Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radiowoche vom 08.02. bis 14.02.2021

Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 6. Besonders zu empfehlen: Montag, 9.2.2021 – 00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur: Neue Musik: Eigentumsverhältnisse – Wem gehört die Musik?

Werbung


Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen deutscher Sender finden sich bei Stefan Hetzel.


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben


mo – 08.02.2021


23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Das Erbe des Pierre Boulez

Mit Margarete Zander. Unbestritten ist Pierre Boulez einer der bedeutendsten Komponisten, Dirigenten und Musikdenker des 20. Jahrhunderts. Nicht umsonst trägt der Pierre Boulez Saal in Berlin seinen Namen. Welche Bedeutung hat sein Schaffen und Wirken heute? Gehört seine Musik heute zu den Klassikern, die nach wie vor aktuelle Relevanz besitzen?

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Der Neue Baltische Ton – Zeitgenössische Musik aus Estland, Lettland und Litauen

Von Tuula Simon. Es ist ein einzigartiger Tonfall, der seit einigen Jahren aus Estland, Lettland und Litauen kommt und international Begeisterung auslöst. Musik, die weite Räume schafft, Melancholie hervorruft und das Herz berührt. Was macht die Musik von Helena Tulve, Tõnu Kõrvits, Çriks Eðenvalds, Justë Janulytë und anderen baltischen Komponistinnen und Komponisten so magisch und einzigartig? Und warum kommt sie ausgerechnet aus den drei kleinen baltischen Staaten? Eine Sendung über Neue Musik mit Sogwirkung.

23:03 – 24:00 | Ö1
Mikrotöne im Klagenfurter Konzerthaus – Uraufführungen zum Thema Mikrotonalität mit dem Ensemble NeuRaum

Eine Oktave in sehr kleine Intervalle zu unterteilen – das gibt es seit Jahrtausenden und in den unterschiedlichsten Kulturen. Das Ensemble NeuRaum hat für dieses Konzert am 27. Oktober 2020 im Neuen Saal des Konzerthauses in Klagenfurt Komponisten der Neuzeit beauftragt, sich dem Thema Mikrotonalität zu widmen, wobei die meisten schon Erfahrung mit dieser Art der Komposition haben. Entstanden sind vollkommen unterschiedliche Werke, die sowohl vom Zugang als auch von der Instrumentierung her ein breites Spektrum dieser nur für hochmusikalische Künstler*innen ausführbare Musik abdecken.

In „blessing the speach“ lässt Rafael Nasif die rein gestimmten Saiten der Geigen mit dem Alphabet des Sanskrit verschmelzen, wobei der Rhythmus von besonderer Bedeutung ist. Die unterschiedlichen Modi der persischen Musik sind Grundlage für die Komposition „SEGAHH“ von Roozbeh Nafisi. „Innehalten“ zieht sich durch mehrere Werke des Abends, sind sie doch von teilweise meditativem Charakter, aber „Innehalten“ ist auch der Titel des Stücks des Ägyptischen Komponisten und Oud-Virtuosen Hossam Mahmoud. Das Cellokonzert von Bruno Strobl mit dem Titel „aus der Reihe…“ tanzt tatsächlich aus der Reihe der anderen Werke, denn es ist in Viertel-, Achtel- oder auch Sechzehntel-intervalle unterteilt, und das Cello und das Ensemble treten miteinander in einen Dialog, was man als herkömmlichen Zugang bezeichnen könnte. Gestaltung: Angelika Benke


di – 09.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Eigentumsverhältnisse – Wem gehört die Musik?

Von Florian Neuner. Mit der digitalen Verfügbarkeit schier unendlicher Mengen von Text, Bild und Musik, gewinnt die Frage nach dem Copyright neue Brisanz.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Dorothee Eberhardt: Streichquartett Nr. 3 (ÉxQuartet); Rudi Spring: „Ich will singen und springen, so lang ich da bin“ (Corinna Pregla, Sopran; Albert Osterhammer, Klarinette; Ingolf Turban, Violine; Jessica Kuhn, Violoncello; Maria Reiter, Akkordeon); Viera Janárceková: „Dreifenster-Duo“ (Bianca Breitfeld, Violoncello; Stefanie Schumacher, Akkordeon); Minas Borboudakis: „Chorochronos I“ (Minas Borboudakis, Andreas Skouras, Klavier; Peter Sadlo, Jens Hilse, Schlagzeug); Moritz Eggert: „Tabelau“ (Jörg Widmann, Klarinette; Moritz Eggert, Klavier); Helga Pogatschar: „Mars Requiem“, Sequentia (Helga Pogatschar, Keyboard; Gerlinde Säman, Sopran; Stefanie Früh, Dagmar Aigner, Mezzosopran; Andreas Hirtreiter, Tenor; Jürgen Weiß, Bass; Leitung: Alexander Zimmermann); Tobias PM Schneid: Klaviertrio Nr. 3 – „Amadé“ (Seraphin-Trio)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Jagden und Formen – Der Komponist Wolfgang Rihm

Von Margarete Zander. Als Jugendlicher hat die Schule geschwänzt, um komponieren zu können. Seit 50 Jahren ist der gebürtige Karlsruher einer der weltweit führenden Musikschaffenden. Darüber hinaus prägt er als wunderbarer Gastgeber von Konzerten und mit zahlreichen Schriften maßgeblich das Sprechen und Denken über die Musik unserer Zeit. Mit pointierten Fragen sensibilisiert er herausfordernd für die einzigartigen Reflektionen der Neuen Musik in Bezug auf uns und unsere Lebenswirklichkeit.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Klangräume des Übergangs – Der Multikünstler Johannes S. Sistermanns

Von Michaela Fridrich. Er denke lieber über Inhalte nach statt über Formen, sagt Johannes S. Sistermanns. Für die Zuordnung seiner Kunst zu einem konkreten Genre ist das ein Problem. Den Kagel-Schüler als Komponisten zu bezeichnen wäre zu kurz gegriffen. Wenigstens Performer, Klangkünstler und Autor müsste man ergänzen. Am einfachsten lässt sich noch seine Arbeitsweise beschreiben: intuitiv und impulsgesteuert. Räume spielen eine wichtige Rolle. Auch gibt es häufig „Instrumente“ wie Piezo-Membranen, Obertongesang und Klarsichtfolie. Sistermanns knüpft an sein Schaffen keine Botschaften. Michaela Fridrich geht der Frage nach, was seine Kunst motiviert und was sie ausmacht.

23:00 bis 00:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2021

Mit Eckhard Weber. Das Notos Quartett hat sich als feste Klavierquartett-Formation nicht nur auf die Fahnen geschrieben, das historische Repertoire für ihre Formation zu pflegen, sondern sieht seine Aufgabe auch darin, neue Werke für diese Besetzung zu beauftragen. Nach seinem erfolgreichen Ultraschall Berlin-Debüt vor zwei Jahren präsentierte das Notos Quartett auch in diesem Festivaljahrgang aktuelle Werke für seine Besetzung. Konzertaufnahme vom 21. Januar 2021 im Kleinen Sendesaal des rbb.

23:03 – 24:00 | Ö1
Orgel Modern: Neues vom alten Instrument – Wien Modern 2020. Uraufführungen für Orgel aus drei Wiener Kirchen

Sie wird gern als „Königin der Instrumente“ bezeichnet – aber das muss bei aller Exklusivität nicht heißen, dass die Orgel auch streng herkömmlich gesinnt und für das Neue schwer zu haben wäre. Wie Komponistinnen und Komponisten heute mit ihr umgehen und wie sie die spezifischen Möglichkeiten der Orgel nützen, das wollte Wien Modern 2020 mit einem Call for Scores herausfinden. Eine sechsköpfige Fachjury hat aus über 40 internationalen, anonymisierten Einreichungen für das Festival ein Dutzend sehr unterschiedliche Werke ausgewählt. Sie stammen, wie sich herausstellen sollte, teils von Newcomern, teils von schon bekannten Köpfen aus Wien, Klosterneuburg, Graz, Linz, Berlin, Madrid, Amsterdam und Novara: Peter Ablinger, Alyssa Aska, Michele Del Prete, Karlheinz Essl, Nava Hemyari, Gerald Resch, Martin Ritter, Gijsbrecht Roijé, Alireza Shahabolmolkfard, Ana Szilagyi und Jorge Villoslada Durán.

Studierende der der mdw, der Universität Mozarteum Salzburg und der Kunstuniversität Graz haben die Stücke einstudiert und am 7. November 2020 an den Orgeln von drei Wiener Kirchen uraufgeführt, der Michaelerkirche, der Franziskanerkirche und St. Ursula – pandemiebedingt zwar ohne Publikum, aber vor Kameras und Mikrofonen. Ein „Zeit-Ton“-Querschnitt durch diesen besonderen Abend. Gestaltung: Walter Weidringer


mi – 10.02.2021


00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Uwe Strübing: „Der Traum von den fünf großen H“, op. 38 (Jörg Krämer, Flöte; Lilo Kraus, Harfe; Peter Selwyn, Klavier); Heinrich Hartl: „Wandlungen“, op. 115 (Moravian Philharmonic Orchestra of Olomouc: Toshiyuki Shimada); Herbert Hechtel: „Shambala“ (Dorit Peschel, Blockflöte; Elaine Godefroy, Violoncello; Helmut Bieler, Cembalo); Klaus Hashagen: „Perchon“ (Andrea Schneider, Vibrafon; Klaus Hashagen, Synthesizer; Nordwestdeutsche Philharmonie: Klaus Bernbacher); Stefan Hippe: „Eine Nacht in Castle Hill“ (Nürnberger Akkordeonorchester Willi Münch: Irene Kauper-Meyer); Werner Heider: „Architektur“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Péter Eötvös)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Sternenklänge – Magie am Nachthimmel

Das Funkeln und Glitzern der Sterne hat nicht nur Maler zu phantastischen Bildern, sondern auch immer wieder Komponisten zu magisch-stimmungsvollen Musikwerken angeregt.

Aufblitzende Töne am Klavier, helle Glockenschläge, vibrierende Streicherakkorde und sphärische Bläserklänge: alles das sind Abbilder des Sternenglanzes in der Musik.

21:17 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: mantra meets classic – Von Chantal Nastasi

Das indische Chorwerk „Shanmuga Kavacham“. Westliche und indische Kultur treffen aufeinander. Chamber Choir of Europe / Ltg.: Nicol Matt

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Pocket Concerto

Gunter Teuffel (Viola); Tristan Cornut (Violoncello). Garth Knox: Pocket Concerto für Viola und Violoncello.

Der Bratschist hat als Solist und als Mitglied des Arditti String Quartet das Repertoire der zeitgenössischen Musik ständig erweitert. Auch war er maßgeblich an der Wiederentdeckung der Viola d’amore für die zeitgenössische Musik beteiligt. Jetzt gestaltet Knox das Repertoire aktiv als Komponist. Zu seinen Werken gehört auch ein „Taschenkonzert“ für Viola und Violoncello, das Gunter Teuffel und Tristan Cornut für den SWR eingespielt haben.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Nina Polaschegg


do – 11.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klangfarben und goldener Schnitt – Das elektroakustische Werk des niederländischen Komponisten Jan Boerman (1923-2020)

Von Hubert Steins. (Wdh. v. 19.06.2007)- Am 25. Oktober 2020 starb Jan Boerman. Sein elektroakustisches OEuvre ist ein mehrdimensionales Gebilde von Querverweisen, in dem Klangobjekte aus weit von einander entfernten Zeiten in Beziehung zu einander treten.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Armin Knab: „Zeitkranz“ (Chor des Bayerischen Rundfunks: Wolfgang Baumgart); Rudolf Mors: Klavierkonzert (Volker Banfield, Klavier; Philharmonisches Orchester Bielefeld: Rainer Koch); Carlos Heinrich Veerhoff: Symphonie Nr. 4 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Leopold Hager); Dieter Acker: Violinkonzert Nr. 1 (Saschko Gawriloff, Violine; Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Georg Schmöhe)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Pierrot lunaire – Clowns und ihre Musik

Clowns gab es zu allen Zeiten, überall, und sie waren immer schon äußerst ambivalente Figuren. Ihre primäre Aufgabe ist es, Menschen zum Lachen zu bringen, aber nicht nur – ihr Humor ist nur eine andere Art ernst zu sein. Sie beflügeln unsere Sinne und jagen uns Angst ein. Ihr ungreifbares Wesen lädt förmlich zur Vertonung ein: im Lied bringen sie uns zum Träumen, in der Oper zum Weinen, in der Filmmusik zum Gruseln. Komponisten können beim Clown aus einem reichen Typenfundus schöpfen, der auf den Archetyp des Narren zurück geht. Der klassische Clown kommt als tragikomischer Tollpatsch in riesigen Schlappschuhen daher, seine ganze Escheinung kündigt an: wenn hier etwas schiefgehen kann, wird es kolossal schiefgehen, das ist oberstes Clownsgesetz! Komische Typen werden uns in dieser Sendung begegnen. Hanswurste, Bajazzos und Harlekins. Zerstreute Frohnaturen, die über die Wirklichkeit stolpern, lunare Sterngucker, denen das Leben schadenfroh ein Bein stellt, verträumte Geister, die die Welt ein kleines bisschen bunter machen. Im Land der großen Freiheit sind die Narren die Weisen. Send in the clowns! Eine Sendung von Maria Schemm

20:04 bis 21:30 | hr2-kultur
Überlegungen und Übungen (auch mit Ludwig) – Musik von Mauricio Kagel

Manches, was für den Fußball gilt, trifft ebenso auf die Klassik zu: nach Beethoven ist vor Beethoven. Und das auch dank einiger Neutöner wie Mauricio Kagel, die immer wieder neu die Tradition befragt haben: produktiv und provokant.

Der Komponist Mauricio Kagel (1931-2008) war ein leidenschaftlicher Viel- und Querbeetleser. Gerade Texte zur Musik, ob Komponistenbiografien oder musikwissenschaftliche Abhandlungen, faszinierten und inspirierten ihn: zu eignen musikalischen Kreationen. „Das Lesen über Musik war für mich zum unmittelbaren Komponieren vielleicht immer anregender als das Hören selbst.“ Kagel, der 1957 seine Heimatstadt Buenos Aires verließ, um – was er damals noch nicht wusste – dauerhaft in Köln zu bleiben, schätzte ein Musikbuch ganz besonders: Curt Sachs’ „Reallexikon der Musikinstrumente“ von 1913. Auch verschlang Kagel ganze Musiklexika. Seine Orchesterwerke „Heterophonie“ und „Études“, aber noch mehr die „Rrrrrrr…“-Stücke, die ein musikalisches, mit „R“ beginnendes Fachwort aufgreifen und neu zu Klang werden lassen, basieren auf solchen analytischen Lektüren. Seine Beethoven-Hommage „Ludwig van“ resultiert allerdings aus dem fleißigen Lesen der Partituren des Meisters – und zwar ausschließlich der Nebenstimmen. Link zur Sendung

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Komponisten aus Spanien –

Manuel Hidalgo: Gran Nada für Akkordeon und Streichorchester; Teodoro Anzellotti / WDR Sinfonieorchester Köln / Peter Rundel | Manuel Hidalgo: Monotonie: Ich bin die Einsamkeit; Trio Accanto | Manuel Hidalgo: Introduktion und Fuge (nach Beethovens Sonate op. 106); Teodoro Anzellotti / WDR Sinfonieorchester Köln / Peter Rundel | Ferran Cruixent: Virtual; Deutsche Radio Philharmonie / Christoph Poppen |Cristóbal Halffter: Klarinettenkonzert; Eduard Brunner / Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken / Cristóbal Halffter

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Klingende Körper: Die Musik des Komponisten Hannes Kerschbaumer

Von Jim Igor Kallenberg. Körperliche Klänge und klangliche Körper – Hannes Kerschbaumer erfindet korporale Klangwelten.

„Ich kann keine Tonhöhenabfolgen schreiben“, sagt der Südtiroler Komponist Hannes Kerschbaumer (*1981). Er verweist damit nicht auf einen technischen Mangel, sondern auf die Faktur seiner Werke. Nicht musikalische Ordnungssysteme bilden den Kern seiner ästhetischen Ideen, vielmehr die materielle Präsenz der Klangkörper selbst. So wenden sich seine Stücke der Materialität und Klanglichkeit der Instrumente selbst zu, seien dies Akkordeon und Viola oder Glasscherben, Holzblöcke und Sandpapier. So werden Körper klanglich und Klänge körperlich.

22:05 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Das Doppelzimmer

O-Ton-Hörspiel unter Verwendung des Prosagedichts „La chambre double – Das zweifache Zimmer“ von Charles Baudelaire. Aus dem Französischen von Erik-Ernst Schwabach. Mit: Bibiana Beglau und deutschen wie französischen O Ton-Stimmen. Regie: Ulrich Lampen. (Produktion: SWR 2021 – Ursendung)

Charles Baudelaire umkreiste um 1860 in seinen Prosagedichten „Spleen de Paris“ Erfahrungen modernen Großstadtlebens: Lärm, Menschenmassen, Flanieren in der Anonymität. Im 21. Jahrhundert ist all das Allgemeingut. Aber was passiert in Zeiten der Stille, der geistigen wie sozialen Abgeschlossenheit im Stadtraum – sei es durch einen epidemischen oder politischen Ausnahmezustand?

Der vielfach ausgezeichnete Hörspielautor und -regisseur Ulrich Lampen wohnt in Straßburg. Für seine O-Ton-Collage erforscht er mit dem Mikro die Stadt des Europäischen Parlaments, mit dabei Baudelaires „La Chambre Double“.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Zum 75. Geburtstag des Komponisten Heinz Winbeck

Er war einer der erstaunlichsten Komponisten der Gegenwart – und zugleich einer der zurückhaltendsten. Denn Heinz Winbeck, geboren vor genau 75 Jahren, am 11. Februar 1946, hat sich und seine Musik nie in den Vordergrund gedrängt. Fast im Verborgenen schuf er ein einzigartiges Werk im steten Dialog mit den Großen der Vergangenheit – ein Werk, das erst nach seinem Tod 2019 ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt ist. Im Zentrum stehen dabei die fünf groß dimensionierten Sinfonien, die zeitweilig noch einmal die Klangwelt Mahlers oder Bruckners beschwören, aber gleichzeitig doch etwas ganz Gegenwärtiges sind. Sie kreisen um das Geheimnis des Todes, um die großen Rätsel des Kosmos, aber auch um politisch-gesellschaftliche Fragen. Die erste Gesamtaufnahme dieser bestürzenden Werke wurde im vergangenen Jahr mit dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet. „Ich kann nichts anderes sagen, als dass ich nur das zu Papier bringe, das, würde ich es nicht tun, mich zersprengte“, hat Winbeck sein Schaffen kommentiert. Selbsterklärungen waren dem einstigen Kompositionsprofessor an der Würzburger Musikhochschule zuwider. Und so versuchte vor einigen Jahren ein Weggefährte, sich dem Wunder von Winbecks Werken verbal zu nähern: der amerikanische Star-Dirigent Dennis Russell Davies, der in der Reihe „Faszination Neue Musik“ aus dem Studio Franken über Winbecks Symphonien und insbesondere über dessen Zweite sprach. Dieses Werk, das gedanklich in der Umweltbewegung wurzelt und nach Schumann- und Mahler-Anklängen zu einem brutal desillusionierenden Ende kommt, ist heute wieder besonders aktuell. Aus Anlass von Winbecks 75. Geburtstag wiederholt BR-KLASSIK nun diese Sendung. Eine Sendung von Thorsten Preuß

23:03 – 24:00 | Ö1
William Basinski: Der hypnotische Klang des Zerfalls – William Basinski im Zeit-Ton Portrait

Inspiriert von Brian Eno, Terry Riley und John Cage, fing der US-amerikanische Musiker William Basinski Ende der 1970er Jahre an, mit Bandmaschinen-Schleifen zu experimentieren. In seinen Loops verband er Klangfetzen aus dem Radio mit Klarinetten-, Saxophon- und Synthesizer-Klängen. Erst mehr als 20 Jahre später sollte diese hypnotische Musik in Form der „Disintegration Loops“ erstmals an die Weltöffentlichkeit dringen. Während er sein Bandarchiv digitalisierte, bemerkte der Musiker nämlich den zunehmenden Zerfall der alten Schleifen, – und machte diesen zum zentralen Konzept. Obwohl er in seinen Werken seitdem unterschiedliche Ansätze verfolgt: Das Loop, die endlose Wiederholung von Melodie-Miniaturen, bleibt bis heute ein roter Faden durch das Werk von William Basinski. Im Interview mit Stefan Trischler spricht er über prägende Inspirationen, den auch sein Leben maßgeblich verändernden 11. September 2001 und seine relativ neue Liebe für serbische Folklore-Musik. Gestaltung: Stefan Trischler


fr – 12.02.2021


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: DIE SINS

Idee, Realisation, Stimmen, Musik: KLANK (Reinhart Hammerschmidt, Christoph Ogiermann, Markus Markowski und Tim Schomacker). Chor: Vokalensemble Sinsheim. Produktion: Deutschlandfunk Kultur 2020. Länge: 52’02

Irgendwann in der Zukunft ist die Stadt Sinsheim zu SINSHOME geworden. Niemand begegnet sich mehr persönlich. Alle kommunizieren nur noch digital. Auch der Chor ist nicht mehr, was er war. Ein Hörspiel über die gegenwärtige Möglichkeit von sozialen Bewegungen.

Ein Chor schafft sich ab. Alle körperlichen Versammlungen werden aufgelöst. Eine Geräterepublik entsteht. Eine Stadt leert sich. Und wird so zum real existierenden global village. Alle Macht den Drähten. Weise Mischwesen tauchen auf. Und Steine denken über die Zukunft der Menschheit nach. Wie weit lassen sich die Folgen der Digitalisierung eigentlich denken? Gewandet in ein fröhliches-fantastisches Videospiel fragt das Bremer Musikensemble KLANK nach den Möglichkeiten sozialer Bewegtheit in der Bundesrepublik des Jahres 2020.

KLANK, gegründet 2008, ist ein Bremer Musikensemble bestehend unter anderem aus den Improvisationsmusikern Reinhart Hammerschmidt, Christoph Ogiermann, Markus Markowski und Tim Schomacker. Schwerpunkte sind die Aneignung von zunächst nichtmusikalischen Gegenständen und Materialien als Instrumenten sowie die Sichtbarmachung der Klangerzeugung und der performativen Potenziale konzertanter Musik.

Christoph Ogiermann, geboren 1967, ist Musiker und Komponist im Bereich Freie Improvisation und europäische Kunstmusiken. Seit 2011 enge Zusammenarbeit mit den „Neuen Vocalsolisten Stuttgart“. Kunstpreis der Akademie der Künste Berlin im Bereich Musik 2012.

Tim Schomacker, geboren 1973, lebt als Autor, Journalist, Radiomacher, Moderator, Klangperformer und Musiker in Bremen. Er schreibt u.a. für nachtkritik, die tageszeitung und die Kreiszeitung.

00:10 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Karl Höller: Violinkonzert h-Moll (Otto Büchner, Violine; Bamberger Symphoniker: Karl Höller); Wolfram Buchenberg: Messe (Wilfried Prader, Tobias Winbeck, Trompete; Daniel Vesel, Markus Wagemann, Posaune; Wolfgang Hörlin, Orgel; Madrigalchor der Hochschule für Musik: Max Frey); Friedemann Graef: Rondo (Berliner Saxophon Quartett); Robert M. Helmschrott: „Bucolica“ (Christoph Well, Flöte, Trompete, Alphorn, Dudelsack, Hackbrett, Harfe, Schlagwerk, Ballastsaite; Franz Hauk, Orgel); Klaus K. Hübler: „Arie dissolute“ (Barbara Maurer, Viola; Ensemble Köln: Robert HP Platz)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Salzkammerspiele – Das „Weiße Rössl“ und der Wolfgangsee

Von Andreas Pehl. Wenn sich der Himmel im Wolfgangsee spiegelt, dann ist die ganze Welt himmelblau. Dass darüber hinaus im „Weißen Rössl“ am Wolfgangsee auch noch das Glück vor der Tür steht, auch das ist seit 90 Jahren wohlbekannt: Das gleichnamige Singspiel hat diese Botschaften verlässlich in die Welt getragen. Das „Rössl“, das rund um den verliebten Kellner Leopold, die resolute Rössl-Wirtin, den schönen Sigismund, das lispelnde Klärchen und den nörgelnden Sommerfrischler Wilhelm Gieseke kreist, ist eines der meistgespielten Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts. Liebe, Urlaubsstimmung und Alpenfolklore sorgen in einer seltenen Melange aus Operette, Musical, Jazz, Schlager und Stub’nmusi bis heute für ausverkaufte Abende. Operngrößen wie Rudolf Schock haben einzelne Hits daraus aufgenommen, Filmstars wie Peter Alexander brachten das Rössl auf die Leinwand: ein Stückchen heile Welt in himmelblau. Aber ganz so pastellfarben ist das Singspiel gar nicht. Wer genau hinschaut, der entdeckt in der Partitur des „Rössl“ eine ganze Menge mit spitzer Feder und derbem Humor getexteter und komponierter Fein- und Gemeinheiten. In der Originalfassung von 1930 zieht das Gemeinschaftswerk verschiedener berühmter Operetten- und Schlagerkomponisten rund um Ralph Benatzky mal schlüpfrig, mal operettenselig Massentourismus, Reisewahn und hormongesteuerte Urlaubsbekanntschaften durch den Kakao.

Andreas Pehl hat sich mit der Leinwand-Rösslwirtin Waltraud Haas, mit Regisseur Josef Köpplinger, mit Tourismusdirektor Hans Wieser und der echten Rösslwirtin Gudrun Peter über Berliner im Salzkammergut, über die abenteuerliche Geschichte des Singspiels und über das wohl bekannteste Hotel Österreichs unterhalten. Und vorab sei verraten: Grüne Aale gibt es im „Rössl“ immer noch nicht. Aber auch kein altes Paprika-Huhn.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel: hör!spiel!art.mix: „Verfahren“ von Kathrin Röggla

Verfahren. Der NSU-Prozess als gespenstische Groteske. Von Kathrin Röggla. Mit Graham F. Valentine, Meriam Abbas, Astrid Meyerfeldt, Fabian Hinrichs, Jan Krauter und Victoria Trauttmansdorff

Regie: Hannah Georgi. WDR/BR 2020. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

Es war das spektakulärste Strafverfahren der Nachwendezeit: über fünf Jahre dauerte der Prozess um die NSU-Morde. Aber angesichts der Erwartungen, was dieser Prozess alles aufklären sollte, ist er keineswegs zu Ende. Kathrin Röggla destilliert aus dem NSU-Prozess in Verfahren eine gespenstische Groteske. Die Gerichtsverhandlung ist vorbei und geht doch geisterhaft immer weiter. Wir hören ein Echo: Sind es die Stimmen von Richter, Staatsanwaltschaft, Verteidigung oder Zeugen, die in den Mikrofonen des Verhandlungssaals gefangen sind und verzweifelt versuchen, dieser Echokammer zu entkommen? Oder hören wir dem Gerichtspublikum auf der Empore zu, den Bescheidwissern und Engagierten aus der ersten Reihe, die von den Dämonen des Prozesses besetzt sind? Immer wieder eröffnet das Hohe Gericht einen neuen Verhandlungstag, wird ein weiterer Zeuge aufgerufen, beharken sich die alten und die neuen Verteidiger, wird über den Gegenstand dieses Prozesses gestritten. Es ist eine Instanz unter Wiederholungszwang, die ein Verfahren führt, das längst anderswo stattfindet.

Kathrin Röggla, geb. 1971, österreichische Autorin. Weitere BR-Hörspiele u.a. really ground zero − anweisungen zum 11. september (2002), die alarmbereiten (2009), Lärmkrieg (2014), Normalverdiener (2016), Geschäftsführersitzung (2019).

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Melting Pot USA – Die Musik der deutschsprachigen Immigranten

Von Arndt Peltner. Wenn man an US-amerikanische Musik denkt, dann vor allem an Folk, Country, Blues, Rock, Hip Hop und Pop. Doch die Immigranten aus aller Welt haben nicht nur ihre Arbeitskraft in die Neue Welt mitgebracht, sondern auch ihre Kultur, ihre Sprache, ihre Gepflogenheiten – und ihre Musik. Arndt Peltner stellt die Musik der Immigranten aus dem deutschsprachigen Raum und ihren Einfluss auf die amerikanische Musik vor.

23:03 – 24:00 | Ö1
Spielräume Nachtausgabe

1991 – Das letzte epochale Jahre der Rockmusik? Klassische Rockalben aus 1991 von den Red Hot Chili Peppers, Nirvana, Pearl Jam, Metallica u.a.

Vor 30 Jahren stieg die Band „Metallica“ mit ihrem „Black Album“ endgültig in den Rockolymp auf, ihre Tourkollegen von „Guns´n Roses“ veröffentlichen die beiden vieldiskutierten Doppelalben „Use your Illusion 1+2“.

Die CDs „Nevermind“ der Band „Nirvana“ und „Ten“ von Pearl Jam katapultieren die Grunge-Szene in den musikalischen Mainstream. Dort landen auch die „Red Hot Chili Peppers“ mit ihrem Millionenseller „Blood Sugar Sex Magik“. Auch an den musikalischen Rändern des Rock und Metal werden bis heute viel gepriesene Alben veröffentlicht. Trotz der damals auch gerade boomenden Genres Techno, Electronic und Hip-Hop: War 1991 das letzte große Jahr der Rockmusik mit Alben, welche den Test der Zeit mühelos bestanden haben? Gestaltung: Klaus Wienerroither


sa – 13.02.2021


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Salzkammerspiele – Das „Weiße Rössl“ und der Wolfgangsee

Von Andreas Pehl. Wenn sich der Himmel im Wolfgangsee spiegelt, dann ist die ganze Welt himmelblau. Dass darüber hinaus im „Weißen Rössl“ am Wolfgangsee auch noch das Glück vor der Tür steht, auch das ist seit 90 Jahren wohlbekannt: Das gleichnamige Singspiel hat diese Botschaften verlässlich in die Welt getragen. Das „Rössl“, das rund um den verliebten Kellner Leopold, die resolute Rössl-Wirtin, den schönen Sigismund, das lispelnde Klärchen und den nörgelnden Sommerfrischler Wilhelm Gieseke kreist, ist eines der meistgespielten Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts. Liebe, Urlaubsstimmung und Alpenfolklore sorgen in einer seltenen Melange aus Operette, Musical, Jazz, Schlager und Stub’nmusi bis heute für ausverkaufte Abende. Operngrößen wie Rudolf Schock haben einzelne Hits daraus aufgenommen, Filmstars wie Peter Alexander brachten das Rössl auf die Leinwand: ein Stückchen heile Welt in himmelblau. Aber ganz so pastellfarben ist das Singspiel gar nicht. Wer genau hinschaut, der entdeckt in der Partitur des „Rössl“ eine ganze Menge mit spitzer Feder und derbem Humor getexteter und komponierter Fein- und Gemeinheiten. In der Originalfassung von 1930 zieht das Gemeinschaftswerk verschiedener berühmter Operetten- und Schlagerkomponisten rund um Ralph Benatzky mal schlüpfrig, mal operettenselig Massentourismus, Reisewahn und hormongesteuerte Urlaubsbekanntschaften durch den Kakao.

Andreas Pehl hat sich mit der Leinwand-Rösslwirtin Waltraud Haas, mit Regisseur Josef Köpplinger, mit Tourismusdirektor Hans Wieser und der echten Rösslwirtin Gudrun Peter über Berliner im Salzkammergut, über die abenteuerliche Geschichte des Singspiels und über das wohl bekannteste Hotel Österreichs unterhalten. Und vorab sei verraten: Grüne Aale gibt es im „Rössl“ immer noch nicht. Aber auch kein altes Paprika-Huhn.

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds – Those Behind Us That We Follow – experimentelle Musik aus Belgien

„Those Behind Us That We Follow“ heißt ein Stück des Bass-Klarinettisten Ben Bertrand. Der ambivalente Titel ist bezeichnend für das Selbstverständnis einer jüngeren experimentellen Musik-Szene in Belgien. Man orientiert sich am avantgardistischen Erbe von Ambient, Drone, Musique Concrète und Post-Minmal Music, aber auch an Jahrhunderte alten klassischen Stilen und Folklore aus aller Welt, ohne dabei die Dramaturgie und Klangwelt zeitgenössischer elektronischer Musik außer Acht zu lassen. Dabei werden die künstlerischen Rezepturen mit Zeit und Muße intensiviert, rekonfiguriert oder rekombiniert – bis etwas Neues entsteht, das es so nur in Belgien mit seinen lebendigen Szenen und kollektivistisch gesinnten Musikern geben kann. Die aktuelle experimentelle Musik gedeiht an Brüsseler Veranstaltungsorten wie „les ateliers claus“ oder „Qo-2“, beim spätsommerlichen „Meakusma“-Festival in Eupen, auf langjährig aktiven Labels wie „K-RAA-K“ in Gent und „Ultra Eczema“ in Antwerpen oder „Stroom“ mit interessanten Wiederveröffentlichungen aus den 1980er und 1990er Jahren. Im Zentrum der Sendung steht die Gruppe Razen mit ihrem ritualistischen Drone Folk, der dunkle Impressionismus von Timo van Luijk mit seinem Label La Scie Dorée und Projekten wie Elodie und die ebenso von Morton Feldman wie von Angelo Badalementi inspirierte Musik eines Ben Bertrand. Und auch Urväter der belgischen experimentellen Musik zwischen Pop und Improvisation – Aksak Maboul aus Brüssel – sind seit einigen Jahren wieder aktiv. URL

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: „Allmählich eskalierend“ – Die türkische Komponistin Füsun Köksal

Von Egbert Hiller. Zuweilen melancholisch und kreisend, dann aufbegehrend, schreiend, ja schroff. Füsun Köksals Kompositionen bewegen sich zwischen verschiedenen Polen. Die Frage steht, was spiegelt die türkische Komponistin in ihrer Musik? Menschliche Emotionen oder die Gesellschaften, in denen sie bisher lebte? Die heutige Kompositionsprofessorin wurde 1973 im türkischen Bursa geboren. Ankara, Köln, Chicago und Izmir sind die Stationen ihrer beruflichen Ausbildung und Entfaltung. Nach dem Bachelor an der Bilkent Universität studierte sie bei Krzystof Meyer an der Kölner Musikhochschule. 2004 immatrikulierte sie sich in das Doktorandenprogramm der University of Chicago und studierte bei Marta Ptaszynska und Shulamit Ran. Das Doppel von musikalischer Theorie und praktischem Komponieren zieht sich durch viele Jahre ihres Wirkens. Inzwischen hat Füsun Köksal für viele Besetzungen geschrieben. Im Fokus steht ihr Interesse an gestischen und klangfarblichen Möglichkeiten der konventionellen Instrumente.


so – 14.02.2021


13:04 bis 14:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge – Musikalische Entdeckungsreisen – Karneval der Ungeheuer – Eine zoologische Musik-Phantasie

Die Bestien feiern Karneval: Eine Giftschlange tanzt durch den Dschungel, gespenstisch schallen Walgesänge durchs Wasser, ein Panther setzt gewandt zum Sprung an, Ratten wuseln in den Straßen.

Und das alles in den gruseligsten musikalischen Klangkostümen. Dagegen ist der „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns der reinste Kinderfasching.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert

Ein intelligent und originell zusammengestelltes Konzert des Detmolder Kammerorchesters und seines Dirigenten Alfredo Perl aus dem Sendesaal Bremen.

22:08 – 22:55 | Ö1
Die Musikliste des Komponisten-Doyens. Friedrich Cerha präsentiert Musik, die ihn geprägt hat

Friedrich Cerha gilt als Doyen der österreichischen Komponisten – er hat aber auch als Dirigent, Interpret und Wissenschafter gewirkt. 1958 entstand das von Cerha mitbegründete Ensemble „die reihe“, das als Kammerensemble für Neue Musik in Österreich Maßstäbe setzte und das Publikum mit zeitgenössischem Musikschaffen konfrontierte. Das Dirigieren hat er zugunsten seines kompositorischen Schaffens zurückgestellt. Am 17. Februar wird Cerha 95 Jahre alt. In diesem „Zeit-Ton“ stellt er Musik vor, die ihn beeindruckt und geprägt hat. Gestaltung: Rainer Elstner

23:03 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Horntrios

György Ligeti: Trio für Violine, Horn und Klavier | Hans Abrahamsen: Seks Stykker für Horntrio. Premysl Vojta, Horn; Ye Wu, Violine; Florence Millet, Klavier.

Sein Horntrio bezeichnet György Ligeti im Untertitel als Hommage à Brahms. Ohne das große Vorbild wäre sein Trio nicht denkbar. Auch nicht das von Hans Abrahamsen, der ebenfalls für die erzromantische Besetzung – Horn plus Violine und Klavier – geschrieben hat.

Ligeti machte aus seiner Brahms-Begeisterung keinen Hehl, wurde dafür umgehend des „Konservativismus“ bezichtigt. Und doch ist sein Trio, das auch Beethovens Les Adieux Sonate zitiert, in puncto „Konstruktion und Ausdruck“ ein Kind seiner Zeit. Die Hornquinten werden gewissermaßen „verbogen“, bevor die verschiedensten Regionen, Genres und Charaktere durchmessen werden, mal „keck, spritzig, leicht, tänzerisch-schwebend“. Raffiniert verschiebt Ligeti Rhythmik und Harmonik. Er schickt die Instrumente in Extremlagen – das Horn in kaum noch spielbare Tiefen, Klavier und Violine in höchste Höhen. Ein polymetrischer Tanz, „inspiriert durch verschiedene Volksmusiken von nicht-existierenden Völkern, als ob Ungarn, Rumänien und der ganze Balkan irgendwo zwischen Afrika und der Karibik liegen würden“. Feinmechanik dominiert auch bei Hans Abrahamsen, der kurz nach seinem Ex-Lehrer ebenfalls ein Horntrio beisteuerte und damit die neue Trio-Tradition fortschreibt und zugleich bestätigt.

radiofreak der alten schule. transistor, diode, spule, kondensator. ehemals manipulator:in mehrerer rundfunksendungen.

Verwandte Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.