Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 12.04. bis 18.04.2021

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 15. Besonders zu empfehlen: 15.04.2021 – 21:30 bis 22:30 | hr2-kultur – Übergangen – vergessen: Frauen bei den Darmstädter Ferienkursen. Eine Sendung von Juana Zimmermann.

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Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 12.04.2021


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Salvatore Sciarrino

Mit Margarete Zander. Eine schillernde, sich oft an der Grenze des Hörbaren bewegende Musik ist eines der Markenzeichen des italienischen Komponisten. Jenseits von Dogmen, Schulen und Richtungen hat er eine assoziationsreiche, sinnliche Musiksprache erschaffen, die gerade dadurch eine intensive psychologische Komponente aufweist. Sich selbst betrachtet Salvatore Sciarrino als Autodidakt: „Ich musste ganz von vorne beginnen, mir den Umgang mit den Instrumenten mit Hilfe einer unberührten Hand und eines jungfräulichen Ohrs auf der Grundlage eines Experiments zwischen Primitivismus, Ordnung und Futurismus erfinden“.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Das Lexikon der unerfüllten Träume

Von Björn Gottstein und Frank Hilberg. Mit Neuer Musik geht immer das Versprechen einher, Vorbote einer besseren Zeit zu sein. In der Musik, so wagten Avantgardisten lange zu hoffen, sollte sich die Utopie ihren Weg bahnen. Deswegen erdachten Komponisten wilde Strategien des Musizierens. Zum Beispiel die Aktionspartitur, bei der der Komponist die Befreiung des Interpreten vor Augen hat, ihm aber letztlich das Komponieren überlässt. Auch hat sich Arnold Schönbergs Prophezeiung, dass einst Menschen auf der Straße Zwölftonreihen pfeifen werden, leider nicht erfüllt. Die Träume der Neuen Musik – ein Scherbenhaufen? Björn Gottstein und Frank Hilberg kehren auf.

23:03 – 24:00 | Ö1
Einst vielgespielt: Musik von Hartzell und Erbse

Musik entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern in Beziehung zu dem bereits vorhandenen – und sei es in der Form, sich zu entscheiden, es ganz anders machen zu wollen. In unserer Serie „Zeit-Ton Spurensuche“ bringen wir österreichische Musik zu Gehör, die gegenwärtig im Konzertleben so gut wie verschwunden ist, die aber vor einigen Jahrzehnten präsent war und deren Urheber/innen zum Teil eine wichtige Rolle im österreichischen Musikleben gespielt haben.

Unsere Serie „Zeit-Ton Spurensuche“ reflektiert damit auch ein Stück österreichische Musikgeschichte, klärt und relativiert Standpunkte, zeigt Entwicklungslinien auf.

Die heutige Sendung ist dem Schaffen von Eugene Hartzell gewidmet, ein Amerikaner in Wien, der in seiner Musiksprache die „Zweite Wiener Schule“ mit dem Jazz verband und Heimo Erbse, ein Berliner, den es in den Pinzgau gezogen hatte und der leidenschaftlich gerne Symphonien geschrieben hat. Gestaltung: Ursula Strubinsky


di – 13.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Wahrnehmungsfallen – Timo Kahlens Konzeption haptischer Klänge

Von Julian Kämper. Timo Kahlen interessiert sich für Unsichtbares, Immaterielles. So hat er Strategien entwickelt, um Wind, Licht, Schall- und Radiowellen wahrnehmbar zu machen.

Für die Rezeption von Kunst existieren gelernte Grundannahmen und Codes: Musik und Klang werden primär über das Ohr wahrgenommen; im Museum ist Abstand zu den ausgestellten Exponaten geboten, damit Museumswächter oder Hochsicherheitsanlagen nicht Alarm schlagen. Für die Arbeiten des Berliner Sound- und Medienkünstlers Timo Kahlen, Jahrgang 1966, treffen sie nur bedingt zu. Einige seiner Soundskulpturen sind darauf ausgelegt, multisensorisch erlebt zu werden, man soll sie hören, sehen, tasten. Es sind handliche oder übergroße Objekte mit flauschigen oder widerspenstigen Oberflächen, die vibrieren oder brummen und offenbar ein Eigenleben führen – sie sollen vom Publikum angefasst, gestreichelt, erfühlt, mit Händen oder dem ganzen Körper gespürt werden.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Tobias PM Schneid: Violoncellokonzert Nr. 2 (Maximilian Hornung, Violoncello; Münchener Kammerorchester: John Storgårds); Dorothee Eberhardt: Sextett (Versus Vox Ensemble München); Alexander Strauch: „Kampf von Ásmund und Hildebrand“ (Roman Payer, Tenor; Timothy Sharp, Bariton; Ensemble Schwerpunkt); Viera Janárceková: Konzert (Oliver Klenk, Klarinette; Stefanie Schumacher, Akkordeon; Quasars Ensemble); Kay Westermann: „Wuthering Heights“ (Moritz Eggert, Klavier; Barbara Kink, Violine; Sebastian Hess, Violoncello)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Klassik-Stars und die Neue Musik

Eine Sendung von Margarete Zander. Mozarts Klarinettenkonzert hätte es vermutlich ohne den Klarinettisten Anton Stadler so nicht gegeben, und Robert Schumanns Klaviermusik hat sich unter den Händen seiner Ehefrau Clara aufs Schönste entwickelt. Wo sind die Instrumentalisten, die heute die Fantasie der Komponierenden grenzenlos beflügeln? Besonders spannend: Wenn das Unmögliche möglich wird, geht es meistens gar nicht um technische Virtuosität, sondern um das Überwinden der Grenzen im Kopf.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Faszination Neue Musik

Masarat – Lieder von Toufic Succar, Marcel Khalifé, Gabriel Yared, Bushra El-Turk und Joëlle Khoury

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Komponist Georg Friedrich Haas

Mit Andreas Göbel. Mit seinen raffinierten mikrotonalen Partituren ist der Österreicher Georg Friedrich Haas seit langem schon einer der gefragtesten Komponisten der Neue Musik-Szene.

23:03 – 24:00 | Ö1
Musik als soziale Aufgabe. Zum 75. Geburtstag des lettischen Komponisten Peteris Vasks

Die Musik des am 16. April 1946 in Aizpute (Lettland) geborenen Peteris Vasks hat man oft als „Bekenntnismusik“ zu charakterisieren versucht. Einflüsse der von ihm später als „aleatorische Experimente“ bezeichneten Aspekte früher Werke von Witold Lutoslawski, Krzysztof Penderecki oder George Crumb verband er gegen Ende der 1980er-Jahre mit minimalistischen, dann verfremdeten folkloristischen Elementen seiner Heimat und assoziativ-“organischen“ Schreibweisen. Sehr nahe stehe ihm Arvo Pärts Tonsprache. Nicht nur der Komponist, sondern auch der Mensch Lutoslawski ist für Vasks ein Vorbild geblieben.

Selbstironisch bezeichnet sich Vasks mit seinen nun bald 75 Jahren als „Rentner“. Er komponiere ohne Computer, nur mit Papier und Bleistift. So gehe das Komponieren langsam, aber stetig voran. Es sei für ihn „wie Hausbau. Nacheinander füge ich Stein auf Stein, vom Keller bis zum Dach, bis das Gebäude schließlich fertig ist“. 2019 vollendete Vasks für das Artemis Quartett sein 6. Streichquartett. Im letzten Satz, einem Choral, kommt es zu einer „Begegnung mit Beethoven“. Vasks sieht das Quartett als sein „musikalisches Testament. Ich weiß, dass ich kein weiteres Quartett mehr schreiben werde“. Gestaltung: Peter Kislinger


mi – 14.04.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Walter Zimmermann: „Stille Tänze“ (Gabriele Emde, Stimme, Harfe; Stephan Sauvageot, Posaune; Konstantin Gockel, Gerhard Köhn, Violine; Horst Enger, Viola; Manuel Gerstner, Violoncello; John McAlpine, Klavier; Hubert Machnik, Gläserspiel; Martin Schulz, Schlagzeug); Karola Obermüller: „will ‘o wisp“ (Jeremias Schwarzer, Blockflöte; Carin Levine, Flöte; Makiko Goto, Koto; Konstantin Ischenko, Akkordeon); Alexander Muno: „im solaren Restaurant, zergehend“ (Markus Bellheim, Klavier; Sonja Korkeala, Violine; Clemens Weigel, Violoncello); Franz Schillinger: „Veränderliche Langsamkeiten III“ (Wilfried Krüger, Horn; Heinrich Rauh, Violine; Franz Schillinger, Live-Elektronik); Joachim F.W. Schneider: „Gambit – Hommage à une idée“ (Tiroler Kammerorchester InnStrumenti: Gerhard Sammer)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Tod im Theater – Lamentos für Abraham Lincoln

Abraham Lincoln war der erste Präsident der USA, der einem Attentat zum Opfer fiel. Am 14. April 1865 wurde er bei einem Theaterbesuch erschossen.

Zahllos sind die musikalischen Trauerbekundungen für den Mann, der als Sieger des Amerikanischen Bürgerkriegs und Befreier der Sklaven galt: von sinfonischen Lamentos und Folksongs bis zu Liedern über den Sonderzug, mit dem der Leichnam des Präsidenten in seine Heimat überführt wurde.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: #Zusammenspielen – Heimstudio

Marta Zapparoli. Die Aktion #Zusammenspielen von SWR2 richtete sich an Musikerinnen und Musiker in Zeiten abgesagter Konzerte: Es entstanden kurzfristig 60 Studioproduktionen mit interessantem Repertoire aus verschiedensten Genres. Mit #Zusammenspielen – Heimstudio erweitern wir das Projekt auf die künstlerische Tätigkeit von Komponisten und Komponistinnen. In Zusammenarbeit mit SWR2 Musik entstehen Klangstücke als neue Eigenproduktionen „@home“, die wir auf unserem Konzertsendeplatz bei SWR2 JetztMusik präsentieren.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Astrid Schwarz


do – 15.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Mark Barden

„anatomy“ für Schlagzeug und Orchester (2010) | Brian Archenal, Schlagzeug; Deutsches Symphonie-Orchester Berlin; Leitung: Peter Rundel | „cleft“ für Violine und Violoncello (2017); Ashot Sarkissjan, Violine; Séverine Ballon, Violoncello | „aMass“ für verstärktes Ensemble (2015). Adrian Pereira, Gitarre; ensemble mosaik; Leitung: Enno Poppe. Koproduktion Deutschlandfunk Kultur / Deutscher Musikrat 2019-2021

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Herbert Blendinger: Divertimento concertante G-Dur, op. 41 (Münchner Kammerorchester: Hans Stadlmair); Wolfram Buchenberg: Messe (Wilfried Prader, Tobias Winbeck, Trompete; Daniel Vesel, Posaune; Madrigalchor der Hochschule für Musik und Theater München: Max Frey); Nicolas Economou: „Kinderlaunen“ (Nicolas Economou, Klavier); Ernst Fienbork: Musik für Oboe und Streichquartett (Kurt Kalmus, Oboe; Matthias Simons, Volker Lottermoser, Violine; Jean Riber, Viola; Sebastian Ladwig, Violoncello); Meinrad Schmitt: „Concerto notturno quasi una Serenada“ (Rudolf Vielmeier, Klarinette; Amati Ensemble: Attila Balough)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Auf der Suche nach dem tschechischen Stil – Die Opern von Friedrich Smetana

„Bei mir ergibt sich die Form der Komposition je nach Art des Gegenstands von selbst“, schrieb Friedrich Smetana seinerzeit. Das Opernschaffen des tschechischen Komponisten demonstriert, wie treffend diese Selbstbeschreibung ist: jedes der insgesamt acht vollendeten Bühnenwerke Smetanas hat seine ganz eigene Stilrichtung. Denn im Bemühen einen typisch tschechischen Opernstil zu etablieren, ließ sich der Komponist von einer Fülle unterschiedlicher musiktheatralischer Richtungen inspirieren, die damals in Europa en vogue waren – von der französischen Grand opéra sowie der opéra comique, von der italienischen Oper aber auch von Richard Wagners Musikdramen. Was Smetanas Bühnenwerke eint, ist seine ganz persönliche Musiksprache, die bis heute als genuin tschechisch wahrgenommen wird. BR-KLASSIK unternimmt einen Streifzug durch die Opernwelt von Friedrich Smetana und präsentiert ein schillerndes Oeuvre, das weit über sein populärstes Werk, „Die Verkaufte Braut“, hinausweist. Eine Sendung von Michaela Fridrich

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Singbare Reste – Musik von Paul-Heinz Dittrich (1930-2020)

Eine Formulierung des französischen Schriftstellers Pierre Garnier (1928-2014) prägte das Denken des Komponisten Paul-Heinz Dittrich: „nie vollendbare poetische Anstrengung“. Ein Gedanke, der wohl die Quintessenz einer jeden Künstlerexistenz bildet. Das Gros der Ideen und Konzepte bleibt ja meist im Kopf, nimmt keine Kunstgestalt an – die Zeit ist einfach, so oder so, zu knapp.

Paul-Heinz Dittrich (1930-2020): „Vocalblätter“ (1972) für Sopran, Flöte, Oboe und zwölf Vokalisten nach Texten von Bert Brecht, Johann Wolfgang Goethe und James Joyce sowie aus dem Alten Testament / „Voix Intérieure“ (1979) für zwei Violoncelli / „Sa-um“ (2000). Dialogue imaginary für Flöte und Live-Elektronik / „Trans-Forme“ Orchestermusik in fünf Teilen (1998-2007).

Der im Erzgebirge geborene Komponist Paul-Heinz Dittrich, Meisterschüler von Rudolf Wagner-Régeny in Ost-Berlin, war ein exquisiter Kenner der europäischen Prosa und Poesie und einer ihrer interessantesten „Übersetzer“. Der in Zeuthen bei Berlin, lange Zeit als Nachbar von Paul Dessau, lebende Dittrich schuf zahlreiche komponierte „Lesarten“ für die unterschiedlichsten Besetzungen: mit und ohne Stimme. Und je älter der Komponist wurde, desto essenzieller wurden die Texte anderer. „Eigentlich“, erzählte Dittrich vor einigen Jahren, „entsteht nichts mehr, ohne dass ich aus der Literatur meine Stimulanz bekomme. Ich lese unentwegt zwischen dem Notenschreiben immer wieder. Die Literatur ist für mich das A und O geworden. Ehe ich anfange, stehe ich vor meinem Bücherschrank und überlege, wie kommst du jetzt eigentlich rein in das, was du denkst und willst. Die musikalische Idee ist irgendwo da, aber dann kommen Überlegungen, die mich eben immer wieder zur Literatur führen.“ Link zur Sendung

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Inspiriert durch „Die Blumen des Bösen“ – Kompositionen nach Baudelaire

Claude Debussy: Les soirs illuminées par l’ardeur du charbon. Alain Planès, Klavier / Le balcon (aus: 5 poèmes de Baudelaire); Stella Doufexis / Daniel Heide | Henri Dutilleux: Toute un monde lointain …, Konzert für Violoncello und Orchester. Gustav Rivinius / Deutsche Radio Philharmonie / Tito Munoz | Jörg Widmann: Les fleurs du mal, Klaviersonate nach Baudelaire | Alban Berg: „Der Wein“, Konzertarie. Melanie Diener, Sopran / SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg / Michael Gielen | Claude Lefebvre: L’homme et la mer (Auszug). Theo Brandmüller, Orgel

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Übergangen – vergessen: Frauen bei den Darmstädter Ferienkursen

Eine Sendung von Juana Zimmermann. Die 1946 gegründeten Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt galten lange Zeit als reines Männer-Treffen. Doch Fotos der frühesten Kurse zeigen Frauen, die diskutieren, interpretieren, unterrichten. Wer waren sie?

Gemeinhin galt und gilt, dass frische Klänge und neue Musikstrukturen in den 1950er und 1960er Jahren vornehmlich Männer gefunden, gestaltet und diskutiert hätten. Und besonders bei den 1946 ins Leben gerufenen Darmstädter Ferienkursen, dem bald wichtigsten Treff- und Brennpunkt der Neuen-Musik-Szene, sei dies der Fall gewesen. Das aber stimmt so nicht, wenngleich die Zahl der aufgeführten Werke von Komponistinnen unbestreitbar klein ist. Weiten wir unseren Blick auf das ganze Kursgeschehen in diesen Jahrzehnten und danach, werden sie sichtbar: die Interpretinnen, Dozentinnen, Autorinnen, Wissenschaftlerinnen, Fotografinnen, Nachlassverwalterinnen und zahlreichen Teilnehmerinnen. Die Sendung begibt sich auf Spurensuche nach Protagonistinnen in Darmstadt: von der Gründung bis heute.

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Bombenteppich – Hörspiel von Philipp Löhle

Mit: Fabian Hinrichs, Sandra Gerling und Michael Stiller. Musik und Regie: Björn SC Deigner. (Produktion: SWR 2018)

Philipp Löhle, geboren 1987 in Baden-Baden, zählt zu den interessantesten deutschsprachigen Dramatikern. 2018 legte er mit „Bombenteppich“ sein Hörspiel-Debüt vor. Ein an der deutschen Botschaft beschäftigter EDV-Fachmann wird entführt, irgendwo in einem fernen Land, wo Gewalt, Korruption und Willkürherrschaft zum Alltag gehört. Jetzt soll er als Geisel eingetauscht werden. Aber gegen was? So genau weiß der Mann das nicht, denn er ist isoliert und er versteht die Sprache der Geiselnehmer nicht. Löhles Stück versetzt in Alpträume von Entführung, Gewalt und Terror.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 75. Geburtstag von Peteris Vasks

In seiner Musik möchte der lettische Komponist Peteris Vasks stets etwas vermitteln, keine konkreten Botschaften freilich, sondern eher abstrakte wie Hoffnung, die Beziehung zur Natur, die Freiheit des Menschen. Letztere war und ist für Vasks von ganz besonderer Bedeutung, war Lettland doch lange Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion besetzt. Der Mensch und die Natur stehen im Zentrum von Vasks vielfältigem Schaffen. Mit seinen oft ruhigen, kontemplativen Werken ist er auch einem internationalen Publikum bekannt geworden. Am 16. April feiert Peteris Vasks seinen 75. Geburtstag. Grund genug, sein Leben und Werk ein wenig genauer zu betrachten. Eine Sendung von Robert Jungwirth

23:03 – 24:00 | Ö1
Klangreisen in Regenwälder und Häuserschluchten: Francisco López

Der spanische Musiker, Biologie-Professor und Kurator Francisco López betreibt Soundstudien, die sich mit Klang in seiner reinsten Form beschäftigen. Er nutzt Feldaufnahmen von mikrobiologischen Ökosystemen, abgelegenen Regionen wie Regenwäldern und Savannen sowie von urbanen Situationen, um daraus Klangobjekte und akusmatische Räume zu formen. Anlässlich seines vor kurzem gefeierten 40-jährigen Bühnenjubiläums widmet der Zeit-Ton dem prominenten Vertreter aktueller Klangkunst ein Porträt.

Francisco López stammt aus Madrid und wohnt in Den Haag. Seine Musik fordert einen Absolutheitsanspruch ein, um zu Klängen als solchen durchzudringen. Sie ist eine Art Soundtrack der Audio-Halluzinationen, bei der Konkretes und Abstraktes ständig ineinander verschwimmen: Es geht gleichermaßen um die Dokumentation von Umgebungen wie um den persönlichen, künstlerischen Blick darauf.

Sein Oeuvre verteilt sich auf mehr als 400 Veröffentlichungen, die er auf mehr als 40 Labels herausgebracht hat. Fünfmal wurde er mit dem Anerkennungspreis der Ars Electronica ausgezeichnet. Konzerte und Installationen fanden u.a. im Den Haager Theater Korzo, dem Grazer musikprotokoll oder am New Yorker Time Square statt. López ist zudem Direktor des SOMN Archive, einer Plattform zur Dokumentation von experimenteller Musik und Klangkunst und er betreibt das Label Two-Headed Snake.

Soundbild(n)er: Das Jubiläum seiner Musikertätigkeit feierte López Ende letzten Jahres mit „A Bunch of Stuff: 40 Years of sonogenic Composition“: eine USB-Karte mit ganzen 138 Stücken, die von Feldaufnahmen über Radio- bis zu Drone-Arbeiten reichen. Im brasilianischen Regenwald veranstaltete er Workshops, die in der südafrikanischen Savanne fortgesetzt wurden. Aktuell ist mit „Wilderness Studio 2005–2019. On-site Composition in the Wild“ eine zweiteilige Audio-Dokumentation darüber erschienen. Im Zeit-Ton-Porträt erzählt Francisco López von seinen „sonogentischen Kompositionen“, Sound-Ambivalenzen und Reisen in einige der entlegensten Gegenden der Erde.  Gestaltung: Heinrich Deisl


fr – 16.04.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: G-LOC – Von 48nord. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020. Länge: 46’10

Wenn auf Jetpiloten extreme Gravitationskräfte wirken, kann es zu sogenannten „Dreamlets“ kommen: Ohnmachtsanfällen mit kurzen, surrealen Traumsequenzen. Hörstück mit Aufzeichnungen der US Air Force.

G-LOC – „Gravity Induced Loss of Consciousness“ – ist ein Phänomen, das insbesondere bei Jetpiloten auftritt, wenn bei hohen Geschwindigkeiten oder bestimmten Flugmanövern extreme Gravitationskräfte auftreten und es zu Bewusstseinstrübungen bis hin zur Ohnmacht kommt. Als menschliche Projektile sind die Piloten einer Beschleunigung ausgesetzt, deren Belastung ihre kognitiven und physischen Fähigkeiten übersteigt. Im Zustand der Ohnmacht kommt es häufig zu surrealen Traumsequenzen, die mehrere Sekunden dauern können. Diese sogenannten Dreamlets sind zum Teil von hoher poetischer Qualität. Sie sind Ausdruck eines überforderten Ichs, dessen reflexhaft aufgesuchte Zuflucht ein Austreten aus der Realität bewirkt und den Eintritt in eine mehr oder weniger surreale Traumwelt. G-LOC ist der ultimative Moment von Beschleunigung, an dem die Vernunft aufgibt und in Halluzinationen abdriftet, die Nahtoderfahrungen ähneln. Poetisch und tragisch zugleich, ist G-LOC auch eine Metapher für die Beschleunigung von technologischen Entwicklungen, von Arbeit und Leben, welche nicht mehr verarbeitet werden kann und lebensfeindlich wird. Ausgangspunkt der Arbeit sind Aufzeichnungen von Jetpiloten-Dreamlets, die von der US Air Force veröffentlicht wurden. Die Gruppe 48nord komponiert daraus eine surreal-rasante Klangwelt.

48nord sind ein Künstlerkollektiv, bestehend aus den Experimentalmusikern Ulrich Müller, Siegfried Rössert und Patrick Schimanski. Gegründet 1998 speisen sich ihre Einflüsse aus Rock- und Popmusik, klassischen und experimentellen Musikströmungen sowie aus dem Bruitismus von Edgar Varèse. Zuletzt für Deutschlandradio Kultur: „Die Ankunft der schwachen Impulse“ (2014).

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Stefan Poetzsch: „Licht An!“ (Stefan Poetzsch Ensemble); Klaus Treuheit: „Eine Beschreibung des Erinnerten“ (Klaus Treuheit Trio); Hans-Günter Brodmann/Roland Schmidt: „Streichquartett für Schlagzeuger“ (Cabaza Percussion Quartett); Ulrich Schultheiss: „Ritual 1“ (Novalis Quartett); Klaus Hinrich Stahmer: „Rotations“ (Ars Nova Ensemble Nürnberg: Werner Heider)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Foxtrott aus Dingsda – Eduard Künneke und die Jazz-Operette der 1920er Jahre

Von Stefan Frey. „Hu!“ – macht es, wenn „das wilde Känguru und das Gnu“ in Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ aufeinandertreffen. Und „hu“ machte es auch bei der Uraufführung seines bis heute erfolgreichsten Werks am 15. April 1921 in Berlin. Das Publikum war elektrisiert. Es hatte erstmals eine Operette erlebt, in der Jazz-Elemente mehr waren als eine Farbe, sondern Vorboten des neuen Geists der gerade beginnenden 1920er Jahre. Entsprechend unkonventionell experimentierte Künneke mit den Mustern der alten Operette und mit damals aktuellen Modetänzen wie Foxtrott, Tango, One step oder Paso Doble. Als „Cousin from Nowhere“ fand die Operette auch international Verbreitung und führte ihren Komponisten bis nach London und an den Broadway. Künnekes neue Klang-Mischung prägte auch seine nächsten Werke wie „Lady Hamilton“ und „Glückliche Reise“ und kulminierte 1929 in seinem Concerto grosso für Jazzband und großes Orchester – ganz ohne Känguru und Gnu.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Walden“ von Heiner Goebbels

HR/Ensemble Modern 1998. Am 4. Juli 1845, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, bezog der Schriftsteller und Philosoph Henry David Thoreau eine selbsterbaute Blockhütte bei Concord am Walden-See. 1854 veröffentlichte er „Walden“, das zivilisationskritische Postulat eines radikalen, nur der Natur verpflichteten Individualismus. Heiner Goebbels lässt die amerikanische Avantgarde-Legende Bob Rutman Textpassagen aus „Walden“ vortragen. Rutman wurde 1931 in Berlin geborenen, floh mit seiner jüdischen Mutter vor den Nazis, wuchs in den USA auf und stand mit seiner Musik und Aktionskunst den Beatpoeten nahe. Goebbels bettet die Texte in Natur-Sounds, in Orchesterklänge, Elektronik sowie popmusikalische Zitate. Es entsteht ein anspielungsreicher Diskurs zum Thema Technik, Kultur und Natur.

Heiner Goebbels, geb. 1952, Komponist, Regisseur, Autor. Weitere Hörspiele u.a. Schliemanns Radio (hr/BR/SFB 1992), Eislermaterial – Eine Hommage (SWR/DLF/EMO 1998), Landschaft mit entfernten Verwandten (SWR/EMO 2006).

Im Anschluss: Ausschnitte und Gespräch: Zusammen Walden (WDR 2020). 500 Menschen haben 2020 auf Einladung des WDR je eine Seite von Thoreaus Walden eingesprochen. Acid Pauli, Andreas Ammer und Driftmachine haben aus den Aufnahmen ein Schwarmhörspiel realisiert.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Harmonie des Abends – Zum 200. Geburtstag von Charles Baudelaire

Von Richard Schroetter. Der Dichter Charles Baudelaire (1821-1867) gehört zu den Leitfiguren der Moderne. Seine Gedichte aus dem Zyklus „Die Blumen des Bösen“ wurden unzählige Male vertont. Von Claude Debussy über Alban Berg bis hin zu Karlheinz Stockhausen oder Michael Gielen reicht die sich ständig erweiternde Zahl der Komponisten. Baudelaire selbst war ein großer Wagnerianer, der mit seinem flamboyanten Einsatz für den „Tannhäuser“ in Paris für Aufsehen sorgte.

23:03 – 24:00 | Ö1
Gunter Schneider: Gitarrist, Komponist, Improvisator, Lehrender – Der Tiroler Gunter Schneider im Zeit-Ton Portrait

Regelmäßig pendelt Gunter Schneider von Innsbruck nach Wien, um an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zu unterrichten, um Konzerte zu hören und mit Kolleg/innen über Musik zu diskutieren. 1954 geboren, ist er als Gitarrist viel unterwegs gewesen. Zusammen mit seiner Frau Barbara Romen ist er allerdings nicht nur ein Lachenmann-Spezialist, sondern auch als Improvisationsmusiker aktiv. Und augenzwinkernde stubenmusi, die spielt er auch. Schließlich gibt er sein Wissen gerne weiter, nicht nur an Studierende, sondern auch an Laien. Die Ergebnisse lassen sich hören – im doppelten Sinne. Vom von Gunter Schneider geleiteten Improvisationsensemble free music St.Johann ist vor Kurzem eine LP erschienen. Tauchen Sie mit ein in die vielfarbig schillernde Klangwelt des Tiroler Musikschaffenden. Gestaltung: Nina Polaschegg


sa – 17.04.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Foxtrott aus Dingsda – Eduard Künneke und die Jazz-Operette der 1920er Jahre

Von Stefan Frey. „Hu!“ – macht es, wenn „das wilde Känguru und das Gnu“ in Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ aufeinandertreffen. Und „hu“ machte es auch bei der Uraufführung seines bis heute erfolgreichsten Werks am 15. April 1921 in Berlin. Das Publikum war elektrisiert. Es hatte erstmals eine Operette erlebt, in der Jazz-Elemente mehr waren als eine Farbe, sondern Vorboten des neuen Geists der gerade beginnenden 1920er Jahre. Entsprechend unkonventionell experimentierte Künneke mit den Mustern der alten Operette und mit damals aktuellen Modetänzen wie Foxtrott, Tango, One step oder Paso Doble. Als „Cousin from Nowhere“ fand die Operette auch international Verbreitung und führte ihren Komponisten bis nach London und an den Broadway. Künnekes neue Klang-Mischung prägte auch seine nächsten Werke wie „Lady Hamilton“ und „Glückliche Reise“ und kulminierte 1929 in seinem Concerto grosso für Jazzband und großes Orchester – ganz ohne Känguru und Gnu.

18:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Musiknacht der Minderheiten: „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“

Der „Zigeunerprimas“, die Inuitmutter, der Kastratensopran, der Klezmermusiker, oder die japanische Goze-Musikerin – sie haben eine Gemeinsamkeit: Sie gehören einer Minderheit an, aus ethnischen, sexuellen, religiösen oder körperlichen Gründen. Trotzdem sind sie Teil der Musiktradition, nur wenige profitieren aber von ihrer Außenseiterstellung. Wer nicht so klingt, wie die Mehrheit, steht oft außerhalb der Gesellschaft, wirkt befremdlich oder wird gar zum Verstummen gebracht. Während in der Unterhaltungs- oder Popmusikszene Alleinstellungsmerkmale und Exzentrik für Künstlerpersönlichkeiten erwartet und gefordert werden, gehören traditionelle Sänger und Musikerinnen meist einer Gesellschaft an, für die Musik mit Religion, Jahresablauf und gesellschaftlichem Umgang verbunden ein „Lebensmittel“ ist. „Das Fach Ethnomusikologie ist prädestiniert dafür, in die Gesellschaft hineinzuwirken, weil wir Musik im sozialen Zusammenhang betrachten“ stellt die „Mutter“ der Minderheitenforschung in der Musik, Professorin Ursula Hemetek, fest. Ob bei den Karen in Nord-Thailand oder bei den Rohingya in Myanmar, ob bei den Juden in Deutschland oder den Herrnhuttern in Nord- und Mittelamerika, ob beim Schwulenchor in China oder bei den Sorben in der Lausitz: überall findet im Positiven wie im Negativen ein gesellschaftlicher und musikalischer Austausch statt. Die Musiknacht der Minderheiten beleuchtet in Interviews, literarischen Texten, Statements und Betrachtungen die Musik ganz besonderer Menschen. Von und mit Ulrike Zöller

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Studio Elektronische Musik: Noise Music [2]

Mit Musik von Napalm Death, Whitehouse, Velvet Underground, Faust, Liaisons Dangereuses, Laibach, Sonic Youth, Cabaret Voltaire, Asmus Tietchens, Bernhard Guenter, Consumer Electronics, Florian Hecker, Mika Vainio und The New Blockaders

Der zweite Teil unserer Sendereihe zur Noise Music ist der rasant sich verbreitenden Szene Anfang der Achtziger Jahre gewidmet. Die Verfügbarkeit von elektronischen Klangerzeugern und Studiotechnik ermöglichte ein neues Musikertum. Auch wer weder ein Instrument gelernt hatte, noch Noten lesen konnte war plötzlich in der Lage, selber Musik zu machen: Geräusche montieren, Rhythmusmaschinen auf ihre Belastbarkeit testen, Stimmcollagen. Punk und Industrial Music hatten alle zum fröhlichen Do-It-Yourself ermuntert.

In kürzester Zeit entstand eine Kassetten-Szene die ihrer preiswerten, in Heimarbeit erstellten Tonträger mit Gleichgesinnten weltweit tauschten. Die Deutsche Post gewährte sogar einen verbilligten Sondertarif für den Versand. In Kinderzimmern und Hobbykellern entstanden radikale Noise Projekte, getragen nicht zuletzt von einer diffusen Oppositionshaltung.

Noise Music hat bis heute zwei völlig unterschiedliche Fangruppen: eine, die Noise als fundamentale Opposition gegen alles Geordnete auffasst – und eine, die an Lärm musikalisches Vergnügen findet.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Unbeugsam und experimentierfreudig – Die deutsch-slowakische Komponistin Viera Janárceková

Von Robert Nemecek. Ihr fehle das Talent, sich zu verbiegen, und sie ermutigt andere zum Abenteuer. Die in der slowakischen Hohen Tatra geborene Komponistin Viera Janárceková hat einen langen Weg künstlerischer Emanzipation hinter sich. In diesem Jahr wird sie 80 Jahre alt. Zunächst studierte sie in in Bratislava und Prag. Kurze Zeit nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ emigrierte sie ins westliche Deutschland. Auch in ihrer kompositorischen Entwicklung entfernte sie sich von ihrer Heimat und begann, sich an Vorbildern wie György Ligeti, Iannis Xenakis oder Giacinto Scelsi zu orientieren. Nach einer Zeit längeren Experimentierens fand sie zu einer ganz eigenen Klangwelt mit oft überraschenden Formprozessen. Viera Janárcekovás Werke sind inzwischen bei vielen Spezialfestivals erklungen. Im Jahr 2000 wurde sie von Gidon Kremer als composer in residence zu den Festspielen in Lockenhaus eingeladen. Im Dezember 2020 wurde ihr der E.T.A. Hoffmann-Preis der Stadt Bamberg zuerkannt, wo die Komponistin seit Jahren lebt.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Cantos des antes – Die elektroakustische Musik von Beatriz Ferreyra (* 1937)

Die argentinische Komponistin Beatriz Ferreyra folgt seit den 1960er Jahren dem Pierre-Schaeffer-Postulat, das Geräusch als gestaltungswürdiges Objekt in der Musik einzusetzen.

Am Mikrofon: Christian Schröder. In ihren virtuosen Stücken arrangiert sie überaus raffiniert die Geräusche der Welt konsequent und kompromisslos. Zugleich faszinieren sie durch ihren fasslichen, mithin zupackenden erzählenden Charakter. Bis heute ist Ferreyra, die Grande Dame der elektroakustischen Musik, den Ideen der Pariser „musique concrète“ verpflichtet und hat sie weidlich weiterentwickelt.


so – 18.04.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Sehnsuchtsvogel und Friedensbringer – Vom Gurren der Tauben

Die meisten Großstädter und Balkonbesitzer sind von ihr genervt, musikalisch aber ist sie wohl gelitten: die Taube.

Ein Kirchenfenster mit einer Darstellung des Heiligen Geistes in Form einer Taube im Petersdom im Vatikan

Bei Schubert bringt sie die Post, im DDR-Kinderlied den Frieden und in diversen Noah-Kantaten trägt sie gurrend den rettungbringenden Ölzweig im Schnabel. Kaum ein Vogel ist musikalisch so gut beleumundet wie die Taube. Kaisers Klänge erweisen ihr heute die Ehre.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

„Mit Humor gegen Konventionen“ hatte die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ein Konzert vom Juni 2014 im großen Saal der Bremer Glocke überschrieben. Ein passender Titel, denn an diesem Abend waren Stücke von zwei großen und sehr subtilen „Humoristen“ der Musikgeschichte zu hören: Joseph Haydn und Dmiti Schostakowitsch.

22:08 – 23:00 | Ö1
Die besten Musiksendungen beim Prix Italia – When Weather Was Wildlife. Der Siegerbeitrag des Prix Italia in der Kategorie Radio Music

1948 fand auf Initiative der italienischen öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt RAI zum ersten Mal der „Prix Italia“ statt. Damals wurden erstmals – die besten Fernsehprogramme und -serien sowie Dokumentarfilme von internationalen Rezensent/innen bewertet und ausgezeichnet. 72 Jahre später existiert die Initiative immer noch und ist einer der bedeutendsten Medienpreise weltweit: 38 Länder aus allen fünf Kontinenten, 250 Einreichungen von 65 Sendern: Ein Pool an Kreativität, Innovation und Qualität der besten Radio-, Fernseh- und Webproduktionen des Jahres, der von einer internationalen Expert/innenjury analysiert und besprochen wurde.

Auswahl und Bewertung fanden 2020 wie in so vielen anderen Bereichen auch über Videoplattformen und Soziale Medien statt. Im Bereich „Radio Music“ wurde der Beitrag „When Weather Was Wildlife“, eingereicht von der ARD (Deutschland) ausgezeichnet. „Dies ist ein außergewöhnliches Stück Radiokunst. Die ständige Veränderung von Tempo und Textur sowie die Mischung aus Poesie, Feldaufnahmen und Originalmusik bieten dem Hörer ein tief bewegendes und nahrhaftes Erlebnis. Die Klänge strömen wie eine coole Platte aus dem Radio, während sorgfältig ausgewählte Texte, Stimmen und Musiker sowie die wunderschön gewebte Klangmischung und die wichtige Aussage zum Klimawandel dieses Stück zu einem Meisterwerk machen.“

Wir bringen einen Ausschnitt aus dem 90-minütigen Siegerbeitrag und präsentieren Höreindrücke von weitere Einreichungen, wie den niederländischen Beitrag „Making an Opera“, der eine „Besondere Erwähnung“ erhalten hat. Die Produktionsbegleitung einer Opernproduktion, die aufgrund von COVID19 letztendlich nicht zur Aufführung gekommen ist: Ein Zeitdokument von packender Aktualität und berührender Dramatik. Gestaltung: Gerhard Krammer

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik – My Favorite Choice (43) Brice Pauset

Mit Ausschnitten aus: Hugues Dufourt: An Schwager Chronos für Klavier; Jean-Pierre Collot | Agata Zubel: Not I für Stimme, Instrumentalensemble und Elektronik; Agata Zubel; Klangforum Wien | Steven Kazuo Takasugi: Sideshow; Talea Ensemble | Chiyoko Szlavnics: During a Lifetime für Saxofonquartett; Kronos Quartett | Larisa Vrhunc: Open Rite | Salvatore Sciarrino: Efebo con Radio für Stimme und Orchester; Sonia Turchetta; WDR Sinfonieorchester, Leitung: Kazushi Ono

 

 

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

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