli. Moderation: Maike Albath. Produktion: Deutschlandfunk 2022

Wer der Bundesrepublik auf die Spur kommen will, muss Uwe Timm lesen. 1940 in Hamburg geboren und gelernter Kürschner, hörte er schon am Küchentisch seiner Tante den Geschichten der Kapitäne, Schwarzmarkthändler und Prostituierten zu und schärfte seine Weltwahrnehmung. Von der Studentenbewegung über die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und die Auswüchse der Nazizeit bis zu den Luftnummern übermütiger Anlageberater und den Utopien deutscher Auswanderer fließt alles in Timms Romane ein. Über zwei Dutzend Bücher umfasst sein Werk inzwischen. 1978 legte Uwe Timm mit Morenga den ersten deutschsprachigen postkolonialen Roman vor: Im Mittelpunkt steht der Völkermord an den Herero und Nama im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika. Im „Studio LCB“ liest Uwe Timm aus unveröffentlichten Essays und diskutiert mit der Literaturredakteurin der Süddeutschen Zeitung Marie Schmidt und dem Germanistikprofessor und Übersetzer Matteo Galli über politisches Denken und Literatur.

12:30 bis 13:00 | Bayern 2
radioTexte – Das offene Buch: 30. April 1945 – Alexander Kluge zum 90. (2/4)

Er ist Schriftsteller, Filmemacher, Produzent, Drehbuchautor, Philosoph und Jurist, ein Poet des Sammelns und ein Netzwerker, eine Ikone des Neuen Deutschen Films und einer der wichtigsten Intellektuellen des Landes. Zu Alexander Kluges 90. Geburtstag ein literarischer Streifzug durch seine Texte. Teil 2: Peter Fricke und der Autor lesen Geschichten vom 30. April 1945, dem „Tag, an dem Hitler sich erschoss und die Westbindung der Deutschen begann“. Cornelia Zetzsche im Gespräch mit Alexander Kluge.

30.April 1945: Die Rote Armee nimmt Berlin ein, in San Francisco formieren sich die Vereinten Nationen, ein Kriegsheimkehrer liegt mit Bauchschuss im Busch, der Philosoph Martin Heidegger widmet sich Hölderlin und Schüler proben ein Theaterstück. Die einen verteidigen die alte Ideologie, die anderen brechen auf in eine neue Zeit. Es ist ein Tag der Widersprüche, ein Wendepunkt. Nur eins haben die meisten Akteure gemeinsam: Die menschliche Hoffnung scheint unerschöpflich. – Alexander Kluge verbindet eigene Erinnerungen als dreizehnjähriger Junge in Halberstadt mit den Erlebnissen anderer Zeitzeugen, die Oma mit dem Enkel, Orte und Geschehnisse von damals mit der Tagesschau heute. Er zeigt in diesem Patchwork der Bilder, Szenen, Erfahrungen die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen. Kluges Notate enden nicht am 30. April. Der 1.Juni, ein Freitag, ist ein besonderer Tag für den jungen Alexander Kluge, den Schüler des Domgymnasiums, „Ein Tag mit einer Überraschung“. Gelüftet wird das Geheimnis im Offenen Buch.

Alexander Kluge, am 14. Februar 1932 in Halberstadt geboren, ist, auch mit 90 Jahren, ein maßgeblicher Intellektueller, der immer neue Kooperationen anregt und spielend Künstler, Kulturen, Zeiten, Räume und Genres zusammendenkt, Film, Text und Musik, Wissenschaft und Technik, große Oper und Vermischtes. Immer beobachtend, immer unter Strom, immer aufmerksam, sammelt er Dinge, Eindrücke, Menschen, Freundschaften, Lebensläufe, Erfahrung. Ein Poet des Sammelns also, ganz im Sinn der Brüder Grimm, des Philosophen Walter Benjamin, des Dramatikers Heiner Müller.

„Die Wirklichkeit ist ein unglaublicher Erzähler“, sagt Alexander Kluge. Und: „Meine Augen sind ein Archiv, in den Archiven stehen Geschichten niedergeschrieben. Es gibt schon viel Erzählung, die ich im Grunde wie ein Mikroskop oder ein Fernrohr nutzen kann“.

Lesung: Peter Fricke. Im Gespräch: Alexander Kluge. Moderation und Redaktion: Cornelia Zetzsche. Mit freundlicher Genehmigung des Autors können wir die Sendung als kostenlosen Podcast anbieten.

15:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Interpretationen: Den großen Ideen der Menschheit treu bleiben

Viktor Ullmann und seine Klaviermusik. Gast: Moritz Ernst, Pianist. Moderation: Elisabeth Hahn

17:10:00 | Ö1
Zum 75. Geburtstag von Steve Marriott

Mit der britischen Modband „Small Faces“ und Songs wie „All or nothing“, „Tin Soldier“ oder „Afterglow of your Love“ feierte Steve Marriott seine ersten musikalischen Erfolge. Marriott war ein britischer Sänger, Songschreiber und Gitarrist, wurde am 30. Jänner 1947 in London geboren und würde heuer seinen 75. Geburtstag feiern. 1969 gründete er gemeinsam mit Peter Frampton die legendäre Supergroup „Humble Pie“, die zu einer der erfolgreichsten Bands Anfang der 1970er Jahre wurde. Das Livealbum „Rockin’ the Fillmore“ wurde zu einem Verkaufsschlager und zählt bis heute zu einem der besten Livealben des Hard-Rock. Nach der Trennung mit „Humble Pie“ forcierte Marriott seine Solo-Karriere, die bis zu seinem Tod angehalten hat. 1991 starb Steve Marriott im Alter von 44 Jahren im Schlaf aufgrund eines selbstverschuldeten Brands in Essex.

19:28 bis 20:00 | SWR 2
SWR2 Jazz: Die Stimme des Cool – Chet Bakers legendäre Vokalaufnahmen

Von Robert Summerfield. Chet Baker war nicht nur als Trompeter eine Größe des Cool Jazz, sondern auch als Vokalist. Lyrik stellte er über Lautstärke. Für ihn zählte Natürlichkeit bis zum letzten Ton. Mit seinen fragilen Vokalaufnahmen formte er ein Gesamtwerk, das den Gesangs-Stereotypen seiner Zeit widersprach. Als Mann der 1950er-Jahre sang er über Liebe und Leid, über verronnenes Glück, oft auch selbstironisch über die Wahrnehmung seiner eigenen Existenz an der amerikanischen Westküste. Kaum eine Interpretation im Vokal-Jazz beweist dies eindringlicher als seine Version des Klassikers „My Funny Valentine“. Baker suchte nach Sinn und sich selbst in unaufdringlichen, eleganten Zeilen, die er sang.

20:05 Uhr | Deutschlandfunk
Freistil: There Will Be Blood – Eine Menstruations-Utopie

Von Teresa Schomburg. Regie: Susanne Krings. Produktion: Deutschlandfunk 2022. Der Menstruationszyklus ist eine faszinierende Sache – wäre da nicht das Blut, das viele Menschen abschreckt. Menstruierende gelten als zickig, unrein oder gar furchteinflößend. Die Wenigsten akzeptieren den Zyklus als Taktgeber unseres Lebens – höchste Zeit für eine Utopie.

Wie wäre es, wenn Bluten nicht eklig, sondern so alltäglich wäre wie Zähneputzen? Wenn junge Frauen und ihr Umfeld die erste Periode feiern würden? Wenn Frauen nicht mehr mit der Pille verhüten würden, die den Zyklus komplett abschaltet? Wenn Unternehmen Menstruationsbeauftragte hätten und Zyklus-Wissenschaft ein Studienfach wäre? Denn zu erforschen gäbe es noch einiges in puncto Hormone, Psyche und Mythen. Große Galerien würden Bilder aus Menstruationsblut ausstellen, Sportlerinnen durch zyklus-gerechtes Training zu Höhenflügen ansetzen, Vampire sich in Fantasy-Romanen oder Kinofilmen von Menstruationsblut ernähren. Und Frauen vor dem versammelten Kollegium nach einem Tampon fragen, ohne vor Scham in Grund und Boden zu versinken.

Das Feature geht dieser Vision nach, räumt mit Vorurteilen auf und lässt Aktivistinnen, Unternehmerinnen, Wissenschaftlerinnen und Kunstschaffende zu Wort kommen auf dem Weg in eine zyklutopische Gesellschaft.

21:00:00 | Ö1
Carla Bley/Steve Swallow: „Duets“ (1988)

Ihr frühes Meisterwerk „Escalator Over The Hill“ nimmt die amerikanische Komponistin Carla Bley 1971 noch in großer Besetzung mit Big Band auf, ab dann beginnen ihre Ensembles zu schrumpfen, bis sie Ende der 80er Jahre schlussendlich beim Duoformat Piano/Bass ankommt. Ihr Partner, sowohl im Studio als auch im Leben: Steve Swallow. „Duets“, der erste Longplayer der beiden aus dem Jahr 1988, steht im Zentrum dieser Sendung mit Gerhard Graml.

Bley und Swallow können zum Zeitpunkt der Aufnahme der „Duets“ bereits auf eine 20-jährige, gemeinsame musikalische Vergangenheit zurückblicken, ist doch Swallow seit den 1960ern auf etlichen Alben mit Bleys Musik zu hören. Mit Klavier und E-Bass interpretieren die beiden erprobte Werke und abstrakte Experimente aus ihrem Repertoire, die Musik ist irgendwo zwischen Gospel, Eric Satie, Kurt Weill, Herbie Nichols und Thelonious Monk angesiedelt, und plötzlich befindet sich der Hörer als Voyeur inmitten einer präzise ausgeführten „Sinfonia Domestica“ zweier Jazzavantgardisten, die also Musik über das häusliche Leben zum Besten geben.

Es dominiert eine unverkennbare Stilistik, humorvoll, überraschend, meistens voll Anmut und immer hypermelodisch, sowie ein Jazzvokabular, das Carla Bley auf eigene Faust entwickelt hat, und das sich von zeitgenössischen Modernisten und freier Improvisation doch deutlich durch die kalkulierte Architektur in Melodie und Harmonie unterscheidet. Auf „Duets“ stellen Carla Bley und Steve Swallow einfache Strukturen und komplexe Versuchsanordnungen einander gegenüber, und als vergnügliches Ergebnis sind leichtfüßige und zugängliche Stimmungsaufheller aus dem Wohnzimmer des Duos zu hören.

21:05 bis 23:00 | Deutschlandfunk
Konzertdokument der Woche: Swinge, schöner Götterfunken! Jazzpianist Uri Caine und seine Beethoven-Adaptionen

Uri Caine, Klavier; Bartosz Woroch, Violine; Viktor Stenhjem, Violine; Matthew Jones, Viola; Matthijs Broersma, Violoncello. Aufnahme vom 8.8.2021 aus dem Beethoven-Haus Bonn

Am Mikrofon: Odilo Clausnitzer. Seit seinen aufsehenerregenden „Goldberg Variations“ (2000) gilt der New Yorker Pianist Uri Caine als Spezialist für unorthodoxe Klassikadaptionen. Für ein Konzert im Rahmen der Reihe „My Beethoven“ des Beethoven-Hauses Bonn näherte er sich auf persönliche Weise drei Werken des großen Komponisten. Im Zentrum des Abends stand Caines Sicht auf die Neunte: Der Jazzmusiker formte aus Motiven der Sinfonie eine überraschende und kontrastreiche Tour de Force für Streichquartett und improvisierenden Klaviersolisten. Sein Blick auf die Klaviersonate Nr. 4 und die Diabelli-Variationen ließ dagegen viel Raum für echten Beethoven, fest arrangiert für Streicher und fantasievoll ausgeschmückt, kommentiert und fortgesponnen am Klavier.

22:08 – 23:00 | Ö1
Sprechen über das Sprechen: Ein Besuch im Esperanto-Museum

Die Jet Lag All Stars unternehmen diesmal eine Exkursion in das weite Land der Plan-, Kunst- und Jux-Sprachen. Bernhard Tuider von der Österreichischen Nationalbibliothek gibt kundige Auskunft über das Klingonische, die Geheimsprache Lingua ignota und natürlich auch über Esperanto. Ni deziras al vi agrablan veturon! Gestaltung: Robert Czepel und Christian Scheib

23.03 | WDR 3
Studio Neue Musik: Schatten.Spiele

Mit Johannes Zink

23:05 bis 00:00 | Bayern 2
Nachtmix: Die Stunde für anspruchsvolle Popmusik

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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