Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 03.05. bis 09.5.2021

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 18. Besonders zu empfehlen: Am 4. Mai 2021 – 00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur – Neue Musik: „Oh die wilde Rose blühet“ – Die japanische Komponistin Noriko Kawakami.

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 03.05.2021


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART – Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: JetztMusik Magazin

Von Leonie Reineke. Mit Neuigkeiten und Berichten u. a. vom Festival „Ultraschall Berlin“, das in diesem Jahr coronabedingt als reine Radioausgabe zu erleben war, und von „ECLAT“ in Stuttgart, das sich in einem neu entwickelten Online-Portal abgespielt hat.

23:03 – 24:00 | Ö1
Nachlese vom Festival Aspekte Salzburg (4): Aspekte Salzburg 2021. Neue Musik mit dem oenm

Die 42. Ausgabe des Festivals Aspekte Salzburg fand heuer als Online- und Streaming-Ausgabe statt. Die vierte „Zeit-Ton“ Sendung bringt u.a. Neue Musik von Salzburger Komponisten, die den aspekten über Jahrzehnte verbunden und als Pädagogen an der Universität Mozarteum tätig waren.

Die Aspekte möchten unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Nussbichler „eine Landkarte von Musik unserer Zeit, die unterschiedlichen Strömungen folgt, Interpretationen und Kompositionen gleichermaßen im Auge behält“, sein. Geboten wird „Kunstmusik, die für musikalische Innovation und neue stilistische Entwicklungen steht und sich konzeptuell, strukturell und ästhetisch von etablierten Verfahren, Gattungen oder Inhalten abzusetzen versucht.“

Das oesterreichisches ensemble fuer neue musik (oenm) spielte in seinem Konzert für das Aspekte-Festival auch Werke von Andor Losonczy und Boguslaw Schaeffer. Gestaltung: Gerti Mittermeyer


di – 04.05.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: „Oh die wilde Rose blühet“ – Die japanische Komponistin Noriko Kawakami

Von Egbert Hiller. Innere Bilder, poetische Naturbetrachtung und die Dichtkunst geben Impulse für Noriko Kawakamis klangsensible Musik.

Die Betonung der Klangfarbe ist ein zentrales Element in Noriko Kawakamis Musik. Das spiegelt sich schon in den Titeln ihrer Werke wider: in „luft.strömungen“ etwa, für das sie sich von der Lyrik Nico Bleutges inspirieren ließ: von „dämmernden Schlafwehen“ und dem „Schattenriss eines Vogels“. Oder in „Oh, die wilde Rose blühet“, wo sie sich, angeregt von James Joyce, die berückende Schönheit der Natur klangsinnlich anverwandelte. Vor über 30 Jahren verließ die Komponistin ihre japanische Heimat Richtung Deutschland. Ihre Ausbildung setzte sie bei Klaus Huber in Freiburg und bei Nicolaus A. Huber in Essen fort. Paris und Köln waren weitere Stationen. Zurzeit lebt und arbeitet sie abgelegen in Norddeutschland, in dem Städtchen Lauenburg an der Elbe – ein guter Ort, um über neue Wege nachzudenken, zu reflektieren, wie es kompositorisch weitergeht.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Carl Mansker: Variationen und Improvisationen über ein Thema von Mompou, op. 38 (Carl Mansker, Klavier); Graham Waterhouse: „Ode to an Australian Forebear“, op. 38 (Katharina Kutnewsky, Flöte; Dean Wilmington, Digderidoo; Jörg Hannabach, Perkussion); Gloria Coates: Streichquartett Nr. 8 (Henschel Quartett); Graham Waterhouse: „Rhapsodie macabre“ (Katharina Sellheim, Klavier; David Frühwirth, Namiko Fuse, Violine; Konstantin Sellheim, Viola; Graham Waterhouse, Violoncello); Gloria Coates: „Lunar Loops“ (Ruth Fischer, Stephan Stiens, Gitarre); Carl Mansker: Sonate, op. 17 (Suzanne Bradbury, Klavier)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Perlenzeichen in Gold – Wittener Tage für neue Kammermusik

Von Margarete Zander. Phantasieanregende Titel wie der des Streichquartettes von Celine Steiner sind bei Festivals für neue Musik willkommene Earcatcher. Doch ein glänzender Schein reicht nicht: die Wittener Tage für neue Kammermusik präsentieren besondere Entwicklungslinien im Bereich der Kammermusik. Auch durch seine mutigen Kompositionsaufträge schickt Harry Vogt (WDR) seit 31 Jahren starke Impulse in die internationale Konzertszene.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: da sein – Das Schweizer Saxofon-Duo „eventuell.“

Von Julian Kämper. Während ihres Instrumentalstudiums gründeten Manuela Villiger und Vera Wahl 2015 das Duo „eventuell.“. Zunehmend lösten sich die beiden Schweizer Performerinnen vom – ohnehin überschaubaren – klassischen Repertoire für Saxofon-Duo und bewegten sich konsequent ins Performative, Körperliche und Theatrale. Ihre Konzerte sind multimediale und transdisziplinäre Gesamtinszenierungen mit teilweise eigenen Kompositionen, einer stringenten Dramaturgie und verstärktem Einsatz von Elektronik und Neuen Medien. Als „emotionales Statement der Performerinnen“ beschreiben sie ihre Bühnenprojekte. Denn sie verweisen immer auch auf sich selbst: auf ihre instrumentalen Fähigkeiten, ihre physischen Voraussetzungen, die körperlich-motorische (Über-)Anstrengung im Akt der Performance sowie auf ihr Künstlerinnendasein. Längst sehen sich Manuela Villiger und Vera Wahl nicht mehr in der Rolle von Interpretinnen, die die Musik anderer „bloß“ reproduzieren und mit perfektioniertem Handwerk ausführen und dabei im Dienste der Musik womöglich unsichtbar werden. WE!! Wir sind Individuen! – schreien sie förmlich und setzen auf künstlerische Strategien, die das auf der Bühne unverkennbar machen.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Vom Solo zum Kollektiv: Luciano Berios Sequenze und Chemins

Mit Eckhard Weber. Frisch wie am ersten Tag wirkt diese Musik: Von 1958 bis 2002 hat Luciano Berio vierzehn Sequenze komponiert, Solostücke, in denen er die Möglichkeiten jeweils verschiedener Instrumente austestete. Später hat er einige für Orchester als Chemins fortgeschrieben. Musik der Gegenwart gibt mit Aufnahmen aus den letzten Jahren Einblicke in die Transformationsprozesse.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Mondi Possibili – A Co(s)mic (S)trip. Von Stefano Giannotti

Aus dem Italienischen von Katia Salvadori und Annalisa Pace. Mit: Stefan Roschky, Stefano Giannotti, Serena und O-Tönen der NASA. Komposition und Regie: Stefano Giannotti. (Produktion: SWR 2020/21)

Dieser psychedelische, verquere und humorvolle Weltraumtrip beginnt in einer Toilettenschüssel und führt einen Astronauten quer durch das Sonnensystem und darüber hinaus. Wild- und Haustiere oder bizarre Persönlichkeiten bevölkern dieses von bewaffneten Revolutionen heimgesuchte Universum. Persönlichkeiten wie eine digitale Stewardess, Galileo, Aristoteles, ein imaginäres Houston und ein philosophischer Dolmetscher, der über eine neue pseudo-wissenschaftliche Theorie spekuliert. Begleitet wird die Reise durch ein kosmisches Barockensemble aus Ondes Martenot, Cembalo, Gambe und Jazzschlagzeug.

23:03 – 24:00 | Ö1
Das feine Gehör des Paukers Robert Zorn: Pauker und Komponist. Werke von und mit Robert Zorn im Landesstudio Tirol

Als lautestes aller Orchesterinstrumente verlangt die Pauke absolutes Fingerspitzengefühl. Und das Finden der richtigen Tonhöhe erfordert von den Spielern ein feines Gehör – das sprichwörtliche Paukistengehör. Robert Zorn, seit 1989 Solopauker des Tiroler Symphonieorchesters Innsbruck (TSOI), verfügt über beides und über eine große Liebe zur zeitgenössischen Musik. In einer Personale stellte der Musiker und Komponist seine Werke im Rahmen der Reihe Musik im Studio im Landesstudio Tirol vor. Von „tussilago farfara“, das Zorn als Solisten am Schlagzeugt präsentiert, über die „Rühmkopflieder“ – für Streichquartett und Chansonier bis zur Uraufführung der „Bläser-Momente“ für Trompetenquartett und Schlagzeug stellt diese Personale den Tiroler Musiker als begabten und phantasievollen Komponisten vor. Gestaltung: Patrizia Jilg


mi – 05.05.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten – Zum 99. Geburtstag von Günter Thim

Günter Thim: Klaviertrio (Günter Thim, Klavier; Werner Jahns, Violine; Reiner Faupel, Violoncello); „Erkaltete Liebe“; „Du Deutsch“; „Nachtlied“; „Sehnsucht“ (Hugo Seebach, Bariton; Barbara Appel, Klavier); „Seirénes“ (Matthias Babl, Violine; Stefan Immler, Klavier); Gunter Dornheim: Concerto I (Mitglieder der Nürnberger Symphoniker: Max Loy); Werner Heider: „Broken Songs“ (Frank Möbus, Gitarre; ars nova ensemble nürnberg: Werner Heider); Willy Spilling: „Suite Alt-Nürnberg“ (Nürnberger Symphoniker: Günter Neidlinger)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Das Nasobem am Lattenzaun – Lieder von Christian Morgenstern

Die Verse Christian Morgensterns sind ein Feuerwerk von Sprachkomik und witzigen Wortschöpfungen. Dabei fehlt es ihnen keineswegs an Tiefsinn.

In Vertonungen erklingen sie auf Kabarettbühnen und in Chansons. Man hört sie als Klavierlieder von Richard Strauss und Ernst Toch oder im Vortrag von Kinder- und Motettenchören. Zum 150. Geburtstag reisen Kaisers Klänge mit Nachtschelm, Siebenschwein, Ginganz und Nasobem durch die Musikwelten von Galgenbruder Christian Morgenstern.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Acht Brücken. Musik für Köln 2021 Ensemble ascolta im „Freihafen“

Jennifer Walshe: meanwhile, back at the ranch… für 7 Performer und Image-Controller | Martin Schüttler: Boys Don’t Cry für Erik, Andrew, Florian, Julian, Boris, Markus und Hubert | Annesley Black: Smooche de la Rooche II – Variations on a Theme by Hazel Meyer für 3 athletisch begabte Schlagzeuger und Elektronik | Jochen Voit / Sophia Hirsch / Gordon Kampe: Ernst Busch – der letzte Prolet, Graphic Novel, Lesung mit Musik von Gordon Kampe, Uraufführung. Jochen Voit, Lesung; Sophia Hirsch, Visuals; Justin Caulley, Gesang; Ensemble ascolta

Aufnahmen aus der Kölner Philharmonie und dem Gloria Theater. Das Stuttgarter Ensemble ascolta stellt Werke mit stark ausgeprägter visueller Note vor.

Eines haben Sport und Musik gemeinsam: Wenn die Sache etwas werden soll, muss man als Aktiver seinen Rhythmus finden, ihn durchhalten, eventuell variieren und vor allem exakt auf die Mitspieler abstimmen. Und genau diese Verwandtschaft zwischen Athletik und Tonkunst macht Annesley Black zum Thema ihres kurzweiligen Werks „Smooche de la Rooche II“. Ein auch im Sport anwendbares, recht allgemein gehaltenes Motto – „Boys Don’t Cry“ – prangt als Titel über dem Werk von Martin Schüttler, während die irische Avantgarde-Komponistin, Multimedia- und Performance-Künstlerin Jennifer Walshe einen konkreten Bezug zur Bewegungsfreude amerikanischer Cowboys herstellt: „meanwhile, back at the ranch…“ zitiert einen gängigen Satz aus den alten Wildwest-Stummfilmen, die in ihrem Stück als projizierte Comics wieder aufblitzen. Ganz andere Aspekte von Mannestum greift wiederum die Trias Jochen Voit, Sophia Hirsch und Gordon Kampe auf, die sich in einer audiovisuell-literarisch-musikalischen Arbeit mit Ernst Busch befasst, dem Kommunisten, Kämpfer im spanischen Bürgerkrieg, Arbeiter-Caruso und Nationalhelden der DDR.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Schöner Götterfunken! – Ensemble Aventure

Alan Hilario: Schöner Götterfunken! Bilder einer Ausstellung, Video-Textoper für 2 Saxofone, Schlagzeug und Live-Elektronik (2006) (Konzert vom 31. Oktober 2020 im Schlossbergsaal im SWR-Studio Freiburg)

„Alle Menschen werden Brüder“ heißt es in Friedrich Schillers „Ode an die Freude“. Der in Ulm lebende philippinische Komponist Alan Hilario verändert den Wortlaut geringfügig aber entscheidend: „Werden alle Menschen Brüder?“ Es geht um eine existenzielle Frage, die, zumal nach den fremdenfeindlichen Übergriffen von Chemnitz, Halle und Hanau, ganz ausdrücklich gestellt wird: Ist unsere Gesellschaft mit Schillers emphatischem Aufruf zur Brüderlichkeit – von Beethoven kongenial vertont – überhaupt noch vereinbar?

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einer neuen Folge der „Zeit-Ton“-Reihe „Die Klien-Brüder – Neue Musik im Härtetest“ (Gestaltung: Rainer Elstner und Andreas Maurer). Diese Serie gibt es auch als Ö1 Podcast. Gestaltung: Marlene Schnedl


do – 06.05.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival Eclat – Theaterhaus Stuttgart. Aufzeichnung vom 04.02.2021

Marco Döttlinger: „graben / wischen / Feder“ für E-Zither – Fassung für drei E-Zithern (Uraufführung) | Enno Poppe: „Der Wechsel menschlicher Sachen“ für zwölfstimmigen gemischten Chor a cappella (Uraufführung) | Wolfgang Motz: „Oda a la esperanza“ für 16 Singstimmen und zwei Schlagzeuger (Uraufführung) | Leopold Hurt: „Rossbreiten“ für drei Zithern und Elektronik (Uraufführung) | Trio Greifer; SWR Vokalensemble Stuttgart. Leitung: Bas Wiegers

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Jakob Trapp: „Heitere Suite“, op. 21 (Barbara Korn, Klavier; Kurt Guntner, Violine; Kurt Engert, Violoncello); H. E. Erwin Walther: Sonate (Reinhold Barchet, Violine; Hans Priegnitz, Klavier); Eva Sindichakis: „Tohuwabohu“ (via-nova-Chor München; Münchner Rundfunkorchester: Anu Tali); Claus Ogermann: Divertissement (Thomas Zehetmair, Violine; National Philharmonic Orchestra: Claus Ogermann)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Der Rest ist Schweigen – Musikalische Annäherungen an ein stilles Phänomen

Mundverbot, Schweigegelübte, Angst, Geheimnis oder schlicht der Wunsch nach innerem Frieden – die Gründe und die Anlässe, ins Schweigen zu gehen, sind vielfältig. Von so vielen werden wir nie erfahren! Aber wir hören bei Lehar, dass die Geigen das flüstern, was die Lippen verschwiegen. Prinz Hamlet macht uns darauf aufmerksam, dass Unsagbares und Unsägliches manchmal nahe beieinander liegen. Andererseits ist es ja vielleicht weise, das Wichtigste und Wertvollste schweigend für sich zu bewahren. Die Musik ist eine andere Ausdruckswelt als die der Sprache. Klänge, Töne, Harmonien, Dissonanzen können uns so viel – über Worte hinaus – vermitteln. So wie es in der Musik Raum zwischen den Tönen gibt, so scheint das Schweigen zwischen den Worten auf. Eine Sendung über ein stilles Phänomen. Eine Sendung von Elgin Heuerding

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Hörbar in concert: Barfuß zu Weltruhm – Cesária Évora

In diesem Jahr hätte sie ihren 80. Geburtstag gefeiert, stattdessen jährt sich ihr Todestag zum zehnten Mal: Anlässe genug, um an Cesária Évora zu erinnern, die Granddame der kapverdischen Musik, eine exzellente Botschafterin für die Kultur ihres Landes in aller Welt.

Am wohlsten fühlte sie sich stets auf der Bühne, beim Live-Konzert mit ihren musikalischen Weggefährten. Am liebsten Barfuß, „geerdet“ im wahrsten Sinne des Wortes. Und wer sich eine Weile lang auf den sanften Wiegeschritt ihrer Musik einließ, den typischen Mornas lauschte, diesen sehnsuchtsvoll-zuversichtlichen Liedern voller Gefühl und Nostalgie, der wurde selbst ganz ruhig und erdverbunden.

Cesária Évora, eine starke, unbeugsame Frau, die den Traum lebte, im reifen Alter aus ärmlichsten Verhältnissen zum Weltstar aufzusteigen und die trotzdem zeitlebens sie selbst geblieben ist.

(Aufnahmen vom 6. November 1998 aus der Stadsschouwburg in Nijmegen (NL) und dem „Nuits Atypiques de Langon Festival“ (F) vom 31. Juli 2002) Link zur Sendung

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Aufnahmen mit dem Ensemble Modern

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik | Beuys 100 – Musik, ehe man sie hört … – Das Klangdenken des Joseph Beuys

Am 12. Mai wäre er 100 Jahre geworden: der Künstler Joseph Beuys, der mit seinen Werken und seinem Denken vieles auf den Kopf und Fragen gestellt hat, die zu beantworten immer dringender, existenzieller werden.

Eine Sendung von Stefan Fricke. In der Ästhetik von Joseph Beuys (1921-1986) nimmt das Hörbare eine herausragende Position ein. Seine Aussagen wie „Plastik hört man, bevor man sie sieht“ oder „Jeder Mensch ist Musiker“ sind grundlegend für das Verständnis der von ihm konzipierten „Sozialen Plastik“, einer anthropologischen Kunst, in der das gesamte kreative Potenzial des Individuums geborgen ist. Das Hören, die Artikulation von Lauten, die Musik und ihr Inventar ziehen sich als zentrale Themen durch Beuys’ vielseitiges Oeuvre. Dazu gehören auch die gemeinsamen Konzertaktionen mit den Fluxuskünstlern Nam June Paik oder Henning Christiansen ebenso wie seine Klavier-Installationen oder der lose Dialog mit John Cage.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: 75 Jahre Chor des Bayerischen Rundfunks

Detlev Glanert: „Miserere“, op. 34 (Gustaf Sjökvist); Annette Schlünz: „Zarte Knöpfe“ (Erika Rüggeberg, Atsuko Suzuki, Sopran; Marion Rambausek, Mezzosopran; Frauen des Chors des Bayerischen Rundfunks: Michael Gläser); Eriks Ešenvalds: „Vineta“ (Andreas Moser, Schlagzeug; Peter Dijkstra); Gregor A. Mayrhofer: „Masse“ (Howard Arman)

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Kaspar – Von Peter Handke

Nach seinem gleichnamigen Theaterstück. Mit Ernst H. Hilbich, Ingeborg Engelmann, Heiner Schmidt und Peter Roggisch. Regie: Otto Düben. (Produktion: SDR 1968)

Die historische Figur Kaspar Hauser tauchte 1828 in Nürnberg als ca. 16-Jähriger „rätselhafter Findling“ auf. Er schien geistig zurückgeblieben, redete kaum, ernährte sich anfänglich nur von Brot und Wasser und wurde zur gesellschaftlichen Attraktion, von der manche glaubten, er sei der misshandelte und ausgesetzte Erbprinz von Baden. Dem 2019 mit dem Nobelpreisträger für Literatur ausgezeichneten Peter Handke geht es aber nicht um den historischen Fall, sondern um eine Kritik am System Sprache, das als Framing- und Disziplinierungs-Werkzeug eingesetzt wird, um alles Individuelle zu tilgen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Das Debut-Album „Breaking The Waves“ von Gischt: Wellenbrecher: Gischt im Zeit-Ton Porträt

Gischt ist das Soloprojekt der Wiener Kuratorin, Labelbetreiberin und Musikerin Ursula Winterauer. 2014 war sie Mitbegründerin von Ventil Records, vor kurzem hat sie mit „Breaking The Waves“ dort ihr Debüt-Album herausgebracht. Der Zeit-Ton widmet ihr ein Porträt. Ursula Winterauer spielte in Bands wie Agent Cooper und Ash, My Love, seit 2017 ist sie vor allem als Gischt aktiv, in dem sie mit Bass und Elektronik zwischen digitaler Ambient-Musik und reduzierter Techno-Electronica vermittelt. Ihr Ende April auf Ventil Records veröffentlichtes Debüt-Album „Breaking The Waves“ versammelt Stimmungsmomente, die mal aus Filmen stammen könnten, mal harsche Club-Musik durch die Boxen dröhnen lassen und dann wieder in detailreichen Melodie- und Rhythmusfragmenten aufgehen. Sie war für die Soundtracks oder Sounddesigns zahlreicher Filme – etwa von Annja Krautgasser und Harald Hund – zuständig. Gischt ist österreichischer SHAPE Artist 2021, nominiert vom ORF musikprotokoll im steirischen herbst. Im Rahmen des Donaufestival-Aktionstags spielte Gischt am 1. Mai in der Kremser Minoritenkirche, weitere Auftritte finden u.a. bei den Festivals Unsafe + Sounds und ORF musikprotokoll statt.

Ursula Winterauer war für das Label Trost tätig, leitete die Presseabteilung des WUK, kuratierte das Musikprogramm des Filmfestivals This Human World, seit 2019 ist sie Co-Kuratorin der Stummfilmvertonungsreihe des Filmarchiv Austria, arbeitet bei Impuls – Verein zur Vermittlung zeitgenössischer Musik und war Mitbegründerin von Ventil Records, einem Label und einer Plattform für experimentelle Musik.

Im Zeit-Ton erzählt Ursula Winterauer über „Breaking The Waves“, ihre Tätigkeiten als Kulturvermittlerin und das aktuelle Musikgeschehen. Im Zeit-Ton extended präsentierte sie am vergangenen Sonntag Musik von Künstler/innen, die auf Ventil veröffentlichen, darunter von Katharina Ernst, Lukas König und Peter Kutin. Gestaltung: Heinrich Deisl


fr – 07.05.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Field Log Cobourg – Von Kirsten Reese

Schlagzeug: Matthias Engler. Produktion: Deutschlandfunk Kultur / Akademie der Künste Berlin 2021. Länge: 54’30. (Ursendung)

1845 trafen britische Soldaten auf einer entlegenen Halbinsel im Norden Australiens den deutschen Naturforscher Ludwig Leichhardt. Die Klangkünstlerin Kirsten Reese rekapituliert ein fast vergessenes Stück Kolonialgeschichte.

Elf Jahre blieben die ersten britischen Marinesoldaten auf der Halbinsel Cobourg im Norden Australiens. 1849 kapitulierten sie vor Wirbelstürmen, Termiten und Malaria. Kurz zuvor waren sie auf Ludwig Leichhardt getroffen, einen Naturwissenschaftler aus Brandenburg, der behauptete, den Ort „als Erster“ über den Landweg erreicht zu haben. Diesen entlegenen Schauplatz der Kolonialgeschichte hat nun die Klangkünstlerin Kirsten Reese bereist. Nachts schlief sie unter freiem Himmel, lauschte zarten Insektengeräuschen. Zurückgelassene britische Objekte brachte sie zum Klingen, sie sprach mit Menschen vor Ort, dokumentierte deren Lebenswelt in Tonaufnahmen. In „Field Log Cobourg“ umkreist Reese verschiedene Formen von Wissen: Erfahrungswissen, indigenes Wissen, Naturwissenschaft, Wissen, das über Klang transportiert wird. Die Künstlerin verbindet ihre Reflexionen mit Fieldrecordings, O-Tönen und Archivaufnahmen.

Kirsten Reese, geboren 1968 in Kiel, ist Komponistin und Klangkünstlerin. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Kompositionen, temporäre Installationen und Audiowalks für Landschaften und den urbanen Außenraum. Sie arbeitet mit dokumentarischem und Archivmaterial und thematisiert die Aura und Historizität von medialen Instrumenten.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Stephan Stiens: „JETZT“, Liederzyklus (Wolf Matthias Friedrich, Bariton; Stephan Stiens, Gitarre); Erik Schäpers: „Reisebilder“ (Wolfgang Holzmair, Bariton; Thomas Palm, Klavier); Christoph Reiserer: „here we are“ (Christoph Reiserer, Saxofon; Gunnar Geisse, Gitarre; Stefan Blum, Schlagzeug)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Kindskopf mit Tiefgang – Der Dichter Christian Morgenstern und die Musik

Von Ulrike Zöller. Zum 150. Geburtstag von Christian Morgenstern. Ein Instrument spielt nicht selbst, aber es lässt sich bespielen. Christian Morgenstern war kein Musiker, aber er lässt sich wunderbar „verklanglichen“. Wenige deutsche Dichter haben Komponisten und Liedermacher, Kinder und Kabarettisten so sehr angeregt, Gedichte in Musik umzusetzen, wie der am 6. Mai 1871 in München geborene Autor, Aphoristiker, Übersetzer und Anhänger von Rudolf Steiners Anthroposophie. Der so viele „Lieder“ geschrieben hat, ohne sie selber zu singen, dessen Gedichte als albern verkannt wurden, auch wenn neben dem Kindskopf ein tiefgründiger Geist wohnte, auf einer verletzten Seele und einem kranken Körper. Was fasziniert Musiker an Christian Morgenstern? Welche Rolle spielte Musik in seinem Leben? Ulrike Zöller macht sich auf die Suche nach Dur und Moll bei Christian Morgenstern.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Jede(r) ist ein(e) KünstlerIn“ von Various Artists

BR 2007-08/2021. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool. Zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys.

„Jeder Mensch ist ein Künstler. Damit sage ich nichts über die Qualität. Ich sage nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt.“ (Joseph Beuys) Unter dem Motto „Jeder ist ein Künstler. Du hast 3 Minuten.“ eröffnete die artmix.galerie der Redaktion Hörspiel und Medienkunst 2007 ihre virtuellen Ausstellungsräume. Ein Jahr lang konnten dreiminütige, selbstproduzierte Hörspiele und Videoclips ohne thematische Beschränkung eingereicht werden. Dazu gaben Gastkuratoren Einblicke in ihre ästhetischen Kriterien und würdigten jedes ausgewählte Mini-Kunstwerk mit einer Laudatio. Anlässlich Beuys’ 100. Geburtstag findet eine Wiederbegegnung mit einer Auswahl der vielseitigen Sammlung statt, die dauerhaft als Podcast zur Verfügung steht.

Im Anschluss: Reden über das eigene Land: Deutschland. Von Joseph Beuys

Kulturreferat der Stadt München in Zusammenarbeit mit den Münchner Kammerspielen/ Verlagsgruppe Bertelsmann 1985. Sowie Ausschnitte aus einem bislang unveröffentlichten Gespräch mit Joseph Beuys (Interview: Michael Farin). Zwei Monate vor seinem Tod, am 24.11.1985, hält Joseph Beuys an den Münchner Kammerspielen einen letzten großen Vortrag über seine Theorie der „Sozialen Plastik“ und seine Behauptung „Jeder Mensch ist ein Künstler“.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Brummtopf, Teufelsgeige und Birkenblatt – Sigi Lott und seine Hirten- und Bauerninstrumente

Von Simon Schomäcker. Sigi Lott, heute 87 Jahre alt, war einer der ersten, der traditionelle Hirten- und Bauerninstrumente durch Nachbauten vor dem Vergessen rettete. Regelmäßig traf er sich mit Hirten und Schäfern seiner fränkischen Heimat, um sich von ihnen die Spielweise der Instrumente zeigen zu lassen. Seine Vorliebe gilt dem Brummtopf, der Teufelsgeige, der Brettzither, der Panflöte und dem Birkenblatt.

23:03 – 24:00 | Ö1
Spielräume Nachtausgabe: Zum 40. Todestag von Bob Marley

Bob Marley wurde am 6. Februar 1945 in Nine Miles, in Jamaika geboren. Er gilt als der wichtigste Vertreter und Mitbegründer der Reggae-Musik und wurde mit seiner Band „The Wailers“ ab Mitte der 1970er-Jahre weltweit bekannt. „Buffalo Soldier“, „Get, Stand, up“, „I shot the Sheriff“ oder „No Woman, No Cry“ sind ein paar der bekanntesten und erfolgreichsten Songs von „Bob Marley & The Wailers“.

Marley konvertierte 1967 zum „Rasta“ und wurde neben seiner Bekanntheit als Musiker zu einer der Identifikationsfiguren der Rastafari-Bewegung. 1976 wurde ein Mordanschlag auf seine Frau Rita Marley, seinen Manager Don Talyor und den ansonsten unpolitisch agierenden Bob Marley verübt, den alle Beteiligten überlebten. Als Hintergrund für die Tat gilt der damals geplante Auftritt beim Friedenskonzert mit dem Title „Smile Jamaica“, welches von der sozialdemokratischen People’s National Party (PNP) in Jamaika veranstaltet wurde.

Nach einer Krebsdiagnose und erfolgloser Behandlung starb er im Alter von nur 36 Jahren am 11. Mai 1981 in Miami, Florida.

Die Spielräume Nachtausgabe würdigt die jamaikanische Reggae-Ikone anlässlich des 40. Todestages. Gestaltung: Klaus Wienerroither und Lukas Handle


sa – 08.05.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Kindskopf mit Tiefgang – Der Dichter Christian Morgenstern und die Musik

Von Ulrike Zöller. Zum 150. Geburtstag von Christian Morgenstern am 6. Mai 2021. Ein Instrument spielt nicht selbst, aber es lässt sich bespielen. Christian Morgenstern war kein Musiker, aber er lässt sich wunderbar „verklanglichen“. Wenige deutsche Dichter haben Komponisten und Liedermacher, Kinder und Kabarettisten so sehr angeregt, Gedichte in Musik umzusetzen, wie der am 6. Mai 1871 in München geborene Autor, Aphoristiker, Übersetzer und Anhänger von Rudolf Steiners Anthroposophie. Der so viele „Lieder“ geschrieben hat, ohne sie selber zu singen, dessen Gedichte als albern verkannt wurden, auch wenn neben dem Kindskopf ein tiefgründiger Geist wohnte, auf einer verletzten Seele und einem kranken Körper. Was fasziniert Musiker an Christian Morgenstern? Welche Rolle spielte Musik in seinem Leben? Ulrike Zöller macht sich auf die Suche nach Dur und Moll bei Christian Morgenstern.

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert live: Musik der Zeit [8] Acht Brücken

James Diaz: Detras de un muro de ilusiones für Kammeorchester, Europäische Erstaufführung | Bára Gísladóttir: Cor für Bläser, Schlagzeug und Kontrabässe, Kompositionsauftrag des WDR mit Unterstützung des Icelandic Artist Salary Funding, Uraufführung | Unsuk Chin: Klavierkonzert | Josep Planells Schiaffino: Con sprezzatura für Kammerorchester, Kompositionsauftrag des WDR und von Orquesta y Coro Nacionales de España, Uraufführung

Tamara Stefanovich, Klavier; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Baldur Brönnimann. Übertragung aus der Kölner Philharmonie. Parallele Ausstrahlung in Dolby Digital 5.1 Surround-Sound

Erde, Feuer, Luft. Von den vier Elementen fehlt in diesem explosiven Programm nur das Wasser. Die Phantasie der mit vulkanischen Aktivitäten vertrauten Isländerin Bára Gísladóttir entzündet sich in ihrem Auftragswerk an den Energien und Spannungen im Inneren unseres Planeten.

„Vitalität, kinetische und virtuose Aspekte“ attestiert Unsuk Chin ihrem Klavierkonzert. Blitzschnell wechseln hier die Charaktere: zwischen Perpetuum mobile und Puzzle, statischen Klangfeldern, mosaikartiger Motivik und improvisatorischen Passagen. Lässig und leicht ist der Ton, den Josep Planells Schiaffino anschlägt. Der junge spanische Komponist nennt sein Stück Con sprezzatura. Und meint damit die Fähigkeit, auch anstrengende Taten mühelos erscheinen zu lassen.

James Diaz, der junge kolumbianische Komponist, schließlich wagt den Blick „hinter eine Mauer von Illusionen“. Angeregt durch bewegte Bilder des israelische Künstlers Michal Rovner, zum anderen durch den Beatles-Song Within you Without you, kann sein Stück auch „als statische und ungeformte psychedelische Collage gehört werden“.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Ex & Pop

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

Trio Accanto spielt Christian Wolffs „Exercises“. Am Mikrofon: Hanno Ehrler. Seit 1973 schreibt der US-Avantgardist Christian Wolff „Exercises“. Sie sind Ausdruck seines experimentellen musikalischen Denkens, und er versteht ihre Partituren als Vorschläge. Die Musiker wählen aus, was überhaupt gespielt werden soll, sie bestimmen das Tempo und manchmal sogar die Tonhöhe. Wolff möchte, dass Komponist und Musiker zusammen über die endgültige Gestalt eines Stückes entscheiden. Eine Reihe dieser „Exercises“ hat das deutsche Trio Accanto im vergangenen Jahr im Deutschlandfunk Kammermusiksaal eingespielt, sie sollen beim Label Wergo erscheinen. Christian Wolff, 1934 in Nizza geboren, ist der Sohn des Verlegerehepaars Helen und Kurt Wolff. Über Grete Sultan fand er zum Kreis um John Cage.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Vorübergehend – von Roswitha von den Driesch und Jens-Uwe Dyffort

In ihrer Rhythmik und Gewichtung sind Schrittgeräusche nicht nur einer bestimmten Person zuzuschreiben, sie erzählen auch etwas von der spezifischen Stimmungslage. In der Bewegung, so zeigt die Erfahrung, bewegt sich auch das Denken leichter.. hr 2021 | 40 Min. | Radiopremiere

Diesen Gedanken hat das Klangkünstlerduo Roswitha von den Driesch und Jens-Uwe Dyffort aufgegriffen und wie viele andere Bewohner Berlins und anderswo während der Covid19-Lockdown-Phasen mit Distanzrespekt die Stadt durchlaufen. Bei den Spaziergängen haben sie Aufnahmen von vorbeilaufenden Flaneuren, Passanten und Sporttreibenden gemacht. Deren Schritte und Gesprächsfetzen von Unterhaltungen, Telefonaten und Selbstgesprächen spiegeln sowohl den Ort der Aufnahme akustisch wider als auch die spezifischen Lebenssituationen der Passanten. Das Hörstück „Vorübergehend“ gibt kurze flüchtige Einblicke in anonyme Alltage, Pläne und Wünsche. Unterschiedliche Abläufe neuer Zusammenhänge, Kontakt-Vermeidungen und -Annäherungen sowie verpasste Begegnungen erzeugen ein Wechselspiel von (Klang-)Bildern des eigenen und sowieso und gerade jetzt nicht einfachen Alltags.


so – 09.05.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Wenn du mal groß bist – Eltern singen für ihre Kinder

Muttertag und Vatertag in einer Woche, da haben Kinder diesmal viel auszuhalten! Umso schöner, wenn sich die Eltern da auch einmal musikalisch ihres Nachwuchses annehmen!

„Du wirst geliebt!“, singt Nina Hagen und Countertenor Andreas Scholl seufzt ein sanftes Lullaby für seine Kleinen. Bach und Debussy komponieren extra kindgerechte Tastenstücke. Und Meret Becker und Götz Alsmann spielen sogar im Duett mit ihren Sprösslingen. Ein Hoch auf solche Eltern!

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Midori Seiler ist seit 2016 künstlerische Leiterin des BachCollektivs der Köthener Bachfesttage und wurde im Jahr 2019 mit einem OPUS Klassik ausgezeichnet. Zu hören ist sie bei diesem Mitschnitt gemeinsam mit Christian Rieger mit Werken von Johann Sebastian Bach, Johann Christoph Bach, Johann Jakob Walther und Johann Paul Westhoff.

22:08 – 23:00 | Ö1
Sophie Scholls Widerstand kompositorisch reflektiert

Kompositionen auf die „Weiße Rose“. Im Gedenken an den 100. Geburtstag von Sophie Scholl. Gestaltung: Marie-Therese Rudolph

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: My favorite choice [45] Cristian Macelaru

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: William Bolcom: Violinkonzert d-Moll; Sergiu Luca; American Composers Orchestra, Leitung: Dennis Russell Davies | John Corigliano: Symphony No. 1 für Orchester; Chicago Symphony Orchestra, Leitung: Daniel Barenboim | Sean Shepherd: Melt für Orchester; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Cristian Macelaru | Pierre Boulez: Notations II für Orchester; Orchestre de Paris, Leitung: Daniel Barenboim | Zosha di Castri: Dear Life für Sopran, Erzähler vom Tonband und Orchester; Erin Wall, Sopran; Martha Henry, Erzählerin; Canada’s National Arts Centre Orchestra, Leitung: Alexander Shelley | Caroline Shaw: Partita für 8 Stimmen; Martha Cluver, Caroline Shaw, Virginia Warnken, Eric Dudley, Avery Griffin, Cameron Beauchamp und Dashon Burton | Anna Clyne: Masquarade für Orchester; BBC Radio Symphony Orchestra, Leitung: Marin Alsop

Auf der Suche nach zeitgenössischer Musik durchforstet diesmal Cristian Macelaru seinen Plattenschrank. Dass er nach neuen und neusten Werken nicht lange suchen muss, überrascht weder ihn noch uns. Die Musik der Gegenwart gehört für den rumänischen Shooting Star, den Chefdirigenten des WDR Sinfonieorchesters, des Orchestre National de France und künstlerischen Leiter des kalifornischen Cabrillo Festivals für zeitgenössische Musik ganz unbestritten zum Leben.

Als Gastmoderator spricht er über Werke, die ihn schon früh geprägt haben, aber auch über solche, deren Spuren noch ganz frisch sind.

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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