Im Radio am Dienstag: 14.09.2021

Interessantes: Berliner Vokalensemble PHØNIX16, Mexiko wehrt sich gegen die Aneignung indigener Kultur in der Mode, Konzert: Maria Baptist Trio plus One, musica reanimata – Das Musikerpaar Irma und Stefan Wolpe, die philippinische Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis.

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di – 14.09.2021


00:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Zeitweisende Musik – Das Berliner Vokalensemble PHØNIX16

Von Thomas Groetz. PHØNIX16 ist ein Sängerinnen- und Sänger-Kollektiv, das nicht nur zeitgenössische Musik interpretiert, sondern spezifische Klangforschungen betreibt.

Das 2012 in Berlin gegründete Solistenensemble PHØNIX16 ist ein junges Kollektiv von Sängerinnen und Sängern, das sich für Neue Musik insbesondere lebender Komponistinnen einsetzt. Ihre experimentelle Ausrichtung und ihre schlanke Vokalästhetik prädestinieren die Musiker für unterschiedlichste Projekte für/mit/ohne Stimme, denn PHØNIX16 kombiniert Stimmen auf ungewöhnliche Weise; die Aufteilung und Besetzung des Ensembles variiert vom Solo bis hin zu 16 Stimmen. Das Repertoire besteht aus Werken für Stimmen a cappella, sowie Stimmen plus Elektronik, Zuspiel, Instrumente, Video/Film, Manipulationen, Objekte und/oder Maschinen.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Michael Hamel: „morton feldman in my life“ (Alissa Rossius, Flöte; Rebekka Hartmann, Violine; Henri Bonamy, Klavier; Marcel Kentaro Morikawa, Marimba); Konstantia Gourzi: „Call of the Bees II“, op. 77 b (Nils Mönkemeyer, Viola; William Youn, Klavier); Tobias PM Schneid: „An iconoclastic reproduction of 19 rainbow players“ (Münchener Kammerorchester: Peter Gülke); Bernd Redmann: „Incontro“ (Natalie Schwaabe, Flöte); Minas Borboudakis: „Constellation“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Johannes Kalitzke); Enjott Schneider: „Changes“ (Wu Wei, Sheng; Tonkünstler-Orchester: Xincao Li)

01:05 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Tonart: Jazz – Moderation: Sophia Fischer

18:30 Uhr | Deutschlandfunk Kultur
Weltzeit: Mexiko wehrt sich gegen die Aneignung indigener Kultur in der Mode

Von Wolf-Dieter Vogel. Die mexikanische Kultusministerin fordert eine Entschädigung für die Aneignung indigener Muster. Mehrere internationale Modeketten sollen sich kräftig an Elementen aus der Kultur der Mixteken- und Zapoteken-Völker bedient haben, ohne deren Urheberrechte zu benennen oder zu vergüten. Alles nur geklaut? Wie könnte eine Gleichbehandlung von indigenen Kreativen, Unternehmen und Designern aussehen?

20.04 | WDR 3
ARD Radiofestival. Konzert: Maria Baptist Trio plus One

Maria Baptist, Klavier; Jan von Klewitz, Saxofon; Fabian Timm, Bass; Heinz Lichius, Schlagzeug. Aufnahme vom 3. September 2021 aus dem A-Trane, Berlin

Anschließend: Jazz in E. Christopher Dell, Vibrafon; Christian Lillinger, Schlagzeug; Jonas Westergaard, Bass; Nils Wogram, Posaune; Luise Volkmann, Altsaxofon; Aki Takase, Klavier; Alexander von Schlippenbach, Klavier; Julian Sartorius, Schlagzeug; Manuel Troller, Gitarre; Richard Koch, Trompete. Aufnahmen vom 2. und 3. Juli 2021 aus verschiedenen Spielstätten in Eberswalde

21:05 Uhr | Deutschlandfunk
Jazz Live: Daniel Garcia Trio – Jazz con emoción

Daniel Garcia, Piano, Elektronik; Reinier „El Negrón“ Elizarde, Kontrabass; Michael Olivera, Schlagzeug. Aufnahme vom 9.5.2019 aus dem Loft, Köln. Am Mikrofon: Harald Rehmann

„Flamenco und Jazz sind Geschwister”, sagt der spanische Pianist Daniel García. Mit seiner hinreißenden Triomusik beweist er das energiegeladen, ideenreich und voll rhythmischer Hakenschläge. In seiner Heimatstadt Salamaca studierte Daniel García (*1983) klassisches Klavier, bevor er am renommierten Berklee College of Music in Boston Schüler des Latin Jazz-Meisters Danilo Perez wurde. Mit seinem 2015 gegründeten Trio macht er einen überschäumend vitalen Modern Jazz, der sich auf die Tonsprache des Flamenco und spanischer Kammermusik des 20. Jahrhunderts bezieht. Dabei sorgt auch Garcías dezenter Einsatz von Elektronik und Stimme für überraschende Klangfarben.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Musik der Gegenwart

Mark Barden: „Veil“ (Matteo Cesari, Helen Bledsoe, Piccoloflöte); „cleft“ (Ashot Sarkissjan, Violine; Séverine Ballon, Violoncello); „anatomy“ (Brian Archinal, Schlagzeug; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin: Peter Rundel); „lamentoso“ (Helen Bledsoe, Piccoloflöte; Lorelei Dowling, Fagott)

22:05 Uhr | Deutschlandfunk
Musikszene: musica reanimata – Das Musikerpaar Irma und Stefan Wolpe

Aufnahme vom 10.5.2021 aus dem Berliner Ballhaus Walzerlinksgestrickt. Am Mikrofon: Georg Beck. Gemeinsame Freunde aus dem Umkreis der „Novembergruppe” brachten sie 1927 zusammen: den Berliner Komponisten Stefan Wolpe und die rumänische Pianistin Irma Schoenberg, beide Jahrgang 1902. Anders als Wolpe hatte sich die Alfred-Cartot-Schülerin zu dieser Zeit bereits einen Namen gemacht, war polyglott, erlangte Diplome, konzertierte in Genf, Bukarest und Paris. Begeistert stürzte sich Wolpe in die neue Beziehung, schrieb technisch anspruchsvolle Klavierwerke, wodurch auch sein Name in Europa und darüber hinaus Klang bekam. Das durch die nationalsozialistische Machtübernahme erzwungene Exil des Künstlerpaares machte die Existenz schwierig. Andererseits verwandelten sich die Stationen ihrer Odyssee – Wien, Zürich, Bukarest, Jerusalem, New York – zu Leuchtfeuern der Kunst: Wolpes dodekaphonisch-avantgardistische Musik, insbesondere seine Klaviermusik etablierte sich. Das Leben aber hinkte im Krebsgang hinterher. Im Rahmen des musica-reanimata-Gesprächskonzerts vom 10. Mai im Berliner Ballhaus Walzerlinksgestrickt sprach Bettina Brand mit der Musikwissenschaftlerin Nora Born.

23:03 – 24:00 | Ö1
Sprache als Klangstruktur – „Zeit-Ton“-Porträt: Die philippinische Komponistin Feliz Anne Reyes Macahis

Aufgewachsen in Manila, hat Feliz Anne Reyes Macahis Komposition im US-amerikanischen Memphis, in Kanada und Hannover studiert. Nun lebt sie bereits das dritte Jahr in Graz. Dort hat sie Unterricht bei Beat Furrer genommen und arbeitet an ihrem Doktoratsstudiums an der Kunstuniversität. Zudem hatte sie die Möglichkeit, im Frühsommer dieses Jahres ein Werk am Pariser IRCAM umzusetzen.

Für ihre künstlerische Forschungsarbeit hat Feliz Anne Reyes Macahis aus der Vielzahl der stilistisch ganz unterschiedlichen Liedtraditionen der Philippinen zwei ausgewählt. Diese epischen Lieder werden in hunderten Sprachen, die in der Bevölkerung verbreitet sind, gesungen und nur mündlich weitergegeben. Heute droht diese Tradition des Story Tellings verloren zu gehen. Ausgangsmaterial, auch für ihre Kompositionen, sind immer die Aufnahmen der Lieder, von denen es keine schriftlichen Aufzeichnungen gibt. Diese sind in den 1990er und 2000er Jahren gemacht worden, um die Musik der ethnomusikologischen Forschung und anderen Interessierten zugänglich zu machen. Mit ihrer aktuellen Arbeit möchte Feliz Anne Reyes Macahis die nachfolgenden Wissenschafter und Wissenschafterinnen unterstützen und der philippinischen Musikkultur etwas zurückgeben.

Für ihre Kompositionen hat sich Feliz Anne Reyes Macahis intensiv mit dem Sprachklang auseinandergesetzt, intensiv gehört, transkribiert und in neugeschaffene Musik transferiert. Sie ist überzeugt, dass ihr kompositorischer Stil davon stark beeinflusst ist. Im „Zeit-Ton“-Porträt erzählt sie von ihrer Arbeitsweise, die sehr viel Zeit und Konzentration in Anspruch nimmt, ihrem Einsatz für das Musikleben auf den Philippinen und ihren Plänen für die kommenden Jahre. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:05 bis 00:00 | BR-KLASSIK
Jazztime: News & Roots – Zum 90. Geburtstag des schwedischen Pianisten Jan Johansson

Henning Sieverts erinnert an den „Bill Evans des Nordens“. Henning Sieverts erinnert an den „Bill Evans des Nordens“, ein Klavierpoet, der gerne skandinavische und russische Volkslieder verjazzte. Unsterblich wurde Jan Johansson auch durch die Titelmelodie der „Pippi Langstrumpf“-Filme.

23:30 – 24:00 Uhr | SWR2
ARD Radiofestival. Jazz. Aktivist und Versöhner: Der afroamerikanische Pianist Jon Batiste

Von Harald Mönkedieck. Jon Batiste entstammt einer Musiker-Dynastie aus New Orleans und kam als Student nach New York. Als Bandleader für die „Late Show“ von Stephen Colbert ist er in den USA bekannt. Doch Batiste will mehr als nur unterhalten. Er will die Welt zu einem besseren Ort machen. Im Pandemie-Jahr fand man ihn auf den Straßen New Yorks bei Pop-Up-Konzerten und Demonstrationen. Quincy Jones lobt ihn als Mann der Zukunft – mit einem tiefen Verständnis seiner afroamerikanischen Wurzeln. Genres spielen für ihn keine Rolle. Es geht um den lebenspraktischen Wert von Musik. Jon Batiste nennt es „social music“.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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